Test: Bürostuhl Trim von Vitra

Bewegungsfreiheit am Schreibtisch: Der Bürostuhl Vitra Trim fördert eine größere Aktivität der Bauch- und Rückenmuskulatur und ist ein angenehmer Partner am Arbeitsplatz. Das hat jedoch seinen Preis.

Der Trim mit innovativem Rückenteil (Foto Hersteller)
Der Trim mit innovativem Rückenteil (Foto Hersteller)

Das höchste Lob, das man diesem Bürostuhl machen kann, ist seine unauffällige Unaufdringlichkeit. Nie ist er im Einsatz über mehrere Wochen hinweg negativ aufgefallen, selbst unschickliches Hineinfläzen mit gewiss ungesunder Haltung hat er nicht nur klaglos toleriert. Sondern er hat gleich das Beste daraus gemacht, nämlich leichten Gegendruck ausgeübt, um den Körper zu stabilisieren. Wir haben den ID Trim von Vitra ausprobiert, ein Klassiker des Schweizer Büromöbelherstellers. Von rund 650 Euro an ist er erhältlich. Er war ein angenehmer Gast im Büro. Wir werden …

Weiterlesen auf FAZnet

Connect to Microsoft OneDrive für Blackberry gut trotz Nachteil

Die App „Connect to Microsoft OneDrive“ für die 10er-Familie der Blackberrys bietet die lange erwartete Anbindung der Microsoft-Cloud mit Optionen zum Teilen von Dokumenten, zur Verwaltung des OneDrive-Speichers und so weiter.

Connect to Microsoft OneDrive auf dem Blackberry Z30
Connect to Microsoft OneDrive auf dem Blackberry Z30

Die App stammt von Blackberry, nicht von Microsoft, sie ist gratis und geradezu perfekt in den Blackberry-Dateimanager eingebunden. OneDrive erscheint wie der Geräte- und Micro-SD-Kartenspeicher in der Medienliste, und es gibt die Option, Fotos und Videos automatisch in die Cloud von OneDrive hochzuladen. Das Synchronisieren erfolgt im Hintergrund und zunächst nur im W-Lan, die Verwendung des Mobilfunknetzes lässt sich optional dazuschalten.

Ein großer Nachteil von Connect to Microsoft OneDrive sei allerdings nicht verschwiegen: Die hochgeladenen Fotos werden stark größenreduziert auf teilweise weniger weniger als 200 Kilobyte. Das kann es noch nicht sein. Und es gibt keine Option, in voller Auflösung in die Cloud hochzuladen. Von diesem ärgerlichen Detail abgesehen kann ich die App nur empfehlen.

 

Comand Online von Mercedes-Benz jetzt mit dapd-Nachrichten

Wer das hochwertige Comand Online von Mercedes-Benz besitzt, bekommt nach einem Software-Update aktuelle Nachrichten und Fotos der Agentur dapd ins Fahrzeug eingespielt, und darf sie auch während der Fahrt lesen. Zu Comand Online siehe hier, man benötigt ein Handy oder Smartphone mit dem DUN-Protokoll, etwa einen Blackberry.

Comand Online mit Nachrichten von dapd (Foto Hersteller)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auszug aus der Pressemeldung:

„Nachrichten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Technik, Gesundheit, Sport und Unterhaltung – mit der neuen Mercedes-Benz News-App für Comand Online können sich Mercedes-Benz Fahrer künftig aktuell und umfassend im Auto informieren.

Wie alle Anwendungen für das Multimediasystem Comand Online zeichnet sich auch die Nachrichten-App durch eine sichere und komfortable Bedienung aus. Sowohl im Stand wie auch während der Fahrt können Mercedes-Benz Kunden nutzerfreundlich auf Aktuelles und Wissenswertes zugreifen und sich die Nachrichten inklusive Fotos im Fahrzeugdisplay anzeigen lassen.

