Test: Blue & Me im Alfa Romeo Giulietta

La Dolce Vita und das italienische Leben: Der Alfa Romeo Giulietta, der in der Golfklasse fährt und mit seinem Fahrspaß begeistert, lässt sich recht schnell an Grenzen bringen. Nicht auf der Straße, nicht in engen Kurven, wohl aber in Sachen Kommunikationstechnik. Zwei Pakete sind für den flotten Alfa lieferbar, aber nur eins würden wir ungeachtet einiger Mängel mitnehmen. Der Freisprecher Blue & Me mit Sprachbedienung, USB- und Aux-Anschluss im Handschuhfach für 360 Euro hat (leider) kaum etwas mit der Navi-Abteilung (für Preise zwischen 1700 und 2550 Euro) gemeinsam.

Blue & Me: Monochromdisplay zwischen Tacho und Drehzahlmesser (Fotos Spehr)

Blue & Me ist eine ältere Anlage, die Fiat zusammen mit Microsoft entwickelt hat. Sie nutzt ein kleines Monochromdisplay unterhalb von Tachometer und Drehzahlmesser, wird mit den Lenkradtasten und einer Spracherkennung bedient. Neben dem Freisprechbetrieb übernimmt die Anlage auch die Steuerung des Musikprogramms, wobei ein USB-Stick oder ein MP3-Spieler ansprechbar sind. Das iPhone lässt sich nur mit einem zusätzlichen Adapter von Alfa anschließen, der zugleich auch das Laden des Smartphones übernimmt. Zwischen den einzelnen Musiktiteln navigiert man mit den Lenkradtasten oder der Sprachbedienung, Letzteres ist wegen der miserablen Erkennungsleistung allerdings eine Tortur. Auch in der Telefonabteilung ist die Sprachsoftware kein Gewinn. Kaum ein vorgesprochener Name wurde auf Anhieb richtig erkannt, zudem ratterte Blue & Me gleich mit dem Wählvorgang los, anstatt zuvor eine Bestätigung einzuholen. Wer also stattdessen auf den Mini-Bildschirm und die Lenkradtasten zurückgreift, wird sich über die kleinteiligen Menüs und die komplizierte Bedienung ärgern. Einiges funktioniert zudem gar nicht, etwa der Vorleser für neu eingegangene SMS-Nachrichten. Knappes Fazit: Das ist Technik von gestern, zudem fehlt die moderne Bluetooth-Musikübertragung mit dem A2DP-Protokoll. Aber angesichts des günstigen Preises sollte man nicht zu viel meckern. Dank Adapter und Kabel hatten wir unsere Musik im Fahrzeug, und die Akustik der Telefonate war ordentlich.

Das Navi wiederum nutzt einen großen Farbmonitor, der motorbetrieben aus der Mittelkonsole ausfährt und im Neigungswinkel verstellbar ist. Zwar werden einige wenige Telefon-Funktionen hier ebenfalls abgebildet, aber die Integration bleibt rudimentär. Man sieht zwar den Namen des Anrufers auf dem Display, kann dort aber weder im Telefonbuch noch in den Anruflisten blättern. Der elektronische Kopilot leitet (mit Kartenmaterial auf SD-Karte) durch ganz Europa, bietet aber nur eine Basisausstattung ohne jedwede Extras.

Karge Darstellung: Das Navi-System

Die Sprachbedienung bleibt hier ganz außen vor, und die Darstellung auf dem Bildschirm ist äußerst schlicht gehalten. Richtig Spaß machen eigentlich nur die Bordcomputer-Anzeigen des jeweils gewählten Fahrprogramms. Im Dynamic-Modus mit straffer und direkter Lenkung sieht man permanent Motordaten wie den Ladedruck und Informationen zum gewählten Programm (elektronisches Differential, Overboost, Ansprechverhalten von ESP). Ein zweites Menü zeigt, wie im Supersportwagen Nissan GT-R, die aktuellen Kräfte der Quer- und Längsbeschleunigung. Dieses schöne Mäusekino für den sich in den Sitz krallenden Beifahrer macht allerdings die sparsame Ausstattung der Anlage nicht wett: Der Aufpreis ist für das Gebotene deutlich zu hoch.

Test: HTC Flyer

Jetzt geht es Schlag auf Schlag: Nach dem neuen Tablet-PC mit dem Android-Betriebssystem Honeycomb buhlen weitere Flachcomputer um die Gunst der geneigten Kundschaft. Die Tablets sind derzeit ein Verkaufsschlager, das iPad macht es vor. HTC schickt seinen Flyer ins Rennen, ein Gerät, das bereits im Februar präsentiert wurde und nun mit 32 Gigabyte Speicher (erweiterbar durch Micro-SD-Karten) für 500 und 680 Euro im Handel ist. Die teurere Variante bringt ein Mobilfunk-Modul mit, die günstigere verzichtet darauf, nutzt also allein Wireless Lan für den Zugang zum Internet.

Der kleine Tablet PC: HTC Flyer (Foto Hersteller)

Das Konzept des Flyer wirft Gewohntes gründlich durcheinander. Der Androide verwendet das Smartphone-Betriebssystem (2.3.3) und nicht die Tablet-Variante. Er hat zudem den HTC-Aufsatz-Sense, der aber wiederum in einigen Modulen an den Bildschirm von Tablets angepasst ist. Die größte Überraschung ist die Stiftbedienung, allerdings nicht durchgängig, sondern nur für einige Programme. Auch die Bauform weicht von den üblichen Standards ab. Das Gerät misst 19,6 × 12,2 × 1,4 Zentimeter und wiegt lediglich 420 Gramm. Von der Größe her ist es also deutlich kleiner als ein iPad oder eine Honeycomb-Maschine, auch die Bildschirmdiagonale beträgt nur 17,8 statt der üblichen 25 Zentimeter.

Übergroßes Smartphone oder Mini-Tablet?

Man kann den Flyer demnach als übergroßes Smartphone oder Mini-Tablet bezeichnen. Die Display-Auflösung von 1024 × 600 Pixel liegt ebenfalls genau zwischen den beiden rivalisierenden Gerätegattungen, also ein interessantes Produkt. Hardware und Verarbeitungsqualität überzeugen. Die Rückseite besteht aus einer umschließenden Aluminiumhülle, unten und oben sitzen allerdings zwei Plastikkappen. Die obere lässt sich mit viel Kraftaufwand abnehmen und verbirgt den Speicher- und Sim-Karten-Leser. Die untere enthält einen Micro-USB-Anschluss in ungewöhnlicher Bauform, hier lässt sich nämlich auch ein Videokabel einstecken.

Obwohl der Flyer etwas dick wirkt, liegt er gut in der Hand, das Display ist draußen selbst bei hellem Sonnenschein ordentlich ablesbar, zwei Kameras mit 5 und 1,3 Megapixel sind eingebaut, und der Prozessor ist ein flinker Snapdragon von Qualcomm mit 1,5 Gigahertz. Die beiden Stereo-Lautsprecher bieten guten Klang, und als raffiniertes Detail darf der Nachrichtenalarm mit einer LED-Leuchte im Ein- und Ausschalter gelten. Der Flyer lässt sich im Hoch- und Querformat betreiben, die Anzeige und die darunterliegenden Menü-Sensorschaltflächen drehen sich automatisch mit. Allerdings nur in eine Richtung, nach links, im Kopfstand ist das Gerät nicht zu bedienen.

