Test: Apple AirPods

Das weiße Pärchen fürs Ohr hat es uns angetan. Denn die Airpods-Stöpsel von Apple eignen sich nicht nur zum Musikhören. Sie sind intelligente Wearables.

Man kann es sich einfach machen und diese Bluetooth-Ohrenstöpsel als ein wie gehabt viel zu teures Apple-Produkt abtun. Andere Mitbewerber sind günstiger. 180 Euro verlangt Apple

Ohrcomputer: Apple AirPods neben iPhone-Modellen. Foto Hersteller

, und sie klingen nicht einmal herausragend. Doch das weiße Pärchen fürs Ohr hat es uns angetan. Die Funktionalität geht weit über die Musikwiedergabe und Telefonie hinaus. Eigentlich sind es Ohrcomputer. Sie warten brav in ihrem Häuschen auf den Einsatz, und wenn sie dann gefordert sind, verhalten sie sich so clever, als hätten sie eine eigene Intelligenz. Die Rede ist von den Airpods, die Apple Anfang September vorstellte und erst jetzt in kleinen Stückzahlen in den Handel kommen.

Die Airpods sind ein typisches Apple-Produkt, sie verzichten fast vollständig auf Bedienelemente, was den Umgang mit ihnen einfach macht. Muss man bei einem herkömmlichen Headset wissen, welche Taste fürs Bluetooth-Koppeln zu betätigen ist und welche die Wiedergabe startet, ist hier alles simpel: Man öffnet die mitgelieferte Ladebox (mit Lightning-Anschluss an der Unterseite) in der Nähe eines iPhones: Schon sind die Airpods für alle zum iCloud-Konto des Nutzers gehörenden Geräte angemeldet – und einsatzbereit.

 
Denn es gibt nicht einmal einen Ein- und Ausschalter. Man nimmt die beiden Stöpsel aus der Box, setzt sie ins Ohr, und sie werden automatisch aktiviert. Auch während laufender Musikwiedergabe oder eines Telefonats. Mit optischen Sensoren und Beschleunigungssensoren erkennen die Airpods, ob sie sich im Ohr befinden. Man kann sie im Monobetrieb einohrig betreiben, auch das wird selbsttätig detektiert, und wenn man den Stöpsel dann aus dem Ohr nimmt, pausiert die Musikwiedergabe.

Gut für Siri und Spracherkennung

Nach dem Koppeln werden die Airpods allein mit dem Finger bedient: Ein doppelter Fingertipp auf das Gerätchen aktiviert Siri, um beispielsweise mit Spracherkennung die Musik auszuwählen oder die Lautstärke zu regeln – oder jede andere Siri-Aufgabe zu starten. Die Lautstärke kann man natürlich auch mit den Seitentasten des iPhones steuern. Die Airpods eignen sich jedoch aus einem Grund besonders gut für Siri und Spracherkennung: Eine Nebengeräuscherkennung filtert Störendes heraus, und zwei Mikrofone sind bei solchen Rechentricks immer besser als eins. Wir konnten im fahrenden Auto (auf dem Beifahrersitz) nahezu fehlerfrei Whatsapp-Nachrichten diktieren.

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Volker Weber: Your questions about the AirPods

Schnell, gratis, zuverlässig: Textverarbeitung für iPhone und iPad

Jeder Journalist kennt die Situation: Der Notebook funktioniert nicht mehr, man sitzt irgendwo am Flughafen oder im Hotelzimmer, die Kollegen warten auf den Artikel, aber die Technik streikt. Ich empfehle ein kleines Textverarbeitungsprogramm für das iPhone und das iPad als Notlösung. Wenn alles schief geht, kann man seinen Text auf dem iPhone tippseln oder gar diktieren, eine Internetanbindung vorausgesetzt.

Geht doch: Citrix ShareFile QuickEdit auf dem iPhone
Geht doch: Citrix ShareFile QuickEdit auf dem iPhone

Citrix ShareFile QuickEdit habe ich seit Jahren im Einsatz, es hieß früher Office 2HD und stammt von Byte2. Die App ist mittlerweile gratis. Sie sieht nicht besonders schick aus, erfüllt aber ihren Zweck und bietet vor allen Dingen eine gute Anbindung an verschiedene Cloud-Dienste wie Dropbox, Google Drive und Microsoft OneDrive. Und natürlich kann man auch eine Bluetooth-Tastatur zur Texteingabe verwenden. Übrigens: Nicht nur als Notfall-Lösung bewährt sich die App bei mir, sondern auch zum Korrekturlesen längerer Texte auf dem iPad. Kleine Typos sind damit flink korrigiert, ohne dass man den Rechner anwerfen müsste.

