Test: Apple AirPods

Das weiße Pärchen fürs Ohr hat es uns angetan. Denn die Airpods-Stöpsel von Apple eignen sich nicht nur zum Musikhören. Sie sind intelligente Wearables.

Man kann es sich einfach machen und diese Bluetooth-Ohrenstöpsel als ein wie gehabt viel zu teures Apple-Produkt abtun. Andere Mitbewerber sind günstiger. 180 Euro verlangt Apple

Ohrcomputer: Apple AirPods neben iPhone-Modellen. Foto Hersteller

, und sie klingen nicht einmal herausragend. Doch das weiße Pärchen fürs Ohr hat es uns angetan. Die Funktionalität geht weit über die Musikwiedergabe und Telefonie hinaus. Eigentlich sind es Ohrcomputer. Sie warten brav in ihrem Häuschen auf den Einsatz, und wenn sie dann gefordert sind, verhalten sie sich so clever, als hätten sie eine eigene Intelligenz. Die Rede ist von den Airpods, die Apple Anfang September vorstellte und erst jetzt in kleinen Stückzahlen in den Handel kommen.

Die Airpods sind ein typisches Apple-Produkt, sie verzichten fast vollständig auf Bedienelemente, was den Umgang mit ihnen einfach macht. Muss man bei einem herkömmlichen Headset wissen, welche Taste fürs Bluetooth-Koppeln zu betätigen ist und welche die Wiedergabe startet, ist hier alles simpel: Man öffnet die mitgelieferte Ladebox (mit Lightning-Anschluss an der Unterseite) in der Nähe eines iPhones: Schon sind die Airpods für alle zum iCloud-Konto des Nutzers gehörenden Geräte angemeldet – und einsatzbereit.

 
Denn es gibt nicht einmal einen Ein- und Ausschalter. Man nimmt die beiden Stöpsel aus der Box, setzt sie ins Ohr, und sie werden automatisch aktiviert. Auch während laufender Musikwiedergabe oder eines Telefonats. Mit optischen Sensoren und Beschleunigungssensoren erkennen die Airpods, ob sie sich im Ohr befinden. Man kann sie im Monobetrieb einohrig betreiben, auch das wird selbsttätig detektiert, und wenn man den Stöpsel dann aus dem Ohr nimmt, pausiert die Musikwiedergabe.

Gut für Siri und Spracherkennung

Nach dem Koppeln werden die Airpods allein mit dem Finger bedient: Ein doppelter Fingertipp auf das Gerätchen aktiviert Siri, um beispielsweise mit Spracherkennung die Musik auszuwählen oder die Lautstärke zu regeln – oder jede andere Siri-Aufgabe zu starten. Die Lautstärke kann man natürlich auch mit den Seitentasten des iPhones steuern. Die Airpods eignen sich jedoch aus einem Grund besonders gut für Siri und Spracherkennung: Eine Nebengeräuscherkennung filtert Störendes heraus, und zwei Mikrofone sind bei solchen Rechentricks immer besser als eins. Wir konnten im fahrenden Auto (auf dem Beifahrersitz) nahezu fehlerfrei Whatsapp-Nachrichten diktieren.

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Volker Weber: Your questions about the AirPods

10 Jahre iPhone: Als Apple die Tasten abschaffte

Das erste iPhone vor genau zehn Jahren war noch kein Hit. Trotzdem prägt es die Smartphone-Welt bis heute. Die Tricks von Apple, und was als Nächstes folgt.

Steve Jobs führte auf eine falsche Fährte, und so gut wie alle Gäste folgten ihm. Er kündigte drei neue Geräte an. Einen iPod-Musikspieler mit berührungsempfindlichem Display, ein neues Telefon sowie schließlich ein Internet-Kommunikationsgerät. Brav applaudierte das Publikum der Macworld-Messe in San Francisco, auf der traditionell die Neuheiten aus Cupertino debütierten. Nach langem Beifall kam schließlich die Auflösung des Rätsels: „Es sind nicht drei getrennte Geräte, dies ist ein einziges Produkt, und wir nennen es iPhone.“ Das war am 9. Januar 2007 die Geburtsstunde des ersten iPhone.

