Test: Comand-System in der S-Klasse von Mercedes-Benz

Der große Luxus des feinen Fahrens

Was Mercedes-Benz mit und rund um das bewährte Comand-System in der S-Klasse bietet, ist deutlich einfacher zu bedienen als die Pendants aus Ingolstadt oder München. Aber es ist auch weniger leistungsfähig.

Das vernetzte Fahren und die Konnektivität werden bei Audi, BMW und Mercedes-Benz immer wichtiger, mancher befürchtet gar einen Overkill der Elektronik an Bord. Audi und BMW bringen das Internet ins Fahrzeug: Die Navigation hält Informationen aus Google Earth parat, der Monitor wird bei BMW zur Surfstation. Audi setzt auf eine Online-Suche im Netz, sie wird mit Fingerbewegungen auf einer berührungsempfindlichen Fläche bedient. Nach dem aktuellen 7er BMW und dem Audi A8 haben wir nun die Kommunikationstechnik der S-Klasse von Mercedes-Benz ausprobiert.

Nach zwei Wochen gibt es ein klares Fazit: Was die Stuttgarter mit und rund um ihr bewährtes Comand-System bieten, ist deutlich einfacher zu bedienen als die Pendants aus Ingolstadt oder München. Aber es ist auch weniger leistungsfähig.

Der Arbeitsplatz: Die S-Klasse von Mercedes-Benz (Fotos Spehr)

Comand mit Radio, Controller, Telefontastatur und riesigem 20-Zentimeter-Farbdisplay sowie einer Musik-Schnittstelle gehört in der S-Klasse zur Serienausstattung, vom S 400 an sind auch die Festplatten-Navigation mit 7 Gigabyte freiem Speicher für eigene Musik sowie die Sprachbedienung mit dabei. Wer gern in Preislisten der Begehrlichkeiten schwelgt, kann seine S-Klasse mit feinen Sound-Paketen von Bang & Olufsen ausstatten (das opulenteste kostet fast 10.000 Euro), und neuerdings gibt es, wie bei Audi, auch einen W-Lan-Hotspot, der die Notebooks und Smartphones der Passagiere ins Internet bringt.

Telefon mit numerischem Ziffernblock

Comand besteht aus mehreren Kernelementen: Zunächst, wie bei der Konkurrenz, der Controller, ein Drehsteller, den man auch drücken und in alle Richtungen schieben kann. Ferner klar beschriftete Funktionstasten rund um dieses Hauptbedienelement. Sie aktivieren ohne jeden Umweg direkt die Abteilungen Telefon, Navigation, Audio. Eine Zurück-Taste ist dabei und ein Drehrädchen zum Einstellen der Lautstärke der HiFi-Anlage. Das Telefon hat eine eigene numerische Tastatur über dem Controller, sie ist mit einer klappbaren Abdeckung geschützt.

Eine Pracht: Das elektronische Cockpit-Display

Dazu kommen zwei Bildschirme mit sehr guter Darstellungsqualität. Der linke ist das Hauptinstrument im Cockpit rund um Tachometer und Drehzahlmesser: eine rein elektronische Anzeige, die programmierbar ist. Im Innenring des Tachometers lassen sich die Rufnummern aus dem Telefonbuch oder die Fahranweisungen der Navigation anzeigen, nur die Spitze der Tachonadel ist derweil auf der Skala sichtbar. Was auf diesem Cockpit-Display erscheint, wählt man mit den Multifunktionstasten am Lenkrad. Zweitens der in der Vertikalen motorbetrieben drehbare Hauptbildschirm. Er wird mit dem Controller und seinen Tasten gesteuert, die Inhalte sind vollkommen unabhängig vom Tacho-Display. So wählt der Beifahrer den nächsten Radiosender mit dem Controller, während der Fahrer die Piktogramme für die Navigation sieht.

Zum Glück kein Menü-Wirrwarr

Das bei der Konkurrenz bisweilen verwirrende Schieben und Drücken des Drehstellers in verschiedene Richtungen hat Mercedes-Benz geschickt vermieden: Mit den Tasten kommt man ohne Mühe in die Hauptmenüs. Anschließend sind alle weiteren Untermenüs wie ein Laufband in der Waagerechten angeordnet und mit schnellem Drehen erreichbar. Das ist nahezu intuitiv zu beherrschen, es gibt kein Menü-Wirrwarr, keine Verästelungen, sondern klare Linien, auf denen der Nutzer schnell zum Ziel kommt. Dieses schlichte und sofort verständliche Bedienprinzip ist ein großer Pluspunkt.

Mittelarmlehne: Controller und umgebende Menütasten

Auch bei der Unterhaltung bleiben kaum Wünsche offen. Neben Radio und CD/DVD-Spieler lassen sich MP3-bestückte SD-Karten, USB-Sticks und portable Musikspieler anbinden. Die Geräte landen im Handschuhfach, das „Media Interface“ kommt mit den entsprechenden Kabeln. Auch für den iPod von Apple findet sich dort der entsprechende Anschluss. Ein iPhone 4 passt zwar mechanisch auf den Stecker, wurde aber von Comand nicht erkannt. Also nahmen wir den iPod, und, siehe da, schon ließ sich mit dem Controller flink durch Alben und Titel blättern, und man sieht die Namen der Stücke im Display. Für noch mehr Komfort sorgt die Feinabstimmung nach Wiedergabelisten, Podcasts oder Hörbüchern. Das große Extra ist das „Music Register“, mit dessen Hilfe man seine Audio-CDs auf den Festplattenspeicher von Comand kopiert. Die Alben werden mit der eingebauten Gracenote-Musikdatenbank erkannt, beschriftet und lassen sich auch nachträglich in Ordner kopieren oder löschen.

