Test: Lenovo Yoga 910 Notebook

Und schon ist es wieder passiert: Buchstabensalat. Der Cursor hat sich eine Reihe hochgeschoben, neu eingegebener Text landet an der falschen Stelle, ein heilloses Durcheinander. Wie konnte es so weit kommen? Hatte sich doch dieses Notebook zunächst als eine der interessantesten Neuheiten des jungen Jahres gezeigt. Technische Daten, Design, Funktionalität und weitere Finessen schienen für eine erfolgreiche Karriere wie geschaffen. Doch dann machten Details den hervorragenden Eindruck zunichte.

Lenovo Yoga 910. Fotos Hersteller

Die Rede ist vom Yoga 910 des chinesischen Herstellers Lenovo. Wie der Name bereits andeutet, bietet sein Display größtmögliche Flexibilität. Tastatur und Anzeige verbindet ein Gliederscharnier, das eine mechanische Meisterleistung ist, an ein Uhrenarmband erinnert und jeden Neigungswinkel erlaubt. Man kann den Bildschirm zum Dach drehen, etwa für das Ansehen von Videos und Präsentationen, oder komplett umklappen und in den Tablet-Modus von Windows 10 umschalten. Dann regiert der Finger, die Anzeige ist berührungsempfindlich.

Mit einem verwindungssteifen Unibody-Gehäuse aus Metall, einem Gewicht von 1,4 Kilogramm und Maßen von 32 × 22 ×1,4 Zentimeter wäre das Yoga 910 der ideale Partner für Menschen, die viel reisen und trotzdem auf einen leistungsfähigen PC nicht verzichten wollen. Dazu passen nämlich auch die technischen Daten mit Prozessoren vom Core i5 bis zum aktuellen Core-i7 7500U aus der Kaby-Lake-Familie, einer über PCIe angebundenen SSD von Samsung mit 512 Gigabyte oder ein Terabyte sowie 8 oder 16 Gigabyte Arbeitsspeicher. Als Grafikeinheit fungiert stets die Chipsatzgrafik Intel HD 620, die mangels eigenen Arbeitsspeichers auf den Systemarbeitsspeicher zugreift.

Kopfstand: Lenovo Yoga 910

Die berührungsempfindliche Anzeige löst in den kleineren Ausbaustufen wie bei unserem Testgerät mit 1920 × 1080 Pixel auf, alternativ sind auch 4K mit 3840 × 2160 Pixel lieferbar, stets bleibt es jedoch bei einer Diagonale von 13,9 Zoll. Die Darstellung gefällt, sieht man von Spiegelungen ab. Während der Rand nach oben hin und zur Seite millimeterdünn ist, bleibt unten eine geradezu riesige schwarze Fläche ungenutzt, in ihr ist dann originellerweise die Webcam untergebracht.

Die Tastatur ist in mehreren Stufen hintergrundbeleuchtbar, hinterlässt einen guten Eindruck, hat aber jene oben beschriebene Macke, die das ganze Gerät für einen Zehnfingerschreiber unbrauchbar macht: Die rechte Shift-Taste liegt zu weit rechts, und vor ihr befindet sich die Cursor-Hoch-Taste so unglücklich, dass man beide immer wieder verwechselt, selbst nach mehrstündigem Schreiben mit dem Gerät, wie schade. Das große Touchpad bewährt sich als Mausersatz bestens, es arbeitet ungemein präzise, fast wie auf dem Mac. Im Tablet-Modus nimmt man den Finger zum Navigieren in Menüs, die physikalische Tastatur ist ausgeschaltet, man beachte allerdings, dass das Gerät für langes Halten – etwa zum Lesen eines E-Book – zu schwer ist.

