Medion Web Stick S4011 (Huawei E160) am Mac betreiben

Ich habe heute etwa fünf Stunden damit verbracht, den Medion Web Stick S4011, den auch Aldi vertreibt, an einem aktuellen MacBook Air mit OS 10.6.6 ans Laufen zu bekommen. Es handelt sich bei dem Stick um einen Huawei E160. Das Problem: Die auf dem Stick aufgespielte Medion-Software („Verbindungsassistent“) funktioniert mit dem Snow Leopard nicht. Auch nicht mit der verfügbaren Online-Aktualisierung.

Ein Ausweg besteht darin, den erforderlichen aktuellen Huawei-Treiber 4.16 manuell nachzuinstallieren. Die meines Erachtens brauchbarste Anleitung gibt es hier. Ich habe es indes nicht geschafft, die alten Huawei-Treiber zu entfernen und die neuen an den richtigen Orten zu platzieren.

Da der MacBook ohnehin nicht mit einer Medion-Karte im E-Plus-Netz, sondern mit einer Sim-Karte der Telekom unterwegs ins Netz kommen soll, gibt es eine deutlich einfachere Lösung: Den Internet-Manager 11 der Telekom laden und auf dem Mac installieren. Ihn gibt es hier. Die Software sieht zwar nicht besonders toll aus, arbeitet aber mit dem Huawei E160 einwandfrei zusammen. Wenn ich es richtig sehe, kann man sogar den APN (Internet-Zugangspunkt) manuell ändern, also die Software ggf. auch in anderen Netzen einsetzen. Ein kleiner Hinweis, der mir heute viel Zeit, Ärger und Nerven erspart hätte, wenn ich nur früher darauf gekommen wäre …

Das neue System gegen Handy-Abzock-Fallen und seine Schwächen

In den kommenden Wochen wollen die Netzbetreiber in Deutschland ein neues System einrichten, das Abzock-Fallen im Mobilfunk verhindern soll. Bislang sieht es so aus, dass man schon mit einem Fingertipp auf Werbe-Schaltflächen in Apps in die Abo-Falle laufen kann. Ich hatte dazu berichtet, und die Leserresonanz war immens.

Nun soll eine neue Online-Plattform eingerichtet werden, auf der Anbieter von „Mehrwertdiensten“ wichtige Informationen wie Preis, Abo-Laufzeiten und Kündigungsfristen angeben sollen. Der Kunde muss seine Handy-Nummer eingeben und erhält dann per SMS einen Bestätigungscode, der wiederum auf der Webseite einzugeben ist. Erst dann ist das Abo oder der Kauf bestätigt. Das hört sich zunächst gut an, Vodafone und die Telekom sind dabei.

Aber es ist mal wieder eine Lösung, die das Problem nicht an der Wurzel packt. Erstens: Warum kann man nicht grundsätzlich bei seinem Mobilfunkvertrag das Inkasso von Leistungen Dritter ablehnen? Ein solcher Rechtsanspruch ließe sich aus Paragraph 45d des Telekommunikationsgesetzes ableiten. Demnach besteht ein Recht auf  Sperrung solcher „werthaltiger Dienste“. Nicht im Mobilfunk, sondern nur im Festnetz, meinen allerdings manche Netzbetreiber.

Zweitens ist es naiv, anzunehmen, dass damit das Problem aus der Welt ist. Zur Erinnerung: Bei diesen Abos handelt es sich in der Regel um Nutzlos-Dienste. Das Geschäftsprinzip besteht nicht darin, werthaltige Angebote zu verkaufen, sondern um das Stellen von Fallen, in die möglichst viele Ahnungslose hineintappen. Wer das nicht versteht, hat sich mit der Materie nicht gründlich auseinandergesetzt. Und die Mafia wird künftig andere Wege und Möglichkeiten finden.