Fehlbedienung als Beweis

Meine häufigste Fehlbedienung des iPad besteht darin, dass ich den linken oder rechten Zeigefinger auf seinen Homebutton lege, um es zu entsperren. Das funktioniert natürlich nicht, weil selbst die aktuellen Geräte keinen Fingerabdruckscanner haben.

Nenne mir eine andere oder vergleichbare Geste, die so schnell „in Fleisch und Blut“ übergegangen ist wie der Fingerabdruck-Scan mit dem iPhone 5s. Wenn es so läuft, dann läuft es.

Probleme mit dem Bildmobil-Datentarif und dem iPad lösen

Für eine Sim-Karte von Bildmobil zum iPad-Surfen spricht einiges: Der Gelegenheitstarif mit 30 oder 90 Minuten für 59 und 99 Cent, die Verwendung des schnellen Vodafone-Netzes und die Verfügbarkeit einer Nano-Sim für das iPad Mini oder iPad 4.

Es gibt jedoch einige Tücken: So funktionierte die Freischaltung der per Post zugesandten Karte mit dem iPad bei mir nicht. Die Anleitung führt in die Irre, man rufe entweder die Hotline an und lasse dort (mit Rufnummer und vorab mitgeteilter Geheimzahl) telefonisch freischalten oder erledige die Prozedur über das Web-Interface von Bildmobil.

Am iPad ist ferner als APN (Internetzugangspunkt) event.vodafone.de einzustellen. Auf meinem iPad blieb die Änderung des APN folgenlos. Sobald ich das Menü „Mobile Daten“ verlassen hatte, sprang der APN wieder zurück auf die Vodafone-Voreinstellung web.vodafone.de. (Zuvor hatte ich eine „normale“ Vodafone-Karte verwendet.)

Das Problem ließ sich mit Bordmitteln nicht lösen. Abhilfe brachte das Laden des iPhone-Konfigurationsprogramms von Apple. „iPhone“ ist richtig. Die Software für Windows oder Mac OS X erlaubt es, ein Profil zu schreiben, das in meinem Fall nur den richtigen APN-Eintrag event.vodafone.de enthält. Man vergebe einen beliebigen Namen, schicke sich das Profil an ein auf dem iPad vorhandenes E-Mail-Konto und installiere per Fingertipp. Wenn das Ganze geklappt hat, taucht es mit Namen unter „Einstellungen“, „Allgemein“ auf dem iPad auf und sieht etwa so aus:

Eigenes Profil mit APN auf dem iPad (Foto Spehr)
Eigenes Profil mit APN auf dem iPad (Foto Spehr)

Der Start einer Surf-Session mit Bildmobil beginnt stets im Safari-Browser, hier wählt man das gewünschte Nutzungs-Zeitfenster aus. Falls es ungeachtet des richtigen APN hakt — es erscheint die Netzanzeige „Vodafone“, aber die Bildmobil-Startseite lässt sich nicht öffnen –, sollte man prüfen, ob die Sim-PIN nach Aktivierung der mobilen Daten eingegeben wurde. Gegebenenfalls hilft das Herunter- und Hochfahren des iPad.

 

Dateien auf dem iPad drahtlos von Office 2 HD an den PC übertragen

Wer unterwegs mit dem iPad Texte schreibt oder an Tabellen arbeitet, will nicht immer mit Cloud-Diensten arbeiten. Bei der App Office 2 HD gibt es eine einfache Möglichkeit, seine Dateien drahtlos an den Windows-PC oder Mac zu übertragen. Die Voraussetzung: iPad und PC müssen in demselben W-Lan-Netz eingebucht sein.

Im Hauptmenü von Office 2 HD auf das Zahnrädchen-Menü unten links klicken

Oben unter Freigabe „Dateifreigabe aktivieren“, die „Authentifizierung“ muss nicht eingeschaltet sein.

Freigabe aktivieren: Office 2 HD auf dem iPad (Foto Spehr)

Unterhalb dieser Schaltfläche erscheint nun eine http-Adresszeile.

