Test: Comand Online im Mercedes-Benz GLC

Viel online gegangen, wenig gefahren: Ein Blick auf die Kommunikationstechnik im jungen GLC von Mercedes-Benz zeigt bewährte Technik ohne Schnickschnack. Um ins Netz zu kommen, war in unserem Fahrzeug die Anbindung eines Smartphones erforderlich. Eine fest eingebaute Sim-Karte gibt es nur dann, wenn man das Ausstattungspaket Auto-Telefonie (für 830 Euro) wählt. So nahmen wir das iPhone, das schneller als in den Vorgängermodellen die Verbindung mit Comand Online (teure 3500 Euro) aufbaut, allerdings fortan die Nutzung vieler Dienste nur im stehenden Fahrzeug erlaubt. Zudem muss man sich anfangs mit Namen, Anschrift und weiteren Daten registrieren.

Mercedes-Benz GLC. Fotos Hersteller

Zum Glück ist bei dieser Prozedur nicht jeder Buchstabe einzeln mit dem Controller zu erfassen. Das berührungsempfindliche Touchpad hinter dem Drehsteller erlaubt das Buchstabenmalen mit dem Finger. Wie beim Smartphone kann man sogar Ein- und Zweifingergesten verwenden. Das Touchpad gehört zu Comand Online dazu und kostet sonst einen Aufpreis von 130 Euro.

Anschließend zeigt der Web-Browser im Stand die Inhalte aus dem Netz durchaus gut, erscheint indes als Anwendung für den Verkaufsraum oder Zeitvertreib für Taxifahrer. Man ist mit dem Handy doch meist schneller am Ziel. Interessanter ist das Internetradio, das über die App Tune-in und eine Datenverbindung realisiert wird. Zur Senderwahl sucht man nach diversen Kriterien, Sparten oder örtlichen Angeboten.

Mercedes-Benz GLC mit Blick auf Comand Online. Fotos Hersteller

Weitere Apps finden sich in einem eigenen Menü, darunter der Wetterbericht, Nachrichten und eine Sonderziel- und Online-Suche mit dem Kartendienst Here. Auch kann man Yelp als Restaurantfinder bemühen. Adressen und Telefonnummern lassen sich an Navi und Handy-Abteilung weiterleiten.

Wer auf dem Handy Mercedes Me installiert, kann bei seinem Händler Auto und App miteinander verknüpfen. Anschließend lassen sich alle nur denkbaren Fahrzeugdetails auf dem Smartphone abrufen, zum Beispiel Tankfüllstand und Reifendruck, der Stand des Wischwassers, der Status der Verriegelung von Fenstern und Türen – und selbst die nach dem Abstellen vergangene Zeit, oft ist es die Parkdauer. Die Fahrzeugposition lässt sich ermitteln und anzeigen, es gibt zudem eine Fußgängernavigation, die einem auf den letzten Metern zum Auto helfen soll. Ferner lassen sich Zieladressen ans Navi-System senden.

Mit Controller, Touchpad und Sprachsteuerung ist Comand Online gut zu bedienen. Es wirkt etwas altbacken, und sein 21-Zentimeter-Bildschirm ist im GLC weder einfahrbar noch berührungsempfindlich. Auch die beiden konkurrierenden Smartphone-Lösungen von Apple und Google, Carplay und Android Auto, fahren im Mercedes-Benz nicht mit. Kommt Comand Online mit seinem hohen Basispreis nicht in Frage, werfe man einen Blick auf die Verbindung aus dem günstigen Audio-20-Paket (120 Euro) und dem Garmin Map Pilot, der weitere 600 Euro kostet. Auf diese Weise erhält man ein vollwertiges Navigationssystem zum kleinen Preis.

