Das Familienraumschiff Renault Kangoo mit Schiebetüren sowie Platz in Hülle und Fülle ist nun in einer Tom-Tom-Edition zu Preisen von 15 000 Euro an zu haben. Das Sonderangebot gibt es nur bei ausgewählten Renault-Händlern, in der offiziellen Preisliste rollt der günstigste Tom Tom mit dem 1,6-Liter Benziner und 78 kW (106 PS) für 17 190 Euro vor. Wir haben ihn zwei Wochen lang gefahren, und der Name deutet bereits auf das wichtigste Extra hin …
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Test: Garmin-Navigation im Fiat Freemont
Das große Display weckt sofort alle Aufmerksamkeit. So lange sich die hilfreiche Kopilotin im Fiat Freemont zurückhält. Das tut sie nur selten. Und wenn sie loslegt, schüttelt man den Kopf: Autobahnausfahrten bezeichnet sie grundsätzlich als Einfahrten. Geradezu ständig plappert sie in einem nervtötenden Tonfall, und mit der Betonung hat sie ebenfalls Probleme. „Wiesbaden“ spricht sie mit italo-amerikanischem Dialekt. Das passt sogar zum Auto, denn in den Vereinigten Staaten kennt man es als Dodge Journey. Auf der Reise von Bad Homburg ins Ostwestfälische ist die Kopilotin geradezu zickig. Bis weit hinter Grünberg will sie uns immer wieder von der Autobahn A5 in Richtung A45 lotsen. An jeder Ausfahrt. Diese Route wäre jedoch mindestens eine halbe Stunde länger, und es gibt nicht die kleinste Verkehrsstörung voraus, die einen solchen Umweg rechtfertigen würde.
Nein, mit der Navigation von Garmin hat Fiat keinen guten Griff getan, wenngleich einige Extras durchaus überzeugen.
Test: Nokia Lumia 920, HTC 8X
Jetzt hängt alles am seidenen Faden: Die beiden Smartphone-Hersteller Nokia und HTC sind wirtschaftlich angeschlagen, und die Hoffnung speist sich aus neuen, attraktiven Geräten. Das Stichwort lautet Windows Phone 8, es ist die aktuelle Version des Microsoft-Betriebssystems, das in seiner modernen Ausprägung seit gut zwei Jahren gegen die übermächtige Konkurrenz aus den Häusern Apple und Google kämpft. Ein Erfolg ist Windows Phone nicht, aber es wird immer besser. Mit der neuen Kennziffer 8 gehen etliche Neuerungen einher – jedoch nicht für ältere Modelle, die bereits auf dem Markt sind.
Windows Phone 8 unterstützt höhere Bildschirmauflösungen jenseits der bisherigen 800×480 Pixel, es erlaubt den Einsatz von Micro-SD-Speicherkarten, Mehrkernprozessoren und NFC, es bringt den Internet Explorer in der Version 10 mit und bietet „echtes“ Multitasking. Wer das ältere Windows Phone 7 einsetzt, bekommt bald ein „kleines“ Update auf die Version 7.8, die auch den neuen Startbildschirm mit in der Größe änderbaren Kacheln enthält. Wir haben jetzt zwei der ersten Windows-Phone-8-Geräte ausprobiert, das HTC 8X und das Nokia Lumia 920, die jeweiligen Flaggschiffe für 500 und 600 Euro.
Wer aus der Android- oder Apple-Welt kommt, muss keine Entzugserscheinungen fürchten. Vieles ist anders, aber keineswegs schlechter, das ist die erste Erfahrung. Microsoft hat die Idee des geräteübergreifenden Ökosystems von Google und Apple kopiert, und was bei Android der Gmail-Account ist, erledigt man hier mit Hotmail oder dem sehr schicken Outlook.com. Statt der Dropbox gibt es das Skydrive von Microsoft, sieben Gigabyte Speicherplatz in der Cloud-Wolke werden unentgeltlich bereitgestellt. Gegen das schnörkellose Design von Windows Phone mit üppigen Weißräumen und dezenten Linien wirkt die Konkurrenz sogar ziemlich alt, und was ein Smartphone von heute können muss, beherrscht Windows Phone allemal.
Geht es um E-Mail und Internet, Facebook und Twitter, kann man getrost zugreifen, die Facebook-Integration ist sogar besser als bei der Konkurrenz. Dass der Durchbruch in den breiten Massenmarkt nur zögerlich anläuft, ist auch nicht der Hardware geschuldet. Nokia und HTC bieten eine weitaus bessere Verarbeitungsqualität und Anmutung als die meisten Androiden. Lumia 920 und 8X haben vieles gemeinsam, vor allem die opulenten Maße. Das Nokia provoziert. Es ist ein Riese unter den Smartphones, mit dem man am Samstagabend sofort jedwede Aufmerksamkeit weckt: Sage und schreibe 185 Gramm wiegt es, in einer breiten Männerhand gehalten, sucht man unversehens nach dem nächsten Nagel, den man mit ihm einschlagen könnte.
Fast ebenso groß, aber deutlich leichter (130 Gramm) präsentiert sich das HTC, beide überragen ein iPhone 5, gehören also zu den derzeit besonders populären Smartphones in Übergröße. Beide Kandidaten bringen ein Unibody-Gehäuse aus einem Guss mit, da hält etwa ein Samsung Galaxy S3 mit seiner hauchdünnen Rückseitenabdeckung nicht mit. Während HTC auf einen matten Kunststoff mit gummierter Oberfläche setzt, besteht das Nokia aus glattem Polycarbonat in kräftigen Farben, Fingerfett ist auf der Rückseite schnell sichtbar. Beide bieten einen nahezu glatten Übergang von der Displayabdeckung zum Gehäuse und sehr fein gefräste Öffnungen für den Lautsprecher.
