Test: Huawei Honor

Zwei chinesische Handy-Hersteller drängen mit aller Macht in den europäischen Markt: ZTE und Huawei. Es sind keine jungen Unternehmen, beide wurden bereits in den 1980er Jahren gegründet und sind vor allem als Netzwerkausrüster bekannt. Nun wollen sie auch bei den Endgeräten mitmischen und den Platzhirschen die Stirn bieten. Zumindest mit gesundem Selbstbewusstsein: „Wir gehen davon aus, dass Sony, LG und Motorola bis zum vierten Quartal auf dem deutschen Markt keine Rolle mehr spielen werden“, sagte Huaweis europäischer Vizepräsident Lars Christian Weisswange auf dem Mobilfunk-Weltkongress in Barcelona.

Zunächst trumpften die chinesischen Hersteller mit besonders günstigen Smartphones für unter 100 Euro auf. Doch nun geht Huawei in die Qualitätsoffensive und präsentiert mit der Ascend-Modellreihe zwei Geräte, die dank Vierkern-Prozessor ein besonders hohes Arbeitstempo sowie eine spektakuläre Bildschirmauflösung von 1280 × 720 Pixel bieten. Bereits lieferbar ist das Huawei Honor, das wir einige Zeit ausprobiert haben. Warum sollte man sich dieses Smartphone ansehen? Was kann es besser als die Konkurrenz? Und wo liegen seine Vorzüge im Vergleich mit Sony, LG oder Motorola?

Androide mit langem Atem: Huawei Honor (Foto Hersteller)

Größer und deutlich dicker als ein aktuelles iPhone

Für 300 Euro erhält man einen Androiden in sehr konventionellem Design mit viel Plastik. Die rückseitige Abdeckung ist geradezu filigran und lässt sich nur mit einem gewissen Kraftaufwand abrupfen. Aber die Spaltmaße sind ordentlich, und der tragende Korpus wirkt verwindungssteif und robust. Mit Maßen von 12,2 × 6 × 1,1 Zentimeter ist es etwas größer und deutlich dicker als ein aktuelles iPhone. Im Unterschied zu anderen Androiden in Übergröße passt es noch gut in die Hosentasche und liegt mit seinem Gewicht von 140 Gramm im Mittelfeld. Die 10-Zentimeter-Anzeige löst mit 854 × 480 Pixel auf, spiegelt deutlich, nimmt Fingerfett gern an und wirkt flau und kraftlos im Vergleich mit einer Amoled-Anzeige. Dass sich das Display bei hellem Sonnenschein nur schlecht ablesen lässt, sei ebenfalls angemerkt. Fazit bis hier: gute Mittelklasse, nichts, was einen vom Hocker haut.

Und die technische Ausstattung? Ebenfalls ordentliche Durchschnittsware ohne Überraschungen. Der Einkern-Prozessor von Qualcomm ist mit 1,4 Gigahertz getaktet und bietet genug Arbeitstempo für alle Standardaufgaben, selbst die meisten Spiele laufen flüssig und ruckelfrei. Nur sehr leistungshungrige Anwendungen bringen den Prozessor an seine Grenzen, so dass man sich dann doch ein (teureres) Doppelkern-Modell wünscht. Insgesamt ist die Performance zufriedenstellend, obwohl nun auch Huawei am Android-Betriebssystem herumbastelt und einen eigenen Aufsatz über den Google-Kern legt. Der heißt Huawei Android Platform 5.1, bietet geringfügige Vorteile etwa zum Anlegen verschiedener Start-Bildschirme, lässt sich aber wie die Basteleien von Sony, LG und Motorola nicht entfernen, um das bessere „Android pur“ zu erhalten. Derzeit arbeitet das Honor mit dem älteren Android 2.3.6, eine Aktualisierung auf das aktuelle Ice Cream Sandwich (Android 4) ist noch für diesen Monat angekündigt.

