Dateien auf dem iPad drahtlos von Office 2 HD an den PC übertragen

Wer unterwegs mit dem iPad Texte schreibt oder an Tabellen arbeitet, will nicht immer mit Cloud-Diensten arbeiten. Bei der App Office 2 HD gibt es eine einfache Möglichkeit, seine Dateien drahtlos an den Windows-PC oder Mac zu übertragen. Die Voraussetzung: iPad und PC müssen in demselben W-Lan-Netz eingebucht sein.

Im Hauptmenü von Office 2 HD auf das Zahnrädchen-Menü unten links klicken

Oben unter Freigabe „Dateifreigabe aktivieren“, die „Authentifizierung“ muss nicht eingeschaltet sein.

Freigabe aktivieren: Office 2 HD auf dem iPad (Foto Spehr)

Unterhalb dieser Schaltfläche erscheint nun eine http-Adresszeile.

Zum PC wechseln und dort im Internet Explorer, in Google Chrome oder im Firefox diese Adresszeile eingeben. Es erscheint ein Fenster mit der Liste der zur Verfügung stehenden Dateien. Mit einem Mausklick auf die gewünschte Datei wird diese nun wie ein Internet-Download lokal gespeichert, sie befindet sich also im Download-Verzeichnis des verwendeten Browsers.

Dass der Datenaustausch mit Cloud-Diensten deutlich einfacher vonstatten geht, sei nur am Rande angemerkt. Ich verwende die Dropbox, btw. Die übertragbaren Dateien in Office 2 HD sind diejenigen, die im Hauptmenü unter „Lokale Dateien“ liegen.

Das neue iPad im Test

Das neue iPad ist da, und es heißt auch genau so. Nicht „iPad 3“ oder „iPad HD“, wie die überbordende Gerüchteküche des Internet seit Wochen behauptet hatte. Der Hype vor der offiziellen Präsentation in der vergangenen Woche war riesig und die erste Lieferung bereits am Wochenende ausverkauft. Wer im Internet bestellt, muss derzeit zwei bis drei Wochen warten, und am ersten Verkaufstag, am Freitag, werden sich gewiss wieder lange Schlangen vor den Apple-Läden in aller Welt bilden. Warum dieser Kult um das iPad? Eine ganz knappe Antwort: Es gibt keine rundum empfehlenswerte Alternative. Der Android-Plattform fehlen – noch? – hochwertige Apps, und die Geräte haben weder die schöne Anmutung noch die herausragende Verarbeitungsqualität eines iPad. Apple verkauft Tablet PCs erfolgreich, alle anderen nicht.

Das neue iPad der dritten Generation. Äußerlich kaum vom iPad 2 zu unterscheiden (Foto Hersteller)

Nun also das iPad der dritten Generation: Braucht man das, soll man sich schleunigst ein neues kaufen, auch wenn man derzeit ein iPad 1 oder 2 hat? Welche besonderen Vorzüge hat das neue, in den Maßen und der Bauform ist es doch praktisch nicht vom iPad 2 zu unterscheiden? Apple stellt vor allem das neue Display heraus. Seine Auflösung wurde in der Horizontalen und in der Vertikalen verdoppelt, es hat nun 2048 x 1536 Pixel. Da können nur wenige Desktop-Monitore mithalten. Der Gewinn besteht jedoch nicht darin, dass man bei der E-Mail oder dem Surfen im Internet mehr Information sieht. Gezeigte Inhalte bleiben völlig die gleichen, einziger Pluspunkt ist eine sichtbar schärfere Darstellung.

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MWC 2012: Googles Androiden machen alles gleich

Überall zeigen sich die kleinen grünen Android-Männchen. Sie sind das Markenzeichen eines Betriebssystems geworden. Barcelona war ihr Klassentreffen. Der Mobile World Congress ist die wichtigste und größte Fachmesse der Mobilfunkwelt. Aus der Liste der großen namhaften Unternehmen fehlte nur eines: Apple. Alle anderen zeigten Neuheiten für einen starken Smartphone-Sommer. Auch an Superlativen mangelte es nicht. Jedenfalls auf den ersten Blick und zunächst bei LTE, Long Term Evolution, dem Nachfolger von UMTS, der in vielen europäischen Ländern bereits an den Start gegangen ist.

