Zwei Ausfälle: Apple Watch 2 und Garmin Fenix 5X scheitern am Staufenlauf Kelkheim

Heute habe ich den Staufenlauf 2017 in Kelkheim absolviert, 11 Kilometer, überwiegend durch den Wald. Dabei wurde am linken Arm die Apple Watch 2 getragen, am rechten die neue Garmin Fenix 5X. Beide Uhren hatten vor Ort eine Stunde Zeit für den GPS-Fix, die Aktivitätsprotokollierung beider startete ich ungefähr 1-2 Minuten vor dem Start des Laufs, der nicht ganz pünktlich kurz nach 14 Uhr begann. Beide Uhren protokollierten fast 250 Höhenmeter auf den 11 Kilometer, während der Veranstalter 170 Höhenmeter angab.

Wie zu erwarten, scheiterte die Apple Watch 2 wieder einmal an der Protokollierung der Herzfrequenz. Die sieht (in der Visualisierung der App HeartWatch) so aus:

 

Apple Watch 2, Lücken der HF-Messung

Während des Laufs zeigte die Apple Watch 2 über weitere Strecken keine Herzfrequenz an. Besser machte es die Garmin Fenix 5X mit kontinuierlicher Anzeige der Herzfrequenz:

Garmin Fenix 5X Protokollierung von Höhe, Pace und Herzfrequenz.

Der fachkundige Leser sieht hier bereits das Problem der Garmin: Von der Mitte der Strecke an ist die Höhe eine gerade Linie. Und in der Streckenaufzeichnung der Garmin sieht das dann so aus:

GPS-Tracking mit der Garmin Fenix 5X

Von der Mitte der Strecke an wird nicht mehr fehlerfrei aufgezeichnet und statt dessen interpoliert. Die Apple Watch 2 macht es besser:

GPS-Track mit der Apple Watch 2

Indes ist das Ergebnis für beide Hersteller peinlich. Der eine kann nur GPS gut, der andere nur Herzfrequenz.

Test: Comand Online im Mercedes-Benz GLC

Viel online gegangen, wenig gefahren: Ein Blick auf die Kommunikationstechnik im jungen GLC von Mercedes-Benz zeigt bewährte Technik ohne Schnickschnack. Um ins Netz zu kommen, war in unserem Fahrzeug die Anbindung eines Smartphones erforderlich. Eine fest eingebaute Sim-Karte gibt es nur dann, wenn man das Ausstattungspaket Auto-Telefonie (für 830 Euro) wählt. So nahmen wir das iPhone, das schneller als in den Vorgängermodellen die Verbindung mit Comand Online (teure 3500 Euro) aufbaut, allerdings fortan die Nutzung vieler Dienste nur im stehenden Fahrzeug erlaubt. Zudem muss man sich anfangs mit Namen, Anschrift und weiteren Daten registrieren.

Mercedes-Benz GLC. Fotos Hersteller

Zum Glück ist bei dieser Prozedur nicht jeder Buchstabe einzeln mit dem Controller zu erfassen. Das berührungsempfindliche Touchpad hinter dem Drehsteller erlaubt das Buchstabenmalen mit dem Finger. Wie beim Smartphone kann man sogar Ein- und Zweifingergesten verwenden. Das Touchpad gehört zu Comand Online dazu und kostet sonst einen Aufpreis von 130 Euro.

Anschließend zeigt der Web-Browser im Stand die Inhalte aus dem Netz durchaus gut, erscheint indes als Anwendung für den Verkaufsraum oder Zeitvertreib für Taxifahrer. Man ist mit dem Handy doch meist schneller am Ziel. Interessanter ist das Internetradio, das über die App Tune-in und eine Datenverbindung realisiert wird. Zur Senderwahl sucht man nach diversen Kriterien, Sparten oder örtlichen Angeboten.

Mercedes-Benz GLC mit Blick auf Comand Online. Fotos Hersteller

Weitere Apps finden sich in einem eigenen Menü, darunter der Wetterbericht, Nachrichten und eine Sonderziel- und Online-Suche mit dem Kartendienst Here. Auch kann man Yelp als Restaurantfinder bemühen. Adressen und Telefonnummern lassen sich an Navi und Handy-Abteilung weiterleiten.

Wer auf dem Handy Mercedes Me installiert, kann bei seinem Händler Auto und App miteinander verknüpfen. Anschließend lassen sich alle nur denkbaren Fahrzeugdetails auf dem Smartphone abrufen, zum Beispiel Tankfüllstand und Reifendruck, der Stand des Wischwassers, der Status der Verriegelung von Fenstern und Türen – und selbst die nach dem Abstellen vergangene Zeit, oft ist es die Parkdauer. Die Fahrzeugposition lässt sich ermitteln und anzeigen, es gibt zudem eine Fußgängernavigation, die einem auf den letzten Metern zum Auto helfen soll. Ferner lassen sich Zieladressen ans Navi-System senden.

Mit Controller, Touchpad und Sprachsteuerung ist Comand Online gut zu bedienen. Es wirkt etwas altbacken, und sein 21-Zentimeter-Bildschirm ist im GLC weder einfahrbar noch berührungsempfindlich. Auch die beiden konkurrierenden Smartphone-Lösungen von Apple und Google, Carplay und Android Auto, fahren im Mercedes-Benz nicht mit. Kommt Comand Online mit seinem hohen Basispreis nicht in Frage, werfe man einen Blick auf die Verbindung aus dem günstigen Audio-20-Paket (120 Euro) und dem Garmin Map Pilot, der weitere 600 Euro kostet. Auf diese Weise erhält man ein vollwertiges Navigationssystem zum kleinen Preis.

