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Test: Ford Sync

Vernetzung angekündigt: Ford Sync will auch bei den Apps mitspielen
Vernetzung angekündigt: Ford Sync will auch bei den Apps mitspielen (Foto Hersteller)

Als der Autohersteller Ford vor genau fünf Jahren in den Vereinigten Staaten mit seinem Sync-System an den Start ging, war das eine Revolution. Die Anlage holte sich ungezählte Preise, wurde in der Ford-Werbung prominent herausgestellt – und wir kennen einige Amerikaner, die sich beim Neuwagenkauf nur wegen Sync für einen Ford entschieden haben.

Sync ist ein Spracherkennungssystem rund um die Telefonie und Musikwiedergabe im Fahrzeug, es setzt ein Handy oder Smartphone voraus, und dann kann man in der amerikanischen Variante nicht nur seinen Musikspieler ansteuern, sondern auch mit Sprachkommandos durchs Telefonbuch blättern, Assistenzdienste aufrufen, Verkehrsnachrichten hören, und Apps auf dem Blackberry, iPhone oder Android-Gerät integrieren. Es gibt Dutzende von Anwendungen, quasi ein eigenes „Ökosystem“ rund um Sync.

Nun kommt das System nach Europa, und das erste Fahrzeug mit Sync ist der Ford Focus ST, demnächst folgt neue der B-Max. Sync ist im Focus ST nahtlos eingebunden in die Infotainment- und Navigations-Infrastruktur. In unserem Testwagen kam das Sony-Navigationssystem (1600 Euro) mit seiner zerklüfteten Bedienlandschaft (ein Drehsteller und mehr als 20 Tasten) in Verbindung mit einem kleinen 13-Zentimeter-Monitor zum Einsatz. Bei der Routenführung ändert sich nichts, Sync arbeitet derzeit in den Abteilungen Telefonie und Musikwiedergabe, ferner gibt es (nur bei angeschlossenem Handy) einen Notruf-Assistenten. Zu unterscheiden ist indes zwischen der Anbindung des Mobilgeräts mit Bluetooth und einem USB-Kabel. Nutzt man den Blauzahn, bietet Sync einen nur rudimentären Funktionsumfang: Sprachwahl beim Telefon, Musikwiedergabe mit A2DP und der Titelsprung mit Sprachkommandos. Das alles entspricht dem Niveau einer Anlage der Mittelklasse, wobei schon hier stört, dass jedwede Spracherkennung mit einem Audiosignal und dem nervenden Hinweis „Telefon – Ein Kommando bitte“ eingeleitet wird.

Spannender wird das Ganze mit der Kabelanbindung und USB. Wir probierten das iPhone 4 mit dem älteren iOS-Betriebssystem 5.1, das als iPod erkannt wird. Nur am Rande: Diese Funktion gibt es beim iPhone 5 mit seinem Lightning-Adapter nicht mehr. Mit älteren iPhones wird der Musikbestand anschließend automatisch indiziert, und fortan kann man mit Sprachkommandos durch das gesamte Repertoire surfen. Das Gebotene geht weit über die üblichen Standards hinaus. Die Musikauswahl über den Künstlernamen oder den Albumtitel gehört dazu, ferner kann man fein differenziert nach einem Genre suchen oder „ähnliche Musik“ abspielen lassen und sprachgesteuert seine Wiedergabelisten aufrufen. Jedenfalls in der Theorie.

Im praktischen Einsatz zeigen sich gleich mehrere Tücken. Die eine ist die schlechte Leistung des Spracherkenners von Microsoft. Obwohl der Datenbestand indiziert ist und nur die wenigen eigenen Titel erkannt werden müssen, sind die Ergebnisse unbefriedigend. Statt der Schubert-Lieder von Matthias Goerne hörte Sync ein „Blondine“. Dass es nicht an unserer unklaren Aussprache liegt, zeigte die Gegenprüfung mit Diktiergerät und Spracherkennung am PC: Während sich Dragon Naturally Speaking von Nuance trotz der Nebengeräusche bestens schlug, hatte Sync mit etlichen Problemen zu kämpfen. Der zweite Minuspunkt ist das Durcheinander von englischen und deutschen Titeln und Künstlernamen. Ein „Titel Auswärtsspiel abspielen“ führt zum Erfolg, aber sobald man „Minutes to Midnight“ aufrufen will, hagelt es Fehlermeldungen. Bei der Anpassung an die deutsche Sprache hat man sich also zu wenig Gedanken gemacht.

