HiFi-Geschichte: Wie das Auto zum Konzertsaal wurde

Und es geht doch. Jahrzehntelang hatten die gestrengen Hüter der akustischen Wahrheit immer wieder behauptet, im Auto finde HiFi nicht statt. Das Credo einer ganzen Branche: Rumorende Triebwerke und rollende Reifen verdecken tiefe Frequenzen, Schallreflexionen an den Glasflächen verfremden Klangfarben, und dicke Sitzpolster schlucken strahlende Obertöne. Mit HiFi im Auto hatten die Experten bis in die 1980er Jahre hinein nur schlechte Erfahrungen gemacht, wie etwa jener Kollege der „Neuen Zürcher Zeitung“, der von einem Autoplattenspieler berichtete, „durch dessen Schlitz der geneigte Autofahrer und Hörer während der Fahrt seine 45er-Singles einschieben und automatisch abspielen konnte. Wer sich diesem Genuss hingab, bezahlte es freilich mit einem frühen Tod seiner geliebten Scheiben: weil der Tonarm notgedrungen mit sanftem Druck in der Plattenrille gehalten werden musste, entpuppte sich der Spieler als glatter Plattenmörder.“

Krawallschachtel für Livekonzerte: Studie Smart Forgigs auf der Basis des Fortwo mit HiFi Ausstattung von JBL (Foto Hersteller)
Krawallschachtel für Livekonzerte: Studie Smart Forgigs auf der Basis des Fortwo mit HiFi Ausstattung von JBL (Foto Hersteller)

Doch vor 30 Jahren wurde mit dem Aufkommen der CD nicht nur das Ende der Langspielplatte eingeläutet. Auch mit der Ruhe war es aus. Das Auto wurde nunmehr als Hörraum entdeckt. HiFi-Freunde entwickelten Spaß an dicken Basstöpfen, wohligen Zwerchfellmassagen und saftiger Klangkraft. Plötzlich berichtete sogar der Wirtschaftsteil dieser Zeitung, dass „passionierte Musik-Liebhaber in zunehmendem Maße“ bereit seien, „viel Geld dafür auszugeben, dass sie in ihrem Auto Musik in einer Klangqualität hören können, die der eines großen Konzertsaales sehr nahe kommt“. Natürlich durfte der erhobene Zeigefinger nicht fehlen. So warnte die F.A.Z. 1985 vor „Vollgas und Volldampfradio in dezibeler Umarmung, Rock auf Rädern“. Denn unter dem Einfluss von „Hitparaden-Musik“ nähmen die Unfälle zu, vor allem auf „kurvenreichen Straßen“.

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Test: Audi A3 Modelljahr 2012 und das neue MMI

Jetzt sickert der Fortschritt nicht von oben nach unten, sondern geht die umgekehrte Richtung: Audi präsentierte zur CES sein gründlich überarbeitetes MMI-Kommunikationssystem, und es kommt zuerst nicht etwa im Audi A8, sondern im neuen A3. „MMI Navigation plus mit MMI Touch“ heißt das Spitzenprodukt aus dem „modularen Infotainmentbaukasten“, und damit ist gleich das erste Stichwort genannt: Angesichts des rasanten Innovationstempos in der Unterhaltungselektronik besteht der Zentralrechner im Handschuhfach aus zwei Einheiten: Neben dem Radiomodul mit Basisfunktionen ist ein austauschbares MMX-Board als Multimedia-Extension verbaut, das sich flink aktualisieren lässt.

Neues MMI: Audi A3 Modelljahr 2012 (Fotos Hersteller)

Als Recheneinheit kommt ein Dualcore ARM-Prozessor aus der Tegra-2-Serie von Nvidia zum Einsatz, der mit 1,2 Gigahertz getaktet ist und von einer zusätzlichen Grafikkarte unterstützt wird. Mit dieser geballten Rechenleistung ist es möglich, dreidimensionale Animationen in Echtzeit anzuzeigen. Es werden also keine fertigen Grafiken geladen, sondern Animationen aus dem hinterlegten Datenmaterial live berechnet.

Ran an die Antenne: Handy-Kopplung

Die ganze Pracht zeigt sich auf dem ebenfalls neuen TFT-Monitor, der auf einer Diagonale von 17,8 Zentimeter mit 800 × 480 Pixel auflöst. Das Display fährt motorbetrieben aus der Instrumententafel heraus – und versteckt sich dezent im geparkten Fahrzeug. Die sehr dünne Anzeige sieht nicht nur edel aus, sondern hat auch eine brillante Darstellung mit knackigen Farben, sie ist selbst bei hellem Sonnenschein gut ablesbar.

Neu ist ferner die Bedieneinheit, die Audi MMI Terminal nennt. Hier verschmelzen nun der gewohnte Controller und das aus der Oberklasse bereits bekannte Touchpad inklusive Handschrifterkennung zu einer Einheit. Die Oberseite des Drehstellers ist zugleich die berührungsempfindliche Fläche, auf welcher der Finger Buchstaben oder Zahlen malt.

Das System hatten wir schon im A8 gelobt, es erlaubt nämlich Texteingaben, ohne dass der Fahrer den Blick von der Fahrbahn abwenden muss, jedes erkannte Zeichen wird leise vorgelesen. Wer die ebenfalls vorhandene Sprachbedienung nicht mag, bekommt hier eine sinnvolle Alternative.