Nach dem Einschalten zeigt sich der Flyer wie ein typisches HTC-Smartphone in Übergröße. Wie beim HTC Sensation kommt die neueste Version von Sense zum Einsatz, die beispielsweise „Kurzeinstellungen“ in der oberen Menüleiste bietet und in der Liste der Apps einen schnellen Zugriff auf die oft gestarteten und selbst installierten. Ein Extra des aktuellen Sense ist auch hier zu sehen: Der Schnellzugriff auf Apps der Wahl vom Sperrbildschirm aus. Man schiebt einfach das entsprechende Icon in den virtuellen Sicherungsring, und schon startet die Anwendung. Wie bei den Smartphones gilt: Sense mit seinen aufwendigen, teils dreidimensionalen Animationen nimmt etliche Systemressourcen in Anspruch, namentlich Speicher und Rechenleistung. Mit „Android pur“ wäre das Gerät deutlich schneller.

Vier Android-Programme profitieren besonders von der höheren Bildschirmauflösung des Flyer: Der Sense-Kalender zeigt im Hochformat eine Zwei-Monats-Übersicht und im Querformat die Übersicht links und Details rechts. Ohne Zweifel ein Gewinn, aber auch hier ist festzuhalten: Der Originalkalender von Android ist besser und liefert beispielsweise in der Wochenansicht deutlich mehr Informationen. Ähnlich die Galerie, die unter Sense „Alben“ heißt, sowie die Adressverwaltung: Der zweigeteilte Bildschirm überzeugt. Am besten gefällt jedoch der Browser, der ein flinkes Umschalten zwischen verschiedenen Fenstern erlaubt. Die entsprechenden „Tabs“ zeigen sich am oberen Bildschirmrand in einer Miniaturansicht, und dank der im Vergleich zum Smartphone höheren Display-Auflösung sieht man mehr. Googlemail muss leider auf den schönen Luxus einer geteilten Darstellung verzichten. Wie es besser geht, zeigt Honeycomb auf den Android-Tablets. Und wie Googlemail werden alle anderen Android-Apps für die Bildschirmauflösung des Flyer hochskaliert. Schick ist etwas anderes, aber es funktioniert.

Unterschiede zu einem Smartphone entdeckt man auf den zweiten Blick. So kann man mit dem Flyer zwar SMS senden und empfangen, aber nicht telefonieren. Videotelefonie mit Google Talk läuft erst von Android 2.3.4 an, hier muss man also zusätzliche Apps bemühen. Ganz neue Flyer-Apps sollen einen Mehrwert bringen, etwa HTC Watch zum Ausleihen von Online-Videos. Noch sind dort allerdings nur acht Trailer zu sehen.

 

Schnell markiert: Dank Stift gelingen solche Anmerkungen

Mit dem Stift auf dem Display kritzeln

Das feine Extra des Flyer ist die Stiftbedienung. Der batteriebetriebene Magic Pen (im Lieferumfang, sonst 50 Euro) wird mit einer eigenen Sensortaste am unteren Bildschirmrand aktiviert. Er arbeitet in zwei Modi: Zum einen kann man in allen Apps „kritzeln“, also auf dem Bildschirm malen. Ein Screenshot mit dem jeweils angezeigten Hintergrund lässt sich als Notiz speichern, mit einer zusätzlichen Tonaufnahme versehen und verschicken. Oder man wählt gleich die Notiz-App und versucht sich auf einem leeren Bildschirm im kreativen Zeichnen. In einem Menü lassen sich verschiedene Stiftformen und -stärken auswählen, vom Zeichenstift über den Malpinsel und den Füllfederhalter ist alles dabei, selbstredend verschiedene Farben. Mit Betätigen einer Taste am Stift wird selbiger zum Radiergummi, das alles ist fein gemacht und mag manchen Künstler begeistern.

Geht es allerdings darum, diese Kombination aus Tablet und Stift für handschriftliche Notizen einzusetzen, zeigen sich schnell Grenzen. Die Bildschirmauflösung ist schlichtweg zu gering, und die notgedrungen auf der Anzeige aufliegende Hand löst immer wieder unbeabsichtigt irgendwelche Aktionen aus. Selbst wenn man sich bemüht, in kleiner Schrift einen Bildschirm zu füllen, passt gerade mal ein Absatz auf eine Seite. Im Vergleich mit anderen Techniken wie dem hier unlängst vorgestellten Smartpen von Livescribe (bei dem man auf Spezialpapier schreibt) ist der Flyer für Notizen nur eine Notlösung. Klug hingegen: Die Anbindung an den populären Notizdienst Evernote, der auch als Android- und iPhone-App läuft.

Alles in allem ist der HTC Flyer ein überzeugendes Produkt. Die Verarbeitungsqualität gefällt, und der Akku bewältigt mühelos zwei Arbeitstage. Die ungewöhnliche Größe macht seinen Reiz aus. Man erhält viel Komfort aus der Tablet-Welt und mit Ausnahme der Telefon-Funktion nahezu alles, was ein modernes Android-Smartphone kann. Für den Pendler in der Bahn mag diese Bauform attraktiver sein als ein iPad- oder Honeycomb-Modell. Von der Stiftbedienung und der Qualität der beiden Kameras sollte man sich nicht zu viel versprechen. Im Vergleich mit dem iPad ist das Gerät allerdings zu teuer.

 

Twitter im Auto. Jetzt!

Einst zwitscherten am Auto höchstens die Reifen – was kein gutes Zeichen war. Jetzt kommt Twitter ins Auto. Diese Woche war das eins der Knallerthemen auf der Nuance-Konferenz rund um das vernetzte Fahrzeug der Zukunft in München. Nuance steht für Spracherkennung. Zugriff auf Nachrichten und soziale Netzwerke soll diese Technik einfach und sicher machen, so wenig Ablenkung wie möglich. Immer vorneweg BMW-Tochter Mini: Twitter-Nachrichten erscheinen in dem riesigen Tachometer-Display des großen Kleinen.

Nachschlag gefällig? Twitter 2.0, sozusagen. Nicht nur Fahrer und Mitfahrer twittern, sondern Autos untereinander. Dafür dürfte die Intelligenz der Bordrechner längst reichen. „Vorsicht auf der B456 bei Usingen, mein Fahrer telefoniert gerade mit dem Handy am Ohr und fährt nur sehr langsam und unkonzentriert“, könnte der blaue VW Polo an die Fahrzeugschlange hinter ihm zwitschern. Und wenn sich erst die Autos tatsächlich vernetzen – etwa in der Innenstadt: „Achtung, Ecke Louisenstraße, Lerchenweg, Politessen im Anmarsch.“ Ein Auto nach dem anderen könnte diese Warnung im Umkreis „retweeten“ (wiederholen) und ganz vorn in der Louisenstraße, wo unsereiner verbotenerweise im Parkverbot steht, erhielten wir eine DN (Direktnachricht) von unserem Wagen auf unser Smartphone in der Warteschlange des Hauptpostamtes: „Abschleppwagen naht“. Mit den Twitter-Schlagwörtern, den „Hashtags“ könnte man schnell nach Region und Straße filtern.