Zum PC wechseln und dort im Internet Explorer, in Google Chrome oder im Firefox diese Adresszeile eingeben. Es erscheint ein Fenster mit der Liste der zur Verfügung stehenden Dateien. Mit einem Mausklick auf die gewünschte Datei wird diese nun wie ein Internet-Download lokal gespeichert, sie befindet sich also im Download-Verzeichnis des verwendeten Browsers.

Dass der Datenaustausch mit Cloud-Diensten deutlich einfacher vonstatten geht, sei nur am Rande angemerkt. Ich verwende die Dropbox, btw. Die übertragbaren Dateien in Office 2 HD sind diejenigen, die im Hauptmenü unter „Lokale Dateien“ liegen.

Das neue iPad im Test

Das neue iPad ist da, und es heißt auch genau so. Nicht „iPad 3“ oder „iPad HD“, wie die überbordende Gerüchteküche des Internet seit Wochen behauptet hatte. Der Hype vor der offiziellen Präsentation in der vergangenen Woche war riesig und die erste Lieferung bereits am Wochenende ausverkauft. Wer im Internet bestellt, muss derzeit zwei bis drei Wochen warten, und am ersten Verkaufstag, am Freitag, werden sich gewiss wieder lange Schlangen vor den Apple-Läden in aller Welt bilden. Warum dieser Kult um das iPad? Eine ganz knappe Antwort: Es gibt keine rundum empfehlenswerte Alternative. Der Android-Plattform fehlen – noch? – hochwertige Apps, und die Geräte haben weder die schöne Anmutung noch die herausragende Verarbeitungsqualität eines iPad. Apple verkauft Tablet PCs erfolgreich, alle anderen nicht.

Das neue iPad der dritten Generation. Äußerlich kaum vom iPad 2 zu unterscheiden (Foto Hersteller)

Nun also das iPad der dritten Generation: Braucht man das, soll man sich schleunigst ein neues kaufen, auch wenn man derzeit ein iPad 1 oder 2 hat? Welche besonderen Vorzüge hat das neue, in den Maßen und der Bauform ist es doch praktisch nicht vom iPad 2 zu unterscheiden? Apple stellt vor allem das neue Display heraus. Seine Auflösung wurde in der Horizontalen und in der Vertikalen verdoppelt, es hat nun 2048 x 1536 Pixel. Da können nur wenige Desktop-Monitore mithalten. Der Gewinn besteht jedoch nicht darin, dass man bei der E-Mail oder dem Surfen im Internet mehr Information sieht. Gezeigte Inhalte bleiben völlig die gleichen, einziger Pluspunkt ist eine sichtbar schärfere Darstellung.

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Lesen und Arbeiten mit dem iPad (2)

Dass das Lesen von digitalen Büchern mit einem Tablet PC sehr ordentlich funktioniert, hatten wir unlängst beschrieben. Für das iPad gibt es unterschiedliche Apps, die nicht nur den Zugriff auf das Buchangebot von Apple erlauben, sondern auch den weitaus größeren Bestand von Amazon auf den Flachrechner holen. Es bleiben die Nachteile eines Tablet PC: Er ist schwerer als ein E-Book-Reader, er verwendet nicht die fürs Auge angenehme „elektronische Tinte“, und seine Akkulaufzeit ist kürzer.

Hier geht es nun um das Lesen von aktuellen Nachrichten mit dem Tablet PC. Die richtigen Apps sind entscheidend, und man muss einige Umwege gehen. Denn das Lesen mit dem Internetbrowser des iPad kann schnell anstrengend werden. Viele Seiten werden auf dem kleinen Display nicht ordentlich dargestellt, Werbung und Navigationsleisten stören mehr als am PC-Monitor, und zum Speichern oder Drucken gibt es nur rudimentäre Lösungen.

Wer oft von einer Seite zur anderen springt, also unterschiedliche Nachrichtenquellen von faz.net über Heise.de bis hin zu einzelnen Blogs im Blick haben will, greift doch wieder zum Notebook. Oder entwickelt einen besseren „Workflow“ mit RSS-Feeds. RSS heißt „Really Simple Syndication“ und ist ein seit vielen Jahren bestehendes Internetprotokoll. Man kann es sich wie eine besonders schlanke Variante der gewohnten www-Seiten vorstellen: kein Ballast, kaum Grafiken, wenig Werbung.