Test: Motorola Milestone 2

Weihnachten 2009 kam das erste Motorola-Smartphone mit dem damals noch jungen Android-Betriebssystem in den Handel: das Milestone. Der Name war klug gewählt. Denn dieser Meilenstein rettete den traditionsreichen amerikanischen Hersteller aus einer langen und schweren Krise. Bis dahin hatte sich Motorola vor allem auf schöne Einfach-Handys mit schicker Schale konzentriert – und die Entwicklung bei aktuellen Smartphones verschlafen. Das Milestone war ein Erfolg, es gefiel uns gut, und mittlerweile hat Motorola ein buntes Potpourri unterschiedlicher Android-Geräte im Angebot.

Robust, schnell, gut: Das neue Motorola Milestone 2 (Foto Hersteller)

Der Nachfolger des Milestone trägt die Endziffer 2 und behält seine Bauweise bei: Er ist eines der wenigen Androiden mit einer Mini-Tastatur, die sich seitlich ausfahren lässt und eine nahezu vollständige QWERTZ-Belegung mitbringt. Es fehlen allerdings eigene Tasten für die deutschen Umlaute. Der Neuling ist etwas runder und in den Linien weicher geworden. Aber die Vorzüge der älteren Bauform bleiben, denn das Milestone 2 wirkt alles andere als klobig, hat hinsichtlich Breite und Länge typische Smartphone-Maße, es ist nur höher und schwerer (11,6 × 6 × 1,4 Zentimeter, 169 Gramm).

Der Schiebemechanismus arbeitet präzise und macht einen ordentlichen Eindruck. Da wackelt und verkantet nichts. Zugegeben: Andere Slider-Modelle öffnen sich, als ob die Mechanik auf Rollen gelagert wäre. Aber wie robust eine so filigrane Konstruktion im Dauereinsatz ist, will man nicht wissen. Die dezent beleuchtete Tastatur des Milestone 2 mit gewölbten und hinreichend großen Tasten sowie präzisem Druckpunkt hat uns sehr gut gefallen, sie ist eine schöne Alternative zur virtuellen Bildschirmtastatur von Android, und bringt wie diese einen Thesaurus inklusive Wortrate-Funktion mit. Man schreibt also die ersten Buchstaben und kann bei längeren Wörtern mit einem Fingertipp auf den vorgeschlagenen Bildschirm-Eintrag den Rest ergänzen. Alles in allem ist das Gerät ein Musterknabe in Sachen Hardware, nur der offen liegende Micro-USB-Port mag einen stören.

Bei den inneren Werten sind die Vorzüge des Milestone 2 sofort bemerkbar. Die Taktfrequenz des Prozessors wurde auf zeitgemäße 1 Gigahertz hochgesetzt, der Vorgänger musste sich mit 550 Megahertz bescheiden, und der Arbeitsspeicher beläuft sich nun auf üppige 512 Megabyte, die ergänzt werden um 8 Gigabyte internen Speicher. Weiter aufrüsten kann man mit Micro-SD-Karten. Die Bildschirmauflösung von 854 × 480 Pixel wurde beibehalten, und die Anzeige leistet sich wie gehabt keine Schwächen. Wenn es trotz der leistungsstarken Hardware gelegentlich kleine Ruckler gibt und das Arbeitstempo nicht immer der 1-Gigahertz-Klasse entspricht, mag das an der Motoblur-Erweiterung liegen, die der Hersteller über das Android-System 2.2 gegossen hat.

Wir haben diese Unsitte, die auch HTC, Sony Ericsson und Samsung betreiben, schon des öfteren kritisiert: Solches „Tuning“ ist für den Nutzer kein Gewinn, führt zu Einbußen an Speicherplatz und Geschwindigkeit, ist mit manchen Ärgernissen verbunden und blockiert eine zeitnahe Aktualisierung des Betriebssystems. Motoblur ist zwar vergleichsweise dezent, bringt aber einige Missstände mit, die nicht hinzunehmen sind. So versucht es, – wie Nokias Ovi-System –, als „Mann in der Mitte“ die Zugangsdaten und Kennwörter von E-Mail und sozialen Netzen abzugreifen, und eine Systemaktualisierung ist ohne Motoblur-Konto gar nicht möglich. Man kann indes, das ist die gute Nachricht, Motoblur bei Twitter, Facebook und anderen Apps umgehen.