Wie sieht es in der Multimedia-Abteilung aus? Hier bieten sich der Android-Fraktion die größten Chancen für einen starken individuellen Auftritt. Mit der eingebauten Kamera und einer guten Bildqualität kann man sich von den Mitbewerbern unterscheiden. Abermals bleibt das Honor in der Mittelklasse hängen. Zugegeben, die Optik löst mit 8 Megapixel auf. Sie bietet ferner HDR-Aufnahmen. High Dynamic Range erstellt nacheinander ein unter- und ein überbelichtetes Foto. Beide Aufnahmen dieser Belichtungsreihe werden zu einem Hochkontrastbild zusammengefügt. Aber ein starkes Kaufargument sind die mit dem Honor erstellten Schnappschüsse nicht, da ist die Konkurrenz besser. Kleine Pluspunkte wollen wir nicht verschweigen: So erlaubt das Gerät ein Streaming von Medien aller Art mit dem DLNA-Protokoll – aber das können andere auch.

Nein, bis hier würden wir jedem Interessenten raten, für ein bisschen mehr Geld in der Smartphone-Oberklasse zu stöbern. Da gibt es feine Apparate von Samsung oder HTC mit besseren Kameras und scharfem Design. Aber das Honor hat ein Alleinstellungsmerkmal, bei dem alle anderen passen: die Akkulaufzeit, stets ein wunder Punkt bei Android. Natürlich ist sie abhängig von den installierten Apps sowie der Art und Weise des Umgangs mit dem Gerät.

Weiterlesen auf FAZnet

Test: Onlinedienste bei Volkswagen — RNS 810 im Phaeton

Nun kommt das Internet auch in des Volkes Wagen. Nein, noch nicht in den aktuellen Golf, aber im luxuriösen Phaeton hat VW schon die nächste Evolutionsstufe seines RNS-Systems gezündet. Die neue Anlage heißt RNS 810 und basiert unverkennbar auf dem hier schon oft gelobten RNS 510, das unter anderem im Golf, Scirocco und Passat zu haben ist. Die Phaeton-Variante (2870 Euro) basiert auf der bewährten Technik, kommt aber mit einem deutlich größeren Monitor (20 Zentimeter in der Diagonale) und der eleganteren Einfassung. Die Basisdaten entsprechen der kleineren Anlage: Touchscreen und Bedienung mit dem Finger; Funktionstasten am linken und rechten Rand führen ohne Umwege in die Menüs, und eine 30-Gigabyte-Festplatte speichert nicht nur das Kartenmaterial für die Navigation, sondern auch eigene Musik.

Hübsch anzusehen: Kartendarstellung mit Google (Foto Spehr)

Neu im Phaeton sind die kameragestützte Verkehrszeichenerkennung – und der Internetzugang. Wie kommt das Auto ins Netz? Wie bei allen anderen Herstellern muss man sich mit den Details der Mobilfunkanbindung auseinandersetzen. Im Phaeton gibt es weder eine festverbaute Sim-Karte noch einen Leseschacht für die eigene, sondern einzig und allein das Bluetooth-Protokoll „Sim Access“ für den Netzzugang. Dieses Profil bietet beim Freisprechbetrieb beste Sende- und Empfangseigenschaften. Eine eigenständige Funkanlage des Fahrzeugs übernimmt die Kontrolle, das Handy oder Smartphone wird derweil in eine Art Tiefschlaf versetzt. Sim Access hat viele Vorteile: So brechen Gespräche bei schwacher Funkversorgung selten ab, und meist ist auch die Akustik exzellent. Nur gelten Sim-Access-Geräte leider als Mangelware. Viele Blackberrys und ältere Nokias sind dabei, aber nur sehr wenige Android-Smartphones, und das iPhone von Apple bleibt ganz außen vor.