Nur die unabdingbaren Anschlüsse durchbrechen die klaren Linien: Micro-USB zum Laden und zur PC-Anbindung unten, Headsetausgang oben und ein Einschub für die Micro-Sim-Karte. Ein Kartenschacht für Speicherkarten und ein wechselbarer Akku fehlen also. Das Nokia bringt 32 Gigabyte internen Speicher mit, das HTC muss mit der Hälfe auskommen.
Die jungen Modelle bieten eine Bildschirmauflösung von 1280×720 Pixel (8X) und 1280 x 768 Pixel (Lumia 920), sind also damit in der Oberklasse angesiedelt. Nokia und HTC verwenden LC-Displays, die bei hellem Sonnenschein besser ablesbar sind als eine Amoled-Anzeige.
Auch hier gibt es nichts zu meckern, und beide Kandidaten sind dank Zweikernprozessor Snapdragon S4 mit 1,5 Gigahertz superschnell. Das HTC mit seinem schlankeren Gehäuse wird bei aufwendigen Spielen warm, beim Nokia funktioniert die Wärmeableitung besser. Wer die technischen Daten im Detail betrachtet, findet beim Nokia das ältere Bluetooth-Protokoll 3, während HTC schon bei der aktuellen Variante 4 angekommen ist. Das Lumia 920 wiederum trumpft mit dem Datenturbo LTE auf, der im Unterschied zum iPhone 5 auf sage und schreibe neun Frequenzbändern arbeitet. Man beachte, dass im Telekom-Netz ein anderer APN einzustellen ist, nämlich „internet.telekom“.
Das 8X ist dank DC-HSDPA bei der Datenübertragung alles andere als langsam, bis zu 43 MBit/s verspricht der Hersteller. Dass sich der Akku des Nokia wiederum kabellos durch Auflegen auf eine Induktionsladestation befüllen lässt, ist nur ein Gimmick, zumal der Ladevorgang auf diese Weise deutlich länger dauert. Bis hier herrscht also nahezu Gleichstand ungeachtet der Unterschiede der Bauform. Aber zurück zur Software: Nokia hat mehrere Pfeile im Köcher: Die Straßennavigation Drive+, die mit lokal gespeicherten Karten arbeitet und eine flexibel einstellbare Tempolimit-Warnung mitbringt, ist eine Wucht.
Mit klaren Ansagen und übersichtlicher Darstellung auf dem Bildschirm wird man präzise geführt, und es lassen sich unentgeltlich die Landkarten vieler Länder dieser Welt aufs Gerät laden. So gelingt im Unterschied zur Apple- und Android-Gratisnavigation eine Routenführung ohne Datengebühren – und im Ausland ohne Roamingkosten. Der zweite Knüller ist die 8,7-Megapixel-Kamera mit der hauseigenen Pureview-Technik. Sie hat einen echten mechanischen Bildstabilisator, der bei schlechten Lichtverhältnissen längere Öffnungszeiten der Blende erlaubt, und die Aufnahmen im Dunklen sind erstklassig.
Da kann kein anderes Smartphone mithalten. Schließlich eine Reihe weiterer Nokia-Apps, etwa die Anzeige von Sonderzielen in der Umgebung mit dem „City Compass“ und „virtual reality“ sowie Nokia-Musik, mitsamt des „Mix Radio“, das es erlaubt, aktuelle Titel als „Mixe“ unentgeltlich aufs Gerät zu streamen. Das HTC 8X tritt bescheidener auf, es beschränkt sich auf die Standardausstattung von Windows Phone 8, bietet aber immerhin aufs Gerät ladbare Karten zur Orientierung in fremder Umgebung, eine ebenfalls sehr ordentlich arbeitende Kamera sowie eine HTC-App zur Fotoverbesserung und -verfremdung.
Die Vorteile des HTC sind seine kompaktere, unauffälligere Bauform und die gute Akustik der HiFi-Abteilung. Wenn man die Verbesserungen von Windows Phone 8 genauer in den Blick nimmt, fallen kleinere Unstimmigkeiten auf. Multitasking gibt es nur für neue Apps, die eigens für das aktuelle Betriebssystem entwickelt sein müssen. Auch fehlt ein plattformübergreifendes Notification-Center, das alle Neuheiten auf einen Blick anzeigen müsste. Es wird nachgeliefert.
Wer ein eingefleischter Apple- oder Android-Fan ist, wird weitergehende Optionen zum Verknüpfen und Teilen von Inhalten vermissen, und nicht zuletzt sucht man viele hochwertige Apps im „Store“ vergeblich. Das alles sind Kleinigkeiten. Mit dem neuen Windows Phone 8 lässt es sich hervorragend leben, wenn man ganz unvoreingenommen ein gutes Smartphone sucht. Beide Geräte verdienen eine klare Kaufempfehlung.
Test: Drive Kit Plus in der A-Klasse von Mercedes-Benz
Jetzt wird es richtig kompliziert. Wer zielgruppenspezifisch zur jungen Internetgeneration gehört und mit der neuen A-Klasse von Mercedes-Benz liebäugelt, hat die Qual der Wahl, wenn es um Kommunikation und Netze geht. Noch nie war die A-Klasse so jung, und erstmals hat Mercedes-Benz eine iPhone-Integration im Angebot. Aber die Wege zum vollkommenen Glück der fahrenden Konnektivität sind verschlungen. Um ein wenig Ordnung ins Wirrwarr der Optionen und Möglichkeiten zu bringen: Das bekannte Comand Online steht mit 3150 Euro in der Preisliste und bietet den bewährten Komfort der Oberklasse auf einem üppigen 18-Zentimeter-Bildschirm mitsamt Navigation, HiFi, Telefonie und Musikspeicher auf Festplatte. Aber die Online-Funktionalität erschließt sich nur mit einem Smartphone, das via Bluetooth und dem Dun-Protokoll angebunden wird.