Die neue Technik ist ein Paradigmenwechsel, es ist die vierte Mobilfunkgeneration, die alles besser machen soll: mehr Kapazität, höhere Bandbreiten, bessere Funkabdeckung – und das alles zu geringeren Kosten und mit einer sehr effizienten Systemarchitektur. LTE bietet eine sehr hohe Übertragungsgeschwindigkeit von 20 bis mehr als 100 MBit/s in Verbindung mit kurzen Antwortzeiten. Diese Ping- oder Latenzzeiten sind nicht nur bei Internet-Spielen wichtig, sondern auch für den Abruf aufwendiger Web-Seiten. Telefonica zeigte auf dem Messegelände LTE mit elf sogenannten Metro-Cells, wie sie auch in den deutschen Großstädten zum Einsatz kommen werden. In einer Zelle können gleichzeitig bis zu 30 Nutzer mit Geschwindigkeiten von maximal 30 MBit/s im Netz surfen.

Jenseits der Netzinfrastruktur, die in Deutschland die weißen Flecken fehlender DSL-Versorgung tilgen soll, kommt LTE jetzt in die Smartphones. Vodafone hatte schon vor dem Weltkongress sein HTC Velocity 4G vorgestellt. Im stationären Betrieb kann man unter guten Bedingungen um die 50 MBit/s im Download erreichen, ergaben erste Tests. Der koreanische Hersteller LG zeigte in Barcelona sein Optimus LTE, einen Androiden mit 11-Zentimeter-Display in hochaufgelöster Darstellung (1280 x 720 Pixel), es kommt im Sommer auf den Markt. Auch der chinesische Hersteller Huawei bringt LTE in sein neues Spitzenmodell Ascend D1, hier sticht der üppige HD-Bildschirm ebenfalls hervor.

Schnelles Smartphone: LG Optimus LTE (Foto Hersteller)

Aber schon gibt es Einwände: LTE auf dem Smartphone belaste den Akku über Gebühr, und den Zugang zu den neuen Hochgeschwindigkeitsnetzen werden sich die Mobilfunker gewiss gut bezahlen lassen. Nicht wenige Experten meinen: Mit dem Kauf eines LTE-Smartphones sollte man noch warten. Und man kann natürlich vortrefflich streiten, welchen Sinn hohe, aber nur punktuell erzielbare Download-Geschwindigkeiten auf einem Smartphone haben, mit dem man seine E-Mail abruft oder ein Youtube-Video guckt. Was ist der Fortschritt gegenüber einer guten und permanent verfügbaren 5 MBit/s-Anbindung?

Flaggschiff ohne LTE-Technik

So wundert kaum, dass Nokia sein neues Flaggschiff Lumia 900 in Europa ohne die LTE-Technik auf den Markt bringt. In den Vereinigten Staaten ist es hingegen mit dem Datenturbo erhältlich. Hierzulande bleibt also das Maximaltempo bei 21 MBit/s, und der wichtigste Unterschied zum Lumia 800 sind die größere Bauform, die verbesserte Kamera und vor allem die Zweitkamera an der Gerätevorderseite für Videotelefonie. Trotz größerer Displaydiagonale (10,6 Zentimeter) bleibt dieses Windows Phone bei einer Auflösung von 800 x 480 Pixel.

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Test: Facebook in Comand Online von Mercedes-Benz

Wenn jetzt bei Mercedes-Benz die sozialen Netzwerke im Fahrzeug mitfahren, liegen zwei kritische Fragen natürlich auf der Hand: Worin besteht der Fortschritt, und wie sieht es mit der Ablenkung vom Verkehrsgeschehen aus? Sofort fallen einem viele stichhaltige Argumente gegen Twitter und Facebook im Auto ein. Beides sind „textlastige“ Medien. Sie erfordern eine höhere Aufmerksamkeit als das nebenbei laufende Radio. Diese zutreffenden Einwände prallen jedoch an der Realität ab: Gerade die junge Generation will ihren digitalen Lebensstil nahtlos im Fahrzeug fortsetzen. Das Auto als kommunikationsfreie Offline-Zone ist eine undenkbare Vorstellung. Man will auch unterwegs allzeit vernetzt an den Aktivitäten seiner Freunde teilhaben. So wundert kaum, dass ungeachtet aller Verbote und mahnenden Hinweise eben doch mit dem Smartphone herumgespielt wird. Angesichts kleinteiliger Apps, bei denen man mit dem Finger auf winzige Schaltflächen tippen muss, ist die Ablenkung immens. So gesehen kann eine behutsame Einbindung von Internetdiensten sicherer machen, was ohnehin nicht mehr zu verhindern ist.

