Test: UMTS-Stick Xyfi von Nova Media

Wie kommt man unterwegs mit seinem Notebook oder Tablet-PC ins Internet? Wer deutschen Vielreisenden auf das Notebook schaut, entdeckt meist einen USB-Stick mit eingebautem UMTS-Modem. Solche praktischen Helfer sind von 40 Euro an zu haben. Die Sim-Karte wird in den Stick eingesetzt, ein selbstinstallierendes Programm startet aus dem USB-Speicher heraus, und anschließend legt man los, sofern die Parameter für den Netzzugang (richtig) voreingestellt sind.

Xyfi von Nova Media: Das Schweizer Taschenmesser unter den mobilen Internetzubringern (Foto Hersteller)

Treiber und Software stehen meist für Windows und den Mac zur Verfügung. In der Regel gibt es keine Schwierigkeiten, manchmal aber doch. Zuletzt haben wir uns mit einem UMTS-Stick von Huawei am Macbook Air geärgert. Die mitgelieferte Software funktionierte partout nicht mit dem Betriebssystem Snow Leopard. Die Lösung war schließlich die Verwendung anderer Treiber.

Weitere Nachteile eines UMTS-Sticks seien erwähnt: Sie verringern die Akkulaufzeit des Notebooks spürbar. Was bei einem üppig dimensionierten PC kaum ins Gewicht fällt, kann bei einem kleinen Schnuckelchen wie dem leichten Macbook Air zum Problem werden: Sechs Stunden im Normalbetrieb reduzieren sich auf dreieinhalb im Internet. Ferner steht das Netz nur diesem angeschlossenen Rechner zur Verfügung. Familie oder Freunde im Wochenendhaus lassen sich nicht mitversorgen.

Dann lieber ein „MiFi“ oder ein „mobiler Hotspot“

In solchen Fällen ist man mit einem „MiFi“ oder „mobilen Hotspot“ besser bedient. Die Geräte sind in Amerika sehr populär, aber auch in Deutschland erhältlich. Der hochgelobte Huawei E5 kostet um die 90 Euro und teilt die Mobilfunkverbindung mit bis zu fünf Geräten: Notebooks, Smartphones, Tablet-PC und so weiter. Das Gerät bezieht den Strom über einen Mini-USB-Anschluss, der eingebaute Akku hält ungefähr fünf Stunden durch, wenn nur ein W-Lan-Partner angekoppelt ist.

Die Inbetriebnahme erledigt man allein im Web-Browser, eine Treiber-Installation ist also nicht erforderlich. Wie bei einem W-Lan-Router lässt sich der Zugriff durch Verschlüsselung und Kennwort schützen. Beim Download erreicht das Gerät bis zu 7,2 MBit/s, die verfügbare Bandbreite müssen sich natürlich alle Partner teilen. Wer ein Hotspot- Gerät für den Auslandsurlaub anschafft, sollte darauf achten, dass kein Sim-Lock gesetzt ist. So kann man hinter der Grenze eine Prepaid-Karte des Gastlands einsetzen und günstig surfen.

Das Tethering als dritter Weg zum mobilen Internet

Der dritte Weg zum mobilen Glück ist in vielen Smartphones gleich eingebaut: das Tethering. Die Mobilfunkabteilung des Telefons reicht die Daten via Kabel, W-Lan oder Bluetooth an andere Geräte weiter. Das iPhone beispielsweise nennt die Funktion „Persönlicher Hotspot“. Es gibt allerdings Einschränkungen: Viele Netzbetreiber und Provider sperren die Funktion. Man soll zusätzlich zu dem vorhandenen Datenvertrag noch eine zweite monatliche Grundgebühr für das Tethering zahlen. Es wird also nicht nur das Volumen abgerechnet, sondern auch die Art und Weise der Datennutzung. Davon einmal abgesehen belastet die Weiterleitung den Smartphone-Akku ebenfalls stark.

Wir haben nun ein Gerät ausprobiert, das man als Schweizer Taschenmesser unter den mobilen Internetzubringern bezeichnen kann: Das Xyfi von Nova Media ist nicht größer als ein UMTS-Stick und hat die Vorzüge eines mobilen Hotspots. Zunächst ein Blick auf die Hardware: Mit Maßen von 8 × 2,9 × 1,2 Zentimeter sieht das Xyfi aus wie ein UMTS-Stick, und es wiegt nur 30 Gramm. Die obere Gehäuseschale lässt sich abnehmen, darunter findet man einen Schacht für die Sim-Karte in Normalgröße sowie eine Micro-SD-Speicherkarte. Der USB-Anschluss fährt auf Knopfdruck aus, der Stecker lässt sich so drehen, dass der Stick auch seitlich an den Notebook andocken kann – ein Pluspunkt bei dichter Portbelegung.

Das Xyfi hat unterschiedliche Betriebsmodi

Das interessante Detail des Xyfi sind seine unterschiedlichen Betriebsmodi: Im USB-Einsatz arbeitet er wie die gängigen UMTS-Sticks. Man installiert also den im Gerät gespeicherten Treiber für Windows oder Mac OS X und konfiguriert den Apparat im Web-Browser. Die Einstellungen und Zugangspunkte für die wichtigsten Netzbetreiber sind schon vorgegeben, und das Xyfi hat keinen Sim-Lock. Kleine Kritik: Ein Zähler für das verbrauchte Datenvolumen fehlt. SMS für die eingesetzte Sim-Karte werden empfangen, aber im Unterschied zu anderen UMTS-Sticks lassen sich keine versenden.

Spannend wird das Ganze, wenn man den kleinen Stick als Router im Hotspot-Modus einsetzt. Er baut dann sein eigenes W-Lan für die Umgebung auf, bis zu acht Teilnehmer lassen sich einbuchen.

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