Neu ist das Drive Kit Plus für 690 Euro, das aber wiederum nur mit dem iPhone 4 und 4S zusammenarbeitet und Audio 20 (420 Euro) mit seinem 15-Zentimeter-Monitor benötigt. Audio 20 besteht aus Radio, CD-Spieler und Bluetooth-Telefonie, bringt also keine Navigation mit. Das Drive Kit Plus ergänzt mit Routenführung, Musikwiedergabe vom iPhone und den neuen Social-Media-Kanälen, namentlich Twitter, Facebook, Social Playlist sowie Glympse. Erforderlich ist die „Digital Drive Style App“, die es gratis in Apples App Store gibt und die auf dem kabelangebundenen iPhone läuft. Der Bordmonitor übernimmt die Anzeige, es gibt also keine Fummelei am Smartphone. Denn das Zwischenglied ist die neuerdings vieldiskutierte Videoausgabe der Apple-Smartphones. Sie funktioniert leider mit dem aktuellen iPhone 5 und seinem neuen Lightning-Port nicht, Mercedes-Benz hofft auf eine Lösung bis Mitte kommenden Jahres. Bis dahin ist Drive Kit Plus nur mit den beiden älteren Modellen nutzbar.
Wir haben Drive Kit Plus mit dem Comand-System ausprobiert, und die erste Erfahrung ist, dass man gleichzeitig in zwei verschiedenen Welten jongliert. In der Comand-Ebene bleibt alles, wie es ist. Schaltet man auf den Aux-Eingang der Anlage und startet manuell die Mercedes-App auf dem iPhone, erwacht die junge Welt zum Leben. Wie bei Comand kommt der Controller mit seinen umgebenden Tasten als zentrales Bedienelement zum Einsatz – und man stellt schnell fest, dass man doch immer wieder zu Comand zurück muss, etwa für die Telefonie, die im Drive Kit Plus nicht implementiert ist. Kurzum: Der Anfang ist kompliziert. Hat man das Prinzip verstanden und sich (einmalig) auf dem iPhone bei Facebook und Twitter angemeldet, kann man im Drive-Kit-Plus-Modus mit dem Controller butterweich zwischen den einzelnen Abteilungen wechseln, die auf einem horizontalen Laufband angeordnet sind. Dazu gehören derzeit Facebook, Twitter, das Teilen von eigenen Nachrichten, die Navigation, Web-Radio und der Internetdienst Glympse, der anderen temporär Zugang zu den eigenen Standortdaten gibt. Wer den Fokus auf Facebook und Twitter legt, findet sich schnell zurecht. Über die Mobilfunkabteilung des iPhone werden die vorigen Statuseinträge auf dem Bildschirm angezeigt, und zwar mit dem hinterlegten Porträtfoto des Autors, die Inhalte liest eine synthetische Stimme vor. WWW-Links lässt die Sprachausgabe außen vor, so hört sich das Ganze durchaus respektabel an. Eigene Nachrichten kann man allein in der Form von Textbausteinen absetzen, hier lassen sich allerdings persönliche Inhalte wie das Navigationsziel oder die gerade gehörte Musik automatisch einfügen.
Zugegeben: Bei Twitter mit kurzen Texten plus Link hält sich der Nutzwert in Grenzen. Aber längere Facebook-Artikel lassen sich mit Gewinn hören. Mit einem weiteren Controller-Klick wird der gesamte Eintrag auf dem Monitor angezeigt, hier ist die Ablenkung für den Fahrer deutlich höher. In Grenzen lässt sich mit den Einträgen jonglieren, man kann in Facebook den „Gefällt mir“-Button auslösen, in Twitter „retweeten“, Facebook-Kommentare lesen oder, sehr sinnvoll, bei einem „Check in“ die Adresse der Lokation gleich in die Routenführung übernehmen. Ähnliches gilt auch für die Veranstaltungs-Einladungen von Facebook, die sich nahtlos in die Routenführung übernehmen lassen.
Diese wiederum ist der größte Pluspunkt im Zusammenspiel mit Audio 20, das sonst ohne Routenführung auskommen muss. Der Kopilot arbeitet ordentlich, und als Extra gibt es sogar eine Online-Google-Suche nach Sonderzielen. Leider muss man auf eine Spracheingabe des Navigationsziels verzichten, aber schon kündigt Mercedes-Benz eine Siri-Erweiterung für die nächsten Wochen an. Die Karten liegen übrigens auf dem iPhone, und die Software kommt von Garmin.
Innovativ tritt ferner die „Social Playlist“ auf. In dieser Wiedergabeliste wird plattformübergreifend jeder Audio- und Videolink gesammelt, den die Freunde veröffentlicht haben – und man kann die Musiktitel der Netzbekannten während der Fahrt im Streaming-Verfahren hören. Videos lassen sich nur im stehenden Fahrzeug sehen, hier gibt es auch häufig Kompatibilitätsprobleme. Internetradio-Sender sind bereits programmiert, sie gelangen via Mobilfunk ins Auto. Man achte auf das Datenvolumen und die Gebühren. Ein Probeabonnement des Musikanbieters Aupeo gehört ebenfalls zum Lieferumfang. Bessere Dienste wie Spotify sind nur über Bluetooth-Audio und die entsprechende iPhone-App nutzbar.
