Test: Porsche Design Huawei Mate 9

Die Lederhülle riecht nach einem neuen Porsche. Vermutlich ein 911. Wer sich lieber an der Optik orientiert, sieht den Schriftzug „Porsche Design“ am oberen Gehäuserand und auf der Rückseite das Logo des Studios. Die Rede ist von der Porsche-Design-Modellvariante des Huawei Mate 9. Nachdem viele Jahre der Blackberry von Porsche Design veredelt wurde, ist nun der chinesische Hersteller mit seinem Flaggschiff an

Porsche Design Huawei Mate 9, Foto Hersteller

der Reihe. Ein Smartphone dieser Kollektion ist wie gehabt teuer. 1400 Euro sind hier aufgerufen, doppelt so viel wie für das Ausgangsprodukt.
Porsche Design hat etliche Änderungen am chinesischen Original vorgenommen: Die Anzeige mit einer Diagonale von 5,5 Zoll ist etwas kleiner als die 5,9 Zoll des Mate 9, aber die Auflösung wurde von Full HD auf 2560 × 1440 Pixel erhöht. Mit den leicht abgerundeten Seiten erinnert das Porsche-Mate an ein Samsung. Auch der unterhalb der Anzeige plazierte Home-Button trägt zu diesem Eindruck bei. In ihm befindet sich der biometrische Fingerabdruckscanner, der sonst auf der Rückseite liegt.

Weiterhin hat Porsche Design dem Neuen mehr Arbeitsspeicher spendiert, 6 statt 4 Gigabyte, und der Flash-Speicher wuchs von 64 auf spektakuläre 256 Gigabyte. Die zusätzliche Speicherkarte ist also selbst dann überflüssig, wenn man üppigste Foto- oder Musikbibliotheken auf dem Gerät hortet. Somit lassen sich die beiden Schächte des Kartenhalters für Nano-Sim-Karten nutzen, das Betriebssystem unterstützt dies. Schließlich wandert in der Porsche-Variante der Kopfhöreranschluss von der Ober- an die Unterseite.

Alle weiteren Details bleiben: die gute Leica-Kamera mit 20 Megapixel, die lange Akkulaufzeit und das Android-Betriebssystem 7. Es wird von Huawei mit dem hauseigenen Aufsatz Emui in der Version 5 verschönert. Wenn es etwas an diesem hochwertigen und bestens verarbeiteten Nischenprodukt zu kritisieren gibt, dann ist es dies: dass keiner der beiden Hersteller auf die Idee gekommen ist, ein Emui-Designschema des Bediensystems zu entwickeln, das zu der teuren Hardware passt. Diese Schemata lassen sich bei Huawei-Geräten leicht wechseln, es gibt ein eigenes Menü dafür. Die beiden aufgespielten Porsche-Themen sind mit heißer Nadel gestrickt und passen nicht zu diesem Schmuckstück.

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Test: Huawei Mate 9

Das neue Huawei-Smartphone Mate 9 hat ein Riesendisplay. Legt man es mit seinen 15,7 × 7,9 × 0,8 Zentimeter und einem Gewicht von 192 Gramm neben ein iPhone 7 Plus, sieht man sofort, dass hier nahezu exakt die Maße des Apple-Boliden übernommen wurden, obwohl der wiederum mit einem 5,5-Zoll-Display auskommen muss. Dennoch wirkt das Huawei kompakt. Dahinter steckt ein Trick: Mein Beitrag auf FAZnet zum Weiterlesen.

Das Mate 9 von Huawei. Foto Hersteller
Das Mate 9 von Huawei. Foto Hersteller

Test: Huawei Mate S, Mediapad X2, Honor 7

Die Chinesen drängen mit günstigen Android-Geräten in den europäischen Smartphone-Markt. Wir haben uns drei neue Produkte von Huawei angesehen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Zwei Modelle der Mutter und eines der Tochtermarke Honor, die eigenständig agiert und beim Vertrieb der Produkte ausschließlich aufs Internet setzt.