In unserem Fahrzeug war das zu Comand Online gehörende Standard-Audiosystem verbaut, mit dem man bereits jede Menge Spaß haben kann. Wir hörten „Chaos and the Calm“, das Debütalbum des 26 Jahre jungen James Bay und waren mit dem ausgeglichenen und transparenten Klangbild überaus zufrieden. Die schöne Mischung aus Blues, Rock und Pop stand präzise im Raum, die Bässe hatten genug Druck, die Akustik überzeugte. Für weitere 920 Euro gibt es im GLC ein Surround-Soundsystem von Burmester, das mit 13 Lautsprechern vorfährt, einen digitalen 9-Kanal-Verstärker mit 590 Watt Systemleistung hat und eine Sitzplatzoptimierung bietet. Das könnte ein hörenswertes Extra sein.

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Test: Comand Online von Mercedes-Benz im Frühjahr 2014 (hier: ML-Klasse)

Mercedes-Benz ML 63 AMG (Fotos Hersteller)
Mercedes-Benz ML 63 AMG (Fotos Hersteller)

Pluspunkte: Das im vergangenen Jahr vorherrschende Durcheinander bei den Online-Zugängen darf als gelöst angesehen werden. Nun setzt Mercedes-Benz aufs Bluetooth-Profil PAN. Man berücksichtige allerdings: PAN setzt voraus, dass das Bluetooth-Tethering am Smartphone aktiviert ist. Was bei Apple „Persönlicher Hotspot“ heißt, ist bei Blackberry die „Modemfunktion“ und mit Android  suche man unter „Tethering und mobiler Hotspot“. Hier muss man also vor dem Start die richtigen Schalter umlegen. Und beim iPhone gilt zusätzlich: Damit der Apple-Hotspot via Bluetooth, USB oder W-Lan arbeitet, muss im Menü Einstellungen, Mobiles Netz, Mobiles Datennetzwerk auch der Eintrag ganz unten zum Persönlichen Hotspot korrekt ausgefüllt sein, dort ist ein weiteres Mal der Internet-Zugangspunkt (APN) einzugeben.

Die Facebook-App hat ein Highlight: Facebook-Veranstaltungen können als Sonderziele ins Navi übernommen werden.

Mittelmäßig: Das große Problem von Comand Online bleibt sein gemächliches Arbeitstempo bei der Internetanbindung. Selbst in den beiden Premiumnetzen von Telekom und Vodafone schaufelt Comand Online die Daten nur zögerlich ins Fahrzeug. Auf dem Land hatten wir bisweilen etliche Kilometer zurückgelegt, bis sich überhaupt ein Menü aufbaute. In der Stadt mit UMTS und Datenturbos wie HSDPA oder LTE war die Lage kaum besser. Dies stört gewaltig. Auch das Online-Angebot bleibt 2014 bescheiden. Das Laden von Navigationszielen ins Fahrzeug gilt mittlerweile als Selbstverständlichkeit, und die Hotelsuche oder die Nachrichtenanzeige sind ebenfalls unspektakulär.

Cockpitansicht: Mercedes-Benz ML 350 mit Comand Online
Cockpitansicht: Mercedes-Benz ML 350 mit Comand Online

Minuspunkte: Die Facebook-App ist an sich ein Pluspunkt, aber ein Zugriff auf die Facebook-Mail fehlt. Das Erstellen von eigenen Statusmeldungen mit dem Controller ist langwierig. Das Lesen der Pinwand-Einträge bringt im Grunde genommen nur wenig. Lange Beiträge werden gekürzt und Verlinkungen nicht aufgelöst. Während der Fahrt kann man nicht auf Pinwand und Neuheiten zugreifen, Stichwort: „Fahrerablenkung“. Während die Telefonabteilung selbstredend eine Suche nach Rufnummern vorsieht, ist die gleiche Funktion im Facebook-Freundesverzeichnis abermals nur im Stand erlaubt.

Comand Online von Mercedes-Benz jetzt mit dapd-Nachrichten

Wer das hochwertige Comand Online von Mercedes-Benz besitzt, bekommt nach einem Software-Update aktuelle Nachrichten und Fotos der Agentur dapd ins Fahrzeug eingespielt, und darf sie auch während der Fahrt lesen. Zu Comand Online siehe hier, man benötigt ein Handy oder Smartphone mit dem DUN-Protokoll, etwa einen Blackberry.