Das erste iPhone 2007. Foto Hersteller

Apple hat das Smartphone nicht erfunden, aber das iPhone war ein Meilenstein. Seit 2007 wurden in aller Welt mehr als eine Milliarde Geräte verkauft. Es gilt als das Smartphone schlechthin, als Referenz, an dem sich alle anderen messen lassen müssen. Ob es das beste Gerät ist, sei dahingestellt. Aber es ist das wichtigste seiner Gattung und für rund zwei Drittel des Apple-Umsatzes verantwortlich.

Die Kalifornier haben mit ihrem ersten Smartphone den gesamten Markt durcheinander gewirbelt. Alteingesessene Marktführer wie Nokia, Blackberry und Motorola wurden Geschichte, und alle Mitbewerber, die fortan bestehen wollten, haben Apples Ideen kopiert. Jedes heute verfügbare Gerät, mit welchem Betriebssystem es auch immer läuft, ist maßgeblich vom iPhone geprägt.

Bildschirm des ersten iPhone mit SMS. Foto Hersteller

Als Steve Jobs vor zehn Jahren das erste iPhone vorstellte, brachte er das Problem der bestehenden Produkte auf den Punkt: Mini-Tastatur und Stift in Verbindung mit einem kleinen Display boten nur rudimentären Bedienkomfort. Das war die Crux einer Technik, die es schon lange gab, seit Mitte der 1990er Jahre. Was Internetbegeisterte faszinierte und antrieb, war vor allem die mobile E-Mail: Unterwegs in seinen elektronischen Posteingang sehen, lautete der Traum. Communicator hieß bezeichnenderweise das seit 1996 von Nokia hergestellte Referenzgerät für solche Anwendungen; mit seinem Klappmechanismus sah es wie ein Mini-Notebook aus.

Die Smartphones kämpften an vielen Fronten: Man verwendete Flüssigkristall-Anzeigen mit geringer Auflösung in Schwarzweiß. Es gab noch keine paketvermittelten Datennetze im Mobilfunk, wie wir sie heute kennen, sondern man wählte sich für eine Online-Sitzung leitungsgebunden ein. Langsam flossen die Daten ins Telefon, teuer war das zudem. Erste Protokolle für das mobile Internet zeigten die Inhalte des World Wide Web nur in rudimentärer Form, und an Multimedia dachte man kaum.

Voicemail auf dem ersten iPhone 2007. Foto Hersteller

Das Hauptproblem der Smartphones vor 2007 war jedoch das Betriebssystem. Unternehmen wie Nokia sahen ihre Kernkompetenz in der Herstellung der Telefone in eigenen Fabriken. Die Hardware stand über der Software. Man schleppte alte Entwicklungen mit, viele Marotten waren nur historisch zu erklären. Mit einem Nokia und seinem Symbian-Betriebssystem konnte man 2007 nicht nahtlos vom heimischen W-Lan ins mobile Datennetz wechseln. Man musste manuell Zugangspunkte definieren und je nach Aufenthaltsort von einem zum anderen wechseln. Über ein ebenfalls mit Symbian laufendes Smartphone von Sony Ericsson hieß es hier in „Technik und Motor“: „Es ist total verbastelt, inkonsistent, umständlich in der Bedienung und langsam.

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Test: Logitech Bluetooth Tastatur K780

Immer mehr Kommunikation erledigt man am Smartphone, obwohl das Schreiben mit der kleinen virtuellen Bildschirmtastatur oft eine Qual ist. Erleichterung bringen zusätzliche Bluetooth-Tastaturen, die gut funktionieren. Aber dann liegt ein zweites Eingabegerät auf dem Schreibtisch. Logitech hat im Sommer eine neue Tastatur vorgestellt, die jetzt im Handel ist.