Drei Smartphones von Huawei und Honor im Vergleich (Foto Hersteller)
Drei Smartphones von Huawei und Honor im Vergleich (Foto Hersteller)

Das Mediapad X2 von Huawei fällt sofort aus dem Rahmen, nämlich mit seiner schieren Größe. Angesichts der Displaydiagonale von 17,8 Zentimeter sind typische Smartphone-Maße klar überschritten, man hält eher ein Mini-Tablet in der Hand. Aber das Mediapad X2 ist deutlich kleiner als beispielsweise ein iPad Mini. Man kann es inklusive Telefonie wie ein Smartphone nutzen, und es passt mit Ach und Krach in die Sakkotasche.

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Test: Huawei Ascend P7

Groß, stark, dünn: Huawei Ascend P7 (Foto Hersteller)
Groß, stark, dünn: Huawei Ascend P7 (Foto Hersteller)

Das neue Ascend P7 von Huawei: So günstig kann ein gutes Smartphone sein. Vieles ist von Apple und Sony kopiert, aber Kamera und Bedienungsoberfläche überzeugen sofort. Mein Review jetzt auf FAZnet.

 

Test: Huawei Ascend P1

Wer mit einem Android-Smartphone liebäugelt, hat die Qual der Wahl zwischen mehr als 1000 Modellen. In der Oberklasse wird die Luft schnell dünn, vor allem, wenn das Betriebssystem die aktuelle Version 4 „Ice Cream Sandwich, ICS“ sein soll. Um für künftige Erweiterungen gerüstet zu sein, ist bei einer Neuanschaffung ein Android mit Version 2.x nicht mehr empfehlenswert. Android 4, das es seit Herbst vergangenen Jahres gibt, läuft derzeit auf nur jedem zehnten Gerät, man spricht von einem fragmentierten Markt.

Flach, schnell, schön: Huawei Ascend P1 (Foto Hersteller)

Das interessanteste ICS-Smartphone ist derzeit das Samsung Galaxy Nexus, es wird in diesen Tagen als erstes und einziges Gerät die Version 4.1 erhalten; ohne jede „Verschönerung“ kommt „Android pur“ zum Einsatz. Schwachpunkte sind indes seine kurze Akkulaufzeit und die bestenfalls durchschnittliche Kamera. Das Samsung Galaxy S3 wiederum hat auf allen Bestenlisten den ersten Platz erklommen, überzeugt mit seiner Gesamtleistung, der langen Akkulaufzeit und der guten Kamera, muss aber wegen des Betriebssystem-Aufsatzes Touch Wiz vorerst auf Android 4.1 verzichten. Der Spitzenkandidat von HTC, das One X, bietet ein erstklassiges Gehäuse und eine ordentliche Kamera – leidet aber unter seiner aufdringlichen Sense-Oberfläche.

Und nun gibt es eine Alternative: Das Ascend P1 ist das erste Premium-Smartphone des chinesischen Herstellers Huawei, der im ersten Quartal bei den Mobiltelefonverkäufen die Mitbewerber Rim, Motorola, Sony und HTC hinter sich gelassen hat, zumindest nach den Zahlen von Gartner. Das Ascend P1 geht mit ICS 4.03 an den Start und bietet ein Android-Erlebnis ohne jede Basteleien. Zugegeben, das Huawei bringt auch eine eigene Oberfläche mit, sie ist aber vollständig abschaltbar, und dann bleibt als Abweichung vom Standard nur der sinnvolle Huawei-Energiesparmodus. Alles andere ist durchgängig Android pur ohne Geschmacksverstärker und Chromfelgen, ein wunderbares Erlebnis.

Das Design des Ascend P1 orientiert sich unübersehbar am älteren Samsung Galaxy S2 und Motorola Razr. Das Huawei ist vor allem leicht (110 Gramm) und flach: 7,7 Millimeter bei einer Länge und Breite von 12,9 × 6,5 Zentimeter. Das Gehäuse besteht aus sehr robust wirkendem Kunststoff, der Akku ist vom Nutzer nicht wechselbar, die Sim-Karte in Normalgröße sowie eine Micro-SD-Speicherkarte lassen sich seitlich einstecken. Am oberen Gehäuserand befinden sich die Klinkenbuchse für den Ohrhörer und der (ungeschützte) Micro-USB-Zugang zum Anschluss an PC, Lade- und TV-Gerät (mit MHL HDMI). Das kontraststarke Super-Amoled-Display gefällt mit kräftigen Farben und wird von Gorilla-Glas geschützt. Es nimmt leider Fingerfett gern auf und ist draußen bei hellem Sonnenlicht nur schlecht ablesbar.

