Test: Audi A3 Modelljahr 2012 und das neue MMI

Jetzt sickert der Fortschritt nicht von oben nach unten, sondern geht die umgekehrte Richtung: Audi präsentierte zur CES sein gründlich überarbeitetes MMI-Kommunikationssystem, und es kommt zuerst nicht etwa im Audi A8, sondern im neuen A3. „MMI Navigation plus mit MMI Touch“ heißt das Spitzenprodukt aus dem „modularen Infotainmentbaukasten“, und damit ist gleich das erste Stichwort genannt: Angesichts des rasanten Innovationstempos in der Unterhaltungselektronik besteht der Zentralrechner im Handschuhfach aus zwei Einheiten: Neben dem Radiomodul mit Basisfunktionen ist ein austauschbares MMX-Board als Multimedia-Extension verbaut, das sich flink aktualisieren lässt.

Neues MMI: Audi A3 Modelljahr 2012 (Fotos Hersteller)

Als Recheneinheit kommt ein Dualcore ARM-Prozessor aus der Tegra-2-Serie von Nvidia zum Einsatz, der mit 1,2 Gigahertz getaktet ist und von einer zusätzlichen Grafikkarte unterstützt wird. Mit dieser geballten Rechenleistung ist es möglich, dreidimensionale Animationen in Echtzeit anzuzeigen. Es werden also keine fertigen Grafiken geladen, sondern Animationen aus dem hinterlegten Datenmaterial live berechnet.

Ran an die Antenne: Handy-Kopplung

Die ganze Pracht zeigt sich auf dem ebenfalls neuen TFT-Monitor, der auf einer Diagonale von 17,8 Zentimeter mit 800 × 480 Pixel auflöst. Das Display fährt motorbetrieben aus der Instrumententafel heraus – und versteckt sich dezent im geparkten Fahrzeug. Die sehr dünne Anzeige sieht nicht nur edel aus, sondern hat auch eine brillante Darstellung mit knackigen Farben, sie ist selbst bei hellem Sonnenschein gut ablesbar.

Neu ist ferner die Bedieneinheit, die Audi MMI Terminal nennt. Hier verschmelzen nun der gewohnte Controller und das aus der Oberklasse bereits bekannte Touchpad inklusive Handschrifterkennung zu einer Einheit. Die Oberseite des Drehstellers ist zugleich die berührungsempfindliche Fläche, auf welcher der Finger Buchstaben oder Zahlen malt.

Das System hatten wir schon im A8 gelobt, es erlaubt nämlich Texteingaben, ohne dass der Fahrer den Blick von der Fahrbahn abwenden muss, jedes erkannte Zeichen wird leise vorgelesen. Wer die ebenfalls vorhandene Sprachbedienung nicht mag, bekommt hier eine sinnvolle Alternative.

Man darf sich über Finesse freuen

Das MMI Terminal hat nun statt der gewohnten Menütasten zwei Kipphebel über dem Drehsteller, die einen schnellen Zugriff auf die Bereiche Telefon, Navigation, Medien und Radio erlauben. Sie lassen sich ohne ablenkenden Blick gut ertasten. Nur die vier Softkeys und die zwei Menütasten unter dem Controller verlangen dann doch wieder den Blick nach unten, hier ist die Fahrerablenkung höher.

Blick nach unten: Controller mit Handschrifterkennung

Geht man etwas tiefer in die Menüs, darf man sich über die feinere Zeichnung der einzelnen Einträge und manche Finesse freuen. Wer das ältere MMI kennt, kommt auch mit dem neuen sofort zurecht. Die schönen Details sind überwiegend optischer Natur. Dazu gehört etwa die Vorschaufunktion, sie blendet im Hauptmenü die Bildschirme der Untermenüs in stark verkleinerter Darstellung ein. Musik lässt sich nun im üppigen 64 Gigabyte großen internen Speicher ablegen, und wenn die Alben in der Gracenote-Datenbank gespeichert sind, sieht man Coverbilder sogar dann, wenn der MP3-Zuspieler drahtlos mit dem Musikprotokoll A2DP angebunden ist.

Die Navigationsabteilung greift jetzt problemlos auf das Kontaktverzeichnis eines angedockten Smartphones zu und übernimmt ohne manuelle Nachbesserung Ort, Straße und Hausnummer als Navigationsziel. Und schließlich die Einstellung der Fahrzeugparameter: Dank der neuen 3D-Grafik sieht man hier sofort mit toller Visualisierung, was welcher Schalter bewirkt. Das alles sind nette Argumente für den Verkaufsraum. In der Gesamtschau spielt „MMI Navigation plus mit MMI Touch“ auf allerhöchstem Niveau, die Weiterentwicklung mitsamt Handschrifterkennung ist ein Schritt nach vorn.

Aber Audi bleibt dabei nicht stehen, auch die Internetdienste ziehen demnächst unter dem Oberbegriff „Audi Connect“ in die Kompaktklasse ein. In unserem Testwagen waren sie noch nicht implementiert, angekündigt sind indes: der W-Lan-Hotspot, den es bereits in der Audi-Mittel- und Oberklasse gibt, Routenplanung am PC mitsamt Übertragung der Daten ins Fahrzeug, Navigationskarten mit Google-Earth-Anzeige sowie die Premium-Verkehrsinformationen.