Versteht den Fahrer: Spracherkennung Linguatronic

Wer seine Beifahrer verwöhnen will, sollte das „Entertainment-Paket vorn“ mit Harman-Kardon-Surroundanlage sowie einem Splitview-Monitor wählen (2100 Euro). Der Bildschirm liefert dann zwei Anzeigen. Eine für den Fahrer, der beispielsweise die Karte der Navigation eingeblendet bekommt, und eine zweite für den Beifahrer, der gleichzeitig eine DVD oder das TV-Programm sehen kann. Allein der Blickwinkel entscheidet. Bei allem Luxus fehlt indes ein wichtiges Detail: die drahtlose Musikübertragung vom Smartphone mit dem Bluetooth-Protokoll A2DP. Diese Technik ist mittlerweile selbst in vielen Kleinwagen selbstverständlich.

Bei der Ankopplung eines Bluetooth-Telefons an Comand ist eine Besonderheit zu beachten. Ist die „Komforttelefonie“ mit Ladeschale (für 470 Euro) eingebaut, muss man sich bei der Blauzahn-Anbindung mit einer Umstandskrämerei herumplagen: Mit jedem Start sucht Comand zunächst das fest eingebaute Telefon und bietet erst nach einigen Minuten und nur kurz den Wechsel zu Bluetooth an. Ein Trick, um diese lästige Prozedur abzukürzen, besteht darin, die Schale in der Mittelarmlehne mechanisch zu entfernen. Anschließend funktionierte bei uns alles einwandfrei, mit dem besagten iPhone und mit einem Androiden. Nicht nur der Zugriff auf Telefonbuch und Anruflisten gelingt prima. Mit der Spracherkennung Linguatronic gibt es eine Namenswahl, was will man mehr? Vieltelefonierern empfehlen wir allerdings das Telefonmodul mit Sim-Access (420 Euro), das eine Mobilfunkeinheit mitbringt und das Handy während der Fahrt in einen Tiefschlaf legt. Denn die hervorragend gedämmte Karosserie der S-Klasse schottet auch die Mobilfunksignale ab. Mit Sim-Access (das leider von den meisten Oberklasse-Smartphones nicht unterstützt wird), telefoniert man in Regionen mit schwacher Funkversorgung deutlich besser.

Dynamische Navigation mit TMC Pro

Die Linguatronic bewährt sich auch bei der Eingabe des Navigationsziels. Nun geschieht das, wie bei der Konkurrenz, in einem Rutsch mit der „One shot entry“-Technik, die hervorragend funktioniert, allerdings etwas schneller zur Sache kommen könnte. „Navigation wird aktiviert“ sieht man ein, zwei Minuten zu Beginn der Fahrt, da sind andere flotter. Während der Routenführung ist das Gebotene überragend, die Ansagen kommen klar und präzise, es gibt einen Kreuzungszoom und Fahrspurempfehlungen.

Nur ein Tastendruck: Linguatronic Spracherkennung

Was wir vor einem Jahr in der E-Klasse beklagten, hat Mercedes-Benz hier verbessert: Die kameragestützte Erkennung der Verkehrszeichen mit Geschwindigkeitsbegrenzungen arbeitet nun sehr ordentlich. Sowohl die bedingten Tempolimits (bei nasser Fahrbahn oder zu bestimmten Uhrzeiten) wie auch die Anzeigen der dynamischen Geschwindigkeitsregelungsanlagen auf Autobahnen wurden fast immer richtig erkannt. Zudem wird der Hinweis jetzt auch permanent auf der Navi-Karte einblendet und nicht nur einige Sekunden im Tachometer-Innenring wie in der E-Klasse.

Unser Fahrzeug hatte ferner „TMC Pro“ zur dynamischen Navigation „um den Stau herum“ eingebaut. Diesen Premium-Dienst haben wir oft gelobt, aber in den zwei Wochen mit der S-Klasse waren wir nicht immer zufrieden: Auf unseren längeren Fahrten war rund jeder zweite gemeldete und tiefrot in der Karte hervorgehobene Stau entweder beim Eintreffen schon aufgelöst oder nicht so gravierend, dass sich eine Ausweichstrecke gelohnt hätte. Andere Quellen für hochwertige Verkehrsinformationen, etwa mit Floating Car Data, stehen nicht zur Verfügung, denn Mercedes bietet einen Internetzugang erst in der neuen C-Klasse an, das Stichwort lautet „Comand online“. Auch ein Head-up-Display, das Navi- und andere Hinweise in die Frontscheibe einspielt, ist nicht lieferbar.

