Der Datenhunger von Facebook wird immer größer

Nicht nur mit Fake News macht Facebook von sich reden. Auch sein Datenhunger wird immer größer. Man kann jedoch als Nutzer einiges tun.

Neben Google ist Facebook der zweite große Datenkrake, der jeden einzelnen Nutzer in einer in der Weltgeschichte bislang nicht erlebten Art und Weise ausspäht. Daten werden keineswegs nur erhoben, um Werbung zielgenau anzupassen, wie die Verharmloser immer wieder behaupten. Das Gefährliche besteht darin, dass die erfassten Daten zurückwirken. Unser digitaler Zwilling erlaubt nicht allein Rückschlüsse über unser Denken und Fühlen, über politische Entscheidungen und persönliche Präferenzen, sondern die Daten beeinflussen, mit wem wir in Kontakt treten, wie wir gesehen werden und welche Inhalte wir selbst künftig sehen. Darüber ist im Zusammenhang mit der amerikanischen Präsidentenwahl und Fake News ausführlich diskutiert worden. Sogar von den beiden Datenkraken selbst.

Während man Google mit seinem Quasi-Monopol der Suchmaschine sowie des mobilen Betriebssystems Android und Marktanteilen von mehr als 85 Prozent nicht mehr durch persönliches Verhalten ausweichen kann, gibt es bei Facebook einige Lichtblicke. Niemand muss Facebook nutzen, wenngleich Facebook auch Daten über Menschen erhebt, die kein Facebook-Konto haben. Und man kann der Sammelleidenschaft von Facebook gewisse Grenzen setzen.

Der erste und wichtigste Schritt besteht wie immer darin, genau das Gegenteil dessen zu tun, was Facebook und andere einem fortwährend nahelegen: Wo man aufgefordert wird, eigene Konten, Informationen und Dienste mit Facebook zu verknüpfen, weil man es dann angeblich leichter hat oder das Ergebnis mehr Sicherheit bringt, sage man konsequent nein. Ein Login mit Facebook: Das hört sich naheliegend an, aber es bedeutet, dass nicht nur der jeweilige Dienst oder die betreffende App sämtliche persönlichen Daten aus Facebook abziehen, sondern umgekehrt, dass auch Facebook alles erfährt, was eine Fitness-Armbanduhr oder eine Überwachungskamera fürs Heim an Informationen generiert.

Daten über Nichtmitglieder generieren

Innerhalb der App und im Facebook-System wertet Facebook die eigenen Aktivitäten aus, also selbst eingegebene Informationen wie Status-Updates, geteilte Beiträge und Links und sodann die impliziten Daten: die Inhalte von Fotos mit Hilfe von Bilderkennungsalgorithmen, die von nichtverschlüsselten Chat-Unterhaltungen, Standort- und Bewegungsinformationen, die gelesenen Nachrichten, die Aktivitäten im hauseigenen Newsfeed mitsamt der Frage, welche Beiträge wie lange gelesen wurden und natürlich mit welchem Gerät. Mit der IP-Adresse werden Standortdaten jederzeit erhoben, unabhängig davon, ob man den Zugriff auf den Standort in den Berechtigungseinstellungen gewährt hat.

Auf diese Weise wird das eigene Nutzerprofil mit bestimmten Themen verbunden, und die fortwährende Nötigung, seine Adressbücher hochzuladen oder die Handynummer anzugeben, soll nicht nur dazu dienen, Verbindungen zu anderen Mitgliedern herzustellen, sondern Daten über Nichtmitglieder zu generieren. Auch mit der Markierung Dritter in Fotos werden Informationen über Nichtmitglieder gesammelt. Unternehmen, die auf Facebook ihre Werbung zeigen wollen, können ihre Kundendatenbanken in Facebook einspeisen, damit diese mit bestehenden Facebook-Profilen abgeglichen werden.

Dahinter verbirgt sich stets ein Mini-Programm

Selbst außerhalb der blauen Welt ist Vorsicht angesagt: Dass der Like-Button auf den meisten Internetseiten keineswegs nur einer harmlosen Bezeugung des Gefallens dient, hat sich herumgesprochen. Tatsächlich verbirgt sich hinter dem freundlichen Symbol stets ein Mini-Programm, das von Facebook nachgeladen wird und die betreffende Seite, Cookies sowie die Sitzungs-ID der gegebenenfalls bei Facebook angemeldeten Person sendet. Ist der Besucher der Seite nicht bei Facebook angemeldet, wird ein zwei Jahre gültiges Cookie gesetzt, das bei jeder weiteren Verbindung nach Amerika geschickt wird. So kann Facebook den Besucher der betreffenden Seite gegebenenfalls später einer Person zuordnen, nämlich wenn sie sich auf dem Gerät anmeldet.

Will Facebook in seiner zurzeit laufenden Werbekampagne den Eindruck erwecken, man könne die eigenen Beiträge kontrolliert verbreiten, gezielt nur einzelnen Mitgliedern oder Gruppen präsentieren und versehentlich Veröffentlichtes sofort löschen, sind die entsprechenden Einstellungen tatsächlich nur Placebo-Pillen, die an der Datensammelwut des Imperiums nicht einmal kratzen, weil die Privatsphäre-Funktionalität bloß die Sichtbarkeit eigener Daten gegenüber anderen betrifft. Was dem Facebook-Nutzer in Gänze vorenthalten wird, ist jedweder Einblick in die Rückschlüsse und Erkenntnisse, die Facebook aus dem Nutzerverhalten generiert hat. Die vom Nutzer selbst hochgeladenen Informationen sind nur ein kleiner Bruchteil dessen, was Facebook über ihn weiß.