Die Neuigkeiten und Bilder aus aller Welt werden exklusiv von der Nachrichtenagentur-Gruppe dapd zur Verfügung gestellt. dapd kooperiert weltweit mit Nachrichtenagenturen in 22 Ländern und stellt die speziell aufbereiteten News im Fahrzeug in insgesamt 28 Sprachen zur Verfügung. Mit jeder Aktualisierung des dapd-Nachrichtentickers sind die neusten Informationen zeitgleich im Fahrzeug in der gewünschten Sprache abrufbar. Außerdem können die Mercedes-Benz Kunden auch länderspezifische Einstellungen vornehmen, beispielsweise aus welchem Land sie Top News erhalten möchten. So wird der Mercedes-Benz zur mobilen Nachrichtenzentrale.

Die Nachrichten-App steht schon jetzt serienmäßig für den Mercedes-Benz SL zur Verfügung, ab Mitte Juli dann auch für alle neuen Mercedes-Benz Modelle mit Comand Online. Kunden, die bereits ein Fahrzeug mit Comand Online besitzen, können die Apps über den Mercedes-Benz App Shop unter http://apps.mercedes-benz.com erwerben. Ein Besuch beim Händler oder in der Werkstatt ist nicht notwendig, da die News-App via Cloud (Daimler Vehicle Backend) im Fahrzeug bereitgestellt wird.“

 

 

Test: Staubsauger-Roboter Kobold VR 100 von Vorwerk

Wer zu Hause jeden Tag staubsaugt, spart mit einem Staubsaug-Roboter viel Zeit und Mühe, denn der Apparat übernimmt die tägliche Grundreinigung ordentlich und zuverlässig. Obwohl der gewohnte Staubsauger nicht arbeitslos wird, kann sich eine solche Reinigungsflunder lohnen. Wir hatten vor einem Jahr die Modelle von iRobot und Samsung ausprobiert.

Markante Bauform, flaches Gehäuse: Der Kobold VR 100 von Vorwerk (Foto Hersteller)

Nun musste sich der erste Staubsaug-Roboter von Vorwerk bewähren, der Kobold VR 100. Es handelt sich dabei um einen modifizierten Neato XV 11 aus Amerika, der in Deutschland mit feinerer Technik und leistungsstärkerem Akku veredelt wird.

Weiterlesen auf FAZnet

 

Zur Wissenschaft des richtigen Twitter-Timings

Zu schön, um wahr zu sein: Wenn man nur den richtigen Zeitpunkt zum Absetzen seiner Twitter-Meldungen kennt und wählt, twittert man erfolgreicher. Es gibt Dutzende von Seiten und Hinweisen dazu, mal personalisiert, mal nicht. Die Idee hat sogar eine gewisse Plausibilität: Wer seine Tweets nachts oder morgens ganz früh absetzt, erreicht natürlich weniger Publikum. Zumindest gibt es weniger Klicks jener Zeitgenossen, die, sagen wir, aus reiner Neugier auf einen Link klicken.

Lohnt es sich jedoch, daraus eine Wissenschaft zu machen? Die klare Antwort „Nein“ ergibt sich unmittelbar aus den Mechanismen von Twitter: „Unwichtiges“ fällt unter den Tisch und in der Timeline nach unten, während „Wichtiges“ retweeted wird. Meine Erfahrungen:

1.) Ein guter Tweet geht von allein seinen Weg. Selbst wenn er nicht von Twitter-Promis retweeted wird, erreicht er (bei mir) ungefähr 10 mal mehr Klicks als der durchschnittliche Tweet. Und zwar unabhängig von der Uhrzeit des Absetzens.

2.) Ein Tweet wird wahrscheinlich gut laufen, wenn er von einem oder mehreren Twitter-Promis retweeted wird. Damit meine ich einen Retweet durch Twitterer mit mehr als 10.000 Followern. Die starke Reichweite eines Prominenten und sein „Gütesiegel“ sind ausschlaggebend. In solchen Fällen erreiche ich ebenfalls 10 mal mehr Klicks als bei einem durchschnittlichen Tweet. Allerdings gelegentlich auch noch mehr.