Neu sind ferner eine Spracherkennung bei der Sonderzielsuche sowie die iPhone-App „Music Stream“, die bis zu 3000 Internet-Radiosender ins Fahrzeug holt. Auch kann man demnächst mit weiteren Apps auf RSS-Nachrichten zugreifen und sich diese während der Fahrt von einer synthetischen Stimme vorlesen lassen. Facebook und Twitter sind ebenfalls angekündigt.

Das alles werden wir demnächst ausprobieren, aber ein Highlight des neuen A3 haben wir schon jetzt schätzen gelernt: Die „Phone Box“ ist eine geräumige Ablageschale für das Mobiltelefon in der Mittelarmlehne. Ein Handy lässt sich hier ablegen oder mit den entsprechenden Adapterkabeln ans MMI andocken. Der Pfiff ist die Planar-Antenne im Boden der Schale. Liegt das Mobilgerät darauf auf, werden die Funksignale per Nahfeld-Kopplung und einem Verstärker als Mittelglied an die Fahrzeugantenne weitergeleitet. Es geht also um bessere Sende- und Empfangseigenschaften und nicht um das (angekündigte) kontaktlose Laden des Akkus. Wir waren anfangs sehr skeptisch, aber schon bei den ersten Fahrten zeigte sich: Das ist ein Knüller.

Die Phone Box ist ein Muss

Auf unserer Probestrecke durch den Taunus wurde an drei von fünf Stellen mit kritischer Funkversorgung das laufende Telefonat gehalten. Mit dem auf dem Beifahrersitz liegenden Handy brachen die Gespräche ab. Aber nicht jede Schwachstelle der Netze ist damit vom Tisch – Weiterlesen auf FAZnet

 

Wenn der Beifahrer den Spielfilm in der Windschutzscheibe sieht: Kommunikationstechnik auf der Auto Show in Detroit

Keine Neuvorstellung ohne Kommunikationstechnik: An jeder Ecke der Autoshow in Detroit zeigten die führenden Hersteller ihre neuen Navi-Systeme, ihre Multimedia-Anlagen, das vernetzte Fahrzeug der Zukunft und immer größere Farbdisplays in der Mittelkonsole. Die Smartphone-App zum Auto wird selbstverständlich: als ausgelagertes Bedienelement für Zusatzfunktionen und Mittel der Personalisierung. Oder, wie bei der App „Car Together“ von Mercedes-Benz, zum Finden von Mitfahrern, die ähnliche Interessen und Hobbys haben. Auch das Zweitdisplay zwischen Tachometer und Drehzahlmesser soll bei der Individualisierung des eigenen Wagens hilfreich sein: Selbst in der Kompaktklasse sieht man künftig hochauflösende Zweitanzeigen mit frei wählbaren Farben für Navi-Hinweise und Musik-Wiedergabelisten.

Der neue Trend bei den Cockpitanzeigen sind „Themes“, wie man sie in der Smartphone-Welt schon lange kennt: Diese Ensembles fassen Farben, Symbole, Inhalte und Einstellungen unter einem Dach zusammen und lassen sich mit wenig Aufwand wechseln. Ford zeigte abermals sein beliebtes „Sync„-System, das Navigation, Musik und Telefonie vereint. Die übergreifende Spracherkennung hat Sync in Amerika populär gemacht. Nun gibt es weitere neue Apps rund um Sync, und noch in diesem Jahr wird die Anlage in die europäischen Ford-Modelle einziehen.

Audi zeigte in Detroit und auf der CES in Las Vegas zwei neue Technikbausteine, die nahezu serienreif sind und auf der Messe in Nevada bereits ausgiebig erprobt werden konnten. Zum einen das verbesserte MMI-System, das bei Audi für Kommunikationstechnik und Unterhaltung zuständig ist. Das kommende MMI startet nicht etwa im Flaggschiff Audi A8, sondern im neuen Audi A3, der für 2013 angekündigt ist. Sofort augenfällig ist die modernisierte Bedienlandschaft: Das Touchpad befindet sich künftig auf dem nunmehr größeren Controller. Wie gehabt, kann man auf der berührungsempfindlichen Fläche mit dem Finger einzelne Buchstaben oder Ziffern malen, eine Schrifterkennung übernimmt die Umsetzung.

Per Fingertipp: Neue MMI für den Audi A3 (Fotos Audi)

Aus den bisherigen Menütasten werden nun Kipphebel, die man nach oben oder unten schiebt. Musste man bislang bei MMI stets den Blick von der Straße nach unten wenden, ist die Anlage nun erfühlbar und damit „blind“ zu bedienen. Ein von uns jahrelang beklagter Missstand ist damit abgestellt.