Man darf sich über Finesse freuen

Das MMI Terminal hat nun statt der gewohnten Menütasten zwei Kipphebel über dem Drehsteller, die einen schnellen Zugriff auf die Bereiche Telefon, Navigation, Medien und Radio erlauben. Sie lassen sich ohne ablenkenden Blick gut ertasten. Nur die vier Softkeys und die zwei Menütasten unter dem Controller verlangen dann doch wieder den Blick nach unten, hier ist die Fahrerablenkung höher.

Blick nach unten: Controller mit Handschrifterkennung

Geht man etwas tiefer in die Menüs, darf man sich über die feinere Zeichnung der einzelnen Einträge und manche Finesse freuen. Wer das ältere MMI kennt, kommt auch mit dem neuen sofort zurecht. Die schönen Details sind überwiegend optischer Natur. Dazu gehört etwa die Vorschaufunktion, sie blendet im Hauptmenü die Bildschirme der Untermenüs in stark verkleinerter Darstellung ein. Musik lässt sich nun im üppigen 64 Gigabyte großen internen Speicher ablegen, und wenn die Alben in der Gracenote-Datenbank gespeichert sind, sieht man Coverbilder sogar dann, wenn der MP3-Zuspieler drahtlos mit dem Musikprotokoll A2DP angebunden ist.

Die Navigationsabteilung greift jetzt problemlos auf das Kontaktverzeichnis eines angedockten Smartphones zu und übernimmt ohne manuelle Nachbesserung Ort, Straße und Hausnummer als Navigationsziel. Und schließlich die Einstellung der Fahrzeugparameter: Dank der neuen 3D-Grafik sieht man hier sofort mit toller Visualisierung, was welcher Schalter bewirkt. Das alles sind nette Argumente für den Verkaufsraum. In der Gesamtschau spielt „MMI Navigation plus mit MMI Touch“ auf allerhöchstem Niveau, die Weiterentwicklung mitsamt Handschrifterkennung ist ein Schritt nach vorn.

Aber Audi bleibt dabei nicht stehen, auch die Internetdienste ziehen demnächst unter dem Oberbegriff „Audi Connect“ in die Kompaktklasse ein. In unserem Testwagen waren sie noch nicht implementiert, angekündigt sind indes: der W-Lan-Hotspot, den es bereits in der Audi-Mittel- und Oberklasse gibt, Routenplanung am PC mitsamt Übertragung der Daten ins Fahrzeug, Navigationskarten mit Google-Earth-Anzeige sowie die Premium-Verkehrsinformationen.

Neu sind ferner eine Spracherkennung bei der Sonderzielsuche sowie die iPhone-App „Music Stream“, die bis zu 3000 Internet-Radiosender ins Fahrzeug holt. Auch kann man demnächst mit weiteren Apps auf RSS-Nachrichten zugreifen und sich diese während der Fahrt von einer synthetischen Stimme vorlesen lassen. Facebook und Twitter sind ebenfalls angekündigt.

Das alles werden wir demnächst ausprobieren, aber ein Highlight des neuen A3 haben wir schon jetzt schätzen gelernt: Die „Phone Box“ ist eine geräumige Ablageschale für das Mobiltelefon in der Mittelarmlehne. Ein Handy lässt sich hier ablegen oder mit den entsprechenden Adapterkabeln ans MMI andocken. Der Pfiff ist die Planar-Antenne im Boden der Schale. Liegt das Mobilgerät darauf auf, werden die Funksignale per Nahfeld-Kopplung und einem Verstärker als Mittelglied an die Fahrzeugantenne weitergeleitet. Es geht also um bessere Sende- und Empfangseigenschaften und nicht um das (angekündigte) kontaktlose Laden des Akkus. Wir waren anfangs sehr skeptisch, aber schon bei den ersten Fahrten zeigte sich: Das ist ein Knüller.

Die Phone Box ist ein Muss

Auf unserer Probestrecke durch den Taunus wurde an drei von fünf Stellen mit kritischer Funkversorgung das laufende Telefonat gehalten. Mit dem auf dem Beifahrersitz liegenden Handy brachen die Gespräche ab. Aber nicht jede Schwachstelle der Netze ist damit vom Tisch – Weiterlesen auf FAZnet

 

Premium-Verkehrsinfos im Paralleltest: Audi und BMW verlieren gegen TomTom

Die Zeitschrift „Connect“ bringt in ihrer Juli-Ausgabe einen interessanten Vergleichstest: Die Redaktion war gleichzeitig mit vier Fahrzeugen auf einer 500 Kilometer langen Strecke von Stuttgart über Mannheim nach Frankfurt und zurück unterwegs und prüfte die Premium-Verkehrsdienste: Audi mit MMI und Inrix Traffic, BMW mit iDrive und dem RTTI-System sowie Navteq Traffic (TMC Pro) in einem Garmin-Nachrüst-Navi und TomTom HD Traffic mit dem Go Live 1015.

Die Verlierer sind die Systeme der Werksausstattung:

Audi brauchte für 510 Kilometer 7:03 h,

BMW 528 Kilometer und 6:42 h,

Navteq Traffic 536 Kilometer und 6:31 h

TomTom 527 Kilometer und 6:15 h

Quelle: „Connect“ 7/12, Seite 108-114

 

Die neue Präzision des Staus

Informationen über Staus, Unfälle und Straßensperrungen erhielt man jahrzehntelang über das Radio. Jetzt kommen die Meldungen über den Mobilfunk ins Auto. Tom Tom, BMW und Audi fahren voran. Störungen sind nun metergenau in den Navi-Landkarten zu sehen. Aber wir standen bei unseren Testfahrten trotzdem im Stau.