Und jetzt zurück zur Wissenschaft des richtigen Twitter-Zeitpunkts: Wenn man mit der Wahl der „richtigen“ Uhrzeit seine Retweet-Rate oder Klickrate um wenige Prozent erhöhen kann, dann sind das absolut irrelevante Verbesserungen gegenüber den Beobachtungen 1.) und 2.) oben.

Anders ausgedrückt: Wenn die Tweets nicht gut sind, kann man sich das Optimieren sparen. Und wenn sie gut sind, braucht man ohnehin kein Twitter-Timing.

Vom Windows-7-PC auf das Laufwerk des XP-Rechners zugreifen

Wer einen neuen Laptop ohne CD/DVD-Laufwerk gekauft hat, kennt das Problem: Wie installiere ich Software von optischen Medien? Die Lösung: Man greift über das W-Lan auf das Laufwerk eines zweiten PC zu. Der arbeitet zum Beispiel noch mit Windows XP. Wie funktioniert das Ganze?

1. Am XP-Rechner: Im Windows Explorer mit links auf den Eintrag des optischen Laufwerks klicken und dann mit der rechten Maustaste „Freigabe und Sicherheit“ wählen. Dort im mittleren Dialogfeld „Netzwerkfreigabe und -sicherheit“ die erste Schaltfläche („Diesen Ordner im Netzwerk freigeben“) aktivieren und einen „Freigabename“ angeben, etwa „LWalt“.

2. Am XP-Rechner gucken, wie er heißt. Dazu Windows-Taste plus Pause-Taste drücken und auf „Computername“ gehen.

3. Am Windows-7-PC die Windows-Taste plus „R“ drücken und folgendes eingeben:

\\RechnernameXP\Freigabename des Laufwerks

Return drücken, und voilà, schon zeigt sich das Gastlaufwerk unter Windows 7.

User experience? Nein danke, wir können nur schlecht

Ich habe gerade ein Produkt eines bekannten Herstellers getestet, und ich bin stinksauer. Das Ding wird eingepackt und zurückgeschickt. Ich frage mich, wie man so einen Dreck a) bauen b) durch die internen Prüfungen schleusen und c) in den Handel bringen kann. Die Mechanik ist unter aller Sau. Ein Gerät im Hochpreissegment, das schon beim Auspacken und Zusammenbauen etliche Fragen aufwirft und dann, wenn diese Prozedur endlich geschafft ist, so elend und schief in der Gegend herumsteht, dass es eine Schande ist. Eine Komponente, die man sehr häufig betätigt, ist viel zu schwergängig, man braucht im Grunde genommen eine zweite Person mit dritter Hand. Bei Konkurrenzprodukten funktioniert das alles mit einer Hand, salopp aus dem Handgelenk sozusagen.

Die Mängelliste könnte ich jetzt noch beliebig erweitern. Ich sehe auf Anhieb, nach nur einer einzigen Stunde des Ausprobierens, ungefähr ein Dutzend Probleme, Widersinnigkeiten und Idiotien. Was läuft hier in einer Firma mit 10k+ Mitarbeitern so grundlegend schief, dass solche Produkte genehmigt werden? Wie gesagt: Es geht hier nicht um einen Billigheimer.

Mir gefällt der amerikanische Begriff der „user experience“.  Welche Erfahrungen macht der typische Kunde im Umgang mit dem Produkt, wenn er es in die Hand nimmt, es ansieht, damit arbeitet? Wie stimmig ist das Design, die gegebenenfalls vorhandene Menüführung? Wurde auf Details geachtet, ist das Produkt aus einem Guss, wirkt es hochwertig, gibt es Raffinessen und Aha-Elemente des Staunens? Weckt es Neugier oder Emotionen? Meines Erachtens sind das alles Faktoren, die weitaus wichtiger sind als diese oder jene zusätzliche Funktion, als die „Featureitis“ der Produktmanager. Mehr den Blick aufs Ganze und gleichzeitig auf das Detail richten, das wäre angesagt. Aber diese Art des Perfektionismus können große Unternehmen einfach nicht. Mit einer Ausnahme natürlich.

