Vergleichsfoto: Samsung Galaxy S3 versus iPhone 4S bei wenig Licht

Bei schönstem Sonnenschein machen alle neueren Smartphones sehr ordentliche Aufnahmen. Der Knackpunkt ist stets die Aufnahme mit schwachem Licht. Deshalb hier ein erster Vergleich.

Beide Fotos wurden an identischer Position zur gleichen Zeit im abgedunkelten Raum ohne Blitz geschossen. Beim iPhone 4S kamen die Standardeinstellungen zum Einsatz, beim Samsung Galaxy S3 dito mit höchster Auflösung und ISO-Automatik. Es wurden zwei Aufnahmen gemacht und die bessere ausgewählt. Beide Fotos sind in Originalgröße hochgeladen und wurden nicht bearbeitet. Zum Download in Originalgröße auf das Bild klicken.

Das Samsung Galaxy S3

Samsung Galaxy S3

 

Das iPhone 4S

iPhone 4S

 

Der neue 7er von BMW: Das erste Auto mit E-Mail-Spracherkennung à la Siri

Ende Juli kommt der 7er von BMW mit einem Facelift auf den Markt, die wichtigsten Verbesserungen betreffen die Kommunikationstechnik. Erstmals in der Werksausstattung gibt es eine Spracherkennung für E-Mail und SMS, die BMW kurioserweise „Freitextspracherkennung“ nennt. Der Hersteller wird nicht in der Pressemeldung genannt, es ist nach meinen Informationen Nuance, die auch an Apples Siri beteiligt sind.

Auszüge aus der Pressemeldung:

„Mit der neuen Generation des Navigationssystems Professional komplettiert eine Freitextspracherkennung sowie eine optimierte Sprachsteuerung das Angebotsportfolio der Officefunktionalitäten von Connected Drive. …  Durch eine Freitextspracherkennung ermöglicht die Diktierfunktion dem Fahrer erstmals, im Fahrzeug kurze Textnachrichten zu „schreiben“ – einfach, indem er sie spricht. Bereits wenige Sekunden nach der Spracheingabe erscheint der erkannte Text im Display und wird auf Wunsch vorgelesen. Selbstverständlich stehen dem Fahrer auch einfache, sprachbasierte Editierungsmöglichkeiten zur Verfügung, um komfortabel und vor allem sicher E-Mails und Kurznachrichten zu erstellen. Das System ist multilingual und erkennt aktuell sechs Sprachen.

„Eine weitere sprachbasierte Funktion rund um die Officefunktionalitäten ist das Aufnehmen von Sprachnotizen. Diese können bei Bedarf direkt über E-Mail verschickt werden. Der große Vorteil besteht für den Fahrer hier in der schnellen Konservierung von Ideen oder To-Dos mit der Möglichkeit, sie an die jeweiligen Adressaten weiterzuleiten – und das ohne Ablenkung vom Verkehrsgeschehen. Auf Wunsch lassen sich die aufgenommenen Notizen auch per USB-Stick einfach aus dem Fahrzeug mitnehmen.“

 

Der neue 7er von BMW (Foto Hersteller)

Weitere Highlights des neuen 7er BMW:

  • Multifunktionales Instrumentendisplay, „virtuelle Anzeigen“ in verschiedenen Farben
  • 3D-Darstellung der Menüs
  • iDrive mit 1,3 GHz-Prozessor (keine genauen Angaben) und „eigener 3D-Grafikkarte“ (keine weiteren Angaben)
  • Neu gestaltetes Kontextmenü (PIE-Menü), das mit dem Controller aufzurufen ist
  • Speed Limit Info und Überholverbotsanzeige mit Kamera

Telefon, Mail, SMS: Wie gefährlich ist die Ablenkung im Auto?

Die Kommunikationstechnik an Bord lenke immer stärker ab, heißt es. Wer ein Infotainment-System bedient, lege selbst bei einfachen Aufgaben Hunderte von Metern im Blindflug zurück. Aber stimmt das?