Pinwand-Eintrag: Lesbar nur im stehenden Fahrzeug (Foto Spehr)

Twitter und Facebook im BMW und Mini hatten wir hier bereits im vergangenen Jahr vorgestellt. Mercedes-Benz zieht nach und integriert zunächst Facebook in sein neues Comand Online, das derzeit für die C-, B- und M-Klasse erhältlich ist. Facebook ist bei dieser Lösung ein Baustein des Online-Systems, nahtlos eingebunden in Comand, mit dem Controller zu bedienen und dem WWW-Symbol in der rechten oberen Bildschirmecke aufrufbar.

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Cebit 2002: Das Handy hat jetzt ein Farbdisplay und UMTS läuft am Simulator

Hier ein kleiner Rückblick auf die Cebit 2002 in Stichworten. Mein damaliger Bericht aus der FAZ folgt unten, man verzeihe bitte die alte Rechtschreibung.

  • Erste UMTS-Handys funktionieren bereits am Simulator, 2002 nutzt der Business-Kunde aber noch HSCSD und GPRS (um die 40 KBit/s)
  • Wap-Portale sollen auf UMTS vorbereiten
  • Friendfinder über Funkzellen-Ortung (nicht über GPS)
  • E-Plus startet Imode (eine Art Wap)
  • Es gibt öffentliche W-Lan-Punkte, die UMTS gefährden könnten
  • Neue Smartphones von Nokia und anderen
  • Das Mobiltelefon 2002 hat ein Farbdisplay!
  • Der Blackberrry: „ein GPRS-Terminal, das unterwegs im Always-On-Betrieb ständig neue E-Mail empfängt und anzeigt. Man muß also seine Post nicht abrufen, sie wird automatisch im Gerät vorgehalten.“
  • Neue Organizer von Palm, demnächst auch mit Telefon?

Wer auf der diesjährigen Cebit durch die Hallen der Telekommunikation wandelt, hat viele Déjà‑vu‑Erlebnisse: Überall ist die Rede von UMTS, dem Universal Mobil Telecommunication Standard. Wie im vergangenen Jahr geht es um die Übertragung von Bildern, Musik und Videos, natürlich breitbandig, in Echtzeit und mit ganz neuen Apparaten. Aber es gibt doch beträchtliche Unterschiede zur Cebit 2001: Standen damals Studien, Visionen und kühne Entwürfe parat, sind es nun die ersten Geräte zum Anfassen. Hatte vor einem Jahr ein UMTS‑Terminal die Größe eines Kühlschranks, zeigt jetzt Motorola sein erstes reales Handy für die dritte Generation des Mobilfunks, und an einem UMTS-Simulator funktioniert es auch. UMTS ist neu und bunt, aber es steckt auch in der Krise. So ist die Cebit von vielen Widersprüchen geprägt. Einerseits drücken die horrenden Kosten für die Funklizenzen. Überall wird gespart, und von dem früheren Brauch, auf der Cebit die Preise kräftig zu senken, ist man ganz abgekommen. Andererseits muß man mit UMTS vor allem Umsatz generieren, und das wird in den kommenden Jahren verflixt schwer, obwohl es mehr Mobiltelefone als Festnetzanschlüsse gibt. Bei der reinen Sprachtelefonie bringt UMTS keine Vorteile. So müssen zusätzliche Einnahmen mit neuen Anwendungen realisiert werden. Hier sieht man auf der Cebit an jeder Ecke hochfliegende Ideen. Aber vom vielbeschworenen Durchbruch zum mobilen Handel (M‑Commerce), zum Einkaufen mit dem Handy oder Organizer, ist in diesem Jahr kaum die Rede. Auch die Ankündigung von T‑Mobile, mit einem neuen Wap‑Portal „Millionen von Mobilfunkkunden auf UMTS vorzubereiten“, stammt aus der Ideenwelt von gestern.

