Messenger statt teurer SMS: WhatsApp und Kik für iOS und Android

SMS im Mobilfunk sind viel zu teuer. Wenn man die geringe Datenmenge für jede Kurznachricht in einen Kilobyte-Preis umrechnen würde, kämen abenteuerliche Summen (und Einnahmen für die Netzbetreiber) dabei heraus. Die Alternative sind Chat- oder Messenger-Systeme, die es schon sehr lange gibt. Man denke an ICQ, Windows Live oder den AOL Instant Messenger AIM, die sowohl am PC wie auch mit entsprechender Zusatzsoftware auf mobilen Geräten laufen.

Ich habe zwei interessante Programme für Apples iOS und Android ausprobiert, Kik und WhatsApp. Letzteres ist die ältere App, sie läuft auch auf dem Blackberry und in einer Beta-Version auf Geräten mit Symbian S60, dem Nokia-Betriebssystem.

WhatsApp

WhatsApp kostet 79 Cent in der iPhone-Variante und steht für Android gratis zur Verfügung. Nach der Installation benötigt man keinen Nutzernamen, sondern wird vielmehr mit einer SMS und seiner eigenen Rufnummer registriert. Der Vorteil: Die Kontaktaufnahme mit anderen WhatsApp-Nutzern ist einfach und über einen Rufnummernabgleich des eigenen Telefonbuchs sieht man sofort, wer ebenfalls WhatsApp installiert hat. Man muss sich nicht An- und Abmelden und benötigt keine neue Kontaktliste.

Für Plaudertaschen: WhatsApp auf dem iPhone 4 (Fotos Spehr)

Auf dem iPhone verwendet WhatsApp die Push-Notifications, unter Android ist es „Always on“ mit Hinweisen in der oberen Menüzeile.

Was man damit machen kann: Chatten mit Textnachrichten und zudem Fotos, Videos, Sprachnotizen, Kontaktdetails anhängen sowie den eigenen geografischen Standort senden. Ferner kann man seinen eigenen Status für alle sichtbar vorgeben. Etwa „Bitte nicht stören“. Mit zwei grünen Häkchen neben einer Nachricht sieht man, dass sie an das Telefon des Gegenüber gesendet wurde.

WhatsApp ist sehr populär, in den vergangenen Wochen konnte ich quasi jeden Tag neue WhatsApp-Kontakte in meiner automatisch aktualisierten Favoritenliste sehen.

Probleme: Wer mehrere Smartphones gleichzeitig im Einsatz hat, bekommt gegebenenfalls eine Fehlermeldung und / oder muss sich neu registrieren.

Kik

Kik ist ein Newcomer und quasi aus dem Stand heraus sehr erfolgreich. Seit dem Start im Oktober hat das kleine Unternehmen drei Millionen Mitglieder gewonnen. Und es wird von Blackberry-Hersteller RIM seit Anfang Dezember verklagt. Mashable hat Kik auf seine Liste der „10 Apps to Watch in 2011“ gesetzt.

Always online: Kik für Kurznachrichten

Die App läuft unter iOS und Android, sie ist gratis. Im Unterschied zu WhatsApp werden andere Kontakt mit vorhandenem Kik nicht über die Mobilfunknummer, sondern über die E-Mail-Adresse identifiziert. Man wählt einen Kik-Benutzernamen und kann andere Kik-User a) über ihren Benutzernamen oder b) über einen Adressbuchabgleich hinzufügen.

Kik dient derzeit nur dem Text-Chat, es gibt keine weiteren Extras. Allerdings zeigt die App, und das ist ihre Besonderheit, ob eine Nachricht a) zugestellt und b) gelesen wurde. Ferner: ob das Gegenüber gerade am Tippen ist.

Wie WhatsApp verwendet auch Kik auf dem iPhone die Push-Notifications und ist unter Android permanent im Hintergrundbetrieb online.

Datenkosten

Und hier der Disclaimer: Wer mit dem Smartphone jenseits der eigenen vier Wände und des heimischen W-Lan chattet, verursacht in den Mobilfunknetzen Datenkosten. Zwar ist das Volumen für ein paar Sätze denkbar klein, aber ohne Datenvertrag kann das Ganze doch ins Geld gehen. Insbesondere im Ausland. WhatsApp und Kik stellen keine weiteren Gebühren in Rechnung.

4 Antworten auf „Messenger statt teurer SMS: WhatsApp und Kik für iOS und Android“

  1. Ich bin mittlerweile Fan von solchen Programmen. Leider gibt es immer noch dutzende Leute in meinem Bekanntenkreis, die lieber Unsummen an SMS Kosten zahlen anstatt sich mit dem mobilen Internet zu beschäftigen.
    Die Programmliste lässt sich aber noch deutlich ausbauen. –> http://krz.ch/vTGH
    Leider hat KIK Messenger ein Sicherheitsrisiko. Die Zugangsdaten werden unverschlüsselt übertragen.

    mfg Bätschman

  2. Man sollte auch noch erwähnen dass Whats App für Android Nutzer nur im ersten Jahr kostenlos ist und danach 1,99$ pro Jahr kosten soll. (steht zumindest so im Android Market)

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