Die ungewöhnliche Bildschirmauflösung von 960 × 540 Pixel hält mit den aktuellen Oberklasse-Androiden nicht mit. Beim Galaxy S3 und Galaxy Nexus sind es 1280 × 720 Pixel, und im Android-Browser des Huawei sehen die Buchstaben etwas grobschlächtig aus. Wer die Google-Alternative Chrome verwendet, erhält eine deutlich bessere Darstellung, an der nichts auszusetzen ist. Alle weiteren Details der Ausstattung folgen den üblichen Standards. Der Zweikernprozessor von Texas Instruments legt mit 1,5 Gigahertz ein beachtliches Arbeitstempo vor, so dass Unterschiede zu einem Vierkernprozessor subjektiv nicht wahrnehmbar sind. Nur bei Spielen und Benchmarks tritt das Huawei in die zweite Reihe. Mit UMTS und HSDPA sind im Download maximal 21 MBit/s zu erreichen, der superschnelle Datenturbo LTE fehlt indes. Auch ist nicht das energiesparende Bluetooth 4.0 installiert, sondern die ältere Variante 3.0.

Das Extra ist die 8-Megapixel-Kamera, die nicht nur draußen, sondern auch in Innenräumen hervorragende Aufnahmen macht. Eine Gesichtserkennung, Auto- und Touch-Fokus sowie HDR-Aufnahmen sind serienmäßig, auch ein Serienbildmodus gehört dazu. Erst bei schlechten Lichtverhältnissen treten hinsichtlich der Bildqualität Unterschiede zum iPhone 4S oder Galaxy S3 zutage. Und leider lässt sich der nervige Auslöse-Ton nicht abschalten.

In der Ausdauer wiederum fährt das Huawei zur Bestform auf: Bis zu 30 Stunden im typischen Einsatz hat man mit Android selten erlebt. Wir hatten das Huawei einige Tage als Hauptgerät im Einsatz, haben alle Telefonate damit geführt, die E-Mail abgefragt, Twitter und Facebook bedient – und hatten spätabends noch genug Reserven. Dass die mitgelieferte Software manches Extra mitbringt, sei nur am Rande erwähnt. Mit DLNA lassen sich Musik, Fotos und Videos zum TV-Gerät „streamen“, und die Vollversion von Polaris Office erlaubt nicht nur das Betrachten, sondern …

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Test: Huawei Honor

Zwei chinesische Handy-Hersteller drängen mit aller Macht in den europäischen Markt: ZTE und Huawei. Es sind keine jungen Unternehmen, beide wurden bereits in den 1980er Jahren gegründet und sind vor allem als Netzwerkausrüster bekannt. Nun wollen sie auch bei den Endgeräten mitmischen und den Platzhirschen die Stirn bieten. Zumindest mit gesundem Selbstbewusstsein: „Wir gehen davon aus, dass Sony, LG und Motorola bis zum vierten Quartal auf dem deutschen Markt keine Rolle mehr spielen werden“, sagte Huaweis europäischer Vizepräsident Lars Christian Weisswange auf dem Mobilfunk-Weltkongress in Barcelona.

Zunächst trumpften die chinesischen Hersteller mit besonders günstigen Smartphones für unter 100 Euro auf. Doch nun geht Huawei in die Qualitätsoffensive und präsentiert mit der Ascend-Modellreihe zwei Geräte, die dank Vierkern-Prozessor ein besonders hohes Arbeitstempo sowie eine spektakuläre Bildschirmauflösung von 1280 × 720 Pixel bieten. Bereits lieferbar ist das Huawei Honor, das wir einige Zeit ausprobiert haben. Warum sollte man sich dieses Smartphone ansehen? Was kann es besser als die Konkurrenz? Und wo liegen seine Vorzüge im Vergleich mit Sony, LG oder Motorola?