Immer mehr Elektronik im Auto provoziert. All zu leichtfertig rüsteten die Autohersteller ihre Kommunikationssysteme auf, die Sicherheit bleibe auf der Strecke. Schon fordern Politiker: Es müsse verhindert werden, dass der Fahrer „durch überflüssige digitale Spielereien“ abgelenkt werde. Strikte Verbote und „intensive Überwachung“ seien das Gebot der Stunde. Sachverhalt und Kausalität liegen auf der Hand: Die junge Internet-Generation, töricht und unerfahren, wie sie ist, verkennt die Gefahren und setzt auf ihre vermeintliche Multitasking-Kompetenz.

Aber das Thema ist viel zu ernst für oberflächliche Betrachtungen und politische Schnellschüsse. Dass Ablenkung und Unaufmerksamkeit kausal für viele Unfälle verantwortlich sind, ist richtig. Die Fahrerablenkung hat deshalb in der Autoindustrie seit Jahrzehnten den allerhöchsten Stellenwert, und ein Blick auf seriöse Studien bringt Erstaunliches zutage. Zunächst: Die Diskussion ist alles andere als neu. Fast alle wissenschaftlichen Arbeiten stützen sich auf die 1979 erschienene „Tri-level study of the causes of traffic accidents“, wonach rund 90 Prozent aller Verkehrsunfälle auf menschlichen Ursachenfaktoren beruhen. Ferner spiele in 20 bis 24 Prozent aller Unfälle die Ablenkung eine Rolle.

Diese Zahlen werden in der gesamten Literatur immer wieder zitiert, indes zeigten sich schon vor 30 Jahren die Schwierigkeiten einer wissenschaftlichen Eingrenzung des Problems. Ablenkung und Unaufmerksamkeit sowie ihre Bedeutung für das Unfallgeschehen lassen sich nicht ohne weiteres und zuverlässig quantifizieren. Ablenkung kann die (regelkonforme) Zuwendung der Aufmerksamkeit zu einem sich nähernden Radfahrer sein. Man denke ferner an die „klassische“ Ablenkung durch Niesen, Blendung oder eine Wespe im Fahrzeug. Schließlich die Ablenkung durch Nebentätigkeiten: Essen, Trinken oder die Suche nach Gegenständen. Ablenkend sind nicht nur Telefonate, die Bedienung von Infotainment-Anlagen oder Smartphones, sondern auch intensive Gespräche mit den Mitfahrern, das angeregte Hören von Musik oder sogar aufwühlende Gedanken.

Stets spielen viele Faktoren zusammen

Wie viele Unfälle ursächlich durch mangelnde Aufmerksamkeit verursacht werden, ist nicht exakt messbar. Weder sind die Aussagen von Beteiligten zuverlässig noch die subjektiven Einschätzungen der einen Unfall aufnehmenden Polizeibeamten oder die nachträgliche Rekonstruktion durch Sachverständige. Stets spielen viele Faktoren zusammen, etwa mangelnde Vertrautheit mit der Strecke oder fehlende Fahrpraxis. Man kann einige Kniffe anwenden und beispielsweise mit dem Ausschlussverfahren nur Auffahrunfälle ohne Stau und Wartepflicht tagsüber bei guter Sicht und trockener Fahrbahn analysieren. Die Ergebnisse solcher aktuellen Forschungen deuten in die gleiche Richtung wie alle größeren Studien der vergangenen zehn Jahre: Demnach werden im Unterschied zu den siebziger Jahren derzeit rund zehn Prozent aller Unfälle durch Unaufmerksamkeit und Ablenkung hervorgerufen.

Dennoch bleibt die Ablenkung ein drängendes Problem. Auch wenn eine allgemein verbindliche und anerkannte Definition fehlt, ist sie messbar und wird seit mehr als 100 Jahren wissenschaftlich untersucht. Es geht um Reaktionsgeschwindigkeit und Fehlerraten, um die Informationsaufnahme und -verarbeitung sowie die Messung von Blickbewegungen. Weithin bekannt ist die Untersuchung der Blickwinkelverengung: Der Fahrer tendiert bei mentaler Beanspruchung dazu, den Blick auf das vermeintlich Wichtigste zu fokussieren. Ablenkungseffekte erfasst man am Simulator mit Spurwechselaufgaben. Der „Lane Change Test“ misst die Differenz zwischen einer Ideallinie und dem realen Fahrverlauf, gibt Aufschlüsse zur Wahrnehmung sowie zur Qualität des Lenkmanövers und zur Spurhaltung.