Einige Ergänzungen gefallen jedoch. So gibt es eine Sprachwahl für die Einträge des Telefonbuchs, die im Unterschied zum sonst üblichen Google-Erkenner durchaus funktioniert. Ferner lassen sich – wie beim Samsung Galaxy S – Medieninhalte mit dem DLNA-Protokoll auf andere Geräte übertragen. Der W-Lan-Hotspot ist dabei und mit dem Motorola „Phone Portal“ bekommt man via Wireless-Lan vollen Zugriff auf das Telefon am PC – sofern beide in dasselbe W-Lan-Netz eingebucht sind. Hier kann man im Unterschied zu ähnlichen Android-Apps (etwa „Dav Drive Lite“) auch auf das Adressbuch und die SMS-Nachrichten zugreifen und letztere sogar im Browser-Fenster des Rechners schreiben. Das mitgelieferte Quickoffice erlaubt nicht nur das Betrachten von Office-Dokumenten, sondern auch das Erstellen von Word- oder Excel-Dateien. Geht das Gerät verloren, kann es mit Motoblur am PC geortet und aus der Ferne gelöscht werden.

Ärgerlich wiederum fanden wir die schon beim Vorgänger beklagte Marotte, alle Kontakte ausschließlich nach dem Vornamen zu sortieren. Normalerweise ist das kein Problem mit Android 2.2, nur Motorola meint, den entsprechenden Menüeintrag weglassen zu müssen. Auch die 5-Megapixel-Kamera mit LED-Blitz ist eine Enttäuschung. Bei schönem Wetter gelingen zwar brauchbare Außenaufnahmen, in geschlossenen Räumen ist das Gebotene jedoch mangelhaft. Dass man jetzt dank schnellem Prozessor auch Videos mit 720p (1280 × 720 Pixel) aufnehmen kann, sei deshalb nur am Rande erwähnt. Viele Kunden im Internet schildern Probleme mit der MP3-Musikwiedergabe, es komme zu Störungen und Aussetzern. Diese Kritik konnten wir mit unserem Testgerät nicht nachvollziehen: Mit einem guten Kopfhörer lieferte das Milestone 2 einen satten Klang ohne Unterbrechungen. Wie bei allen Top-Smartphones mit Android ist die Akku-Lebensdauer ein wunder Punkt. Länger als einen Tag hält das Motorola nicht durch, es muss jeden Abend auf die Ladestation. Ungeachtet aller Kritik ist das Milestone 2 ein gutes und zudem günstiges Gerät. Für weniger als 450 Euro fällt die Kaufentscheidung leicht, wenn man einen Androiden mit ausziehbarer Tastatur sucht. (F.A.Z. vom 25.01.11)

Wie funktioniert Googles lokaler Dienst Hotpot mit Android?

Google setzt aufs lokale Internet, und wie das Ganze auf Android-Smarpthones aussieht, kann man sich bereits seit einiger Zeit angucken. Man wähle dazu „Places“ aus dem Hauptmenü und sieht Vorschläge, was man rund um den eigenen Standort suchen kann: Etwa Restaurants, Cafés, Kneipen, Hotels, Attraktionen und anderes. Diese Sonderziel-Auswahl lässt sich personalisieren, man kann also eigene Kategorien hinzufügen. Ein Fingertipp auf den entsprechenden Eintrag bringt die Trefferliste hervor, tippt man auf die Fundstelle kann man „Bewertungen aus dem ganzen Web“ lesen oder mit vier Schaltflächen a) das Ziel in der Karte sehen, b) sich mit der Google-Navigation dahin führen lassen, c) den ggf. hinterlegten Telefonbuch-Eintrag anrufen oder d) die Kontaktinformationen weitergeben oder speichern oder einen „Buzz“ zu diesem Ort posten.