 

Test: Navi und HiFi im Volvo V60 / Das modernisierte RTI-System

Navigation bei Volvo: Das waren jahrelang Anlagen mit einem gewissen Beratungsbedarf, um es vorsichtig auszudrücken. Kollegen saßen verzweifelt im Fahrzeug und suchten das Menü für die Zieleingabe am elektronischen Kopilot. Was man wissen musste: Dafür gab es hinter dem Lenkrad eine gut versteckte Vier-Wege-Wippe, die kaum jemand auf Anhieb fand. Weitere Schrulligkeiten dieser Routenführung aufzuzählen, sparen wir uns, denn all das gehört nun der Vergangenheit an.

Moderne Zeiten: Das neue RTI-System von Volvo (Fotos Spehr)

Volvo hat mit dem V60 seine Kommunikationstechnik grundlegend modernisiert, und nur Experten sehen beim neuen RTI-System leichte Anklänge an eine weniger glorreiche Vergangenheit. Das neue RTI wirkt frisch, ist in den Basisfunktionen einfach zu bedienen, ein Produkt aus einem Guss und vor allem: Es ist im V60 so günstig, dass man sich jeden Seitenblick auf ein Nachrüst-Navi für die Windschutzscheibe sparen kann.

Für 960 Euro erhält man eine moderne Anlage, die sich klar erkennbar an den Controller-Systemen der deutschen Oberklasse orientiert. Aber sie ahmt nicht nach, sondern setzt eigene Akzente. Unter dem Farbbildschirm und den Lüftungsdüsen der Klimaanlage sitzt das Tastenfeld, das von den numerischen Zifferntasten für die Telefonabteilung dominiert wird. Am Rand liegen klar beschriftete Funktionstasten für die Untermenüs, der Drehsteller rechts übernimmt die Aufgaben des Controllers. Er ist mit einer OK-, Menü- und Abbruch-Funktion belegt, so steuert man das Geschehen auf dem Farbbildschirm.

Dort wiederum bauen sich die Menüs kreisförmig auf, eine „Scheibe“ liegt über der anderen, mit dem Controller geht es schrittweise zurück. Wie bei den meisten High-Tech-Anlagen folgt die Bedienung schnell erkennbaren Prinzipien, aber der Weg in einzelne Menüs ist lang und erfordert stets den Blick auf den Bildschirm. Bis man beispielsweise die Kartendarstellung der Navi-Abteilung von der drei- auf die zweidimensionale Ansicht umgestellt oder die Verkehrsmeldungen im Klartext aufgerufen hat, vergehen etliche Sekunden. Aber das ist nur eine Fußnote, denn das Gesamtkonzept stimmt.

Zudem muss man nicht immer den Weg in die langen Menüs gehen. Die Spracherkennung, die ebenfalls bei RTI dazugehört, macht sich in der Navi-Abteilung bei der Erfassung von Straße und Ort nützlich. Zwar fehlt die brandaktuelle „One-Shot“-Eingabetechnik (man sagt die ganze Adresse in einem Satz) und muss hier Ort, Straße und Hausnummer in drei Anläufen vorsprechen. Aber die Erkennungsleistung ist ordentlich. Zu Beginn der Fahrt werden verschiedene Routen vorgeschlagen, dann gibt es abermals eine kleine Enttäuschung: Die Kartendarstellung wirkt mickrig, die Auflösung ist zu gering, es fehlt an Details. Fürs Fahren brauche man auch nicht mehr, sagt indes der Verstand, und mit dem Gebotenen kommt man sicher ans Ziel. In Kreuzungsnähe baut sich automatisch ein Zoom-Fenster auf, Fahrspurassistenten erleichtern rechtzeitiges Einfädeln, sowohl in der Stadt als auch auf der Autobahn werden Tempolimits angezeigt, wenn sie im Navi-Kartenmaterial verzeichnet sind.

Kommandozentrale: Bedienlandschaft im Volvo V60

Wir sind mit dem V60 unter anderem zur Cebit gefahren, und es gab auf zweimal 300 Kilometer keinen Anlass zur Klage. Nein, wir wurden zudem prima unterhalten mit dem Audiosystem „High Performance Multimedia“, das für weitere 850 Euro in der Aufpreisliste steht. Die wichtigsten Details neben Radio und CD/DVD-Spieler mit MP3-Wiedergabe: 4 × 40 Watt aus acht Lautsprechern bringen einen tollen Sound ins Fahrzeug, Dolby Surround gehört ebenfalls dazu, die Bässe kommen knackig und abgrundtief. Als Zuspieler lassen sich MP3-Geräte über einen Aux-Eingang oder USB mit dem V60 verbinden, und natürlich steht das Bluetooth-Protokoll A2DP für die drahtlose Musikübertragung parat. Mit Blauzahn koppelt man zudem sein Handy oder Smartphone an, der Freisprechbetrieb wird ebenfalls mit Bordmonitor und Controller abgewickelt. In Verbindung mit dem iPhone 4 gab es nur Erfreuliches zu berichten: gute Akustik, Zugriff auf das Apple-Telefonbuch und die Anruflisten, Sprachwahl für alle Einträge ohne vorheriges Training. Alles in allem ist das neue RTI ein großer Schritt nach vorn, wir waren sehr angetan, zumal auch das Preis-Leistungs-Verhältnis exzellent ist. Als „Business-Paket Pro“ kosten alle Komponenten zusammen nur 1500 Euro, und eine Einparkhilfe ist dann ebenfalls dabei.