Wir probierten im Phaeton ein älteres Nokia E71, das zunächst mit der „Mobiltelefonvorbereitung Premium“ (1040 Euro) zu verbinden ist. Diese Prozedur erfolgt nicht etwa am Monitor des RNS 810, sondern mit den Lenkradtasten und der Anzeige auf dem Zweitdisplay zwischen Tachometer und Drehzahlmesser. Anschließend kann man telefonieren. Für den Datentransport sind nach der Bluetooth-Anbindung weitere Parameter einzugeben, nämlich der WWW-Zugangspunkt und jene Angaben, die man für mobile Datenverbindungen am Smartphone einträgt. Die Informationen werden nicht automatisch aus dem Handy geladen, und es gibt leider auch keine Anbieter-Liste, aus der man den passenden Datensatz wählen könnte. Also ist Handarbeit angesagt, bis die Verbindung steht. Zum abschließenden Feintuning gehört die Konfiguration der Dienste, um zum Beispiel Roaminggebühren bei Auslandsreisen zu vermeiden. Auch gibt es einen „Verbrauchszähler“.

Was nach dieser Strapaze im Phaeton online zur Verfügung steht, ist nicht viel: Wer an einen Web-Browser, aktuelle Nachrichten, Wettermeldungen, Premium-Verkehrsnachrichten, eine E-Mail-Software oder gar Facebook und Twitter denkt, wird enttäuscht: Nur zwei Online-Anwendungen lassen sich aufrufen, nämlich die Google-Satellitenbilddarstellung in der Navigation sowie eine Google-Suche mit Weitergabe der Fundstellen an die Navigation.

Weiterlesen auf FAZnet

Test: UMTS-Stick Xyfi von Nova Media

Wie kommt man unterwegs mit seinem Notebook oder Tablet-PC ins Internet? Wer deutschen Vielreisenden auf das Notebook schaut, entdeckt meist einen USB-Stick mit eingebautem UMTS-Modem. Solche praktischen Helfer sind von 40 Euro an zu haben. Die Sim-Karte wird in den Stick eingesetzt, ein selbstinstallierendes Programm startet aus dem USB-Speicher heraus, und anschließend legt man los, sofern die Parameter für den Netzzugang (richtig) voreingestellt sind.

Xyfi von Nova Media: Das Schweizer Taschenmesser unter den mobilen Internetzubringern (Foto Hersteller)

Treiber und Software stehen meist für Windows und den Mac zur Verfügung. In der Regel gibt es keine Schwierigkeiten, manchmal aber doch. Zuletzt haben wir uns mit einem UMTS-Stick von Huawei am Macbook Air geärgert. Die mitgelieferte Software funktionierte partout nicht mit dem Betriebssystem Snow Leopard. Die Lösung war schließlich die Verwendung anderer Treiber.

Weitere Nachteile eines UMTS-Sticks seien erwähnt: Sie verringern die Akkulaufzeit des Notebooks spürbar. Was bei einem üppig dimensionierten PC kaum ins Gewicht fällt, kann bei einem kleinen Schnuckelchen wie dem leichten Macbook Air zum Problem werden: Sechs Stunden im Normalbetrieb reduzieren sich auf dreieinhalb im Internet. Ferner steht das Netz nur diesem angeschlossenen Rechner zur Verfügung. Familie oder Freunde im Wochenendhaus lassen sich nicht mitversorgen.

Dann lieber ein „MiFi“ oder ein „mobiler Hotspot“

In solchen Fällen ist man mit einem „MiFi“ oder „mobilen Hotspot“ besser bedient. Die Geräte sind in Amerika sehr populär, aber auch in Deutschland erhältlich. Der hochgelobte Huawei E5 kostet um die 90 Euro und teilt die Mobilfunkverbindung mit bis zu fünf Geräten: Notebooks, Smartphones, Tablet-PC und so weiter. Das Gerät bezieht den Strom über einen Mini-USB-Anschluss, der eingebaute Akku hält ungefähr fünf Stunden durch, wenn nur ein W-Lan-Partner angekoppelt ist.

