Gedankenspiel: Nokia gibt Symbian auf und wechselt zu Microsofts Windows Phone 7

Meine bescheidene Einschätzung, ich gehe mal davon aus, dass alle Hintergründe bekannt sind. Demnach will angeblich der finnische Patient sein betagtes Symbian-Betriebssystem aufgeben und zu Microsofts Windows Phone 7 (WP7) wechseln. Was wären die Folgen?


  • Die Mitarbeitermotivation bei Nokia ist im Keller. Aber gründlich.
  • Symbian ist tot. Mausetot.
  • Das mit Intel entwickelte Betriebssystrem MeeGo ist tot.
  • Nokia wird zu einem von vielen Herstellern von WP7-Smartphones.
  • Bislang ist der Marktanteil von WP7 verschwindend klein, obwohl es im Prinzip ganz gut ist. Mit diesem Deal würde der Marktanteil von WP 7 deutlich steigen.
  • Aber die Bedeutung der Marke Nokia nähme dramatisch ab, zumal WP 7 so gestrickt ist, dass es im Unterschied zu Android kaum Luft für Hersteller-spezifische Anpassungen bietet.
  • Die zahlreichen Ovi-Dienste würden fast ausnahmslos verschwinden, weil sie schlichtweg überflüssig wären. Mail, Exchange-Anbindung, App Store und so weiter: das alles kann Microsoft besser und ist in WP 7 schon vorhanden.
  • Aus der Ovi-Familie könnte vermutlich nur die Nokia-Navigation „Maps“ / „Karten“ gerettet werden.
  • Nokia hat bislang keine Smartphones mit hochauflösendem (800 x 480 Pixel) Display im Angebot. Bestünde Nokias Strategie dann vielleicht darin, billige „Brot und Butter“-Smartphones für Wachstumsmärkte wie China oder Indien herzustellen?
  • Der Gewinner dieses Kurswechsel wäre an erster Microsoft, nicht Nokia.

3 Antworten auf „Gedankenspiel: Nokia gibt Symbian auf und wechselt zu Microsofts Windows Phone 7“

  1. Nokia hat bislang keine Smartphones mit hochauflösendem (800 x 480 Pixel) Display im Angebot. Bestünde Nokias Strategie dann vielleicht darin, billige “Brot und Butter”-Smartphones für Wachstumsmärkte wie China oder Indien herzustellen?

    Das wird ohnehin eine zu beobachtende Entwicklung. Das Smartphone wird das „Handy“ beerben. Einige Firmen haben ihre Entwicklung bereits darauf eingestellt. Warum nicht auch Nokia, das dort ohnehin bisher einen guten Stand hatte und noch hat? – Welches OS sich dann dort durchsetzen wird…? – das Robustere, also das womit Nokias Symbian einst wuchten konnte. Mit der Hardware sowieso.

  2. Aus ökonomischer Sicht ist zweifellos der Billigmarkt der interessanteste. Durchschnittlicher VK von Apples iPhone: 625 Dollar pro Stück. Durchschnittlicher VK eines Nokias (Handy, Smartphone): 94 Dollar. Und in naher Zukunft: VK eines Billig-Android-Smartphones: 100 Dollar. Oder anders ausgedrückt: Jedes bessere Mobiltelefon ist demnächst ein Smartphone.

  3. Wer zukünftig Marktmacht und damit technischen Einfluss erlangen oder erhalten will, kommt um die aufstrebenden Märkte Südamerikas, Asiens und Afrikas nicht herum. Sich dort zu profilieren ist auch erklärtes Ziel, sowohl von Google http://bit.ly/epXCCk als auch von Nokia http://yhoo.it/hdUkDg
    Google wirkt hier für meinen Geschmack entschlossener. Und ein Vorteil für Nokia in der Allianz mit Intel bei MeeGo ist momentan überhaupt noch nicht erkennbar, schon deshalb nicht, weil z.Zt. alles in Richtung ARM strebt. Dennoch scheint mir die technische Basis von MeeGo interessanter, sowohl als jene von Symbian, als auch von Windows Phone 7. Aber die Zeit spielt gegen Nokia.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.