Philips macht Wireless Cameras M100 und B120 für Android unbrauchbar

Die Philips Insight-Kameras M100 und B120 zur Raum- oder Baby-Überwachung lassen sich mit einem Dropbox-Konto zwecks Alarm-Aufzeichnung verbinden.

Das funktioniert zwar mit Apples iOS. Für Android hat Philips die Software seit dem Kamera-Update auf Version 7.3 unbrauchbar gemacht. Die Verbindung mit einem Dropbox-Konto lässt sich zwar initiieren, aber nicht abschließen.

Etwa hier beschrieben, oder hier, bei mir dito.

Hier die Reaktion von Philips:

Dropbox-Problem mit Philips Insight W-Lan-Überwachungskamera lösen

Seit einigen Wochen laden die Philips W-Lan-Überwachungskameras Insight HD Babyphone B120 und M100 im Alarmfall keine Aufnahmen mehr in die Dropbox hoch. Es gab im April eine E-Mail an die Kunden, wonach aufgrund geänderter Dropbox-Einstellungen durch Heartbleed die Firmware der Kameras neu programmiert werden müsse. Man würde in der App informiert werden.

Nicht nur zur Babyüberwachung: Philips Insight mit Apps (Foto Hersteller)
Nicht nur zur Babyüberwachung: Philips Insight mit Apps (Foto Hersteller)

Wer die App unter iOS einsetzt, wartet bis heute vergeblich auf die Firmwareaktualisierung. Sie ist indes bereits fertig. Um die neue Firmware mit funktionierender Dropbox-Anbindung zu erhalten, lade man die Insight-App auf einem Android-Smartphone und bekommt dann anschließend nach Einrichtung und Dropbox-Anmeldung die Info, dass eine neue Firmware bereitsteht.

Mein FAZ-Review der Geräte vom März 2013.

Wer übrigens mit den neueren Philips-Kameras unter dem Namen Insight+ liebäugelt, sollte wissen, dass diese keine Dropbox-Anbindung haben. Hier werden die Überwachungsvideos in einer (kostenpflichtigen) proprietären Cloud gespeichert.

 

 

 

Dropbox-Problem mit Philips Insight W-Lan-Überwachungskameras B120 und M100 lösen

Also wird lieber ein Reitpferd gekauft

Bei diesem Experiment ging es mir darum, die Lagesensoren des Philips-Diktiergerätes DPM 8000 auszuprobieren. Wie ändert sich die Akustik und wie ändert sich die Erkennungsgenauigkeit der Spracherkennung, wenn man das Gerät während des Diktats auf den Tisch legt, um beispielsweise in Akten zu blättern oder in der E-Mail zu lesen?

Also habe ich kurzerhand eine meiner Glossen abdiktiert und das Gerät dabei unterschiedlich positioniert. Man vergleiche das Original auf FAZ.net mit der Transkription unten durch Dragon Naturally Speaking 12.5. Ich habe hier nichts korrigiert. Man sieht: Tablet PC schreiben wir bei der FAZ anders, den „Ergänzungsstrich links“ kann ich mir nie merken (Apple- und Google-Betriebssystem), nach dem Doppelpunkt schreiben wir bei der FAZ groß, „beim Hochfahren“ habe ich von vornherein als „beim groß Hochfahren“ diktiert, und so weiter und so fort. Der Brüller ist jedoch das Reitpferd … Das Experiment zeigt, dass sich Dragon 12 unglaublich gut auf unterschiedliche „Akustikräume“ einlässt, denn mit dem Ablegen des Geräts ist die Mikrofoncharakteristik eine ganz andere. Ach ja, man sieht auch, wie gut Spracherkennung mittlerweile funktioniert. Nicht die Technik limitiert, es ist meist der Nutzer.

 

Tablet gewinnt

In den ersten drei Monaten des Jahres wurden in Deutschland genauso viele Tablet-PC wie Notebooks gekauft, nämlich rund 1,2 Millionen. Die Verkaufszahlen für herkömmliche Rechner gehen seit Monaten zurück, die Umsätze mit Tablet-PC wachsen hingegen rasch. Deutschland folgt damit internationalen Tendenzen: in diesem Jahr werden nach den Prognosen von IDC in aller Welt mehr Tablet-PC mit Apple und Google-Betriebssystem verkauft als die gewohnten Arbeitsmaschinen.

Diese Entwicklung wundert kaum: es gibt keinen Grund, einen zwei oder drei Jahre alten Rechner zu ersetzen. Seine gefühlte Langsamkeit beim Hochfahren oder Abarbeiten von Standardaufgaben ist in der Regel der Software und nicht veralteter Hardware geschuldet. Also wird lieber ein Reitpferd oder ein Androide gekauft. Man macht nichts verkehrt, und die Flachmänner überzeugen mit ihrer Kinder leichten Bedienung, der langen Akkulaufzeit und mit ihrem tollen Stand-by-Verhalten. Sie sind sofort einsatzbereit. Das alles kann man mit einem Notebook ebenfalls haben, wenn man etwa Windows 8 einsetzt und eine flotte SSD-Festplatte an Bord hat. Aber letztlich geht es auch um die Emotionen. Herzklopfen und Begeisterung stellen sich in der PC-Welt jedoch schon lange nicht mehr ein.