Akkulaufzeit zwischen 8 und 12 Stunden

An Arbeitstempo ließ unser Testgerät mit den jüngsten Core-i7-Prozessoren erwartungsgemäß nichts zu wünschen übrig. Auch die Einrichtung verlief schneller denn je, weil sich Lenovo mittlerweile mit unerwünschten Werbe-Dreingaben (Crapware) zurückhält. So muss man nur noch jenen Murks deinstallieren, den Microsoft selbst mitliefert. Und man kann es nicht oft genug sagen: Man achte mit Windows 10 auf die Datenschutz- und Privatsphäreeinstellungen. Dass Windows nur in der Home-Version zum Einsatz kommt, erstaunt.

Geht es um Anschlüsse und Konnektivität, ist das Lenovo auf der Höhe der Zeit: Wie bei den jüngsten Macbook-Pro-Modellen fehlt nämlich so gut wie alles. Man muss Adapter und Hubs dazukaufen. Links liegen zwei USB-Typ-C-Ports, von denen der hintere nach USB 2.0 arbeitet und zum Laden des Akkus genutzt werden kann. Der vordere gehorcht USB 3.1 und lässt sich auch via Displayport zum Anschluss eines externen Monitors verwenden. An der rechten Seite gibt es neben der 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse zum Anschluss eines Headset immerhin noch einen herkömmlichen USB-3-Anschluss. HDMI, Kensington Lock und Kartenleser fehlen indes. Ein wenig entschädigt der Fingerabdruck-Scanner mit Biometrie, der klaglos seinen Dienst verrichtet. Die Akkulaufzeit des Yoga 910 lag bei uns im Praxiseinsatz zwischen 8 und 12 Stunden. Man kommt also gut über den Tag.

Neben dem Tastenlayout gibt es einen zweiten Minuspunkt: Mit jeder Lüfteraktivität geht ein hochfrequentes Pfeifen einher, das unter hoher Last eine störende Intensität entwickelt. Der Lüfter läuft leider ziemlich oft, Lenovo hat das Problem erkannt und reichte während unseres Tests ein Bios-Update nach, das ein wenig Abhilfe bringt. Insgesamt meinen wir: Hardware, Anmutung, Ausstattung und Arbeitstempo überzeugen, es ist ein tolles Notebook. Der Preis liegt zwischen 1500 und 2000 Euro und ist ebenfalls angemessen. Ein leiserer Lüfter und ein besseres Tastaturlayout sind für eine Kaufempfehlung allerdings unabdingbar. Wir warten jetzt gespannt auf das Thinkpad X1 Yoga und auf das Thinkpad X1 Carbon.

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Test: MacBook Pro von Apple mit Touch Bar, 16. Generation, Oktober 2016

Wer in den kommenden Wochen ein Spectre-X360-Notebook von HP kauft, muss auf das gewohnte SD-Speicherkartenlaufwerk verzichten und erhält nur noch einen einzigen USB-3-Anschluss. Zwei USB-C-Schnittstellen sollen den Verlust kompensieren. Das gleiche Bild beim sehnsüchtig erwarteten Lenovo Yoga 910: Die alten USB-Anschlüsse weichen dem modernen USB-C-Format, das verdrehsicher ist und zudem von den meisten aktuellen Android-Smartphones genutzt wird.

Apple MacBook Pro 2016 mit Touch Bar. Foto Hersteller
Apple MacBook Pro 2016 mit Touch Bar. Foto Hersteller

Dass die Wellen der Empörung wegen des Wechsels der Anschlüsse hochschlagen würden, hat man bei HP oder Lenovo nicht gehört. Auch Asus wechselt hin zu USB C, etwa beim Zenbook 3. Schlagartig ändert sich jedoch das Bild, wenn es um Apple geht: Ein Adaptergate wurde gleich nach der Vorstellung der neuen Macbook-Modelle beschworen. Stein des Anstoßes: Apple setzt ebenfalls auf die Zukunftstechnik USB C. Die verbesserten Modelle haben zwei oder vier Anschlüsse, mit denen sie geladen werden, ein Display ansteuern, USB bedienen (bis 10 GBit/s) und mit Thunderbolt 3 ein irrwitziges Datentempo bis zu 40 GBit/s liefern.