BMW mit RTTI: Verkehrsstörungen sind in Ampelfarben dargestellt, jedes Segment misst 500 Meter (Foto Hersteller)

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Wenn der Beifahrer den Spielfilm in der Windschutzscheibe sieht: Kommunikationstechnik auf der Auto Show in Detroit

Keine Neuvorstellung ohne Kommunikationstechnik: An jeder Ecke der Autoshow in Detroit zeigten die führenden Hersteller ihre neuen Navi-Systeme, ihre Multimedia-Anlagen, das vernetzte Fahrzeug der Zukunft und immer größere Farbdisplays in der Mittelkonsole. Die Smartphone-App zum Auto wird selbstverständlich: als ausgelagertes Bedienelement für Zusatzfunktionen und Mittel der Personalisierung. Oder, wie bei der App „Car Together“ von Mercedes-Benz, zum Finden von Mitfahrern, die ähnliche Interessen und Hobbys haben. Auch das Zweitdisplay zwischen Tachometer und Drehzahlmesser soll bei der Individualisierung des eigenen Wagens hilfreich sein: Selbst in der Kompaktklasse sieht man künftig hochauflösende Zweitanzeigen mit frei wählbaren Farben für Navi-Hinweise und Musik-Wiedergabelisten.

Der neue Trend bei den Cockpitanzeigen sind „Themes“, wie man sie in der Smartphone-Welt schon lange kennt: Diese Ensembles fassen Farben, Symbole, Inhalte und Einstellungen unter einem Dach zusammen und lassen sich mit wenig Aufwand wechseln. Ford zeigte abermals sein beliebtes „Sync„-System, das Navigation, Musik und Telefonie vereint. Die übergreifende Spracherkennung hat Sync in Amerika populär gemacht. Nun gibt es weitere neue Apps rund um Sync, und noch in diesem Jahr wird die Anlage in die europäischen Ford-Modelle einziehen.

Audi zeigte in Detroit und auf der CES in Las Vegas zwei neue Technikbausteine, die nahezu serienreif sind und auf der Messe in Nevada bereits ausgiebig erprobt werden konnten. Zum einen das verbesserte MMI-System, das bei Audi für Kommunikationstechnik und Unterhaltung zuständig ist. Das kommende MMI startet nicht etwa im Flaggschiff Audi A8, sondern im neuen Audi A3, der für 2013 angekündigt ist. Sofort augenfällig ist die modernisierte Bedienlandschaft: Das Touchpad befindet sich künftig auf dem nunmehr größeren Controller. Wie gehabt, kann man auf der berührungsempfindlichen Fläche mit dem Finger einzelne Buchstaben oder Ziffern malen, eine Schrifterkennung übernimmt die Umsetzung.

Per Fingertipp: Neue MMI für den Audi A3 (Fotos Audi)

Aus den bisherigen Menütasten werden nun Kipphebel, die man nach oben oder unten schiebt. Musste man bislang bei MMI stets den Blick von der Straße nach unten wenden, ist die Anlage nun erfühlbar und damit „blind“ zu bedienen. Ein von uns jahrelang beklagter Missstand ist damit abgestellt.

Auch in den einzelnen Abteilungen tut sich viel. In dem Karussellmenü gibt es künftig eine kleine Vorschau, welche die einzelnen Menüpunkte visualisiert. Die neuen optischen Elemente sind jedoch nicht nur eine Freude für das Auge. Vielmehr werden jetzt alle Funktionen – zu denen auch die Assistenzsysteme gehören – mit einem dreidimensionalen Modell auf dem Bildschirm erläutert. Will man beispielsweise die Lichtverteilung der Innenraumbeleuchtung ändern, sieht man die Auswirkungen vorab im Modell. Wer nicht genau weiß, welche Technik sich hinter einer Funktion verbirgt, dem wird auf diese Weise geholfen. Das Fahrzeugmodell wird nicht statisch wiedergegeben, sondern auf der Basis der gesetzten Einstellungen aktuell berechnet. Diese schöne Herausforderung gelingt dank der neuen Grafikeinheit Tegra T30 von Nvidia. Zudem ist von 2013 an das MMX-Board für die Multimedia-Erweiterungen austauschbar. So lassen sich also künftig neue Funktionen nachrüsten.

3D-Animation: Vorschaufunktion des neuen MMI (Foto Audi)

Vielleicht zieht dann auch Facebook in den Audi ein. In Las Vegas war ein entsprechender Menüpunkt bereits zu sehen. Nach der Anmeldung wird die Facebook-Pinwand gezeigt, einzelne Beiträge kann man sich vorlesen lassen. Wie bei Facebook im Command-System von Mercedes-Benz werden auch die „Orte“ unterstützt. Man sieht, wo sich seine Facebook-Freunde gerade aufhalten, und mit einem Tastendruck navigiert man zu der entsprechenden Location. Das alles lenkt deutlich weniger ab als die Suche nach einem Club oder Restaurant in der Navigationsabteilung. Eigene Statusmeldungen kann man, wie bei BMW und Mercedes-Benz, nur in der Form von Textbausteinen veröffentlichen. Auch hier wird also eine mögliche Ablenkung des Fahrers unterbunden.