Die Inbetriebnahme erledigt man allein im Web-Browser, eine Treiber-Installation ist also nicht erforderlich. Wie bei einem W-Lan-Router lässt sich der Zugriff durch Verschlüsselung und Kennwort schützen. Beim Download erreicht das Gerät bis zu 7,2 MBit/s, die verfügbare Bandbreite müssen sich natürlich alle Partner teilen. Wer ein Hotspot- Gerät für den Auslandsurlaub anschafft, sollte darauf achten, dass kein Sim-Lock gesetzt ist. So kann man hinter der Grenze eine Prepaid-Karte des Gastlands einsetzen und günstig surfen.

Das Tethering als dritter Weg zum mobilen Internet

Der dritte Weg zum mobilen Glück ist in vielen Smartphones gleich eingebaut: das Tethering. Die Mobilfunkabteilung des Telefons reicht die Daten via Kabel, W-Lan oder Bluetooth an andere Geräte weiter. Das iPhone beispielsweise nennt die Funktion „Persönlicher Hotspot“. Es gibt allerdings Einschränkungen: Viele Netzbetreiber und Provider sperren die Funktion. Man soll zusätzlich zu dem vorhandenen Datenvertrag noch eine zweite monatliche Grundgebühr für das Tethering zahlen. Es wird also nicht nur das Volumen abgerechnet, sondern auch die Art und Weise der Datennutzung. Davon einmal abgesehen belastet die Weiterleitung den Smartphone-Akku ebenfalls stark.

Wir haben nun ein Gerät ausprobiert, das man als Schweizer Taschenmesser unter den mobilen Internetzubringern bezeichnen kann: Das Xyfi von Nova Media ist nicht größer als ein UMTS-Stick und hat die Vorzüge eines mobilen Hotspots. Zunächst ein Blick auf die Hardware: Mit Maßen von 8 × 2,9 × 1,2 Zentimeter sieht das Xyfi aus wie ein UMTS-Stick, und es wiegt nur 30 Gramm. Die obere Gehäuseschale lässt sich abnehmen, darunter findet man einen Schacht für die Sim-Karte in Normalgröße sowie eine Micro-SD-Speicherkarte. Der USB-Anschluss fährt auf Knopfdruck aus, der Stecker lässt sich so drehen, dass der Stick auch seitlich an den Notebook andocken kann – ein Pluspunkt bei dichter Portbelegung.

Das Xyfi hat unterschiedliche Betriebsmodi

Das interessante Detail des Xyfi sind seine unterschiedlichen Betriebsmodi: Im USB-Einsatz arbeitet er wie die gängigen UMTS-Sticks. Man installiert also den im Gerät gespeicherten Treiber für Windows oder Mac OS X und konfiguriert den Apparat im Web-Browser. Die Einstellungen und Zugangspunkte für die wichtigsten Netzbetreiber sind schon vorgegeben, und das Xyfi hat keinen Sim-Lock. Kleine Kritik: Ein Zähler für das verbrauchte Datenvolumen fehlt. SMS für die eingesetzte Sim-Karte werden empfangen, aber im Unterschied zu anderen UMTS-Sticks lassen sich keine versenden.

Spannend wird das Ganze, wenn man den kleinen Stick als Router im Hotspot-Modus einsetzt. Er baut dann sein eigenes W-Lan für die Umgebung auf, bis zu acht Teilnehmer lassen sich einbuchen.

Weiterlesen auf FAZnet

Test: VW Passat 1.4 TSI Eco Fuel / Erdgasantrieb

Der Bordcomputer zeigt detailliert den Momentan- und Durchschnittsverbrauch auch im Gasbetrieb an, ferner bietet er eine ordentliche Schätzung der Reichweite und ermittelt sogar den Energiegehalt des Gases (Foto Spehr)

Als die Dieselmotoren mit Turbos aufgeladen wurden, war das der Durchbruch. Bei den erdgasbetriebenen Fahrzeugen zeigt sich seit 2009 eine ähnliche Tendenz. Opel brachte den Zafira Eco Flex Turbo, der hinsichtlich Elastizität und Beschleunigung alle Klischees vom „lahmen“ Erdgasfahrzeug überzeugend widerlegt. Mit 110 kW (150 PS) und einem Drehmoment von 210 Newtonmeter (bei 2300 bis 5000/min) kommt man flott voran.