Es entfallen der Speicherkartenleser und der Magsafe-Netzteilanschluss, der mit seiner magnetischen Verbindung das Risiko reduzierte, dass ein Rechner vom Tisch gerissen wurde. Denn mit einem kräftigen Zug am Kabel löst sich die Magnetverbindung. Auch kann man ohne zusätzlichen Adapter nicht einmal ein iPhone 7 am jüngsten Macbook Pro anschließen. Wer indes schon jetzt mit der Technik hantiert, wird den Wechsel zu USB C als unvermeidbar und ungemein praktisch empfinden. USB C ist der Universalanschluss für sämtliche Peripherie, und mit dem Durchschleifen von einem Gerät zum anderen ergeben sich viele neue Möglichkeiten. Man benötigt in der Tat einige Adapter, die kosten Geld, aber

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Test: Yoga Book von Lenovo

Das ist clever: Lenovo baut einen Flachrechner mit Zeichen-Tastatur für die Generation Smartphone. Doch wie nähert man sich dem Yoga Book?

Lenovo Yoga Book Foto Hersteller
Lenovo Yoga Book Foto Hersteller

Während der Internationalen Funkausstellung in Berlin war es das Produkt schlechthin. Ein Messe-Highlight. Nun ist das Yoga Book von Lenovo im Handel, und man weiß selbst nach einiger Zeit des Ausprobierens nicht, wie man sich diesem Gerät nähern soll. Ist es ein Tablet mit Zusatzfunktionen oder ein besonders kompaktes Notebook? Ist es ein Zeichengerät oder mit seiner ungewöhnlichen Tastatur gar ein Hinweis auf die Zukunft von Rechnern, die nicht mehr mit den gewohnten Eingabegeräten bedient werden?

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Test: Lenovo Ultrabook X1 Carbon

Eigentlich sollte 2012 das Jahr der Ultrabooks werden. Auf der großen Consumer Electronics Show in Las Vegas sahen wir einen Flachrechner neben dem nächsten, „das wird ein großes Ding“, versprach Intel dem staunenden Publikum. Viel hat sich bislang nicht getan. Bei den meisten Neuerscheinungen hapert es an den Details. Mal sind die Kandidaten nicht „sexy“, mal stimmt die Verarbeitungsqualität nicht, dann ist die Akkulaufzeit zu kurz, der Lüfter zu laut oder die Bildschirmauflösung von 1366 × 768 Pixel auf einer Diagonale von 13 oder 14 Zoll (33 bis 35 Zentimeter) nicht mehr zeitgemäß.

Doch jetzt haben wir ein Ultrabook entdeckt, das wir empfehlen können. Das neue Thinkpad X1 Carbon von Lenovo ist eines der kleinsten und leichtesten Modelle mit nicht-spiegelndem 14-Zoll-Display und einer üppigen Auflösung von 1600 × 900 Pixel für anspruchsvolle Büroarbeiten in mehreren Fenstern. Hier stimmt jetzt fast alles.

Das X1 Carbon von Lenovo im kompakten Gehäuse überzeugt mit seiner üppigen Bildschirmauflösung (Foto Hersteller)

Beginnen wir beim Gehäuse: Es besteht teils aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (vulgo Carbon), teils aus Magnesium, es ist also kein Unibody-Gehäuse, wirkt aber robust und verwindungssteif. Die matte Einfassung lässt die Oberfläche edel erscheinen, ein kleiner Minuspunkt ist der fehlende Schutz des Bildschirms durch Gorilla Glas, das bei früheren X1-Modellen zum Einsatz kam.

