Test: Navi-System im Hyundai ix 35

Nur keine Panik: Die opulente Anleitung lässt eine abendfüllende Lektüre erahnen, und mancher befürchtet, sich im Dickicht der Menüs und Möglichkeiten zu verirren. Die Rede ist vom Radio-Navigationssystem im Hyundai ix 35, dem Koreaner im Reich der Gelände-Riesen, der uns zwei Wochen lang sicher durch den Schnee bewegte.

Mit und für Apple: Navi-System mit Bluetooth-Freisprecher im Hyundai (Foto: Hersteller)

Die Kommunikationstechnik zählt zu den wenigen Extras der knapp ausgefallenen Zubehörliste. Schon in der kleinsten Ausstattungsvariante „Comfort“ gehört ein Radio mit Anschluss für MP3-Spieler und Bluetooth-Freisprechanlage zur Serienausstattung, was wir doch sehr lobenswert finden. Zum Routenführer mit Farbdisplay bekommt man zudem eine Rückfahrkamera, und die Technik ist ungeachtet der dicken Anleitung überaus einfach zu bedienen. Fünf Tasten jeweils links und rechts der Anzeige sind selbsterklärend, den Rest übernimmt der Finger auf dem berührungsempfindlichen Display. Ein Bluetooth-Telefon lässt sich problemlos ankoppeln, fortan stehen Telefonbuch und Anruflisten auf dem Monitor zur Verfügung, und eine Spracherkennung gehört ebenfalls dazu. Externe Musikspieler nehmen mit USB oder einem 3,5-Millimeter-Klinkenstecker den Kontakt zur HiFi-Abteilung auf, ein iPod von Apple lässt sich mitsamt Wiedergabelisten und Titelinformationen in das Menüsystem des Hyundai integrieren – mit dem iPhone 4 funktionierte das allerdings nicht (und es gibt auch keine drahtlose Musikübertragung mit dem Bluetooth-Profil A2DP).

Das Navi wiederum bietet eine ordentliche Mittelklasse-Ausstattung und überzeugt mit seiner schnörkellosen Anmutung. Das Ziel ist flink eingegeben, schnell werden drei verschiedene Routen berechnet und auf der Karte angezeigt. Während der Fahrt sieht man wahlweise nur die Landkarte (zwei- oder dreidimensional) oder Karte und Abbiegehinweise im „Split-Screen“-Modus nebeneinander. Fahrspurassistenten auf der Autobahn und eingeblendete Hinweise auf das aktuell geltende Tempolimit sind die beiden wichtigsten Extras dieser Anlage. Die Spracherkennung kann man leider nicht zur Zieleingabe verwenden, und der Abruf von Verkehrsinfos ist etwas umständlich. Aktuelle Meldungen auf der Route werden unmittelbar gezeigt, und mit einem Fingertipp sucht der Kopilot eine Umleitung. Basis der Verkehrsdaten ist das Gratis-System TMC, das kostenpflichtige TMP Pro ist im Hyundai ix 35 nicht zu haben. Weitere Kritik: Die akustischen Ansagen könnten durchaus Feinschliff vertragen („Folgen Sie acht Kilometer der Streckenführung“), kommen aber in der Regel punktgenau. Alles in allem arbeitet der elektronische Routenführer ordentlich, man kommt sicher ans Ziel. Nur der Preis von 1720 Euro (für die Varianten Style und Premium) ist deutlich zu hoch. Rechnet man die üppige Serienausstattung mit ein, ist das Gesamtpaket jedoch überzeugend. (F.A.Z. vom 28.12.10)