Der Datenhunger von Facebook wird immer größer

Nicht nur mit Fake News macht Facebook von sich reden. Auch sein Datenhunger wird immer größer. Man kann jedoch als Nutzer einiges tun.

Neben Google ist Facebook der zweite große Datenkrake, der jeden einzelnen Nutzer in einer in der Weltgeschichte bislang nicht erlebten Art und Weise ausspäht. Daten werden keineswegs nur erhoben, um Werbung zielgenau anzupassen, wie die Verharmloser immer wieder behaupten. Das Gefährliche besteht darin, dass die erfassten Daten zurückwirken. Unser digitaler Zwilling erlaubt nicht allein Rückschlüsse über unser Denken und Fühlen, über politische Entscheidungen und persönliche Präferenzen, sondern die Daten beeinflussen, mit wem wir in Kontakt treten, wie wir gesehen werden und welche Inhalte wir selbst künftig sehen. Darüber ist im Zusammenhang mit der amerikanischen Präsidentenwahl und Fake News ausführlich diskutiert worden. Sogar von den beiden Datenkraken selbst.

Während man Google mit seinem Quasi-Monopol der Suchmaschine sowie des mobilen Betriebssystems Android und Marktanteilen von mehr als 85 Prozent nicht mehr durch persönliches Verhalten ausweichen kann, gibt es bei Facebook einige Lichtblicke. Niemand muss Facebook nutzen, wenngleich Facebook auch Daten über Menschen erhebt, die kein Facebook-Konto haben. Und man kann der Sammelleidenschaft von Facebook gewisse Grenzen setzen.

Der erste und wichtigste Schritt besteht wie immer darin, genau das Gegenteil dessen zu tun, was Facebook und andere einem fortwährend nahelegen: Wo man aufgefordert wird, eigene Konten, Informationen und Dienste mit Facebook zu verknüpfen, weil man es dann angeblich leichter hat oder das Ergebnis mehr Sicherheit bringt, sage man konsequent nein. Ein Login mit Facebook: Das hört sich naheliegend an, aber es bedeutet, dass nicht nur der jeweilige Dienst oder die betreffende App sämtliche persönlichen Daten aus Facebook abziehen, sondern umgekehrt, dass auch Facebook alles erfährt, was eine Fitness-Armbanduhr oder eine Überwachungskamera fürs Heim an Informationen generiert.

Daten über Nichtmitglieder generieren

Innerhalb der App und im Facebook-System wertet Facebook die eigenen Aktivitäten aus, also selbst eingegebene Informationen wie Status-Updates, geteilte Beiträge und Links und sodann die impliziten Daten: die Inhalte von Fotos mit Hilfe von Bilderkennungsalgorithmen, die von nichtverschlüsselten Chat-Unterhaltungen, Standort- und Bewegungsinformationen, die gelesenen Nachrichten, die Aktivitäten im hauseigenen Newsfeed mitsamt der Frage, welche Beiträge wie lange gelesen wurden und natürlich mit welchem Gerät. Mit der IP-Adresse werden Standortdaten jederzeit erhoben, unabhängig davon, ob man den Zugriff auf den Standort in den Berechtigungseinstellungen gewährt hat.

Auf diese Weise wird das eigene Nutzerprofil mit bestimmten Themen verbunden, und die fortwährende Nötigung, seine Adressbücher hochzuladen oder die Handynummer anzugeben, soll nicht nur dazu dienen, Verbindungen zu anderen Mitgliedern herzustellen, sondern Daten über Nichtmitglieder zu generieren. Auch mit der Markierung Dritter in Fotos werden Informationen über Nichtmitglieder gesammelt. Unternehmen, die auf Facebook ihre Werbung zeigen wollen, können ihre Kundendatenbanken in Facebook einspeisen, damit diese mit bestehenden Facebook-Profilen abgeglichen werden.