Comand Online mit Nachrichten von dapd (Foto Hersteller)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auszug aus der Pressemeldung:

„Nachrichten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Technik, Gesundheit, Sport und Unterhaltung – mit der neuen Mercedes-Benz News-App für Comand Online können sich Mercedes-Benz Fahrer künftig aktuell und umfassend im Auto informieren.

Wie alle Anwendungen für das Multimediasystem Comand Online zeichnet sich auch die Nachrichten-App durch eine sichere und komfortable Bedienung aus. Sowohl im Stand wie auch während der Fahrt können Mercedes-Benz Kunden nutzerfreundlich auf Aktuelles und Wissenswertes zugreifen und sich die Nachrichten inklusive Fotos im Fahrzeugdisplay anzeigen lassen.

Die Neuigkeiten und Bilder aus aller Welt werden exklusiv von der Nachrichtenagentur-Gruppe dapd zur Verfügung gestellt. dapd kooperiert weltweit mit Nachrichtenagenturen in 22 Ländern und stellt die speziell aufbereiteten News im Fahrzeug in insgesamt 28 Sprachen zur Verfügung. Mit jeder Aktualisierung des dapd-Nachrichtentickers sind die neusten Informationen zeitgleich im Fahrzeug in der gewünschten Sprache abrufbar. Außerdem können die Mercedes-Benz Kunden auch länderspezifische Einstellungen vornehmen, beispielsweise aus welchem Land sie Top News erhalten möchten. So wird der Mercedes-Benz zur mobilen Nachrichtenzentrale.

Die Nachrichten-App steht schon jetzt serienmäßig für den Mercedes-Benz SL zur Verfügung, ab Mitte Juli dann auch für alle neuen Mercedes-Benz Modelle mit Comand Online. Kunden, die bereits ein Fahrzeug mit Comand Online besitzen, können die Apps über den Mercedes-Benz App Shop unter http://apps.mercedes-benz.com erwerben. Ein Besuch beim Händler oder in der Werkstatt ist nicht notwendig, da die News-App via Cloud (Daimler Vehicle Backend) im Fahrzeug bereitgestellt wird.“

 

 

Test: Facebook in Comand Online von Mercedes-Benz

Wenn jetzt bei Mercedes-Benz die sozialen Netzwerke im Fahrzeug mitfahren, liegen zwei kritische Fragen natürlich auf der Hand: Worin besteht der Fortschritt, und wie sieht es mit der Ablenkung vom Verkehrsgeschehen aus? Sofort fallen einem viele stichhaltige Argumente gegen Twitter und Facebook im Auto ein. Beides sind „textlastige“ Medien. Sie erfordern eine höhere Aufmerksamkeit als das nebenbei laufende Radio. Diese zutreffenden Einwände prallen jedoch an der Realität ab: Gerade die junge Generation will ihren digitalen Lebensstil nahtlos im Fahrzeug fortsetzen. Das Auto als kommunikationsfreie Offline-Zone ist eine undenkbare Vorstellung. Man will auch unterwegs allzeit vernetzt an den Aktivitäten seiner Freunde teilhaben. So wundert kaum, dass ungeachtet aller Verbote und mahnenden Hinweise eben doch mit dem Smartphone herumgespielt wird. Angesichts kleinteiliger Apps, bei denen man mit dem Finger auf winzige Schaltflächen tippen muss, ist die Ablenkung immens. So gesehen kann eine behutsame Einbindung von Internetdiensten sicherer machen, was ohnehin nicht mehr zu verhindern ist.

Pinwand-Eintrag: Lesbar nur im stehenden Fahrzeug (Foto Spehr)

Twitter und Facebook im BMW und Mini hatten wir hier bereits im vergangenen Jahr vorgestellt. Mercedes-Benz zieht nach und integriert zunächst Facebook in sein neues Comand Online, das derzeit für die C-, B- und M-Klasse erhältlich ist. Facebook ist bei dieser Lösung ein Baustein des Online-Systems, nahtlos eingebunden in Comand, mit dem Controller zu bedienen und dem WWW-Symbol in der rechten oberen Bildschirmecke aufrufbar.