Und dann sollte man auch sein eigenes Repertoire bestens im Kopf haben. Ist die CD unter „Goldbergvarationen“ oder „Bach: Goldberg-Variationen“ oder „Glenn Gould – The Goldberg Variations“ gespeichert? Das alles muss man wissen, denn dem Spracherkenner wurde nicht die erforderliche Redudanz mitgegeben, um schon aus kleinsten Textschnipseln zum richtigen Ziel zu kommen. Schließlich ist auch die Menüführung unbefriedigend. Wie bei der Bluetooth-Anbindung kommt zu Beginn ein Signalton und dann eine langatmige Aufforderung. Das alles können andere Fahrzeughersteller schon jetzt besser, nur fehlen jenseits von Sync die detaillierten Zugriffsmöglichkeiten auf Genre, Titel und Interpreten. Ein kleines Extra ist indes die Erkennung der Musikstücke, die gerade im Radio gespielt werden. Aber das reicht nicht aus. „Sync wird immer besser und kontinuierlich weiterentwickelt“, sagt Ford, und verspricht,

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Links: Kommunikation, HiFi und Navi im Auto rund um CES und Detroit

Kleine, unkommentierte Link-Sammlung, die sich nahezu automatisch ergeben hat beim Einsatz von Instapaper, mit dem ich alles archiviere.

  1. Audi combines HUD with gesture controls, leaves us wanting
  2. Android integration for car stereos and rear-view mirrors, hands-on (video)
  3. Mercedes mbrace2 auf der CES: Auto wird digitaler Begeleiter
  4. Ford shows off updated Sync integration for iPhone
  5. Mercedes-Benz gesture control concept is DICEy
  6. CES 2012: Automotive round-up
  7. Start Your Engines! Connected Cars at CES
  8. heise online – Carsharing von User zu User
  9. WZ Newsline Mobil – Das Smartphone wird Herz und Hirn des Autos
  10. Daimler Dice: Augmented Reality in der Windschutzscheibe
  11. Nvidia: Audi, Tesla und Lamborghini setzen Tegra-Prozessoren ein
  12. Daimler-Chef Zetsche: „Wir dürfen das Auto nicht zu einer Spielhölle machen“
  13. Daimler revs up car and ride sharing at CES
  14. CES 2012: Now You Can Check Facebook From Your Benz
  15. Mercedes Benz auf der CES: Auto mit Cloud-Anschluss
  16. Economy, Business & Finance: CES: Mercedes will das Auto zum ‘digitalen Begleiter’ machen – Wirtschaftswoche
  17. Apps für Fahrer: Wenn das Auto auf Facebook surft
  18. Assistenzsysteme von Audi: Oh Helferlein kommet
  19. Ford USB Music Box adds mass storage playback, smartphone charging to AUX-enabled receivers
  20. Renault debuts R-Link, an in-dash Android system with app market
  21. 23.11.11 – Technik – Audis Assistenzsysteme der nahen Zukunft | heise Autos
  22. BMW, Mini offer MOG streaming for iPhone
  23. Trying Out the World’s First In-Car Music-Streaming System – NYTimes.com
  24. heise Autos – 01.11.11 – Fahrberichte – Ausfahrt im VW Passat Variant 1.4 TSI EcoFuel
  25. iPhone accessory review: Ford Fiesta and Microsoft SYNC
  26. Infotainment im Auto: Das Armaturenbrett aus dem Internet – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Auto

Die Auto-News der CES in Las Vegas 2011

Audi

Audi hatte einen großen Auftritt auf der CES, Vorstandsvorsitzender Rupert Stadler sprach vom vernetzten Automobil der Zukunft. Man arbeite an “Weiterentwicklungen” des Head-up-Displays (das Audi aber bislang nicht anbietet) und der Anbindung von LTE ans Fahrzeug. Neben Google Earth, das jetzt schon im Audi mit MMI sichtbar ist, komme auch Streetview dazu. “Je realistischer die Präsentation, desto geringer die Ablenkung”, sagte Stadler. Das meine ich nicht: Je mehr Details, desto mehr Ablenkung.