Auch in den einzelnen Abteilungen tut sich viel. In dem Karussellmenü gibt es künftig eine kleine Vorschau, welche die einzelnen Menüpunkte visualisiert. Die neuen optischen Elemente sind jedoch nicht nur eine Freude für das Auge. Vielmehr werden jetzt alle Funktionen – zu denen auch die Assistenzsysteme gehören – mit einem dreidimensionalen Modell auf dem Bildschirm erläutert. Will man beispielsweise die Lichtverteilung der Innenraumbeleuchtung ändern, sieht man die Auswirkungen vorab im Modell. Wer nicht genau weiß, welche Technik sich hinter einer Funktion verbirgt, dem wird auf diese Weise geholfen. Das Fahrzeugmodell wird nicht statisch wiedergegeben, sondern auf der Basis der gesetzten Einstellungen aktuell berechnet. Diese schöne Herausforderung gelingt dank der neuen Grafikeinheit Tegra T30 von Nvidia. Zudem ist von 2013 an das MMX-Board für die Multimedia-Erweiterungen austauschbar. So lassen sich also künftig neue Funktionen nachrüsten.

3D-Animation: Vorschaufunktion des neuen MMI (Foto Audi)

Vielleicht zieht dann auch Facebook in den Audi ein. In Las Vegas war ein entsprechender Menüpunkt bereits zu sehen. Nach der Anmeldung wird die Facebook-Pinwand gezeigt, einzelne Beiträge kann man sich vorlesen lassen. Wie bei Facebook im Command-System von Mercedes-Benz werden auch die „Orte“ unterstützt. Man sieht, wo sich seine Facebook-Freunde gerade aufhalten, und mit einem Tastendruck navigiert man zu der entsprechenden Location. Das alles lenkt deutlich weniger ab als die Suche nach einem Club oder Restaurant in der Navigationsabteilung. Eigene Statusmeldungen kann man, wie bei BMW und Mercedes-Benz, nur in der Form von Textbausteinen veröffentlichen. Auch hier wird also eine mögliche Ablenkung des Fahrers unterbunden.

Der zweite Baustein sind neue Headup-Displays, die als Konzeptstudie vorliegen. Bieten diese Anzeigen bislang nur sehr grobschlächtige Informationen, etwa Pfeildarstellungen für die Navigation, bringt Audi eine bislang nicht gesehene Detailtiefe in das Sichtfeld vor dem Fahrzeug. Verschiedene Techniken wurden vorgeführt: Was Audi „Mitteldisplay“ nennt, ist vor allem eine immense Erweiterung des Betrachtungswinkels. Auch der Beifahrer kann nun in der Windschutzscheibe jene Informationen sehen, die bei der alten Technik allein dem Fahrer vorbehalten waren. Eigene Headup-Displays für den Beifahrer wiederum ermöglichen es, dass dieser während der Fahrt einen Film von DVD sehen kann.

Am spektakulärsten erschien uns hingegen das „kontextanaloge“ Head-up-Display. Dabei werden Informationen, Warnmeldungen oder Navi-Hinweise so dicht mit der Realität verknüpft, dass beispielsweise der Navi-Abbiegehinweis in Pfeilform direkt auf dem entsprechenden Kreuzungspunkt zu liegen scheint. Der optische Eindruck ist überwältigend. Diese hochauflösenden Headup-Displays basieren auf der DLP-Projektionstechnik, wie man sie von Beamern im Heimkino kennt. Die Abkürzung steht für Digital Light Processing, Audi verwendet Auflösungen von derzeit 800 × 600 Pixel. Das Bild wird mit einer Lichtstärke von 10 000 Candela erzeugt und über eine Mattscheibe und mehrere Spiegel in die Windschutzscheibe eingespielt.

Test: MMI im Audi A1 (2010)

Nein, er ist keine gewöhnliche Vierradware, er mag zwar klein sein, ist aber keineswegs billig. Der Audi A1 fährt im Kleinwagensegment, hat jede Menge Technik vom VW Polo, trägt aber auch Gene der Größe in sich, vor allem in Sachen Kommunikation. Um schnell auf den Punkt zu kommen: Kein anderer in dieser Klasse bietet auch nur annähernd so viel. Man hat ihm nahezu das gesamte MMI-Programm der großen Brüder mitgegeben, das Gebotene ist überragend – und natürlich ein Mittel der Distinktion gegenüber der Konkurrenz. Hinsichtlich Navigation, HiFi, iPod-Anbindung und Telefonie bekommt man im Audi A1 Spitzentechnik ohne Wenn und Aber, also ein High-Tech-Fahrzeug im kompakten Format.