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Die iPhone-Integration bei Mercedes-Benz startet mit der neuen A-Klasse

Wer sein Smartphone an das Comand-Online-System von Mercedes-Benz andocken will, ist bislang bei Datendiensten auf ein Gerät mit dem Bluetooth-Protokoll DUN angewiesen. Somit bleiben das iPhone und fast alle Androiden außen vor. Jetzt bietet Mercedes-Benz auch eine iPhone-Integration.

Gekürzter und redigierter Auszug aus der Pressemeldung:

Mercedes-Benz macht Smartphones mobil und bindet die elektronischen Begleiter künftig voll in die Infotainmentsysteme im Auto ein. Den Auftakt macht das iPhone. Mit der „Digital Drive Style App“ und dem „Drive Kit Plus für das Apple iPhone“ hat der Fahrer Zugriff auf die wesentlichen Inhalte seines iPhone, die im Fahrzeugdisplay angezeigt werden und sich über den Controller auf der Mittelarmlehne bedienen lassen. Ferner bringt Mercedes-Benz die Spracherkennung Siri ins Fahrzeug. Über eine natürliche Spracheingabe lassen sich damit zum Beispiel Nachrichten senden, eine Musikauswahl treffen, Wetternachrichten und Aktienkurse abfragen sowie Termine vereinbaren. Sämtliche Funktionen der iPhone-Integration können bereits mit dem Einstiegsgerät Audio 20 genutzt werden.

So sieht das aus: iPhone in der neuen A-Klasse (Foto Hersteller)

Die App unterstützt ferner Facebook und Twitter sowie das Internetradio Aupeo, eine Garmin-Navigation und einen Car-Finder.

Angeschlossen wird das iPhone über eine von der Mercedes-Benz Accessories GmbH entwickelte Schnittstelle. So lassen sich die Inhalte direkt über den Grafikausgang des Gerätes auf das Display des Fahrzeugs einspeisen. Zugleich wird das iPhone während der Nutzung im Fahrzeug automatisch mit Strom versorgt und geladen.

Die iPhone-Integration ist nicht nur in Kombination mit dem Comand Online erhältlich, sondern alle Funktionen inklusive Navigation können bereits mit dem Einstiegsgerät Audio 20 genutzt werden. Die „Digital DriveStyle App“ und das „Drive Kit Plus für das Apple iPhone“ debütieren in der neuen A-Klasse, die auf dem Genfer Salon ihre Weltpremiere feiert, und sind ab Herbst 2012 auch für B-, C- und E-Klasse geplant.

 

Test: Comand-System in der S-Klasse von Mercedes-Benz

Der große Luxus des feinen Fahrens

Was Mercedes-Benz mit und rund um das bewährte Comand-System in der S-Klasse bietet, ist deutlich einfacher zu bedienen als die Pendants aus Ingolstadt oder München. Aber es ist auch weniger leistungsfähig.

Das vernetzte Fahren und die Konnektivität werden bei Audi, BMW und Mercedes-Benz immer wichtiger, mancher befürchtet gar einen Overkill der Elektronik an Bord. Audi und BMW bringen das Internet ins Fahrzeug: Die Navigation hält Informationen aus Google Earth parat, der Monitor wird bei BMW zur Surfstation. Audi setzt auf eine Online-Suche im Netz, sie wird mit Fingerbewegungen auf einer berührungsempfindlichen Fläche bedient. Nach dem aktuellen 7er BMW und dem Audi A8 haben wir nun die Kommunikationstechnik der S-Klasse von Mercedes-Benz ausprobiert.

Nach zwei Wochen gibt es ein klares Fazit: Was die Stuttgarter mit und rund um ihr bewährtes Comand-System bieten, ist deutlich einfacher zu bedienen als die Pendants aus Ingolstadt oder München. Aber es ist auch weniger leistungsfähig.