Die Daten bleiben

Selbst eine Kontolöschung bei Facebook bedeutet lediglich, dass die vom Nutzer erstellten Beiträge gelöscht werden. Dass die über ihn erhobenen Informationen ebenfalls getilgt werden, ist unwahrscheinlich. Fachleute nehmen an, dass Facebook ohnehin nie etwas löscht, sondern mit Löschvermerken arbeitet, also nur Markierungen setzt, dass etwas als gelöscht zu gelten hat. Die Daten bleiben.

Facebook sammelt Daten nicht allein in seinem eigenen Ökosystem, sondern auch mit Hilfe seiner Tochterunternehmen. Zwar wurde jetzt vorübergehend die Weitergabe von Telefonnummern und Nutzungszeiten von Whatsapp an Facebook in Europa pausiert. Aber das ebenfalls zum Konzern gehörende Instagram sammelt weiterhin fleißig und reicht laut eigener Datenschutzbestimmungen Cookies, Protokolldateien, Gerätekennungen sowie Ortungs- und Nutzungsdaten an Facebook weiter. Der nächste Schritt ist Free Basics mit der Idee, dass man in Afrika, Ostasien und Lateinamerika unentgeltlich mobil im Netz surfen kann, aber natürlich nur auf ausgewählten Websites von Facebook und einigen anderen. Facebook stellt sich damit gegen das freie und offene Internet und untersagt den Einsatz von Verschlüsselungsprotokollen wie HTTPS. Indien hat das Programm bereits verboten, weil es die Netzneutralität verletzt. In den Geschäftsbedingungen von Free Basic nimmt sich Facebook das Recht, als Internet-Zugangsprovider nahezu alle verfügbaren Informationen der Nutzer zu verwenden, selbst die Batteriestärke des eingesetzten Geräts.

Facebook auf einem zweiten Smartphone

Der datensparsamste Umgang mit Facebook besteht darin, es in einer geschlossenen Umgebung laufen zu lassen, also abgeschottet und nicht permanent eingebucht. Für den Rechner verwende man einen zweiten Browser, in dem nichts Persönliches gespeichert ist. Wer mit Chrome arbeitet, nehme Firefox – und umgekehrt. In einem „anonymen“ Browserfenster öffne man Facebook, erledige das, was zu tun ist – und melde sich wieder ab. Man sorge dafür, dass der Browser nach dem Schließen sämtliche Cookies sowie weitere Chroniken oder Spuren löscht.

Smartphone-Apps lassen sich in ihrer Neugier nicht einfach bremsen. Wer es richtig machen will, installiert Facebook auf einem zweiten Smartphone, das keine eigenen Daten, Konten, Adressbücher, E-Mails enthält. Was Facebook interessiert, lässt sich auf den mobilen Plattformen in den Einstellungen für die App-Berechtigungen sehen. Facebook fordert den Zugriff auf so gut wie alles und überträgt zum Beispiel, wie eine Kontroll-Software für den Datenverkehr zeigt, auch so gut wie alles im Minutentakt nach Amerika. Insbesondere den eigenen Standort. Mit der „laufenden Synchronisierung“ werden neben den eigenen Daten auch jene von Dritten an Facebook gesendet; in diesem Fall das Adressbuch mitsamt Details. Ein europäischer Facebook-Nutzer müsste jeden seiner Kontakte fragen, ob er einverstanden ist, dass seine Daten an Facebook weitergeleitet werden.

Das alles hört sich ein wenig nach Paranoia und Umstandskrämerei an, ist aber letztlich die einzige Möglichkeit, das fortwährende Ausspähen ein wenig einzudämmen. Im Sommer machte ein Bild die Runde, das Facebook-Gründer und -Chef Mark Zuckerberg in seinem Hauptquartier zeigt. Im Hintergrund ist der Schreibtisch mit seinem Notebook zu sehen. Wer genau hinschaut, entdeckt zwei Details: Das Mikrofon links und die Kamera über der Anzeige sind abgeklebt. Eine sehr aufschlussreiche analoge Abwehr digitaler Spähangriffe.

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Datenschutz und Privatsphäre: Jeder Schritt zählt

Was die Datenkraken interessiert: nicht die Adressen, nicht die E-Mails. Zu wissen, wie wir uns in der Welt bewegen, das ist die neue Digitalwährung der Netzspione.

Cui bono? Wem nutzt es? So konnte man mit Cicero seit der Antike fragen, wenn es darum ging, verdächtige Sachverhalte zu erhellen. Im Zeitalter des Internets müssen kluge Fragen weiter vorn ansetzen, denn das Dunkel ist schwärzer denn je. In den Debatten um Datenschutz und Privatsphäre ermittle man, was sie wissen wollen. Sie, diejenigen, die das Leben des Einzelnen zu einem Big-Data-Profil formen wollen, die Familie und Freunde erfassen, aber auch geheime Liebschaften und verborgene Gelüste. Was wollen sie ausspähen, die Datenkraken, die Werbeunternehmen, die Internetgiganten? Die Frage lässt sich auf ganz unterschiedlichen Wegen beantworten. Aber verblüffenderweise kommt man stets zu ein und demselben Ziel.

Meinen FAZ-Aufmacher weiterlesen auf FAZnet.