Ein Auto könnte aussehen und heißen, wie es will: Wenn es unterwegs die besten Nachrichten am schnellsten bringt, hätte es natürlich auch die meisten „Follower“. Das Ganze würde natürlich wieder unkontrollierbar, so ist nun mal Twitter. Bald ziehen die Twitter-Autos nachts über ihre Fahrer her: „Meiner hat sich heute trotz seiner 435 PS von einem Porsche überholen lassen“. Da hilft dann nur noch der finale Rettungsklick: Dem eigenen Fahrzeug „entfolgen“ mit einem beherzten „unfollow“.

 

Der ärgerlichste Fehler des Samsung Galaxy S2

Der mit Abstand ärgerlichste Softwarefehler des neuen Samsung Galaxy S2 betrifft die Verwaltung mehrerer Googlemail-Konten. Ich habe drei eingerichtet, einer davon ist mein Haupt-Account (Google Apps) mit den aktuellen Adressen. Bei zwei weiteren möchte ich regelmäßig die E-Mail lesen, die zugehörigen Kontaktdaten im Adressbuch sind indes veraltet.

Mit dem Nexus S und „Android pur“ sieht das so aus: Einstellungen, Konten und Synchronisation, drei Konten. Bei Nummer 2 und 3 sind die Schaltflächen für „Kontakte synchronisieren“ nicht mit einem Häkchen markiert.

Stets synchronisiert: Google-Problem des Samsung Galaxy S2 (Foto Spehr

Beim Samsung Galaxy S2 kann man bei den Konten Nummer 2 und 3 die grauen Häkchen bei allen Google-Diensten nicht entfernen. Tippt man auf die Schaltfläche, wird das Häkchen grün, ein zweiter Fingertipp führt wieder zum grauen Häkchen.

Das Ergebnis: Es wird von allen Konten alles synchronisiert. Zwar sind die Adressen aus den Konten 2 und 3 auf den ersten Blick nicht sichtbar. Aber in der Kontakte-Darstellung des Galaxy sieht man Doubletten an den mehrfachen Google-Symbolen rechts neben dem Namen. Auch „Kies Air“ (W-Lan-Fernadministration des Smartphones im PC-Browser) zeigt alle Adressen, auch jene, die man nicht synchronisieren möchte. Noch schlimmer wird das Ganze im Auto mit der Bluetooth-Freisprecheinrichtung: Ich sehe alle Kontakte aus allen drei Adressbüchern.

Da ich sehr viele Doubletten in den drei Googlemail-Konten habe (Nummer 2 und 3 sind alte Adressen), ist damit die Kontaktverwaltung des Galaxy S2 nahezu unbrauchbar. Es werden die Daten von alten Adressen mit den aktuellen zusammengemischt, und im Auto kann ich überhaupt nicht sehen, welche Adresse aus welchem Adressbuch kommt. Wie gesagt: Das alles tritt bei Android pur nicht auf, es ist ein Samsung-Fehler.

 

Programme im „Dock“ des Samsung Galaxy S2 ändern

Geht doch: Apps im Dock frei wählen und Ordner hinzufügen beim Galaxy S2 (Foto Spehr)

In der Standardeinstellung des Samsung Galaxy S2 sind folgende Programme fest im unteren Dock verankert: Telefon, Kontakte, (SMS-) Nachrichten, Anwendungen. Bei „Android pur“ lassen sich die Apps in der unteren Menüzeile schnell ändern. Beim Samsung Galaxy S2 geht es etwas umständlicher:

1. Die Schaltfläche „Anwendungen“ rechts unten betätigen.

2. Die linke Menütaste betätigen und „Bearbeiten wählen“. Nun lassen sich Apps aus der Dock-Leiste heraus- und hineinziehen und man kann wie bei Apples iOS Ordner anlegen.

 

Test: Android 3.0 Honeycomb auf dem Motorola Xoom

Nun gehen die Rivalen an den Start. Ein Jahr nach Apples iPad erreichen die ersten Tablet PC mit dem Google-Betriebssystem Android den europäischen Handel, und wir haben als erstes das Motorola Xoom ausprobiert. In Kürze folgt das Samsung Galaxy Tab 10.1.v im Vertrieb von Vodafone, das aber schon zum Marktstart veraltet sein wird, denn eine modernere und leichtere Variante ohne „v“ wird bereits Mitte Juni erhältlich sein. Und LG bringt in den nächsten Wochen sein Optimus Pad.

Motorola Xoom: Der iPad Rivale (Foto Hersteller)

Die gute Nachricht: Waren die ersten iPad-Rivalen des vergangenen Jahres durchgängig Murks, sind die aktuellen Geräte empfehlenswert. Man macht mit dem Kauf nichts verkehrt, sie sind hochwertig verarbeitet, der Bildschirm reagiert flink auf Eingaben mit dem Finger, und das auf Tablets zugeschnittene Android 3.0 Honeycomb ist leistungsfähig, schnell und schick. Hier entsteht eine schöne Alternative zur dominierenden Plattform. Aber sie nimmt erst langsam Fahrt auf, noch fehlen die Zusatzprogramme, die „Apps“.

Mit zwei Kernen schneller rechnen

Zunächst ein Blick auf die Hardware: Die junge Konkurrenz orientiert sich sehr dicht an den Vorgaben des iPad. Das Motorola Xoom ist im Querformat betrachtet etwas breiter und rund einen Zentimeter kleiner als das iPad 2, hat eine größere Display-Diagonale und eine geringfügig höhere Bildschirmauflösung (1280 × 800 versus 1024 × 768 Pixel). Es erinnert mit seiner Tiefe von 1,3 Zentimeter an das erste iPad, das Galaxy Tab 10.1 hingegen wird ebenso flach wie das iPad 2 sein. Die Unterschiede der Bauform sind im praktischen Einsatz nahezu belanglos, nur spürt man beim längeren Halten das höhere Gewicht des Xoom (730 Gramm) im Vergleich mit dem schlanken, leichten iPad 2 (600 Gramm) durchaus. Die Verarbeitungsqualität des Xoom ist sehr ordentlich. Motorola spendiert eine Rückseite aus Aluminium, nur die obere Abdeckung der Antennen besteht über eine Höhe von vier Zentimeter aus Plastik.

An der Qualität des Motorola-Displays und der Arbeitsgeschwindigkeit gibt es nichts auszusetzen. Wie beim iPad 2 kommt ein Doppelkern-Prozessor zum Einsatz, der Tablet PC reagiert flott, HD-Videos werden ruckelfrei angezeigt, die Akkulaufzeit beträgt acht bis neun Stunden, da bleiben keine Wünsche offen. Oder anders ausgedrückt: Wer eine App wie den Nachrichtenleser Pulse News auf dem Xoom und dem iPad 2 startet, entdeckt auf den ersten Blick keinen Unterschied – als ob man von einem BMW zum Mercedes wechseln und einen nahezu identischen Innenraum vorfinden würde.