Ausgangspunkt: Google Reader sammelt RSS-Feeds (Fotos Spehr)

Alle wichtigen Internetseiten sind auch in einer RSS-Variante abrufbar, und man nutzt dazu ein besonderes Leseprogramm, einen RSS-Reader. Diese Software zeigt dann neue Artikel – beispielsweise auf den großen Nachrichten-Portalen – wie eine E-Mail-Liste. Untereinander sind ordentlich die aktuellen Themen mit ihren Schlagzeilen aufgeführt. Man muss nicht lange surfen, sondern sieht in diesem „Feed“ sofort die Neuheiten wie die Betreffzeilen der E-Mail. Interessiert das Thema, klickt man auf die Zeile, und schon erscheint entweder ein Artikel-Vorspann oder das Original aus dem Netz. RSS stellt also quasi die Überschriften und Anreißer von Nachrichtenseiten parat, und wer sich fortwährend durch das Dickicht Hunderter von www-Seiten schlägt, kommt damit schneller voran.

Um RSS auf dem iPad zu nutzen, muss man den Umweg über den Google Reader am PC gehen, der wiederum zu einem Google-Mail-Konto gehört und, einmal eingerichtet, unabhängig von Gerät und Standort überall funktioniert. Um beispielsweise den RSS-Feed von faz.net zu abonnieren, gibt man im Reader am PC unter „Abonnieren“ die Zeile „faz.net“ ein, und schon sieht man alle aktuellen Artikel.

Der zweite Schritt: Fürs iPad kaufe man die App „Reeder“ von Silvio Rizzi, die 2,39 Euro kostet und auch auf dem iPhone läuft. Hier gibt man in den Einstellungen das betreffende Googlemail-Konto an, das ist schon alles. Der Reeder greift auf die RSS-Daten zu und erlaubt mit wenigen Fingerbewegungen ein flüssiges Navigieren durch einzelne Nachrichtenkanäle.

Für jeden Nachrichtenstrom gibt es eine eigene Kachel im Hauptbildschirm

Konventionell ist der Reeder bestenfalls in der Anordnung von Nachrichtenübersicht links und den Inhalten rechts auf dem Bildschirm. Alle wichtigen Funktionen lassen sich schnell aufrufen, man kann einzelne Beiträge markieren, weiterleiten oder mit anderen teilen (etwa über Twitter). Optisch hält sich diese App dezent im Hintergrund, man sieht viel von den Inhalten, und insgesamt ergibt sich damit ein ganz neues Leseerlebnis. Schon nach kurzer Zeit stellt man fest: Mit dieser App arbeitet man auf dem iPad schneller als am PC. Und da alles stets in der Cloud synchronisiert ist, kann man unterwegs in der Bahn auf dem iPhone weiterlesen – oder am PC im Fenster des Google Readers. Der Datenabgleich erfolgt fortwährend und automatisch.

Übersicht: Schlagzeilen links, Inhalte rechts

Geht es um das Weiterbearbeiten oder Archivieren von Artikeln, können wir eine zweite App uneingeschränkt empfehlen. Sie speist ihr Funktionsprinzip aus der Erfahrung, dass man tagsüber im Netz zwar viel Interessantes sieht, aber nicht immer die Zeit und Muße für die Lektüre hat. Hier setzt Instapaper von Marco Arment an: Man markiert wichtige Artikel zum Späterlesen, und sie werden gebündelt im eigenen Instapaper-Account zusammengefasst. In mehrfacher Hinsicht ist Instapaper genial: Man kann sowohl am PC im Internetbrowser wie auch in ungezählten Apps fürs iPhone oder iPad eine solche Lesemarkierung setzen. Nicht nur im oben erwähnten Reeder, sondern auch in Nachrichten-Apps wie Flipboard, Zite, Pulse oder in Twitter-Software wie Hootsuite und Seesmic. Und in der Instapaper-App (die 3,99 Euro kostet) werden die eigenen Lieblingsartikel besonders lesefreundlich aufbereitet, nämlich von sämtlichem Ballast wie Werbung, Kopfzeilen und Navigationsleisten befreit.

Instapaper, die Sammelstelle zum Späterlesen

Übrig bleibt der reine Text, und damit bietet sich dann eine weitere Verknüpfung geradezu an: Die gesammelten Inhalte lassen sich an einen E-Book-Reader wie den Kindle von Amazon schicken. Synchronisiert wird einmal am Tag drahtlos mit Amazons „Whispernet“, das mit Wireless-Lan oder Mobilfunk funktioniert. Am PC wiederum kann man den Lesestoff in Ordner verteilen oder archivieren, beispielsweise als HTML-Datei. Die App „Read it later“ arbeitet übrigens ganz ähnlich.