 

Test: Ford Galaxy Business-Paket II

Man nehme einfach alles, das ist unser Ratschlag für den Interessenten eines neuen Ford Galaxy. Gemeint ist die feine Technik für Routenführung, Kommunikation und Unterhaltung, die im Ford mit einer verwirrenden Fülle von Möglichkeiten parat steht. Das Navigationssystem, das moderate 1610 Euro Zuzahlung erfordert, lässt sich auch als Plus-Paket (mit besseren Lautsprechern) ordern und um eine Mobiltelefon-Vorbereitung ergänzen.

Die klare Linie der Vernunft: Navi und HiFi im neuen Ford Galaxy (Foto: Spehr)

Die i-Tüpfelchen sind „Sound & Connect“ für die Anbindung von MP3-Spielern und Smartphones mit der Bluetooth-Technik A2DP und das Premium-Sound-System. Aus diesen einzelnen Gängen wird mit dem Business-Paket II ein opulentes Menü, dann sind nämlich auch eine Rückfahrkamera sowie Park-Piepser mit an Bord. Der Aufpreis von insgesamt 2200 Euro ist angemessen, das Gesamtpaket überzeugt. Schon die HiFi-Anlage bietet mehr als sonst in der Werksausstattung üblich. Klassische Musik von CD stand fein gezeichnet im Raum, an Dynamik und Bässen fehlt es nicht.

Die Bedienung der Anlage mit dem 18-Zentimeter-Farbbildschirm gefällt. Zwölf Tasten links und rechts der Anzeige führen in die Hauptmenüs, alles andere übernimmt der Finger. Sämtliche Einträge sind präzise beschrieben, man kommt sofort damit zurecht. Und dann die kleinen Extras: Hat man in der Navigation Ort und Straße eingegeben, werden drei Routen vorgeschlagen. Das können andere auch. Aber für den dritten Vorschlag kann man eine persönliche Gewichtung aus Fahrzeit und Kilometerzahl vornehmen, also quasi eine „optimale Route“ programmieren. Das ist beispielsweise sinnvoll, wenn ein Teil der Wegstrecke weitab der Autobahn liegt und die schnellste Route nur zwei Minuten spart, aber 30 Kilometer länger ist als die zweitschnellste. Die Kartendarstellung während der Fahrt ist mustergültig und übersichtlich, das zweite große Farbdisplay zwischen Tachometer und Drehzahlmesser zeigt ergänzend eine Pfeildarstellung. Auch die Kleinigkeiten stimmen: Fahrspurassistenten helfen auf der Autobahn, mit einem Fingerdruck auf das entsprechende Symbol ist die Sprachführung ausgeschaltet, wenn man telefonieren möchte. Der Spracherkenner erlaubt die Zieleingabe von Straße und Ort, man muss also gar nicht mit dem Finger die virtuelle Tastatur bedienen. Die Erkennungsleistung ist ordentlich, verbesserungsbedürftig erscheint nur, dass man nicht in einem Rutsch durch die gesamte Prozedur geführt wird, sondern nach „Ort eingeben“ zur Erfassung des Straßennamens noch einmal starten muss. Auch fehlen der Navi-Anlage Hinweise auf das aktuell geltende Tempolimit. Während der Routenführung kann man Musik von einer CD hören, weil sich die Westeuropa-Landkarte auf einer SD-Speicherkarte befindet.

Mit den Leistungen der Navi-Abteilung waren wir also sehr zufrieden, und das Radio bietet ebenfalls schöne Extras, etwa eine Liste aller empfangbaren Stationen in alphabetischer Sortierung. Die Bluetooth-Freisprechanlage freundete sich sofort mit dem iPhone 4 an und übertrug das Telefonbuch sowie die Anruflisten ins Fahrzeug. Die Akustik ist sehr ordentlich, und die Nebengeräusch-Unterdrückung arbeitet bis etwa 130 km/h überzeugend.

Einige Minuspunkte sind aber doch zu erwähnen: Der Freisprecher funktioniert nur mit eingeschaltetem Radio, und zweitens: Im Telefonbuch kann man nur nach dem ersten Anfangsbuchstaben eines Eintrags suchen, anschließend sieht man eine gegebenenfalls sehr lange Liste zum Blättern. Die Telefon-Abteilung bietet ebenfalls eine Spracherkennung, beherrscht aber die Namenwahl nur nach vorherigem Training des jeweiligen Telefonbuch-Eintrags. Dass wir dann das iPhone 4 auch als Zuspieler für die Musikabteilung einsetzen konnten, ist dank A2DP kein Problem. Störend indes, dass die Musikübertragung nach jedem Telefonat selbst dann automatisch wieder startet, wenn man sie zuvor hat pausieren lassen. Dieses Problem haben allerdings derzeit so gut wie alle A2DP-Anlagen. Insgesamt können wir das Business-Paket II guten Gewissens empfehlen, es ist eine schöne Zusammenstellung sinnvoller Extras auf hohem Niveau.