Das Motorola Xoom ist bei der Telekom derzeit nur mit Mobilfunk, Wireless-Lan und 32 Gigabyte Speicher erhältlich, und zwar für 700 Euro ohne Kartenvertrag. Es liegt also auf einem Preisniveau mit dem iPad 2, das freilich in mehr Varianten erhältlich ist. Eine günstigere ohne Mobilfunk soll ebenfalls kommen, der Exklusivvertrieb durch die Telekom ist auf drei Monate befristet. Das Xoom verwendet die Sim-Karte in Normalgröße, während Apple auf die besonders kleine Micro-Sim setzt. Telefonieren im Mobilfunknetz oder SMS schreiben kann man mit beiden nicht, Gängeleien wie ein Sim- oder Net-Lock sind nicht zu beklagen.

Ist das iPad allein mit dem proprietären Apple-Port bestückt, bietet das Xoom einen Steckplatz für eine Micro-SD-Karte, die aber derzeit noch nicht ansprechbar ist. Ferner sind ein Micro-HDMI-Ausgang und Micro-USB vorhanden. Letzterer lässt sich indes nicht zum Laden des Akkus verwenden, wohl aber zum Zugriff auf das Dateisystem. Ferner kann man den Androiden im Unterschied zum iPad in Betrieb nehmen, ohne ihn an einem PC aktivieren zu müssen.

Über die beiden Kameras des iPad 2 ist viel gelästert worden, selbst die höher auflösende auf der Rückseite muss sich mit 1280 × 720 Pixel bescheiden. Das Xoom hingegen bietet 2 Megapixel auf der Vorderseite und rückseitig 5 mit der Fähigkeit, Videos in 720p aufzuzeichnen. Zu viel sollte man sich von der Optik nicht versprechen, bei unserem Testgerät waren die Aufnahmen leicht blaustichig.

Ordentliche Hardware, gutes Nachrichtensystem

Ein erstes Fazit zur Hardware: Das Xoom ist ein ordentliches Gerät auf Augenhöhe mit dem ersten iPad. Im Vergleich zum aktuellen Apple-Tablet wirkt es zu klobig und schwer. Aber die Software macht ja den Unterschied, und Motorola hat zum Glück darauf verzichtet, das System mit seinem „Motoblur“-Aufsatz zu „verschönern“. Hier gibt es also „Android pur“. Augenfällig ist die untere Menüzeile, die permanent eingeblendet ist, auf der linken Seite drei Softkeys zum Navigieren zeigt und rechts einen Überblick der letzten Systemaktivitäten. Man sieht beispielsweise sofort die aktuellen E-Mails, Twitter-Hinweise und sonstige Meldungen. Während das iPad die nicht immer zuverlässig arbeitenden Push-Notifications einsetzt, die zudem unübersichtlich werden, je mehr von ihnen eintreffen, kommt hier ein modernes Multitasking-Nachrichtensystem zum Einsatz. Wie bei den Android-Smartphones ist man etwas besser informiert, ein klarer Pluspunkt. Verschiedene Startbildschirme lassen sich individuell mit Apps bestücken. Ein weiterer Vorzug von Honeycomb sind die Widgets, die permanent im Hintergrund etwa den E-Mail-Eingang oder die nächsten Termine zeigen. Die kleinen Fenster sind allerdings derzeit noch nicht konfigurierbar, also in Größe oder Darstellung zu ändern. Das soll mit dem unlängst angekündigten Honeycomb 3.1 besser werden, und dann wird es auch die Möglichkeit geben, auf USB-Speichersticks zuzugreifen.

Analog den Android-Smartphones lassen sich Apps zwar auf eine andere Bildschirmseite verschieben, in der Gesamtdarstellung aber nicht nach Belieben anordnen oder in Ordnern gruppieren. Alle Apps starten (wie beim iPad) stets im Vollbildmodus. Es ist also nicht möglich, sie in Fenstern hinter- oder nebeneinander anzuordnen. Apps können Hintergrundaktivitäten ausführen, und sie stellen ihre Vordergrundaktivität ein, wenn eine weitere gestartet wird. Neue Apps lassen sich über den Android Market laden, der zwar schön an die größere Bildschirmfläche der Tablets angepasst ist, aber einen Kardinalfehler aufweist: Er zeigt nicht, welche Zusatzanwendungen bereits für Honeycomb optimiert sind. Vielleicht ist das Absicht. Denn viele sind es nicht. Wir stießen auf das oben erwähnte Pulse News, auf die Filmdatenbank IMDb und auf den CNN-Nachrichtendienst. Die meisten Smartphone-Apps laufen indes auch auf dem Tablet: Die Darstellung wird nicht in Breite und Höhe hochskaliert, sondern bei konstanter Buchstabengröße allein in die Breite gezogen. Das sieht zwar nicht besonders schön aus, funktioniert aber ordentlich.

Gut an Honeycomb angepasst sind wiederum die fest installierten Google-Apps für E-Mail, Kalender und Adressbuch sowie die Maps und die Systemeinstellungen. Dass diese Module auf dem iPad etwas feiner gezeichnet sind, mag wohl sein. Aber hinsichtlich der Funktionalität beißt die Maus keinen Faden ab. Im Gegenteil: Dank des Zugriffs auf das Dateisystem von Android gelingen einige Dinge, die mit dem iPad nicht oder nur mit Verrenkungen zu absolvieren sind. Etwa das Anhängen einer beliebigen Datei an eine E-Mail. Google-Talk bietet Videotelefonie in ausreichender Qualität, im Unterschied zu Apples Facetime sogar plattformübergreifend mit Freunden am Windows-PC oder Mac-Rechner.

Internet-Browser mit Privat-Modus und „Tabs“

Auch den Internet-Browser kann man loben: Er erlaubt die Anordnung der Fenster in den gewohnten „Tabs“ für flinkes Umschalten zwischen verschiedenen Seiten. Der Browser hat ferner einen Privat-Modus und kann die Inhalte auf Wunsch mit dem Googlemail-Konto und dem Chrome-Browser am PC synchronisieren. Schließlich die Flash-Unterstützung, die beim iPad fehlt. Man mag darin einen Vorteil sehen, aber wir haben das Medienprogramm von Adobe gleich wieder deinstalliert. Nicht nur, weil der Bildschirmschoner bei laufenden Animationen auf Web-Sites versagte, sondern weil die Flash-Werbung auf den einschlägigen WWW-Seiten stört.

Ein weiterer Pluspunkt ist abermals der Zugriff aufs Dateisystem. Wer beispielsweise über die Internetseite von Flickr seine lokal gespeicherten Fotos hochladen will, schaut beim iPad in die Röhre. Wenn solche Aufgaben mit einem Honeycomb-Tablet anstehen, gibt es derartige Restriktionen nicht. Man denke auch an Blogger, die unterwegs ihre WordPress-Seite mit Bildern aktualisieren wollen. Android ist in diesem Sinne mehr PC als Tablet. Einige Nachteile des Browsers seien allerdings nicht verschwiegen: Viele Seiten identifizieren das Xoom als Mobilgerät. Gegebenenfalls kann man zwar über eine andere URL die PC-Darstellung erzwingen. Aber gelegentlich kommt der Hinweis, man möge doch bitte die zugehörige, aber noch nicht erhältliche Android-App laden.