In unserem Fahrzeug war das zu Comand Online gehörende Standard-Audiosystem verbaut, mit dem man bereits jede Menge Spaß haben kann. Wir hörten „Chaos and the Calm“, das Debütalbum des 26 Jahre jungen James Bay und waren mit dem ausgeglichenen und transparenten Klangbild überaus zufrieden. Die schöne Mischung aus Blues, Rock und Pop stand präzise im Raum, die Bässe hatten genug Druck, die Akustik überzeugte. Für weitere 920 Euro gibt es im GLC ein Surround-Soundsystem von Burmester, das mit 13 Lautsprechern vorfährt, einen digitalen 9-Kanal-Verstärker mit 590 Watt Systemleistung hat und eine Sitzplatzoptimierung bietet. Das könnte ein hörenswertes Extra sein.

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Was kommt nach WhatsApp? Ein Blick auf Signal, Threema und andere Alternativen

Wer seine Nachrichten nicht mehr mit dem zu Facebook gehörenden Whatsapp teilen will und eine sichere Alternative sucht, werfe einen Blick auf die Rivalen. Einer ist sehr empfehlenswert.

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. Als Facebook 2014 den Messaging-Dienst Whatsapp übernahm, genehmigten die europäischen Kartellbehörden diesen Schritt nur unter der Voraussetzung, dass kein Datenaustausch zwischen beiden Unternehmen stattfinden würde. Facebook willigte ein. Im August vergangenen Jahres war das alles Makulatur: Facebook setzte sich plötzlich über Recht und Gesetz hinweg und begann, die Handynummern von Whatsapp-Nutzern an seine Zentrale in Kalifornien zu übertragen, unabhängig davon, ob die jeweilige Person auch in dem sozialen Netz aktiv ist. Ferner wurden alle Nummern aus dem Whatsapp-Telefonbuch ebenfalls nach Amerika geschickt.

Die europäischen Datenschützer wehren sich, und seit Anfang November pausiert Facebook gnädigerweise mit Datenweitergabe. Wie immer der Streit zwischen den Datenschützern und EU-Behörden einerseits und dem amerikanischen Konzern andererseits ausgeht: Der gute Ruf ist ruiniert. Begeisterte Whatsapp-Nutzer müssen sich darauf einstellen, dass Facebook stärker denn je Einfluss auf den zugekauften Messenger nehmen wird. Das schnörkellose, werbefreie Whatsapp-Design könnte schon bald verschwinden.

Ein zweites Problem mit Whatsapp schien sich im Januar anzudeuten: Zwar gilt die Datenübertragung zwischen den Nutzern des Messengers als abhörsicher, weil die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zum Einsatz kommt. Dennoch stand der Vorwurf eines Hintertürchens beim Schlüsseltausch im Raum. Whatsapp legte überzeugend dar, dass von einer Sicherheitslücke keine Rede sein könne. Führende Kryptographen aus aller Welt pflichteten bei.

Unzählige Alternativen, doch nur wenige mit guter Verschlüsselung
Aber das Unbehagen wächst. Whatsapp ist in den vergangenen Jahren fast schon „zu gut“ geworden und hat sich als nahezu alternativlose Plauderplattform für Allzeitvernetzte tief in den Lebensalltag von mehr als einer Milliarde Nutzern eingeklinkt. Ohne Whatsapp geht in den meisten Beziehungen, Familien, Vereinen und Freundeskreisen fast nichts mehr. Es ist die wichtigste App, am meisten geladen, am häufigsten verwendet. Der Erfolg basiert auf dem Netzwerkeffekt: Der Nutzen eines Dienstes für den Einzelnen ist umso größer, je höher die Gesamtnutzerzahl steigt. Je mehr Menschen dem jeweiligen Netz angehören, desto mehr potentielle Gesprächspartner hat man.

Aus dieser Nummer wieder herauszukommen ist schwer. Natürlich gibt es Alternativen zu Whatsapp. Aber Freunde und Bekannte müssen auch mitgehen. Das ist das Hauptproblem. Ein Blick auf die Konkurrenz lohnt sich dennoch. Wer nach anderen Systemen sucht, die Facebook und alle weiteren großen Internetkonzerne außen vor lassen, um schon einmal zu sondieren, was nach Whatsapp oder zumindest neben Whatsapp interessant sein könnte, findet Hunderte von Angeboten. Tatsächlich ist die Auswahl jedoch nicht so groß, wenn die Sicherheit im Vordergrund steht. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gehört unabdingbar dazu. Damit sind dann populäre Dienste mit 300 Millionen Nutzern wie Skype oder das in Asien beliebte Wechat (850 Millionen) gleich außen vor.

Ein Konkurrent wird auch von Edward Snowden empfohlen

Wer alle Whatsapp-Rivalen durchbuchstabiert und auf die Details achtet, landet über kurz oder lang bei Signal von Open Whisper Systems. Es ist der Messenger, den Edward Snowden wiederholt empfohlen hat, es ist der Favorit der Netzelite. Die Software ist Open Source und auf Github verfügbar, also einsehbar, im Unterschied etwa zu Telegram (100 Millionen Nutzer) oder Threema, deren Sicherheitsversprechen man glauben muss, weil man sie nicht prüfen kann. Threema mit fünf Millionen Nutzern hat zudem ein weiteres Problem: Die geplante Schweizer Vorratsdatenspeicherung würde das Unternehmen zwingen, nahezu sämtliche Kommunikationsdaten den staatlichen Behörden herauszugeben.

Signal wurde maßgeblich von dem Sicherheitsforscher Moxie Marlinspike entwickelt. Open Whisper Systems, das Unternehmen hinter Signal, finanziert sich durch private Spenden und wird von Stiftungen wie der Freedom of the Press Foundation unterstützt. Signal gibt es als Gratis-App für iOS und Android, und wie bei Whatsapp ist das eigene Messaging-Konto an die Handynummer gebunden. Folglich benötigt Signal den Zugriff auf das eigene Telefonbuch. Wer die Rufnummer kennt, kann einen erreichen.