Androide mit langem Atem: Huawei Honor (Foto Hersteller)

Größer und deutlich dicker als ein aktuelles iPhone

Für 300 Euro erhält man einen Androiden in sehr konventionellem Design mit viel Plastik. Die rückseitige Abdeckung ist geradezu filigran und lässt sich nur mit einem gewissen Kraftaufwand abrupfen. Aber die Spaltmaße sind ordentlich, und der tragende Korpus wirkt verwindungssteif und robust. Mit Maßen von 12,2 × 6 × 1,1 Zentimeter ist es etwas größer und deutlich dicker als ein aktuelles iPhone. Im Unterschied zu anderen Androiden in Übergröße passt es noch gut in die Hosentasche und liegt mit seinem Gewicht von 140 Gramm im Mittelfeld. Die 10-Zentimeter-Anzeige löst mit 854 × 480 Pixel auf, spiegelt deutlich, nimmt Fingerfett gern an und wirkt flau und kraftlos im Vergleich mit einer Amoled-Anzeige. Dass sich das Display bei hellem Sonnenschein nur schlecht ablesen lässt, sei ebenfalls angemerkt. Fazit bis hier: gute Mittelklasse, nichts, was einen vom Hocker haut.

Und die technische Ausstattung? Ebenfalls ordentliche Durchschnittsware ohne Überraschungen. Der Einkern-Prozessor von Qualcomm ist mit 1,4 Gigahertz getaktet und bietet genug Arbeitstempo für alle Standardaufgaben, selbst die meisten Spiele laufen flüssig und ruckelfrei. Nur sehr leistungshungrige Anwendungen bringen den Prozessor an seine Grenzen, so dass man sich dann doch ein (teureres) Doppelkern-Modell wünscht. Insgesamt ist die Performance zufriedenstellend, obwohl nun auch Huawei am Android-Betriebssystem herumbastelt und einen eigenen Aufsatz über den Google-Kern legt. Der heißt Huawei Android Platform 5.1, bietet geringfügige Vorteile etwa zum Anlegen verschiedener Start-Bildschirme, lässt sich aber wie die Basteleien von Sony, LG und Motorola nicht entfernen, um das bessere „Android pur“ zu erhalten. Derzeit arbeitet das Honor mit dem älteren Android 2.3.6, eine Aktualisierung auf das aktuelle Ice Cream Sandwich (Android 4) ist noch für diesen Monat angekündigt.

Wie sieht es in der Multimedia-Abteilung aus? Hier bieten sich der Android-Fraktion die größten Chancen für einen starken individuellen Auftritt. Mit der eingebauten Kamera und einer guten Bildqualität kann man sich von den Mitbewerbern unterscheiden. Abermals bleibt das Honor in der Mittelklasse hängen. Zugegeben, die Optik löst mit 8 Megapixel auf. Sie bietet ferner HDR-Aufnahmen. High Dynamic Range erstellt nacheinander ein unter- und ein überbelichtetes Foto. Beide Aufnahmen dieser Belichtungsreihe werden zu einem Hochkontrastbild zusammengefügt. Aber ein starkes Kaufargument sind die mit dem Honor erstellten Schnappschüsse nicht, da ist die Konkurrenz besser. Kleine Pluspunkte wollen wir nicht verschweigen: So erlaubt das Gerät ein Streaming von Medien aller Art mit dem DLNA-Protokoll – aber das können andere auch.

Nein, bis hier würden wir jedem Interessenten raten, für ein bisschen mehr Geld in der Smartphone-Oberklasse zu stöbern. Da gibt es feine Apparate von Samsung oder HTC mit besseren Kameras und scharfem Design. Aber das Honor hat ein Alleinstellungsmerkmal, bei dem alle anderen passen: die Akkulaufzeit, stets ein wunder Punkt bei Android. Natürlich ist sie abhängig von den installierten Apps sowie der Art und Weise des Umgangs mit dem Gerät.

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MWC 2012: Googles Androiden machen alles gleich

Überall zeigen sich die kleinen grünen Android-Männchen. Sie sind das Markenzeichen eines Betriebssystems geworden. Barcelona war ihr Klassentreffen. Der Mobile World Congress ist die wichtigste und größte Fachmesse der Mobilfunkwelt. Aus der Liste der großen namhaften Unternehmen fehlte nur eines: Apple. Alle anderen zeigten Neuheiten für einen starken Smartphone-Sommer. Auch an Superlativen mangelte es nicht. Jedenfalls auf den ersten Blick und zunächst bei LTE, Long Term Evolution, dem Nachfolger von UMTS, der in vielen europäischen Ländern bereits an den Start gegangen ist.