Fehlende Apps sind das Problem, hier ist Apple ungeschlagen

Nach einigen Tagen im Praxiseinsatz meinen wir: Honeycomb ist ohne Wenn und Aber eine Alternative zum marktbeherrschenden iOS 4. Was einen im Dauereinsatz ein wenig stört, ist das kleinteilige Manövrieren mit Schaltflächen an unterschiedlichen Orten. Wer das Gerät mit beiden Händen hält, würde sich über kürzere Wege freuen – Apple macht es mit der Ein-Knopf-Bedienung vor. Ärgerlich sind manche Fehler im Detail. So wird etwa eine mit Bluetooth angeschlossene deutsche Tastatur einwandfrei identifiziert, aber mit den deutschen Umlauten klappt es trotzdem nicht. Wie die Kollegen der amerikanischen Fachzeitschrift „PC World“ entdeckt haben, ist die schlechte Darstellung von Fotos ein Problem aller derzeit erhältlichen Android-Tablets. Das liegt nicht an der Hardware, sondern an der Rendering-Software von Honeycomb.

Der schwerwiegendste Einwand richtet sich jedoch nicht gegen dieses konkrete Gerät, sondern gegen das Betriebssystem: die fehlenden Apps und Medieninhalte. Alles, was wir mehr oder weniger täglich mit dem iPad 2 gern erledigen, scheitert hier an ordentlicher Software. Honeycomb läuft dem iPad ungefähr ein Jahr hinterher. Abgesehen von den erwähnten Pluspunkten kann es derzeit nichts besser als iOS. Es gibt kein „Aha“-Erlebnis, kein Staunen, keine spontane Begeisterung. So wundert kaum, dass sich das Motorola Xoom in den Vereinigten Staaten, wo es seit Februar erhältlich ist, nur sehr schlecht verkauft: Analysten schätzen knapp 100.000 Geräte. Zum Vergleich: 300.000 iPad 2 wanderten in Amerika allein am ersten Verkaufswochenende über die Ladentheke, bis heute gibt es Lieferzeiten. Honeycomb benötigt also einen längeren Anlauf, die aktuellen Modelle richten sich an die Android-Fangemeinde und finden beim breiten Publikum keinen Anklang. Das war bei den ersten Android-Smartphones übrigens nicht anders, doch mittlerweile haben sie Apples iPhone bei den Marktanteilen überholt.

 

 

Vom elektronischen Notizzettel bis zum iPad-Tonstudio

Das müsste man jetzt aufzeichnen können: Ein oft gehörter Stoßseufzer, wenn der Vortag in der Universität oder Volkshochschule plötzlich so spannend wird, dass man mit dem Mitschreiben nicht mehr nachkommt. Auch bei Präsentationen auf Konferenzen und Tagungen stellt sich das Problem, – von Journalisten oder Bloggern, die Interviews führen, gar nicht zu reden. Bei Aufzeichnungsgeräten hat man jedoch die Qual der Wahl: Einfache elektronische Notizbücher sind schon zu Preisen von 50 Euro im Handel, und nach oben hin gibt es scheinbar keine Grenze. Professionelle Diktiergeräte kosten um die 600 Euro, und manches Konferenzsystem ist noch teurer. Doch was eignet sich für wen? Wir haben einen Blick auf die diversen Produktgattungen geworfen.

Generalist: Tascam DR-2d (Fotos Hersteller, Spehr)

Zunächst die Technik. Einige Spielregeln der aktuellen Rekorder gelten für alle Geräte: Entscheidend für die Güte der Aufzeichnung ist an erster Stelle das Mikrofon, das bei einfacheren Modellen fest eingebaut ist und im anspruchsvollen Studiobereich nicht hochwertig genug sein kann. Profis nutzen externe Mikrofone. Aufgezeichnet wird digital, und hier sind mehrere Parameter entscheidend. Zunächst die Abtastrate und die Auflösung. Wer Musik aufnehmen will, kann sich beispielsweise an den Vorgaben der Audio-CD orientieren: 44 100 Mal in der Sekunde wird das Signal mit einer Auflösung von 16 Bit abgetastet. Geht es allein um Sprache, sind geringere Abtastraten von 22 000 oder 11 000 Hertz allemal ausreichend, zumal damit kleinere Dateigrößen einhergehen. Schließlich das Aufzeichnungsformat: Musikliebhaber mit Qualitätsansprüchen verwenden das hochwertige PCM/Wav-Format, eine Stufe darunter folgt das weit verbreitete MP3. Mit höheren Datenraten (von 256 KBit/s an) erreicht es fast das Niveau einer Audio-CD — bei deutlich geringeren Dateiumfängen. Auch hier gilt: Geht es nur um das gesprochene Wort, kann man reduzieren, etwa auf 128 KBit/s oder weniger.

DSS dampft rigoros ein

Professionelle Diktiergeräte wiederum nutzen den DSS- oder DSS-Pro-Standard mit einer rigorosen Eindampfung des Signals. Eine einminütige Aufzeichnung kommt hier mit rund 100 Kilobyte aus, während ein schlichtes MP3-Format das zehnfache und die Audio-CD bei gleicher Länge das hundertfache Volumen beansprucht. DSS eignet sich also ungeachtet der bescheidenen Qualität gut für den elektronischen Versand mit Smartphones im Mobilfunk. Und wo wird wie viel gespeichert? Einfache elektronische Notizbücher nutzen ihren internen, fest eingebauten Speicher mit einigen Gigabyte. Zugegeben, das reicht in mittelmäßiger Qualität für Hunderte von Stunden. Wechselbare Speicherkarten bieten indes nicht nur eine deutlich höhere Kapazität, sondern auch mehr Komfort bei der Nachbearbeitung am PC, beim Kopieren auf andere Geräte oder dem elektronischen Versand.

Mit Mikro-Öhrchen: Zoom H4n

Die besonders günstigen „Voicetracer“ oder „Notetaker“, die man für Preise zwischen 50 und 150 Euro erhält, sind also oft ein Kompromiss. Sie haben eine Basisausstattung für den Gelegenheitsnutzer, aber die Tücke liegt im Detail. An das meist aus Plastik bestehende Gehäuse darf man keine hohen Ansprüche stellen, auch beim eingebauten Mikrofon wird oft gespart. Wenn die Speicherkarte fehlt, ist zum Übertragen der eigenen Sound-Dateien ein Kabel erforderlich. Man achte darauf, dass es wenigstens Standard-USB-Anschlüsse an beiden Enden enthält, und ein wechselbarer Akku sollte ebenfalls im Pflichtenheft stehen. Einen großen Bogen sollte man um jene Billig-Produkte machen, die nur in proprietären Dateiformaten aufzeichnen. Solche Aufnahmen lassen sich am PC entweder gar nicht oder nur nach der Installation zusätzlicher Software wiedergeben. Bei den gehobenen Ausstattungslinien (von 120 Euro an) bekommt man bessere Materialien und feine Extras wie etwa die Option, seine Aufnahmen in verschiedenen Ordnern ablegen zu können. Auch sind gegebenenfalls zwei Mikrofone für Stereoaufzeichnungen eingebaut, und die Wiedergabe von MP3-Musik ist ebenfalls mit dabei.