Mit der optimalen Pressemitteilung garantiert schnell und sicher zum Erfolg

Sicherlich haben auch Sie sich schon gefragt, wie große und erfolgreiche Unternehmen ihre Pressemitteilungen verfassen. Ich habe einen Blick auf die letzten 100 Rundsendungen geworfen, die in der vergangenen halben Stunde bei uns eingetrudelt sind. Sehen Sie selbst, es ist unglaublich einfach …

Die Form

Anrede: Personalisierung gilt in Redaktionen als anachronistisch. Am besten: „Guten Tag!“ oder „Hallo“. Adels- und Doktortitel werden grundsätzlich geguttenbergt, das spricht für die Internationalität Ihrer Firma.

Textbeginn mit „In der Anlage erhalten Sie eine Pressemitteilung unseres Hauses zur Veröffentlichung“.

Dann kommt, um Gottes Willen, nicht etwa der Inhalt, sondern das Alleinstellungsmerkmal Ihres Unternehmens (das, wofür Sie Ihren PR-Beratern das meiste Geld gezahlt haben). Also zum Beispiel: „Die Inkeplitz GmbH ist der weltweite Marktführer im Bereich der  … “ Und das internationalisieren Sie dann bitte. Also: „Die Inkeplitz GmbH empowered das wordwide Leadership von …“ Sie können kein Englisch? Macht nichts, die meisten Journalisten auch nicht. Kleiner Tipp: Der Google Übersetzer.

Dann bitte unbedingt eine Sperrfrist setzen. Sonst fühlt sich die Redaktion nicht ernst genommen. Exklusivität kann nur durch Sperrfristen hergestellt werden. Außerdem fühlt sich der Journalist gebauchpinselt, wenn er exklusive Informationen vorab bekommt.

Anschließend ganz wichtig: „Bitte bestätigen Sie uns den Eingang dieser Pressemitteilung und teilen Sie uns verbindlich mit, wann die Veröffentlichung erfolgt.“ Druck aufbauen!

Unter der Grußfloskel folgt der obligatorische Disclaimer: Diese E-Mail ist nur für Ihre Augen bestimmt und wenn versehentlich Ihre Sekretärin diese E-Mail geöffnet hat, rufen Sie bitte sofort unsere Notfall-Hotline unter der Rufnummer 0900-… an. Diese E-Mail ist streng geheim. Falsches Lesen kann die Börsenkurse in aller Welt manipulieren, passen Sie auf, was Sie da tun. Das Ganze natürlich zusätzlich auch auf Englisch, siehe Google Übersetzer.

Achten Sie darauf, dass die Durchwahl der Pressestelle nicht angegeben ist. Die Rufnummer der Zentrale reicht aus. So lassen sich nervige Anrufe von Journalisten am besten abwimmeln.

Nehmen Sie auf keinen Fall für den Versand Ihre eigene E-Mail-Adresse, sondern eine, die nicht Reply-fähig ist. So ersparen Sie sich den ganzen Müll, der durch E-Mail-Rückläufer zwangsläufig bei Ihnen eintrudelt (Empfänger unbekannt, Postfach voll usw.)

Ganz wichtig: Die Pressemitteilung muss als PDF erstellt sein. Das PDF wiederum bitte in eine kennwortgeschützte Zip-Datei packen. Warum? VIRENGEFAHR! Nur ein PDF in der gesicherten Zip-Datei wird von Redaktionen ernst genommen. Alles andere ist absolut unprofessionell.