Das X1 Carbon wiegt nur 1,3 Kilogramm und misst nur 1,9 × 33 × 22,6 Zentimeter, ist also etwas größer als ein DIN-A4-Blatt und damit einfach im Reisegepäck zu verstauen. Die Tastatur mit dem typischen roten Lenovo-Trackpoint (Mausersatz) wird ergänzt um ein großzügig dimensioniertes Touchpad, das nun 10 × 6,3 Zentimeter misst. Scrollen und Multitouch-Gesten gelingen ordentlich, man hat ferner die Wahl, ob man lieber auf dem Touchpad klickt oder die drei Maustasten darüber nimmt.

Tastatur und Gehäuselayer sind nun miteinander verschmolzen, die Pfeiltasten unten rechts im Vergleich mit dem Vorgängermodell größer geworden. Die Tastatur mit präzisem satten Anschlag ist für den Schnellschreiber eine Wucht. Sie lässt sich zudem in zwei Stufen hintergrundbeleuchten, was die „zweite Schicht“ am Abend auf dem Sofa ungemein erleichtert.

Das Display erreicht mit rund 300 cd/m2 nicht ganz die Helligkeit des Vorgängermodells X1 und gefällt vor allem mit seiner matten Oberfläche ohne lästige Spiegelungen. Das Kontrastverhältnis von 700:1 und die gegenüber dem X1 erweiterte Farbskala sind überzeugend. Die Anzeige lässt sich im Unterschied zu vielen anderen Ultrabooks komplett um 180 Grad in die Horizontale bewegen, was bei Präsentationen ein Vorteil sein kann.

Geht es um Anschlüsse und Peripherie, ist das X1 Carbon wie jedes andere Ultrabook eher bescheiden ausgestattet. Die USB-Schnittstelle links lässt sich zum Laden von Smartphones nutzen, selbst wenn sich der PC im Energiesparmodus befindet, und ein zweiter USB-Port rechts unterstützt das flinke Protokoll 3.0. Auf dieser Seite findet man ferner ein SD-Kartenlaufwerk sowie einen Mini-Displayport zum Anschluss eines externen Monitors mit einer Auflösung von maximal 2560 × 1600 Pixel. An der Oberseite befindet sich nur ein einziger Anschluss, nämlich für die Sim-Karte der Mobilfunkeinheit, die in unserem Modell nicht eingebaut war.

Wer das X1 geschäftlich einsetzen möchte, vermisst also neben HDMI und einem Ethernet-Anschluss auch die Option für eine Docking-Station. Zwei kleine Leuchtdioden auf dem Displaydeckel informieren über den Akkustand und den Schlafmodus des Notebook, und rechts neben dem Touchpad ist sehr dezent der biometrische Fingerabdruckscanner eingelassen, der im Testbetrieb ordentlich und zuverlässig funktionierte. Für den Netzanschluss hat Lenovo übrigens einen neuen Stecker entworfen, der an einen USB-Adapter erinnert.

Das Thinkpad X1 Carbon ist in vier Varianten mit Core-i5- und Core-i7-Prozessoren der aktuellen Ivy-Bridge-Architektur erhältlich. In der kleinsten Ausbaustufe bekommt man den i5 3317U mit 1,7 bis 2,6 Gigahertz, das Topgerät hat den i7 3667U, der mit 2 bis 3,1 Gigahertz ein ordentliches Tempo vorlegt. Die übrige Ausstattung ist stets identisch: 4 oder 8 Gigabyte Arbeitsspeicher (gelötet), ein 128-Gigabyte-SSD-Laufwerk (gegen Aufpreis auch 256 Gigabyte), Mobilfunk, W-Lan, Bluetooth 4, Dolby Sound-System, eine Webcam und Windows 7 in der 64-Bit-Version. Stets kommt die Chipsatzgrafik HD 4000 von Intel zum Einsatz, so dass man weniger anspruchsvolle Spiele ausführen kann.