Coverflow: Musik für Feinschmecker (Fotos Spehr)

Die Qual der Wahl besteht in zwei Ausstattungsvarianten: Das auf den ersten Blick günstige „Navigationspaket“ schlägt zwar mit nur 1160 Euro zu Buche, dazu kommen aber als Pflichtprogramm die Radioanlage Concert (425 Euro), das Multifunktions-Sportlederlenkrad (130 bis 390 Euro) und das monochrome Fahrerinformationssystem zwischen Tachometer und Drehzahlmesser (180 Euro). Wer unterwegs freisprechend telefonieren will, benötigt ferner die Bluetooth-Schnittstelle für weitere 570 Euro. Flugs ist man bei mindestens 2500 Euro gelandet, und spätestens dann, so spekuliert wohl das Audi-Marketing, wird man einen Blick auf das große MMI Plus werfen, das 2650 Euro kostet und ebenfalls das Fahrerinformationssystem sowie das Multifunktionslenkrad erfordert. Also mehr als 3000 Euro für die Elektronik in einem Fahrzeug, das mit dem kleinsten Motor (1.2 TFSI) 15 800 Euro kostet. Aber wer kauft schon ein nacktes Fahrzeug? Die Aufpreisliste ist auch jenseits der Elektronik lang und verführerisch. Unser Testwagen mit dem 1,4-Liter-Motor und 90 kW (122 PS, Grundpreis mit Automatik 19 000 Euro), lag mit allem Drum und Dran bei fast 35 000 Euro, also ein kleines Auto zum Preis eines großen, und dann kann man auch MMI Plus getrost mitnehmen.

Es lohnt sich: Die Software entspricht nahezu dem aktuellen System im neuen Audi A8, nur bei der Hardware macht man Kompromisse: Der Monitor, der wenig elegant aus dem Armaturenbrett hervorguckt, lässt sich nicht motorbetrieben, sondern nur von Hand ein- und ausklappen, er ist zudem im Blickwinkel nicht justierbar – und mit einer Diagonale von 16,5 Zentimetern etwas kleiner. Auch der Controller als zentrales Bedienelement weist nicht die gewohnte Größe auf, rastet aber satt ein und macht hinsichtlich Haptik und Anmutung einen ordentlichen Eindruck. Vier Softkeys rund um den Drehsteller übernehmen kontextabhängig bestimmte Funktionen. In die Hauptmenüs führen acht eindeutig beschriftete Tasten, und mit „Back“ kommt man jeweils eine Ebene zurück. MMI Plus ist leicht und eingängig zu bedienen, es arbeitet zudem schnell und zuverlässig. Wer mit dem System etwas mehr vertraut ist, nutzt die Sprachsteuerung von Nuance, sie arbeitet auf dem Niveau des A8 und erlaubt nicht nur die Namenwahl von Telefonbucheinträgen ohne vorheriges Training, sondern auch das Erfassen von Straße und Ort eines Ziels „in einem Rutsch“.

Die Zentrale: MMI im Audi A1

Der Copilot erledigt seine Aufgabe mit Bravour. Die Bildschirmdarstellung ist präzise und stets eindeutig. Eine Mini-Karte für Kreuzungen und Fahrspurassistenten gehören zur Ausstattung. Bei Bedarf lassen sich vor Beginn der Fahrt drei verschiedene Strecken berechnen, eine davon soll besonders verbrauchsgünstig sein. Und nun zeigt Audi in der Karte auch Hinweise zum aktuell geltenden Tempolimit, es handelt sich allerdings um historische Daten des Kartenherstellers. Eine kameragestützte Erfassung der Verkehrszeichen fehlt ebenso wie eine Warnung bei der Überschreitung des Limits. Ein schönes und sinnvolles Extra ist wiederum TMC Pro, es werden also die Premium-Verkehrsinformationen angezeigt und zwecks Stauvermeidung ausgewertet.

Auch bei HiFi und Multimedia bietet der A1 die große Offenheit für unterschiedliche Systeme. Am einfachsten gelingt die Musikwiedergabe von einer handelsüblichen SD-Speicherkarte, wie sie derzeit bis 32 Gigabyte erhältlich sind. Gleich zwei davon lassen sich verwenden, genug Platz für mehr als 1000 Alben. Wer sich nicht um die Umwandlung des Musikbestands ins MP3-Format kümmern will, kann diese Pflichtübung von MMI erledigen lassen: Bis zu 20 Gigabyte stellt die Jukebox genannte Festplatte für Musik parat, die Titel von der CD werden automatisch ins MP3-Format eingedampft, und die Albendarstellung à la Apples „Coverflow“ ist spektakulär. Wer einen externen Musikspieler einsetzen will, schließt ihn entweder mit einem Adapterkabel an oder nimmt die Bluetooth-Übertragung A2DP, die von vielen Smartphones unterstützt wird. Wir hatten mit dem iPhone 4 keinerlei Probleme, störend ist indes, dass sich die HiFi-Anlage zu Beginn der Fahrt auch dann einschaltet, wenn man sie beim Verlassen des Fahrzeugs ausgeschaltet hatte. Alles andere rund um die Telefonie funktioniert mustergültig und einwandfrei. Dass das Sim-Access-Profil für Bluetooth nicht vorhanden ist, mag den Vieltelefonierer stören, ein Internetzugang fehlt ebenfalls. Aber wir reden ja hier von einem Kleinwagen, das sollte man nicht vergessen. (F.A.Z. vom 14.12.10)

Die iPhone-Anbindung in aktuellen Neuwagen: Was kann man erwarten?

