Mehr als nur ein Nachahm-Pad: Erste Einschätzung des HTC Flyer

Der kleine Tablet PC: HTC Flyer (Foto Hersteller)

Blickt man auf die großen Tablet-Neuheiten des MWC in Barcelona, zeigt sich vor allem eins: Fast alle Mitbewerber (Motorola Xoom, Samsung Galaxy Tab 10.1, LG Optimus Pad) orientieren sich am großen Vorbild des Apple iPad, was die Bauform, die kapazitive Display-Technik, die Auflösung des Bildschirms und die Bedienung mit dem Finger betrifft. Nur sind die neuen Modelle mit Doppelkern-Prozessoren deutlich schneller.

Vielleicht beschreitet HTC aus genau diesem Grund ganz andere Wege: Der Flyer aus Taiwan ist (wie das erste Samsung Galaxy Tab) ein besonders kompakter Tablet PC, der nur 420 Gramm wiegt und bei einer Bildschirmdiagonale von 17,8 Zentimeter mit 1024 x 600 Pixel auflöst. Also ein Gerät im Taschenbuch-Format, das zwar mit dem Smartphone-Android 2.4 in den Handel kommt, aber in erster Linie durch die Sense genannten Erweiterungen von HTC auftrumpfen will. Mit einem Spezialstift soll man auf dem Display schreiben können, und gleichzeitig kann man eine Besprechung akustisch aufzeichnen. Tippt man später auf eine geschriebene Notiz, hört man sofort die Tonaufzeichnung an der Stelle der Mitschrift. Die Idee stammt übrigens von den Livescribe-Kugelschreibern.

Ein weiteres pfiffiges Detail ist die Synchronisation mit Evernote, einem sehr populären Notizdienst, der auf vielen Smartphones läuft und sämtliche Daten in der „Cloud“ speichert. Aus der Wolke des Internet holt sich der Flyer ferner Filme und Spiele. Das Gerät nutzt einen Singlecore-Prozessor von Qualcomm, der mit 1,5 Gigahertz läuft. 32 Gigabyte Speicher stehen bereit, mit Micro-SD-Karten lässt sich der Platz verdoppeln. Das UMTS-Modem schafft maximal 14,4 MBit/s, ferner sind Wireless-Lan, Bluetooth 3.0 und eine 5-Megapixel-Kamera eingebaut. Der Hersteller verspricht eine Laufzeit von vier Stunden bei der Videowiedergabe, Filme lassen sich mit HDMI am TV-Gerät ausgeben – oder mit DLNA drahtlos übertragen. Der Flyer kommt im zweiten Quartal für 700 Euro (UMTS-Variante) in den Handel — ein mutiges Konzept. Das ist mehr als nur ein Nachahm-Pad.

Eine Antwort auf „Mehr als nur ein Nachahm-Pad: Erste Einschätzung des HTC Flyer“

  1. Leider aber immer noch recht teuer mit 700€, zumal die anderen Hersteller dann mit Dual-Core usw. ankommen werden. Am Ende wird sich wohl zeigen müssen, ob die 2.4 Tablet-Sense-UI Oberfläche mit Honeycomb mithalten können wird und wie es um Laufzeit bestellt ist.

    Gabriel, BestBoyZ.

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