Dahinter verbirgt sich stets ein Mini-Programm

Selbst außerhalb der blauen Welt ist Vorsicht angesagt: Dass der Like-Button auf den meisten Internetseiten keineswegs nur einer harmlosen Bezeugung des Gefallens dient, hat sich herumgesprochen. Tatsächlich verbirgt sich hinter dem freundlichen Symbol stets ein Mini-Programm, das von Facebook nachgeladen wird und die betreffende Seite, Cookies sowie die Sitzungs-ID der gegebenenfalls bei Facebook angemeldeten Person sendet. Ist der Besucher der Seite nicht bei Facebook angemeldet, wird ein zwei Jahre gültiges Cookie gesetzt, das bei jeder weiteren Verbindung nach Amerika geschickt wird. So kann Facebook den Besucher der betreffenden Seite gegebenenfalls später einer Person zuordnen, nämlich wenn sie sich auf dem Gerät anmeldet.

Will Facebook in seiner zurzeit laufenden Werbekampagne den Eindruck erwecken, man könne die eigenen Beiträge kontrolliert verbreiten, gezielt nur einzelnen Mitgliedern oder Gruppen präsentieren und versehentlich Veröffentlichtes sofort löschen, sind die entsprechenden Einstellungen tatsächlich nur Placebo-Pillen, die an der Datensammelwut des Imperiums nicht einmal kratzen, weil die Privatsphäre-Funktionalität bloß die Sichtbarkeit eigener Daten gegenüber anderen betrifft. Was dem Facebook-Nutzer in Gänze vorenthalten wird, ist jedweder Einblick in die Rückschlüsse und Erkenntnisse, die Facebook aus dem Nutzerverhalten generiert hat. Die vom Nutzer selbst hochgeladenen Informationen sind nur ein kleiner Bruchteil dessen, was Facebook über ihn weiß.

Die Daten bleiben

Selbst eine Kontolöschung bei Facebook bedeutet lediglich, dass die vom Nutzer erstellten Beiträge gelöscht werden. Dass die über ihn erhobenen Informationen ebenfalls getilgt werden, ist unwahrscheinlich. Fachleute nehmen an, dass Facebook ohnehin nie etwas löscht, sondern mit Löschvermerken arbeitet, also nur Markierungen setzt, dass etwas als gelöscht zu gelten hat. Die Daten bleiben.

Facebook sammelt Daten nicht allein in seinem eigenen Ökosystem, sondern auch mit Hilfe seiner Tochterunternehmen. Zwar wurde jetzt vorübergehend die Weitergabe von Telefonnummern und Nutzungszeiten von Whatsapp an Facebook in Europa pausiert. Aber das ebenfalls zum Konzern gehörende Instagram sammelt weiterhin fleißig und reicht laut eigener Datenschutzbestimmungen Cookies, Protokolldateien, Gerätekennungen sowie Ortungs- und Nutzungsdaten an Facebook weiter. Der nächste Schritt ist Free Basics mit der Idee, dass man in Afrika, Ostasien und Lateinamerika unentgeltlich mobil im Netz surfen kann, aber natürlich nur auf ausgewählten Websites von Facebook und einigen anderen. Facebook stellt sich damit gegen das freie und offene Internet und untersagt den Einsatz von Verschlüsselungsprotokollen wie HTTPS. Indien hat das Programm bereits verboten, weil es die Netzneutralität verletzt. In den Geschäftsbedingungen von Free Basic nimmt sich Facebook das Recht, als Internet-Zugangsprovider nahezu alle verfügbaren Informationen der Nutzer zu verwenden, selbst die Batteriestärke des eingesetzten Geräts.

Facebook auf einem zweiten Smartphone

Der datensparsamste Umgang mit Facebook besteht darin, es in einer geschlossenen Umgebung laufen zu lassen, also abgeschottet und nicht permanent eingebucht. Für den Rechner verwende man einen zweiten Browser, in dem nichts Persönliches gespeichert ist. Wer mit Chrome arbeitet, nehme Firefox – und umgekehrt. In einem „anonymen“ Browserfenster öffne man Facebook, erledige das, was zu tun ist – und melde sich wieder ab. Man sorge dafür, dass der Browser nach dem Schließen sämtliche Cookies sowie weitere Chroniken oder Spuren löscht.

