Test: Opel Astra mit DVD 800 Europa-Navi

Der Preis ist heiß. Wer sich für den neuen Opel Astra entscheidet, bekommt in der Werksausstattung schon von 750 Euro an eine HiFi-Anlage mit CD-Spieler und Navigation. Wir würden indes nicht das günstige CD-500-System mit Deutschlandkarte nehmen, sondern empfehlen das DVD 800 Europa Navi. Der Name deutet es an: Damit gelingt die Routenführung in ganz Europa, und zu Preisen von 1150 Euro an erhält man Radio, CD-Spieler, sieben Lautsprecher und eine USB-Schnittstelle für portable Musikspieler. Die etwas teurere Anlage bringt ferner einen großen 18-Zentimeter-Farbbildschirm mit, und das Sahnehäubchen ist der Merian-Reiseführer nicht nur mit Restaurantbewertungen, sondern auch mit Hinweisen zu Zehntausenden von Sonderzielen. Hier kann man detaillierte Suchvorgänge starten, in einer fremden Großstadt ist dies eine große Hilfe, geradezu ein Oberklasse-Merkmal.

Alles im Blick: DVD-Navigation im Opel Astra (Foto Spehr)

Was mit DVD 800 geboten wird, ist ausgereift, im Alltagseinsatz gut und einfach zu bedienen. Ein Controller dient als zentrales Bedienelement, klar beschriftete Tasten führen in die Hauptmenüs, und mit Drehen und Drücken des Drehreglers lassen sich alle Aufgaben rasch erledigen. Die Navigation arbeitet schnell und zuverlässig, die Kartendarstellung wirkt modern, und die Sprachanweisungen kommen präzise zum richtigen Zeitpunkt.

Geht man ins Detail, sieht man allerdings auch Minuspunkte. Dass eine Sprachbedienung für die Navigation fehlt, lässt sich verschmerzen. Aber Fahrspurassistenten sind bei allen neueren Systemen mittlerweile selbstverständlich. Dass die Info-Taste bei aktiver Navigation nicht zur Anzeige von Verkehrsstörungen dient, fanden wir irritierend. Sie ruft allein Infos zum laufenden Radio- oder Musikprogramm auf. Der Weg zu den TMC-Meldungen geht vielmehr durch die Menüs, dann lassen sich allerdings die Staudaten auch im Klartext abrufen. Überzeugend fanden wir die akustische Warnung vor Störungen in der näheren Umgebung selbst bei ausgeschalteter Navigation. Bei einer Fahrt hatten wir den Routenführer nicht eingeschaltet und erfuhren auf diese Weise rechtzeitig von einer Vollsperrung der auf dem Weg liegenden Bundesstraße. Nachteilig wiederum: Das präzise TMC Pro ist nicht eingebaut, aber in Sachen Stau-Umfahrung hat Opel gegenüber älteren Versionen einiges getan. Nun kann man in einer Routenliste einzelne Straßen gezielt ausschließen und die Funktion „Stau voraus“ arbeitet besser als in der ähnlichen Anlage des Opel Insignia. Nur muss sich, wie gehabt, während der Routenführung die Karten-CD unbedingt im Laufwerk befinden. Die kameragestützte Verkehrsschilderkennung mit Spurassistent war leider in unserem Fahrzeug nicht eingebaut. Ob und wie sie mit der Navigation zusammenarbeitet, bleibt auf einer weiteren Testrunde zu klären.

Mit der USB-Anbindung, die sich andere deutsche Hersteller gern mit unverschämten Aufpreisen bezahlen lassen, hatten wir viel Freude. Wir nahmen das iPhone 4 und das USB-Kabel von Apple, und siehe da: Sofort wurde die Musikabteilung des Smartphones von der Anlage erkannt, wir hatten mit DVD 800 und dem Controller Zugriff auf Alben, Interpreten und Wiedergabelisten. Die Podcast-Sammlung scheint zunächst zu fehlen, aber man kann die entsprechenden Stücke als Alben oder Interpreten dennoch finden. Kleiner Software-Fehler: Mit eingehenden Telefonaten bricht die USB-Verbindung ab. Schade auch, dass die HiFi-Abteilung in Sachen Akustik bestenfalls Mittelmaß bietet. Wer höhere Ansprüche hat, nehme das Infinity-Soundsystem für 580 Euro.

Als Zusatzausstattung bietet Opel ferner einen Bluetooth-Freisprecher für das Handy an (300 Euro), der ebenfalls den großen Farbbildschirm verwendet und sogar eine rudimentäre Sprachsteuerung sowie die Bedienung mit den Lenkradtasten zur Verfügung stellt. Bemerkenswert ist die Mobiltelefon-Anlage mit Sim-Access-Profil (500 Euro) inklusive Dachantenne. Hier wird das Handy, das Sim Access unterstützen muss, während der Fahrt schlafen gelegt, und die Funkeinheit des Fahrzeugs übernimmt die Kontrolle. Auf diese Weise wird die „Strahlenbelastung“ im Innenraum drastisch reduziert, und in Gebieten mit schlechter Funkversorgung brechen Telefonate deutlich seltener ab. (F.A.Z. vom 2.11.10)

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