Die Optik der App wirkt etwas altbacken, sie hat den trockenen Charme der Nerds, damit muss man wohl leben. Wie in jedem anderen Messenger lassen sich Textnachrichten schreiben, aber auch Bilder oder Audionachrichten senden. Mit den verschwindenden Nachrichten, der Name sagt es bereits, löschen sich gesendete und empfangene Nachrichten einer Konversation nach einer wählbaren Zeit automatisch. Das Menü zur Überprüfung von Sicherheitsnummern erlaubt es, den kryptographischen Fingerabdruck von Gesprächspartnern zu kontrollieren. Entweder vergleicht man eine eingeblendete Zahlenfolge, oder man scannt einen QR-Code ein. Audio-Telefonate von Signal zu Signal gelingen ebenfalls, Video-Telefonie wie bei Whatsapp oder Skype ist im Versuchsstadium implementiert. Die Sprachübertragung ist ebenfalls verschlüsselt, bei unseren Versuchen war die Akustik indes deutlich schlechter als mit Whatsapp.

Signal auf dem Smartphone. Foto Hersteller

Kommunikation trotz Internetzensur

Wer sich das Leben mit einem Messenger einfach macht und seine Nachrichten nicht am Smartphone, sondern im Browserfenster am PC unter Zuhilfenahme von Maus und Tastatur schreibt, kann diesen Komfort auch für Signal haben. Allerdings auf kleinen Umwegen: Man muss den Chrome-Browser von Google verwenden und Signal Private Messenger als Chrome-Erweiterung installieren. Am Smartphone ist über die Einstellungen die Verknüpfung vorzunehmen, dabei wird ein QR-Code gescannt, der im Browser-Fenster erscheint. Noch ist die Software im Beta-Status und lief bei uns nicht ohne kleinere Probleme. Die Browser-App ist in Javascript geschrieben, und ihr Code ist abermals bei Github einsehbar.

Wenn Open Whisper Systems gezwungen wird, Daten von Nutzern und ihrer Kommunikation herauszugeben, kann das Unternehmen nur deren Registrierungsdatum sowie den Zeitpunkt des letzten Einloggens liefern. Alles andere wird nicht gespeichert oder ist wie die Inhalte von Nachrichten verschlüsselt und damit nicht einsehbar.

Chrome-Erweiterung für Signal. Foto Spehr

Dass die eingesetzten Verfahren der Verschlüsselung greifen und nicht nur theoretisch sicher sind, können jene Regierungen dieser Welt bezeugen, die versuchen, die Nutzung von Signal zu unterbinden. Zuletzt hatte dies im Dezember Ägypten probiert. In Ländern mit wenigen Internet-Service-Providern, die wiederum von Regierungen gezwungen werden, Filter für einzelne Programme einzusetzen, können solche Blockaden gelingen. Die Reaktion von Open Whisper Systems folgte nahezu umgehend: Mit einer neuen Version der App wurden Dienste wie Google und die Cloud-Angebote von Amazon genutzt, um die Kommunikation über Signal zu verschleiern. Für die Filtersoftware in Ägypten sah die Signal-Nachricht fortan wie eine normale Anfrage über Google aus. Die Technik nennt sich Domain-Fronting. Wenn Regierungen auch gegen diese Huckepack-Reise verschlüsselter Nachrichten vorgehen wollen, gibt es dafür nur eine Möglichkeit: Sie müssen das gesamte Internet in ihrem Land abschalten.

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Wirkungslose Wächter: Weg mit Antivirensoftware

Die Empfehlung hört sich geradezu verrückt an: Man kaufe für seine Rechner keine Antiviren-Software, und die bereits vorhandene deinstalliere man. Mit Ausnahme des Defender von Microsoft, der zur Serienausstattung von Windows gehört. Wer dergleichen rät, scheint ahnungslos zu sein und konterkariert geradezu fahrlässig das Credo bisheriger IT-Sicherheitsrichtlinien: Ein guter und aktueller Virenschutz ist demnach unerlässlich. Viren, Trojaner und Phishing-Angriffe sorgen für ein latentes Gefährdungspotential, jeder ist betroffen. Selbst wer mit größter Vorsicht im Internet surft, ist vor Schadprogrammen nicht gefeit. Niemand sollte mit einem ungeschützten System ins Netz gehen.

Das alles bleibt richtig. Aber nunmehr wird die Frage aufgeworfen, wie gut kommerzielle Antiviren-Software ist. Der Ratschlag, diese nicht zu kaufen, stammt von dem früheren Firefox-Entwickler Robert O’Callahan, der erst nach seiner aktiven Zeit bei Mozilla den Mut fand, ein Problem anzusprechen, das unter Fachleuten schon lange diskutiert wird: ob Antiviren-Software von Drittanbietern sowohl mit ihrer Systemarchitektur wie auch mit fortwährenden Qualitätsproblemen selbst Sicherheitsprobleme verursacht und der Umsetzung effektiver Schutzmechanismen im Wege steht. Sicherheits-Software wird oft gleichsam per Definition als sicher erachtet. Die schlimmste Gefahr für einen Rechner besteht jedoch nicht darin, dass Antivirenprogramme einen Schädling übersehen, sondern dass die Antiviren-Software selbst zum Einfallstor wird.

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Test: Windows 10 Creators Update / Redstone 2

Im April kommt das nächste große Update: 3D für jedermann heißt das Motto, mit dem 400 Millionen Windows-Geräte ein neues Betriebssystem erhalten.

Nein, es kommt vorerst kein Windows 11, sondern Microsoft aktualisiert sein Windows 10 mit jährlichen großen Updates, die neue Funktionen und manche Verbesserung bringen. Statt einer einmal zu erwerbenden Software erhält man ein Produkt, das fortwährend angepasst wird. Die Version 1511 von Windows 10 kam im November 2015, das Anniversary Update 1607 brachte im Juli vergangenen Jahres mehr als hundert weitere Funktionen und Fehlerbeseitigungen. Die Versionsnummer gibt Jahr und Monat des Updates an. Welche Version auf dem eigenen Rechner läuft, erfährt man in den Windows-Einstellungen.

