Test: Blackberry DTEK 60

Blackberry will künftig keine neuen eigenen Smartphones entwickeln. Aber die schon auf den Weg gebrachten Produkte kommen auf den Markt. So darf man jetzt den vermutlich vorletzten Blackberry begrüßen, er trägt die Modellbezeichnung Dtek 60 und ist der große Bruder des im Sommer vorgestellten Dtek 50. Abermals setzt Blackberry auf das Google-Betriebssystem Android mit dem Anspruch, die als unsicher geltende Plattform auf ein Niveau zu heben, für das der Name Blackberry geradezu ein Synonym ist.

Blackberry DTEK 60. Foto Hersteller
Blackberry DTEK 60. Foto Hersteller

Dazu wird Android so in der Hardware verankert, dass sich die Geräte weder rooten lassen (der Benutzer erhält Administrator-Rechte und damit vollständige Kontrolle) noch mit anderen Android-Versionen bespielt werden können. Jedes Gerät erhält einen individuellen Schlüssel, mit dem während des Hochfahrens geprüft wird, ob das System verändert wurde. Ferner sollen Schwachstellen von Android ihren Schrecken damit verlieren, dass sie sich von Schadsoftware schlechter ausnutzen lassen. Blackberry Android führt nur signierte Systemprogramme aus und nutzt eine Speicherverwürfelung, um das Einbringen von fremdem Code zu erschweren. Schließlich werden Updates und Sicherheits-Patches früher als bei der Konkurrenz ausgeliefert.
Nichtsdestoweniger läuft der neue Dtek mit Android 6.0.1 und nicht mit der aktuellen Version 7. Der Neuzugang ist ein sehr flaches Gerät (15,4 × 7,5 × 0,7 Zentimeter) mit großer 5,5-Zoll-Displaydiagonale und einer üppigen Auflösung von 2560 × 1440 Pixel. Der Unterschied zum Dtek 50 sind nicht nur die Größe und das verbesserte Display, sondern auch die USB-C-Schnittstelle, die mit Glas beschichtete und sehr glatte Rückseite, die dort hervorstehende Kameraoptik mit erhöhter Auflösung und der Fingerabdruckscanner. Es ist der erste Blackberry mit diesem biometrischen Schutz.

Das Betriebssystem zeigt sich dem Nutzer als nahezu Android pur
Der Scanner funktioniert gut, aber nichts so präzise und dezent wie der eines iPhone oder Huawei-Geräts. Auch die Anordnung der Tasten ist gewöhnungsbedürftig. Der Ein- und Ausschalter befindet sich am linken Rand, genau gegenüber der Wippe für die Lautstärkeeinstellung, die man oft versehentlich mit betätigt, wenn die Hand das Gerät umschließt. Die kleine runde Taste am rechten Rand hält man zunächst für den Ein- und Ausschalter, sie lässt sich indes mit einer Funktion eigener Wahl belegen.

Der Dtek 60 erfordert eine Nano-Sim-Karte, und sein üppiger Speicher mit vier Gigabyte RAM und 32 Gigabyte Flash lässt sich noch einmal mit Micro-SD-Karten erweitern.

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Test: Blackberry Passport Silver Edition

Im Kern identisch, in den Details verbessert: Man darf den Perfektionismus des angeschlagenen Smartphone-Herstellers Blackberry loben. Sein Spitzengerät Passport, das seit nunmehr einem Jahr auf dem Markt ist, wird jetzt noch einmal in einer zweiten Auflage präsentiert. Als teurere Silver Edition spielt der Passport (er passt exakt auf die Fläche eines deutschen Reisepasses) nun mit dem Luxus.

Hochwertig verarbeitet: Blackberry Passport Silver Edition (Foto Hersteller)
Hochwertig verarbeitet: Blackberry Passport Silver Edition (Foto Hersteller)

Die erste Reaktion beim Auspacken des neuen Geräts ist Staunen über die gediegen-hochwertige Verarbeitung. Die abgerundeten Kanten und der umgebende Edelstahlrahmen überzeugen ebenso wie ein Blick auf die Unterseite, wo nun die Aussparung für den Micro-USB-Ladeanschluss präziser gefertigt ist und die Lautsprecher mit schützender Mikroperforation eleganter aussehen. Die Rückseite hat jetzt eine geriffelte Oberfläche in Diamantschliffoptik und trägt ebenfalls zum hochwertigen Eindruck bei.