Im vergangenen Jahr habe ich 26 Testwagen bewegt und die Kommunikationstechnik in der dienstäglichen Beilage „Technik und Motor“ beschrieben. Hier einige Hinweise zum iPhone in Neuwagen. Wie gut funktioniert die Anbindung an Navi- und Kommunikationssysteme der Werksausstattung, was kann man erwarten, worauf sollte man achten? Disclaimer: Dies ist ein genereller, grober Überblick.

Zunächst: Alle Fahrzeughersteller haben sich auf das iPhone „eingeschossen“. Es gibt von Apple nur ein aktuelles Modell und nicht Dutzende unterschiedlicher. Das macht die Anpassung an vorhandene HiFi- und Bluetooth-Anlagen deutlich einfacher als der sonst übliche Mix bei anderen Smartphone-Herstellern. Wer im Auto seine Musik vom iPhone hören und gut telefonieren, auf seine Anruflisten und das Telefonbuch über den Monitor des Navi-Systems zugreifen will, kommt einfacher und besser zum Ziel als mit einem Android, Blackberry oder Nokia.

Für den Vieltelefonierer gibt es jedoch eine ärgerliche Einschränkung: Apples iOS beherrscht nicht das Bluetooth-Profil „Sim Access“, bei dem das Gerät quasi schlafen gelegt wird und eine Mobilfunkeinheit des Fahrzeugs mitsamt Außenantenne die Kontrolle übernimmt. In manchen Luxuslimousinen macht sich dieser Makel sofort bemerkbar: Das Fahrzeug ist (etwa durch bedampfte Fensterscheiben) so gut gegen die Mobilfunksignale abgeschottet, dass man im Innern nur einen sehr schlechten Empfang hat. Und Vorsicht: Es gibt einige Fahrzeug-Freisprecher der Werkausstattung, die nur Bluetooth Sim Access verstehen (etwa bei Porsche). In diesem Fall lässt sich das iPhone nicht an die Anlage des Autos ankoppeln.

1. Die einfachste Lösung: Bluetooth zur Telefonie

Hier nur einige Stichworte: klappt so gut wie immer nach einmaliger Ankopplung, anschließend wird das iPhone mit dem Betreten des Fahrzeugs identifiziert. In der Regel funktioniert auch die Übernahme des Telefonbuchs und der Anruflisten. Einige Fahrzeug-Lösungen verwalten nur Anruflisten für Telefonate, die mit der Anlage im Auto geführt wurden. Gegebenenfalls hat die Auto-Anlage eine Sprachwahl, die ich sehr praktisch finde. Was dann immer funktioniert ist die Nummernwahl (man spricht die Rufnummer vor). Kniffeliger wird es bei der Namenswahl. Die beste Lösung: Man sagt „Rufe Max Mustermann“ und der zugehörige Eintrag wird gewählt, gegebenenfalls mit Rückfrage „mobil“, „Büro“ etc. Die zweitbeste Lösung: Einzelne Einträge aus dem Telefonbuch müssen angelernt und mit einem Sprach-Tag versehen werden. Man kann dann nur diese Einträge mit der Sprachsteuerung aufrufen.

2. Ebenfalls einfach: Bluetooth zur Musikwiedergabe

Mit dem Bluetooth-Protokoll A2DP kann man Musik vom iPhone in die Anlage des Fahrzeugs streamen. Sehr viele Neuwagen von Baujahr 2010 an beherrschen diese Funktion. Es gibt indes einige Tücken:

a) Keine Musikauswahl über die Fahrzeuganlage, sondern nur am Gerät. Man sieht also auf dem Monitor nicht, welches Stück gerade gespielt wird. Einige neuere Anlagen (etwa bei Audi) bieten indes die Option, vor- und zurückzuspulen bzw. zu springen.

b) Wirrwarr beim Fahrzeugstart. Häufig setzt die Musikwiedergabe mit dem Einschalten der Zündung ein, und was dann gespielt wird, ist meist nicht einstellbar. Einige Anlagen setzen die Wiedergabe immerhin dort fort, wo sie zuletzt endete.

c) Wirrwarr bei der Telefonie. Hat man die Bluetooth-Musik pausiert und geht ein Telefongespräch ein, startet die Musikwiedergabe nach dem Ende des Telefonats. Das ist leider bei fast jeder Anlage zu beobachten.

3. Teuer: Das Musikinterface fürs iPhone

Ein schlichtes Kabel zum Anschluss des Smartphones an die Anlage des Fahrzeugs lassen sich alle Autohersteller mit saftigen Aufpreisen bezahlen. 300 Euro sind nichts. Der Vorteil: Das iPhone-Interface mitsamt Wiedergabelisten und Ordnern wird mehr oder weniger perfekt auf den Monitor der Anlage übertragen, man kann mit dem Controller flink durch die Listen fahren und sieht seinen Bestand mitsamt Titeln. In der Regel (aber nicht immer) funktioniert die doppelte Anbindung (Kabel für Musik, Bluetooth fürs Telefon) einwandfrei.