Nicht jeder ist mit dieser Vorgehensweise von Microsoft einverstanden, zumal sich die automatischen Updates nicht komplett deaktivieren lassen. Bisweilen beginnt ein längerer Update-Prozess im ungünstigsten Moment, laufende Arbeit wird unterbrochen, der Rechner steht 30 Minuten und länger nicht zur Verfügung. Oft werden Einstellungen des Nutzers von Microsoft wieder zurückgesetzt, damit man zum Beispiel den hauseigenen Browser aus Redmond nutzt und nicht etwa die Alternativen Firefox oder Chrome. Ferner geht es ums Prinzip: Einen Rechner kaufen, mit Betriebssystem ausstatten und in Ruhe laufen lassen, das geht jetzt nicht mehr.

Der nächste große Sprung heißt Creators Update, wird intern auch Redstone 2 genannt und geht wahrscheinlich im April an den Start, trägt also die Kennziffer 1704. Im Oktober vergangenen Jahres gab Microsoft bereits einen ersten Einblick. Demnach soll die verjüngte Windows-Plattform das Rüstzeug für die dreidimensionale Realität bieten und sich problemlos mit der Hololens und Windows-VR-Brillen bedienen lassen. 3D für jedermann heißt die Maxime. Zum Erstellen eigener 3D-Objekte dient eine überarbeitete Version der Software Paint, und das Smartphone wird mit einer App zum 3D-Scanner. Auch hinsichtlich der Updates gibt es mit dem Update ein Update: Sie lassen sich bis zu 35 Tage lang aufschieben. Allerdings werden Sicherheits-Updates und die Datenbanken der Virenabwehr namens Windows Defender weiter installiert, die Pause funktioniert also nur für neue Funktionen und weniger wichtige Aktualisierungen.

Neu ist das Windows Defender Security Center. Es handelt sich um eine App-Version des Windows Defender, der bislang über das Startmenü zu erreichen ist. In diesem Sicherheitszentrum lassen sich Einstellungen zur Firewall und für den Netzwerkschutz vornehmen. Die neue Zentrale bietet mehr Übersicht. Mit der Schaltfläche Viren- und Bedrohungsschutz sieht man sofort, wie viele Dateien geprüft und welche Bedrohungen erfasst wurden. Nach wie vor gilt: Dank Windows Defender kann man getrost auf andere Virensoftware von McAfee oder Kaspersky verzichten.

Über das Untermenü Geräteleistung und -integrität kann man Programme löschen, die zugehörigen Einstellungen und Dateien bleiben indes erhalten. Mit dem Offline-Scan gibt es die Möglichkeit, den Rechner in einer Defender-Umgebung hochzufahren, ohne Windows zu starten. Das funktioniert im Prinzip bereits mit Windows 10 Version 1607, bietet hier aber nun eine deutlich einfachere Möglichkeit, den Rechner nach Schadsoftware zu scannen, die huckepack mit Windows gestartet wird. In der Sicherheitszentrale nimmt man sodann auch die Einstellungen für die Familienkonten vor.

Mehr Leistung und Laufzeit versprechen die neuen Energiespareinstellungen mit einem Power Slider genannten Tool. Dank Schieberegler soll sich einstellen lassen, wie viel Leistung für das Betriebssystem zur Verfügung steht. Voraussetzung für mehr Energieeffizienz ist freilich, dass die Hersteller der einzelnen Hardware-Komponenten ihre Treiber aktualisieren.

Im wiederbelebten Startmenü lassen sich künftig Ordner für die Kachel-Icons erstellen. Man zieht dafür eine Kachel-App im Startmenü auf eine andere, wie beim Smartphone. Die Größe der Kacheln ist anpassbar. Der bislang erfolglose Browser Edge soll besser bedienbar werden: Fährt man mit der Maus über einen Tab, zeigt sich eine Vorschau der Internetseite. Nicht mehr benötigte Tabs lassen sich beiseiteschieben und einfacher denn je wieder öffnen. Mit dem Kontextmenü von Edge in der Taskleiste gelingt das Öffnen neuer Fenster. Wie in anderen zeitgemäßen Browsern ist künftig das automatische Abspielen von Flash-Elementen blockiert, schon aus Gründen der Sicherheit. Nur nach ausdrücklicher Bestätigung startet die Wiedergabe. Im Zweitjob soll Edge künftig als E-Book-Reader dienen. Microsoft will eine neue Buchhandlung in Windows 10 einrichten, und der Browser soll als Lesegerät dienen.

Zu den kleineren Verbesserungen gehört die Option, dass sich Bereiche des Bildschirms mit der Tastenkombination Windows plus Shift plus S als Screenshot in der Zwischenablage speichern lassen. Programme und Icons werden besser dargestellt, insbesondere bei hohen Bildschirmauflösungen. Mit Storage Sense lässt sich automatisch Festplattenplatz freischaufeln. Ferner kann Windows temporäre Dateien und solche im Papierkorb automatisch löschen. Die Sprachassistentin Cortana wird tiefer ins Betriebssystem eingebunden, sie soll mehr Apps unterstützen. Wer Cortana einsetzt, muss viel von sich preisgeben. Aber vielleicht leistet das ebenfalls neu gestaltete Privacy-Dashboard mit besserer Übersicht und mehr Optionen die notwendige Überzeugungsarbeit.

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Gaming PC: Spiel am Limit

Leistung satt, laut wie ein Sportwagen und ein martialisches Design: Wenn aus braven Windows-Rechnern ein Gaming PC wird, fährt Hardware in den Grenzbereich.