Drive Kit Plus ist zunächst ein erfolgversprechender Anfang. Besonders sinnvoll ist das Vorlesenlassen von Facebook-Einträgen und das Abrufen von Veranstaltungs- und anderen Ortsinformationen. Die Fahrerablenkung bleibt in diesen Funktionsbereichen minimal, und da das iPhone fest in der Mittelarmlehne verstaut ist, kommt der Social-Media-Junkie gar nicht auf den Gedanken, es während der Fahrt in die Hand zu nehmen. Bei Twitter bleiben viele Wünsche offen. An erster Stelle der Zugriff auf Twitter-Listen, um beispielsweise gezielt Eilmeldungen abrufen zu können. In Verbindung mit Siri lassen sich viele neue Szenarien entwerfen, und unverständlich ist, warum eine E-Mail-Integration gänzlich fehlt. Im Zusammenspiel mit dem Comand-System ist vor allem bei intensiver Nutzung des Telefons der Umschaltvorgang zwischen beiden Welten ärgerlich. So gesehen lohnt sich Drive Kit Plus vor allem und an erster Stelle in Kombination mit Audio 20. Hier bekommt man dann eine ordentliche Navigation auf den Bordmonitor – und freut sich über Facebook und Twitter als Extras.
Test: Ford Sync

Vernetzung angekündigt: Ford Sync will auch bei den Apps mitspielen (Foto Hersteller)
Als der Autohersteller Ford vor genau fünf Jahren in den Vereinigten Staaten mit seinem Sync-System an den Start ging, war das eine Revolution. Die Anlage holte sich ungezählte Preise, wurde in der Ford-Werbung prominent herausgestellt – und wir kennen einige Amerikaner, die sich beim Neuwagenkauf nur wegen Sync für einen Ford entschieden haben.
Sync ist ein Spracherkennungssystem rund um die Telefonie und Musikwiedergabe im Fahrzeug, es setzt ein Handy oder Smartphone voraus, und dann kann man in der amerikanischen Variante nicht nur seinen Musikspieler ansteuern, sondern auch mit Sprachkommandos durchs Telefonbuch blättern, Assistenzdienste aufrufen, Verkehrsnachrichten hören, und Apps auf dem Blackberry, iPhone oder Android-Gerät integrieren. Es gibt Dutzende von Anwendungen, quasi ein eigenes „Ökosystem“ rund um Sync.
Spannender wird das Ganze mit der Kabelanbindung und USB. Wir probierten das iPhone 4 mit dem älteren iOS-Betriebssystem 5.1, das als iPod erkannt wird. Nur am Rande: Diese Funktion gibt es beim iPhone 5 mit seinem Lightning-Adapter nicht mehr. Mit älteren iPhones wird der Musikbestand anschließend automatisch indiziert, und fortan kann man mit Sprachkommandos durch das gesamte Repertoire surfen. Das Gebotene geht weit über die üblichen Standards hinaus. Die Musikauswahl über den Künstlernamen oder den Albumtitel gehört dazu, ferner kann man fein differenziert nach einem Genre suchen oder „ähnliche Musik“ abspielen lassen und sprachgesteuert seine Wiedergabelisten aufrufen. Jedenfalls in der Theorie.
Und dann sollte man auch sein eigenes Repertoire bestens im Kopf haben. Ist die CD unter „Goldbergvarationen“ oder „Bach: Goldberg-Variationen“ oder „Glenn Gould – The Goldberg Variations“ gespeichert? Das alles muss man wissen, denn dem Spracherkenner wurde nicht die erforderliche Redudanz mitgegeben, um schon aus kleinsten Textschnipseln zum richtigen Ziel zu kommen. Schließlich ist auch die Menüführung unbefriedigend. Wie bei der Bluetooth-Anbindung kommt zu Beginn ein Signalton und dann eine langatmige Aufforderung. Das alles können andere Fahrzeughersteller schon jetzt besser, nur fehlen jenseits von Sync die detaillierten Zugriffsmöglichkeiten auf Genre, Titel und Interpreten. Ein kleines Extra ist indes die Erkennung der Musikstücke, die gerade im Radio gespielt werden. Aber das reicht nicht aus. „Sync wird immer besser und kontinuierlich weiterentwickelt“, sagt Ford, und verspricht,
So geht’s: Straßennavigation mit dem iPhone und Siri – Sprachbefehle zur Navi-Bedienung
Mit iOS 6 hat Apples Smartphone-Betriebssystem für das iPhone 5 und 4S eine Straßennavigation mit Abbiegehinweisen erhalten. Auch wenn Apples Karten zu Recht kritisiert werden: Das Gratis-Navi arbeitet ordentlich, und es lässt sich ohne jede Fahrerablenkung allein mit Sprachbefehlen verblüffend gut bedienen. Nur ist einige Tüftelei angesagt. “Navigiere nach Hamburg” kann bisweilen funktionieren, oder auch nicht. Dann kommt die kuriose Fehlermeldung, dass einige Orte mit “Giere” in der Nähe von Hamburg gefunden wurden.
Erfolgreich ist das Kommando “Zeig mir den Weg nach Hamburg” oder vollständig “Zeig mir den Weg nach Hamburg Musterweg 99“. Ist die Adresse von Klaus Mustermann im eigenen Adressbuch hinterlegt, lautet das Kommando “Zeig mir den Weg nach Klaus Mustermann“, bei Fehlermeldungen stelle man Vor- und Nachnamen um.