Test: iDrive im 5er-BMW 2010

Als BMW vor zwei Jahren das modernisierte 7er-Modell vorstellte, zog auch ein rundum verbessertes iDrive-System für Kommunikation, Routenführung und Unterhaltung in die bayrische Oberklasse ein. Mit dem jetzt neuen 5er-BMW, der seit Januar im Handel ist, gibt es für die Freunde der Marke eine verflixt gute Nachricht: Auch in der oberen Mittelklasse lässt sich jetzt aus dem Vollen schöpfen – vorausgesetzt, man hat eine Flatrate für die Ausstattung mit Sonderzubehör, denn die Liste der Möglichkeiten und Optionen ist geradezu erschlagend.

Das ganze Internet: BMW macht's vor (Foto Spehr)

Was uns im zweiwöchigen Fahrbetrieb am besten gefiel, war das Head-up-Display (1390 Euro). Es projiziert Informationen in die Frontscheibe: ein virtuelles Bild wird mit der realen Sicht nach draußen überlagert. Um die Inhalte zu erfassen, muss man nicht den Blick von der Fahrbahn abwenden, sondern sieht diese unaufdringlich und dezent mit der gewohnten Fokussierung des Auges auf Fernsicht. Ein Navigationspfeil erscheint etwa so, als schwebte er durchsichtig über der Straße. Der immense Vorteil des Head-up-Displays ist also die minimale Ablenkung vom Verkehrsgeschehen, und die mehrfarbige Darstellung mitsamt raffinierter Piktogramme für die Navigation, Fahrspurassistenten, die Spurverlassens-Warnung und die Einstellungen der aktiven Geschwindigkeitsregelung ist ein klarer Pluspunkt. Ferner werden Geschwindigkeitsbeschränkungen mit einer Kamera erfasst und ebenfalls eingeblendet. Diese Tempolimit-Erkennung (320 Euro) funktioniert zwar, wie bei allen Herstellern, nicht immer einwandfrei, ist aber eine große Hilfe für den Vielfahrer.

Das neue iDrive im 5er-BMW ist wie beim großen Bruder eine Abkehr vom zentralistischen System der Einknopf-Bedienung mit strenger Menüstruktur und bietet nun einen Pluralismus der Bedienmöglichkeiten und unterschiedlicher Wege zum Ziel. Die neue Offenheit zeigt sich in vielerlei Hinsicht: Der deutlich verkleinerte Controller ist umgeben von einzelnen Tasten, die unmittelbar in die Funktionsbereiche CD, Radio, Navigation und Telefon führen. Mit weiteren Tasten geht man einen Schritt zurück, springt direkt ins Hauptmenü oder ruft zugehörige Optionen auf.

Controller: Der schnelle Weg in die Menüs (Foto Spehr)

Die wichtigsten Einstellungen für Klima und Belüftung werden wieder ganz konventionell mit Schaltern in der Mittelkonsole vorgenommen, und die Bewegungsrichtungen des Controllers wurden reduziert. Weiterhin lassen sich acht Favoritentasten frei programmieren, etwa mit dem Lieblingssender des Radios, der Büroanschrift für die Navigation oder einer Telefonnummer. Dazu kommt eine nahezu perfekte Sprachbedienung, die sich in allen Situationen und Programm-Modulen als rettender Helfer bewährt, wenn man mal nicht weiterweiß. Sie versteht so gut wie alles, auch Straße und Ort bei der Zieleingabe der Navigation, und nervt im Unterschied zu anderen Systemen nicht mit geschwätziger Schulmeisterei. Für 410 Euro ein sehr empfehlenswertes Extra.

Das Leben mit dem von uns erprobten „Professional“-System (3800 Euro, mit Handyvorbereitung) spielt sich auf mehreren Ebenen ab: Die Flüssigkristallanzeige in der Mittelkonsole hat die atemraubende Diagonale von 26 Zentimeter und löst mit 1280×480 Pixel auf, das ist spektakulär, insbesondere wenn auf dem Navi-Bildschirm in dreidimensionaler Darstellung sogar Höhenprofile oder fotorealistische Abbildungen von Sehenswürdigkeiten erscheinen. Die Anzeige auf dem Bildschirm lässt sich teilen, um beispielsweise neben der aktiven Routenführung zusätzlich Details des laufenden Unterhaltungsprogramms abzulesen. Das Manövrieren auf dem Bildschirm mit dem Controller ist einfacher geworden, man bewegt quasi einzelne Menü-Arbeitsflächen in der Horizontalen. Das zweite Anzeigefeld sind die Hauptinstrumente im Cockpit rund um Tachometer und Drehzahlmesser, die auf einem Black-Panel-Display mit homogener schwarzer Fläche erscheinen. Welche Details dann sichtbar sind, etwa Daten des Bordcomputers, kann man in gewissen Grenzen selbst programmieren.

Den Internetzugang mitsamt Browser halten wir nicht für eine Weltsensation. Während sich Audi für den Gang ins Netz auf eine Google-Suche fokussiert, sind bei BMW ganze WWW-Seiten wie am PC abrufbar, allerdings nur im stehenden Fahrzeug und nach mühseliger Adresseingabe mit dem Controller (Audi hält dazu ein Touchpad mit Handschrifterkennung bereit). Dank eingebauter Sim-Karte von T-Mobile konnten wir in der Frankfurter Innenstadt mit Edge-Tempo surfen, UMTS fehlt bislang. Ehrlich gesagt: Der Browser ist eine nette Zugabe, aber wir haben ihn nie gebraucht. Deutlich sinnvoller im geschäftlichen Einsatz ist der Abruf von E-Mail, RSS-Nachrichten oder Wetterberichten im Fahrzeug. Diese Angebote von BMW Online und Connected Drive gibt es schon länger, sie lassen sich auch während der Fahrt nutzen.