Smartphone-Apps lassen sich in ihrer Neugier nicht einfach bremsen. Wer es richtig machen will, installiert Facebook auf einem zweiten Smartphone, das keine eigenen Daten, Konten, Adressbücher, E-Mails enthält. Was Facebook interessiert, lässt sich auf den mobilen Plattformen in den Einstellungen für die App-Berechtigungen sehen. Facebook fordert den Zugriff auf so gut wie alles und überträgt zum Beispiel, wie eine Kontroll-Software für den Datenverkehr zeigt, auch so gut wie alles im Minutentakt nach Amerika. Insbesondere den eigenen Standort. Mit der „laufenden Synchronisierung“ werden neben den eigenen Daten auch jene von Dritten an Facebook gesendet; in diesem Fall das Adressbuch mitsamt Details. Ein europäischer Facebook-Nutzer müsste jeden seiner Kontakte fragen, ob er einverstanden ist, dass seine Daten an Facebook weitergeleitet werden.

Das alles hört sich ein wenig nach Paranoia und Umstandskrämerei an, ist aber letztlich die einzige Möglichkeit, das fortwährende Ausspähen ein wenig einzudämmen. Im Sommer machte ein Bild die Runde, das Facebook-Gründer und -Chef Mark Zuckerberg in seinem Hauptquartier zeigt. Im Hintergrund ist der Schreibtisch mit seinem Notebook zu sehen. Wer genau hinschaut, entdeckt zwei Details: Das Mikrofon links und die Kamera über der Anzeige sind abgeklebt. Eine sehr aufschlussreiche analoge Abwehr digitaler Spähangriffe.

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Test: Asus Zenbook 3 2016

Dem Vorbild wie aus dem Gesicht geschnitten: Das Zenbook 3 von Asus orientiert sich so eng am 2015 vorgestellten 12-Zoll-Macbook, dass man es als Windows-Pendant des Apple-Notebook bezeichnen könnte. Beide sind kompakte, flache, leichte Rechner für den Geschäftsreisenden, der mit wenig Ballast unterwegs ist und die geringen Maße des elektronischen Begleiters höher schätzt als seine Rechenleistung. Beide haben nur eine einzige Schnittstelle, nämlich den Universalanschluss USB C, der mit Hub und Adaptern nahezu unendlich viele Erweiterungsmöglichkeiten bietet. Beide sind von der Grundfläche her kleiner als ein DIN-A4-Blatt, das Asus ist etwas breiter (29,6 × 19,2 × 1,2 Zentimeter) und zehn Gramm leichter als das Apple, es bringt es auf 910 Gramm.

Das Zenbook 3 von Asus orientiert sich so eng am 2015 vorgestellten 12-Zoll-Macbook. Foto Hersteller

Wer schön sein will, muss leiden: Die flachen Notebooks haben eine Tastatur mit geringem Hub. Schnellschreiber gehen einen Kompromiss ein, mit dem Zenbook kommt nachteilig noch hinzu, dass die Tasten nicht in Schwarz, sondern in der Gehäusefarbe gehalten sind. Der fehlende Kontrast ist das Problem. Der Macbook-Rivale aus Taiwan ist in Blau, Grau oder Roségold erhältlich, das Gehäuse besteht aus einer Aluminium-Magnesium-Legierung, die Fingerfett gern annimmt. In Deutschland ist das Gerät in zwei Varianten erhältlich: Mit Core-i5-Prozessor für 1500 Euro und dem von uns erprobten Core-i7 7500U aus der neuen Kaby-Lake-Generation für 1600 Euro.

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Die Hauptwerk Orgel von Jörg Glebe in Bochum

Alles richtig machen, viel Zeit und Arbeit investieren, keine Kompromisse eingehen und sich am Ende jeden Tag darüber freuen, wie aus einer abseitigen, vielleicht sogar verrückten Idee ein einzigartiges Projekt geworden ist: So etwa hört sich das an, wenn Menschen ihren Lebenstraum verwirklichen. Sie beginnen eine Weltreise oder restaurieren ein altes Bauernhaus, sie schreiben einen Roman oder klettern im Gebirge des Himalaya.

Jörg Glebe an seiner Hauptwerk-Orgel in Bochum. Foto Spehr

Jörg Glebe hat sich eine Orgel gebaut. Eine einzigartige Orgel und eine der größten ihrer Art. Sie steht seit 2006 in seinem Wohnzimmer. Ein Haus war ihm nicht so wichtig, auch das Wohnzimmer nicht: Es verwandelt sich nämlich in Windeseile zum Konzertsaal für 30 bis 40 Gäste, wenn bei ihm in Bochum namhafte Organisten aus der ganzen Welt ein Konzert geben. Aus dem Wohnzimmer wird eine Kathedrale, zumindest akustisch.