Eine Höllenmaschine mit viel Dampf ist angesagt. Groß, laut, heiß und vor allem schnell. Power pur und Tempo sind das Gebot der Stunde; übertakten und im Grenzbereich fahren ist das Ziel. Also bitte keine Stromspar-Prozessoren und keine kastrierten Grafik-Chips. Wer im Geschwindigkeitsrausch von solchen Rechner-Boliden träumt, will nicht etwa als Forscher mit seinem PC die letzten Geheimnisse der Wissenschaft lüften, sondern ist jung oder jung geblieben und braucht das Adrenalin für einen Spielerechner, der neudeutsch Gaming PC heißt.

Man muss das Stichwort Gaming PC nur in den Raum werfen, um sofort Widerspruch zu ernten. Jugendliche kennen das Problem: Die neunmalklugen Eltern wiegeln ab, sie haben etliche Einwände: Eine Spielekonsole wie die Playstation 4 oder die Xbox One kostet weniger als 300 Euro, ist schnell in Betrieb genommen, muss nicht aufwendig konfiguriert werden, hat keine Treiber-Probleme, lässt sich dezent im Fernsehmöbel verstauen und hat alles, was das anspruchsvolle Spielerherz begehrt. Warum sollte man sich den Tort antun, einen eigenen Rechner für Spiele zu konfigurieren, der nicht nur teuer ist, sondern vermutlich auch laut, einen hohen Stromverbrauch hat und sich nicht ins Wohnzimmer einfügt?

Wer vom Gaming PC träumt, lässt sich von diesen Bedenken nicht aufhalten. Ein moderner, schneller PC ist deutlich leistungsfähiger als die Konsolen, beginnt die Gegenrede, und er biete einen riesigen Vorteil, auf den man in der Welt von Xbox und Playstation verzichten müsse: Multitasking mit der Möglichkeit, mitten im Spiel zu anderer Software zu wechseln, schnell etwas im Internet nachzusehen oder sich mit den Mitspielern auszutauschen. Mit einem Spielerechner unter Windows hätte man mehr Auswahl bei der Software, viele Programme wie etwa Simulationen, und die meisten Team-Rollenspiele liefen ohnehin nur auf dem Computer. Zudem seien die einzelnen Pakete deutlich günstiger als ihre Pendants in der Konsolenwelt.

Alte Abenteuer bekommen neuen Charme

Online-Spiele sind am Rechner ohne monatliches Abonnement von Premiumdiensten nutzbar, und nicht zuletzt gibt es für bewährte Computertechnik die Mods, also kostenlose Erweiterungen, die begeisterte Spielefreunde erstellt haben. Mit Mods entstehen neue Level oder Charaktere, andere Mods stellen das Spielekonzept komplett auf den Kopf und werden damit zu eigenständigen neuen Abenteuern. Aus dem Strategiespiel Warcraft 3 entstand so die Taktiktüftelei Defense of the Ancients, kurz Dota.

Viele Mods von Hobbyentwicklern werden meistgespielte Spiele, und viele alte Abenteuer erhalten durch die Auffrischung mit neuen Inhalten einen jungen Charme. Apropos alte Spiele: Wer auf den Windows-Rechner als Daddelmaschine schwört, mag als weiteren Vorteil dieser Plattform die Option sehen, selbst betagte Schätzchen noch weiterhin in Betrieb zu nehmen. Für Playstation und Xbox endet die Kompatibilität mit jeder neuen Generation. Auch in Richtung Zukunft fährt man mit dem PC besser, lautet ein letztes Argument, denn die neuen VR-Brillen passen eher zum Rechner denn zur Konsole, und überhaupt: Bei den Eingabegeräten erlaubt der PC nicht nur mit Maus und Tastatur deutlich mehr Flexibilität, sondern auch bei der Wahl des passenden Controllers oder sonstiger Gerätschaften, die für das jeweilige Spiel angesagt sind. Die Hardware des PC bietet per se mehr Freiraum, sie lässt sich zudem mit wenigen Handgriffen aufrüsten und nach eigenem Gusto erweitern.

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Test: Lenovo Yoga 910 Notebook

Und schon ist es wieder passiert: Buchstabensalat. Der Cursor hat sich eine Reihe hochgeschoben, neu eingegebener Text landet an der falschen Stelle, ein heilloses Durcheinander. Wie konnte es so weit kommen? Hatte sich doch dieses Notebook zunächst als eine der interessantesten Neuheiten des jungen Jahres gezeigt. Technische Daten, Design, Funktionalität und weitere Finessen schienen für eine erfolgreiche Karriere wie geschaffen. Doch dann machten Details den hervorragenden Eindruck zunichte.

Lenovo Yoga 910. Fotos Hersteller

Die Rede ist vom Yoga 910 des chinesischen Herstellers Lenovo. Wie der Name bereits andeutet, bietet sein Display größtmögliche Flexibilität. Tastatur und Anzeige verbindet ein Gliederscharnier, das eine mechanische Meisterleistung ist, an ein Uhrenarmband erinnert und jeden Neigungswinkel erlaubt. Man kann den Bildschirm zum Dach drehen, etwa für das Ansehen von Videos und Präsentationen, oder komplett umklappen und in den Tablet-Modus von Windows 10 umschalten. Dann regiert der Finger, die Anzeige ist berührungsempfindlich.

Mit einem verwindungssteifen Unibody-Gehäuse aus Metall, einem Gewicht von 1,4 Kilogramm und Maßen von 32 × 22 ×1,4 Zentimeter wäre das Yoga 910 der ideale Partner für Menschen, die viel reisen und trotzdem auf einen leistungsfähigen PC nicht verzichten wollen. Dazu passen nämlich auch die technischen Daten mit Prozessoren vom Core i5 bis zum aktuellen Core-i7 7500U aus der Kaby-Lake-Familie, einer über PCIe angebundenen SSD von Samsung mit 512 Gigabyte oder ein Terabyte sowie 8 oder 16 Gigabyte Arbeitsspeicher. Als Grafikeinheit fungiert stets die Chipsatzgrafik Intel HD 620, die mangels eigenen Arbeitsspeichers auf den Systemarbeitsspeicher zugreift.