Alles in allem entsteht aus der Kombination von Google Reader, der Reeder-App und Instapaper ein sehr effektiver Arbeitsablauf beim Manövrieren durch unterschiedliche Nachrichtenseiten. Der Unterbau von Google sammelt die Inhalte, Reeder ist die Kommandobrücke für den Lesewütigen. Schließlich bündelt und archiviert Instapaper, was man behalten möchte.

Lesen und Arbeiten mit dem iPad (1)

Man kann natürlich den Untergang des Abendlandes oder zumindest der jahrhundertealten europäischen Buchkultur beschwören, wenn es um elektronische Bücher oder das Lesen auf einem Tablet PC geht. Es fehlt eben vieles: Der haptische und sinnliche Eindruck, wenn man ein Buch in die Hand nimmt, eine liebevoll gestaltete Typographie, das schnelle Blättern und die Möglichkeit, ein Lesezeichen mit Eselsohr zu setzen. Wer es als Autor gewohnt ist, Dutzende von Büchern aufgeschlagen auf, neben und unter dem Schreibtisch liegen zu haben, flink von einem zum anderen zu wechseln, und dabei im Kopf hat, dass das gesuchte Zitat im ersten Viertel des Buches links unten auf der Seite steht und mit Bleistift markiert ist, der liegt hier völlig falsch.

Schon der Wechsel von einem digitalen Buch zum nächsten dauert deutlich länger als der gewohnte Handgriff in der realen Welt. Elektronische Bücher sprechen also Nutzer an, die ihre Bücher nacheinander „weglesen“, etwa Pendler. Und dann das Elend der digitalen Rechteminderung (DRM). Man erwirbt keine E-Books, man kann sie nach der Lektüre nicht verkaufen oder verschenken, sondern erhält allein die Lizenz zum Lesen, die an einen Account gebunden ist.

Lesen auf dem iPad wie das iPad und andere Apple-Produkte entstanden sind (Fotos Spehr)

Während die Buchhändler ihre kleinen E-Book-Reader mit aller Macht in den Markt drücken, haben wir das Lesen am iPad während der Weihnachtsferien ausgiebig erprobt: Die opulente Steve-Jobs-Biographie von Walter Isaacson und ein nicht weniger umfangreicher Roman wurden rein elektronisch konsumiert. Im Unterschied zu einem Reader kommt bei Apples Flachcomputer nicht die stromsparende E-Ink-Displaytechnik mit extrem hohen Kontrasten zum Einsatz, sondern eine gewöhnliche Flüssigkristall-Anzeige mit eigener Beleuchtung. Die anfängliche Skepsis, ob damit stundenlanges Lesevergnügen ohne Kopfschmerzen überhaupt möglich ist, stellte sich als unbegründet heraus. Zugegeben: Bei hellem Sonnenschein ist man mit dem iPad schlecht beraten, auch stört, je nach Leseposition und Beleuchtung, manche Reflexion und Spiegelung. Dass das iPad mit seinen 600 Gramm schwerer als die meisten elektronischen Lesegeräte ist und sein Akku nur rund zehn Stunden durchhält, sind weitere Minuspunkte.

Aber auf dem heimischen Sofa macht das Ganze durchaus Spaß. Für das iPad stehen unterschiedliche Lese-Apps zur Verfügung. Die zum Betriebssystem gehörende iBooks-Software von Apple ist mit dem eigenen iTunes-Konto verknüpft, und man liest, was Cupertino im Angebot hat. Im Herbst sprach Apple von 25 000 deutschsprachigen Titeln, mittlerweile sind es deutlich mehr. Je populärer ein Buch, desto wahrscheinlicher ist es hier anzutreffen. Bei allen elektronischen Büchern gilt in Deutschland die Preisbindung. Aber für die Lizenz zum Lesen zahlt man 10 bis 20 Prozent weniger als für das gedruckte Werk.

Der Charme von iBooks gründet nicht nur in seiner tiefen Integration in das iOS-Betriebssystem und die iTunes-Medienbibliothek. Die App ist nett und schnörkellos gestaltet, verschiedene Bildschirmschriften und Hintergrundfarben stehen zur Verfügung, und man kann die Display-Helligkeit für die App individuell einstellen. Mit einer optional einblendbaren Navigationsleiste sieht man die ungefähre Leseposition im Buch. Seitenzahlen zum Zitieren gibt es allerdings nicht, weil der Text abhängig von der Schriftgröße umbrochen wird. Man muss also auf ein Kapitel verweisen. Zu den kleineren Extras gehört die Suchfunktion sowie die Möglichkeit, Fremdwörter schnell in Online-Lexika oder der Wikipedia nachschlagen zu können. Ferner lassen sich Notizzettel an einzelne Passagen anhängen.