Der Arbeitsplatz: Die S-Klasse von Mercedes-Benz (Fotos Spehr)

Comand mit Radio, Controller, Telefontastatur und riesigem 20-Zentimeter-Farbdisplay sowie einer Musik-Schnittstelle gehört in der S-Klasse zur Serienausstattung, vom S 400 an sind auch die Festplatten-Navigation mit 7 Gigabyte freiem Speicher für eigene Musik sowie die Sprachbedienung mit dabei. Wer gern in Preislisten der Begehrlichkeiten schwelgt, kann seine S-Klasse mit feinen Sound-Paketen von Bang & Olufsen ausstatten (das opulenteste kostet fast 10.000 Euro), und neuerdings gibt es, wie bei Audi, auch einen W-Lan-Hotspot, der die Notebooks und Smartphones der Passagiere ins Internet bringt.

Telefon mit numerischem Ziffernblock

Comand besteht aus mehreren Kernelementen: Zunächst, wie bei der Konkurrenz, der Controller, ein Drehsteller, den man auch drücken und in alle Richtungen schieben kann. Ferner klar beschriftete Funktionstasten rund um dieses Hauptbedienelement. Sie aktivieren ohne jeden Umweg direkt die Abteilungen Telefon, Navigation, Audio. Eine Zurück-Taste ist dabei und ein Drehrädchen zum Einstellen der Lautstärke der HiFi-Anlage. Das Telefon hat eine eigene numerische Tastatur über dem Controller, sie ist mit einer klappbaren Abdeckung geschützt.

Eine Pracht: Das elektronische Cockpit-Display

Dazu kommen zwei Bildschirme mit sehr guter Darstellungsqualität. Der linke ist das Hauptinstrument im Cockpit rund um Tachometer und Drehzahlmesser: eine rein elektronische Anzeige, die programmierbar ist. Im Innenring des Tachometers lassen sich die Rufnummern aus dem Telefonbuch oder die Fahranweisungen der Navigation anzeigen, nur die Spitze der Tachonadel ist derweil auf der Skala sichtbar. Was auf diesem Cockpit-Display erscheint, wählt man mit den Multifunktionstasten am Lenkrad. Zweitens der in der Vertikalen motorbetrieben drehbare Hauptbildschirm. Er wird mit dem Controller und seinen Tasten gesteuert, die Inhalte sind vollkommen unabhängig vom Tacho-Display. So wählt der Beifahrer den nächsten Radiosender mit dem Controller, während der Fahrer die Piktogramme für die Navigation sieht.

Zum Glück kein Menü-Wirrwarr

Das bei der Konkurrenz bisweilen verwirrende Schieben und Drücken des Drehstellers in verschiedene Richtungen hat Mercedes-Benz geschickt vermieden: Mit den Tasten kommt man ohne Mühe in die Hauptmenüs. Anschließend sind alle weiteren Untermenüs wie ein Laufband in der Waagerechten angeordnet und mit schnellem Drehen erreichbar. Das ist nahezu intuitiv zu beherrschen, es gibt kein Menü-Wirrwarr, keine Verästelungen, sondern klare Linien, auf denen der Nutzer schnell zum Ziel kommt. Dieses schlichte und sofort verständliche Bedienprinzip ist ein großer Pluspunkt.

Mittelarmlehne: Controller und umgebende Menütasten

Auch bei der Unterhaltung bleiben kaum Wünsche offen. Neben Radio und CD/DVD-Spieler lassen sich MP3-bestückte SD-Karten, USB-Sticks und portable Musikspieler anbinden. Die Geräte landen im Handschuhfach, das „Media Interface“ kommt mit den entsprechenden Kabeln. Auch für den iPod von Apple findet sich dort der entsprechende Anschluss. Ein iPhone 4 passt zwar mechanisch auf den Stecker, wurde aber von Comand nicht erkannt. Also nahmen wir den iPod, und, siehe da, schon ließ sich mit dem Controller flink durch Alben und Titel blättern, und man sieht die Namen der Stücke im Display. Für noch mehr Komfort sorgt die Feinabstimmung nach Wiedergabelisten, Podcasts oder Hörbüchern. Das große Extra ist das „Music Register“, mit dessen Hilfe man seine Audio-CDs auf den Festplattenspeicher von Comand kopiert. Die Alben werden mit der eingebauten Gracenote-Musikdatenbank erkannt, beschriftet und lassen sich auch nachträglich in Ordner kopieren oder löschen.