Der Akku mit einer Leistung von 45 Wattstunden ist fest eingebaut, also vom Anwender nicht zu wechseln. Lenovo gibt Laufzeiten bis 6,5 Stunden an, und wie mit anderen Modellen des chinesischen Herstellers füllt die Schnellladetechnik in nur 35 Minuten den Kraftspender auf 80 Prozent seiner Kapazität. Wir kamen typischerweise auf eine Laufzeit von vier bis fünf Stunden, das ist kein Weltrekord, aber ein ordentlicher Wert. Das Lenovo ist eines der leisesten Notebooks, die wir je erprobt haben. Arbeitet man allein mit Text, Tabellen und Internet, springt der Lüfter nie an. Bei rechenintensiven Anwendungen bleibt sein Säuseln so dezent im Hintergrund, dass es selbst in absolut ruhiger Umgebung kaum stört.

Was man bei einem Business-Gerät nicht erwartet, ist Crapware, also vorab aufgespielte Demo-Software, die mit nervigen Hinweisen zum Kauf der Vollversion auffordert. Lenovo bekleckert sich hier nicht mit Ruhm, und man ist doch länger als eine Stunde mit dem Löschen dieser überflüssigen Dreingaben beschäftigt. Die hauseigene Lenovo-Software bietet manches Extra, einige Anwendungen benötigen leider Adobes „Air“, das man ja nicht unbedingt auf seinem Rechner haben will.

Ziemlich sinnfrei ist eine neue „Simple Tap“-Oberfläche, die sich auf Tastendruck in der Form einzelner Kacheln aufbaut. Sie erinnert ein wenig an den Metro-Stil von Windows 8 oder das „Launchpad“ von Mac OS X Lion und Mountain Lion und soll den Schnellzugriff auf Programme und Funktionen erleichtern.

Das X1 Carbon ist auf der Lenovo-Produktseite mit Preisen von 1900 bis 2200 Euro gelistet. Zum Marktstart gibt es jedoch Web-Preise für den Online-Kauf, die darunterliegen. In der kleinsten Variante ist es schon von 1400 Euro an zu haben. Dieser Preis ist, gemessen an Verarbeitungsqualität und Ausstattung, attraktiv. Was uns besonders gefallen hat …

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Test: Lenovo Idea Pad K1

Die Lage erinnert an Asterix und das gallische Dorf: Der gesamte Tablet-Markt ist von Apple besetzt. Der gesamte? Nein, die unbeugsame Android-Fraktion leistet tapfer Widerstand und bietet dem Marktführer Paroli. Wer derzeit mit dem Kauf eines Flachcomputers liebäugelt, greift zur dominierenden Plattform, und hier liegt Apple mit riesigem Abstand vorn. Zwar orientieren sich die Android-Tablets geradezu sklavisch an den Vorgaben aus Cupertino, sie übernehmen die Bauform, den Zweikern-Prozessor und die Bedienung mit leichten Fingerbewegungen auf einem berührungsempfindlichen Display. Aber es fehlt an Tablet-Apps, das ist die Crux. Nur einige hundert Programme sind bisher an die höhere Bildschirmauflösung der Android-Tablets angepasst, und die Smartphone-Apps laufen lediglich hochskaliert, was unschön aussieht. Jedoch: Wer einen Tablet allein für das Surfen im Internet und die Bearbeitung der E-Mail einsetzt, kann mit einem Android-Gerät durchaus glücklich werden.

Mit Android: Lenovo Idea Pad K1 (Foto Hersteller)

Wir haben das Idea Pad K1 von Lenovo ausprobiert, das erste Android-Tablet der Chinesen, ein zweites Think-Pad-Tablet kommt im Herbst. Die Hardware des K1 folgt den typischen Standards: 25,6 Zentimeter Bildschirmdiagonale bei einer Auflösung von 1280 × 800 Pixel und ein flotter Zweikern-Prozessor Tegra 2. Wireless-Lan, GPS und Bluetooth gehören zur Serienausstattung, ein UMTS-Modul ist angekündigt. Der eingebaute Speicher von bis zu 32 Gigabyte lässt sich mit Micro-SD-Karten weiter aufstocken, ein Micro-HDMI-Anschluss und zwei Kameras (2 und 5 Megapixel) machen aus dem Lenovo eine Multimedia-Maschine.