Mit diesen empirischen Studien lässt sich zwar keine Gewichtung der Unfallrelevanz, wohl aber eine Risikoabstufung ablenkender Faktoren erstellen. Die Befunde sind jedoch alles andere als einheitlich, und die „Nebentätigkeiten“ des Fahrers passen sich fortwährend dem Zeitgeist an. Noch vor fünf Jahren stand die Suche nach Musikkassetten oder Audio-CD als gefährliches Manöver im Zentrum der Kritik. Auch das Hantieren mit gedruckten Landkarten oder das „Drehen“ von Zigaretten wurde als höchst problematisch eingeschätzt. An die Stelle solcher Gefahrenquellen tritt heute der Umgang mit dem Handy, der elektronischen Navigation und dem MP3-Infotainment. Fasst man alte und aktuelle Literatur zusammen, lassen sich folgende Hauptgruppen der Fahrerablenkung zusammenstellen:

1. Mitfahrer, Kinder, Tiere,

2. Essen, Trinken, Rauchen,

3. Suchen, Greifen, Bücken nach Gegenständen,

4. Hantieren an klassischen Bedienelementen des Fahrzeugs wie Radio und Klimaanlage,

5. Telefonieren und die Bedienung neuer Kommunikationssysteme,

6. Das Verhalten anderer Fahrer, aufregende Erlebnisse und Gefühle.

Geht es um Smartphone, Internetnutzung und Infotainment, gibt es also weder Anlass für einen aufgeregten Alarmismus, wie ihn derzeit die deutsche Versichungswirtschaft betreibt, noch einen Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Alle Studien weisen darauf hin, dass auch das Telefonieren mit Freisprechanlage zu einer messbaren mentalen Ablenkung führt, Reaktionszeiten erhöht und das Sehfeld schmälert. Noch gefährlicher ist das SMS-Schreiben oder Hantieren mit einem Smartphone während der Fahrt. In diesem Sinne kann man das deutsche „Handy-Verbot“, das schon das Aufnehmen oder Halten des Geräts während der Fahrt untersagt, begrüßen.

Offline-Zone ist eine undenkbare Vorstellung

Allerdings ist die Realität auf der Straße eine andere, hier entzündet sich die Kritik. Nicht nur, dass mit dem Handy am Ohr telefoniert wird. Auch das Lesen und Schreiben von E-Mail oder der Blick auf neue Meldungen bei Facebook und Twitter ist immer wieder zu sehen. Gerade die junge Generation will ihren digitalen Lebensstil nahtlos im Fahrzeug fortsetzen. Das Auto als kommunikationsfreie Offline-Zone ist eine undenkbare Vorstellung. Man will auch unterwegs allzeit vernetzt an den Aktivitäten seiner Freunde teilhaben. Ungeachtet aller Verbote und mahnenden Hinweise wird eben doch mit dem Smartphone herumgespielt, ein Missstand ohnegleichen.

So gesehen ist die Strategie der Fahrzeughersteller richtig, dass eine behutsame Einbindung von Internetdiensten in die Bordelektronik sicherer macht, was ohnehin nicht mehr zu verhindern ist. Es geht hier nicht um einen uneingeschränkten Zugang auf die bunten Seiten des WWW. Sondern um eine angepasste und eigens für das Fahrzeug aufbereitete Darstellung von Inhalten, die deutlich weniger ablenkt als der Blick aufs Smartphone. Dazu gehört auch die auf den Fahrer abgestimmte Kombination aus schnell erreichbaren Bedienelementen, intuitiver Controller-Steuerung und großem Bordmonitor. Wer beispielsweise im BMW oder Mini an die sozialen Netzwerke angedockt ist, lässt sich neue Twitter- und Facebook-Meldungen mit einer synthetischen Stimme vorlesen. Die Ablenkung ist minimal. Auch in umgekehrter Richtung funktioniert das Ganze. Die Spracherkennung sorgt dafür, dass man Navigationsziele oder Rufnummern erfasst, ohne den Blick auch nur für eine Sekunde von der Straße nehmen zu müssen.