 

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Test: Ford Sync 3 mit Applink im neuen Ford Mondeo

Ford modernisiert Sync. Das System für die Kommunikation im Fahrzeug war dereinst ein Pionier, erfreut sich vor allem in Amerika großer Beliebtheit, konnte aber hierzulande nie richtig durchstarten. Nun ist Sync in der Version 3 erhältlich, es wurde bezeichnenderweise zuerst im Februar auf der Mobilfunkmesse in Barcelona gezeigt. Wir haben Sync 3 im Ford Mondeo ausprobiert, wo es zu Preisen von 350 Euro an erhältlich ist. Die Wahl der richtigen Ausstattungsvariante erfordert einige Aufmerksamkeit. Denn Sync ist für Telefonie, Sprachbedienung und Musikwiedergabe zuständig. Dazu kommt gegebenenfalls ein Notrufassistent. Mit dem Zusatzpaket Applink wird die Kommunikationstechnik teurer, dann laufen Smartphone-Programme auf dem Bordsystem des Ford.

Sync 3 im aktuellen Ford Mondeo. Fotos Hersteller

Sync mit Applink und Touchscreen ist die nächstgrößere und von uns erprobte Variante, das berührungsempfindliche Display wächst dann auf 20,5 Zentimeter in der Diagonale, und die Sprachsteuerung umfasst sogar Befehle zum Bedienen der Klimaanlage. Zudem sind die beiden Smartphone-Lösungen fürs Auto dabei: Apples Carplay und Android Auto werden unterstützt, sofern das Handy per USB-Kabel angebunden ist. Diese Ausbaustufe gehört entweder zur Serienausstattung oder kostet einen moderaten Aufpreis von 575 Euro.

Das Paket überzeugt, und die Generation Smartphone kommt sofort damit zurecht, weil man mit dem Finger auf dem Bordmonitor nicht anders agiert als auf dem Handy. Ein Fingerwisch schaltet von einer Bildschirmseite zur nächsten, und wenn man die Ford-Sprachbedienung ausprobiert — dazu reicht die Smartphone-Kopplung mit Bluetooth –, zeigt sich in der Tat ein Fortschritt: Kommandos können in einem Rutsch und mit mehr Variabilität vorgesprochen werden, die Erkennungsleistung ist ordentlich und auf der Höhe der Mitbewerber. Bisweilen stören kleinere Unstimmigkeiten, indes lässt sich eine Liste verfügbarer Kommandos auf dem Bildschirm einblenden. Wie gehabt kann man auch die Musikauswahl mit Sync steuern. Nun lassen sich zudem größere Speichermedien jenseits der bisherigen 32-Gigabyte-Grenzen ansprechen. Vermisst haben wir im Telefonmodul eine Namenssuche, indes springt

Gern groß: Ford Mondeo

hier abermals die Spracherkennung bravurös ein. SMS auf dem Android-Gerät lassen sich vorlesen. Das Verfassen oder Diktieren eigener Nachrichten erlaubt Sync nicht.

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Test: MacBook Pro von Apple mit Touch Bar, 16. Generation, Oktober 2016

Wer in den kommenden Wochen ein Spectre-X360-Notebook von HP kauft, muss auf das gewohnte SD-Speicherkartenlaufwerk verzichten und erhält nur noch einen einzigen USB-3-Anschluss. Zwei USB-C-Schnittstellen sollen den Verlust kompensieren. Das gleiche Bild beim sehnsüchtig erwarteten Lenovo Yoga 910: Die alten USB-Anschlüsse weichen dem modernen USB-C-Format, das verdrehsicher ist und zudem von den meisten aktuellen Android-Smartphones genutzt wird.

Apple MacBook Pro 2016 mit Touch Bar. Foto Hersteller
Apple MacBook Pro 2016 mit Touch Bar. Foto Hersteller

Dass die Wellen der Empörung wegen des Wechsels der Anschlüsse hochschlagen würden, hat man bei HP oder Lenovo nicht gehört. Auch Asus wechselt hin zu USB C, etwa beim Zenbook 3. Schlagartig ändert sich jedoch das Bild, wenn es um Apple geht: Ein Adaptergate wurde gleich nach der Vorstellung der neuen Macbook-Modelle beschworen. Stein des Anstoßes: Apple setzt ebenfalls auf die Zukunftstechnik USB C. Die verbesserten Modelle haben zwei oder vier Anschlüsse, mit denen sie geladen werden, ein Display ansteuern, USB bedienen (bis 10 GBit/s) und mit Thunderbolt 3 ein irrwitziges Datentempo bis zu 40 GBit/s liefern.