Wenn man für Facebook seine Freunde identifizieren muss

Ich bin gerade in San Francisco und melde mich im Hotelzimmer mit meinem deutschen PC in Facebook ein. Das Kennwort ist richtig, trotzdem wird mein Account vermutlich wegen der amerikanischen IP sofort gesperrt. Ohne dass ich bei Facebook eine Zweifaktor-Authentifizierung eingestellt habe, verlangt nun Facebook diese. Zum Beispiel Zusendung eines zusätzlichen Codes als SMS auf mein Handy. Ich wähle spaßeshalber die Authentifizierung über die Identifikation einiger meiner Facebook-Freunde. Das geht so:

Ich musste insgesamt fünf Facebook-Freunde richtig identifizieren, sie werden von Facebook ausgewählt, und man sieht jeweils drei Bilder der Freunde mit einem Rähmchen um den Gesichtsausschnitt. Zwei Kandidaten kann man überspringen, und das ist auch gut so, denn zum Teil sind die dargestellten Personen nicht identisch. Facebook hat also eine Person konstruiert, die es so nicht gibt. Unter den drei Bildern werden die Namen zum Anklicken angeboten, die Auswahl der Alternativen entstammt auch aus dem eigenen Freundeskreis.

Interessant finde ich neben dem Zwang zum Zweitfaktor mehrere Gesichtspunkte: Haben alle Beteiligten zugestimmt, dass ihre Fotos mit biometrischen Merkmalen bei Facebook gespeichert werden?

Einige Fotos der Kandidaten habe ich mit Sicherheit noch nie gesehen, obwohl ich ja mit ihnen befreundet bin. Und in einem Beispiel wird das abfotografierte Foto eines Freundes für die Biometrie verwendet, siehe unten.

Christoph Kappes

Test: Comand Online von Mercedes-Benz im Frühjahr 2014 (hier: ML-Klasse)

Mercedes-Benz ML 63 AMG (Fotos Hersteller)
Mercedes-Benz ML 63 AMG (Fotos Hersteller)

Pluspunkte: Das im vergangenen Jahr vorherrschende Durcheinander bei den Online-Zugängen darf als gelöst angesehen werden. Nun setzt Mercedes-Benz aufs Bluetooth-Profil PAN. Man berücksichtige allerdings: PAN setzt voraus, dass das Bluetooth-Tethering am Smartphone aktiviert ist. Was bei Apple „Persönlicher Hotspot“ heißt, ist bei Blackberry die „Modemfunktion“ und mit Android  suche man unter „Tethering und mobiler Hotspot“. Hier muss man also vor dem Start die richtigen Schalter umlegen. Und beim iPhone gilt zusätzlich: Damit der Apple-Hotspot via Bluetooth, USB oder W-Lan arbeitet, muss im Menü Einstellungen, Mobiles Netz, Mobiles Datennetzwerk auch der Eintrag ganz unten zum Persönlichen Hotspot korrekt ausgefüllt sein, dort ist ein weiteres Mal der Internet-Zugangspunkt (APN) einzugeben.

Die Facebook-App hat ein Highlight: Facebook-Veranstaltungen können als Sonderziele ins Navi übernommen werden.

Mittelmäßig: Das große Problem von Comand Online bleibt sein gemächliches Arbeitstempo bei der Internetanbindung. Selbst in den beiden Premiumnetzen von Telekom und Vodafone schaufelt Comand Online die Daten nur zögerlich ins Fahrzeug. Auf dem Land hatten wir bisweilen etliche Kilometer zurückgelegt, bis sich überhaupt ein Menü aufbaute. In der Stadt mit UMTS und Datenturbos wie HSDPA oder LTE war die Lage kaum besser. Dies stört gewaltig. Auch das Online-Angebot bleibt 2014 bescheiden. Das Laden von Navigationszielen ins Fahrzeug gilt mittlerweile als Selbstverständlichkeit, und die Hotelsuche oder die Nachrichtenanzeige sind ebenfalls unspektakulär.

Cockpitansicht: Mercedes-Benz ML 350 mit Comand Online
Cockpitansicht: Mercedes-Benz ML 350 mit Comand Online

Minuspunkte: Die Facebook-App ist an sich ein Pluspunkt, aber ein Zugriff auf die Facebook-Mail fehlt. Das Erstellen von eigenen Statusmeldungen mit dem Controller ist langwierig. Das Lesen der Pinwand-Einträge bringt im Grunde genommen nur wenig. Lange Beiträge werden gekürzt und Verlinkungen nicht aufgelöst. Während der Fahrt kann man nicht auf Pinwand und Neuheiten zugreifen, Stichwort: „Fahrerablenkung“. Während die Telefonabteilung selbstredend eine Suche nach Rufnummern vorsieht, ist die gleiche Funktion im Facebook-Freundesverzeichnis abermals nur im Stand erlaubt.

Test: Drive Kit Plus in der A-Klasse von Mercedes-Benz

Jetzt wird es richtig kompliziert. Wer zielgruppenspezifisch zur jungen Internetgeneration gehört und mit der neuen A-Klasse von Mercedes-Benz liebäugelt, hat die Qual der Wahl, wenn es um Kommunikation und Netze geht. Noch nie war die A-Klasse so jung, und erstmals hat Mercedes-Benz eine iPhone-Integration im Angebot. Aber die Wege zum vollkommenen Glück der fahrenden Konnektivität sind verschlungen. Um ein wenig Ordnung ins Wirrwarr der Optionen und Möglichkeiten zu bringen: Das bekannte Comand Online steht mit 3150 Euro in der Preisliste und bietet den bewährten Komfort der Oberklasse auf einem üppigen 18-Zentimeter-Bildschirm mitsamt Navigation, HiFi, Telefonie und Musikspeicher auf Festplatte. Aber die Online-Funktionalität erschließt sich nur mit einem Smartphone, das via Bluetooth und dem Dun-Protokoll angebunden wird.