Hotpot: Googles neue lokale Suche (Foto Hersteller)

Also auf den ersten Blick eine klassische Sonderziel-Suche. Interessant wird das Ganze, wenn man in der Trefferliste auf „Bewertung“ tippt und „von Freunden bewertet“ wählt: Nun soll man sehen, „welche Geschäfte oder Restaurants meine Freunde dort schon besucht und für gut befunden haben“, sagte Googles Local-Chefin Marissa Mayer der F.A.Z. Dieses schicke Detail funktioniert allerdings derzeit noch nicht in Deutschland. Künftig soll man also quasi ein Hotpot-Netzwerk mit seinen Kontakten knüpfen, die zum eigenen Google-Konto gehören. Mit diesem Verfahren soll die Suche nach Sonderzielen individueller werden.

Ebenfalls innovativ: Mit einem Fingertipp kann man eine Schnellbewertung des Ziels vornehmen, 1-click-rating.

Messenger statt teurer SMS: WhatsApp und Kik für iOS und Android

SMS im Mobilfunk sind viel zu teuer. Wenn man die geringe Datenmenge für jede Kurznachricht in einen Kilobyte-Preis umrechnen würde, kämen abenteuerliche Summen (und Einnahmen für die Netzbetreiber) dabei heraus. Die Alternative sind Chat- oder Messenger-Systeme, die es schon sehr lange gibt. Man denke an ICQ, Windows Live oder den AOL Instant Messenger AIM, die sowohl am PC wie auch mit entsprechender Zusatzsoftware auf mobilen Geräten laufen.

Ich habe zwei interessante Programme für Apples iOS und Android ausprobiert, Kik und WhatsApp. Letzteres ist die ältere App, sie läuft auch auf dem Blackberry und in einer Beta-Version auf Geräten mit Symbian S60, dem Nokia-Betriebssystem.

WhatsApp

WhatsApp kostet 79 Cent in der iPhone-Variante und steht für Android gratis zur Verfügung. Nach der Installation benötigt man keinen Nutzernamen, sondern wird vielmehr mit einer SMS und seiner eigenen Rufnummer registriert. Der Vorteil: Die Kontaktaufnahme mit anderen WhatsApp-Nutzern ist einfach und über einen Rufnummernabgleich des eigenen Telefonbuchs sieht man sofort, wer ebenfalls WhatsApp installiert hat. Man muss sich nicht An- und Abmelden und benötigt keine neue Kontaktliste.

Für Plaudertaschen: WhatsApp auf dem iPhone 4 (Fotos Spehr)

Auf dem iPhone verwendet WhatsApp die Push-Notifications, unter Android ist es „Always on“ mit Hinweisen in der oberen Menüzeile.

Was man damit machen kann: Chatten mit Textnachrichten und zudem Fotos, Videos, Sprachnotizen, Kontaktdetails anhängen sowie den eigenen geografischen Standort senden. Ferner kann man seinen eigenen Status für alle sichtbar vorgeben. Etwa „Bitte nicht stören“. Mit zwei grünen Häkchen neben einer Nachricht sieht man, dass sie an das Telefon des Gegenüber gesendet wurde.

WhatsApp ist sehr populär, in den vergangenen Wochen konnte ich quasi jeden Tag neue WhatsApp-Kontakte in meiner automatisch aktualisierten Favoritenliste sehen.

Probleme: Wer mehrere Smartphones gleichzeitig im Einsatz hat, bekommt gegebenenfalls eine Fehlermeldung und / oder muss sich neu registrieren.

Kik

Kik ist ein Newcomer und quasi aus dem Stand heraus sehr erfolgreich. Seit dem Start im Oktober hat das kleine Unternehmen drei Millionen Mitglieder gewonnen. Und es wird von Blackberry-Hersteller RIM seit Anfang Dezember verklagt. Mashable hat Kik auf seine Liste der „10 Apps to Watch in 2011“ gesetzt.

Always online: Kik für Kurznachrichten

Die App läuft unter iOS und Android, sie ist gratis. Im Unterschied zu WhatsApp werden andere Kontakt mit vorhandenem Kik nicht über die Mobilfunknummer, sondern über die E-Mail-Adresse identifiziert. Man wählt einen Kik-Benutzernamen und kann andere Kik-User a) über ihren Benutzernamen oder b) über einen Adressbuchabgleich hinzufügen.