Audi, BMW und Mercedes-Benz sind mustergültig

Zukunftsmusik ist die Gestensteuerung, wie sie etwa Mercedes-Benz bereits gezeigt hat. In den Forschungsabteilungen des amerikanischen Netzbetreibers AT&T setzt Gesten-Bedientechnik von übermorgen auf bioakustische Übertragungswege. Dabei werden Vibrationen ausgewertet, die bei kleinsten Körperbewegungen entstehen. Gut möglich also, dass das Auto der fernen Zukunft nicht nur versteht, was der Fahrer sagt, sondern auch interpretiert, was er mit seinen Fingern sanft andeutet.

Nur fährt leider in der Gegenwart nicht jedes Infotainment-System auf so hohem Niveau. Was bei Audi, BMW und Mercedes-Benz mustergültig funktioniert, sieht bei anderen Herstellern nicht ganz so rosig aus. Ablenkung ist geradezu eingebaut. Verspielte Kommunikationssysteme mit unübersichtlichen Menüs und komplizierter Bedienung findet man leider viel zu häufig in der Werksausstattung. Auch hat sich offenbar noch nicht herumgesprochen, dass ein berührungsempfindlicher Bildschirm, dessen kleine Schaltflächen man nur mit beherztem Nach-vorn-Beugen erreicht, wohl kaum eine sichere Bedienung erlaubt. Mit solchen Anlagen und gänzlich unerfahrenen Nutzern kann man in der Tat aufsehenerregende Ergebnisse im Eyetracking-Verfahren produzieren: Der Versuchsteilnehmer kennt sich mit dem System nicht aus, ständig wechselt sein Blick zwischen Fahrbahn und Monitor.

Derweil zündet in den Forschungslabors schon die nächste Evolutionsstufe der Sicherheitstechnik. Sie besteht darin, die vorhandenen Müdigkeitsassistenten zu Ablenkungsexperten zu befördern. Bislang erfasst die Sensorik den individuellen Fahrstil mit Kriterien wie Geschwindigkeit, Lenkverhalten, Längs- und Querbeschleunigung, Uhrzeit und Fahrtdauer. Lässt die Konzentration nach, werden die Lenkbewegungen ruckartiger, schlägt das System Alarm und fordert – etwa bei Mercedes-Benz, Volkswagen oder Volvo – zu einer Pause auf. Ablenkungsassistenten erfassen künftig noch genauer das Geschehen im Innenraum – und die Gemütslage des Fahrers. Toyota entwickelt eine Kamerasoftware, die mehrere hundert Charakteristika des Fahrergesichts analysiert und auswertet. Gibt es Anzeichen, dass der Fahrer abgelenkt ist, setzen Warnmeldungen der Bordelektronik früher ein. Audi experimentiert ebenfalls mit kameragestützten Ablenkungsassistenten, die den Körper und die Kopfposition des Fahrers erfassen. Wie bei Toyota setzen gegebenenfalls die Warnhinweise der Sicherheitssysteme früher ein. Fehlt nur noch der logischerweise letzte Schritt gegen die Ablenkung am Steuer: das selbstfahrende Auto, mit dem Google und andere experimentieren. Aber das ist eine andere Geschichte.

Test: Olympus DS 7000

An der Spitze wird die Luft dünn. Wenn es um das professionelle digitale Diktieren geht, landet der Arzt oder Anwalt unweigerlich bei den hochwertigen Geräten von Philips oder Olympus. Es sind Arbeitsinstrumente für den Dauereinsatz, überzeugend in Anmutung, Ergonomie, Verarbeitung und Bedienung. Wer sein Diktiergerät rund um die Uhr nutzt, will keinen Kompromiss in der Hand halten. Die beiden Referenzgeräte in der Oberklasse, das DPM 9600 von Philips und das DS 5000 von Olympus, sind mittlerweile fast fünf Jahre alt.