Rupert Stadtler, Vorstandsvorsitzender Audi, auf der CES 2011 (Foto: Audi)

Deutlich interessanter und näher an der Realität ist  indes das vorgeführte neue MMI mit Tegra-Chipsatz von Nvidia. Im Foto von Engadget sieht man, dass das Touchpad (das es bislang in Deutschland nur im A8 und im kommenden A6 gibt) ersetzt wird durch eine berührungsempfindliche Fläche im Controller. Das System soll zuerst im A3 kommen. (Meine Spekulation: in den großen Modellen bleibt es beim Touchpad, in den kleinen wird es in den Controller integriert). Hier der aktuelle Stand der Dinge bei Audi im A8, Baujahr 2010.

Ford

Das in den US sehr erfolgreiche Sync-System mit Sprachbedienung ist zwar in Europa nicht erhältlich. In den Vereinigten Staaten macht es indes Karriere und wird jetzt ergänzt um “Sync Destinations”, eine App, die es erlaubt, eine Routenplanung am Smartphone vorzunehmen: Engagdget. Auch für den neu vorgestellten “Focus Electric” gibt es eine “App”. Ferner bekommt auch der Ford Mustang ab Baujahr 2012 das Ford Sync eingebaut. Hier der Stand der Dinge bei deutschen Ford-Modellen am Beispiel des Galaxy.

Mini

Für den Mini Cooper Countryman der BMW-Tochter gibt es in den US “Mini Connected”, eine App, die den in den Vereinigten Staaten sehr populären Musikdienst Pandora ins Fahrzeug bringt. Mit dem iPhone kann man dann Pandora über die Bedienelemente des Fahrzeugs steuern.

Chrysler

Auch Chrysler US bringt eine App für Android, Blackberry und iOS.

Mercedes-Benz

Mit der US-App “mbrace” für das iPhone kann man, wie bei der BMW-App, sein Fahrzeug aus der Ferne öffnen, schließen und orten. Ferner gibt es weitergehende, kostenpflichtige Premium-Services.

Toyota

Auch Toyota will den amerikanischen Pandora-Musikdienst in seinen US-Fahrzeugen anbieten, das Ganze läuft unter Toyotas Entune-Multimedia-System. Entune wurde auf der CES neu vorgestellt, es verbindet ein Smartphone mit der Infrastruktur des Autos, inklusive Datenaustausch etc. Ob Entune nach Europa kommt, ist noch nicht klar.

Test: Ford Galaxy Business-Paket II

Man nehme einfach alles, das ist unser Ratschlag für den Interessenten eines neuen Ford Galaxy. Gemeint ist die feine Technik für Routenführung, Kommunikation und Unterhaltung, die im Ford mit einer verwirrenden Fülle von Möglichkeiten parat steht. Das Navigationssystem, das moderate 1610 Euro Zuzahlung erfordert, lässt sich auch als Plus-Paket (mit besseren Lautsprechern) ordern und um eine Mobiltelefon-Vorbereitung ergänzen.

Die klare Linie der Vernunft: Navi und HiFi im neuen Ford Galaxy (Foto: Spehr)

Die i-Tüpfelchen sind “Sound & Connect” für die Anbindung von MP3-Spielern und Smartphones mit der Bluetooth-Technik A2DP und das Premium-Sound-System. Aus diesen einzelnen Gängen wird mit dem Business-Paket II ein opulentes Menü, dann sind nämlich auch eine Rückfahrkamera sowie Park-Piepser mit an Bord. Der Aufpreis von insgesamt 2200 Euro ist angemessen, das Gesamtpaket überzeugt. Schon die HiFi-Anlage bietet mehr als sonst in der Werksausstattung üblich. Klassische Musik von CD stand fein gezeichnet im Raum, an Dynamik und Bässen fehlt es nicht.