Kik dient derzeit nur dem Text-Chat, es gibt keine weiteren Extras. Allerdings zeigt die App, und das ist ihre Besonderheit, ob eine Nachricht a) zugestellt und b) gelesen wurde. Ferner: ob das Gegenüber gerade am Tippen ist.

Wie WhatsApp verwendet auch Kik auf dem iPhone die Push-Notifications und ist unter Android permanent im Hintergrundbetrieb online.

Datenkosten

Und hier der Disclaimer: Wer mit dem Smartphone jenseits der eigenen vier Wände und des heimischen W-Lan chattet, verursacht in den Mobilfunknetzen Datenkosten. Zwar ist das Volumen für ein paar Sätze denkbar klein, aber ohne Datenvertrag kann das Ganze doch ins Geld gehen. Insbesondere im Ausland. WhatsApp und Kik stellen keine weiteren Gebühren in Rechnung.

Zwischen Hingabe und Präzision

Neulich beim Mercedes-Händler. Der ältere Kunde, wir schätzen ihn auf jugendliche 75 Jahre, holt einen nagelneuen CLS 350 ab. Fein herausgeputzt steht das Coupé im Hof, und der Verkäufer beginnt mit seiner Einweisung. Rund eine Stunde hören wir mit halbem Ohr zu, unser Auto wird derweil in der Werkstatt geprüft. Was das Fahren und die Mechanik betrifft, ist alles Wichtige schnell gesagt. Und dann geht es an die Erklärung des Comand-Systems für Routenführung, HiFi und Telefonie. „So geben Sie das Ziel ein, da geht es zurück ins Hauptmenü, mit dieser Taste starten Sie …“ und so weiter. Der stolze Neuwagenbesitzer wird langsam ungeduldig. Er will vermutlich den Sechszylinder sofort auf den engen Straßen des Taunus ausfahren, die Leistung und Leidenschaft von mehr als 300 PS spüren und eine scharfe Prüfung auf Exaktheit und Funktion vornehmen. Wir können ihn verstehen und leiden mit. Dieses Auto muss bewegt werden. „Zeigen Sie ihm doch endlich die Sprachbedienung“, möchten wir am liebsten den Verkäufer in seinem Redeschwall unterbrechen. Damit hätte sich das ganze Hin und Her sofort erledigt. Denn die Spracherkennung arbeitet bei den deutschen Premiumherstellern mittlerweile verblüffend gut. „Ziel eingeben, Frankfurt, Hellerhofstraße“, das ist schon alles. Ältere Autofahrer profitieren davon ungemein. Sie können sich wieder mit allen Sinnen einer Fahrt zwischen Hingabe und Präzision widmen.

Terminal Mode: Smartphone-Inhalte im Auto

Wie überträgt man Musik, Navi-Daten und andere Inhalte vom Smartphone ins Auto? Den Ansatz von Nokia zeigt dieses Video. Man kann Smartphone-Apps auf dem Display der Kommunikationsanlage des Autos laufen lassen und dabei das gewohnte Interface des Fahrzeugs zur Bedienung nutzen. Was man auf dem Smartphone sieht, zeigt die Infotainment-Anlage des Autos. Auf diese Weise sollen auch zahlreiche neue Apps rund um die Mobilität entstehen, denn Terminal Mode soll ein offener Standard werden, es nutzt bewährte Protokolle wie UPnP, Bluetooth und andere. Bei den Fahrzeugherstellern sind mit dabei: Audi, BMW, Mercedes-Benz, Porsche und Volkswagen.

Google, Android, und das Wirrwarr bei der Spracherkennung

Die Sprachsuche ist der Knüller und ändert unseren Umgang mit Smartphones

Spracherkennung ist „das nächste große Ding“. Am Windows-PC funktioniert sie sehr ordentlich, und nun kommt Spracherkennung aufs Smartphone. Wer sich mit dem Android-Betriebssystem beschäftigt, stellt schnell fest, dass unterschiedliche Spracherkenner im Einsatz sind. Hier ein Blick auf die einzelnen Apps und ihre Leistungsfähigkeit. Das Ganze habe ich mit dem neuen Google Nexus S und Android 2.3 ausprobiert.