Volkswagen hat für den eiligen Sparer einen weiteren Pfeil im Köcher. Schaufelt der Abgasturbolader bei hoher Drehzahl ordentlich Luft in die Zylinder, springt zusätzlich der Kompressor bei niedrigen Motordrehzahlen ein: Es gibt also mehr Schwung beim Anfahren. Für die Verwendung von Erdgas ist das ideal, denn dadurch kann der Motor schon bei niedriger Drehzahl mit guter Füllung und hoher Verdichtung arbeiten. Wir haben den Passat 1.4 TSI Eco Fuel erprobt, der aus 1,4 Liter Hubraum ebenfalls 110 kW (150 PS) holt und dessen 220 Newtonmeter Drehmoment schon zwischen 1500 und 4500/min anliegen.

Von Behäbigkeit keine Spur

In der Tat ist beim Anfahren ein gewisses Feingefühl vonnöten, zumindest mit dem Sieben-Gang-DSG. Auf den ersten Metern legt sich der Passat scharf ins Zeug, bevor er dann schön linear den Drehzahlberg erklimmt. Im Unterschied zum Erdgas-Zafira ist kein Turboloch zu spüren, und der Standardsprint von 0 auf 100 km/h gelingt in weniger als zehn Sekunden. Auch danach geht es flott weiter, man landet zügig bei einer angenehmen Reisegeschwindigkeit von 180 km/h, bevor dann etwas Geduld bis zum Erreichen der Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h gefordert ist. Kurzum: Bei den Fahrleistungen gibt es wirklich nichts auszusetzen, kein Vergleich also mit den Erdgasfahrzeugen der Vergangenheit, mit denen man sich bei hohen Drehzahlen nur behäbig bewegte.

Und dann kommt gleich der zweite Pluspunkt: der geringe Verbrauch. Typischerweise konsumiert ein Erdgasfahrzeug um sechs Kilogramm auf 100 Kilometer. Ein Kilo hat den Energiegehalt von 1,5 Liter Superbenzin. Mit dem Passat kamen wir ungeachtet der sehr kalten Witterung auf durchschnittlich 5,6 Kilogramm. Das ist nicht nur eine erfreuliche Zahl auf dem Papier, sondern bedeutet im täglichen Fahrbetrieb, dass man immer mit einer Reichweite von 300 Kilometer und bei zurückhaltender Fahrweise sogar mit 400 Kilometer rechnen darf. Ist bei der Konkurrenz von 250 Kilometer an die gelegentlich nervenaufreibende Tankstellensuche erforderlich, freut sich hier der Vielfahrer über die zusätzliche Reserve. Denn nur 900 der 15 000 Tankstellen in Deutschland bieten überhaupt CNG, „Compressed Natural Gas“ an.

31 Liter Benzin als Notvorrat

Ferner ist der Volkswagen bivalent ausgelegt, bringt also einen zwar reduzierten, aber mit einem Fassungsvermögen von 31 Liter hinreichend großen Benzintank mit: So ist also auch eine längere Auslandsreise in Ländern ohne Erdgasversorgung möglich.

Zum Vergleich: Die monovalenten Erdgasfahrzeuge wie der Zafira haben nur einen Benzin-Notvorrat von maximal 15 Liter. Eine weitere Besonderheit des Passat ist die fehlende Option, zwischen Benzin und Erdgas manuell umschalten zu können. Der Gasbetrieb ist die Standardeinstellung. Lediglich beim Kaltstart und bei sehr niedrigen Außentemperaturen wird kurzzeitig auf Benzin umgeschaltet. Ist das Gas aufgebraucht, erfolgt automatisch der Rückgriff aufs Benzin. Der fehlende Schalter ist also kein Nachteil, denn es gibt keinen Grund, den teureren Kraftstoff zu wählen. Zumal auch die Fahrleistungen nahezu identisch sind.