Navi auf Umwegen: Kommt vom iPhone, landet auf dem Audio-20-Schirm (Fotos Hersteller, Spehr)
Navi auf Umwegen: Kommt vom iPhone, landet auf dem Audio-20-Schirm (Fotos Hersteller, Spehr)

 

Neu ist das Drive Kit Plus für 690 Euro, das aber wiederum nur mit dem iPhone 4 und 4S zusammenarbeitet und Audio 20 (420 Euro) mit seinem 15-Zentimeter-Monitor benötigt. Audio 20 besteht aus Radio, CD-Spieler und Bluetooth-Telefonie, bringt also keine Navigation mit. Das Drive Kit Plus ergänzt mit Routenführung, Musikwiedergabe vom iPhone und den neuen Social-Media-Kanälen, namentlich Twitter, Facebook, Social Playlist sowie Glympse. Erforderlich ist die „Digital Drive Style App“, die es gratis in Apples App Store gibt und die auf dem kabelangebundenen iPhone läuft. Der Bordmonitor übernimmt die Anzeige, es gibt also keine Fummelei am Smartphone. Denn das Zwischenglied ist die neuerdings vieldiskutierte Videoausgabe der Apple-Smartphones. Sie funktioniert leider mit dem aktuellen iPhone 5 und seinem neuen Lightning-Port nicht, Mercedes-Benz hofft auf eine Lösung bis Mitte kommenden Jahres. Bis dahin ist Drive Kit Plus nur mit den beiden älteren Modellen nutzbar.

Spielt die Hauptrolle: Die iPhone-App
Spielt die Hauptrolle: Die iPhone-App

Wir haben Drive Kit Plus mit dem Comand-System ausprobiert, und die erste Erfahrung ist, dass man gleichzeitig in zwei verschiedenen Welten jongliert. In der Comand-Ebene bleibt alles, wie es ist. Schaltet man auf den Aux-Eingang der Anlage und startet manuell die Mercedes-App auf dem iPhone, erwacht die junge Welt zum Leben. Wie bei Comand kommt der Controller mit seinen umgebenden Tasten als zentrales Bedienelement zum Einsatz – und man stellt schnell fest, dass man doch immer wieder zu Comand zurück muss, etwa für die Telefonie, die im Drive Kit Plus nicht implementiert ist. Kurzum: Der Anfang ist kompliziert. Hat man das Prinzip verstanden und sich (einmalig) auf dem iPhone bei Facebook und Twitter angemeldet, kann man im Drive-Kit-Plus-Modus mit dem Controller butterweich zwischen den einzelnen Abteilungen wechseln, die auf einem horizontalen Laufband angeordnet sind. Dazu gehören derzeit Facebook, Twitter, das Teilen von eigenen Nachrichten, die Navigation, Web-Radio und der Internetdienst Glympse, der anderen temporär Zugang zu den eigenen Standortdaten gibt. Wer den Fokus auf Facebook und Twitter legt, findet sich schnell zurecht. Über die Mobilfunkabteilung des iPhone werden die vorigen Statuseinträge auf dem Bildschirm angezeigt, und zwar mit dem hinterlegten Porträtfoto des Autors, die Inhalte liest eine synthetische Stimme vor. WWW-Links lässt die Sprachausgabe außen vor, so hört sich das Ganze durchaus respektabel an. Eigene Nachrichten kann man allein in der Form von Textbausteinen absetzen, hier lassen sich allerdings persönliche Inhalte wie das Navigationsziel oder die gerade gehörte Musik automatisch einfügen.

Zugegeben: Bei Twitter mit kurzen Texten plus Link hält sich der Nutzwert in Grenzen. Aber längere Facebook-Artikel lassen sich mit Gewinn hören. Mit einem weiteren Controller-Klick wird der gesamte Eintrag auf dem Monitor angezeigt, hier ist die Ablenkung für den Fahrer deutlich höher. In Grenzen lässt sich mit den Einträgen jonglieren, man kann in Facebook den „Gefällt mir“-Button auslösen, in Twitter „retweeten“, Facebook-Kommentare lesen oder, sehr sinnvoll, bei einem „Check in“ die Adresse der Lokation gleich in die Routenführung übernehmen. Ähnliches gilt auch für die Veranstaltungs-Einladungen von Facebook, die sich nahtlos in die Routenführung übernehmen lassen.

Diese wiederum ist der größte Pluspunkt im Zusammenspiel mit Audio 20, das sonst ohne Routenführung auskommen muss. Der Kopilot arbeitet ordentlich, und als Extra gibt es sogar eine Online-Google-Suche nach Sonderzielen. Leider muss man auf eine Spracheingabe des Navigationsziels verzichten, aber schon kündigt Mercedes-Benz eine Siri-Erweiterung für die nächsten Wochen an. Die Karten liegen übrigens auf dem iPhone, und die Software kommt von Garmin.

