Test: Comand Online im Mercedes-Benz GLC

Viel online gegangen, wenig gefahren: Ein Blick auf die Kommunikationstechnik im jungen GLC von Mercedes-Benz zeigt bewährte Technik ohne Schnickschnack. Um ins Netz zu kommen, war in unserem Fahrzeug die Anbindung eines Smartphones erforderlich. Eine fest eingebaute Sim-Karte gibt es nur dann, wenn man das Ausstattungspaket Auto-Telefonie (für 830 Euro) wählt. So nahmen wir das iPhone, das schneller als in den Vorgängermodellen die Verbindung mit Comand Online (teure 3500 Euro) aufbaut, allerdings fortan die Nutzung vieler Dienste nur im stehenden Fahrzeug erlaubt. Zudem muss man sich anfangs mit Namen, Anschrift und weiteren Daten registrieren.

Mercedes-Benz GLC. Fotos Hersteller

Zum Glück ist bei dieser Prozedur nicht jeder Buchstabe einzeln mit dem Controller zu erfassen. Das berührungsempfindliche Touchpad hinter dem Drehsteller erlaubt das Buchstabenmalen mit dem Finger. Wie beim Smartphone kann man sogar Ein- und Zweifingergesten verwenden. Das Touchpad gehört zu Comand Online dazu und kostet sonst einen Aufpreis von 130 Euro.

Anschließend zeigt der Web-Browser im Stand die Inhalte aus dem Netz durchaus gut, erscheint indes als Anwendung für den Verkaufsraum oder Zeitvertreib für Taxifahrer. Man ist mit dem Handy doch meist schneller am Ziel. Interessanter ist das Internetradio, das über die App Tune-in und eine Datenverbindung realisiert wird. Zur Senderwahl sucht man nach diversen Kriterien, Sparten oder örtlichen Angeboten.

Mercedes-Benz GLC mit Blick auf Comand Online. Fotos Hersteller

Weitere Apps finden sich in einem eigenen Menü, darunter der Wetterbericht, Nachrichten und eine Sonderziel- und Online-Suche mit dem Kartendienst Here. Auch kann man Yelp als Restaurantfinder bemühen. Adressen und Telefonnummern lassen sich an Navi und Handy-Abteilung weiterleiten.

Wer auf dem Handy Mercedes Me installiert, kann bei seinem Händler Auto und App miteinander verknüpfen. Anschließend lassen sich alle nur denkbaren Fahrzeugdetails auf dem Smartphone abrufen, zum Beispiel Tankfüllstand und Reifendruck, der Stand des Wischwassers, der Status der Verriegelung von Fenstern und Türen – und selbst die nach dem Abstellen vergangene Zeit, oft ist es die Parkdauer. Die Fahrzeugposition lässt sich ermitteln und anzeigen, es gibt zudem eine Fußgängernavigation, die einem auf den letzten Metern zum Auto helfen soll. Ferner lassen sich Zieladressen ans Navi-System senden.

Mit Controller, Touchpad und Sprachsteuerung ist Comand Online gut zu bedienen. Es wirkt etwas altbacken, und sein 21-Zentimeter-Bildschirm ist im GLC weder einfahrbar noch berührungsempfindlich. Auch die beiden konkurrierenden Smartphone-Lösungen von Apple und Google, Carplay und Android Auto, fahren im Mercedes-Benz nicht mit. Kommt Comand Online mit seinem hohen Basispreis nicht in Frage, werfe man einen Blick auf die Verbindung aus dem günstigen Audio-20-Paket (120 Euro) und dem Garmin Map Pilot, der weitere 600 Euro kostet. Auf diese Weise erhält man ein vollwertiges Navigationssystem zum kleinen Preis.

In unserem Fahrzeug war das zu Comand Online gehörende Standard-Audiosystem verbaut, mit dem man bereits jede Menge Spaß haben kann. Wir hörten „Chaos and the Calm“, das Debütalbum des 26 Jahre jungen James Bay und waren mit dem ausgeglichenen und transparenten Klangbild überaus zufrieden. Die schöne Mischung aus Blues, Rock und Pop stand präzise im Raum, die Bässe hatten genug Druck, die Akustik überzeugte. Für weitere 920 Euro gibt es im GLC ein Surround-Soundsystem von Burmester, das mit 13 Lautsprechern vorfährt, einen digitalen 9-Kanal-Verstärker mit 590 Watt Systemleistung hat und eine Sitzplatzoptimierung bietet. Das könnte ein hörenswertes Extra sein.

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