Der zweite Baustein sind neue Headup-Displays, die als Konzeptstudie vorliegen. Bieten diese Anzeigen bislang nur sehr grobschlächtige Informationen, etwa Pfeildarstellungen für die Navigation, bringt Audi eine bislang nicht gesehene Detailtiefe in das Sichtfeld vor dem Fahrzeug. Verschiedene Techniken wurden vorgeführt: Was Audi „Mitteldisplay“ nennt, ist vor allem eine immense Erweiterung des Betrachtungswinkels. Auch der Beifahrer kann nun in der Windschutzscheibe jene Informationen sehen, die bei der alten Technik allein dem Fahrer vorbehalten waren. Eigene Headup-Displays für den Beifahrer wiederum ermöglichen es, dass dieser während der Fahrt einen Film von DVD sehen kann.

Am spektakulärsten erschien uns hingegen das „kontextanaloge“ Head-up-Display. Dabei werden Informationen, Warnmeldungen oder Navi-Hinweise so dicht mit der Realität verknüpft, dass beispielsweise der Navi-Abbiegehinweis in Pfeilform direkt auf dem entsprechenden Kreuzungspunkt zu liegen scheint. Der optische Eindruck ist überwältigend. Diese hochauflösenden Headup-Displays basieren auf der DLP-Projektionstechnik, wie man sie von Beamern im Heimkino kennt. Die Abkürzung steht für Digital Light Processing, Audi verwendet Auflösungen von derzeit 800 × 600 Pixel. Das Bild wird mit einer Lichtstärke von 10 000 Candela erzeugt und über eine Mattscheibe und mehrere Spiegel in die Windschutzscheibe eingespielt.

Links: Kommunikation, HiFi und Navi im Auto rund um CES und Detroit

Kleine, unkommentierte Link-Sammlung, die sich nahezu automatisch ergeben hat beim Einsatz von Instapaper, mit dem ich alles archiviere.

  1. Audi combines HUD with gesture controls, leaves us wanting
  2. Android integration for car stereos and rear-view mirrors, hands-on (video)
  3. Mercedes mbrace2 auf der CES: Auto wird digitaler Begeleiter
  4. Ford shows off updated Sync integration for iPhone
  5. Mercedes-Benz gesture control concept is DICEy
  6. CES 2012: Automotive round-up
  7. Start Your Engines! Connected Cars at CES
  8. heise online – Carsharing von User zu User
  9. WZ Newsline Mobil – Das Smartphone wird Herz und Hirn des Autos
  10. Daimler Dice: Augmented Reality in der Windschutzscheibe
  11. Nvidia: Audi, Tesla und Lamborghini setzen Tegra-Prozessoren ein
  12. Daimler-Chef Zetsche: „Wir dürfen das Auto nicht zu einer Spielhölle machen“
  13. Daimler revs up car and ride sharing at CES
  14. CES 2012: Now You Can Check Facebook From Your Benz
  15. Mercedes Benz auf der CES: Auto mit Cloud-Anschluss
  16. Economy, Business & Finance: CES: Mercedes will das Auto zum ‚digitalen Begleiter‘ machen – Wirtschaftswoche
  17. Apps für Fahrer: Wenn das Auto auf Facebook surft
  18. Assistenzsysteme von Audi: Oh Helferlein kommet
  19. Ford USB Music Box adds mass storage playback, smartphone charging to AUX-enabled receivers
  20. Renault debuts R-Link, an in-dash Android system with app market
  21. 23.11.11 – Technik – Audis Assistenzsysteme der nahen Zukunft | heise Autos
  22. BMW, Mini offer MOG streaming for iPhone
  23. Trying Out the World’s First In-Car Music-Streaming System – NYTimes.com
  24. heise Autos – 01.11.11 – Fahrberichte – Ausfahrt im VW Passat Variant 1.4 TSI EcoFuel
  25. iPhone accessory review: Ford Fiesta and Microsoft SYNC
  26. Infotainment im Auto: Das Armaturenbrett aus dem Internet – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Auto

Audi bringt Internetradio und Google Streetview ins Fahrzeug

Unten der Auszug aus der Pressemeldung. Und gleich die offenen Fragen: Die Musikübertragung erfolgt mit W-Lan, nicht mit Bluetooth A2DP? Wird mit W-Lan dann auch der vorhandene iTunes-Musikbestand gestreamt? Schick wäre es natürlich auch, wenn man Musikstreaming-Dienste integrieren könnte, also etwa die Stücke der Napster-App ins MMI schaufeln könnte. 

„Mit der neuen Applikation „Audi music stream“ können internationale Radiosender über das Internet im Auto empfangen werden. Bereits im Auto ein Bild davon haben, wie es am Zielort aussieht? Auch das ist kein Problem: Einfach mittels Street View die Straßenansichten aufrufen.

Mit „Audi music stream“ startet ein neuer Dienst von Audi connect. Mit der Smartphone-App kann der Fahrer Radiosender über das Internet empfangen und diese in das Audi Infotainment integrieren. Via WLAN wird das eigene Smartphone mit der MMI Navigation plus verknüpft. Wenn nichts Interessantes im UKW-Radio läuft: Einfach über das MMI drahtlos auf die Musikbibliothek des Telefons zugreifen und die gewünschte Datei abspielen oder aus dem weltweiten Internet-Radio-Angebot den gewünschten Sender wählen.

