So funktioniert die Nuance-Spracherkennung im neuen 7er BMW

Der neue 7er BMW wird das erste Fahrzeug mit einer umfassenden Freitext-Spracherkennung sein. Die Lösung stammt von Nuance, die mir heute einige zusätzliche Informationen durchgegeben haben.

Dragon Drive kommt zunächst in den 2012er Modellen des 7er BMW, später auch im 3er BMW. Es erfordert das Navigationssystem „Professional“ und den Telematikdienst „BWM Assist“ sowie die Bluetooth-Option. Dragon Drive ist eine serverbasierte Spracherkennung für mehrere Sprachen, d.h. die  aufgezeichnete Sprachinformation wird per Internet und Mobilfunkverbindung an Server von Nuance geschickt, dort transkribiert, und anschließend landet der erkannte Text im Fahrzeug, wo er korrigiert werden kann. Die Mobilfunkverbindung erfolgt über die Sim-Karte von BMW.

Die Spracherkennung für Navigation und Telefonie bleibt „onboard“, d.h. hier ist keine Mobilfunkverbindung erforderlich.

Dragon Drive kostet nach 60tägiger Testphase 25 Euro pro Jahr, es kommt ein Vertrag mit Nuance (nicht mit BMW) zustande.

Im Unterschied zu den Nuance-Apps auf dem Smartphones wird hier ein Benutzerprofil angelegt, d.h. die Erkennungsleistung wird sich im Laufe der Zeit verbessern. Es ist jedoch nicht möglich, eigene Begriffe dem Vokabular hinzuzufügen. Jedoch können viele Befehle und Kommandos der PC-Software Dragon Naturally Speaking genutzt werden, insbesondere Interpunktionszeichen.

Dragon Drive nutzt akustische Modelle, die eigens auf die Nebengeräusche im Fahrzeug abgestimmt sind. Damit dürfte die Erkennungsleistung deutlich höher liegen als bei einem Diktat mit dem Smartphone in der Hand.

Es lassen sich SMS und E-Mail diktieren, und die Ergebnisse landen auf dem eigenen Smartphone, also nicht in einem ggf. vorhandenen BMW-Office-E-Mail-Konto.

Zur Korrektur kann man sich den erkannten Text vorlesen lassen, und es gibt Optionen für die Korrektur, es werden also Alternativen vorgeschlagen.

Update, 22. Juli: Auf der Fahrvorstellung des neuen 7er BMW in Russland zeigte sich, dass die Nuance-Lösung nur dann funktioniert, wenn das angeschlossene Smartphone das Bluetooth-Profil MAP unterstützt. Das „Message Access Profile“ beherrschen derzeit einige Blackberrys. Das iPhone-Betriebssystem iOS unterstützt MAP erst von Version 6 an.

Und hier das Video von Nuance

 

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