Mit den Generalisten macht man nichts verkehrt

Tolle Akustik: Olympus LS-5

Wer jedoch ohnehin ein bisschen mehr Geld für ein hochwertiges Gerät ausgeben will, sollte einen Blick auf die semiprofessionellen Musikrekorder werfen. Bei einem Olympus LS-5 oder LS-11 (190 bis 300 Euro), einem Zoom H4n (350 Euro) oder Tascam DR-2d (300 Euro) spielt die Audioqualität in einer ganz anderen Liga. Das Gebotene liegt auf hohem HiFi-Niveau, und beim Gehäuse einiger Modelle darf man robustes Aluminium erwarten. Diese Generalisten bieten sehr ordentliche Mitschnitte in feiner Qualität. Zumal sich für allerhöchste Ansprüche die Abtastrate einiger Modelle auf bis zu 96 kHz erhöhen lässt. Die Unterschiede zwischen solchen Wav-Aufnahmen und dem schlichteren MP3 sind durchaus hörbar. Dazu kommen viele Extras bei der Ausstattung. Man achte auf folgende Punkte: Lässt sich der Aufnahmepegel manuell einstellen, gibt es einen Begrenzer, der vor Übersteuerungen schützt? Ist die Richtcharakteristik der Stereomikrofone einstellbar, und bietet das Gerät einen Eingang für externe Mikrofone mitsamt der erforderlichen Speisespannung? Über den Kopfhörerausgang sollte man live mithören können, was gerade im Speicher landet, und ein Low-Cut-Filter zur Dämpfung von tieffrequenten Geräuschen, etwa durch Klimaanlagen sollte ebenfalls dabei sein. Wir empfehlen ein Probehören, man achte dann auf ein eventuell vorhandenes Grundrauschen in leiser Umgebung. Nicht zuletzt ist im Lieferumfang dieser Universaltalente häufig eine ordentliche Schnitt-Software für den PC. Wer mehr als 100 Stunden aufzeichnen will, achte darauf, dass die hochwertigen SD-Speicherkarten nach den Standards SDHC und SDXC einsetzbar sind.

Profi-Apparat: Diktiergerät Olympus DS 5000

Mit diesen Geräten macht man nichts falsch. Aber sie ersetzen kein Diktiergerät. Hier geht es nämlich um die Bewährung im hektischen Stopp & Go einer diskontinuierlichen Aufzeichnung. Man spricht einige Sätze, legt eine Pause ein, „spult“ noch einmal zurück, um das Gesagte zu kontrollieren oder will einen falsch begonnenen Halbsatz „überschreiben“. Diesen anspruchsvollen Job sollte man den Spezialisten überlassen, die in der Regel mit einem Schiebeschalter das Manövrieren in der Aufzeichnung leicht machen. Zwei Top-Produkte können wir uneingeschränkt empfehlen: Das Philips DPM 9600 und das Olympus DS 5000. Beide Maschinen in der 600-Euro-Preisklasse zeichnen nur im DSS- oder DSS-Pro-Format auf, sind exzellent verarbeitet und fügen sich perfekt in eine Systemumgebung mit Spracherkennung ein. Auch als Interview-Maschine sind sie gut geeignet, wenngleich die aufs Diktat hin optimierte Mikronempfindlichkeit bei Konferenzen an Grenzen stößt.

Für Vielsprecher: Diktiergerät Philips DPM 9600

Aber dann ist ohnehin eine Koffer-Lösung angesagt, nämlich ein Konferenzsystem mit mehreren Mikrofonen, die im Raum verteilt werden, um die Beiträge aller Anwesenden zu erfassen. Das Philips Conference Recording System 955 bringt beispielsweise zwei Grenzflächenmikrofone mit, die im Format einer Unterasse Rundum-Aufnahmen mit ordentlicher Empfindlichkeit liefern sollen. Die pfiffige Idee besteht darin, dass sich in sehr großen Räumen bis zu sechs dieser Mikros in Reihe schalten lassen. Das Signal wird von einem zum nächsten weitergereicht, erst am Ende gelangt es mit einem Y-Kabel in den Rekorder. Das Kabelwirrwarr hält sich somit in Grenzen. Ein ähnliches System hat auch Olympus im Angebot, als Aufzeichner dient das LS-5 oder LS-11.

 

Livescribe: Bei Journalisten sehr geschätzt

Eine ganz andere Idee verfolgt der Smartpen des amerikanischen Unternehmens Livescribe. Dieser überdimensionierte Kugelschreiber ist bei Journalisten und Studenten sehr beliebt. Während man mit ihm schreibt, kann er gleichzeitig aufnehmen: das Geschriebene als Grafik und den Ton. Auf den akustischen Mitschnitt kann direkt zugegriffen werden: Wenn eine Notiz auf dem Papier angetippt wird, spielt der Smartpen ab, was an dieser Stelle gesprochen wurde.

Kugelschreiber-Rekorder: Echo Smartpen von Livescribe mit Spezialpapier

So genügt es, sich während Vorträgen und Gesprächen einfach Stichwörter zu notieren, um im Nachhinein noch einmal den Wortlaut der vermerkten Passage zu hören. Ohne „Spulen“ und Suche lässt sich also in der Aufnahme manövrieren. Und zudem kann man seine Papieraufzeichnung an den PC übertragen, denn die Schrift wird mit einer kleinen Infrarotkamera hinter der Schreibmine optisch erfasst. Voraussetzung für den Handschrift-Scan ist spezielles Papier, das auch zur Steuerung des Smartpen verwendet wird. Zum Aufnehmen und Abspielen genügt ein Tipp mit der Stiftspitze auf die aufgedruckten Bedienelemente. In kleinen Varianten mit 2 Gigabyte Speicherplatz ist der Smartpen von 100 Euro an zu haben. Die Akustik ist gut, allerdings hörten wir ein starkes Grundrauschen und Kratzgeräusche beim Schreiben. Die wiederum lassen sich mit einem Headset-Mikrofon vermeiden.