Die Probleme hier:

a) Das iPhone „meckert“ über nicht kompatibles Zubehör. Einen Hinweis, den man getrost ignorieren kann.

b) Nicht jedes Kabel funktioniert auch als Ladekabel.

c) Bei einigen Anlagen ist während der Musikwiedergabe kein Zugriff aufs iPhone möglich, also kein schneller Seitenblick auf neue E-Mail während der Ampelpause.

d) Die Übertragung der iPhone-Daten ist nicht perfekt, es fehlen zum Beispiel Podcasts als eigenständiges Menü. Sie tauchen dann gegebenenfalls mit dem Podcast-Namen unter „Musik“ auf.

e) Einrichtungsprobleme, wenn die Anlage auch Bluetooth-Musik mit A2DP unterstützt.

Die Auto-News der CES in Las Vegas 2011

Audi

Audi hatte einen großen Auftritt auf der CES, Vorstandsvorsitzender Rupert Stadler sprach vom vernetzten Automobil der Zukunft. Man arbeite an „Weiterentwicklungen“ des Head-up-Displays (das Audi aber bislang nicht anbietet) und der Anbindung von LTE ans Fahrzeug. Neben Google Earth, das jetzt schon im Audi mit MMI sichtbar ist, komme auch Streetview dazu. „Je realistischer die Präsentation, desto geringer die Ablenkung“, sagte Stadler. Das meine ich nicht: Je mehr Details, desto mehr Ablenkung.

Rupert Stadtler, Vorstandsvorsitzender Audi, auf der CES 2011 (Foto: Audi)

Deutlich interessanter und näher an der Realität ist  indes das vorgeführte neue MMI mit Tegra-Chipsatz von Nvidia. Im Foto von Engadget sieht man, dass das Touchpad (das es bislang in Deutschland nur im A8 und im kommenden A6 gibt) ersetzt wird durch eine berührungsempfindliche Fläche im Controller. Das System soll zuerst im A3 kommen. (Meine Spekulation: in den großen Modellen bleibt es beim Touchpad, in den kleinen wird es in den Controller integriert). Hier der aktuelle Stand der Dinge bei Audi im A8, Baujahr 2010.

Ford

Das in den US sehr erfolgreiche Sync-System mit Sprachbedienung ist zwar in Europa nicht erhältlich. In den Vereinigten Staaten macht es indes Karriere und wird jetzt ergänzt um „Sync Destinations“, eine App, die es erlaubt, eine Routenplanung am Smartphone vorzunehmen: Engagdget. Auch für den neu vorgestellten „Focus Electric“ gibt es eine „App“. Ferner bekommt auch der Ford Mustang ab Baujahr 2012 das Ford Sync eingebaut. Hier der Stand der Dinge bei deutschen Ford-Modellen am Beispiel des Galaxy.

Mini

Für den Mini Cooper Countryman der BMW-Tochter gibt es in den US „Mini Connected“, eine App, die den in den Vereinigten Staaten sehr populären Musikdienst Pandora ins Fahrzeug bringt. Mit dem iPhone kann man dann Pandora über die Bedienelemente des Fahrzeugs steuern.

Chrysler

Auch Chrysler US bringt eine App für Android, Blackberry und iOS.

Mercedes-Benz

Mit der US-App „mbrace“ für das iPhone kann man, wie bei der BMW-App, sein Fahrzeug aus der Ferne öffnen, schließen und orten. Ferner gibt es weitergehende, kostenpflichtige Premium-Services.

Toyota

Auch Toyota will den amerikanischen Pandora-Musikdienst in seinen US-Fahrzeugen anbieten, das Ganze läuft unter Toyotas Entune-Multimedia-System. Entune wurde auf der CES neu vorgestellt, es verbindet ein Smartphone mit der Infrastruktur des Autos, inklusive Datenaustausch etc. Ob Entune nach Europa kommt, ist noch nicht klar.

Test: Das neue MMI-System im Audi A8 mit Touchpad

Wie immer steckt auch ein bisschen sportlicher Wettbewerb dahinter, wenn die deutschen Hersteller ihre Oberklasse-Limousinen neu auflegen. Wer fährt an die Spitze: Audi mit dem A8, Mercedes-Benz mit der S-Klasse oder der 7er von BMW? Und dieses Kräftemessen betrifft maßgeblich die Kommunikationstechnik, also das feine Drumherum, das man zum Fahren nicht unbedingt benötigt, sondern das vor allem ein Ausweis von Fortschritt und Freude an der Technik sein soll.

Der schnelle Luxus: Der neue Audi A8 (Foto: Hersteller)

Zuletzt hatte BMW sein iDrive-System erweitert, und nun zeigte uns Audi den neuen A8. Das MMI-System der Ingolstädter stand im Vordergrund unseres Interesses, denn hier hat sich unglaublich viel getan.