Bei der Sonderzielsuche funktioniert “Zeig mir den Weg nach Alte Oper Frankfurt” oder “… Palmengarten Frankfurt”. “Zeig mir den Weg zur nächsten Tankstelle” funktioniert aber nicht. “Zeig mir den Weg” wird dann kurioserweise als Straßenname im aktuellen Ort interpretiert. Hier nehme man “Wo ist die nächste Tankstelle“. Analog funktionieren “Wo ist das nächste Parkhaus“, “Wo ist der nächste Supermarkt“, “Wo ist das nächste Krankenhaus” und so weiter.
Was kaum ein fest eingebautes Navigationssystem der Oberklasse beherrscht, ist die leidige Suche nach Erdgastankstellen: “Wo ist die nächste Erdgastankstelle” lautet abermals das Kommando. Mit “Zeige Staus” kann man sich während der Routenführung über die aktuelle Verkehrslage informieren lassen, soweit sie die Apple-Navigation kennt. Informationen zu öffentlichen Verkehrsmitteln sind in der Karten-App noch nicht hinterlegt.
Test: Audi A3 Modelljahr 2012 und das neue MMI
Jetzt sickert der Fortschritt nicht von oben nach unten, sondern geht die umgekehrte Richtung: Audi präsentierte zur CES sein gründlich überarbeitetes MMI-Kommunikationssystem, und es kommt zuerst nicht etwa im Audi A8, sondern im neuen A3. „MMI Navigation plus mit MMI Touch“ heißt das Spitzenprodukt aus dem „modularen Infotainmentbaukasten“, und damit ist gleich das erste Stichwort genannt: Angesichts des rasanten Innovationstempos in der Unterhaltungselektronik besteht der Zentralrechner im Handschuhfach aus zwei Einheiten: Neben dem Radiomodul mit Basisfunktionen ist ein austauschbares MMX-Board als Multimedia-Extension verbaut, das sich flink aktualisieren lässt.

Neues MMI: Audi A3 Modelljahr 2012 (Fotos Hersteller)
Als Recheneinheit kommt ein Dualcore ARM-Prozessor aus der Tegra-2-Serie von Nvidia zum Einsatz, der mit 1,2 Gigahertz getaktet ist und von einer zusätzlichen Grafikkarte unterstützt wird. Mit dieser geballten Rechenleistung ist es möglich, dreidimensionale Animationen in Echtzeit anzuzeigen. Es werden also keine fertigen Grafiken geladen, sondern Animationen aus dem hinterlegten Datenmaterial live berechnet.

Ran an die Antenne: Handy-Kopplung
Die ganze Pracht zeigt sich auf dem ebenfalls neuen TFT-Monitor, der auf einer Diagonale von 17,8 Zentimeter mit 800 × 480 Pixel auflöst. Das Display fährt motorbetrieben aus der Instrumententafel heraus – und versteckt sich dezent im geparkten Fahrzeug. Die sehr dünne Anzeige sieht nicht nur edel aus, sondern hat auch eine brillante Darstellung mit knackigen Farben, sie ist selbst bei hellem Sonnenschein gut ablesbar.
Neu ist ferner die Bedieneinheit, die Audi MMI Terminal nennt. Hier verschmelzen nun der gewohnte Controller und das aus der Oberklasse bereits bekannte Touchpad inklusive Handschrifterkennung zu einer Einheit. Die Oberseite des Drehstellers ist zugleich die berührungsempfindliche Fläche, auf welcher der Finger Buchstaben oder Zahlen malt.
Das System hatten wir schon im A8 gelobt, es erlaubt nämlich Texteingaben, ohne dass der Fahrer den Blick von der Fahrbahn abwenden muss, jedes erkannte Zeichen wird leise vorgelesen. Wer die ebenfalls vorhandene Sprachbedienung nicht mag, bekommt hier eine sinnvolle Alternative.
Man darf sich über Finesse freuen
Das MMI Terminal hat nun statt der gewohnten Menütasten zwei Kipphebel über dem Drehsteller, die einen schnellen Zugriff auf die Bereiche Telefon, Navigation, Medien und Radio erlauben. Sie lassen sich ohne ablenkenden Blick gut ertasten. Nur die vier Softkeys und die zwei Menütasten unter dem Controller verlangen dann doch wieder den Blick nach unten, hier ist die Fahrerablenkung höher.

Blick nach unten: Controller mit Handschrifterkennung
Geht man etwas tiefer in die Menüs, darf man sich über die feinere Zeichnung der einzelnen Einträge und manche Finesse freuen. Wer das ältere MMI kennt, kommt auch mit dem neuen sofort zurecht. Die schönen Details sind überwiegend optischer Natur. Dazu gehört etwa die Vorschaufunktion, sie blendet im Hauptmenü die Bildschirme der Untermenüs in stark verkleinerter Darstellung ein. Musik lässt sich nun im üppigen 64 Gigabyte großen internen Speicher ablegen, und wenn die Alben in der Gracenote-Datenbank gespeichert sind, sieht man Coverbilder sogar dann, wenn der MP3-Zuspieler drahtlos mit dem Musikprotokoll A2DP angebunden ist.
Die Navigationsabteilung greift jetzt problemlos auf das Kontaktverzeichnis eines angedockten Smartphones zu und übernimmt ohne manuelle Nachbesserung Ort, Straße und Hausnummer als Navigationsziel. Und schließlich die Einstellung der Fahrzeugparameter: Dank der neuen 3D-Grafik sieht man hier sofort mit toller Visualisierung, was welcher Schalter bewirkt. Das alles sind nette Argumente für den Verkaufsraum. In der Gesamtschau spielt „MMI Navigation plus mit MMI Touch“ auf allerhöchstem Niveau, die Weiterentwicklung mitsamt Handschrifterkennung ist ein Schritt nach vorn.