Das in Deutschland weit verbreitete Epub-Format für elektronische Bücher wird von iBooks ebenfalls unterstützt. Epub basiert auf XML und kann mit geringem Aufwand von jedermann erstellt werden (etwa mit Calibre). Die Strukturen und Spezifikationen sind frei einsehbar. Epub ist ein besonders kompaktes Format und erlaubt einen dynamischen Zeilen- und Seitenumbruch unabhängig von der jeweils eingestellten Textgröße. Allerdings versteht iBooks nur „Epub pur“ ohne digitale Rechteminderung. Es lassen sich also allein die gemeinfreien Epubs mit iBooks auf dem iPad installieren.

Bücher lesen ohne Bücher: Tablet-PC wie das iPad machen es möglich

Die kommerziellen Titel des deutschen Buchhandels im Epub-Format sind stets mit der DRM-Technik von Adobe versehen. Das umstrittene Kopierschutzsystem „Digital Editions“ ist an jeweils einen einzigen PC gebunden, der mitsamt seiner einzelnen Hardware-Komponenten von Adobe überwacht wird. Um ein Epub-Buch mit Adobes DRM auf dem Apple-Gerät zu lesen, benötigt man die Gratis-App Bluefire und ein Adobe-Konto mit den entsprechenden Nutzungsrechten. Das alles ist sehr kompliziert, bringt aber einen großen Pluspunkt: Mit Bluefire lässt sich die digitale „E-Ausleihe“ vieler Bibliotheken nutzen. Mit dem Bibliotheksausweis und seinem Kennwort kann man digitale Werke direkt am iPad laden und im Bluefire-Leser öffnen. Ein Verzeichnis der Bibliotheken, die dieses Verfahren anbieten, findet sich unter www.onleihe.net. Allerdings sollte man nicht damit rechnen, dass jedes Buch seiner Bibliothek schon elektronisch zur Verfügung steht. Die Stadtbibliothek Frankfurt hat beispielsweise nur 3000 elektronische Titel im Angebot. Ein zweiter Vorteil von Bluefire: Direkt aus der App heraus lassen sich ungezählte gemeinfreie Epubs aus verschiedenen Quellen auf das iPad laden. Eine der bekanntesten Anlaufstellen ist feedbooks.com.

Gut zu lesen: Der Bluefire Reader unterstützt auch PDF

Geht es um mehr Auswahl, ungetrübten Lesespaß unabhängig von der Hardware sowie flexible Nutzung, ist Amazon mit seinem Kindle-Buchladen die klare Nummer 1. Seit dem Marktstart des ersten Kindle-Lesegeräts vor vier Jahren hat der amerikanische Versandhändler sein „Ökosystem“ rund um das Lesen in vielfacher Weise ausgebaut. Hier greift nahtlos eins ins andere, und der Kopierschutz der elektronischen Bücher im proprietären Amazon-Format bleibt für den Nutzer unsichtbar. Man kann auf der Amazon-Internetseite mit einem Mausklick neue Titel kaufen, und diese werden dann automatisch ohne weitere Kosten an verknüpfte Amazon-Geräte und -Apps übertragen. Um seine Einkäufe auf dem iPad zu lesen, benötigt man allein die gratis bereitgestellte Amazon App, die wie Apples iBooks aufgebaut ist und ähnlichen Komfort bietet.

Der Gewinn ist jedoch die Plattform-Unabhängigkeit: Im Urlaub kann man problemlos auf einem Kindle-E-Book-Reader weiterlesen. Der Akku des Kindle hält länger durch, und die Anzeige ist dank „elektronischer Tinte“ auch bei hellem Sonnenschein am Strand bestens ablesbar. Wer einen Tablet PC mit Android-Betriebssystem kauft, nimmt seine Amazon-Bibliothek mit, und selbst im Browser-Fenster am PC gelingt das Schmökern mit dem „Cloud Reader“. Rund 50 000 deutsche Titel sind derzeit bei Amazon im Angebot.