Erste Eindrücke beim Einsteigen ins Fahrzeug: Die gesamte Bedienlandschaft rund um den Wählhebel des Automatikgetriebes wurde neu gestaltet, die MMI-Tasten befinden sich nun oben in der Nähe des Bedienfelds für die Klimaanlage. Aus dem großen Wählhebel wird ein breiter Yachthebel, der zugleich als Handauflage dient. Die Tasten werden etwas kleiner, rücken enger zusammen und teilen sich den Platz mit einem Touchpad, das auf sanfte Fingerbewegungen reagiert und eine Handschrifterkennung bietet. Liegt die Hand auf dem Yachthebel, landen die Finger geradezu automatisch auf der berührungsempfindlichen Fläche. Dieses Touchpad ist neu, kein anderer Hersteller hat Ähnliches im Angebot, Audi nennt es MMI Touch.

Satellitenansicht: Google Earth zeigt die Welt von oben (Foto: Hersteller)

Der zweite Blick: Bei der Cockpit-Anzeige treten Drehzahlmesser und Tachometer nach außen und zurück: zugunsten eines in Fläche und Bedeutung vergrößerten Fahrerinformationssystems, das als Zweitmonitor neben dem (elektrisch ausfahrbaren) Hauptdisplay fungiert, die Inhalte werden unabhängig voneinander angezeigt. Neu und nicht unbedingt ein Fortschritt ist das Karussellmenü im MMI-Display. Beim älteren MMI gibt es drei Bedienebenen: Beschriftete Tasten führen in die Hauptmenüs von Telefonie, Navigation und Unterhaltung. Der Controller übernimmt die Ansteuerung der einzelnen Menüschaltflächen. Softkeys, deren Bedeutung in den vier Ecken des Displays wiedergegeben ist, sind für kontextabhängige Funktionen zuständig. Nun kommt noch das Karussell dazu, und damit ertappt man sich dann immer wieder bei der Frage, welcher Weg in welches Menü führt. Die strenge Bedienlogik wird durchbrochen, man kann sich aber daran gewöhnen.

Skeptisch waren wir anfangs auch beim Touchpad. Wozu braucht man im Auto eine Handschrifterkennung, zumal doch Audi die nahezu durchgängig in allen Menüs funktionierende Spracherkennung noch einmal verbessert hat? Letztere erlaubt es nun, dass man Ort, Straße und Hausnummer eines Navigationsziels in einem Rutsch diktiert, lästige Wartezeiten der Art „den Ort bitte“, „die Straße bitte“ entfallen. Auch die Telefonabteilung profitiert von der Nuance-Software, und in Sachen Musik lassen sich sogar Interpreten oder Alben mit Sprachkommandos auswählen.

Aber das Touchpad hat durchaus seine Berechtigung. Nicht nur, weil es im Ruhezustand durch sanftes Antippen die Auswahl von bis zu sechs Radiostationen mit eingeblendetem Ziffernblock erlaubt, sondern vor allem bei der Internetanbindung, die im aktuellen A8 ebenfalls neu bei Audi ist. Dazu dürfen wir kurz ausholen: Während BMW in erster Linie ein gewohntes Browser-Fenster auf dem Monitor einblendet, auf dass man im stehenden Fahrzeug wie am PC „surfen“ kann, konzentriert sich Audi auf jene Netz-Informationen, die man unterwegs benötigt: Wetter, Reiseinfos und Nachrichten in komprimierter Form und wie in einem RSS-Reader dargestellt, also nicht als konventionelle WWW-Seite.

Und zweitens, das ist mehr als diese Spielerei: eine Online-Google-Suche für Sonderziele am Standort, Zielort oder in einem Umkreis. Hier findet man also beispielsweise über Google den Namen, die Adresse und vielleicht sogar die Telefonnummer des Steuerberaters oder Arztes, die allesamt eben nicht im klassischen Kartenmaterial der Navi-Hersteller verzeichnet sind. Weil eine sprecherunabhängige Spracherkennung an solchen Herausforderungen scheitern würde, springt das Touchpad ein. Man malt einen Buchstaben nach dem anderen auf der Fläche, das Erkannte wird noch einmal vom System leise vorgesprochen – und die Erkennungsrate ist großartig. Das Ganze geht deutlich schneller als die Buchstabenauswahl über den Controller mit entsetzlich vielen Drehbewegungen. Und wenn man das Prinzip einmal verstanden hat, kann man während der Fahrt fröhlich vor sich hinschreiben, ohne auch nur einmal den Blick von der Straße nehmen zu müssen. In diesem Sinne ist das Touchpad ein Pluspunkt. Dass man die Fundstellen sofort in die Routenführung übernehmen kann, ist klar, und angezeigte Telefonnummern lassen sich direkt aus der Trefferliste heraus wählen.

Aber wie kommen die Daten aus dem Internet ins Fahrzeug? Dazu hat Audi die Telefonabteilung sinnvoll erweitert. Wie gehabt erfolgt die Mobilfunkanbindung wahlweise über eine eigene Sim-Karte, die in die Anlage gesteckt wird, oder per Handy mit den Bluetooth-Profilen Sim-Access und Handsfree. Unser Fahrzeug war mit den geräuschdämmenden Akustikscheiben ausgerüstet, und so zeigte sich schnell, dass die simple Bluetooth-Anbindung mit Handsfree nicht viel bringt: Die Dämpfung der Mobilfunk-Signale durch die Scheiben ist zu groß.