Ein kleiner Hinweis vorab: Man achte auf die richtige Einstellung der Eingabesprache. Und zwar unter Einstellungen, Spracheingabe- und ausgabe, Spracherkennungseinstellungen und Sprache. Deutsch ist zweimal vorhanden, einmal Standard – Deutsch (Deutschland) und etwas tiefer Deutsch (Deutschland).

1. Sprachwahl. Nach dem Start kommt „Jetzt sprechen“, und es sind einige Hinweise zu sehen, was man sagen kann, etwa „Max Schmidt anrufen“. Man kann auf diese Weise auch Programme öffnen. Allerdings ist die Erkennungsleistung in deutscher Sprache  so schlecht, dass bei meinen Experimenten nicht einmal ein einziges Kommando richtig erkannt wurde.  Wenn man als Erkennungssprache „Englisch“ einstellt, funktioniert’s etwas besser, aber alles andere als perfekt. Nach meiner Einschätzung findet eine Erkennung lokal auf dem Gerät statt. Wer mit Apples iPhone oder Nokia-Geräten vergleicht, wird hier die Schulnote „mangelhaft“ vergeben.

2. Spracherkennung beim Schreiben von SMS und E-Mail. Im Eingabefeld auf das kleine Mikrofonsymbol der virtuellen Tastatur tippen, „jetzt sprechen“ erscheint — und loslegen. Wenn man fertig ist, aufhören. Die Audiodatei wird auf Google-Servern transkribiert, also nicht lokal. Zu Hause im W-Lan ist das kein Problem, aber unterwegs muss man auf Datenkosten achten und kann schon bei kurzen Unterbrechungen der Datenverbindung sein Diktat verlieren.

Die Erkennungsleistung ist ganz ordentlich, bei deutscher Sprache werden allerdings Satzzeichen nicht erkannt, bei englischen Diktaten durchaus.  Das Problem hier: Man weiß nicht, wie lange man sprechen kann. Und wenn man zu lange spricht, gibt es eine Fehlermeldung und man kann von vorn anfangen. Wenn dieser „Serverfehler“ nicht wäre, würde ich die Schulnote „befriedigend“ geben.

3. Sprachsuche: Dieser Erkenner ist der Knüller. Am besten gleich auf die Startseite legen. Das Programm erfüllt nur eine Aufgabe: gesprochenen Text zu transkribieren und an den Browser übergeben. Die Resultate sind atemraubend gut.

Einige Beispiele, was 100% richtig bei mir erkannt wurde:

„Veranstaltungen heute in Bad Homburg oder Kronberg oder Taunusstein“

„Wikipedia VW Käfer“.

„Das Kinoprogramm in Ober-Mörlen übermorgen“

„Wirtschaftsredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Ist sich der Erkenner nicht ganz sicher, blendet er verschiedene Alternativen ein, und man kann mit einem Fingertipp auswählen. Auch hier wird auf Google-Servern transkribiert, Nebenwirkungen und Einschränkungen siehe oben.

Diese Sprachsuche ändert den Umgang mit dem Smartphone. Es wird zur Auskunftsmaschine: Ein Handgriff, eine Frage diktieren, und schon hat man die Antworten aus dem Internet auf seinem Display.

4. Google Übersetzer: Diese App arbeitet mit der Erkennungsmaschine von 2., siehe oben, und übersetzt das Erkannte gleich in andere Sprachen, gegebenenfalls auch mit einer Sprachausgabe (Text wird mit einer synthetischen Stimme vorgesprochen). Kann sehr cool und nützlich im Auslandsurlaub sein, aber man sollte auf die Datenkosten achten. Einige Screenshots hier bei TechCrunch.