Versteht den Fahrer: Spracherkennung Linguatronic

Wer seine Beifahrer verwöhnen will, sollte das „Entertainment-Paket vorn“ mit Harman-Kardon-Surroundanlage sowie einem Splitview-Monitor wählen (2100 Euro). Der Bildschirm liefert dann zwei Anzeigen. Eine für den Fahrer, der beispielsweise die Karte der Navigation eingeblendet bekommt, und eine zweite für den Beifahrer, der gleichzeitig eine DVD oder das TV-Programm sehen kann. Allein der Blickwinkel entscheidet. Bei allem Luxus fehlt indes ein wichtiges Detail: die drahtlose Musikübertragung vom Smartphone mit dem Bluetooth-Protokoll A2DP. Diese Technik ist mittlerweile selbst in vielen Kleinwagen selbstverständlich.

Bei der Ankopplung eines Bluetooth-Telefons an Comand ist eine Besonderheit zu beachten. Ist die „Komforttelefonie“ mit Ladeschale (für 470 Euro) eingebaut, muss man sich bei der Blauzahn-Anbindung mit einer Umstandskrämerei herumplagen: Mit jedem Start sucht Comand zunächst das fest eingebaute Telefon und bietet erst nach einigen Minuten und nur kurz den Wechsel zu Bluetooth an. Ein Trick, um diese lästige Prozedur abzukürzen, besteht darin, die Schale in der Mittelarmlehne mechanisch zu entfernen. Anschließend funktionierte bei uns alles einwandfrei, mit dem besagten iPhone und mit einem Androiden. Nicht nur der Zugriff auf Telefonbuch und Anruflisten gelingt prima. Mit der Spracherkennung Linguatronic gibt es eine Namenswahl, was will man mehr? Vieltelefonierern empfehlen wir allerdings das Telefonmodul mit Sim-Access (420 Euro), das eine Mobilfunkeinheit mitbringt und das Handy während der Fahrt in einen Tiefschlaf legt. Denn die hervorragend gedämmte Karosserie der S-Klasse schottet auch die Mobilfunksignale ab. Mit Sim-Access (das leider von den meisten Oberklasse-Smartphones nicht unterstützt wird), telefoniert man in Regionen mit schwacher Funkversorgung deutlich besser.

Dynamische Navigation mit TMC Pro

Die Linguatronic bewährt sich auch bei der Eingabe des Navigationsziels. Nun geschieht das, wie bei der Konkurrenz, in einem Rutsch mit der „One shot entry“-Technik, die hervorragend funktioniert, allerdings etwas schneller zur Sache kommen könnte. „Navigation wird aktiviert“ sieht man ein, zwei Minuten zu Beginn der Fahrt, da sind andere flotter. Während der Routenführung ist das Gebotene überragend, die Ansagen kommen klar und präzise, es gibt einen Kreuzungszoom und Fahrspurempfehlungen.

Nur ein Tastendruck: Linguatronic Spracherkennung

Was wir vor einem Jahr in der E-Klasse beklagten, hat Mercedes-Benz hier verbessert: Die kameragestützte Erkennung der Verkehrszeichen mit Geschwindigkeitsbegrenzungen arbeitet nun sehr ordentlich. Sowohl die bedingten Tempolimits (bei nasser Fahrbahn oder zu bestimmten Uhrzeiten) wie auch die Anzeigen der dynamischen Geschwindigkeitsregelungsanlagen auf Autobahnen wurden fast immer richtig erkannt. Zudem wird der Hinweis jetzt auch permanent auf der Navi-Karte einblendet und nicht nur einige Sekunden im Tachometer-Innenring wie in der E-Klasse.

