Test: Remote Touch im Lexus RX 450h

Man kann ihn als Geländewagen fürs grüne Gewissen verstehen, den Lexus RX 450h, der mit einem V6-Benziner und zwei E-Motoren eine beeindruckende Systemleistung von 220 kW (299 PS) bietet. Aber auch bei der Kommunikationstechnik beschreitet die Toyota-Tochter neue Wege. Das Stichwort lautet „Remote Touch“ und ist ein Bediensystem, das mehr Ergonomie und weniger Ablenkung bei der Steuerung von Navigation, Telefon, HiFi- und Klimaanlage verspricht. Das zentrale Bedienelement nennt Lexus „Remote Touch“, und das ist quasi eine übergroße Computer-Maus auf der Fahrerseite der Mittelkonsole.

Remote Touch im Lexus: Funktioniert wie eine übergroße Computer-Maus (Foto Hersteller)

Nahezu automatisch landet die Hand auf der erhabenen Fläche, und die Finger legen sich auf eine Art Trackpoint, der in alle Richtungen stufenlos bewegbar ist. Mit diesem Instrument steuert man den Cursor auf dem Monitor. Die Return-Taste links liegt in Reichweite des Daumens, und wenn der Beifahrer eingreifen will, muss er sich zwar ein bisschen nach links herüberbeugen, findet aber auf seiner Seite ebenfalls eine Return-Taste. Der Trackpoint bietet zudem ein in mehreren Stufen einstellbares haptisches Feedback. Auf diese Weise landet der Cursor präziser auf einzelnen Monitor-Schaltflächen. Und das Display ist nun, im Unterschied zu anderen Lexus-Modellen, nicht mehr berührungsempfindlich. Wir fanden das Konzept überzeugend: Die Anzeige bleibt frei von Fingerfett, und man muss sich nicht mehr nach vorn beugen, um mit dem Finger präzise kleine Schaltflächen zu treffen.

Jetzt mit Cursor-Steuerung: Nicht der Finger kommt zum Einsatz, sondern Remote Touch (Foto Hersteller)

Dazu kommt die gelungene Darstellung auf dem hochauflösenden 20-Zentimeter-Monitor: Im Unterschied zu Audi und BMW findet man kein verschachteltes Menüsystem vor, sondern geht vom Hauptmenü aus in die einzelnen Funktionsabteilungen. Eine Menü-Taste am oberen Rand von „Remote Touch“ fungiert als Startpunkt – alles andere ergibt sich nahezu von allein. Indes wird der schlichte und eingängige Auftritt mit etlichen Nachteilen erkauft, wenn es um die Funktionalität der einzelnen Module geht. Da ist vieles nicht mehr Stand der Technik. Zum Beispiel die Sprachbedienung, die keine akustische Erfassung des Navigationsziels vorsieht. Für die Eingabe von Ort und Straße muss man also in Handarbeit jeden einzelnen Buchstaben eingeben. Oder das Kontaktverzeichnis der Telefonabteilung: Hier sind alle Adressen stets nach dem Vornamen sortiert, und die Suchfunktion beschränkt sich auf die Anfangsbuchstaben. Davon einmal abgesehen, erledigt der elektronische Kopilot seine Aufgabe sehr ordentlich, in Kreuzungsnähe baut sich ein Zoom auf, allerdings fehlen Fahrspurassistenten, und als Datenlieferant für Verkehrsinformationen kommt nur das Gratisangebot von TMC zum Einsatz. Mehr Spaß hat man mit der HiFi-Anlage, die ebenso wie der Bluetooth-Freisprecher zur Serienausstattung gehört. Und dank des Blauzahn-Funks gelingt problemlos die Musikübertragung vom Smartphone ins Fahrzeug.

Weiterlesen auf FAZnet

Eine Antwort auf „Test: Remote Touch im Lexus RX 450h“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.