Der erste Eindruck beim Auspacken: Das K1 sieht schick aus, erreicht aber hinsichtlich Verarbeitungsqualität und Anmutung nicht das Niveau der Konkurrenz. Mit einem Gewicht von 750 Gramm ist es noch schwerer als das Motorola Xoom, und vom wunderbar leichten iPad 2 (600 Gramm) wollen wir gar nicht reden. Ein Aluminiumrahmen umschließt das Gehäuse, aber die Rückseite besteht aus sehr billigem Plastik. Bei unserem Testmuster löste sie sich gelegentlich, der Hersteller sprach von einem „Vorserienmodell“. Das erklärt auch die nicht wenigen Abstürze der Software.

Zum Laden des Akkus dient ein sehr breiter und proprietärer Dock-Anschluss am unteren Gehäuserand, der mit zwei beiliegenden Adapterkabeln auch die USB-Anbindung an den PC sowie den Anschluss eines USB-Sticks erlaubt. Ein feines Detail. Im Unterschied zu anderen Androiden gibt es nicht nur Softkeys, sondern eine reale Taste am rechten Rand, die beim Navigieren zwischen den verschiedenen Bildschirmen hilfreich ist und nach längerem Betätigen eine Screenshot-Funktion startet. Angeblich kann man die Taste auch als Mini-Trackpad nutzen, wir haben es nicht geschafft.

Guter Bildschirm, hohes Arbeitstempo

Geht es um Betrachtungswinkel, Farbdarstellung und Sättigung, spielt der Bildschirm auf dem Niveau der Konkurrenz. Er spiegelt allerdings stark und sammelt schnell Fingerfett mit deutlich sichtbaren Spuren. Auch die Rechenleistung und die Reaktion auf Eingaben sind ordentlich. Mit einem Einstandspreis von 400 Euro (für 16 Gigabyte-Variante) erhält man also ein vollwertiges Produkt, das den teureren Kollegen nur hinsichtlich der Verarbeitungsqualität nachsteht. So gesehen lohnen sich die besonders „günstigen“ Android-Tablets für weniger als 300 Euro mit spürbaren Einschränkungen beim Arbeitstempo nicht. Der eingebaute Akku hält ungefähr acht Stunden durch, die Fotoqualität der Kameras enttäuscht.

Das K1 bringt das aktuelle Android 3.1 mit, und dazu kommt eine dezente Betriebssystem-„Verschönerung“ durch Lenovo, mit der man leben kann. Etliche mitgelieferte Gratis-Apps sollen das Paket attraktiv machen. Aber der kleine Preis dürfte ohnehin das entscheidende Kaufargument für dieses Android-Tablet sein, das in die Mittelklasse einzuordnen ist. In den kommenden Monaten sind weitere Preissenkungen bei den Androiden zu erwarten. Alle Tablet-Hersteller mit Ausnahme Apples kämpfen mit vollen Lagern bei stagnierender Nachfrage. Hewlett-Packard hat sich unlängst mit seinem Web OS vollständig aus dem Markt zurückgezogen – nur 49 Tage war das Touchpad auf dem Markt, dann wurden mehr als 200 000 Geräte verramscht. Spätestens im Weihnachtsgeschäft wird man auch in Deutschland sehr ordentliche Maschinen für weniger als 300 Euro erhalten.

Test: Lenovo Thinkpad X1

Selten hat die internationale Fachpresse so begeistert reagiert wie auf dieses Notebook. Der Lenovo Thinkpad X1 wird überall in den höchsten Tönen gelobt, und wir können die Faszination durchaus nachvollziehen: Ein sehr kleines, flaches Gerät in exzellenter Verarbeitungsqualität mit sogenanntem „Gorilla Glas“ über dem Display, toller Ausstattung und starken inneren Werten. Hier stimmt fast alles.

