Test: Hyundai Ioniq Hybrid mit Apple CarPlay und Google Android Auto

Man macht nichts verkehrt: Jenseits der günstigen Basisversion lohnt es sich, für den Ioniq Hybrid von Hyundai die Style- oder Premium-Variante in den Blick zu nehmen. Statt eines mager ausgestatteten Audiosystems mit kleinem Monitor (5 Zoll) bekommt man nämlich eine Anlage, die nicht nur mit größerem Display (8 Zoll) glänzt. Auch die technische Ausstattung bietet erheblich mehr, nämlich ein eigenständiges Navigationssystem und zudem die Unterstützung der Smartphone-Systeme von Google und Apple.

Stromlinienförmig: Hyundai Ioniq Hybrid Fotos Hersteller

Der Monitor des größeren Systems ist berührungsempfindlich, damit Googles Android Auto und Apples Carplay einwandfrei funktionieren. Zudem spendiert Hyundai zwei zusätzliche Lautsprecher, so dass insgesamt acht an Bord sind. Mit den Menütasten unterhalb der Anzeige kommt man schnell in die passende Abteilung, ob nun mit Smartphone-Anbindung oder ohne.

Wir haben zunächst Apple und Google außen vor gelassen – und fanden eine gute Standardausstattung. Der Kopilot bietet eine flinke Routenberechnung, nachdem man das Ziel über die virtuelle Bildschirmtastatur eingegeben hat. Er zeichnet eine detaillierte Karte, und die Untermenüs haben alle nur denkbaren Optionen für die Feineinstellung von Route und Bildschirmanzeige. Zugegeben, die Hinweise kommen in einer etwas betulichen Sprache, und das oft gegebene Kommando, „der Streckenführung“ zu folgen, nervt. Aber die Anzeige macht diese kleinen Mängel wieder wett, zumal man nicht nur den nächsten, sondern auch den übernächsten Abbiegevorgang auf einen Blick sieht. Die Verkehrsinfos sind laut Hyundai Echtzeitdaten, also präzise und zudem für die ersten sieben Jahre des Autolebens unentgeltlich. Überzeugend waren sie nicht immer. Für unseren Geschmack wurde zu oft aufgefordert, die Autobahn zu verlassen und eine Alternativroute zu nehmen. Als wir genau das nicht taten, kamen wir trotz kleinerer Störungen rasch zum Ziel. Die Ausweichstrecke hätte mehr Zeit in Anspruch genommen. Auch lassen sich nur Staudaten entlang der Route einblenden.

Kontaktfreudig: Google Android Auto auf dem Bordsystem

Was fehlt? Eine Spracherkennung zur Eingabe des Navigationsziels. Sie wurde auch im Telefonmenü vermisst. Immerhin gibt es dort das Pflichtprogramm, nämlich Zugriff auf die Anruflisten und eine recht komfortable Suchfunktion, nicht nur nach Namen, sondern auch nach Nummern. In einem Hybrid-Fahrzeug darf natürlich die Darstellung des Kraftstoffverbrauchs und Energieflusses nicht fehlen, hierfür gibt es ein eigenes Menü mit schicker Visualisierung aller Daten.

Die Akustik der Anlage ist ganz in Ordnung, wenn man Rock und Pop lieber als Klassik oder Jazz hört. Es fehlt ein bisschen an Strahlkraft und Präzision, vor allem bei der Wiedergabe von Orchestermusik. Gelungen wiederum sind die Möglichkeiten der Personalisierung. Die Generation Smartphone kommt hier voll auf ihre Kosten. Wie im Land Rover kann man sich sein eigenes Startmenü mit großen Schaltflächen selbst zusammenstellen, das funktioniert mit Fingergesten und einer Steuerung, die dem Verschieben von Menüsymbolen auf dem Handy gleicht. Mit induktiver Ladeschale vor dem Wählhebel des Automatikgetriebes wird das Telefon zudem drahtlos mit frischer Energie bestückt, was allerdings derzeit für nur wenige Modelle in Frage kommt.

Mehr Begeisterung wecken Android Auto und Carplay, die nach Anbindung des jeweiligen Smartphones mit dem USB-Kabel problemlos funktionierten. Nun ergibt auch die Spracherkennungs-Taste am Lenkrad endlich Sinn: Sie startet den Erkenner der jeweiligen Apple- oder Google-App, die fortan den Bildschirm kontrolliert. Beide Dienste sind nicht besonders leistungsfähig und so konzipiert, dass die Ablenkung des Fahrers möglichst klein bleibt. Man kann sich neue SMS-Nachrichten vorlesen lassen oder diktieren, den eigenen Musikbestand wiedergeben lassen und ausgewählte Apps starten. Beide Fahrzeuganwendungen führen wie das Hyundai-Navi ebenfalls zum Ziel. Google mit sehr guten Verkehrsinformationen, Apple mit schönen Ansagen. So gesehen, hat man dann sogar mehr als nur ein Navi an Bord des Ioniq.

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