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Glympse mit Blackberry 10 Betriebssystem verschicken

Mit Glympse kann man seinen eigenen Standort in Echtzeit anderen mitteilen. Zum Beispiel während einer Anreise. Der Empfänger sieht, wo sich der Absender gerade aufhält und kann abschätzen, wann er ankommt. Wer Glympse-Standortfreigaben mit dem Blackberry verschicken will, sucht in der Blackberry World (App Store) die Glympse-App vergeblich. Auch im Amazon App Shop ist die Android-Variante nicht erhältlich.

Hier geht es los: Glympse für BBM
Hier geht es los: Glympse für BBM

Die Lösung ist im Blackberry-Betriebssystem jedoch bereits enthalten. Man starte den Blackberry Messenger BBM und wähle zunächst den Adressaten für den Glympse aus. Links neben dem Feld „Nachricht eingeben“ tippe man auf die Büroklammer und wähle dann das „G“-Glympse-Symbol aus der Reihe der mittelgroßen in der Mitte. Die Standort-Freigabe ist auf 30 Minuten voreingestellt und lässt sich ändern. Anschließend „Senden“ antippen. Der Nachteil dieser Lösung: Der Glympse-Versand funktioniert nur an BBM-Kontakte.

Das Smartphone als Arbeitsgerät und Office-Maschine

Textverarbeitung am Smartphone: Hier kommt Android zum Einsatz
Textverarbeitung am Smartphone: Hier kommt Android zum Einsatz

Wenn das Notebook nicht dabei ist, springt das Smartphone ein. Geht es um E-Mail, arbeiten alle Handys mittlerweile wie ein Weltmeister. Aber wie gut sind die aktuellen Smartphones im Office-Einsatz, vor allem beim Erstellen und Bearbeiten von Dokumenten, also dem zweitwichtigsten Job des Geschäftsreisenden?

Ich habe diese Frage in einem FAZ-Aufmacher beantwortet, und dazu alle aktuellen Smartphone-Betriebssysteme mitsamt Apps, Ökosystem und Cloud-Anbindung geprüft. Wie sich iOS von Apple, Android, Windows Phone von Microsoft und Blackberry bewähren und auf welche Details man achten muss, findet sich hier.

Connect to Microsoft OneDrive für Blackberry gut trotz Nachteil

Die App „Connect to Microsoft OneDrive“ für die 10er-Familie der Blackberrys bietet die lange erwartete Anbindung der Microsoft-Cloud mit Optionen zum Teilen von Dokumenten, zur Verwaltung des OneDrive-Speichers und so weiter.

Connect to Microsoft OneDrive auf dem Blackberry Z30
Connect to Microsoft OneDrive auf dem Blackberry Z30

Die App stammt von Blackberry, nicht von Microsoft, sie ist gratis und geradezu perfekt in den Blackberry-Dateimanager eingebunden. OneDrive erscheint wie der Geräte- und Micro-SD-Kartenspeicher in der Medienliste, und es gibt die Option, Fotos und Videos automatisch in die Cloud von OneDrive hochzuladen. Das Synchronisieren erfolgt im Hintergrund und zunächst nur im W-Lan, die Verwendung des Mobilfunknetzes lässt sich optional dazuschalten.

Ein großer Nachteil von Connect to Microsoft OneDrive sei allerdings nicht verschwiegen: Die hochgeladenen Fotos werden stark größenreduziert auf teilweise weniger weniger als 200 Kilobyte. Das kann es noch nicht sein. Und es gibt keine Option, in voller Auflösung in die Cloud hochzuladen. Von diesem ärgerlichen Detail abgesehen kann ich die App nur empfehlen.