Farbdisplay und Docking-Station: Olympus DS 7000 (Foto Hersteller)

Nun steht der Wachwechsel an, zunächst bei Olympus. Das neue DS 7000 ist bei uns seit einigen Wochen im Einsatz, und der Fortschritt soll sofort sichtbar sein: Als erstes Profigerät hat es ein TFT-Farbdisplay. Was bringt das? Ehrlich gesagt: nicht viel. Olympus hat die gewohnte Menüführung beibehalten, nun sind die einzelnen Einträge unterhalb der Karteireiter etwas besser voneinander abgesetzt und schneller zu identifizieren. Aber ein großer Schritt nach vorn ist das nicht. Denn mit einem Diktiergerät geht man weder ins Internet, noch schaut man Fotos. Im Gegenteil, die farbige Anzeige hat sogar einige Nachteile: Sie muss früher dunkel schalten als das monochrome Pendant, und ihr Stromverbrauch ist höher. Aber Olympus hat beim Akku alles richtig gemacht und verwendet seine Lithium-Ionen-Batterie aus den Digitalkameras. Der Kraftspender hält um die 30 Stunden durch und hat damit eine Ausdauer, die deutlich über der des Philips DPM 9600 mit Monochromdisplay liegt. So muss man sich nur an die fortwährende Abdunklung der Anzeige gewöhnen.

Meisterstück der Feinmechanik

Die Hardware des neuen DS 7000 ist – wie beim Vorgängermodell – über jeden Zweifel erhaben. Der Body aus Metall ist teilweise mit schwarzem Kunststoff überzogen, das Akkufach ist gegen unbeabsichtigtes Öffnen durch einen Riegel geschützt, und der abermals verbesserte Schiebeschalter, der auf Rollen gleitet, darf als Meisterstück der Feinmechanik gelten. Er arbeitet im Unterschied zur Konkurrenz geräuschlos und fährt absolut leichtgängig und geschmeidig auf seine vier Positionen. Bei diesem Hauptbedienelement spürt man sofort den Unterschied zwischen einem Profigerät und billigen Möchtegern-Apparaten. Bei Bedarf lässt sich der Stand des Schalters auf dem Display visualisieren, so dass der ungeübte Nutzer eine optische Rückmeldung bekommt.

Die zweite Neuerung ist das modifizierte Mikrofon, das mit einer nach oben herausgezogenen Kapsel und einer Feinabstimmung für die Spracherkennung aufwartet. Damit Dragon Naturally Speaking bessere Ergebnisse liefert, hat Olympus zusammen mit dem Softwarehersteller Nuance das Frequenzspektrum des Mikros optimiert. Wir haben mit dem Philips in der linken und dem Olympus in der rechten Hand ein Probediktat aufgenommen und anschließend der PC-Software vorgesetzt. Das Ergebnis: Obwohl die Aufnahme des Olympus in der subjektiven Wahrnehmung besser klingt, gab es hinsichtlich der Erkennungs- und Fehlerrate nicht den geringsten Unterschied – weder in sehr leiser Umgebung noch bei dezent im Hintergrund laufender Musik. Das bestätigt unsere These, wonach eine ordentliche Aussprache bei der Spracherkennung hilfreicher ist als ausgeklügelte Mikrofontechnik.

In gewisser Hinsicht gibt es beim neuen Olympus sogar ein Mikrofonproblem. Denn die Klinkenbuchsen für ein Zusatzmikrofon und den Ohrhörerausgang wurden von der Oberseite des Geräts auf die linke Seitenfläche gelegt. Zugegeben, das sieht nun schicker aus. Aber ein Aufsteckmikrofon mit Nebengeräuschunterdrückung lässt sich jetzt nicht mehr sinnvoll mit dem DS 7000 verwenden, landen doch Zeige- und Mittelfinger nahezu automatisch über der Buchse. Was sich die Japaner dabei gedacht haben, möchte man doch gern wissen. Mit den kleinen Aufsteckmikros erstellt man nämlich auch im Auto, in der Bahn oder am Flughafen eine spracherkennungstaugliche Aufzeichnung. Ohne die Nebengeräuschunterdrückung hörten sich unsere DS-7000-Aufnahmen im Auto durchaus gut an, aber die Fehlerrate bei der Spracherkennung ist indiskutabel. In diesem Sinne ist es gewiss klug, das ältere DS 5000 und seine ID-Variante (mit biometrischem Fingerabdruckscanner) noch eine Zeitlang im Markt zu belassen.