Ausblick:

Ein guter Spracherkenner benötigt ein gewisses Training und persönliche Nutzerprofile. Die Software muss sich an die Eigenheiten des Sprechers gewöhnen. Bislang ist die Google-Spracherkennung sprecherunabhängig, und sie lernt nichts dazu. Mit einem Nutzerprofil lässt sich die Erkennungsleistung signifikant erhöhen. Google beginnt deshalb in den Vereinigten Staaten bei der amerikanischen Spracherkennung mit dem Anlegen solcher Profile. Das alles hat nichts mit Datensammelwut zu tun, es geht nur um die Erkennungsleistung.

Spannend dürfte Spracherkennung mit Android werden, wenn die ersten Nuance-Apps verfügbar sind. Nuance ist der Marktführer in diesem Bereich und Hersteller von Dragon NaturallySpeaking. Die Nuance-App fürs iPhone und iPad („Dragon Dictation“) ist deutlich leistungsfähiger als die aktuelle Google-Spracherkennung.

Rätselhaftes Googlemail-Problem mit dem iPhone 4

Ich habe einen Googlemail-Account auf meinem iPhone 4 eingerichtet, nur die E-Mail wird synchronisiert. Seit heute morgen sehe ich auf dem iPhone nur die ungelesenen Nachrichten (auch sehr alte aus dem vergangenen Jahr) und nicht mehr alle letzten, wie zuvor. Auch wenn ich unter „Accounts“ auf diesen Account gehe und dort unter dem Ordner „Google Mail“ auf „Alle Nachrichten gehe“, sind nur die ungelesenen neuen und uralte ungelesene sichtbar. Meine Standardeinstellung beim Mail-Abruf ist: „Anzeigen letzte 50 E-Mails“. Habe den Account schon mal gelöscht und wieder neu eingerichtet, das ändert aber nichts. Hinweise?

Test: MMI im Audi A1 (2010)

Nein, er ist keine gewöhnliche Vierradware, er mag zwar klein sein, ist aber keineswegs billig. Der Audi A1 fährt im Kleinwagensegment, hat jede Menge Technik vom VW Polo, trägt aber auch Gene der Größe in sich, vor allem in Sachen Kommunikation. Um schnell auf den Punkt zu kommen: Kein anderer in dieser Klasse bietet auch nur annähernd so viel. Man hat ihm nahezu das gesamte MMI-Programm der großen Brüder mitgegeben, das Gebotene ist überragend – und natürlich ein Mittel der Distinktion gegenüber der Konkurrenz. Hinsichtlich Navigation, HiFi, iPod-Anbindung und Telefonie bekommt man im Audi A1 Spitzentechnik ohne Wenn und Aber, also ein High-Tech-Fahrzeug im kompakten Format.

Coverflow: Musik für Feinschmecker (Fotos Spehr)

Die Qual der Wahl besteht in zwei Ausstattungsvarianten: Das auf den ersten Blick günstige „Navigationspaket“ schlägt zwar mit nur 1160 Euro zu Buche, dazu kommen aber als Pflichtprogramm die Radioanlage Concert (425 Euro), das Multifunktions-Sportlederlenkrad (130 bis 390 Euro) und das monochrome Fahrerinformationssystem zwischen Tachometer und Drehzahlmesser (180 Euro). Wer unterwegs freisprechend telefonieren will, benötigt ferner die Bluetooth-Schnittstelle für weitere 570 Euro. Flugs ist man bei mindestens 2500 Euro gelandet, und spätestens dann, so spekuliert wohl das Audi-Marketing, wird man einen Blick auf das große MMI Plus werfen, das 2650 Euro kostet und ebenfalls das Fahrerinformationssystem sowie das Multifunktionslenkrad erfordert. Also mehr als 3000 Euro für die Elektronik in einem Fahrzeug, das mit dem kleinsten Motor (1.2 TFSI) 15 800 Euro kostet. Aber wer kauft schon ein nacktes Fahrzeug? Die Aufpreisliste ist auch jenseits der Elektronik lang und verführerisch. Unser Testwagen mit dem 1,4-Liter-Motor und 90 kW (122 PS, Grundpreis mit Automatik 19 000 Euro), lag mit allem Drum und Dran bei fast 35 000 Euro, also ein kleines Auto zum Preis eines großen, und dann kann man auch MMI Plus getrost mitnehmen.