Die Bedienung der Anlage mit dem 18-Zentimeter-Farbbildschirm gefällt. Zwölf Tasten links und rechts der Anzeige führen in die Hauptmenüs, alles andere übernimmt der Finger. Sämtliche Einträge sind präzise beschrieben, man kommt sofort damit zurecht. Und dann die kleinen Extras: Hat man in der Navigation Ort und Straße eingegeben, werden drei Routen vorgeschlagen. Das können andere auch. Aber für den dritten Vorschlag kann man eine persönliche Gewichtung aus Fahrzeit und Kilometerzahl vornehmen, also quasi eine “optimale Route” programmieren. Das ist beispielsweise sinnvoll, wenn ein Teil der Wegstrecke weitab der Autobahn liegt und die schnellste Route nur zwei Minuten spart, aber 30 Kilometer länger ist als die zweitschnellste. Die Kartendarstellung während der Fahrt ist mustergültig und übersichtlich, das zweite große Farbdisplay zwischen Tachometer und Drehzahlmesser zeigt ergänzend eine Pfeildarstellung. Auch die Kleinigkeiten stimmen: Fahrspurassistenten helfen auf der Autobahn, mit einem Fingerdruck auf das entsprechende Symbol ist die Sprachführung ausgeschaltet, wenn man telefonieren möchte. Der Spracherkenner erlaubt die Zieleingabe von Straße und Ort, man muss also gar nicht mit dem Finger die virtuelle Tastatur bedienen. Die Erkennungsleistung ist ordentlich, verbesserungsbedürftig erscheint nur, dass man nicht in einem Rutsch durch die gesamte Prozedur geführt wird, sondern nach “Ort eingeben” zur Erfassung des Straßennamens noch einmal starten muss. Auch fehlen der Navi-Anlage Hinweise auf das aktuell geltende Tempolimit. Während der Routenführung kann man Musik von einer CD hören, weil sich die Westeuropa-Landkarte auf einer SD-Speicherkarte befindet.

Mit den Leistungen der Navi-Abteilung waren wir also sehr zufrieden, und das Radio bietet ebenfalls schöne Extras, etwa eine Liste aller empfangbaren Stationen in alphabetischer Sortierung. Die Bluetooth-Freisprechanlage freundete sich sofort mit dem iPhone 4 an und übertrug das Telefonbuch sowie die Anruflisten ins Fahrzeug. Die Akustik ist sehr ordentlich, und die Nebengeräusch-Unterdrückung arbeitet bis etwa 130 km/h überzeugend.

Einige Minuspunkte sind aber doch zu erwähnen: Der Freisprecher funktioniert nur mit eingeschaltetem Radio, und zweitens: Im Telefonbuch kann man nur nach dem ersten Anfangsbuchstaben eines Eintrags suchen, anschließend sieht man eine gegebenenfalls sehr lange Liste zum Blättern. Die Telefon-Abteilung bietet ebenfalls eine Spracherkennung, beherrscht aber die Namenwahl nur nach vorherigem Training des jeweiligen Telefonbuch-Eintrags. Dass wir dann das iPhone 4 auch als Zuspieler für die Musikabteilung einsetzen konnten, ist dank A2DP kein Problem. Störend indes, dass die Musikübertragung nach jedem Telefonat selbst dann automatisch wieder startet, wenn man sie zuvor hat pausieren lassen. Dieses Problem haben allerdings derzeit so gut wie alle A2DP-Anlagen. Insgesamt können wir das Business-Paket II guten Gewissens empfehlen, es ist eine schöne Zusammenstellung sinnvoller Extras auf hohem Niveau.