Kopfstand: Lenovo Yoga 910

Die berührungsempfindliche Anzeige löst in den kleineren Ausbaustufen wie bei unserem Testgerät mit 1920 × 1080 Pixel auf, alternativ sind auch 4K mit 3840 × 2160 Pixel lieferbar, stets bleibt es jedoch bei einer Diagonale von 13,9 Zoll. Die Darstellung gefällt, sieht man von Spiegelungen ab. Während der Rand nach oben hin und zur Seite millimeterdünn ist, bleibt unten eine geradezu riesige schwarze Fläche ungenutzt, in ihr ist dann originellerweise die Webcam untergebracht.

Die Tastatur ist in mehreren Stufen hintergrundbeleuchtbar, hinterlässt einen guten Eindruck, hat aber jene oben beschriebene Macke, die das ganze Gerät für einen Zehnfingerschreiber unbrauchbar macht: Die rechte Shift-Taste liegt zu weit rechts, und vor ihr befindet sich die Cursor-Hoch-Taste so unglücklich, dass man beide immer wieder verwechselt, selbst nach mehrstündigem Schreiben mit dem Gerät, wie schade. Das große Touchpad bewährt sich als Mausersatz bestens, es arbeitet ungemein präzise, fast wie auf dem Mac. Im Tablet-Modus nimmt man den Finger zum Navigieren in Menüs, die physikalische Tastatur ist ausgeschaltet, man beachte allerdings, dass das Gerät für langes Halten – etwa zum Lesen eines E-Book – zu schwer ist.

Akkulaufzeit zwischen 8 und 12 Stunden

An Arbeitstempo ließ unser Testgerät mit den jüngsten Core-i7-Prozessoren erwartungsgemäß nichts zu wünschen übrig. Auch die Einrichtung verlief schneller denn je, weil sich Lenovo mittlerweile mit unerwünschten Werbe-Dreingaben (Crapware) zurückhält. So muss man nur noch jenen Murks deinstallieren, den Microsoft selbst mitliefert. Und man kann es nicht oft genug sagen: Man achte mit Windows 10 auf die Datenschutz- und Privatsphäreeinstellungen. Dass Windows nur in der Home-Version zum Einsatz kommt, erstaunt.

Geht es um Anschlüsse und Konnektivität, ist das Lenovo auf der Höhe der Zeit: Wie bei den jüngsten Macbook-Pro-Modellen fehlt nämlich so gut wie alles. Man muss Adapter und Hubs dazukaufen. Links liegen zwei USB-Typ-C-Ports, von denen der hintere nach USB 2.0 arbeitet und zum Laden des Akkus genutzt werden kann. Der vordere gehorcht USB 3.1 und lässt sich auch via Displayport zum Anschluss eines externen Monitors verwenden. An der rechten Seite gibt es neben der 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse zum Anschluss eines Headset immerhin noch einen herkömmlichen USB-3-Anschluss. HDMI, Kensington Lock und Kartenleser fehlen indes. Ein wenig entschädigt der Fingerabdruck-Scanner mit Biometrie, der klaglos seinen Dienst verrichtet. Die Akkulaufzeit des Yoga 910 lag bei uns im Praxiseinsatz zwischen 8 und 12 Stunden. Man kommt also gut über den Tag.

Neben dem Tastenlayout gibt es einen zweiten Minuspunkt: Mit jeder Lüfteraktivität geht ein hochfrequentes Pfeifen einher, das unter hoher Last eine störende Intensität entwickelt. Der Lüfter läuft leider ziemlich oft, Lenovo hat das Problem erkannt und reichte während unseres Tests ein Bios-Update nach, das ein wenig Abhilfe bringt. Insgesamt meinen wir: Hardware, Anmutung, Ausstattung und Arbeitstempo überzeugen, es ist ein tolles Notebook. Der Preis liegt zwischen 1500 und 2000 Euro und ist ebenfalls angemessen. Ein leiserer Lüfter und ein besseres Tastaturlayout sind für eine Kaufempfehlung allerdings unabdingbar. Wir warten jetzt gespannt auf das Thinkpad X1 Yoga und auf das Thinkpad X1 Carbon.

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Test: Mykie Küchenroboter fürs Smart Kitchen von Bosch und Siemens

Und wie verbindet sich das System mit anderen Online-Diensten? Diese kurze Frage führte selbst bei bestens geschulten Messehostessen nur zum Kopfschütteln. Auf der Living Kitchen, die in der vergangenen Woche in den Kölner Messehallen Neues nicht allein für Küche und Köche zeigte, war zwar scheinbar jedes nur denkbare Utensil vernetzt und mit App und iPad steuerbar. Aber die Tücke steckt im Detail: Was nützt der ans Internet angebundene Kühlschrank, der seinen Inhalt und die Temperatur dem Besitzer meldet, wenn sich die Konnektivität auf die Produkte eines einzigen Herstellers beschränkt? Vielleicht möchte man im vernetzten Heim der nahen Zukunft mit dem Amazon-Dash-Button seine Lebensmittel nachbestellen oder zumindest eine Schnittstelle zur elektronischen Einkaufsliste haben, die vielleicht mit Todoist, Evernote oder Wunderlist geführt wird?

Küchenhilfe: Mykie. Foto Hersteller

Angesichts fehlender Schnittstellen nach außen kocht jeder auf der Living Kitchen sein eigenes Süppchen. Das kann es ja wohl nicht sein. Doch schon kommt Abhilfe, Mykie ist nicht nur ein kleiner Roboter mit Spracherkennung, sondern dahinter steckt ein Konzept für die vernetzte Küche wie sie Bosch und Siemens sehen. Mykie ist die Abkürzung für My kitchen elf, ein etwa 30 Zentimeter hoher Hausgeist, welcher auf der Arbeitsfläche steht und sich mit angedeutetem Gesicht dem menschlichen Personal zuwendet.