 

Alte Meldungen im Blackberry Hub in einem Rutsch löschen

Einer der größten Pluspunkte des 10er-Betriebssystems von Blackberry ist der Hub, die Nachrichtenzentrale. Auf einen Blick sieht man alle Neuerungen aus allen Konten und Netzwerken. Wer ältere Meldungen, etwa aus Twitter, in einem Rutsch löschen möchte, verwendet folgenden Trick:

Aufs Datum klicken, nach unten hin wird ausgewählt
Aufs Datum klicken, nach unten hin wird ausgewählt

Im betreffenden Hub auf die Datumsangabe (etwa: Montag, 10. März 2014) in der Listendarstellung tippen. Die Schrift ist ziemlich klein. Ist das gelungen, werden alle Meldungen unterhalb des selektierten Datums markiert. Zudem baut sich automatisch ein Seitenmenü rechts mit dem Symbol Papierkorb plus Pfeil nach unten auf. Mit dem Befehl „Vorherige löschen“, sind alle hervorgehobenen Meldungen in einem Rutsch gelöscht.

Zum Weiterlesen: Mein FAZ-Bericht zum Blackberry-Betriebssystem 10.2.x.

Mein FAZ-Review des großen Blackberry Z30, meines Erachtens das derzeit beste Gerät ohne Keyboard.

 

How to delete prior messages in the Blackberry Hub

Test: Blackberry Bold 9790

Der kanadische Blackberry-Hersteller Research in Motion steckt tief in der Krise. Im ersten Quartal ist ein Verlust von mehr als 500 Millionen Euro entstanden, und nun will Rim fast ein Drittel aller Stellen abbauen. Das für dieses Jahr angekündigte neue Blackberry-Betriebssystem 10 kommt erst 2013, die kritischen Stimmen häufen sich: Man habe endgültig den Anschluss an Apple und Samsung verpasst, Rim sei ein zweites Nokia. In seinen besten Zeiten war Rim ein Pionier. Die Kanadier hatten als Erste die E-Mail nicht aufs Smartphone, sondern auf Pager gebracht. Das war am Ende der 90er Jahre, und diese Geräte waren revolutionär. Der zweite Schritt war die Verknüpfung mit dem Mobiltelefon, und Rim entwickelte weitere Alleinstellungsmerkmale: Push-Dienste zur selbsttätigen Übertragung der E-Mail auf den Blackberry sowie die abhörsichere und komprimierte Datenübertragung für Geschäftskunden. Während die privaten Kunden mit Organizern (etwa von Palm) bedient wurden, baute Rim seine Stellung im Business-Bereich sukzessive aus. Als Führungskraft hatte man einen Blackberry, das war ein Statussymbol – und für die betreuenden IT-Abteilungen eine sichere Sache.

Arbeitsmaschine für die E-Mail: Blackberry Bold 9790 (Foto Hersteller)

Rim hatte Marktanteile von bis zu 20 Prozent, derzeit sind es etwas mehr als fünf Prozent. Viele Manager wollen lieber ein iPhone als den veraltet wirkenden Blackberry. Das iPhone kann mehr, sieht schicker aus – und ist bei allen multimedialen Anwendungen deutlich leistungsfähiger. Wir haben einige Wochen den Blackberry Bold 9790 mit dem aktuellen Betriebssystem 7 ausprobiert und meinen, dass es keinen Anlass gibt, den Stab über Blackberry zu brechen. Zu den schwärzesten Zeiten von Nokia waren deren Symbian-Smartphones nahezu unbedienbar. Man hat sich jeden Tag und immer wieder über Unstimmigkeiten und Fehler geärgert. Vieles war kilometerweit vom Stand der aktuellen Technik entfernt. Von solcher Kritik kann bei den Rim-Geräten keine Rede sein. Das Betriebssystem hat eine klare, gefällige Logik, die Bedienung wirft keine unlösbaren Fragen auf, die Ausstattung gefällt, und das Display ist knackscharf.