Drei Stahltanks unter dem Laderaumboden und in der Reserveradmulde nehmen bis zu 21 Kilogramm Gas auf. Das Kofferraumvolumen wird nicht angetastet und beträgt bei der von uns gefahrenen Stufenhecklimousine wie gehabt 565 Liter. Allerdings ist der Eco Fuel 160 Kilogramm schwerer als sein benzinbetriebenes Pendant und bringt fast 1,6 Tonnen auf die Waage. Mit Erdgas erreicht der Passat, der in der Emissionsklasse Euro 5 fährt, einen CO2-Ausstoß von 117 Gramm je Kilometer, was grüne Gemüter wohlwollend zur Kenntnis nehmen dürften.

Weiterlesen auf FAZnet

Test: Remote Touch im Lexus RX 450h

Man kann ihn als Geländewagen fürs grüne Gewissen verstehen, den Lexus RX 450h, der mit einem V6-Benziner und zwei E-Motoren eine beeindruckende Systemleistung von 220 kW (299 PS) bietet. Aber auch bei der Kommunikationstechnik beschreitet die Toyota-Tochter neue Wege. Das Stichwort lautet „Remote Touch“ und ist ein Bediensystem, das mehr Ergonomie und weniger Ablenkung bei der Steuerung von Navigation, Telefon, HiFi- und Klimaanlage verspricht. Das zentrale Bedienelement nennt Lexus „Remote Touch“, und das ist quasi eine übergroße Computer-Maus auf der Fahrerseite der Mittelkonsole.

Remote Touch im Lexus: Funktioniert wie eine übergroße Computer-Maus (Foto Hersteller)

Nahezu automatisch landet die Hand auf der erhabenen Fläche, und die Finger legen sich auf eine Art Trackpoint, der in alle Richtungen stufenlos bewegbar ist. Mit diesem Instrument steuert man den Cursor auf dem Monitor. Die Return-Taste links liegt in Reichweite des Daumens, und wenn der Beifahrer eingreifen will, muss er sich zwar ein bisschen nach links herüberbeugen, findet aber auf seiner Seite ebenfalls eine Return-Taste. Der Trackpoint bietet zudem ein in mehreren Stufen einstellbares haptisches Feedback. Auf diese Weise landet der Cursor präziser auf einzelnen Monitor-Schaltflächen. Und das Display ist nun, im Unterschied zu anderen Lexus-Modellen, nicht mehr berührungsempfindlich. Wir fanden das Konzept überzeugend: Die Anzeige bleibt frei von Fingerfett, und man muss sich nicht mehr nach vorn beugen, um mit dem Finger präzise kleine Schaltflächen zu treffen.

Jetzt mit Cursor-Steuerung: Nicht der Finger kommt zum Einsatz, sondern Remote Touch (Foto Hersteller)

Dazu kommt die gelungene Darstellung auf dem hochauflösenden 20-Zentimeter-Monitor: Im Unterschied zu Audi und BMW findet man kein verschachteltes Menüsystem vor, sondern geht vom Hauptmenü aus in die einzelnen Funktionsabteilungen. Eine Menü-Taste am oberen Rand von „Remote Touch“ fungiert als Startpunkt – alles andere ergibt sich nahezu von allein. Indes wird der schlichte und eingängige Auftritt mit etlichen Nachteilen erkauft, wenn es um die Funktionalität der einzelnen Module geht. Da ist vieles nicht mehr Stand der Technik. Zum Beispiel die Sprachbedienung, die keine akustische Erfassung des Navigationsziels vorsieht. Für die Eingabe von Ort und Straße muss man also in Handarbeit jeden einzelnen Buchstaben eingeben. Oder das Kontaktverzeichnis der Telefonabteilung: Hier sind alle Adressen stets nach dem Vornamen sortiert, und die Suchfunktion beschränkt sich auf die Anfangsbuchstaben. Davon einmal abgesehen, erledigt der elektronische Kopilot seine Aufgabe sehr ordentlich, in Kreuzungsnähe baut sich ein Zoom auf, allerdings fehlen Fahrspurassistenten, und als Datenlieferant für Verkehrsinformationen kommt nur das Gratisangebot von TMC zum Einsatz. Mehr Spaß hat man mit der HiFi-Anlage, die ebenso wie der Bluetooth-Freisprecher zur Serienausstattung gehört. Und dank des Blauzahn-Funks gelingt problemlos die Musikübertragung vom Smartphone ins Fahrzeug.