Der Inhalt

Der Text beginnt immer mit dem Alleinstellungsmerkmal Ihres Unternehmens, siehe oben: Also: „Die Inkeplitz GmbH, die worldwide das Leadership empowered“ und dann

ein klitzekleiner Bezug auf die Neuheit, etwa „präsentiert heute“

und dann wieder: das Alleinstellungsmerkmal des Produkts oder der Neuheit. Hier ist jetzt wichtig, mindestens zehn Zeilen mit folgendem redaktionellen Basisvokabular zu füllen:

Weltneuheit, revolutionär, einzigartig, Experience, sensationell, spektakulär, hochqualitativ, erste, weltweit, ultraschnell, innovativ, neue Ära, perfekt, Marktführer, größte, leistungsfähigste, Technologie, High-Tech, Multitouch, Flash, exzellent, sicher, erprobt, bewährt, großartig, exklusiv, erste Wahl, bevorzugt, ausgezeichnet, hochauflösend, 3D-Erfahrung, Cloud.

Sie bekommen das schon hin, würfeln Sie einfach ein bisschen mit den Begriffen. Und immer dran denken: Wenn nur ein einziger dieser Begriffe fehlt, denkt der Redakteur, dass Ihrem Produkt oder Ihrer Neuheit etwas fehlt. Und das wollen Sie doch nicht, oder? Und damit ist der erste Absatz schon fast von allein geschrieben.

Zweiter Absatz, wichtig ist jetzt das Zitat des Geschäftsführers. Es beginnt immer mit

„Wir freuen uns, dass „

Das ist eine feststehende Regel. Sie sollten gar nicht darüber nachdenken, hier etwas zu verändern. Anschließend modifizieren Sie bitte den ersten Absatz in dem Sinne, dass sich der Geschäftsführer wirklich und ganz ehrlich darüber freut, nunmehr „das erste, leistungsfähigste, weltweit revolutionäre …“ Einfach noch mal alle Begriffe aus dem Basisvokabular würfeln. Dann bitte alle Titel des CEO aufführen, also etwa Senior General Vice Manager Office Consolidation und natürlich auch sämtliche akademischen Grade, damit man sofort weiß, dass Ihr Chef wirklich wichtig ist.

Anschließend kommt das, was Sie sagen wollen. Aber bitte nicht vergessen: In jeden Satz mindestens einen Begriff aus dem Basisvokabular einflechten. Sonst versteht die Redaktion nicht, wie weltweit revolutionär ihr Produkt ist. Technische Daten, Preise und andere Sachinformationen werden hingegen maßlos überschätzt. Denken Sie daran: Journalisten legen viel Wert auf eigenständige Recherche. Lassen Sie also das eine oder andere Detail einfach weg. Damit geben Sie der Redaktion die Chance, selbst zu recherchieren, und schon freuen sich Ihre Presse-Partner wie kleine Kinder!

Fotos: In eine gelungene Pressemitteilung gehören stets Fotos. Und zwar an erster Stelle hochauflösende Portraitfotos aller Geschäftsführer. JPGs wirken billig. Nehmen Sie bitte PSD-Dateien vom Photoshop. Der Photoshop ist nämlich teuer. Je größer die Dateien, desto besser. Eine Pressemitteilung, die nur zwei oder drei Megabyte groß ist, wiegt nichts und ist damit irrelevant. Also mindestens 20 Megabyte pro Mitteilung.

Folgt: Teil 2, Wie versende ich die optimale Pressemitteilung?

 

 

Staubsauger-Roboter: Showdown an der Blumenvase

Den geschulten Blick der Hausfrau ersetzen sie durch Fleiß und Technik: Zwei Staubsauger-Roboter für die tägliche Reinigung. Bei Preisen von weniger als 500 Euro ist diese Putzhilfe so überzeugend, dass man nicht mehr darauf verzichten möchte.

Roomba stürzt nach vorn, schön freigespielt hat er sich, dribbelt dann aber taktisch etwas unreif um den Sessel herum, vertrödelt wertvolle Sekunden, und da kommt auch schon Navibot quasi aus dem Nichts unter dem Sofa hervorgeschossen, kämpft sich durch die Mitte, aber der Teppich, er ist unglaublich schwer bespielbar, und nun Strafraumkante Blumenvase, leichte Berührung, o, je.

