Twitter im Auto. Jetzt!

Einst zwitscherten am Auto höchstens die Reifen – was kein gutes Zeichen war. Jetzt kommt Twitter ins Auto. Diese Woche war das eins der Knallerthemen auf der Nuance-Konferenz rund um das vernetzte Fahrzeug der Zukunft in München. Nuance steht für Spracherkennung. Zugriff auf Nachrichten und soziale Netzwerke soll diese Technik einfach und sicher machen, so wenig Ablenkung wie möglich. Immer vorneweg BMW-Tochter Mini: Twitter-Nachrichten erscheinen in dem riesigen Tachometer-Display des großen Kleinen.

Nachschlag gefällig? Twitter 2.0, sozusagen. Nicht nur Fahrer und Mitfahrer twittern, sondern Autos untereinander. Dafür dürfte die Intelligenz der Bordrechner längst reichen. „Vorsicht auf der B456 bei Usingen, mein Fahrer telefoniert gerade mit dem Handy am Ohr und fährt nur sehr langsam und unkonzentriert“, könnte der blaue VW Polo an die Fahrzeugschlange hinter ihm zwitschern. Und wenn sich erst die Autos tatsächlich vernetzen – etwa in der Innenstadt: „Achtung, Ecke Louisenstraße, Lerchenweg, Politessen im Anmarsch.“ Ein Auto nach dem anderen könnte diese Warnung im Umkreis „retweeten“ (wiederholen) und ganz vorn in der Louisenstraße, wo unsereiner verbotenerweise im Parkverbot steht, erhielten wir eine DN (Direktnachricht) von unserem Wagen auf unser Smartphone in der Warteschlange des Hauptpostamtes: „Abschleppwagen naht“. Mit den Twitter-Schlagwörtern, den „Hashtags“ könnte man schnell nach Region und Straße filtern.

Ein Auto könnte aussehen und heißen, wie es will: Wenn es unterwegs die besten Nachrichten am schnellsten bringt, hätte es natürlich auch die meisten „Follower“. Das Ganze würde natürlich wieder unkontrollierbar, so ist nun mal Twitter. Bald ziehen die Twitter-Autos nachts über ihre Fahrer her: „Meiner hat sich heute trotz seiner 435 PS von einem Porsche überholen lassen“. Da hilft dann nur noch der finale Rettungsklick: Dem eigenen Fahrzeug „entfolgen“ mit einem beherzten „unfollow“.

 

2 Antworten auf „Twitter im Auto. Jetzt!“

  1. Da verweise ich auf einen Beitrag von mir in unserem Testfahrer Blog in der letzten Woche. Unsere Testwagen werden ab sofort auch twittern. Anstelle von Smalltalk untereinander werden unsere Testfahrzeuge leider nur die ODB Daten auslesen und weitersenden. Kombiniert mit dem GPS-Signal ergibt das immerhin ein Fahrprofil mit Beschleunigungsdaten, Lastzuständen und Spritverbrauch. Ist immerhin ein Anfang, würde ich sagen, oder? 🙂
    http://www1.die-testfahrer.de/wir-haben-einen-vogel/

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