Dank der Navigation mit Google Earth-Bildern und Street View können hochauf­lösende Luft- und Satellitenbilder, Fotos, Geländeformationen, Straßen und ihre Bezeichnungen und Geschäftseinträge betrachtet werden. Das System greift im Voraus auf die Daten der ausgewählten Strecke zu und kombiniert diese mit den Informationen der MMI Navigation plus. Über das UMTS-Modul des Bluetooth-Autotelefons online werden realitätsgetreue 360°-Panoramabilder aus der Fußgängerperspektive im Auto dargestellt.“

 

Test: Audi Connect mit W-Lan-Hotspot

Dass das Internet ins Auto einzieht, darf nach der IAA als Selbstverständlichkeit gelten. Spannend ist nicht mehr die Frage nach dem „Warum?“, sondern das „Wie?“. Telematikdienste, Verkehrsinformationen und die Notruffunktion E-Call sorgen dafür, dass spätestens von 2015 an jedes Neufahrzeug mit Mobilfunk und Internet ausgerüstet sein wird. Derzeit steht Wireless-Lan auf der Agenda aller Hersteller, und damit ist die Idee verbunden, eine ohnehin vorhandene Datenverbindung nutzbringend den Passagieren zur Verfügung zu stellen. Sie können mit ihrem Notebook, iPad oder Smartphone während der Fahrt surfen, Musik hören oder Videos sehen. Die Anbindung der Peripherie ist so einfach wie zu Hause am Router oder unterwegs im Internetcafé: W-Lan suchen, Kennwort eingeben und loslegen. Peugeot und Citroen setzen dazu auf eine W-Lan-Box in Verbindung mit einem UMTS-Stick, und das französische System wird einmalig mit einem Notebook konfiguriert, der wiederum mit einem Ethernet-Kabel an die Box im Handschuhfach andockt. Eine Umstandskrämerei.

Keine Fummelei am Notebook, alles geht einfach

Das ganz neue „Audi Connect“ mit UMTS-Modul verwendet eine andere Technik, wir haben sie im ebenfalls neuen Audi A6 ausprobiert. Der Netzzugang ist ein Baustein des bekannten MMI-Systems und fügt sich nahtlos in die vorhandene Architektur ein. Auf den ersten Blick ist MMI mit Audi Connect nicht von den bisherigen Anlagen zu unterscheiden: Der Drehsteller und das große Farbdisplay, das im A6 motorbetrieben aus dem Armaturenbrett ausfährt, bilden die Kommandozentrale. Wie im A8 kommt ein opulentes, farbiges Zweitdisplay zwischen Tachometer und Drehzahlmesser hinzu. Ferner hat man aus der Ingolstädter Oberklasse das Karussellmenü sowie das Touchpad übernommen. Es reagiert auf safte Fingerbewegungen, man malt hier einen Buchstaben nach dem anderen, und eine Handschrifterkennung wertet die Eingabe aus.

Für Fingermaler: Das Audi-Touchpad links neben dem Schalthebel (Fotos Spehr)

Audi Connect ist in den Tiefen der Menüs versteckt, und bevor man aus der Fülle der Möglichkeiten schöpft, muss man sich mit den Kommunikationsfähigkeiten seines Mobiltelefons beschäftigen. Im einfachsten Fall unterstützt das Gerät das Bluetooth-Profil Sim Access, wie etwa einige Blackberrys, viele Nokias und sehr wenige Android-Smartphones. Das iPhone von Apple bleibt außen vor. Mit Sim Access sind sämtliche Online-Dienste im Audi verfügbar, und man kann über die Freisprechanlage telefonieren. In Verbindung mit einer Daten-Flatrate legt man quasi sofort los. Komplizierter wird das Ganze ohne Sim Access: In diesem Fall benötigt man eine zweite Sim-Karte, die in den entsprechenden Leseschacht von MMI eingesetzt wird. Das ist sozusagen die Rückfall-Lösung, aber sie hat einen gewaltigen Haken: Die Telefonie mit dem Freisprecher erfolgt dann unabdingbar über diese Sim-Karte. Das vorhandene Handy lässt sich zwar weiterhin über Bluetooth ankoppeln. Man kann auch die Musikwiedergabe über Bluetooth A2DP starten. Aber nicht telefonieren. Wer sich darüber aufregt, sollte wissen, dass auch beim neuen Comand Online von Mercedes-Benz ähnliche Einschränkungen bestehen. Hier benötigt man ein Mobiltelefon mit dem Bluetooth-Dun-Protokoll für Online-Verbindungen.

Ist diese Hürde genommen, geht es an die Konfiguration der Datenverbindung. Im Unterschied zum Peugeot muss man so gut wie nichts manuell einstellen. MMI erkennt automatisch den Mobilfunkprovider, gibt den Zugangspunkt (APN) vor und setzt den netzseitigen Benutzernamen mitsamt Kennwort ein. Manuell einzugeben ist lediglich, ob ein Daten-Verbindungsaufbau automatisch oder auf Nachfrage erfolgen soll, ob Online-Verkehrsdaten empfangen werden, und es gibt ferner eine Roaming-Option sowie einen Verbrauchszähler. Diese Lösung gefällt.