Wer gern in alten Büchern stöbert, sollte einen Blick auf die „British Library 19th Century Books“ werfen. In dieser virtuellen Bibliothek findet man historische Schätze aus allen nur denkbaren Disziplinen, wissenschaftliche Literatur und Belletristik, Skurriles neben Klassikern. Die App ist ebenfalls gratis und bietet in der kostenpflichtigen Variante einen erweiterten Zugriff auf 60 000 Titel im Rahmen eines Abonnements.

Digitalisiertes aus der British Library

Geht es nach dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels, ist im vergangenen Jahr „die Schwelle zum E-Book überschritten“. Für 2012 erwartet man eine Verdoppelung oder gar Verdreifachung der Umsätze mit elektronischen Büchern. Derzeit beträgt der Anteil jedoch weniger als fünf Prozent. Es werden also in diesem Jahr maßgebliche Richtungsentscheidungen gefällt. Buchhandelsketten wie Hugendubel, Weltbild, Thalia und andere setzen auf sehr billige E-Book-Reader, die mit ihrer schlechten Verarbeitungsqualität nur wenig Freude bereiten und mit anachronistischen Kopierschutz-Kapriolen gängeln. So fällt die Entscheidung für einen teureren Tablet PC leicht. Er kann deutlich mehr als ein elektronisches Lesegerät, und nach unserer Einschätzung gewinnt am Ende der Anbieter mit einer offenen und bequem zu nutzenden Plattform. So wundert kaum, dass der jüngste Kindle von Amazon, der bislang nur in Amerika erhältliche „Fire“, eine Mischung aus Tablet PC und E-Reader ist.

Öffentlichen Feiertags-Kalender dem iOS-Gerät hinzufügen / Kalenderabo hinzufügen

Ich möchte gern einen öffentlichen Kalender mit Feiertagen auf meinem iPad oder iPhone integrieren. Mit iOS 5 geht das zum Beispiel so:

1. Adresse eines öffentlichen Kalenders suchen. Google bietet etwa die Deutschen Feiertage unter folgender URL an:

http://www.google.com/calendar/ical/de.german%23holiday%40group.v.calendar.google.com/public/basic.ics

2. URL kopieren und auf dem iOS-Gerät in die „Einstellungen“ gehen, dort auf „Mail, Kontakte, Kalender“, dann auf „Account hinzufügen“ und „Andere“ und „Kalenderabo hinzufügen“. Die ICS-URL von oben einsetzen, bestätigen, und das ist schon alles.

Test: Base Tab von E-Plus

Das Familiendrama: Der jugendliche Nachwuchs will einen Tablet PC, weil jetzt „alle“ so einen Flachcomputer haben. Natürlich soll es ein iPad von Apple sein. Die Kreditwürdigkeit des Juniors wurde jedoch vom Haushaltsvorstand schon mehrfach herabgestuft. Stichwort: alte Handy-Rechnungen.

Auch potentielle private Gläubiger wie Oma und Opa sind nicht willens, auf freiwilliger Basis einen Teil der Lasten zu tragen. Also wird ein Rettungspaket geschnürt, das in der Familie jedoch höchst umstritten ist. Der Tablet wird nicht gekauft, sondern gemietet. Für 19 Euro im Monat kommt das Base Tab des chinesischen Herstellers ZTE ins Haus, das Gerät gibt es nur bei der E-Plus-Tochter, und ein recht günstiger Mobilfunkvertrag mit 500 Megabyte monatlichem Datenvolumen ist gleich mit dabei.

Durchaus ein Schnäppchen

Das Base Tab gehört mit Maßen von 20 × 11 × 1,3 Zentimeter und einer Bildschirmdiagonale von 18 Zentimeter zu den Tablets in besonders kleiner Bauform. Es ist vergleichbar mit dem ersten Samsung Galaxy Tab, dessen Preis seit seinem Erscheinen im vergangenen Jahr von 800 auf 380 Euro gefallen ist. Wie beim Samsung kommt als Betriebssystem Android zum Einsatz. Nicht jedoch die Tablet-Variante Honeycomb, sondern das Smartphone-System 2.2. Im Unterschied zum Samsung beträgt die Displayauflösung jedoch nur 800 × 480 Pixel statt 1024 × 600, der Prozessor ist langsamer (600 Megahertz statt 1 Gigahertz), der interne Speicher kleiner (200 statt 512 Megabyte) und die Materialanmutung schlechter. Doch die Familie rechnet: 19 Euro im Monat bei einer Laufzeit von zwei Jahren sind 456 Euro, und mit der Base-Karte erhält man nicht nur das Datenvolumen für unterwegs, sondern auch 30 Freiminuten ins E-Plus-Netz sowie 30 Gratis-SMS. Der kleinste Datentarif fürs iPad kostet bei der Telekom entweder 5 Euro am Tag oder 35 Euro im Monat – und das iPad ist noch nicht dabei. Vodafone spendiert für 15 Euro im Monat ein sehr geringes Datenvolumen von 200 Megabyte, und ein „ordentlicher“ Tarif mit 3 Gigabyte kostet 25 Euro im Monat. Abermals ohne iPad, das in der kleinsten Mobilfunk-Version für 600 Euro in der Preisliste steht.