Alle weiteren Details des neuen DS 7000 entsprechen nahezu dem Vorgängermodell. Aufgezeichnet wird, wie bei jedem Profigerät, in den Formaten DSS und DSS Pro, beides sind quasi die MP3-Pendants für Sprache. Ein Diktiergerät ist ein Spezialist und kein Audio-Generalist. Dateien lassen sich mit 256-Bit-AES-Verschlüsselung vor unbefugtem Zugriff schützen, bis zu zehn Autoren und 20 Diktattypen sind direkt am Gerät administrierbar. Die typische Olympus-Marotte, neben der SD-Speicherkarte ein zweites Micro-SD-Laufwerk unterhalb des Akkufachs unterzubringen, wurde beibehalten.

Die kleine Karte lässt sich nur mit chirurgischem Werkzeug aus ihrem Fach herauspfriemeln. Da Speicherplatz weder knapp noch teuer ist, sehen wir hier keinen Gewinn und den Nachteil, dass beim Andocken an Windows gleich zwei störende „Was soll ich nun mit dem Laufwerk anfangen?“-Meldungen aufploppen. Auch irritiert, dass man – wie gehabt – zwischen verschiedenen USB-Klassen umschalten muss. Wer das DS 7000 zusammen mit Dragon Naturally Speaking einsetzt, erhält mit der ebenfalls neuen Zusatzsoftware Olympus Dictation Management System (ODMS) ein sehr leistungsfähiges Programm, das einen ausgefeilten Workflow vom Diktat über die Spracherkennung bis hin zum Versand der transkribierten Dateien per E-Mail oder FTP bietet.

Ganze Befehlsketten und Regeln sind programmierbar, auch in Abhängigkeit vom Diktierer und seinem Kürzel. Es gibt zwar noch einige kleine Fehler, aber insgesamt ist das Gebotene sehr üppig. Die Software eignet sich nicht nur für den Einzelplatz, sondern auch für große Arbeitsgruppen, Dragon lässt sich zudem als Hintergrund-Anwendung integrieren.

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Test: HTC One X

Viele Jahre galt der taiwanesische Hersteller HTC als Spezialist für hochwertige Smartphones in den Geschmacksrichtungen Windows und Android. In den vergangenen Monaten sind jedoch Umsatz und Gewinn drastisch eingebrochen. Samsung und Apple dominieren, wenn es um gehobene Anspruche geht, und bei den günstigen Geräten drängen neue Aufsteiger wie ZTE und Huawei aus China in den Markt. HTC hat sich jedoch auch selbst in die Krise manövriert, Stichwort „Sense“. Diese Erweiterung des Betriebssystems war in den Anfangszeiten von Android ein Pluspunkt, wurde dann jedoch zunehmend ein Ballast, den mancher gern über Bord geworfen hätte.

Feines Gehäuse, gute Verarbeitung: das neue HTC One X (Foto Hersteller)

Nun startet HTC mit seiner One-Serie einen neuen Anlauf: V, S und X heißen die jungen Hoffnungsträger mit Android4, die allesamt eine besonders flinke Digitalkamera mitbringen. Der HTC „Image Chip“ soll in 0,7 Sekunden für eine Aufnahme bereitstehen, und der Autofokus benötigt nach Angaben des Herstellers nur weitere 0,2 Sekunden für Serienbilder. Alle Fotos landen bei Bedarf automatisch in der Cloud: Wer ein One V, S oder X kauft, erhält für zwei Jahre einen üppigen Speicherplatz von 25 Gigabyte bei Dropbox. Die drei Talente unterscheiden sich hinsichtlich Prozessor, Display- und Kameraauflösung, wir haben das Spitzenmodell One X mit superschnellem Vierkernprozessor einige Zeit ausprobiert.

Display geht nahtlos in den Rahmen über

Bei der ersten Kontaktaufnahme freut sich das Auge: Das One X kommt in einem Unibody-Gehäuse aus robust wirkendem Polycarbonat, das sehr stabil und gleichzeitig angenehm leicht ist (130 Gramm). Das Display geht nahtlos in den Rahmen über, aber die wunderbar homogene Einfassung fordert natürlich ihren Tribut: Der Akku ist fest eingebaut und lässt sich vom Anwender nicht wechseln, es fehlt ein Steckplatz für Speichererweiterungen, und wie beim iPhone4 und 4S benötigt man eine Micro-Sim-Karte. Im Vergleich mit den Apple-Geräten ist das One X deutlich höher und breiter (13,5×7 Zentimeter), aber ebenso dünn (0,9 Zentimeter). Zur großen Bildschirmfläche passt die Auflösung des Super-LC-Displays: sage und schreibe 1280×720 Pixel werden hier auf einer Diagonale von fast zwölf Zentimeter geboten, und die Pixeldichte von 312 dpi ist so spektakulär wie beim iPhone. Einzelne Pünktchen lassen sich nicht mehr voneinander unterscheiden.