Die bunte Welt der Audio-Apps

Mit Nebengeräuschunterdrückung: Pure Audio Live Recorder von Andrea Electronics

Der große Vorteil dieses Kugelschreiber-Rekorders besteht darin, dass man ihn schnell zur Hand und immer dabei hat. Das gilt auch fürs Smartphone, insbesondere das iPhone 4. Viele Journalisten nutzen es als Interview-Rekorder, und wir waren verblüfft, wie gut die Akustik schon mit der eingebauten App namens Sprachmemos ist. Allerdings ist in sehr leiser Umgebung ein gewisses Grundrauschen zu vernehmen. Vorteilhaft jedoch: man kann die akustischen Notizen flink per E-Mail verschicken. Allerdings müssen Apples M4A-Dateien unter Umständen am PC ins MP3-Format umgewandelt werden. Weitere kostenpflichtige Apps zur Sprachaufzeichnung gibt es für das iPhone zuhauf. Ein zweites empfehlenswertes Programm ist der Pure Audio Live Recorder von Andrea Electronics. Seine Pluspunkte: Aufzeichnung im Wav-Format mit Abtastraten bis 44 100 Hertz, eine sehr ordentliche Nebengeräuschunterdrückung und die Option, alle Aufnahmen im W-Lan-Netz mit dem PC zu synchronisieren. Als gutes und preiswertes Zusatzmikrofon empfiehlt sich das iRig Mic, das allerdings nur mit den Apple-Produkten zusammenarbeitet. Es kostet bei Amazon weniger als 50 Euro. Auch das iPad lässt sich übrigens als mobile Aufzeichnungsmaschine vortrefflich einsetzen. Unsere Lieblingsapp ist das WavePad, das in verschiedenen Formaten mit Abtastraten bis 44 100 Hertz aufzeichnet und zum Versand der Sound-Dateien neben der E-Mail das FTP-Datenprotokoll unterstützt. Das ultimative Extra dieser Gratis-Software ist jedoch der eingebaute Editor, der sogar das Bearbeiten und Schneiden der Aufnahmen am Tablet PC erlaubt.

 

Honeycomb bleibt 2011 erfolglos

Nach einer Woche mit dem Motorola Xoom (Testbericht kommt am 17.5. in „Technik und Motor“) meine zusammenfassende Einschätzung:

1. Das Xoom ist ordentlich verarbeitet, schnell und leistungsfähig. Die Hardware gefällt, sie spielt ungefähr auf dem Niveau des ersten iPad, die Raffinesse des zweiten fehlt ihm. Weitere Minuspunkte sind das unförmige Netzteil, die insgesamt eher klobige Bauform, der ungünstig an der Rückseite angebrachte Ein-Ausschalter, der noch nicht ansprechbare Micro-SD-Kartenslot. Pluspunkte hingegen: Kein Sim- und Netlock, Sim-Karte in Normalgröße, Micro-HDMI-Ausgang, keine Aktivierung am PC erforderlich, kein Motoblur.

Motorola Xoom: Der iPad Rivale (Foto Hersteller)

2. Honeycomb ist ein gutes, Erfolg versprechendes Betriebssystem, die einzelnen Google-Apps (E-Mail, Kalender, Adressbuch, Maps, Talk, Youtube) sind ordentlich an die höhere Bildschirmauflösung angepasst. Der Browser mit Tabs und Privatmodus gefällt ebenfalls. Die Bedienung ist indes kleinteiliger als die des iPad und das Grafik-Rendering bei Fotos verbesserungsbedürftig. Ein Pluspunkt ist die Menüleiste mit Statusmeldungen, wie man sie schon von Android-Smartphones kennt. Alle Hinweise sind gebündelt an einer Stelle zu finden, sie lassen sich sukzessive abarbeiten. Kein Vergleich mit den Push-Notifications des iPad, die um so unübersichtlicher werden, je mehr eintrudeln. Ferner ein Gewinn: der Zugriff aufs Dateisystem wie bei den Smartphones, auch im Browser übrigens.

3. Davon einmal abgesehen geht Honeycomb nicht über das iOS hinaus. Es gibt kein „Aha“-Erlebnis, kein Staunen, keine spontane Begeisterung. Die Widgets für E-Mail und Kalender auf dem Startbildschirm sind keine „Killer-App“. Wer eine für beide Plattformen erhältliche App wie Pulse News startet, sieht zwischen beiden Geräten keinen Unterschied.

Bislang nur wenige Apps für Honeycomb

4. Die wenigen Apps für Honeycomb sind das größte Problem: Werden viele strukturelle Mängel und Gängeleien des iPad-Betriebssystems durch ungezählte Apps mittlerweile umgangen (Dropbox, Cloud), kann man die Honyecomb-Apps an einer Hand aufzählen. Wer mehr als nur Surfen und E-Mail mit dem Xoom erledigen will, stößt sehr schnell an Grenzen. Selbst wenn man nicht von den Medieninhalten der Verlage redet, bleiben Lücken wie der RSS-Leser Reeder, Flipboard, ein ordentlicher Facebook-Client, eine tolle Textverarbeitung und so weiter und so fort.

5. Das Xoom ist also spannend vor allem für die Android-Fangemeinde, für das Entwickeln neuer Projekte. Da kommt gewiss noch einiges, die größere Offenheit macht den Unterschied. Aber für den typischen iPad-Kunden mit „normalen“ Ansprüchen bietet es zu wenig Anreize. Zumal auch der Preis auf dem Niveau des iPad 2 liegt.

6. Meine Einschätzung: In den kommenden Monaten bleibt das iPad die klar dominierende Plattform. Für einen Paradigmenwechsel müssten entweder die Android-Tablets bei annähernd gleicher Verarbeitungsqualität deutlich günstiger werden oder es müssten ungemein spannende Honeycomb-Apps erscheinen.

Weiterführende Links:

Motorola Xoom bei der Telekom

Boy Genius Report mit Verkaufszahlen und Analysten-Stimmen

Cnet.com: Why no one lines up for the Motorola Xoom

 

Was plant Google bei der Spracherkennung am PC?

Was plant Google bei der Spracherkennung? Wer ganz genau den neuen Chrome-Browser 11 der Amerikaner inspiziert, entdeckt ein kleines Mikrofon-Symbol im Untermenü des „Übersetzers“. Hier kann man in englischer Sprache diktieren, das Erkannte wird eine wählbare Zielsprache übersetzt.

Auf das Mikro kommt es: Google Chrome 11 mit Spracherkennung

In den Vereinigten Staaten hat Google bei einigen Test-Nutzern bereits die Suchmaschinen-Anfrage mit Spracherkennung ausgerüstet, das Mikrofon-Symbol ist am rechten Rand der Eingabezeile zu sehen. Das alles sind 1:1-Adaptionen der Google-Spracherkennung auf Android-Smartphones.

Aber wie entwickelt sich das Ganze weiter? Am PC wählt Google derzeit die gleiche Technik wie am Smartphone, nämlich die Transkription in der Ferne auf externen Servern. Diese Lösung hat Grenzen, nämlich die Länge der Aufzeichnung (rund 60 Sekunden) und die fehlende Anpassung an die Sprechgewohnheiten des Anwenders. Es gibt keine Korrektur und keine Lerneffekte. Für längere Diktate oder professionelle Ansprüche ist das System also nicht geeignet. Wenn Google stärker auf Spracherkennung setzen sollte, wird eine lokale Software auf dem jeweiligen PC unabdingbar sein. Naheliegend ist ferner, dass die Amerikaner ein solches System rund um den Browser entwickeln. Denn nach Google-Lesart arbeitet man ja ohnehin nur noch in diesem Fenster zur Welt, Stichwort: Googlemail, Text und Tabellen oder Google Apps im Business-Bereich.

