Nokia kehrt zurück

Eine Besinnung auf die gute alte Zeit vor dem Smartphone? War früher alles besser? Solche Fragen liegen geradezu auf der Hand, wenn man die jüngste Nokia-Begeisterung mitverfolgt. Nokia? Ja, die leben wieder auf, jedenfalls der Name. Die stolze Geschichte des einstigen Mobilfunk-Pioniers endete 2013, als die gesamte Handy-Sparte der Finnen an Microsoft verkauft wurde. Microsoft beerdigte das alte Symbian-Betriebssystem, setzte auf den Wechsel zur mobilen Windows-Variante – und das Experiment ging gründlich schief. Nokia ist tot, Windows Phone ist tot, Symbian sowieso. Doch nun scheint Nokia wiederaufzuleben. Nicht mit Smartphones, sondern mit jenen einfachen Telefonen, die in der Anfangszeit den Mythos Nokia begründeten: Langlebig, robust, einfach, und der Akku hält gefühlte Ewigkeiten.

Das erste Gerät ist bereits im Handel und seit zwei Wochen in der Redaktion. Wir haben es nie ausgeschaltet, mit der ersten Akku-Ladung läuft es noch immer. Das Nokia 150 kostet 40 Euro und wird in Deutschland von Mobilcom-Debitel vertrieben. Sein Display hat eine Auflösung von 240 × 320 Pixel und ist nicht berührungsempfindlich. Bedient wird es allein mit der Tastatur und einer Vier-Wege-Wippe. Die Kamera mit mickriger Auflösung von 0,3 Megapixel taugt nichts. Die insgesamt 16 Menüs lassen sich einfach vom Hauptbildschirm aus starten, darunter sind so praktische Dinge wie ein Radioempfänger, eine Taschenlampe, ein Rechner und natürlich das legendäre Nokia-Spiel Snake. Man kann mit dem Telefon telefonieren und bekommt noch ein paar Extras dazu, das ist die Idee dieses Fossils. Hinter Nokia steckt das Unternehmen HMD Global Oy. Es hat die Namensrechte von Microsoft für zehn Jahre gekauft und ist eine Tochterfirma des chinesischen Auftragsfertigers Foxconn, der wiederum unter anderem für Apple arbeitet.

Nun soll auch das Nokia 3310 wiederaufleben, HMD will es angeblich am kommenden Wochenende auf der Mobilfunkmesse in Barcelona vorstellen. Die neue Version des 3310 soll 60 Euro kosten. Das Original kam Ende 2000 auf den Markt und wurde mit 126 Millionen verkauften Exemplaren einer der großen Erfolge der Finnen. Sein Display war noch nicht farbig, sondern schwarzweiß, und es hatte eine Auflösung, die man heute nur als armselig bezeichnen kann. Sie liegt noch weit unterhalb der des Nokia 150 und beträgt gerade mal 84 × 48 Pixel.

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