Dass die Navigation höchsten Ansprüchen genügt und sämtliche Eingaben flink von der Hand gehen, versteht sich von selbst. Man kann mit den Online-Paketen die Zieleingabe im Internet vornehmen und ins Fahrzeug übertragen oder Ziele von einem USB-Stick laden. Es gibt nun eine Suche nach Tankstellen entlang der Route und wie gehabt die besonders präzisen Verkehrsinformationen von TMC Pro. Letztere waren während unserer zweiwöchigen Fahrten wieder einmal den kostenlosen TMC-Nachrichten der Rundfunkanstalten deutlich überlegen, vor allem bei der Meldung der Aufhebung von Verkehrsstörungen. Die Ansagen sind erfreulich knapp und präzise, die Zurückhaltung des Kopiloten ist ein klarer Vorzug gegenüber dem penetranten Geplapper, dem man vor allem in asiatischen Fahrzeugen ausgesetzt ist. Wir ließen uns meist nur mit den Piktogrammen im Head-up-Display führen: Unseres Erachtens ist die Reduzierung auf das Wesentliche dienlicher als der Fotorealismus auf dem großen Display.

Die Navi-Abteilung hält das Kartenmaterial auf einer 80-Gigabyte-Festplatte vor, 12 Gigabyte bleiben davon frei für eigene Musikaufnahmen. Man kann also mehr als 100 CDs im Auto „rippen“, wobei BMW keine Angaben zum komprimierenden Datenformat macht. Die Titel werden von der Gracenote-Datenbank automatisch bezogen, und anschließend findet man eine Musikverwaltung à la iPod auf dem Bildschirm vor, wo sich nach Interpreten, Alben oder Titeln suchen lässt. Dass sich auch MP3-Dateien vom USB-Stick importieren lassen, ist ein schöner Luxus. Als Sahnehäubchen darf das Bluetooth-Protokoll A2DP gelten, es sorgt für die drahtlose Musikübertragung vom Handy in die HiFi-Anlage des 5er-BMW – und funktionierte im Zusammenspiel mit einem iPhone 4 prima.

Hat sich BMW in allen Abteilungen und Details größte Mühe gegeben und den neuen 5er mit einer Fülle von Finessen ausgestattet, gilt das leider nicht für die mobile Telefonie und Handy-Anbindung. Bietet Audi eine perfekte Anbindung von Business-Telefonen mit dem Sim-Access-Profil und separatem Funkmodul, muss man bei BMW wie gehabt auf den letzten Feinschliff verzichten und die schlichten Freisprech-Profile nehmen oder den „Snap in“-Adapter SAP für die Mittelkonsole wählen, eine mechanische Halterung, die wiederum nur für sehr wenige Telefone verfügbar ist. Indes bietet der neue 5er ein Extra, das unseres Wissens einzigartig ist: In Verbindung mit Connected Drive lassen sich einige Funktionen des Fahrzeugs mit einem iPhone fernsteuern. Die App „My BMW Remote“ erlaubt beispielsweise die Einschaltung der Standheizung oder die Betätigung von Verriegelung, Lichthupe oder Hupe sowie die Ortung des geparkten Wagens. Unglaublich cool, und schon arbeiten die Bayern an einer Automatik, die selbsttätig das Einparken per Fernbedienung erlaubt. (F.A.Z. vom 19.10.10)

Test: PCM im Porsche Panamera 2010

Da stellt sich gleich das typische Wohlfühlgefühl ein. Es stimmt einfach alles: Haptik, Anmutung, Verarbeitungsqualität und die Technik im Detail. Zwei Wochen im Panamera waren porsche. Die viersitzige Schräghecklimousine hatte PCM an Bord, das „Porsche Communication Management“ mit großem (18 Zentimeter) Farbdisplay, Radio, CD- und DVD-Laufwerk sowie Navigation. Mit dieser Basisausstattung für 3100 Euro ist man schon bestens bedient. Man nimmt Platz in der Oberklasse – und kommt sofort klar. Was auf den ersten Blick etwas erschlagend wirkt, nämlich die zahlreichen Tasten rund um den Wählhebel des Schaltgetriebes, zeigt bei genauem Hinsehen eine feine Logik als Folge einer Grundsatzentscheidung: eigene Tasten für wichtige Dinge, mit einem Handgriff schnell erreicht, keine Controllerbasierte Kommunikationstechnik, kein Overkill an Funktionen, sondern geradlinige Technik für jene, die an erster Stelle fahren und nicht spielen wollen.