Facebook, Twitter und Glympse auf dem Monitor
Facebook, Twitter und Glympse auf dem Monitor

Innovativ tritt ferner die „Social Playlist“ auf. In dieser Wiedergabeliste wird plattformübergreifend jeder Audio- und Videolink gesammelt, den die Freunde veröffentlicht haben – und man kann die Musiktitel der Netzbekannten während der Fahrt im Streaming-Verfahren hören. Videos lassen sich nur im stehenden Fahrzeug sehen, hier gibt es auch häufig Kompatibilitätsprobleme. Internetradio-Sender sind bereits programmiert, sie gelangen via Mobilfunk ins Auto. Man achte auf das Datenvolumen und die Gebühren. Ein Probeabonnement des Musikanbieters Aupeo gehört ebenfalls zum Lieferumfang. Bessere Dienste wie Spotify sind nur über Bluetooth-Audio und die entsprechende iPhone-App nutzbar.

Glympse weiß, wann du ankommst
Glympse weiß, wann du ankommst

Drive Kit Plus ist zunächst ein erfolgversprechender Anfang. Besonders sinnvoll ist das Vorlesenlassen von Facebook-Einträgen und das Abrufen von Veranstaltungs- und anderen Ortsinformationen. Die Fahrerablenkung bleibt in diesen Funktionsbereichen minimal, und da das iPhone fest in der Mittelarmlehne verstaut ist, kommt der Social-Media-Junkie gar nicht auf den Gedanken, es während der Fahrt in die Hand zu nehmen. Bei Twitter bleiben viele Wünsche offen. An erster Stelle der Zugriff auf Twitter-Listen, um beispielsweise gezielt Eilmeldungen abrufen zu können. In Verbindung mit Siri lassen sich viele neue Szenarien entwerfen, und unverständlich ist, warum eine E-Mail-Integration gänzlich fehlt. Im Zusammenspiel mit dem Comand-System ist vor allem bei intensiver Nutzung des Telefons der Umschaltvorgang zwischen beiden Welten ärgerlich. So gesehen lohnt sich Drive Kit Plus vor allem und an erster Stelle in Kombination mit Audio 20. Hier bekommt man dann eine ordentliche Navigation auf den Bordmonitor – und freut sich über Facebook und Twitter als Extras.

Test: Facebook in Comand Online von Mercedes-Benz

Wenn jetzt bei Mercedes-Benz die sozialen Netzwerke im Fahrzeug mitfahren, liegen zwei kritische Fragen natürlich auf der Hand: Worin besteht der Fortschritt, und wie sieht es mit der Ablenkung vom Verkehrsgeschehen aus? Sofort fallen einem viele stichhaltige Argumente gegen Twitter und Facebook im Auto ein. Beides sind „textlastige“ Medien. Sie erfordern eine höhere Aufmerksamkeit als das nebenbei laufende Radio. Diese zutreffenden Einwände prallen jedoch an der Realität ab: Gerade die junge Generation will ihren digitalen Lebensstil nahtlos im Fahrzeug fortsetzen. Das Auto als kommunikationsfreie Offline-Zone ist eine undenkbare Vorstellung. Man will auch unterwegs allzeit vernetzt an den Aktivitäten seiner Freunde teilhaben. So wundert kaum, dass ungeachtet aller Verbote und mahnenden Hinweise eben doch mit dem Smartphone herumgespielt wird. Angesichts kleinteiliger Apps, bei denen man mit dem Finger auf winzige Schaltflächen tippen muss, ist die Ablenkung immens. So gesehen kann eine behutsame Einbindung von Internetdiensten sicherer machen, was ohnehin nicht mehr zu verhindern ist.

Pinwand-Eintrag: Lesbar nur im stehenden Fahrzeug (Foto Spehr)

Twitter und Facebook im BMW und Mini hatten wir hier bereits im vergangenen Jahr vorgestellt. Mercedes-Benz zieht nach und integriert zunächst Facebook in sein neues Comand Online, das derzeit für die C-, B- und M-Klasse erhältlich ist. Facebook ist bei dieser Lösung ein Baustein des Online-Systems, nahtlos eingebunden in Comand, mit dem Controller zu bedienen und dem WWW-Symbol in der rechten oberen Bildschirmecke aufrufbar.

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Allzeit vernetzt: Twitter und Facebook im Auto

Muss der Autofahrer sozial vernetzt sein?

Twitter und Facebook steigen ins Auto ein. Auch der Fahrer soll davon profitieren. Über Sinn und Unsinn kann man trefflich streiten.

Dass im Auto der Zukunft auch die sozialen Netzwerke mitfahren, gilt nach der IAA als Selbstverständlichkeit. Alle großen Hersteller bringen das Internet ins Fahrzeug. Aber die BWM-Gruppe und Mercedes-Benz sind die ersten mit Twitter und Facebook an Bord. Der Nachrichtenstrom aus beiden Diensten wird in die vorhandene Kommunikationstechnik integriert. Twitter-Meldungen und Facebook-Nachrichten erscheinen auf dem Display von iDrive und Comand Online, und zwar so, dass auch der Fahrer davon profitiert – und aktiv am Geschehen partizipieren kann.