Die wirklich neuen Angebote haben vor allem mit Spaß und Freizeit zu tun. Jetzt es geht es zum Beispiel um die Eroberung des Raums: Welche Freunde sind im gleichen Stadtviertel und lassen sich spontan zu einem Kaffee einladen? Wer ist gerade in welchem Club? Drahtlose neue Techniken wie etwa eine Buddy‑Liste der ebenfalls „online“ im Netz erreichbaren Freunde sollen dazu beitragen, bestehende Gemeinschaften zu pflegen. Bei Jamba kann man so etwas sehen, und das neue Siemens‑Handy M50 hat eine solche Funktion gleich eingebaut. Technisch sind ortsbezogenen Dienste einfach zu realisieren: Anhand der Funkzelle läßt sich ermitteln, wo das Handy eingebucht ist. Das Finden von Freunden („Friendfinder“) ist in anderen Ländern schon sehr beliebt. Bald wird man auch hier mit einer SMS alarmiert, sobald mehrere Freunde in einem Café zusammensitzen. E‑Plus startet zur Cebit mit seinem Imode‑Dienst, und hier findet man die wohl beste technische Plattform für die neuen Fun‑Angebote. Dazu braucht man spezielle Handys (von NEC, Toshiba oder Sony Ericsson) und zahlt 3 Euro im Monat. Man kann Moorhuhn spielen oder sich in der Single Box mit netten Menschen verabreden. Im Unterschied zu Wap sind die Inhalte durchgängig farbig, und sie sollen auch hochwertiger sein, weil der sogenannte Content‑Provider 86 Prozent der Einnahmen erhält. Die gesamte Abrechnung übernimmt E‑Plus. Auf der Messe hat uns Imode sehr viel Spaß gemacht.

Alle diese Fun‑Angebote richten sich an Jugendliche und junge Erwachsene. Die Vorstellung, daß die künftigen UMTS‑Erlöse aus den Taschengeldbörsen oder Azubi‑Portemonnaies sprudeln, ist jedoch abstrus. Für den Geschäftsmann, der heutzutage ein mobiler Manager ist, braucht man andere Ideen. Die findet man auf der Cebit jedoch nicht an den UMTS‑Ständen, sondern in der Abteilung für Notebook‑Zubehör. Das Stichwort heißt W‑LAN, Wireless Local Area Network, drahtlose Netzwerktechnik über Funk. Mit einer kleinen Steckkarte für den tragbaren Rechner kann man sich in den deutschen Großstädten immer öfter an öffentlichen Einwahlknoten in ein Funknetzwerk einbuchen, das mit 11 Megabit pro Sekunde viel schneller ist als UMTS. Die Technik funktioniert, ist ausgereift und bezahlbar. Die kleinen Netzwerke arbeiten in dem international freigegebenen Frequenzbereich um 2,4 Gigahertz, Lizenzkosten fallen im Unterschied zu UMTS nicht an. So wundert kaum, daß diese W‑LANs der Alptraum der UMTS‑Lizenznehmer sind. Der Geschäftsmann braucht in diesem Jahr also noch kein UMTS‑Handy. Er kommt mit GPRS oder High Speed (HSCSD) unterwegs an seine Mail und kann damit auch im Internet surfen. Mit der neuen Multimodemkarte D211 von Nokia stehen für den Notebook nicht nur die beiden Datenturbos zur Verfügung, sondern auch W‑LAN‑Anbindungen. Was will man mehr? Die vielbeschworene „UMTS‑Killerapplikation“ für den Geschäftsmann sucht man auf dieser Cebit vergeblich.

