Erste Eindrücke auf der Cebit: Motorola Xoom, der iPad-Rivale

Ich konnte am Montag auf der Cebit das Motorola Xoom in einer europäischen Variante einige Zeit ausprobieren, und meine Fragen haben die Motorola-Pressestelle und ein Entwickler beantwortet. Ergänzend siehe auch heise.de. Das Gerät war ein Arbeitsgerät des Entwicklers mitsamt eingerichtetem E-Mail-Account und etlichen Apps. Es lief rund, keine Abstürze oder unvorhergesehene Zwischenfälle.

Motorola Xoom: Der iPad Rivale (Foto Hersteller)
  • Mechanischer Eindruck: sehr gut, dem iPad in jedem Falle ebenbürtig, ordentlich verarbeitet. Die Rückseite ist aus Metall. Ein- und Ausschalter auf der Rückseite, oben ein Kombi-Slot für Micro-SD-Speicherkarten und Sim-Karte. Unten Micro-USB und Mini-HDMI. Wie das iPad: schwer (über 700 Gramm).
  • Das von der Telekom ab Ende April für drei Monate exklusiv vertriebene Gerät hat keinen Sim- oder Net-Lock. Es soll ohne Vertrag 700 Euro kosten.
  • Es wird eine Version mit GSM/UMTS-Modul sowie W-Lan geben und eine zweite Variante nur mit W-Lan. Die Variante ohne Mobilfunk wird ab Ende April regulär im Handel sein, hier gibt es keinen Exklusiv-Vertrieb der Telekom. Beide Versionen haben GPS und ein Gyroskop eingebaut.
  • Motoblur = die Motorola-Erweiterung von Android, kommt zunächst nicht auf das Xoom. Gott sei Dank!
  • Rund 90 Prozent der vorhandenen Android-Apps laufen auch mit Android 3.0 auf den Tablets.  Die Darstellung wird hochskalisiert, wie bei iPhone-Apps auf dem iPad. Das sieht nicht immer toll aus (sehr breite Eingabezeilen), funktioniert aber.
  • Wie beim iPad laufen alle Apps im Vollbild-Modus. Es ist also nicht möglich, ein Fenster zu skalieren, um z.B. neben dem Browser das E-Mail-Fenster einzublenden. Allerdings gibt es Widgets für die (maximal 5) virtuellen Bildschirme, die wie eine Fenster-Darstellung aussehen (E-Mail, Kalender). Dergleichen gibt es beim iPad nicht. Widget-Fläche lässt sich nicht verändern.
  • Sehr spektakulär: YouTube mit Preview-Fenstern der Videos.
  • Kalender, E-Mail und Kontaktverwaltung profitieren ungemein von Honeycomb, das sieht ganz anders aus als auf dem Galaxy Tab, sehr schön, sehr übersichtlich, sehr funktional. E-Mail mit Priority Inbox bei Googlemail-Konten, Filtern und Farb-Markierungen. Kontakte im Adressbuch lassen sich nach den Nachnamen sortieren.
  • Echtes durchgängiges Multitasking, neue E-Mail und andere Ereignisse werden in der Hinweisleiste unten rechts unmittelbar angezeigt. Und vor allem werden eben Dienste im Hintergrund im Unterschied zu iPad abgearbeitet, man kann an der E-Mail weiterarbeiten, während ein Video lädt.
  • Android Market lief noch nicht.
  • Mit dem Xoom kann man nicht über Mobilfunk telefonieren, nur mit Voip oder Skype. Google Talk hat Videotelefonie, Skype noch nicht.
  • Die virtuelle Tastatur gefällt, man kann sogar zwei Tasten gleichzeitig drücken, also etwa die Shift-Taste festhalten und dann tippen.
  • Bluetooth-Tastatur geht, BT-Headset für Voip-Telefonate geht, BT-Maus anschließbar, BT A2DP für Musik ist dabei (diese Punkte haben wir nicht ausprobiert).
  • Die Micro-SD-Karte ist zum Marktstart nicht ansprechbar. Motorola will eine Erweiterung von Android 3.0 für Speicherkarten nachliefern. Andere Android 3.0-Tablets haben keinen Speicherkarten-Slot.
  • Gesamteindruck: Ein tolles, spannendes Gerät, endlich mal ein ernst zu nehmender iPad-Rivale.  Wenn das finale Produkt so gut ist wie das gezeigte, wird es eine Frage des persönlichen Geschmacks sein, ob man zum iPad greift oder zu einem Android-3.0-Tablet. Wie bei den Android-Smartphones sind die sofort erscheinenden Hinweise auf neue Ereignisse ein klarer Pluspunkt gegenüber iOS 4. Und natürlich kann man das Xoom mit USB oder Micro-SD-Karte sofort mit Medien und Daten bestücken, der Umweg über iTunes am PC entfällt.

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