Zunächst ein Blick auf die Hardware: Das Design ist von klaren Linien geprägt, nichts steht hervor, alle Anschlüsse der Rückseite schließen bündig ab. Das Gehäuse ist in mattem Kunststoff gehalten, darunter schützt eine Magnesium-Hülle den wertvollen Inhalt. Die beleuchtbare Tastatur hat einen Spritzwasserschutz, und das Notebook soll mit diesen Vorkehrungen „militärischen Anforderungen“ genügen, wie der Hersteller schreibt. Das haben wir nicht geprüft, aber verblüffend ist jedenfalls die hohe Verwindungssteifigkeit.

Schnell, schick, robust: Lenovo Thinkpad X1 (Foto Hersteller)

Lenovo preist das X1 als „dünnstes Thinkpad“ mit einer Höhe von nur „17 Millimeter“. Nachgemessen sind es jedoch ausgewachsene 2,1 Zentimeter. Indes bleibt dieses Gerät mit einem Gewicht von 1,7 Kilogramm und einer Fläche von 34 x 23 Zentimeter sehr kompakt und leicht. Das X1 ist kein Ballast im Reisegepäck, die Bauform liegt genau in der Mitte zwischen „zu klein zum ernsthaften Arbeiten“ und „zu groß zum täglichen Mitnehmen“. Das gilt auch für die Displaydiagonale von 31 Zentimeter. Allerdings kommt man dann gleich ins Grübeln: Denn in diesem Format (13 Zoll) ist bei vielen anderen Top-Notebooks eine Auflösung von 1440 x 900 Pixel vorhanden. Etwa beim Thinkpad X301 von Lenovo. Hier sind es jedoch nur die für ein 11-Zoll-Gerät typischen 1366 x 768 Bildpunkte. Eine Chance vertan. Dass sich das Display wirklich komplett um 180 Grad in die Horizontale schieben lässt, sei als Pluspunkt angemerkt. Negativ wiederum fallen zwei Punkte auf: Es fehlen die Scharnierhaken, die bei älteren Thinkpads ein sicheres Einrasten von Ober- und Unterseite sicherstellen und ferner kommt ein Spiegeldisplay zum Einsatz. Bei Business-Geräten ist jedoch eine matte Oberfläche angesagt. Die störenden Reflexionen halten sich jedoch in Grenzen.

Und dann die Tastatur: Sie ist schlichtweg großartig, die beste Notebook-Tastatur, die uns bislang unter die Finger gekommen ist, knackig, präzise, toll. Als Maus-Ersatz gibt es wie gehabt ein Touchpad, Aktionen können wahlweise mit drei Tasten darüber oder direkt auf der berührungsempfindlichen Fläche ausgelöst werden. Das neue Touchpad reagiert ungemein feinfühlig, wer es nicht mag, nimmt den Cursor-Knubbel zwischen den Tasten G, H und B. Ein Fingerabdruck-Sensor mit biometrischer Erkennung ist ebenfalls dabei – und funktionierte bei uns prima.

Mit Anschlüssen für jedwede Peripherie ist der Lenovo bestens ausgestattet: Ein flottes Kopiertempo im Zusammenspiel mit externen Festplatten bieten USB-3.0- und Esata, ein zweiter USB-2.0-Anschluss ist links hinter einer (billig wirkenden) Plastikabdeckung verborgen, und auf der rechten Seite befindet sich der SD-Kartenleser (auch für SDHC und SDXC). Wer den X1 an einen Beamer mit VGA ankoppeln will, benötigt einen Adapter, denn für die Bildschirmausgabe sind allein ein Mini-Displayport sowie eine HDMI-Schnittstelle vorgesehen. Bluetooth gehört ebenfalls zur Serienausstattung. Ferner ist für den Lenovo ein UMTS-Modul erhältlich, die Sim-Karte lässt sich an der Rückseite einstecken. Was fehlt? Ein optisches Laufwerk und ein vom Anwender wechselbarer Akku. Der Kraftspender ist in zwei Varianten mit 35 bis 38 Wattstunden erhältlich, unser Testgerät lief damit bis zu vier Stunden, ein unbefriedigender Wert. Wer die Ausdauer verbessern will, benötigt einen Zusatzakku, der eine Gesamtlaufzeit von bis zu zehn Stunden bringen soll. Ein interessantes Detail ist die Schnellladetechnik: in einer halben Stunde ist der Akku zu 80 Prozent gefüllt.