Unser Fahrzeug hatte ferner „TMC Pro“ zur dynamischen Navigation „um den Stau herum“ eingebaut. Diesen Premium-Dienst haben wir oft gelobt, aber in den zwei Wochen mit der S-Klasse waren wir nicht immer zufrieden: Auf unseren längeren Fahrten war rund jeder zweite gemeldete und tiefrot in der Karte hervorgehobene Stau entweder beim Eintreffen schon aufgelöst oder nicht so gravierend, dass sich eine Ausweichstrecke gelohnt hätte. Andere Quellen für hochwertige Verkehrsinformationen, etwa mit Floating Car Data, stehen nicht zur Verfügung, denn Mercedes bietet einen Internetzugang erst in der neuen C-Klasse an, das Stichwort lautet „Comand online“. Auch ein Head-up-Display, das Navi- und andere Hinweise in die Frontscheibe einspielt, ist nicht lieferbar.

 

Zwischen Hingabe und Präzision

Neulich beim Mercedes-Händler. Der ältere Kunde, wir schätzen ihn auf jugendliche 75 Jahre, holt einen nagelneuen CLS 350 ab. Fein herausgeputzt steht das Coupé im Hof, und der Verkäufer beginnt mit seiner Einweisung. Rund eine Stunde hören wir mit halbem Ohr zu, unser Auto wird derweil in der Werkstatt geprüft. Was das Fahren und die Mechanik betrifft, ist alles Wichtige schnell gesagt. Und dann geht es an die Erklärung des Comand-Systems für Routenführung, HiFi und Telefonie. „So geben Sie das Ziel ein, da geht es zurück ins Hauptmenü, mit dieser Taste starten Sie …“ und so weiter. Der stolze Neuwagenbesitzer wird langsam ungeduldig. Er will vermutlich den Sechszylinder sofort auf den engen Straßen des Taunus ausfahren, die Leistung und Leidenschaft von mehr als 300 PS spüren und eine scharfe Prüfung auf Exaktheit und Funktion vornehmen. Wir können ihn verstehen und leiden mit. Dieses Auto muss bewegt werden. „Zeigen Sie ihm doch endlich die Sprachbedienung“, möchten wir am liebsten den Verkäufer in seinem Redeschwall unterbrechen. Damit hätte sich das ganze Hin und Her sofort erledigt. Denn die Spracherkennung arbeitet bei den deutschen Premiumherstellern mittlerweile verblüffend gut. „Ziel eingeben, Frankfurt, Hellerhofstraße“, das ist schon alles. Ältere Autofahrer profitieren davon ungemein. Sie können sich wieder mit allen Sinnen einer Fahrt zwischen Hingabe und Präzision widmen.

Internetzugang jetzt auch bei Mercedes-Benz

Den Anfang macht ab März die neue C-Klasse

Im März startet die neue C-Klasse in Europa, und erstmals bietet auch Mercedes-Benz einen Internetzugang im Fahrzeug an. Was man bei der S- und E-Klasse bislang noch nicht findet, heißt jetzt Comand Online und bietet laut Pressemitteilung folgendes:

„Kunden können im Stand frei browsen oder zu einem Mercedes-Benz Online-Dienst surfen. Zu den integrierten Diensten zählen Wetter und Sonderzielsuche über Google sowie die Möglichkeit, eine zuvor am PC per Google Maps konfigurierte und zum Auto gesendete Route herunter zu laden.Um neue Funktionen ergänzt wurde ebenso die Navigation von Comand Online. Neu ist unter anderem die 3D-Optik mit plastischen Stadt-Modellen.“

Jetzt mit Internet im Auto: Comand Online von Mercedes-Benz (Foto: Hersteller)

Comand Online kostet mindestens 3070 Euro und bietet ferner eine SMS-Anzeige für angeschlossene Handys, die drahtlose Musikübertragung mit Bluetooth A2DP sowie eine USB-Schnittstelle in der Mittelarmlehne.

(Quelle: Pressemitteilung vom 10.01.11)