Passt in die Hosentasche

In dieser Hinsicht ist der kleine Blackberry ziemlich groß, obwohl er mit Maßen von 11 × 6 × 1,2 Zentimeter und seinen gerade mal 107 Gramm prima in die Hosentasche passt. Das Gehäuse wirkt robust, allein der Akkudeckel hatte bei uns ein bisschen Spiel. Rim hat sich bei diesem Modell für die klassische Bauform mit Mini-Tastatur entschieden. Die Tastenoberfläche ist so geformt, dass sie beiden Daumen ideale Angriffspunkte bietet, nur haben Punkt und Komma wie gehabt keine eigene Taste, sondern müssen in Kombination mit „Alt“ gedrückt werden. Wer viel unterwegs schreibt, ist mit dem Keyboard bestens bedient, zumal auch die Blackberry-Eingabehilfe mit Textbausteinen und Kürzeln zur Verfügung steht – und manchen Tippfehler von allein ausbessert. Über den Tasten befindet sich das berührungsempfindliche Touchpad, mit dem man flink durch die Menüs gleitet oder den Cursor bewegt. Noch schneller geht es, wenn man die betreffenden Icons auf dem Touchscreen antippt. Auf vielen unterschiedlichen Wegen kommt man also schnell zum Ziel. Gewöhnungsbedürftig hingegen: Im Unterschied zu iPhone und Android lässt sich der Startbildschirm nur auf Umwegen individuell konfigurieren. Das Hauptmenü zeigt stets alle Apps an, einzelne lassen sich jedoch in ein Favoriten-Menü einsortieren.

Die beiden Netzwerke Facebook und Twitter sowie die Chat-Systeme von Google Talk und Windows Live sind als „Social Feeds“ unter einem Dach zusammengefasst. Meldungen von Twitter und Facebook sowie andere Hinweise erscheinen auch in der oberen Menüleiste, aber im Vergleich mit iPhone und Android fehlt dem Nachrichtensystem der letzte Feinschliff. Auch die 5-Megapixel-Kamera überzeugt nicht. Der ärgerlichste Schwachpunkt ist indes

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Die CES 2011 war die Messe der Tablet PCs

Wer die CES 2011 in Las Vegas auf einen Nenner bringen will, kann das mit einem Fingerwisch tun: Diese Messe ist eine der Tablet PCs, also der Flachcomputer im Zeichen des iPad. Während Apple auf der CES nicht vertreten war, scharren die Mitbewerber und Nachahmer energisch mit den Hufen. Die erste Runde ging an Apple, keine Frage. Doch nun kommt Bewegung in den Markt, und dafür sorgt an erster Stelle das Android-Betriebssystem für Tablets mit der Kennziffer 3.0 und der Abkürzung „Honeycomb“. Was sich da zeigt – etwa bei Motorola mit dem „Xoom“ – ist äußerst viel versprechend. Oder anders gedrückt: geschickt vom iPad abgeguckt.

Tablets also an jeder Ecke. Samsung, Asus, Acer und Blackberry-Hersteller RIM seien ebenfalls erwähnt. Nicht alle setzen auf Android. Microsoft will mit den Vorzügen von Windows überzeugen, insbesondere die Handschrifterkennung ist ein starkes Argument gegen Apple und Android. RIM zeigt ausführlich (und zum zweiten Mal) sein „PlayBook“, das die Pluspunkte der Blackberry-Technik in eine neue Bauform bringt. Die Hardware gefällt, das Gerät wirkt robust – und sein Display ist sehr, sehr ordentlich. Kurzum: Waren die iPad-Alternativen des vergangenen Jahres überwiegend Murks, kann man sich heuer auf ordentliche Neuerscheinungen freuen. Dass Apple in den nächsten Wochen sein iPad 2 ankündigt, sei indes nur am Rande erwähnt.

Eine fantastische Übersicht aller 52 Tablet PCs der CES hat der Journalist Georg Holzer (georgholzer.at) zusammengestellt, sie findet sich hier. Die spannende Frage für 2011 ist: Was kommt davon wann wirklich in den Handel? Was ist abermals Murks – und welche Geräte sind eine überzeugende Alternative zum iPad?

Der große F.A.Z.-Bericht zur CES 2011 von Wolfgang Tunze und Dr. Raymond Wiseman findet sich hier: Gute Zeiten für Tablets, schlechte für 3D-Brillen und erscheint am Dienstag, 11. Januar in „Technik & Motor“.