Es lohnt sich: Die Software entspricht nahezu dem aktuellen System im neuen Audi A8, nur bei der Hardware macht man Kompromisse: Der Monitor, der wenig elegant aus dem Armaturenbrett hervorguckt, lässt sich nicht motorbetrieben, sondern nur von Hand ein- und ausklappen, er ist zudem im Blickwinkel nicht justierbar – und mit einer Diagonale von 16,5 Zentimetern etwas kleiner. Auch der Controller als zentrales Bedienelement weist nicht die gewohnte Größe auf, rastet aber satt ein und macht hinsichtlich Haptik und Anmutung einen ordentlichen Eindruck. Vier Softkeys rund um den Drehsteller übernehmen kontextabhängig bestimmte Funktionen. In die Hauptmenüs führen acht eindeutig beschriftete Tasten, und mit „Back“ kommt man jeweils eine Ebene zurück. MMI Plus ist leicht und eingängig zu bedienen, es arbeitet zudem schnell und zuverlässig. Wer mit dem System etwas mehr vertraut ist, nutzt die Sprachsteuerung von Nuance, sie arbeitet auf dem Niveau des A8 und erlaubt nicht nur die Namenwahl von Telefonbucheinträgen ohne vorheriges Training, sondern auch das Erfassen von Straße und Ort eines Ziels „in einem Rutsch“.

Die Zentrale: MMI im Audi A1

Der Copilot erledigt seine Aufgabe mit Bravour. Die Bildschirmdarstellung ist präzise und stets eindeutig. Eine Mini-Karte für Kreuzungen und Fahrspurassistenten gehören zur Ausstattung. Bei Bedarf lassen sich vor Beginn der Fahrt drei verschiedene Strecken berechnen, eine davon soll besonders verbrauchsgünstig sein. Und nun zeigt Audi in der Karte auch Hinweise zum aktuell geltenden Tempolimit, es handelt sich allerdings um historische Daten des Kartenherstellers. Eine kameragestützte Erfassung der Verkehrszeichen fehlt ebenso wie eine Warnung bei der Überschreitung des Limits. Ein schönes und sinnvolles Extra ist wiederum TMC Pro, es werden also die Premium-Verkehrsinformationen angezeigt und zwecks Stauvermeidung ausgewertet.

Auch bei HiFi und Multimedia bietet der A1 die große Offenheit für unterschiedliche Systeme. Am einfachsten gelingt die Musikwiedergabe von einer handelsüblichen SD-Speicherkarte, wie sie derzeit bis 32 Gigabyte erhältlich sind. Gleich zwei davon lassen sich verwenden, genug Platz für mehr als 1000 Alben. Wer sich nicht um die Umwandlung des Musikbestands ins MP3-Format kümmern will, kann diese Pflichtübung von MMI erledigen lassen: Bis zu 20 Gigabyte stellt die Jukebox genannte Festplatte für Musik parat, die Titel von der CD werden automatisch ins MP3-Format eingedampft, und die Albendarstellung à la Apples „Coverflow“ ist spektakulär. Wer einen externen Musikspieler einsetzen will, schließt ihn entweder mit einem Adapterkabel an oder nimmt die Bluetooth-Übertragung A2DP, die von vielen Smartphones unterstützt wird. Wir hatten mit dem iPhone 4 keinerlei Probleme, störend ist indes, dass sich die HiFi-Anlage zu Beginn der Fahrt auch dann einschaltet, wenn man sie beim Verlassen des Fahrzeugs ausgeschaltet hatte. Alles andere rund um die Telefonie funktioniert mustergültig und einwandfrei. Dass das Sim-Access-Profil für Bluetooth nicht vorhanden ist, mag den Vieltelefonierer stören, ein Internetzugang fehlt ebenfalls. Aber wir reden ja hier von einem Kleinwagen, das sollte man nicht vergessen. (F.A.Z. vom 14.12.10)