Ein ganzer Kerl: Porsche Panamera (Fotos Hersteller)

PCM im Panamera ist seinen Geschwistern im 911er und im Boxster sehr ähnlich. Markantester Unterschied ist das zusätzliche runde, farbige Display rechts vom Drehzahlmesser, das unabhängig von der Hauptanzeige die Inhalte anderer Module zeigt und mit den Lenkradtasten bedient wird. Es löst höher auf als bei den Geschwistern und zeigt zur Navigation gar eine Minikarte. Die Steuerungseinheit für PCM liegt gut erreichbar in der Armaturentafel, klar beschriftete Tasten führen in die Hauptmenüs. Die Bedienung des Ganzen ist einfach, haptisch ist das ein Genuss. Mit dem rechten Drehsteller fährt man durch die Menüs, eine Zurücktaste führt einen Schritt retour. Dazu wird die Menüstruktur stets auf dem Bildschirm angezeigt, für wichtige Funktionen wie „Naviansage wiederholen“ oder „Landkartendarstellung einblenden“ gibt es eigene Tasten.

Radioempfänger und HiFi-Abteilung überzeugen, wir hatten das Bose-Surroundsystem (1350 Euro) mit 14 Lautsprechern und einer Gesamtleistung von 585 Watt im Testwagen. Als Zuspieler neben CDs und DVDs kann auch ein iPhone dienen mit Hilfe der „universellen Audioschnittstelle“ für 330 Euro. Im Ablagefach der vorderen Mittelarmlehne sind dann zwei Anschlüsse vorhanden: Mit USB kann man Speichersticks und diverse MP-Spieler andocken, aber auch die Apple-Geräte mit dem proprietären Stecker.

Ein iPhone 4 wurde sofort von PCM erkannt. Am Bildschirm lässt sich durch sämtliche Alben blättern, die Wiedergabelisten stehen parat, und es gibt sogar eine Volltextsuche. Kurioses Detail: Die Abteilung „Podcast“ des iPhone 4 wird nicht angezeigt, man muss die entsprechenden Sendungen manuell suchen. Das iPhone wird zudem über den USB-Adapter geladen. Wer einen anderen MP3-Spieler einsetzen will, nimmt die Aux-Schnittstelle mit Klinkenbuchse oder die moderne drahtlose Musikübertragung mit dem Bluetoothprofil A2DP. Das Handy oder Smartphone bleibt in der Jackentasche, nur fehlt natürlich die Musikauswahl über PCM, sie muss am Gerät erfolgen. Und um die Vielfalt auf die Spitze zu treiben: Wir koppelten das iPhone mit Bluetooth an die Telefonabteilung von PCM an – und vermochten gleichzeitig mit A2DP unsere Musik hören.

In diesem Sinne ist der Porsche Panamera für alle Anforderungen bestens gerüstet, und wer noch besseren Klang sucht, sollte beim Händler das High-End-Soundsystem von Burmester zur Probe hören, das für 4800 Euro in der Aufpreisliste steht. Der Panamera ist das erste Fahrzeug, das sich ab Werk mit einer Anlage der berühmten Berliner Manufaktur schmückt. Kleine Kritik: Mit dem Einschalten der Zündung aktiviert PCM automatisch das Radio, auch wenn es beim Verlassen des Fahrzeugs ausgeschaltet wurde. Und mit A2DP muss man einige Sekunden warten, bis das Bluetooth-Gerät von PCM erkannt ist.

Das feine Fahren: Innenansicht des Panamera

Telefoniert wird im Panamera wahlweise mit dem internen Telefonmodul von PCM (dazu steckt man seine Sim-Karte in die Anlage) oder mit Bluetooth – im Testbetrieb reibungslos mit Übernahme des Telefonbuchs und der Ruflisten. Wer das professionelle Sim-Access-Profil nutzen will, benötigt das „Telefonmodul mit Bedienhörer“ für 1250 Euro, das einfachere Bluetoothprofil „Handsfree“ wird von der „Handyvorbereitung“ (650 Euro) abgedeckt.

Auch in Sachen Navigation muss man im Panamera keine Kompromisse eingehen. Klare Ansagen und eine ordentliche Landkartendarstellung werden geboten, Fahrspurassistenten gehören im Unterschied zu älteren PCM-Anlagen nun ebenfalls dazu. Hochwertige Verkehrsinformationen à la TMC Pro oder den Einsatz von Floating-Car-Data zur Stau-Erfassung hat Porsche nicht im Angebot. Neu aber: Hinweise auf das geltende Tempolimit, die sich im Zweitdisplay permanent einblenden lassen. Eine praktische Sache – allerdings kommen die Geschwindigkeitsinformationen aus dem Kartenmaterial der Navi-DVD und sind alles andere als aktuell. Eine kameragestützte Auswertung der realen Verkehrszeichen gibt es bei Porsche derzeit noch nicht, von einem Internetzugang und anderen Oberklassediensten wie bei BMW und Audi gar nicht zu reden. Aber das ist für einen Porsche-Fahrer möglicherweise ja ohnehin überflüssiger Schnickschnack. (F.A.Z. vom 28.09.10)

Test: HiFi und Navi im Lexus LS 600h

11 bis 12 Liter Super im täglichen Verbrauch: Das ist ein respektabler Wert für diese Oberklasse-Limousine, die ein Leergewicht von fast 2,4 Tonnen mitbringt und mit ihrem Achtzylindermotor in nur 6,9 Sekunden den Standardspurt auf 100 km/h zurücklegt. Das Geheimnis ist der Hybridantrieb des Lexus LS 600h, der vor allem in der Stadt, beim Anfahren oder langsamen Dahingleiten den Verbrauch drastisch reduziert. Aber auch in Sachen Kommunikation und Unterhaltung weiß der teure Lexus – Basispreis 109 400 Euro – mit insgesamt 327 kW (445 PS) durch einige Extras zu überzeugen.