Aber Audi bleibt dabei nicht stehen, auch die Internetdienste ziehen demnächst unter dem Oberbegriff „Audi Connect“ in die Kompaktklasse ein. In unserem Testwagen waren sie noch nicht implementiert, angekündigt sind indes: der W-Lan-Hotspot, den es bereits in der Audi-Mittel- und Oberklasse gibt, Routenplanung am PC mitsamt Übertragung der Daten ins Fahrzeug, Navigationskarten mit Google-Earth-Anzeige sowie die Premium-Verkehrsinformationen.
Neu sind ferner eine Spracherkennung bei der Sonderzielsuche sowie die iPhone-App „Music Stream“, die bis zu 3000 Internet-Radiosender ins Fahrzeug holt. Auch kann man demnächst mit weiteren Apps auf RSS-Nachrichten zugreifen und sich diese während der Fahrt von einer synthetischen Stimme vorlesen lassen. Facebook und Twitter sind ebenfalls angekündigt.
Das alles werden wir demnächst ausprobieren, aber ein Highlight des neuen A3 haben wir schon jetzt schätzen gelernt: Die „Phone Box“ ist eine geräumige Ablageschale für das Mobiltelefon in der Mittelarmlehne. Ein Handy lässt sich hier ablegen oder mit den entsprechenden Adapterkabeln ans MMI andocken. Der Pfiff ist die Planar-Antenne im Boden der Schale. Liegt das Mobilgerät darauf auf, werden die Funksignale per Nahfeld-Kopplung und einem Verstärker als Mittelglied an die Fahrzeugantenne weitergeleitet. Es geht also um bessere Sende- und Empfangseigenschaften und nicht um das (angekündigte) kontaktlose Laden des Akkus. Wir waren anfangs sehr skeptisch, aber schon bei den ersten Fahrten zeigte sich: Das ist ein Knüller.
Die Phone Box ist ein Muss
Auf unserer Probestrecke durch den Taunus wurde an drei von fünf Stellen mit kritischer Funkversorgung das laufende Telefonat gehalten. Mit dem auf dem Beifahrersitz liegenden Handy brachen die Gespräche ab. Aber nicht jede Schwachstelle der Netze ist damit vom Tisch – Weiterlesen auf FAZnet
Und es geht doch: iPhone 5, Lightning und “iPod out”
Schon bei der Vorstellung des neuen iPhone 5 kündigte Apples Marketingchef Phil Schiller an, dass nicht jede Musikanlage mit dem neuen Lightning-Port des iPhone 5 funktionieren würde. Das Stichwort: “iPod out” oder “iPod Kompatibilitätsmodus”. Dabei wird das iPhone mit (s)einem USB-Kabel an die Infotainment-Anlage des Fahrzeugs angedockt. Der Clou: Man kann sich im iPod-Kompatibilitätsmodus am Bordmonitor durch Alben, Listen aller Art und Wiedergabelisten bewegen. Das Infotainment-System übernimmt vollständig die Musiksteuerung. Eine tolle Sache, und vor allem: kaum Fahrerablenkung.
Für Verwirrung hat Apples Produktbeschreibung des Lightning-Adapters gesorgt, der den 8-Pin-Lightning-Anschluss umsetzt auf den alten 30-Pin-Connector. Er bietet weder Video- noch iPod-out.
Das alles bedeutet jedoch nicht, dass die Musiksteuerung im Auto nicht mehr funktionieren würde. Ich habe das Ganze mit dem iPhone 5, dem beiliegenden Lightning-USB-Kabel im neuen Hyundai i30 ausprobiert, läuft tadellos. Probleme könnte es geben, wenn das Fahrzeug keinen USB-Anschluss hat, sondern nur ein alter 30-Pin-Anschluss (etwa in der Mittelarmlehne) zur Verfügung gestellt wird. Hier würde man dann den besagten Adapter benötigen, und das kann haarig werden. Video out funktioniert definitiv nicht. Geht es jedoch allein um die Musikübertragung (und nicht die komfortable Bedienung am Bordmonitor) springt Bluetooth A2DP gern ein.
Test: ConnectedDrive im neuen 3er-BMW
Den Gedanken, dass man im neuen 3er-BMW einfach losfährt und sich dann unterwegs mit der Kommunikationstechnik vertraut macht, den schiebe man getrost beiseite. Das volumenstärkste Modell der Bayern bringt gegen Aufpreis nahezu alles mit, was BMW derzeit im Angebot hat: Head-up-Display, Office-Funktionen, Connected Drive, Echtzeit-Staudaten, Verkehrsschilderkennung und jede Menge Apps. Man könnte ein Buch dazu schreiben, denn rund um das Navigationssystem „Professional“ ist quasi ein vollwertiges Computersystem entstanden, das mit einer Fülle von Möglichkeiten und Optionen auftrumpfen will. Es gibt Online- und Offline-Dienste, Anwendungen für die fest verbaute Sim-Karte des Fahrzeugs und weitere, die sich erst nach dem Andocken eines iPhone erschließen.
Also eine bunte Mischung aus viel Sinnvollem und manchem Überflüssigen, bisweilen einfach zu bedienen, aber gelegentlich tückisch wie das Programmieren eines Videorekorders vor zehn Jahren. Wir haben uns doch oft geärgert. Etwa, dass nach dem Aufruf von BMW-Apps am Smartphone die Musikübertragung mit Bluetooth neu einzurichten ist. Oder dass man vom Web-Radio ausgehend nicht ins zuletzt angezeigte Menü zurückgehen kann. Ferner über sage und schreibe drei Office-Module an verschiedenen Stellen, die ganz Unterschiedliches bedeuten.
