Test: Plantronics BackBeat Pro 2

Endlich etwas kleiner: Als wir vor fast zwei Jahren mit dem ersten Backbeat-Pro-Kopfhörer von Plantronics unterwegs waren, störten Maße und Gewicht ungemein. Nun hat der Hersteller sein geschlossenes Modell mit ohrumschließenden Muscheln leichter und kleiner gemacht. Die Schrumpfkur gefällt. Das Design wirkt eleganter. Statt mit martialischer Technik aufzutrumpfen, zeigen geriffelte Seitenflächen und die feine Maserung einen Hauch von Luxus. Geblieben ist die Idee, dass man mit den Tasten an den Muscheln den Titelsprung und die Musikwiedergabe steuert. Den neuen Backbeat Pro 2 gibt es in schwarzer Ausführung für 250 Euro und in einer grauen Premiumvariante mit Hartschalen-Case für 30 Euro mehr. Nur das teure Modell namens Special Edition hat NFC zum Ankoppeln an Musikgeräte, sonst sind sie technisch identisch; beide bieten Bluetooth und zudem eine Nebengeräuschunterdrückung.

Plantronics Backbeat Pro 2. Foto Herseller

Das Gewicht hat der Hersteller im Vergleich mit dem Vorgängermodell um 50 auf 300 Gramm reduziert. Das ist ein Pluspunkt, indes ist der Plantronics noch immer etwas schwerer als ein vergleichbarer Bose oder Sennheiser. Das Gewicht ist jedoch gut verteilt, man gewöhnt sich daran. Als Bluetooth-Wiedergabegerät ist der Kopfhörer schnell in Betrieb genommen. Er lässt sich auch mit zwei Smartphones gleichzeitig koppeln. Wie beim Vorgängermodell ist der Klang der Musikwiedergabe ausgewogen, neutral, transparent. Wer sich schon immer über die viel zu bassbetonten Kopfhörer à la Beats geärgert hat, die mit ihrer dumpfen Dröhnung die Mitten erdrücken, liegt hier genau richtig. Im Vergleich mit dem ersten Backbeat Pro sind die Bässe allerdings etwas weniger trocken und knackig.

In lauter Umgebung, etwa im Flugzeug oder in der Bahn, ist eine Nebengeräuschunterdrückung zuschaltbar, die niedrige, gleichförmige Frequenzen souverän ausblendet. Die Antischalltechnik basiert auf einem einfachen physikalischen Prinzip: Die störenden Frequenzen werden ausgeschaltet, indem ihr Verlauf gemessen, die Phasenlage mit Elektronikhilfe um 180 Grad gedreht und dieses Ergebnis zusätzlich an die Ohren gegeben wird – auf fast wundersame Weise löschen sich die überlagernden Schallwellen aus. Höhere Frequenzen und menschliche Stimmen dämmt die Antischalltechnikprinzip weniger gut. Muss man im Zug oder Flugzeug auf Durchsagen achten, senkt man mit einer eigenen Taste die Musiklautstärke ab und aktiviert die Außenmikrofone. Dann muss man den Kopfhörer nicht absetzen, um seine Umgebung wahrzunehmen. Weiterhin trickreich: Das Headset erkennt, wenn es vom Kopf genommen wird und pausiert automatisch die Musikwiedergabe. Setzt man es wieder auf, geht es weiter. Man kann mit dem Kopfhörer und seinen beiden eingebauten Mikrofonen auch telefonieren, er ist aber kein Ersatz für ein gutes Headset.

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