Wege zum Wissen

Junge Leute wollen gar nicht mehr wissen, was auf der Welt los ist, sie sind schlecht informiert, beklagte der „Sprachpapst“ Wolf Schneider in der vergangenen Woche. Da möge er doch nur mal ins Internet gucken. Alles dreht sich dort um aktuelle Nachrichten – ihre Filterung, das Weitertragen und Weitersagen. Twitter zum Beispiel ist nichts anderes als ein modernes Nachrichtenmedium. Mit den „Retweets“ kommt Wichtiges sofort in den Blick, und zwar um so schneller, je mehr Twitterer von der Relevanz einer Information überzeugt sind.

Der aktuelle Trend ist jedoch das Sammeln, Selektieren und Kuratieren von Nachrichten. Delicious, Pinboard, Instapaper und zahlreiche andere Dienste stellen öffentliche Sammlungen einzelner Personen zur Verfügung. Man liest, markiert und publiziert seine Lesezeichen, Stichwort „Social Bookmarking“. Die Idee dahinter: Durch das Teilen von Informationen wächst das Verständnis der geteilten Informationen, es entstehen Diskurse. Eine neue Form der Kommunikation wächst aus den Strukturen des Netzes. Für den oberflächlichen Betrachter mag das Ganze als undurchschaubares monadenhaftes Wirrwarr erscheinen. Wer sich jedoch nicht von seinen Vorurteilen leiten lässt, fällt schnell der Faszination des Neuen anheim.

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