Die neue Technik ist ein Paradigmenwechsel, es ist die vierte Mobilfunkgeneration, die alles besser machen soll: mehr Kapazität, höhere Bandbreiten, bessere Funkabdeckung – und das alles zu geringeren Kosten und mit einer sehr effizienten Systemarchitektur. LTE bietet eine sehr hohe Übertragungsgeschwindigkeit von 20 bis mehr als 100 MBit/s in Verbindung mit kurzen Antwortzeiten. Diese Ping- oder Latenzzeiten sind nicht nur bei Internet-Spielen wichtig, sondern auch für den Abruf aufwendiger Web-Seiten. Telefonica zeigte auf dem Messegelände LTE mit elf sogenannten Metro-Cells, wie sie auch in den deutschen Großstädten zum Einsatz kommen werden. In einer Zelle können gleichzeitig bis zu 30 Nutzer mit Geschwindigkeiten von maximal 30 MBit/s im Netz surfen.

Jenseits der Netzinfrastruktur, die in Deutschland die weißen Flecken fehlender DSL-Versorgung tilgen soll, kommt LTE jetzt in die Smartphones. Vodafone hatte schon vor dem Weltkongress sein HTC Velocity 4G vorgestellt. Im stationären Betrieb kann man unter guten Bedingungen um die 50 MBit/s im Download erreichen, ergaben erste Tests. Der koreanische Hersteller LG zeigte in Barcelona sein Optimus LTE, einen Androiden mit 11-Zentimeter-Display in hochaufgelöster Darstellung (1280 x 720 Pixel), es kommt im Sommer auf den Markt. Auch der chinesische Hersteller Huawei bringt LTE in sein neues Spitzenmodell Ascend D1, hier sticht der üppige HD-Bildschirm ebenfalls hervor.

Schnelles Smartphone: LG Optimus LTE (Foto Hersteller)

Aber schon gibt es Einwände: LTE auf dem Smartphone belaste den Akku über Gebühr, und den Zugang zu den neuen Hochgeschwindigkeitsnetzen werden sich die Mobilfunker gewiss gut bezahlen lassen. Nicht wenige Experten meinen: Mit dem Kauf eines LTE-Smartphones sollte man noch warten. Und man kann natürlich vortrefflich streiten, welchen Sinn hohe, aber nur punktuell erzielbare Download-Geschwindigkeiten auf einem Smartphone haben, mit dem man seine E-Mail abruft oder ein Youtube-Video guckt. Was ist der Fortschritt gegenüber einer guten und permanent verfügbaren 5 MBit/s-Anbindung?

Flaggschiff ohne LTE-Technik

So wundert kaum, dass Nokia sein neues Flaggschiff Lumia 900 in Europa ohne die LTE-Technik auf den Markt bringt. In den Vereinigten Staaten ist es hingegen mit dem Datenturbo erhältlich. Hierzulande bleibt also das Maximaltempo bei 21 MBit/s, und der wichtigste Unterschied zum Lumia 800 sind die größere Bauform, die verbesserte Kamera und vor allem die Zweitkamera an der Gerätevorderseite für Videotelefonie. Trotz größerer Displaydiagonale (10,6 Zentimeter) bleibt dieses Windows Phone bei einer Auflösung von 800 x 480 Pixel.

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Test: Huawei Ideos X3 und Base Lutea 2

Wie preiswert darf ein Smartphone sein, mit dem man unterwegs ins Netz kommt und auf E-Mail und die sozialen Netzwerke zugreift? Wer sein digitales Zuhause in der Apple-Welt sucht, gibt für das iPhone 4 mindestens 630 Euro aus, und selbst das alte 3GS kostet in der kleinsten Ausführung 520 Euro. Deutlich günstiger fährt man mit dem ebenso leistungsfähigen Android-Betriebssystem. Zwar liegen die beiden Top-Modelle Samsung Galaxy S2 und HTC Sensation bei rund 500 Euro. Aber ein reichhaltiges Angebot in der Mittelklasse weiß schon zu Preisen von 200 Euro an zu überzeugen.