Das alles hört sich zunächst nach Provokation an. Eine zusätzliche Spielerei, die vom Verkehrsgeschehen ablenkt und dazu führt, dass mancher unachtsamer fährt, lautet ein erster und wichtiger Einwand. Unfälle durch das Schreiben von SMS während der Fahrt werden derzeit in den Vereinigten Staaten mit der Forderung „don’t text and drive“ diskutiert. Facebook und Twitter sind „textlastige“ Medien. Sie erfordern eine höhere Aufmerksamkeit als das nebenbei laufende Radio. Wo liegt hier der Fortschritt?

iDrive und Twitter: Das Beispiel BMW (Fotos Hersteller, Spehr)

Diese zutreffenden Argumente prallen jedoch an der Realität ab: Gerade die junge Generation will ihren digitalen Lebensstil nahtlos im Fahrzeug fortsetzen. Das Auto als kommunikationsfreie Offline-Zone ist eine undenkbare Vorstellung. Man will auch unterwegs allzeit vernetzt an den Aktivitäten seiner Freunde teilhaben. So wundert kaum, dass ungeachtet aller Verbote und mahnenden Hinweise eben doch mit dem Smartphone herumgespielt wird. Angesichts kleinteiliger Apps, bei denen man mit dem Finger auf winzige Schaltflächen tippen muss, ist die Ablenkung immens.

So gesehen kann eine behutsame Einbindung von Internetdiensten sicherer machen, was ohnehin nicht mehr zu verhindern ist. Und wer nach noch strengeren gesetzlichen Vorschriften ruft, müsste konsequenterweise auch vieles andere Ablenkende unterbinden, die Beispiele sind Legion. Zudem ist es unklug, Twitter und Facebook gleich als Reizthema zu dämonisieren. Man prüfe doch zunächst, ob sich nicht auch Vorteile aus der Fahrzeugintegration ergeben können. Wenn etwa der Junior am Samstagabend unterwegs ist und seine Clique von einem Club zum nächsten zieht, kann es einfacher sein, über Facebook Places und das entsprechende „Einchecken“ der Freunde zum Ziel geführt zu werden als mit Telefongesprächen, Suche nach der Location im Navi-System und mehrfachen Rückfragen, wenn der angesagte Club ganz neu und als Sonderziel dem Kopiloten noch nicht bekannt ist.

Ins Comand-Menü eingebunden: Facebook bei Mercedes-Benz

Ein erster Blick auf die neuen Systeme und ihre Leistungsfähigkeit kann also manche Bedenken aus dem Weg räumen. Die BMW-Gruppe bietet Facebook und Twitter bereits seit einigen Monaten an, wir haben die Technik im 5er BMW mit iDrive und im Mini mit Mini Connected ausprobiert. Bei Mercedes-Benz zieht zunächst Facebook vom November an in die neue B- und M-Klasse ein, Twitter kommt später, und das Ganze funktioniert ausschließlich in Verbindung mit Comand Online. Die gute Nachricht: Ist die aktuelle Ausbaustufe des Comand-Systems bereits vorhanden, etwa in der neuen C-Klasse, wird das Facebook-Modul im November automatisch und unentgeltlich freigeschaltet, ein Werkstattbesuch ist nicht erforderlich.

Und damit ist gleich die erste Frage aufgeworfen: Wie kommen die sozialen Netzwerke ins Fahrzeug? BMW setzt auf Smartphone-Apps als Zuarbeiter für die bestehenden Bordsysteme. Das iPhone enthält die Software, alle Benutzereinstellungen und individuellen Vorgaben. Der Monitor des Fahrzeugs wiederum gibt die Inhalte wieder, auch die Bedienung erfolgt mit der im Auto vorhandenen Infrastruktur. Die Idee hat Charme: Eine App ist schnell aktualisierbar, jeder Smartphone-Besitzer kennt die Prozedur. Was man zu Hause eingerichtet hat, nimmt man bequem mit ins Fahrzeug. Aber die Lösung für BWM und Mini funktioniert derzeit nur mit dem iPhone von Apple, alle anderen Geräte bleiben außen vor.

Die iPhone-App als Zentrale: Das Beispiel Mini

Eine ähnliche Einschränkung gibt es auch bei Mercedes-Benz, obwohl die Systemkonzeption eine andere ist: Smart muss das angedockte Phone nicht sein, es wird allein als Datenlieferant benötigt, denn die Apps laufen geräteunabhängig in Comand Online. Das Telefon wird über Bluetooth-Tethering mit dem Dun-Protokoll angedockt. Der Nachteil dieser Idee ist die eingeschränkte Verfügbarkeit des an sich schlichten „Dial-up Networking Profile“ (Dun) für die Interneteinwahl. Das iPhone und fast alle Androiden unterstützen kein Dun, man ist auf einen Blackberry oder ein älteres Nokia angewiesen.

Beide Wege machen es dem Kunden von BMW oder Mercedes-Benz in einer Hinsicht leicht: Es gibt keine Fummelei mit Sim-Karten und kein Wirrwarr bei den Mobilfunkverträgen. Man verwendet sein Mobiltelefon, am besten mit Datenkontingent, muss sich um nichts kümmern, und nichts ändert sich. Das im Fahrzeug anfallende Datenvolumen wird über die gewohnte Rechnung tarifiert.

Facebook Pinwand: So sieht das bei Comand Online aus

Im BMW und Mini starteten wir mit dem Laden der zugehörigen App auf dem iPhone und konfigurierten Facebook und Twitter. Im Auto wird das Smartphone mit einem Kabel angebunden, und schon tauchen die Apps im Bordsystem in einem Menü auf. Bedient wird das Ganze mit dem Controller, und bei beiden Fahrzeugen fügt sich die App-Welt stringent in die übrige Kommunikationslandschaft ein. Zunächst ein Blick auf Facebook: Die BMW-Apps zeigen auf dem Display den gesamten aktuellen Strom der Einträge von Freunden auf der Pinwand. Mit einem Controller-Klick kann man einzelnen Beiträgen ein „Gefällt mir“ geben – und die Meldungen lassen sich mit einer synthetischen Stimme vorlesen. Auch die Fotos der Freunde sind sichtbar. Eine Filterfunktion fehlt ebenso wie der Zugriff auf die Facebook-Mail oder Places (Orte) und Einladungen.