Keine Fummelei: W-Lan-Parameter bei Audi

Der W-Lan-Hotspot ist ebenfalls kinderleicht eingerichtet. Es gibt keine Fummelei mit dem Notebook, sondern man sollte nur das vorgegebene simple Kennwort „AudiAudi“ ändern. Anschließend steht den Passagieren während der Fahrt ein W-Lan zur Verfügung, das so einfach zu handhaben ist wie der Netzzugang im Café. Mit der Haifischzahn-Antenne auf dem Dach ist die Anlage deutlich empfangsstärker als ein Smartphone im Innern, und wir hatten im Fahrbetrieb sehr ordentliche Durchsatzraten. Eine Messung ergab sage und schreibe 5,8 MBit/s, mehr bietet auch mancher DSL-Anschluss zu Hause nicht.

Datenraten je nach Provider und Ort

Die Datenraten hängen natürlich maßgeblich von der Funkversorgung im mobilen Netz ab. Die ist bei Vodafone und der Telekom am besten. In den Ballungsgebieten hat man durchgängig ein flottes Tempo, und jenseits der großen Städte ist zumindest Edge mit bis zu 500 KBit/s verfügbar. Man beachte auch, dass sich alle Passagiere den einen Mobilfunkzugang teilen. Wenn einer Videos lädt, bricht das Tempo für alle anderen deutlich ein. Kleine Unterbrechungen beim Zellenwechsel können zu Rucklern beim Audio- oder Videostreaming führen. Geht es nur um das Surfen im Netz, um E-Mail oder andere Dienste, fallen die Aussetzer in der Regel nicht auf. Die Datenrate hängt im Übrigen nicht von der Geschwindigkeit des Fahrzeugs ab, auf der Autobahn bei hohem Tempo ist die Funkversorgung in der Regel besser als auf dem Land.

Google-Suche: Die Ergebnisse landen bei Bedarf im Navi

So gesehen waren wir mit dem W-Lan-Hotspot ausgesprochen zufrieden. Dazu kommen aber noch jene Dienste, von denen auch der Fahrer profitiert. In der Navi-Abteilung gibt es nun schöne dreidimensionale Stadt- und Landschaftsansichten, die von Google Earth geladen werden. Die Aufnahmen werden als einzelne Kacheln dynamisch nachgeladen, und ein zwei Gigabyte großer Cache (Zwischenspeicher) reduziert das Online-Volumen. Google Earth im Navi erfreut das Auge, vor allem der Passagiere, bringt dem Fahrer aber nichts.

Wichtiger sind die Premium-Verkehrsinformationen, die ein kleiner Anbieter namens Inrix zusammenstellt. Im Unterschied zu den (ebenfalls verfügbaren) Meldungen von TMC und TMC Pro sind sie nicht auf die Autobahnen und Hauptverkehrsstraßen beschränkt, sondern auch kleinräumig innenstädtisch verfügbar. In Frankfurt sahen wir etliche Störungen im Stadtgebiet, aber selbst manche Baustelle auf dem Land wurde richtig angezeigt. Bei Bedarf werden die erfassten Straßen mit Staumeldungen farblich markiert, man sieht also genau, wie weit das Auge von Inrix reicht. Ein abschließendes Urteil über die Güte der Daten kann man nach zweiwöchiger Erprobung noch nicht abgeben. Unsere Eindrücke reichen von „sehr ordentlich“ bis „sehr ärgerlich“. Die Infos sind deutlich besser als die von TMC und TMC Pro, aber sie erreichen nicht die Qualität der Tom-Tom-Daten.

In einem Mini-Browser zeigt Audi Connect (auch während der Fahrt) weitere Reiseinformationen, den wohl unvermeidlichen Wetterbericht sowie Nachrichten in komprimierter Form. Sinnvoller ist unseres Erachtens die W-Lan-Anbindung von Musikspielern und die Google-Suche für Sonderziele am Standort, Zielort oder in einem Umkreis. Hier findet man also beispielsweise über den Suchmaschinen-Betreiber den Namen, die Adresse und vielleicht sogar die Telefonnummer des Steuerberaters oder Arztes, die allesamt eben nicht im klassischen Kartenmaterial der Navi-Hersteller verzeichnet sind.

Weil eine sprecherunabhängige Spracherkennung an solchen Herausforderungen scheitern würde, springt das Touchpad ein. Man malt einen Buchstaben nach dem anderen auf der Fläche, das Erkannte wird noch einmal vom System leise vorgesprochen – und die Erkennungsrate ist großartig. Das Ganze geht deutlich schneller als die Buchstabenauswahl über den Controller mit entsetzlich vielen Drehbewegungen, und wenn man das Prinzip verstanden hat, kann man während der Fahrt fröhlich vor sich hinschreiben, ohne auch nur einmal den Blick von der Straße nehmen zu müssen. Dass man die Fundstellen sofort in die Routenführung übernehmen kann, ist klar, und angezeigte Telefonnummern lassen sich direkt aus der Trefferliste heraus anrufen.

Mit Wetterbericht: Schmalspursurfen während der Fahrt

Alles in allem hat Audi ein gelungenes Paket zusammengestellt. Die nächste Stufe sind weitere Apps, die entweder auf Servern im Internet oder auf dem Smartphone im Auto laufen sollen. Wir warten jetzt auf E-Mail, Facebook und Twitter.