In den Details ist die Hardware im neuen 3er-BMW den Anlagen der großen Brüder wie aus dem Gesicht geschnitten: Den Bordmonitor im Breitbild-Format mit 22 Zentimeter in der Diagonale, den Controller vor der Mittelarmlehne sowie die acht Schnellzugriffstasten kennt man schon aus 5er und 7er. Letztere sind die Rettungsanker für unbedarfte Fahrer. Denn sie lassen sich individuell mit Funktionen belegen und zeigen ihren Status, wenn man leicht mit dem Finger über die Tastenfläche fährt: Taste 1 leitet dann beispielsweise immer nach Hause. Dass die Materialanmutung der Bedienelemente nicht an den 5er oder 7er heranreicht, sei am Rande bemerkt.
Das optional erhältliche Head-up-Display ist ein großer Pluspunkt, wenn es um das schnelle Erfassen von Informationen bei minimaler Fahrerablenkung geht. Über der Motorhaube scheinen die Inhalte zu schweben, und die Detailtiefe der Darstellung ist im Vergleich mit der Konkurrenz überragend. Man sieht nicht nur die aktuelle Geschwindigkeit, sondern auch sehr differenzierte Hinweise bei der Routenführung in einer Schemazeichnung. Ferner ist das von Kameras erfasste aktuelle Tempolimit der Verkehrsschilderkennung eingeblendet, und hier arbeitet die Technik deutlich besser als bei anderen Herstellern. Zudem werden Informationen aus der Telefonabteilung in die virtuelle Anzeige eingespielt, etwa der Name des Anrufers bei eingehenden Telefonaten. Auf dem Bordmonitor spielt sich das Geschehen nach den üblichen BMW-Konventionen ab. Bei hellem Sonnenschein spiegelt die stets präsente Anzeige ein bisschen, sie dient auch als Rückfahrmonitor und zeigt die Bilder einer gegebenenfalls vorhandenen Seitenkamera. Die Darstellung lässt sich teilen, ausgehend vom Hauptmenü blättert man die einzelnen Funktionsbereiche auf. Eine vollständige Schilderung aller Funktionen würde den Rahmen sprengen. Wir konzentrieren uns deshalb auf einige Finessen. Zunächst Connected Drive, die Zentrale der Vernetzung. Neben einer Reihe von BMW-Diensten wie Hotline und Notruf-Funktion gibt es zum Nutzen mit der Sim-Karte des Fahrzeugs einen browserbasierten Web-Zugang, der lediglich im stehenden Fahrzeug funktioniert und nicht nur unter der kümmerlichen Darstellung, sondern auch an der fehlenden Eingabehilfe für Web-Adressen leidet. Eine Handschrifterkennung, wie sie Audi für sein MMI-System anbietet, hat BMW zunächst nur für die asiatischen Märkte vorgesehen. Man malt dann die einzelnen Buchstaben auf die Controller-Oberfläche.
Während der Fahrt nutzbar, aber stets mit einem Sicherheitshinweis zu bestätigen, ist BMW Online. Hier finden sich Nachrichten, der obligatorische Wetterbericht, eine Google-Sonderzielsuche sowie mehrere Dutzend Apps, die unabhängig vom eigenen Smartphone laufen. Die Anwendungen kann man auf einen personalisierten virtuellen Bildschirm legen. Für einzelne E-Mail-Systeme (etwa AOL oder Googlemail) gibt es die passende App, so dass man ohne weitere Konfiguration nach Eingabe von Benutzername und Kennwort auf seine Nachrichten zugreifen kann, wahlweise lassen sich die Parameter jedoch auch am PC über die Connected-Drive-Seite von BMW erfassen. Neue Post wird (auch während der Fahrt) auf dem Monitor angezeigt, den Text kann man sich mit einer synthetischen Stimme vorlesen lassen, was allerdings bei Links oder aufwendig formatierten Nachrichten oder mit dem Erreichen der Signatur zur Qual wird. Eigene E-Mails lassen sich mit Hilfe von Textbausteinen versenden. Ein BMW-Sammelkonto ist also nicht mehr erforderlich, sämtliche E-Post bleibt in ihren Konten.
Bei der Smartphone-Anbindung bevorzugen die Bayern das iPhone, die BMW-App kann ihre Inhalte auf den Bordmonitor übertragen. Dazu muss das iPhone stets mit Kabel oder Ladeschale angedockt sein, und die App muss im Vordergrund laufen. Hier gibt es dann auch Facebook und Twitter, wir hatten bereits berichtet. Neu ist der Zugriff auf den Kalender des iPhone, aber am besten gefällt uns „Wiki Local“, ein Vorlesedienst, der Sehenswürdigkeiten in der Fahrzeugumgebung automatisch erfasst, die zugehörigen Wikipedia-Einträge anzeigt und vorliest. Diesen Reiseführer haben wir sehr gern genutzt. Wer ein Android-Smartphone im neuen 3er verwenden will, muss sich ein wenig gedulden. Eine erste Android-Anwendung „My BMW Remote“ ist jetzt im „Play Store“ erhältlich, aber sie kann nicht viel.
Für Technikbegeisterte ist der 3er ein Eldorado, keine Frage, und im Touring kommt demnächst die Freitext-Spracherkennung von Nuance dazu …
Drive Kit Plus in der neuen A-Klasse von Mercedes-Benz
Irgendwie kurios: Wer bei Mercedes-Benz das Comand-System in der aktuellen Ausbaustufe „Online“ ordert, um unterwegs mit Internetanbindung und Google-Suche nach Sonderzielen zu fahnden oder sich mit seinen Facebook-Freunden zu vernetzen, muss sich gleich ein neues Smartphone kaufen. Denn Comand Online geht einige Umwege bei der Konnektivität: Es gibt weder eine fest verbaute Sim-Karte noch einen Leseschacht für die eigene, sondern einzig und allein das Bluetooth-Tethering mit dem Dun-Protokoll, dem „Dial up Network“. Das Mobiltelefon stellt also den Kontakt zum Internet her und reicht die Informationen an Comand Online weiter.