Twitter-Timeline bei BMW

Das neue Mercedes-System für Facebook konnten wir noch nicht in der Praxis erproben und verlassen uns auf die Angaben des Herstellers. Facebook ist demnach wie die Google-Suche und der Web-Browser in das karussellförmige Online-Menü von Comand integriert. Einmalig sind die Facebook-Zugangsdaten im Fahrzeug mit dem Controller einzugeben, anschließend erscheint eine auf den mobilen Einsatz zugeschnittene Startseite, die weitaus mehr zeigt als den Nachrichtenfluss der Neuheiten. Sie erlaubt nicht nur den Zugang auf die Pinwand, sondern auch auf Orte, Freundschaftsanfragen und Einladungen. Ein Ausrufezeichen hinter dem Menüeintrag weist auf Neues hin. Mit dieser Funktionalität geht Mercedes einen Schritt weiter als BMW, die Verbindung zu den Facebook-Freunden ist enger. Aber es gibt auch hier etliche Einschränkungen: Einträge kann man nicht vorlesen lassen, längere Texte werden zur Vermeidung von Ablenkung nach 150 Zeichen abgeschnitten, Facebook-Mail ist nicht darstellbar.

Verlinkungen auf andere WWW-Seiten sind in den sozialen Netzwerken das A und O. Der Platz ist knapp, bei Twitter sind maximal 140 Zeichen erlaubt, bei Facebook etwas mehr als 400. Also setzt man Links auf WWW-Seiten, wenn es um längere Beiträge geht. Hier müssen beide Systeme passen: Links lassen sich nämlich nicht anklicken und beispielsweise mit einer Online-Verbindung als Website aufrufen. Der Browser in den jeweiligen Fahrzeugen ist zu schwachbrüstig, und das Lesen einer zwangsläufig sehr kleinen Schrift auf dem Monitor wäre wohl nicht zumutbar.

BMW und Mercedes erlauben gleichwohl das Absetzen eigener Meldungen während der Fahrt. Nicht etwa, dass man mit dem Controller einen Buchstaben nach dem anderen in einem Textfeld eingeben müsste. Vielmehr stehen dafür Textbausteine zur Verfügung, die man bei BMW am iPhone selbst bearbeiten oder erstellen kann. Clever: Man kann bei beiden Herstellern Dutzende von Variablen einbauen, deren Inhalt automatisch vom Fahrzeug bezogen wird. So lässt sich etwa die Außentemperatur, der beim Navi eingegebene Zielort, die aktuell gespielte Musik, der eigene Standort und vieles mehr automatisiert in die Nachricht einsetzen.

Abschließend ein Blick auf Twitter bei BMW und Mini. Hier werden alle eingehenden Beiträge angezeigt, und damit ist klar: Wer vielen Menschen folgt, hat von der Fahrzeugintegration nur wenig. Man ertrinkt in der Flut der Meldungen. Einzelne Tweets lassen sich im Vollbildmodus aufrufen, man kann sie abermals vorlesen lassen, was sich aber bei Verlinkungen nur komisch anhört. Ferner gibt es die Optionen, einen Tweet zu favorisieren, ihn zu retweeten oder die Timeline einer bestimmten Person aufzurufen. Insgesamt meinen wir, dass sich der Nutzwert in Grenzen hält. Wer nur sehr wenigen Leuten bei Twitter folgt und seine Nachrichtenquellen gezielt ausgewählt hat, profitiert am ehesten davon. Alle anderen werden vermutlich einen Zugriff auf ihre Twitter-Listen vermissen. Ein bisschen mehr Raffinesse täte dem System also ganz gut.

Auch hier bleibt abermals die Frage unbeantwortet, wie man mit Links umgeht, die bei Twitter geradezu den Kern einer Meldung bilden. Wenn wir unsere Phantasie ein bisschen spielen lassen, bestünde eine bessere Lösung darin, dass eine Art Instapaper oder Read it Later implementiert würde, die Link-Verweise im Nachrichtenstrom automatisch auf die reine Textinformation eindampfen müsste. Die Inhalte könnte man dann während der Fahrt vorlesen lassen. Aber das wäre Zukunftsmusik.

Schön gezeichnet: Kommunikation im Mini

Die Facebook-Integration von Mercedes-Benz sieht auf dem Papier interessanter aus. Gerade die eingangs erwähnte Verknüpfung aus Mobilität und Freundschaftsbeziehungen bietet viel Potential für einen sinnvollen Umgang, auch im Auto. Und was ist mit der Ablenkung? Nach jeweils zwei Wochen im Mini und im 5er BMW meinen wir, dass die bayrische Lösung weitaus ungefährlicher ist als der Griff zum Smartphone während der Fahrt. Wer sich Meldungen vorlesen lässt, muss den Blick nicht von der Straße nehmen. Ärgerliche Kleinigkeiten der Elektronik und Menüführung lenkten uns in beiden Fahrzeugen mehr ab als Facebook oder Twitter. Wer beispielsweise das iPhone mit dem Kabel angeschlossen hat, darf bei der nächsten Bluetooth-Nutzung das Gerät abermals neu konfigurieren, denn die Musikübertragung mit A2DP wird jedes Mal deaktiviert. Und der Weg in das dazu benötigte Menü ist deutlich länger als der zur nächsten Twitter-Nachricht.