Im täglichen Einsatz arbeitete der X1 bei uns mit Bravour. Es ist nur wenig Crapware aufgespielt, und zur Standardausrüstung gehören natürlich die bekannten Thinkpad-Tools, mit denen man etliche Einstellungen unter einer einheitlichen Oberfläche vornehmen kann. Größter Kritikpunkt neben der geringen Bildschirmauflösung ist der Lüfter. Er springt zwar bei gewöhnlichen Büroarbeiten nur selten an, ist aber in leiser Umgebung und bei arbeitsintensiven Jobs ein nicht zu überhörender Störfaktor. Im Härtetest mit zusätzlich angeschlossenem Zweitmonitor und laufender Spracherkennung (Dragon Naturally Speaking) lief er ununterbrochen. Wie gesagt: Er ist nicht besonders laut, aber wer feine Ohren hat, wird sich daran stören.

Auf den deutschen Markt kommt der X1 nur mit Intels Core-i5-Prozessoren (2,5 Gigahertz, 2520M). In Amerika ist er auch mit dem kleineren Core-i3 lieferbar. Das Arbeitstempo des i5, der als Notebook-Prozessor mit zwei Kernen auskommen muss, ist überragend und reicht selbst für anspruchsvollere Tätigkeiten wie Videoschnitt. Als Grafikeinheit dient Intels HD Graphics 3000, die direkt im Kern der Sandy-Bridge-Prozessoren integriert ist, keinen eigenen Speicher mitbringt, aber auf den Level-3-Cache des Prozessors zugreift. Sie ist deutlich schneller als die ältere Intel GMA-Grafiklösung und erreicht ungefähr die Leistung einer günstigen Einsteiger-Grafikkarte, etwa der ATI HD 5470. Selbst aktuelle, anspruchsvolle 3D-Spiele lassen sich (mit niedrigen Grafikdetails) auf diesem Notebook spielen.

In den Vereinigten Staaten deutlich günstiger: X1 auf der lenovo.com (Foto Spehr)

Der X1 lässt sich in Deutschland in zwei Varianten bestellen: Mit 4 Gigabyte Arbeitsspeicher, Windows 7 Professional in der 64-Bit-Version und einer herkömmlichen 320-Gigabyte-Festplatte kostet das Gerät sage und schreibe 1815 Euro. Die von uns ausprobierte Luxusvariante mit 8 Gigabyte Arbeitsspeicher und einem 160-Gigabyte-SSD-Laufwerk steht mit 2225 Euro in der Preisliste. In den Vereinigten Staaten kostet die kleinste Ausstattung des X1 (mit Core-i3-Prozessor und 4 Gigabyte Arbeitsspeicher) 1200 Dollar, was ungefähr 850 Euro sind. Mit Core-i5-Prozessor kamen wir auf 1300 Dollar, also 920 Euro. Selbst wenn man noch allfällige Steuern und Abgaben hinzurechnet, kann man die Preisgestaltung für deutschen Markt nur als unverschämt bezeichnen. Keine Frage: Der X1 ist einer der besten derzeit erhältlichen Notebooks. Aber mit dem Kauf würden wir noch warten, bis die Preise gefallen sind.

Review Engadget.com

Review des Laptopmag.com

Review PCMag.com