Wir haben zwei Produkte ausprobiert, die ungemein günstig sind: das Base Lutea 2 und das Huawei Ideos X3. Letzteres ist für 100 Euro bei Netzbetreibern und Providern im Angebot, das Lutea 2 hingegen stammt vom chinesischen Hersteller ZTE und ist nur bei der E-Plus-Tochter Base erhältlich, und zwar als Mietgerät für 17 Euro im Monat mit zweijähriger Vertragslaufzeit. Zum Paket gehört ein Datenvertrag mit einem monatlichen Inklusivvolumen von 500 Megabyte, nach dessen Überschreitung ein sinnvolles Surfen nicht mehr möglich ist. Ferner sind 30 Gesprächsminuten frei, jede weitere kostet 19 Cent. Berücksichtigt man den Datenvertrag, kostet das Lutea 2 rechnerisch sieben Euro im Monat, in zwei Jahren also 168 Euro.

Wo wird bei einem günstigen Smartphone gespart? An erster Stelle natürlich bei der Verarbeitungsqualität, Materialanmutung und Robustheit. Billiges Plastik kommt zum Einsatz, die Rückseite ist bei beiden Modellen hauchdünn, das Display wird nicht von Glas, sondern von Kunststoff geschützt. Da geht man schon manchen Kompromiss ein. Aber das Huawei ist gar nicht mal so schlecht verarbeitet. Zu diesem Eindruck trägt die matte, aufgerauhte Rückseite bei. Das Lutea 2 mit seiner Hochglanzausführung wirkt nur unbenutzt schick. Im Dauereinsatz sammelt sich schnell Fingerfett auf der Oberfläche, dann ist der schöne Eindruck dahin.

Gespart wird zweitens am Display. Das kleine Huawei zeigt auf einer Diagonale von acht Zentimeter lediglich 320 × 480 Pixel mit 260 000 Farben. Zum Vergleich: Ein iPhone 4 bringt es auf 960 × 640 Pixel, ein HTC Sensation schafft 960 × 540. Neben dem Huawei wirkt das Base wie ein Riese. Der kleine Chinese misst nur 11 × 5,7 × 1,1 Zentimeter und wiegt 104 Gramm; der große hingegen überragt mit 12,6 × 6,8 × 1,1 Zentimeter sogar das iPhone. Der Farbmonitor des Lutea 2 ist mit einer Diagonale von elf Zentimeter üppig ausgefallen, und die Auflösung liegt bei Android-typischen 800 × 480 Pixel. Beim Surfen im Internet sieht man deutlich mehr und muss weniger mit dem Finger navigieren. Allerdings ist die Displayqualität des Base eher bescheiden, es werden nur 65 000 Farben dargestellt.

Bei beiden Kandidaten erfolgt die Reaktion auf Fingereingaben nicht immer hinreichend präzise. Mit einem HTC Sensation oder Galaxy S2 navigiert man flüssiger durch Menüs oder über Web-Sites. Dieser Unterschied mag auch der geringeren Rechenleistung der Billigmodelle geschuldet sein. Das Lutea 2 setzt immerhin auf einen Einkernprozessor mit 800 Megahertz, beim Ideos X3 taktet die CPU von Qualcomm mit 600 Megahertz. Hier sind gewisse Einschränkungen unübersehbar. Das Huawei kann Videofilme lediglich im „halben“ HD-Format wiedergeben und scheitert an Adobes Flash, das sich auch via Android Market nicht als App nachinstallieren lässt. Das Base wiederum könnte beim Bewegen durch die Menüs schneller sein.

Im Größenvergleich: Huawei Ideos X3 und Base Lutea 2 (Foto Spehr)

Auch bei den Kameras ist Schmalhans der Küchenmeister. Das Ideos X3 bietet 3,2 Megapixel rückseitig und vorn eine zweite Linse mit VGA-Auflösung. Die Qualität der Schnappschüsse ist alles andere als hochwertig. Das Lutea 2 kommt zwar mit LED-Blitz und fünf Megapixel, vermag aber als Fotoapparat ebenfalls nicht zu überzeugen.

Huawei spendiert seinem kleinen Begleiter für die Hosentasche ein Android 2.3.3, das sich mit einem freien internen Speicher von 130 Megabyte bescheiden muss. So wenig Platz steht auch beim Base zur Verfügung, allerdings ist hier schon das brandneue Android 2.3.5 aufgespielt. Dankenswerterweise bleibt die Android-Oberfläche ganz nah am Original, es gibt also keinen zusätzlichen Betriebssystem-Aufsatz, der kostbare Ressourcen in Anspruch nehmen würde. Das Huawei hingegen hat ein dezentes „Branding“, das man wohl hinnehmen kann. Der Akku beider Geräte hält ungefähr einen Tag durch, hier unterscheiden sich die Sparvarianten nicht von derzeitigen Oberklasse-Modellen.

