Nokia und Microsoft: Diese Ehe wurde nicht im Himmel geschlossen

Diese Ehe wurde nicht im Himmel geschlossen, sondern ist aus der Not geboren. Nokia, vor nicht einmal zehn Jahren der große Visionär und Stratege bei den allerersten Smartphones, verzichtet künftig bei seinen Top-Geräten auf das hauseigene Symbian-Betriebssystem und setzt statt dessen Microsofts Windows Phone 7 (WP 7) ein. Die Vorgeschichte ist bekannt: Einbrüche bei den Marktanteilen seit Jahren, Symbian schien nicht mehr zu retten. WP 7 hingegen ist neu, attraktiv und modern. Aber es setzt sich am Markt nicht durch. Apples iOS und Android dominieren in der Gunst der Kunden, die beiden bilden die Speerspitze des Fortschritts. WP 7 und Microsoft werden gewiss von der am Freitag verkündeten Allianz profitieren. Aber was hat Nokia davon? Symbian geht unter, es wird zum Betriebssystem für Billigprodukte. Auch die Entwickler rund um Nokias Ovi-Welt werden sich zurückziehen. Nur die finnische Navi-Software „Maps“ findet in der neuen Allianz ein sicheres Plätzchen, alles andere hat langfristig keinen Bestand. Denn WP 7 bietet nur wenig Luft für Erweiterungen von Zulieferern und Hardware-Herstellern. Und das ist genau die Rolle, die Nokia künftig einnehmen wird: ein WP-7-Anbieter von vielen, ein Lizenznehmer von Microsoft-Technik, der sich in erster Linie mit guter Hardware behaupten muss. Nokia hat also das Ruder herumgerissen. Nur, in welche Richtung?

3 Antworten auf „Nokia und Microsoft: Diese Ehe wurde nicht im Himmel geschlossen“

  1. Es kommt mir vor, als ob Microsoft Nokia geschluckt hätte. Warum kaufte man Nokia Handy´s ? Weil die Bedienung des Handy´s einfach und selbsterklärend war. Wenn Nokia das Betriebssystem und alles darum aufgibt, was bleibt dann noch. Gute Hardware können andere Firmen besser herstellen. Ein Deal für Microsoft, ein weiterer Abstieg für Nokia!

    1. Kleine Korrektur: Nokia hat nie ein Smartphone veröffentlich, das „einfach und selbsterklärend“ gewesen wäre. Kein einziges.
      Für Nokia ist die Kooperation also vorläufig ein Gewinn, die Möglichkeit besteht, dass zukünftig mal wieder bedienbare Geräte erscheinen.
      Nur in welchem Marktsegment? Der Consumerbereich ist mit iOS und Android satt.
      Wer braucht da ein 3. Betriebssystem?
      Wieso sollte der Markt hier mehr Platz bieten als bei Rechnern(Win&MacOS)?

      Einzig der Business-Bereich bietet noch Luft: WP7 ist aufgrund seiner einfachen Struktur und der wirklich guten LockScreen-Widgets dafür gut geeignet, das bietet kein anderes OS.
      Hier sollte man erstmal ansetzen. Ein Gerät von der Wertigkeit eines N8 mit WP7 wäre ein guter Ansatz um RIM anzugreifen.

      Was mich an der gesamten Debatte über Nokia stört, dass sie wird unter einer ganz falschen Prämisse geführt wird: hier diskutieren überwiegend Ältere, die sich noch an die Hochzeiten Nokias erinnern und der Marke dementsprechend einen- meines Erachtens nach- viel zu hohen Stellenwert zuschreiben, der die Wirklichkeit verklärt.
      Wer mal ein jüngeres Nokia-Smartphone besessen hat wird sich bestimmt erstmal kein weiteres holen. Der Ärger sitzt noch zu tief.
      Und unter Jüngeren muß man die Frage garnicht stellen, da kommt ein Schulterzucken, da verbindet niemand irgendwas mit der früheren Qualität.
      Will sagen: die Marke wird in der Debatte weit überschätzt, Nokia ist nur noch ein Hersteller von vielen, und muß sich nicht Samsung, HTC und Motorola messen, auf Markentreue&Image können die Finnen nicht bauen, dazu haben sie zu lange geschludert.
      Mal schauen, ob Ihnen das bewusst wird und ob irgendwann mal wieder ein Gerät kommt, dem man anmerkt, das „Qualität vor Kosten(hardware- und softwareseitig)“ gegangen ist. So könnte neues Vertrauen gewonnen werden, denn altes gibt es keines mehr.
      Die seeligen „6210-Zeiten“ sind lange vorbei, zu lange. Das sollte man bei wirtschaftlichen Ausblicken bzgl. der Entwicklung dieser Kooperation berücksichtigen. Hier geht es nicht mehr um einen Richtungswechsel, sondern um einen Neuanfang. Mal sehen ob sich die Finnen dessen bewußt sind…

      mobil erstellt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.