Mykie soll als persönlicher Assistent beim Kochen und Backen helfen, aber er ist auch ein Paradigma für die Home-Connect-Idee der beiden Hersteller. Der Elfe ist also das User-Interface, die Ideen dahinter sind entscheidend. Dem Benutzer widmet sich Mykie wie ein Siri auf dem iPhone oder ein Amazon Echo im Wohnzimmer. Mykie hört zu, er nutzt eine Spracherkennung, er spricht, und seine Mimik mit den angedeuteten Augen passt sich ebenfalls der Situation an. Das kleine Kerlchen erklärt die nächsten Schritte beim Kochen, kann Rezepte und Ideen aus dem Internet abrufen, weiß natürlich, was sich im Kühlschrank befindet und was nachbestellt werden muss.

Mykie hat Zugriff auf alle vernetzten Haushaltsgeräte und regelt demnach die Temperatur des Backofens oder stellt die Dunstabzugshaube ein. Mit einem Monitor lassen sich Videos über Mykie aufrufen, man kann die Freunde oder andere zu einem Live-Chat dazu rufen und auf diese Weise quasi gemeinsam kochen. So sagte es zumindest die Messehostess, die routiniert mit dem Roboter plauderte. Allerdings ist Mykie zunächst eine Studie. „Er lernt noch“, hieß es in Köln. Deutlich weiter ist die dahinter stehende Plattform Home Connect, die seit 2014 ein offenes System für alle nur denkbaren Haushaltsgeräte und deren Vernetzung sein soll. Neben Bosch und Siemens sind eine ganze Reihe weiterer Partner an Bord, darunter Busch-Jaeger mit Schaltern, Sicherheitstechnik und Türkommunikation, aber auch das Nuimo-Bediensystem von Senic, der Küchenhersteller Tielsa sowie nicht zuletzt Amazon, IFTTT und Google.

Home Connect arbeitet mit W-Lan und Apps für Android und iOS; es erlaubt einen Zugriff auf die angeschlossenen Hausgeräte aus der Ferne. Die Entwickler wollen das Internet der Dinge ins Haus bringen. Vom Kaffeevollautomat über die Waschmaschine bis zum Kühlschrank werden bislang ein halbes Dutzend unterschiedlicher Gerätegattungen unterstützt. Wichtiger ist jedoch die Einbindung der Regelsysteme, wie sie etwa Amazons Alexa oder IFTTT bieten. Auf diese Weise lassen sich Befehlsketten mit der vorhandenen Hardware erstellen. If this than that, dafür steht das zweite Kürzel, erlaubt es zum Beispiel, dass das Licht mit Philips-Technik eingeschaltet wird, wenn der Bewegungsmelder von D-Link eine Person entdeckt hat. Das alles kann man nun für die Küche weiterdenken: Alexa von Amazon nimmt Befehle für den Backofen entgegen, und wenn die Milch alle ist, meldet das der Kühlschrank via IFTTT an die Einkaufsliste von Todoist, die wiederum automatisch mit allen Smartphones des vernetzten Haushalts synchronisiert wird.

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Test: Volvo XC 90 mit Sensus Navi, Internetanbindung, Apple CarPlay

Endlich auf der Höhe der Zeit: Jahrelang fuhr Volvo mit seinem Sensus genannten Kommunikationssystem der Konkurrenz hinterher. Nun gibt es für den XC 90, das große SUV, eine Anlage, die mit allem aufwartet, was derzeit Stand der Technik ist. Die riesige Anzeige in der Mittelkonsole ist hochkant eingebaut. Sie hat die Maße eines Tablet mit 23 Zentimeter in der Diagonale und wird ergänzt durch ein zweites volldigitales Cockpit-Display, das noch größer ist. Mit 31 Zentimeter zeigt es nicht nur Tachometer und Drehzahlmesser, sondern auch den Status der Assistenzsysteme sowie weitere Informationen. Diese Anzeige hinter dem Lenkrad nennt Volvo Fahrerdisplay, sie gehört von der Ausstattungsvariante Inscription an zur Serienausstattung. Und schließlich kommt drittens ein farbiges Head-up-Display dazu. Hier werden Hinweise zur Navigation, zur Geschwindigkeit und zum Tempolimit direkt auf die Windschutzscheibe projiziert.

Volvo XC 90. Fotos Hersteller

Gleich beim ersten Ausprobieren macht das neue Sensus viel Spaß: Die Anlage lässt sich wie ein übergroßes Smartphone bedienen. Es gibt eine Home-Taste unterhalb der Anzeige, und zwischen den drei Ausgangsbildschirmen wechselt man mit einer Wischbewegung des Fingers. Am oberen Bildschirmrand findet man Statusinformationen. Streicht man von oben nach unten, kommt man in die Einstellungen des Systems. Ist das Prinzip durchschaut, geht alles Weitere nahezu intuitiv von der Hand. Auch die wichtigsten Einstellungen der Klimaanlage sind am Display zu erledigen. Da jedoch die entsprechenden Menüs permanent eingeblendet sind, kommt man ohne langwierige Suchaktionen gut zurecht.

Telefon und die hauseigene Navigation spielen bereits ohne Internetzugang auf hohem Niveau. Dazu kommt die Spracherkennung als schneller Helfer. Eingaben am Bildschirm lassen sich nicht nur mit einem Fingertipp auf der virtuellen Tastatur vornehmen, sondern auch mit Fingermalerei und Buchstabenerkennung. Das funktioniert bestens. Weniger schön: Gelegentlich hat das GPS massive Ortungsprobleme, zeigt dann einen falschen Standort an und führt folglich mit aktivem Navi in die Irre. Wir konnten uns mit einem Werksreset behelfen, im vergangenen Jahr beklagte ein Kollege mit seinem Testwagen das gleiche Problem.