Der Vorteil der hohen Auflösung zeigt sich nicht nur bei der Videowiedergabe, sondern vor allem beim Web-Surfen: Man sieht ganze Seiten im Überblick, wie auf einem Netbook, aber natürlich ist die Schrift winzig. Bei der E-Mail und in anderen Abteilungen hält sich der Nutzwert indes in Grenzen: Mit einem Exchange-Postfach sahen wir gerade mal ein halbes Dutzend neuer Nachrichten untereinander, und in Hootsuite ebenso viele Twitter-Meldungen. Aber trotzdem: Das Display gefällt, und im Unterschied zu den meisten Amoled-Anzeigen kann man es auch draußen bei hellem Sonnenschein halbwegs ordentlich ablesen.

Bei den technischen Daten spielt das One X ebenfalls in der Oberliga. Es ist eines der ersten Geräte mit Vierkernprozessor, zum Einsatz kommt der mit 1,5 Gigahertz getaktete Tegra 3 von Nvidia. Genauer betrachtet ist es sogar ein Fünfkernprozessor, denn ein zusätzlicher „Companion-Kern“ mit kleiner Taktung springt bei geringer Systemauslastung ein und soll auf diese Weise den Stromverbrauch reduzieren. Von der immensen Rechenleistung profitieren vor allem die Spiele. Wer sein Smartphone als Arbeitsinstrument verwendet, benötigt keine Mehrkern-CPU. Für die flotten Nvidia-Prozessoren gibt es indes in der „Tegra Zone“ geeignetes „Spielmaterial“. Dumm nur: Gerade diese ausgewählten Demos liefen anfangs nur ruckelnd und ließen das Smartphone unangenehm heiß werden. Erst ein Firmware-Update brachte Abhilfe.

Also werfen wir einen Blick auf die Kamera, die mit 8 Megapixel auflöst, in der Tat ausgesprochen schnell zur Sache geht und selbst bei schlechten Lichtverhältnissen dank Blende F2.0 in Innenräumen ordentliche Aufnahmen liefert. Ein LED-Blitz springt ergänzend ein, und das spektakulärste Detail sind die Serienbildaufnahmen durch langes Drücken der Auslöse-Schaltfläche auf dem Display: Nun werden acht bis zehn Schnappschüsse in Folge erstellt. Die Software bietet an, nach dem Speichern die beste Aufnahme zu ermitteln und alle anderen zu löschen. Die Ergebnisse des Algorithmus sind überzeugend. Wer sich nicht auf die Automatik verlassen will, löst die Schnappschuss-Gruppe auf und begutachtet die Einzelaufnahmen. Auch das funktioniert prima. Bei Bedarf werden alle Fotos automatisch in die Dropbox hochgeladen. Im Videomodus zeichnet der Kamkorder mit Full-HD und 1920×1080 Pixel bei 30 Bildern je Sekunde auf, getrennte Foto- und Kamkorder-Auslöser sorgen nicht nur dafür, dass man schnell zwischen beiden Aufnahmearten wechseln, sondern auch während der Videoaufzeichnung fotografieren kann.

Ein weiterer Pluspunkt ist die eingebaute Fotosoftware. Filter, Effekte, und Einstellungen gibt es en masse, selbst anspruchsvolle Dinge wie HDR-Aufnahmen, Panorama- und (Gruppen-)Porträtfotos gelingen ohne zusätzliche Apps, Belichtung, Kontrast, Sättigung und Schärfe lassen sich zudem manuell einstellen. In dieser Hinsicht ist das HTC One X dem iPhone klar überlegen, bei der Bildqualität hält es annähernd mit. Keine Frage: Kamera und Fotosoftware sind die Stärken des HTC One X.

Das neue Sense über Android 4.0.3 will einiges besser machen. HTC hat sich bemüht und manches über Bord geworfen.

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