IAA 2011: Das Auto im Zeichen der App

Twitter, Facebook, Wireless-Lan und Internet: Das Fahrzeug der Zukunft ist eine rollende Kommunikationszentrale. „Die Web-Anbindung wird bald ähnlich wichtig für die Kaufentscheidung sein wie das Design oder die Fahrleistungen.“

Nachdem in den vergangenen Jahren das Internet ins Auto eingezogen ist, zeigt nun die IAA in Frankfurt den nächsten Schritt: Im Fahrzeug der Zukunft tummeln sich die „Apps“, die Zusatzprogramme, wie man sie vom iPhone oder Tablet PC kennt. Diese Spezialisten mit engumrissenen Aufgabengebieten sind in Mode. Nach dem Smartphone mit seinen Apps konnte man auf der just zu Ende gegangenen Funkausstellung in Berlin das TV-Gerät mit Apps bewundern.

Und jetzt das Ganze im Auto: Der digitale Lebensstil erobert das Fahrzeug, und „die Web-Anbindung wird bald ähnlich wichtig für die Kaufentscheidung sein wie das Design oder die Fahrleistungen“, sagt Bharat Balasubramanian, der bei Daimler die „Direktion Produktinnovationen“ leitet. Solche Anwendungen mit Internetbezug sind ein Mittel der Distinktion und Individualisierung. Wie man sein Handy mit ausgewählten Apps schmückt, wird vielleicht der Mercedes-Fahrer demnächst die Trumpfkarte der „besten Twitter-App“ ziehen. Und der stolze BMW-Besitzer kontert mit der perfekten Musik-Streaming-App für seinen neuen 5er.

Mercedes-Benz: Comand Online fährt vor (Fotos Hersteller)

Das Internet ins Auto zu holen: Das ist mit den aktuellen Mobilfunktechniken wie UMTS, HSPDA und dem besonders schnellen LTE kein Hexenwerk. Die Herausforderung besteht darin, die Inhalte passend aufzubereiten. Die erste Fahrzeuggeneration mit Netzzugang setzte auf eine 1:1-Adaption: Auf dem Monitor des Navigationssystems werden die gewohnten Inhalte des Web eingespielt. Adressen gibt man mit dem Controller ein, gleichzeitig dienen fleißiges Drehen und Drücken zur Navigation auf der Seite. Diese Technik ist jedoch gescheitert, denn sie ist ganz überwiegend nur im stehenden Fahrzeug nutzbar und bringt dem Fahrer unterwegs so gut wie gar nichts.

Finger-Handschrift während der Fahrt

Im zweiten Anlauf dreht sich nun alles darum, die Inhalte besser darzustellen. Man soll auch als Fahrer sicher darauf zugreifen können. Die Ablenkung muss minimiert werden, und dazu bedarf es innovativer Verfahren, die mit Sprachsteuerung, Gesten und Berührungen arbeiten. Neue Wege der Web-Integration in das vorhandene Bediensystem beschreitet beispielsweise Audi. Auf einer Sensorfläche (“Touchpad“) kann man während der Fahrt mit dem Finger einen Buchstaben nach dem anderen malen. Die Finger-Handschrift wird erkannt, und das Ganze geht deutlich schneller als die Buchstabenauswahl mit dem Controller. Auf diese Weise kann der Fahrer etwa eine Google-Suche starten, ohne den Blick von der Straße nehmen müssen.

Für Fingermaler: Das Touchpad von Audi

Auch Mercedes-Benz entwickelt Sensorfelder, auf denen man mit dem Finger schreibt, Zahlen, Web-Adressen oder Navigationsziele eingibt. Vom Smartphone und Tablet PC wird die Idee der Wischbewegungen übernommen: Man soll Funktionen mit einer Geste ein- und ausschalten, und Mercedes-Entwickler Balasubramanian spricht bereits von einer „dematerialisierten Schnittstelle“, die ganz ohne Schalter und Knöpfe auskommt und allein Kameras und Gestenerkennung verwendet. Das betrifft auch die herkömmliche Fahrzeugbedienung. Lese- und Innenlicht wird man bei Mercedes-Benz künftig durch eine Wischbewegung entlang der Dachbedieneinheit aktivieren.

Bluetooth-Mobiltelefon wird im Auto zum Internetmodem

Die Apps wiederum bieten die Möglichkeit, das Fahrzeug schnell und einfach mit aktuellen Entwicklungen aus dem Bereich Infotainment aufzurüsten. Es muss nicht mehr die gesamte Anlage in der Werkstatt auf den neuesten Stand gebracht werden. Vielmehr holt man sich die Zusatzprogramme von einem Server des Fahrzeugherstellers, und dazu muss man nicht einmal im Auto sitzen. Die Idee von Mercedes-Benz: Inhalte oder Apps werden zu Hause am Smartphone oder PC konfiguriert.

BMW hat diese Vorstellungen schon aufgegriffen und präsentiert in Frankfurt seine iPhone-App „BMW Connected“. Sie wird mit dem eigenen Fahrzeug gekoppelt und erlaubt auf der Menüseite „BMW Apps“ den Zugriff auf viele Online-Dienste wie Twitter, Facebook und Internetradio. Der Clou dabei: Was man auf dem iPhone eingerichtet hat, zeigt während der Fahrt das Display des iDrive-Systems. Die Software ist also ausgelagert ins Smartphone, die Anzeige übernimmt der große Monitor im Auto. Auch Mercedes-Benz bringt vom Herbst an neue Apps für sein „Comand Online“, das mit der aktuellen C-Klasse im Frühjahr an den Markt ging. Facebook, Google Streetview und Googles Bilderdienst Panoramio sind die ersten Angebote, ein Dutzend weiterer wie Twitter oder der Musikdienst Pandora folgen.