Ob im Hoch- oder Querformat: Das Base Tab von E-Plus passt gerade noch in eine Hand (Foto Hersteller)

So gesehen ist das Angebot von E-Plus durchaus ein Schnäppchen. Aber lohnt sich das? Wenn es um die elementaren Parameter geht, ist die Antwort ein klares Nein. Hinsichtlich Verarbeitungsqualität, Geschwindigkeit, Güte des Bildschirms und der zur Verfügung stehenden Apps hinkt das Base Tab dem iPad kilometerweit hinterher, die beiden spielen in einer jeweils ganz anderen Liga. Das günstige Gerät von E-Plus ist quasi ein Mittelklasse-Smartphone in Übergröße. Alle Android-Programme laufen wie auf dem Taschencomputer, nur in größerer Schrift. Ein Tablet PC mit größerem Bildschirm hingegen bietet mehr Übersicht durch eine raffinierte Anordnung der Inhalte. Wer aber mit den gewohnten Smartphone-Apps für Android zufrieden ist und ohnehin nur gelegentlich im Internet surfen oder die neue E-Mail abfragen will, kann getrost zugreifen. Und, ja, telefonieren kann man mit dem Base Tab ebenfalls, entweder mit einem Headset oder mit dem eingebauten Freisprecher, der ordentlich klingt.

Längere Surf-Sessions sind eine Qual

Im Unterschied zu anderen günstigen Tablet PCs mit Android reagiert der Bildschirm des Base Tab hinreichend präzise auf die Fingerbewegungen. Es kommt ein kapazitives Display zum Einsatz, das allerdings etwas dunkel und kontrastarm ist. Störend sind ferner die (kurzen) Wartezeiten, bis beispielsweise eine App gestartet ist. Diese kleinen Ruckler, die wir auch beim Surfen im Internet beobachteten, sind vermutlich der geringen Prozessorgeschwindigkeit und dem knappen Speicherplatz geschuldet. Bei eigenen Medien hingegen kann man aus dem Vollen schöpfen. Für Musik, Videos und Fotos liegt eine 16-Gigabyte-Micro-SD-Karte bei, und dank USB lässt sich das Base Tab an jedem PC mit Inhalten füllen.

Ein weiterer Minuspunkt für die junge Online-Generation ist die Bindung an das schlechteste Datennetz in Deutschland. Während man mit der Telefonie im E-Plus-Netz durchaus zufrieden sein kann, sind längere Surf-Sessions eine Qual. Das betrifft sowohl das erzielbare Tempo als auch die Zuverlässigkeit im täglichen Betrieb. Wir reden hier nicht vom flachen Land, sondern haben das Base Tab im Großraum Frankfurt und in der Hamburger Innenstadt ausprobiert. Beide Male zeigte das Gerät zwar den Empfang von UMTS mit dem Datenturbo HSDPA an. Aber während das iPad mit einer Sim-Karte der Telekom ein 2-Megabyte-Anhängsel der E-Mail in Sekundenschnelle lud, warteten wir bei E-Plus länger als zehn Minuten. Auch die Test- und Messfahrten der einschlägigen Fachzeitschriften zeigen immer wieder: Für das mobile Surfen kann man E-Plus nur bedingt empfehlen, die Telekom, Vodafone und O2 sind mit Abstand besser. So bleibt also für das Base Tab eine kleine Nische. Es ist zwar nicht der Rettungsschirm vor hohen iPad-Kosten. Aber so schlecht wie es manche Kollegen gemacht haben, ist es auch nicht. Das Angebot von E-Plus ist keine Bauernfängerei mit billigster Hardware. Jedoch sollte man sehr genau wissen, worauf man sich einlässt.