 

Twitter, Facebook und mehr im BMW mit Connected Drive

So sehen dann Facebook und Twitter bei dem aktuellen Connected Drive von BMW auf dem Navi-Monitor aus. Das iPhone wird mit dem USB-Kabel ans Fahrzeug angebunden, und die einzelnen Apps laufen auf dem iPhone. Dort konfiguriert man auch Facebook und Twitter.

Im Fahrzeug sucht man das entsprechende Online-Menü (es gibt verschiedene) und navigiert dann mit dem Controller zur gewünschten BMW App.

Die Timeline von Twitter:

Also nur wenige Einträge untereinander, aber dafür: mit Bild. Es gibt keinen Zugriff auf Twitter-Listen, vielmehr wird stets die gesamte Timeline angezeigt.

Die Einzeldarstellung eines Tweets:

Das Menü links bietet die Option, den Tweet zu favorisieren, ihn vorlesen zu lassen oder zu retweeten. Ferner kann man die Timeline des jeweiligen Twitterers aufrufen. Links werden übrigens auch mit einer synthetischen Stimme vorgelesen, und das hört sich ziemlich ulkig an.

Und bei Facebook:

Das Kontextmenü links erlaubt abermals das Vorlesen des Eintrags, außerdem kann man mit dem Controller den Gefällt-mir-Button drücken.

Eigene Statusmeldungen bei Facebook oder Twitter lassen sich ebenfalls während der Fahrt absetzen. Dafür gibt es Textbausteine und Variablen. Letztere etwa: der aktuelle Ort, der zuletzt angerufene Gesprächspartner, die Außentemperatur. All das wird am iPhone administriert. Die App muss während der Nutzung laufen, wechselt man zu einer anderen App, verschwinden die Inhalte.

 

 

 

 

 

 

Neuer 1er BMW mit Facebook und Twitter

Im September geht die zweite Generation des 1er BMW an den Start, und erstmals bei BMW gibt es dann eine Facebook- und Twitter-Anbindung (die für den Mini schon erhältlich ist). Ferner kann man mit einem iPhone auch Internetradio empfangen und auf Echtzeit-Verkehrsinfos zugreifen. Noch zu klären: Ist das Ganze in das iDrive-System integriert oder laufen die Zusatzdienste nur auf dem Smartphone?

Nachtrag: Anna Buettner löst in ihrem Kommentar unten das Rätsel: Auf dem iPhone braucht man die Gratis-App BMW Connected, dann wird das iPhone mit iDrive gekoppelt und die Funktionen der App können anschließend mit iDrive auf dem Bordmonitor genutzt werden.

Innenansichten: Der neue 1er BMW mit iDrive (Foto Hersteller)

Auszug aus der Pressemeldung:

„Mit der Option Apps können Besitzer eines iPhone unter anderem Webradio-Stationen empfangen sowie die Dienste Facebook und Twitter nutzen. Auch der Internet-Zugang und die neue Funktion Real-Time Traffic Information, die besonders präzise Staumeldungen und Verkehrshinweise in Echtzeit übermittelt, sind einzigartig im Kompaktsegment.“

Die kleinen Kreise: Zum Start von Google Plus

Als wir am Mittwoch das erste Mal Google Plus betraten, war das wie bei einer Theaterprobe in neuen Räumen: Alles ist überraschend, ungewohnt, noch nicht eingerichtet, es fehlt an manchem Detail. Aber die Prominenten waren von Anfang an dabei, sie hatten vorab begehrte digitale Einladungskarten bekommen. Wir als journalistische Zuschauer konnten live miterleben, wie sich ein neues soziales Netzwerk aus dem Nichts heraus bildet, wie Personen dazu stoßen, wie Inhalte und Seiten aufgebaut werden und man sich gegenseitig bei offenen Fragen hilft.

Google Plus ist ein Angriff auf Facebook, es kopiert viele Ideen, macht aber manches ganz anders. Das schicke Design gefällt. Aber der wichtigste Unterschied zu Facebook ist die Art und Weise, Kontakte zu knüpfen. Facebook besteht aus 1:1-Freundschaften mit der Möglichkeit, Listen und Gruppen anzulegen, Dinge zu verstecken, und man versinkt schnell in der Unendlichkeit der Optionen. Google Plus zieht nun seine eigenen Kreise und nennt sie „Circle“. Man gruppiert und sortiert stärker, das Verhältnis der digitalen Mitbürger untereinander ist ein komplexes Gemengelage.

Wird Google Plus ein Erfolg? Gegen die Dominanz von Facebook mit seinen mehr als 700 Millionen Mitgliedern in aller Welt ist nur schwer anzukommen. Das zeigt nicht zuletzt der schleichende Niedergang von Schüler- und Studi VZ, von Xing und My Space. In den sozialen Netzen zählt die Macht der Masse, und der Gewinner bekommt alles. Facebook hat allein in Deutschland 20 Millionen aktive Mitglieder, die sich regelmäßig einbuchen. Jeder zweite deutsche Internetnutzer ist bei Facebook. Was für Google Plus spricht, ist seine schnelle Akzeptanz bei der digitalen Elite, die sich bislang sehr positiv äußert. Derzeit tummeln sich jedoch nur einige tausend Mitglieder in den Circles von Google. Aber schon Goethe wusste: „Wie fruchtbar ist der kleinste Kreis, wenn man ihn wohl zu pflegen weiß“.