Auch das von Quam als „Zukunft des Mobilfunks“ angekündigte Multi-Access-Portal ist gar nicht so revolutionär. Es ist vor allem ein neuer Unified-Messaging-Dienst, wie man ihn schon lange bei E-Plus und anderen kennt. Auf einer Internet-Seite kann man einstellen, wie das eigene Wap-Portal auf dem Mobiltelefon aussehen soll und welche Dienste man auf einem PDA (Windows CE oder Palm) sehen will. So kann man unterwegs bequem die E-Mail lesen, oder sich gar vorlesen lassen, und man bekommt eine Benachrichtigung per SMS, sobald neue Post eingetroffen ist. Man will sogar E-Mail-Anhängsel wie Word-Dateien oder JPG-Bilder auf dem Handy darstellen. Am Quam-Stand funktionierte das aber noch nicht.

Wer im Business‑Bereich viel Leistung für den mobilen Einsatz braucht, wird bei den Smartphones fündig. Diese Zwitter bestehen aus einem Organizer für die Verwaltung von Adressen und Terminen und einem Telefonmodul für die bestehenden Mobilfunknetze. Zur Cebit 2001 hat Nokia mit dem Communicator 9210 einen neuen Maßstab gesetzt. Jetzt kommen viele ähnliche Apparate in den Handel. Etwa der Treo von Handspring mit dem Betriebssystem von Palm, oder der xda von Viag Interkom auf der Basis von Windows CE. Eines haben diese Geräte gemeinsam: Sie sollen unterwegs als vollwertiges mobiles Büro dienen. Nokia hat schon wieder ein heißes Eisen im Feuer: der Communicator 9210i hat zwar noch immer kein GPRS oder Bluetooth, bietet jetzt aber mehr freien Speicher, einen schnelleren Browser, der auch Java‑Script unterstützt, und den Realplayer für Videos. So kann man unterwegs mit HSCSD beispielsweise die Tagesschau auf dem großen Farbdisplay sehen.

Bei den Handys hat die diesjährige Cebit eigentlich im Januar begonnen. Die großen Hersteller wie Motorola, Siemens, Sony Ericsson, Philips und andere haben seit Jahresanfang ihre neuen Produkte vorgestellt. Kurz zusammengefaßt: Das Mobiltelefon des Jahres 2002 hat ein Farbdisplay und unterstützt MMS, den neuen Multimedia Messaging Service, ebenso wie Bluetooth, den Kurzstreckenfunk für Sprache und Daten, der jetzt überall auf der Cebit zu sehen ist. Zum modernen Mobiltelefon gehört weiterhin ein MP3‑Spieler oder eine Digitalkamera. Ferner lassen sich kleine Java‑Programme, meist Spiele, in das Telefon laden. Unsere Favoriten für einen heißen Handy‑Sommer sind das Nokia 7650 und das P800 von Sony Ericsson. Beide haben ein großes Farbdisplay und eine Kamera eingebaut, lassen sich mit Outlook synchronisieren und unterstützen Bluetooth. Das Siemens S45i ist von der technischen Ausstattung her das neue Spitzengerät der Münchner. Es gleicht äußerlich dem älteren S45 wie ein Zwilling, ist aber hochwertiger verarbeitet und in zwei Farben lieferbar. Der unlängst versprochene E-Mail-Client bliebt dem Neuling vorbehalten. Das S45 und das ME45 lassen sich entgegen früheren Ankündigungen nicht mit dieser praktischen Funktion aufwerten.

Nokia hat bis zum Messeauftakt seine Neuheiten versteckt. Dazu gehören neben dem schönen Titan‑Handy 8910 auch das 6310i. Das kleine „i“ steht für Tripleband‑Empfang und die Unterstützung von Java. Diese Programmiersprache wird bei Nokia in erster Linie für Spiele eingesetzt, der verfügbare Speicher von 50 Kilobyte läßt Business‑Anwendungen kaum zu. Das neue 7210 erinnert mit seinem sehr großen Display an das erste Wap‑Handy 7110. Es fehlt aber der Navigations‑Roller. Hingegen hat das 7210 als großer Bruder des 8310 eine Farbanzeige mit riesigen Symbolen, Java, ein Radio mit Lautsprecherbetrieb und einen E‑Mail‑Client. Es fehlt nur Bluetooth und der Antennenanschluß. Die neuen Geräte im mittleren Preissegment heißen 3410 (mit Java‑Spiel und EMS) sowie 3510 mit MMS und polyphonen Klingeltönen.

