Neulich beim Mercedes-Händler. Der ältere Kunde, wir schätzen ihn auf jugendliche 75 Jahre, holt einen nagelneuen CLS 350 ab. Fein herausgeputzt steht das Coupé im Hof, und der Verkäufer beginnt mit seiner Einweisung. Rund eine Stunde hören wir mit halbem Ohr zu, unser Auto wird derweil in der Werkstatt geprüft. Was das Fahren und die Mechanik betrifft, ist alles Wichtige schnell gesagt. Und dann geht es an die Erklärung des Comand-Systems für Routenführung, HiFi und Telefonie. „So geben Sie das Ziel ein, da geht es zurück ins Hauptmenü, mit dieser Taste starten Sie …“ und so weiter. Der stolze Neuwagenbesitzer wird langsam ungeduldig. Er will vermutlich den Sechszylinder sofort auf den engen Straßen des Taunus ausfahren, die Leistung und Leidenschaft von mehr als 300 PS spüren und eine scharfe Prüfung auf Exaktheit und Funktion vornehmen. Wir können ihn verstehen und leiden mit. Dieses Auto muss bewegt werden. „Zeigen Sie ihm doch endlich die Sprachbedienung“, möchten wir am liebsten den Verkäufer in seinem Redeschwall unterbrechen. Damit hätte sich das ganze Hin und Her sofort erledigt. Denn die Spracherkennung arbeitet bei den deutschen Premiumherstellern mittlerweile verblüffend gut. „Ziel eingeben, Frankfurt, Hellerhofstraße“, das ist schon alles. Ältere Autofahrer profitieren davon ungemein. Sie können sich wieder mit allen Sinnen einer Fahrt zwischen Hingabe und Präzision widmen.
Tag Archives: Mercedes-Benz
Terminal Mode: Smartphone-Inhalte im Auto
Wie überträgt man Musik, Navi-Daten und andere Inhalte vom Smartphone ins Auto? Den Ansatz von Nokia zeigt dieses Video. Man kann Smartphone-Apps auf dem Display der Kommunikationsanlage des Autos laufen lassen und dabei das gewohnte Interface des Fahrzeugs zur Bedienung nutzen. Was man auf dem Smartphone sieht, zeigt die Infotainment-Anlage des Autos. Auf diese Weise sollen auch zahlreiche neue Apps rund um die Mobilität entstehen, denn Terminal Mode soll ein offener Standard werden, es nutzt bewährte Protokolle wie UPnP, Bluetooth und andere. Bei den Fahrzeugherstellern sind mit dabei: Audi, BMW, Mercedes-Benz, Porsche und Volkswagen.
Internetzugang jetzt auch bei Mercedes-Benz
Den Anfang macht ab März die neue C-Klasse
Im März startet die neue C-Klasse in Europa, und erstmals bietet auch Mercedes-Benz einen Internetzugang im Fahrzeug an. Was man bei der S- und E-Klasse bislang noch nicht findet, heißt jetzt Comand Online und bietet laut Pressemitteilung folgendes:
“Kunden können im Stand frei browsen oder zu einem Mercedes-Benz Online-Dienst surfen. Zu den integrierten Diensten zählen Wetter und Sonderzielsuche über Google sowie die Möglichkeit, eine zuvor am PC per Google Maps konfigurierte und zum Auto gesendete Route herunter zu laden.Um neue Funktionen ergänzt wurde ebenso die Navigation von Comand Online. Neu ist unter anderem die 3D-Optik mit plastischen Stadt-Modellen.”
Comand Online kostet mindestens 3070 Euro und bietet ferner eine SMS-Anzeige für angeschlossene Handys, die drahtlose Musikübertragung mit Bluetooth A2DP sowie eine USB-Schnittstelle in der Mittelarmlehne.
(Quelle: Pressemitteilung vom 10.01.11)
Die Auto-News der CES in Las Vegas 2011
Audi
Audi hatte einen großen Auftritt auf der CES, Vorstandsvorsitzender Rupert Stadler sprach vom vernetzten Automobil der Zukunft. Man arbeite an “Weiterentwicklungen” des Head-up-Displays (das Audi aber bislang nicht anbietet) und der Anbindung von LTE ans Fahrzeug. Neben Google Earth, das jetzt schon im Audi mit MMI sichtbar ist, komme auch Streetview dazu. “Je realistischer die Präsentation, desto geringer die Ablenkung”, sagte Stadler. Das meine ich nicht: Je mehr Details, desto mehr Ablenkung.
Deutlich interessanter und näher an der Realität ist indes das vorgeführte neue MMI mit Tegra-Chipsatz von Nvidia. Im Foto von Engadget sieht man, dass das Touchpad (das es bislang in Deutschland nur im A8 und im kommenden A6 gibt) ersetzt wird durch eine berührungsempfindliche Fläche im Controller. Das System soll zuerst im A3 kommen. (Meine Spekulation: in den großen Modellen bleibt es beim Touchpad, in den kleinen wird es in den Controller integriert). Hier der aktuelle Stand der Dinge bei Audi im A8, Baujahr 2010.
Ford
Das in den US sehr erfolgreiche Sync-System mit Sprachbedienung ist zwar in Europa nicht erhältlich. In den Vereinigten Staaten macht es indes Karriere und wird jetzt ergänzt um “Sync Destinations”, eine App, die es erlaubt, eine Routenplanung am Smartphone vorzunehmen: Engagdget. Auch für den neu vorgestellten “Focus Electric” gibt es eine “App”. Ferner bekommt auch der Ford Mustang ab Baujahr 2012 das Ford Sync eingebaut. Hier der Stand der Dinge bei deutschen Ford-Modellen am Beispiel des Galaxy.
Mini
Für den Mini Cooper Countryman der BMW-Tochter gibt es in den US “Mini Connected”, eine App, die den in den Vereinigten Staaten sehr populären Musikdienst Pandora ins Fahrzeug bringt. Mit dem iPhone kann man dann Pandora über die Bedienelemente des Fahrzeugs steuern.
Chrysler
Auch Chrysler US bringt eine App für Android, Blackberry und iOS.
Mercedes-Benz
Mit der US-App “mbrace” für das iPhone kann man, wie bei der BMW-App, sein Fahrzeug aus der Ferne öffnen, schließen und orten. Ferner gibt es weitergehende, kostenpflichtige Premium-Services.
Toyota
Auch Toyota will den amerikanischen Pandora-Musikdienst in seinen US-Fahrzeugen anbieten, das Ganze läuft unter Toyotas Entune-Multimedia-System. Entune wurde auf der CES neu vorgestellt, es verbindet ein Smartphone mit der Infrastruktur des Autos, inklusive Datenaustausch etc. Ob Entune nach Europa kommt, ist noch nicht klar.