Das Konzertgebäude: Lexus LS 600h (Fotos: Hersteller)

Das wohl spektakulärste davon ist die Ambience-Ausstattung für 16 250 Euro. Sie bietet nicht nur eine feinere Lederausstattung, sondern den hinten Sitzenden voll elektrifizierte Sessel (mit Massagefunktion) sowie einen DVD- und Fernsehbildschirm, der motorbetrieben aus dem Dachhimmel ausfährt. Drahtlose Kopfhörer gehören ebenfalls dazu. Doch auch Fahrer und Beifahrer müssen auf gute Unterhaltung nicht verzichten. Serienmäßig bringt der Lexus LS 600h eine High-End-Audioanlage der amerikanischen Spezialisten von Mark Levinson mit: 19 Lautsprecher spielen mit bis zu 450 Watt auf, Surround-Sound und sechsfach-DVD-Wechsler inklusive.

Hier sitzt der Dirigent: Taktstock und einiges mehr

Dieses mobile Hörstudio hat es uns im zweiwöchigen Fahrbetrieb angetan: Bei jeder Musikrichtung war der Auftritt souverän, die Anlage ist nicht auf schnell ermüdende Effekte aus, sondern bietet einen sehr präzisen und ausgewogenen Klang. Gezupfte Kontrabässe oder satt getretene Bass Drums kommen geradezu mühelos aus den Lautsprechern, bei Stimmen oder Soloinstrumenten steht jedes musikalische Detail mit anstreckender Frische und Lebendigkeit im Raum. Eine feine Leistung, man sollte den Lexus Probe hören.

Als Zuspieler für die Musik kommt neben der CD oder der mit MP3-Titeln bestückten DVD auch die Festplatte des Navi-Systems zum Einsatz. Von ihren 40 Gigabyte bleiben zehn für eigene Stücke übrig. Audio-CDs lassen sich also „rippen“, sie werden automatisch in das platzsparende WMA-Format eingedampft (128 KBit/s) und bei Bedarf mit Titelinformationen aus der im Lexus hinterlegten Gracenote-Musikdatenbank versehen. Die private Bibliothek lässt sich mit geradezu unendlich vielen Möglichkeiten sortieren, man kann Wiedergabelisten anlegen und sich den Bestand beispielsweise nach Genre oder Interpret anzeigen lassen.

Wer all diese angenehmen Verwaltungsaufgaben rund um die Musik lieber am iPod oder iPhone erledigt, kommt ebenfalls zum Zug. Die Apple-Produkte docken mit einem USB-Kabel an, ihre Musikbibliothek ist sodann mitsamt Alben und Wiedergabelisten über den berührungsempfindlichen Bildschirm zugänglich. Noch mehr Annehmlichkeiten gefällig? Wer ein iPhone oder ein anderes Smartphone mit dem Bluetooth-Profil A2DP hat, überträgt Titel und Alben drahtlos an die HiFi-Abteilung des Lexus, muss aber auf die komfortable Steuerung mit dem Touchscreen verzichten.

In Sachen Telefonie und Navigation bietet der Lexus gute Mittelklasse-Leistungen, das gesamte Paket gehört zur Serienausstattung und wird weitgehend mit dem Touchscreen bedient, der bei Bedarf übrigens auch den Energiefluss der Hybridanlage schön visualisiert. Klar beschriftete Tasten rings um das LED-beleuchtete Display führen in die Hauptmenüs. Bei der Routenführung durch ganz Europa überzeugt der Kopilot mit flink zu erledigender Zieleingabe und flotter Streckenberechnung. Die Ausstattung ist ordentlich wie bei anderen Toyota-Anlagen. Das Navi bietet bei Bedarf drei verschiedene Routen an, zwei schnelle und eine kurze, und mit Beginn der Fahrt lassen sich sämtliche Inhalte individuell konfigurieren. So stehen etwa eine zwei- oder dreidimensionale Kartendarstellung parat, wahlweise um Zusatzinfos oder Abbiegelisten ergänzt, und in Kreuzungsnähe baut sich automatisch ein Schemadiagramm des Straßenverlaufs auf.

Eine TMC-Funktion hilft beim Erkennen und Umfahren von Stauungen. Nur könnte die Beschreibung der einzelnen Verkehrshindernisse etwas detailreicher ausfallen, und es fehlen Hinweise auf das gerade geltende Tempolimit. Weitere Kritik: Zwar ist eine Sprachbedienung vorhanden, aber sie versteht nur wenige Kommandos, geschweige denn die gesprochene Eingabe von Straße und Ort. Das präzisere TMC-Pro ist für den Lexus nicht zu haben, und wer bei „Oberklasse“ an Gimmicks wie einen Internetzugang, E-Mail oder gar ein Head-up-Display denkt, liegt hier falsch. Der Fokus der Japaner liegt also ganz klar auf der Musikanlage und der Unterhaltung für die Fond-Passagiere. Vermutlich, weil man sich in diesem Premiumfahrzeug ohnehin am besten chauffieren lässt. (F.A.Z. vom 16.11.10)