Ein neues Statussymbol für Manager könnte der Blackberry von Viag Interkom und der Telekom werden. Das elegant-schwarze Gerät in der Größe eines Palm-Organizers ist ein GPRS-Terminal, das unterwegs im Always-On-Betrieb ständig neue E-Mail empfängt und anzeigt. Man muß also seine Post nicht abrufen, sie wird automatisch im Gerät vorgehalten. Kurze Nachrichten kann man mit der winzigen Tastatur unterhalb des sehr großen Displays schreiben und versenden. Das Gerät muß allerdings in Unternehmensnetzwerke eingebunden werden. Privatkunden können mit dem kleinen Flachmann also nichts anfangen. Bei Viag ist der Blackberry vom Hersteller RMI ein reines Datengerät, bei T-Mobile läßt er sich mit einem Headset auch als Telefon nutzen.

Viele Neuheiten auch bei Palm: etwa verbesserte Organizer wie der m515 und der m130. Hinter den Kulissen blitzt immer wieder das für den Herbst angekündigte Betriebssystem OS 5 hervor. Es wird leistungsstärkere Prozessoren unterstützen und die Kleinstrechner noch mehr in Richtung Multimedia bringen. Man munkelt, daß die Amerikaner schon bald einen Organizer mit Telefon-Modul vorstellen werden, aber das ist noch Zukunftsmusik. Spektakuläres Zubehör für die Gegenwart: Die Stoff-Tastatur für fast alle Palms von Logitech, die man wie ein Tuch schützend um den Organizer rollen kann. Man kann sie knautschen, in die Tasche stecken, sie soll wasserabweisend und robust sein. Das Keycase für 150 Euro besteht zum Teil aus Kevlar. Wer eher eine luxuriöse, flache Variante sucht, wird ebenfalls bei Logitech fündig: Das Type Away Keyboard für 130 Euro ist nur 13 Millimeter flach und in widerstandsfähigem Aluminium gehalten.

Wer mit diesen Tastaturen unterwegs seine Texte schreibt oder Tabellen bearbeitet, nutzt meist Documents To Go. Die Software übernimmt sämtliche Dateien aus Winword, Excel oder Powerpoint und paßt sie für den Palm an. Unterwegs kann man also mit sämtlichen Office-Dokumenten weiterarbeiten. Die aktuelle Version 4 ist jetzt endlich in einer deutschen Variante erhältlich. Sie zeigt auf dem Palm sogar PDF-Dateien an. Ebenfalls neu ist ein Web-Browser, der direkt von Palm kommt. Er nutzt einen Proxy-Server des amerikanischen Herstellers, der vor allem eine Aufgabe bewältigt: Den Umbruch der komplexen Internet-Seiten auf den kleinen Bildschirm des Palm. Lädt man eine Seite, werden zunächst nur die Texte in den Organizer übertragen. Anschließend sieht man die Grafiken in frei wählbarer Qualität. Wir waren bei ersten Experimenten auf der Messe beeindruckt. Das Tool ist vom April an erhältlich und kostet 23 Euro.

Wer unterwegs mit dem Palm mehr Datentempo sucht, nutzt HSCSD oder GPRS als Beschleuniger. Nur ist die richtige Konfiguration von Handy und Organizer eine komplizierte Angelegenheit. Bis zu 30 Parameter müssen verändert werden. Eine schnelle und einfache Lösung ist Mobile High Speed von Nova Media. Für 50 Euro erhält man diese Software auf einer Multimedia-Karte, und für 10 Euro kann man die erforderlichen Einstellungen im Internet vornehmen. Viele Lizenznehmer wie IBM oder Handspring nutzen ebenfalls das Palm-Betriebssystem. Sony präsentiert eine ganze Palette von Organizern. Die wichtigste Neuerung ist das Spitzengerät Clié NR 70V mit eingebauter Digitalkamera sowie Audio- und Video-Spieler. Das Farbdisplay hat eine Auflösung von 320 x 480 Punkten, und zum schnellen Schreiben gibt es eine kleine Tastatur.