Sim-Access war die bessere Lösung: Das Handy wird während der Fahrt schlafen gelegt, eine eigene Mobilfunkeinheit übernimmt die Kommunikation. So gibt es keine „Strahlenbelastung“ im Innenraum, und die Sende- und Empfangseigenschaften waren fortan erstklassig: An jenen Stellen, an denen mit anderen Freisprechanlagen die Gespräche regelmäßig abbrachen, gab es zwar die eine oder andere Störung, aber keine Unterbrechung. Mit Sim-Access oder der eigenen Sim-Karte in der Anlage wird dann auch der Kontakt zum Internet hergestellt. Im Unterschied zu anderen Systemen ist keine zusätzliche Karte für Datenverbindungen erforderlich. Die Konfiguration der Zugangspunkte erfolgt automatisch, im Dauereinsatz störend war die zu häufige Sicherheitsabfrage, ob man auch wirklich eine kostenpflichtige Datenverbindung herstellen wolle. In der Langversion des Audi A8 und demnächst auch im Standardmodell kann man ferner das Auto zum rollenden W-LAN-Hotspot machen, also Notebooks oder Smartphones über das MMI anbinden.

Hat man dann die ersten zwei, drei Fahrten absolviert, freut man sich über die Kontinuität des Bewährten – und stößt auf weitere ungezählte Neuerungen und Verbesserungen. Die wichtigsten für den Vielfahrer sind die hochwertigen Verkehrsnachrichten von TMC Pro und permanent eingeblendete Hinweise zum aktuell geltenden Tempolimit. Wie bei BMW gibt es eine kameragestützte Erkennung der Verkehrsschilder, und ein kleines Symbol im Cockpit-Display zeigt das Limit an. Sogar bedingte Einschränkungen (etwa bei Nässe) und die dynamischen Geschwindigkeitsanzeigen auf Autobahnen werden ebenfalls gut identifiziert. Wie bei anderen Anlagen ist die Erkennung nicht perfekt, aber trotzdem eine Wohltat, wenn das Tempolimit alle zwei Kilometer ohne ersichtlichen Grund wechselt.

Was die Leistungsfähigkeit von Navigation und Musikabteilung betrifft, sei kurz zusammengefasst, dass alles bis ins Detail auf höchstem Oberklasse-Niveau spielt. Die Routenführung mit dreidimensionaler Kartendarstellung setzt Gelände mitsamt Höheninformationen und großstädtischer Bebauung plastisch in Szene. Bei Bedarf lassen sich Bilder aus Google Earth nachladen, ein prachtvolles Erlebnis für den Beifahrer, der ins Staunen gerät. Routen lassen sich am PC planen und über Mobilfunk ins Auto schicken, und bei der Musikwiedergabe gibt es eine geradezu erschlagende Fülle von Möglichkeiten und Optionen. Eigene Stücke können auf der Jukebox genannten Festplatte abgelegt werden, portable Musikspieler finden mit USB oder iPod-Interface den Anschluss ans Fahrzeug. Eine Coverflow-Darstellung à la Apple iPod krönt die optische Präsentation des vorhandenen Musikmaterials, und die von uns erprobte Anlage von Bang & Olufsen mit einer Gesamtleistung von 1400 Watt gefiel vor allem mit ihrem unaufdringlich-neutralen Charakter. Audi ist einer der ersten deutschen Hersteller, der das Bluetooth-Profil A2DP für die drahtlose Musikübertragung verwendet. Ein iPhone beispielsweise kann ohne Kabelwirrwarr angebunden werden. Nutzt man trotzdem das kabelgebundene Musikinterface, funktionierte bei unserem iPhone 4 leider der Bluetooth-Freisprechbetrieb nicht mehr, ein Phänomen, das sich in Ingolstadt bislang nicht reproduzieren ließ.

MMI mit Touchpad (links) zur Handschrifteingabe (Foto: Hersteller)

In der Gesamtschau ist das neue MMI ein Schritt nach vorn, es bietet noch mehr Komfort im Auto, und die Google-Suche erweist sich in mancher Hinsicht als praktisch. Dass es Audi geschafft hat, auf dem Umweg über das Touchpad eine auch während der Fahrt sinnvoll nutzbare Internetanbindung herzustellen, ist gewiss erst der Anfang weiterer WWW-Inhalte im Fahrzeug. Die Oberklasse-Limousine wird zur Kommunikationszentrale. Vor allem, wenn ihr stolzer Besitzer hinten sitzt und sich chauffieren lässt. (F.A.Z. vom 31.08.10)

Preise: MMI Navigation mit MMI Touch inklusive Musik-Interface und Bluetooth-Schnittstelle: 2900 Euro, DVD/CD-Wechsler: 550 Euro, Bang & Olufsen-Musikanlage mit 19 Lautsprechern: 6500 Euro