Mit einer solchen Lösung würde man auch geschickt jene Probleme umgehen, die derzeit bei der Spracherkennung in nicht eigens dafür programmierten Anwendungen auftreten. Viel spricht dafür, dass die Entwickler im kalifornischen Mountain View so verfahren wie immer: Also in kleinen Schritten einzelne Häppchen anbieten, sehr genau auf die Resonanz hören und dann den nächsten Schritt gehen. Es bleibt also spannend.

 

Technische Daten des Samsung Galaxy Tab 10.1v (Vodafone)

Das Samsung Galaxy Tab 10.1v (Vodafone-Variante) kommt um den 7. Mai in den Online-Shop von Vodafone und wird ohne Vertrag 659 Euro kosten. Man beachte: dies ist die ältere, dickere Variante des Galaxy Tab. Die modernere Variante 10.1 (ohne v) wurde später angekündigt und ist deutlich dünner. Sie kommt schon Mitte Juni!

Diese technischen Daten des 10.1.v kommuniziert die Vodafone-Pressestelle:

Mit Android 3.0: Samsung Galaxy Tab 10.1v (Foto Vodafone)

 

 

Perfekte Mobilität mit großem 25,7 cm Touchdisplay mit 1280 x 800 Pixel. Android 3.0 (Android  Honeycomb), unterstützt u.a. die folgenden Applikationen:

Google Maps/ Google Mail /Google Search / Google Talk, Android Market, YouTube, Diverse Online Widgets

Komfortables Surfen mit Adobe Flash-Unterstützung, dank UMTS-Broadband Turbo mit bis zu 7,2 MBit/s. Richtungsweisende Google Maps Navigation, Synchronisation für Mail, Kalender und Kontakte über Exchange E-Mail, 8 Megapixel-Kamera mit Autofokus und Fotolicht, interner Speicher von ca. 16 GB, Schnittstellen: USB, Bluetooth (auch BT-Stereo), WLAN.

1.)          Produktdesign

Das Samsung Galaxy Tab 10.1v ist ein Full-Touch-Tablet.

Abmessungen: 246,3 x 170,4 x 10,9 mm

Gewicht:             589 g

Farbe:   silber / anthrazit

Ext. Antennenanschluss:             nein

Betriebssystem:              Android 3.0 (Honeycomb)

Variante:             Vodafone Exklusiv

Netzfrequenzen:            UMTS Tri-Band (900/1900/2100 MHz) und WCDMA (900/2100 MHz)

Ultra SIM            Wird aufgrund technischer Resttriktionen von Android 3.0 nicht unterstützt

2.)          Hardware

Display: Größe: 25,65 cm (10,1 Zoll)

LCD:       TFT

Farben:                16 Millionen

Auflösung:         1280 x 800 Pixel

Das Galaxy Tab 10.1v verfügt über zwei integrierte Kameras jeweils für die Foto- bzw. Videofunktion und für Videotelefonie.

(Video-)Kamera

Qualität:              CMOS

Auflösung:

Bild:       bis zu 8 Mega Pixel -> (3264 x 2488 Pixel)

Video:  bis zu 1280×720 Pixel bei 24 frames / second

Blitz/Fotolicht:  Ja

Zoom:   ja, 8fach digital

Auto-Fokus:      Ja

Sub-Kamera für Videotelefonie

Auflösung:         2 Megapixel (1280 x 960 Pixel)

Interner Speicher: 16 GB

Externer Speicher: Das Galaxy Tab 10.1v verfügt über keinen externen Speicher Slot.

Akkuleistung: Das Samsung Galaxy Tab 10.1v verfügt über einen eingebauten 6860 mAh Li-Ionen Akku, mit dem folgende Leistungen erzielt werden:

Stand-by-Zeit:  bis zu 2500 Stunden, Nutzungszeit:  bis zu 41 Stunden.

Der Lieferumfang des Galaxy Tab 10.1v besteht aus:

•             Samsung Galaxy Tab 10.1v (Art.-Nr.: 00300456)

•             Reiseladegerät

•             Stereo Headset

•             USB-Datenkabel (PC-Software nicht im Lieferumfang)

 

3.) Multimedia

3.1) Messaging: SMS, MMS, eMail (Video-) MMS

Das Galaxy Tab 10.1v beherrscht Video- und Bildmessaging bis zu einer Größe von 600 KB. Es können (Video-)MMS empfangen oder an andere (Video-)MMS-fähige Telefone gesendet werden. Zudem können die Bilder und Videos auch an eine eMail-Adresse versendet werden.

SMS: Android 3.0 unterstützt keinen SMS Versand.

eMail: Das Galaxy Tab 10.1v verfügt über einen integrierten eMail-Client (POP3, IMAP4, SMTP, SSL, TLS). Es können neben Google Mail und einem Mail for Exchange Konto auch noch weitere POP3 und IMAP4 E-Mail-Accounts auf dem Gerät eingerichtet werden.  Unterstützt Microsoft Exchange E-Mail (push mail) für Mail, Kalender und Kontakte, Protokolle POP3, IMAP4, SMTP, SSL, TLS. Mehrere separate eMail-Boxen können eingerichtet werden z.B. privat oder geschäftlich.

Auf dem Samsung Galaxy Tab 10.1v werden verschiedene Google spezifische Services bereits vorinstalliert mitgeliefert: Google Maps/ Latitude, Google Search, Google Sprach-Suche Google Talk und YouTube

3.3) Media Sound

Folgende Soundformate werden unterstützt und können wiedergegeben werden: – MP3, AMR, AAC, eAAC+, OTA, WAV, OGG

Bilder

Folgende Bildformate werden unterstützt und können dargestellt werden: JPG, GIF, WBMP

Video

Videos können mit Ton aufgezeichnet und versendet werden, außerdem können Videos aus dem Portal angesehen und im Telefon gespeichert werden.

Unterstütze Formate:

3gp, H.263, H.264, MPEG 4

4.) Anschlussmöglichkeit & Menüsprachen

Das Samsung Galaxy Tab 10.1v hat folgende Schnittstellen und bietet Anschlussmöglichkeiten zur Datenübertragung:

Bluetooth 3.0 ->              für Voice (auch Stereo A2DP) und Daten

–              USB 2.0->            Anschlussmöglichkeit an den PC / Laptop

–              WiFi->   lokales Funknetz (VVLAN 802.11b/g/n)

DLNA ->               Übertragung von Musik, Videos oder Bildern zu anderen  DLNA-fähigen Empfangsgeräten (erfordert Third Party Application aus dem Android Market)

Synchronisation: Folgende Betriebssysteme und Anwendungen werden unterstützt: (Windows 2000, XP, Vista, Win 7)

Menüsprachen: Bitte beachten Sie, dass sich die aufgeführten Menüsprachen auf die ersten Liefermengen beziehen. Was im Rahmen von SW-Updates durch den Hersteller hinzukommt oder ersetzt wird, kann leider nicht berücksichtigt bzw. vorhergesehen werden.

Bei Auslieferung der deutschen Variante sind folgende Sprachen implementiert:               Englisch, Spanisch, Portugiesisch,  Italienisch, Niederländisch