Unser Fazit nach einigen Tagen des Ausprobierens: Das Ideos X3 gefällt mit seiner sehr kompakten Bauform. Wer in erster Linie ans Lesen der E-Mail denkt und sich daran gewöhnen kann, mit dem Finger auf einer sehr kleinen Fläche zu navigieren, ist hier gut beraten. Das Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt. Das Base Lutea 2 im XXL-Format macht auch beim Web-Surfen eine gute Figur – und lässt schnell den Wunsch nach einem „richtigen“ Mittel- oder Oberklasse-Androiden aufkommen.

 

 

Was ist ein mobiler Hotspot auf dem Smartphone?

Ein leidiges Thema seit den Anfangszeiten des Mobilfunk: Wie kommt man unterwegs ins Internet? Beim Notebook ist mittlerweile die UMTS-Karte oder der USB-Stick mit UMTS-Modul weit verbreitet. Aber wie bringt man beispielsweise einen iPod Touch oder ein iPad ohne Mobilfunkeinheit ins Netz? Oder den Notebook, wenn man kein UMTS-Zubehör parat hat?

Hier springen mobile W-Lan-Hotspots ein, es gibt sie schon lange, und nun wird der Gedanke mit dem neuen iOS 4.3 für das iPhone abermals aktuell. Wie das Ganze funktioniert, zeigen exemplarisch die beiden ersten Smartphones mit W-Lan-Hotspot, der Palm Pre und Pixi: Die Software steht unentgeltlich im „App Catalog“ bereit.  Die Installation ist einfach, man muss nur einen WPA-Schlüssel eingeben (oder kann auch ein offenes Netz einrichten). Anschließend ist der Hotspot aktiv. Mit dem ins Netz zu bringenden Gerät startet man eine W-Lan-Suche und bucht sich ein. Die angeschlossenen Gäste zeigt der Palm auf seinem Display, und die Reichweite dieses W-Lan-Hotspots beträgt etliche Meter. Im Büro konnten wir mit dem UMTS-Turbo HSDPA auf einem angedockten Notebook surfen, die Datenrate lag bei 2 MBit/s, also durchweg auf DSL-Niveau. Der Akku des Palm Pre hielt dabei rund zwei bis drei Stunden durch. Wie flott die W-Lan-Gäste ins Internet kommen, hängt natürlich davon ab, was das Mobilfunknetz an dem jeweiligen Einsatzort hergibt. Auf dem Land mit Edge und etwas mehr als 200 KBit/s hält sich der Surf-Spaß erwartungsgemäß in Grenzen.

Auch das iPhone lässt sich schon länger zum Hotspot umfunktionieren. Aber man braucht ein Gerät mit „Jailbreak“ und kann sich dann aus dem alternativen App Store „Cydia“ die Software „PDA Net“ laden. Es gibt sie auch für ältere Androiden, ältere Palms, Blackberrys und Windows Mobile.

Für Smartphones mit Symbian-Betriebssystem gibt es die finnische Software „Joiku Spot„.

Das iPhone soll mit iOS 4.3 ebenfalls einen W-Lan-Hotspot erhalten, und zwar für bis zu fünf Nutzer. Bislang kann man mit dem iPhone 4 nur einen Partner via Tethering anbinden, und zwar mit Bluetooth oder mit Kabel. Einige aktuelle Screenshots dazu bei Volker Weber.

Und schließlich die aktuellen Android-Smartphones: Sie haben den Hotspot von Hause aus ab Android 2.2 eingebaut und bieten damit einen bequemen Zugang zum Netz für andere W-Lan-Partner.

Wer sich um seinen Smartphone-Akku während des Hotspot-Einsatzes sorgt, sollte einen Blick auf eigenständige mobile Hotspots werfen. Kleine Kästchen wie der Huawei E5 sind zwar deutlich größer als ein UMTS-Stick – aber leistungsfähiger. Diese Minis mit Sim-Kartenleser, eingebauter Firewall und natürlich Wireless-Lan erlauben den Anschluss mehrerer Partner und halten mit einer Akku-Ladung einige Stunden durch.