Panoramio auf dem Navi-Display: Das System von BMW

BMW wiederum erweitert sein Connected-Drive-Portfolio um „BMW Live“: Ein Bluetooth-Mobiltelefon des Fahrers wird im Auto zum Internetmodem. Nachrichten, Wetterinformationen, eine Google-Suche sowie ebenfalls Streetview und Panoramio stehen im Vordergrund eines Angebots, das mit dem neuen 1er-BMW an den Start geht.

Alles ist individualisierbar

Wie sinnvoll gerade die sozialen Netzwerke im Auto der Zukunft nutzbar sind, hängt maßgeblich von der Qualität der Apps und den Möglichkeiten der Individualisierung ab. Geht es nur darum, „wir haben jetzt auch Facebook und Twitter“ in das Marketing-Portfolio einzubringen, wird der Fahrer auch weiterhin unterwegs auf sein Smartphone gucken. Denn ein ungefilterter Nachrichtenstrom auf dem Monitor des Autos hat überhaupt keinen Sinn. Die Fahrzeug-Apps müssen also eine sorgfältige Feinjustage erlauben, so dass beispielsweise während der Fahrt nur jene Meldungen gezeigt werden, die es auch auf das Smartphone-Display schaffen.

Ford geht mit seiner schicken Studie „Evos Concept“ noch einen Schritt weiter und greift das aktuelle Thema der Cloud-Dienste im Internet auf. Der Evos verspricht eine „nahtlose Vernetzung“ zwischen dem Fahrzeug auf der einen Seite und der persönlichen Datenwolke des Besitzers auf der anderen. Alles ist individualisierbar: die Bedienelemente, die Fahr- und Komforteigenschaften und die Abstimmung des Antriebs. Selbst das zu Hause vor der Fahrt ausgewählte Musikprogramm wird beim Betreten des Fahrzeugs „mitgenommen“, aber das alles ist vorerst nur eine Studie. Deutlich näher an der Realität ist Ford Sync, ein System mit Spracherkennung von Nuance, das im kommenden Jahr in Europa erhältlich sein wird. In den Vereinigten Staaten ist Sync seit Jahren sehr erfolgreich, und auf der IAA kann man seine Vorzüge ausprobieren. Die Sprachsteuerung in der Musikabteilung soll selbst Musikgruppen wie Inxs, Mötley Crüe oder Ke$ha auf Zuruf erkennen.

Aktuelle Benzinpreise oder der Wetterbericht als App

Wem das alles zu App-gefahren erscheint, der darf sich bei den aktuellen Neuvorstellungen der IAA auch auf bodenständige Informationen freuen, die einen beim Fahren tatsächlich besser voranbringen. Alle großen Hersteller haben erkannt, dass die Gratis-Verkehrsnachrichten von TMC bei der Routenführung „um den Stau herum“ keine Hilfe mehr sind. Aktualität und Qualität der Daten lassen sehr zu wünschen übrig. Künftig kommen bei der Navigation hochwertige Verkehrsinfos zum Einsatz, sie stammen von externen Dienstleistern, die nicht nur Autobahnen und Schnellstraßen erfassen. Ferner werden die Bewegungs- und Positionsdaten von Fahrzeugen und Mobilfunkteilnehmern anonym ausgewertet, um in Echtzeit auf Stau oder stockenden Verkehr hinzuweisen. Die Aktualisierung der Informationen erfolgt im Abstand weniger Minuten, und die gesamte Technik erfordert ebenfalls eine Internetverbindung im Auto. BMW kündigt auf der IAA sein neues RTTI (Real-Time Traffic Information) an, Audi verwendet, zunächst im neuen A6, die Daten des kleinen amerikanischen Anbieters Inrix.

Nahezu jede Straße erfasst: Premium-Verkehrsinfos, hier bei BMW

Google-Daten und -Straßenaufnahmen sind in den kommenden Tagen auf etlichen Navi-Anzeigen in den Frankfurter Messehallen zu sehen. Die dreidimensionale Darstellung der Umgebung erfreut zumindest das Auge. Ob sie dem Fahrer hilft, sei dahingestellt. Deutlich mehr Nutzwert verspricht die Google-Suche, etwa nach aktuellen Adressen für den Routenführer oder die Übertragung von Navigationszielen vom heimischen PC in die Navi-Abteilung des Fahrzeugs mit Google Maps.

SMS auf dem Bildschirm: Frische Ideen von Toyota

Diese Technik, die bislang nur in Anlagen der Oberklasse verfügbar war, wird nun erschwinglich. Toyota beispielsweise bringt im neuen Yaris ein System namens „Touch & Go“ das den Kontakt zu Google-Servern ebenfalls über ein Mobiltelefon mit Bluetooth aufnimmt. Auch hier stehen künftig die Apps im Vordergrund: Mit ihnen lassen sich dann die aktuellen Benzinpreise oder der Wetterbericht abrufen. Und natürlich gibt es eine Facebook-App, um den Kontakt mit den Freunden zu halten.