Die Logitech K780 erlaubt das Arbeiten mit drei verschiedenen Geräten, ein schnelles Umschalten zwischen diesen und vor allem: Sie bietet zwei Übertragungswege. Zum einen Logitech Unifying, ein proprietäres Funkprotokoll des Schweizer Herstellers, das es schon lange gibt. Unifying bietet Punkt-zu-Mehrpunkt-Verbindungen, praktisch vor allem für den PC mit viel Peripherie, mit Maus, Tastatur und vielleicht noch einem Touchpad. Bis zu sechs Eingabegeräte können an einem einzigen Empfänger andocken, dieser wiederum steckt in einem USB-Anschluss und ist kaum größer als ein Fingernagel.

Zum anderen arbeitet die K780 mit Bluetooth, wie jede andere Tastatur fürs Smartphone. Zwischen den drei verschiedenen Partnern schaltet man mit den weiß abgesetzten Funktionstasten um. Wir haben die Tastatur via Unifying mit unserem Windows-Rechner und per Bluetooth an ein Android-Smartphone sowie ein iPhone angebunden. Der Unifying-Empfänger war nicht der mitgelieferte, sondern ein älterer, der bis dahin eine ebenfalls betagte Logitech-Tastatur mitsamt Maus ansteuerte.

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Test: MacBook Pro von Apple mit Touch Bar, 16. Generation, Oktober 2016

Wer in den kommenden Wochen ein Spectre-X360-Notebook von HP kauft, muss auf das gewohnte SD-Speicherkartenlaufwerk verzichten und erhält nur noch einen einzigen USB-3-Anschluss. Zwei USB-C-Schnittstellen sollen den Verlust kompensieren. Das gleiche Bild beim sehnsüchtig erwarteten Lenovo Yoga 910: Die alten USB-Anschlüsse weichen dem modernen USB-C-Format, das verdrehsicher ist und zudem von den meisten aktuellen Android-Smartphones genutzt wird.

Apple MacBook Pro 2016 mit Touch Bar. Foto Hersteller
Apple MacBook Pro 2016 mit Touch Bar. Foto Hersteller

Dass die Wellen der Empörung wegen des Wechsels der Anschlüsse hochschlagen würden, hat man bei HP oder Lenovo nicht gehört. Auch Asus wechselt hin zu USB C, etwa beim Zenbook 3. Schlagartig ändert sich jedoch das Bild, wenn es um Apple geht: Ein Adaptergate wurde gleich nach der Vorstellung der neuen Macbook-Modelle beschworen. Stein des Anstoßes: Apple setzt ebenfalls auf die Zukunftstechnik USB C. Die verbesserten Modelle haben zwei oder vier Anschlüsse, mit denen sie geladen werden, ein Display ansteuern, USB bedienen (bis 10 GBit/s) und mit Thunderbolt 3 ein irrwitziges Datentempo bis zu 40 GBit/s liefern.

Es entfallen der Speicherkartenleser und der Magsafe-Netzteilanschluss, der mit seiner magnetischen Verbindung das Risiko reduzierte, dass ein Rechner vom Tisch gerissen wurde. Denn mit einem kräftigen Zug am Kabel löst sich die Magnetverbindung. Auch kann man ohne zusätzlichen Adapter nicht einmal ein iPhone 7 am jüngsten Macbook Pro anschließen. Wer indes schon jetzt mit der Technik hantiert, wird den Wechsel zu USB C als unvermeidbar und ungemein praktisch empfinden. USB C ist der Universalanschluss für sämtliche Peripherie, und mit dem Durchschleifen von einem Gerät zum anderen ergeben sich viele neue Möglichkeiten. Man benötigt in der Tat einige Adapter, die kosten Geld, aber

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