Weiterlesen auf FAZnet

Erste Beobachtungen und Test-Notizen zum HTC One X

Hier einige ungeordnete und unsystematische Beobachtungen, Kommentare sind herzlich willkommen. Ich gehe davon aus, dass die Basisdaten bekannt sind.

  • Insgesamt ein sehr faszinierendes Gerät, auch wg. der flachen Bauform. Die Hardware aus Kunststoff gefällt, klasse!
  • Keine HTML-Anzeige von E-Mails, die sehr unschön aussehen.
  • Telefonnummern im E-Mail-Text werden optisch zwar nicht zum Anklicken hervorgehoben, lassen sich aber trotzdem mit einem längeren Fingertipp an die Telefonabteilung übergeben.
  • Sehr schön und besser als beim nativen Android 4 die 3D-Stapelansicht der zuletzt aufgerufenen Apps über die Fenster-Taste unten rechts.
  • Das schon mehrfach von mir beschriebene Kontakte-Chaos von Android ist wohl auch hier zu beobachten. Da mache ich aber noch ein Fragezeichen.
  • Kalender mit der Option, welche Registerkartensymbole in der unteren Menüzeile angezeigt werden.

    Kalender in der Wochendarstellung (Foto Spehr
  • Die Kalenderdarstellung von Sense orientiert sich an älteren Sense-Versionen und ist grauenhaft unübersichtlich. Ja, es ist mir bekannt, dass man mit alternativen Kalendern nachbessern kann.
  • Screenshot anfertigen mit gleichzeitiger Betätigung von Volume down und Ein/Aus-Schalter.
  • Qualität der Kamera bzw. der geschossenen Fotos kann definitiv nicht mit dem iPhone 4S mithalten.
  • HTC Friendstream mit Zusammenführung von Facebook und Twitter ist für den Intensivnutzer kein Gewinn.
  • WWW-Darstellung klasse. Flash-Player im Browser deaktivierbar. Kleiner Tipp: Mit dem Finger im Browserfenster über die untere Kante hinauswischen, um ein zusätzliches Mini-Menü zu erhalten.
  • HTC hat sich bemüht, sein Sense in der hier neuen Version 4 besser zu machen. Es ist aber ein krasser Designbruch gegenüber „Android 4 pur“ mit seinen feinen, geradezu zarten Linien und seinem Purismus. Hier wird wie gehabt dick aufgetragen.
  • Menü-Wirrwarr etwa beim Foto-Upload. Unterschiedliche Menüs an unterschiedlichen Stellen.

    Ganze Seite im Überblick: Faz.net im Standardbrowser (Foto Spehr)
  • Kamera-Software Image Sense gefällt, klasse ist der Burst-Modus mit schneller Auslösefolge. Anschließend wird vorgeschlagen, „das beste“ Foto automatisch auswählen zu lassen, zu speichern und den Rest zu löschen. Genial!
  • Ferner HDR- und Panorama-Fotos, zahlreiche Effekte. Fotos können auch während einer Videoaufnahme geschossen werden.
  • Kein Speicherkarten-Slot, 32 GB fest eingebaut, Akku nicht zugänglich, Micro-Sim-Karte, NFC eingebaut.
  • Akku: Heute Mittag voll geladen, jetzt hat er nach 4 Stunden noch 55 Prozent.
  • Sehr praktische Benachrichtigungs-LED inmitten der Lautsprecher-Lochzeile (84 kleine Löcher).
  • Gesichtserkennung bei der Entsperrung des Geräts arbeitet DEUTLICH besser, zuverlässiger als auf dem Google Galaxy Nexus.