Die Idee hat bestechende Vorzüge: keine Fummelei mit Sim-Karten und kein Wirrwarr bei den Mobilfunkverträgen. Man verwendet sein Mobiltelefon, am besten mit Datenkontingent und muss sich um nichts kümmern. Das im Fahrzeug anfallende Datenvolumen wird über die gewohnte Rechnung tarifiert, unzweifelhaft ein Pluspunkt für die meisten Nutzer.
Aber der Nachteil des Dun-Protokolls ist seine begrenzte Verfügbarkeit: Mit einem iPhone von Apple oder einem Android-Smartphone guckt man in die Röhre. Die Geräte lassen sich zwar wie gewohnt mit Bluetooth für Telefonie und Musikwiedergabe koppeln. Beim Aufruf des Internet streiken sie jedoch. Als Smartphone für Comand Online empfiehlt sich ein Blackberry, der das Dun-Protokoll beherrscht.
Mit der neuen A-Klasse, die im September in den Handel kommt, soll nun alles besser werden. Aber nicht unter dem Dach von Comand Online. Es gibt vielmehr eine eigenständige Lösung, die zunächst allein auf das iPhone 4 und 4S von Apple zugeschnitten ist. Hat sich das mächtige Comand damit erledigt?
Erste Antworten mit einem Blick auf die Details: In der neuen A-Klasse, deren Grundpreis in der kleinsten Variante – A180 Blue Efficiency mit 90 kW (122 PS) und 1,6-Liter-Benziner – rund 24 000 Euro beträgt, ist das Radio „Audio 5 USB“ serienmäßig. Wie der Name schon sagt, gehört eine USB-Schnittstelle dazu, und für weitere 280 Euro kann man eine schlichte iPhone-Halterung mit Freisprecher ordern. Das „Drive Kit“ wird um eine App ergänzt, und in dieser Kombination erhält man ein vollwertiges iPhone-Navi, das sein Kartenmaterial lokal vorhält, also ohne Mobilfunkverbindung durch Westeuropa leitet. Kleine Extras sind ein Web-Radio und ein Fahrzeugfinder, der die Position speichert, sobald das iPhone aus der Halterung genommen wird.
Weitaus spannender ist das „Drive Kit Plus“ für 690 Euro, das aber zwingend die Musikanlage „Audio 20“ mit 15-Zentimeter-Display oder das größere Comand Online mit seinem 18-Zentimeter-Monitor voraussetzt. Der Pfiff dieser Plus-Lösung besteht darin, das zwingend mit einem Kabel angebundene iPhone im Handschuhfach verschwinden zu lassen – und seine Inhalte auf den Bildschirm in der Mittelkonsole zu bringen. Die Steuerung übernimmt fortan der Controller des Mercedes. Neu ist die Idee, dass die Inhalte vom kleinen Smartphone zum großen Bordmonitor wandern, indes nicht. Viele Autohersteller arbeiten an diesem „Terminal Mode“ oder „Mirror Link“, noch ist jedoch nichts serienreif. Und Mercedes-Benz überträgt keineswegs 1:1 alle Inhalte, sondern nur die Daten der hauseigenen App, die zudem im Vordergrund laufen muss.
Was wir bei der Vorstellung sehen konnten, lief jedoch butterweich und in schönster Cover-Flow-Manier. Mit dem Controller wechselt man flink von einer Abteilung zur nächsten, und das sind derzeit Facebook, Twitter, geteilte Inhalte aus den sozialen Netzwerken, die Navigation, Web-Radio und der Internetdienst Glympse, der anderen temporär Zugang zu den eigenen Standortdaten gibt.
Bei Facebook und Twitter werden neue Statusmeldungen während der Fahrt nur vorgelesen, Mercedes-Benz verweist auf die Fahrerablenkung. Klickt man mit dem Controller auf einen Link passiert nichts. Es gibt keinen Zugriff auf Facebook-Gruppen, Facebook-E-Mail oder Twitter-Listen, das Gebotene bleibt rudimentär und ist bestenfalls eine grobe Orientierung zum aktuellen Geschehen in den Netzen. Eigene Nachrichten kann man allein in der Form von Textbausteinen absetzen, hier lassen sich allerdings persönliche Inhalte wie das Navigationsziel oder die gerade gehörte Musik automatisch einfügen.

Die neue A-Klasse: Sie fährt im Herbst vor und soll besonders die iPhone-Generation ansprechen (Foto Hersteller)
Innovativ tritt hingegen die „Social Playlist“ auf. In dieser Wiedergabeliste wird plattformübergreifend jeder Audio- und Videolink gesammelt, den die Freunde veröffentlicht haben – und man kann die Musiktitel der Netzbekannten während der Fahrt im Streaming-Verfahren hören. E-Mail und Apples kluge Assistentin Siri mitsamt ihrer Spracherkennung sind im Drive Kit Plus zum Marktstart nicht implementiert – noch in diesem Jahr wird die App entsprechend ergänzt. Die Navigation nutzt abermals Karten, die auf das iPhone geladen werden, die Software stammt von Garmin, wird aber für den jüngsten Mercedes angepasst. Hier fehlt ebenfalls die Spracheingabe von Navigationszielen, aber es gibt eine Google-Suche für Sonderziele.