Sensus im Volvo XC 90

Mit Internetanbindung erhält man weitere Funktionen und Möglichkeiten. Darunter etwa die Online-Suche nach Sonderzielen, die mit dem Anbieter Here umgesetzt ist. Oder die Premium-Verkehrsdaten in Echtzeit, sie stammen von Inrix. Diese Daten sind besser als TMC und TMC Pro, reichen aber nicht an das Niveau von Tomtom heran. Wie bei Audi oder BMW gibt es die Option, den Verkehrsfluss für jede einzelne Straße in Ampelfarben anzeigen zu lassen. Leider baut sich die Anzeige nur sehr gemächlich auf. Für entbehrlich halten wir den Web-Browser.

Die Zugangswege ins Netz sind in einem eigenen Kommunikationsmenü aufgeführt. Neben Bluetooth steht das Tethering mit USB zur Verfügung, ferner kann man sein Telefon als Hotspot einrichten und den Volvo daran ankoppeln. Nicht zuletzt gibt es als vermutlich bequemste Lösung ein im Fahrzeug eingebautes Modem mitsamt Sim-Kartenslot im Kofferraum. Das alles ist in seiner Vielfalt Stand der Technik.

Neu bei Volvo ist Apples Carplay, also die Verwendung des Bordmonitors als übergroße Anzeige für das iPhone. Es muss dazu per USB-Kabel angeschlossen sein, anschließend baut sich das von Apple vorgegebene Menü am Bildschirm auf. Kleine Überraschung: Nicht das gesamte Display wird für Carplay genutzt, sondern nur der untere Bereich. So bleiben die Bedienfelder für die Klimaanlage stets sichtbar. Carplay setzt überwiegend auf die Sprachbedienung, im XC 90 lässt sich dazu die Spracherkennungstaste am Lenkrad nutzen. Besonders leistungsfähig ist das Apple-System nicht, aber es lenkt kaum ab. SMS lassen sich zum Beispiel nur vorlesen, und für die Zieleingabe der Navigation aus Cupertino werden wahrscheinliche Adressen geraten und vorgeschlagen.

Nur wenige Apps lassen sich mit Carplay auf dem Bordsystem nutzen, Whatsapp zum Beispiel funktioniert nicht. Wer mehr Dienste sucht, findet indes einige von Volvo bereits installiert. Darunter der unvermeidliche Wetterbericht und das empfehlenswerte Glympse, um anderen seinen Standort mitzuteilen.

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Test: Apple AirPods

Das weiße Pärchen fürs Ohr hat es uns angetan. Denn die Airpods-Stöpsel von Apple eignen sich nicht nur zum Musikhören. Sie sind intelligente Wearables.

Man kann es sich einfach machen und diese Bluetooth-Ohrenstöpsel als ein wie gehabt viel zu teures Apple-Produkt abtun. Andere Mitbewerber sind günstiger. 180 Euro verlangt Apple

Ohrcomputer: Apple AirPods neben iPhone-Modellen. Foto Hersteller

, und sie klingen nicht einmal herausragend. Doch das weiße Pärchen fürs Ohr hat es uns angetan. Die Funktionalität geht weit über die Musikwiedergabe und Telefonie hinaus. Eigentlich sind es Ohrcomputer. Sie warten brav in ihrem Häuschen auf den Einsatz, und wenn sie dann gefordert sind, verhalten sie sich so clever, als hätten sie eine eigene Intelligenz. Die Rede ist von den Airpods, die Apple Anfang September vorstellte und erst jetzt in kleinen Stückzahlen in den Handel kommen.

Die Airpods sind ein typisches Apple-Produkt, sie verzichten fast vollständig auf Bedienelemente, was den Umgang mit ihnen einfach macht. Muss man bei einem herkömmlichen Headset wissen, welche Taste fürs Bluetooth-Koppeln zu betätigen ist und welche die Wiedergabe startet, ist hier alles simpel: Man öffnet die mitgelieferte Ladebox (mit Lightning-Anschluss an der Unterseite) in der Nähe eines iPhones: Schon sind die Airpods für alle zum iCloud-Konto des Nutzers gehörenden Geräte angemeldet – und einsatzbereit.

 
Denn es gibt nicht einmal einen Ein- und Ausschalter. Man nimmt die beiden Stöpsel aus der Box, setzt sie ins Ohr, und sie werden automatisch aktiviert. Auch während laufender Musikwiedergabe oder eines Telefonats. Mit optischen Sensoren und Beschleunigungssensoren erkennen die Airpods, ob sie sich im Ohr befinden. Man kann sie im Monobetrieb einohrig betreiben, auch das wird selbsttätig detektiert, und wenn man den Stöpsel dann aus dem Ohr nimmt, pausiert die Musikwiedergabe.

Gut für Siri und Spracherkennung

Nach dem Koppeln werden die Airpods allein mit dem Finger bedient: Ein doppelter Fingertipp auf das Gerätchen aktiviert Siri, um beispielsweise mit Spracherkennung die Musik auszuwählen oder die Lautstärke zu regeln – oder jede andere Siri-Aufgabe zu starten. Die Lautstärke kann man natürlich auch mit den Seitentasten des iPhones steuern. Die Airpods eignen sich jedoch aus einem Grund besonders gut für Siri und Spracherkennung: Eine Nebengeräuscherkennung filtert Störendes heraus, und zwei Mikrofone sind bei solchen Rechentricks immer besser als eins. Wir konnten im fahrenden Auto (auf dem Beifahrersitz) nahezu fehlerfrei Whatsapp-Nachrichten diktieren.

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Volker Weber: Your questions about the AirPods