Ja, das ist wieder mal ein Duell auf Augenhöhe im Wohnzimmer. Nein, es geht nicht um Fußball, sondern um zwei Staubsaugroboter, deren souveräner Einsatz für die Sauberkeit nicht weniger spektakulär anzusehen ist. Allein wie pfiffig sich der Navibot verhält, wenn der frontale erste Anlauf auf den schweren Teppich scheitert. Er dreht sich flink um seine eigene Achse und probiert es schräg in einem Winkel von 45 Grad noch einmal. Oder wie sich der Roomba der Kellertreppe nähert – und die für ihn tödliche Gefahr unmittelbar erkennt. Er stoppt aufgrund der sich dabei einstellenden Schräglage sofort; vorsichtig schleicht er dann an der Kante entlang.

Roomba 581: Der flinke Kehrer aus Amerika

Staubsaugerroboter sind keine neue Erfindung. Zentnerschwere Studien mitsamt eingebauter Kamera gab es schon vor 30 Jahren. Im Laufe der Zeit wurden die Geräte kleiner und klüger, und 2001 brachte Electrolux für 1600 Euro seinen Trilobite auf den Markt, den Urahn aller heutigen Modelle. Was damals ein schönes und teures Spielzeug für einkommensstarke Singles war, ist mittlerweile so ausgereift und günstig, dass man getrost zugreifen kann. Wir haben den Navibot von Samsung und den Roomba 581 des amerikanischen Herstellers iRobot mehrere Wochen lang ausprobiert, und ein Ergebnis steht schon jetzt fest: Wer zu Hause jeden Tag staubsaugt, sei es aus hygienischen Gründen oder weil Vierbeiner überall ihre Haare hinterlassen, spart mit einem solchen Staubsaugroboter viel Zeit und Mühe, denn der Apparat übernimmt die tägliche Grundreinigung ordentlich und zuverlässig, gegebenenfalls sogar zeitgesteuert, wenn man außer Haus ist.

Preise von weniger als 500 Euro

Der gewohnte Staubsauger wird damit aber nicht überflüssig. Das Saugen auf Treppenstufen, unter tiefhängenden Heizungsradiatoren und in schwer zugänglichen Ecken muss man weiterhin manuell erledigen. Doch bei Preisen von weniger als 500 Euro ist diese Putzhilfe so überzeugend, dass man nicht mehr darauf verzichten möchte. So wundert kaum, dass sich diese Reinigungsflundern vor allem über „Mundpropaganda“ verkaufen: Wer einen gesehen und vom Besitzer nur Lob gehört hat, will sich auch von dieser Handarbeit befreien.

Alle Modelle arbeiten nach einem ähnlichen Prinzip: Die kleinen Maschinen sind etwa so groß wie eine Torte, aber drei bis fünf Kilogramm schwer. Sie beziehen ihre Energie aus einem Akku, der im Reinigungseinsatz ein bis zwei Stunden durchhält und an einer Ladestation befüllt wird. Zwei kräftige Räder in der Mitte sorgen für den Vortrieb, ein kleines Stützrädchen, das auf einer um 360 Grad drehbaren Kugel gelagert ist, stabilisiert während der Fahrt – und erlaubt Drehungen auf der Stelle. Ein oder zwei rotierende Seitenbürsten, die etwa sechs Zentimeter über die Vorderkante herausragen, führen dem Apparat den Staub zu, auch aus jenen Ecken, in die er selbst nicht hineinfahren kann.