Es entfallen der Speicherkartenleser und der Magsafe-Netzteilanschluss, der mit seiner magnetischen Verbindung das Risiko reduzierte, dass ein Rechner vom Tisch gerissen wurde. Denn mit einem kräftigen Zug am Kabel löst sich die Magnetverbindung. Auch kann man ohne zusätzlichen Adapter nicht einmal ein iPhone 7 am jüngsten Macbook Pro anschließen. Wer indes schon jetzt mit der Technik hantiert, wird den Wechsel zu USB C als unvermeidbar und ungemein praktisch empfinden. USB C ist der Universalanschluss für sämtliche Peripherie, und mit dem Durchschleifen von einem Gerät zum anderen ergeben sich viele neue Möglichkeiten. Man benötigt in der Tat einige Adapter, die kosten Geld, aber

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Test: Blackberry DTEK 60

Blackberry will künftig keine neuen eigenen Smartphones entwickeln. Aber die schon auf den Weg gebrachten Produkte kommen auf den Markt. So darf man jetzt den vermutlich vorletzten Blackberry begrüßen, er trägt die Modellbezeichnung Dtek 60 und ist der große Bruder des im Sommer vorgestellten Dtek 50. Abermals setzt Blackberry auf das Google-Betriebssystem Android mit dem Anspruch, die als unsicher geltende Plattform auf ein Niveau zu heben, für das der Name Blackberry geradezu ein Synonym ist.

Blackberry DTEK 60. Foto Hersteller
Blackberry DTEK 60. Foto Hersteller

Dazu wird Android so in der Hardware verankert, dass sich die Geräte weder rooten lassen (der Benutzer erhält Administrator-Rechte und damit vollständige Kontrolle) noch mit anderen Android-Versionen bespielt werden können. Jedes Gerät erhält einen individuellen Schlüssel, mit dem während des Hochfahrens geprüft wird, ob das System verändert wurde. Ferner sollen Schwachstellen von Android ihren Schrecken damit verlieren, dass sie sich von Schadsoftware schlechter ausnutzen lassen. Blackberry Android führt nur signierte Systemprogramme aus und nutzt eine Speicherverwürfelung, um das Einbringen von fremdem Code zu erschweren. Schließlich werden Updates und Sicherheits-Patches früher als bei der Konkurrenz ausgeliefert.
Nichtsdestoweniger läuft der neue Dtek mit Android 6.0.1 und nicht mit der aktuellen Version 7. Der Neuzugang ist ein sehr flaches Gerät (15,4 × 7,5 × 0,7 Zentimeter) mit großer 5,5-Zoll-Displaydiagonale und einer üppigen Auflösung von 2560 × 1440 Pixel. Der Unterschied zum Dtek 50 sind nicht nur die Größe und das verbesserte Display, sondern auch die USB-C-Schnittstelle, die mit Glas beschichtete und sehr glatte Rückseite, die dort hervorstehende Kameraoptik mit erhöhter Auflösung und der Fingerabdruckscanner. Es ist der erste Blackberry mit diesem biometrischen Schutz.

Das Betriebssystem zeigt sich dem Nutzer als nahezu Android pur
Der Scanner funktioniert gut, aber nichts so präzise und dezent wie der eines iPhone oder Huawei-Geräts. Auch die Anordnung der Tasten ist gewöhnungsbedürftig. Der Ein- und Ausschalter befindet sich am linken Rand, genau gegenüber der Wippe für die Lautstärkeeinstellung, die man oft versehentlich mit betätigt, wenn die Hand das Gerät umschließt. Die kleine runde Taste am rechten Rand hält man zunächst für den Ein- und Ausschalter, sie lässt sich indes mit einer Funktion eigener Wahl belegen.

Der Dtek 60 erfordert eine Nano-Sim-Karte, und sein üppiger Speicher mit vier Gigabyte RAM und 32 Gigabyte Flash lässt sich noch einmal mit Micro-SD-Karten erweitern.

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