Rotierende Walzenbürsten hinten erfassen den Schmutz und befördern ihn ins Innere, wo sämtlicher Unrat in einem Kunststoffbehälter landet. Wie beim großen Staubsauger gibt es einen wechselbaren Luftfilter. Einen Staubbeutel hat keines der Modelle, das Volumen der Behälter ist mit knapp einem Liter recht klein. Auch die Saugleistung des Motors hält mit der eines „richtigen“ Handstaubsaugers nicht mit, sie liegt unter 50 Watt. Und wo wir bei den Nachteilen dieser Putzhelfer sind: Ihre Säuberung von Haaren und Fusseln, die alle paar Wochen fällig ist, erfordert Geduld und Fingerspitzengefühl.

Möglichst jedes Stäubchen finden und aufsammeln

Der interessanteste technische Aspekt ist freilich, wie sich ein solcher Roboter in der Wohnung zurechtfindet, wie er dafür sorgt, dass er möglichst jedes Stäubchen findet und aufsammelt. Da ihm der geschulte Blick von Hausfrau oder -mann fehlt, muss er das durch Fleiß und Technik ersetzen. Im einfachsten Fall arbeitet ein Roboter nur mit einem Kollisionssensor. Stößt er auf ein Hindernis, ändert er die Richtung. Die modernen Geräte sind indes mit Sensoren bestückt. Sie nutzen Ultraschall oder Infrarotlicht, um durch Reflexionen die Entfernung zu einem Gegenstand zu ermitteln.

Die beiden von uns erprobten Modelle verwenden zunächst einen Kollisionssensor an der mit Gummi überzogenen Vorderfront. Zum Kontakt mit einem Hindernis kommt es bei dem Samsung Navibot allerdings nur sehr selten. Infrarotsensoren erfassen die Umgebung, nur sehr schmale Hindernisse wie etwa Stuhlbeine werden gelegentlich nicht erkannt. Der Navibot ist zudem das erste Gerät, das sich an einer kameragestützten Ortung im Raum versucht. Eine Optik an der Oberseite filmt die Decke und die Ecken des Raums und speichert diese Daten zur Berechnung einer optimalen Route der Reinigung. Es darf also bei seinen Fahrten im Dienste der Sauberkeit nicht stockdunkel sein.

Samsung Navibot: Mit dem Fleiß der zwei Bürsten stürmt er voran (Fotos Spehr)

Der Koreaner versucht, in exakt parallelen Bahnen durch den Raum zu fahren, jede Stelle wird nur einmal gereinigt. Auch die Höhensensoren an der Unterseite arbeiten mit Infrarot, sie verhindern, dass sich der Roboter in einen Abgrund stürzt. Insgesamt fährt der Navibot sehr vorsichtig, aber diese Besonnenheit führt auch zu ungereinigten Stellen vor Hindernissen, und vor allem: Er kennt keine „Wandverfolgung“, fährt also nur in seltensten Fällen parallel und dicht an den Kanten entlang. Im Wohnzimmer sparte der Samsung zudem einige Ecken gleich aus, da traute er sich wohl nicht hinein. Wenn es um die Grundreinigung geht, ist das Gebotene indes überzeugend.

Roomba sieht nach High-Tech aus

Der zweite Kandidat Roomba 581 sieht weniger nach High-Tech aus, auch fehlt ihm die linke Seitenbürste und die kameragestützte Navigation. Der Hersteller iRobot spricht von einer adaptiven Orientierung im Raum, und das Funktionsprinzip der Routenführung bleibt unklar. Das Gerät taste 67 Mal je Sekunde die Umgebung ab und wähle automatisch ein optimales Reinigungsprogramm. Also keine systematische Erfassung der Räume, sondern eine Art „künstliche Intelligenz“. Wer dem Roomba bei der Arbeit zusieht, entdeckt keine Systematik. Deutlich schneller als der Navibot zieht er seine Bahnen, und er geht vor allem viel resoluter vor. Er tappst mit höherer Geschwindigkeit gegen Stuhlbeine und andere Gegenstände, sehr leichte, unbefestigte Teppiche werden schon mal verschoben, und mit viel Kraft wuchtet er sich auf den Langflor. Der iRobot hangelte sich nahezu perfekt an der Wand entlang und wagte sich in besagte Ecken vor, die der Samsung ausgelassen hatte. Stoffschürzen am Sofa schiebt er beiseite, um auch darunter für Ordnung zu sorgen. Die Reinigungsleistung des Amerikaners ist deutlich höher, obwohl ihm ein Seitenbürstchen fehlt. Beide Gehilfen erkennen übrigens stärker verschmutzte Stellen und reinigen dann intensiver.

Und damit sind wir bei den Grenzen der Technik: Die Räume müssen halbwegs Roboter-kompatibel sein. Ein chaotisches Arbeitszimmer mit aufwendig verkabelter PC- und HiFi-Anlage, mit Manuskripten, Büchern und sonstigen Utensilien auf dem Fußboden ist für den Einsatz der elektronischen Putzhilfen denkbar ungeeignet. Der Navibot verheddert sich schnell in Kabeln aller Art, der iRobot kommt etwas besser mit ihnen zurecht, schiebt aber doch manche Dinge an die Seite. Teppichfransen werden von beiden Apparaten gern ausgerissen, Roomba naschte sogar von dem auf einem flachen Teller liegenden Hundefutter. Beide Geräte klettern über bis zu ein Zentimeter hohe Türschwellen. Kinderspielzeug, das auf dem Boden liegt, kann ebenso eine Herausforderung sein wie die zum Boden reichende Zugschnur des Vorhangs. Und das Mitziehen eines Stromkabels der Lampe kann zu unliebsamen Ergebnissen führen. Vor mancher Unbill kann man sich schützen, indem man Teile des Raums mit „virtuellen Wänden“ vor dem Befahren schützt. Diese mitgelieferten, handgroßen Abstandshalter arbeiten mit Batterien und Infrarot, sie lassen sich auch als Türwächter programmieren, die den Weg von einem Raum zum nächsten erst freigeben, wenn der erste vollständig gereinigt wurde.

Eine Akkuladung für etwa zwei bis vier Räume

Beide Roboter saugen mit einer Akkuladung etwa zwei bis vier Räume, je nach Größe, Verschmutzung und Komplexität der Architektur, wofür sie eine Stunde und länger benötigen. Ist der Kraftspender leer, fahren sie automatisch zur Ladestation zurück, was allerdings nicht immer gelingt. Nur der Navibot legt nach dem Ladevorgang gegebenenfalls eine zweite Schicht automatisch ein, wenn die erste Betankung nicht zur vollständigen Reinigung ausreichte. Die Apparate arbeiten etwas leiser als ein gewöhnlicher Handstaubsauger, sind aber länger in Betrieb. So liegt es nahe, die Roboter tagsüber arbeiten zu lassen, wenn man ohnehin außer Haus ist. Wenn sie sich irgendwo verhaken oder festfahren, schalten sie nach einigen Minuten automatisch ab. Navibot und Roomba bringen deshalb eine Zeitsteuerung mit, die sich flexibel programmieren lässt. Die Bedienung des Samsung mit seinem größeren Display ist dabei etwas einfacher als die des iRobot, dem zudem ein Ein/Aus-Schalter fehlt, wenn er längere Zeit nicht benutzt werden soll.

Trotz der hier aufgezählten Probleme und Einschränkungen: Im praktischen Einsatz über mehrere Wochen hinweg haben wir beide Kandidaten zu schätzen gelernt. Der Roomba, der in Deutschland von der Klein & More AG in Hamburg vertrieben wird, ist in mehreren Varianten erhältlich. Die Amerikaner sind mit ihren Geräten seit sieben Jahren auf dem Markt und haben fünf Millionen Heimroboter verkauft. Der kleine Roomba 520 ist bei Amazon schon für 285 Euro zu haben. Samsungs erster Stausaug-Roboter macht ebenfalls eine gute Figur. Kostete dieser Helfer anfangs 700 Euro, ist er mittlerweile für 380 Euro zu haben.