Test: Philips Speech Mike Premium für Spracherkennung

Mit den Eingabemikrofonen für Spracherkennung am PC verhält es sich wie mit Werkzeug des Heimwerkers. Man ist mit der günstigen Massenware aus dem Baumarkt zufrieden, aber sobald ein Profi anrückt, schüttelt er den Kopf. Denn für Dauereinsatz ist andere Qualität gefragt. Wer mit dem neuen Dragon Naturally Speaking 12, das wir hier unlängst vorgestellt haben, privat seine Korrespondenz diktiert, ist mit einem 100-Euro-Mikrofon gut bedient. Vieldiktierende Ärzte und Anwälte halten ihr Gerät jeden Tag stundenlang in der Hand. Dann sind hohe Anforderungen zu erfüllen, nicht nur in Bezug auf Ergonomie und Akustik, sondern auch in der Steuerung mit Funktionstasten.

Diktiermikrofone im professionellen Segment sind die Directrec-Reihe von Olympus und die Speechmikes von Philips. Letztere haben ihr Spracherkennungsportfolio ausgelagert in die „Speech Processing Solutions“, die wiederum der österreichischen Invest AG gehören. Die Marke Philips bleibt jedoch erhalten, und wir haben das neue Speechmike Premium ausprobiert, das jetzt in mehreren Varianten im Handel ist. Das Speechmike ist hübscher geworden, es wirkt hochwertiger, und die Oberfläche ist nun glatt poliert. Das ist nicht allein dem schönen Schein geschuldet, sondern soll dank eines „Pearl Metal“-Zusatzes dafür sorgen, dass Nebengeräusche durch Fingerbewegungen auf der Oberfläche gar nicht erst entstehen. Wie gehabt ist auch das Neue mit einer antimikrobiellen Oberfläche versehen, ein Pluspunkt im Krankenhaus-Einsatz.

Referenzklasse: Philips Speech Mike Premium (Foto Hersteller)

Die wohl wichtigste Verbesserung betrifft die Mikrofontechnik. Hier hat Philips aus dem Vollen geschöpft. Die Mikrofonkapsel ist unter dem Gitter entkoppelt aufgehängt – wie bei einem Studiomikrofon. Der Effekt: deutlich bessere Akustik, weniger Verzerrungen und abermals Reduzierung von Hintergrundgeräuschen. Zwischen Gitter und Mikrofonkapsel befindet sich ein Flies; der Veloursstoff soll Knall- und Zischgeräusche dämpfen, die bei einem dicht am Mund gehaltenen Mikrofon entstehen. Das Speechmike ist zunächst nur mit Tastensteuerung erhältlich und kostet 320 Euro. Es gibt in dieser Ausführung noch keine Schiebeschalter-Variante. Wer sich an dieses Bedienprinzip gewöhnt hat, schaut zwar nicht in die Röhre, bezahlt aber kräftigen Aufschlag, weil er das Mikro mit Barcode-Scanner nehmen muss, das 950 Euro kostet. Das kann es nicht sein.

Nach dem Anschluss des Premium an den PC mit einem USB-Kabel installiert sich der Gerätetreiber unter Windows automatisch. Das Gerät liegt mit Maßen von 17 × 4,5 × 3 Zentimeter gut in der Hand. Die Rückseite mit ihrer geschwungenen Form lässt genug Platz für Zeige- und Mittelfinger, und der Daumen landet geradezu automatisch an der richtigen Stelle, entweder auf der Start-Stopp-Taste oder über dem Schiebeschalter. Dessen Mechanik ist ordentlich, er reagiert präzise. Der Trackball lässt sich in Verbindung mit den neben ihm liegenden Tasten als vollwertiger Maus-Ersatz nutzen, ein schönes Extra: Denn während des Diktats kann man ein paar Windows-Befehle ausführen, ohne das Gerät zu wechseln. Die Rollkugel ist sogar als Taste nutzbar, und die Kugel des Trackballs besteht jetzt aus Edelstahl. Ihre Bewegungen werden genau mit einem Laserscanner erfasst.

Das beiliegende „Device Control Center“ (DCC) fungiert als Anlaufstelle für die Konfiguration, wenn man mit der Spracherkennung Dragon Naturally Speaking von Nuance unter Windows arbeitet. Wie bei Philips nicht anders zu erwarten: Das Speechmike arbeitet aus dem Stand heraus einwandfrei mit dem Drachen zusammen. Das heißt unter anderem: Der Schiebeschalter regelt Aufnahme und Pause, eine rote Leuchtdiode signalisiert den Aufnahmebetrieb, es lässt sich im Diktat zurückspulen, und die zahlreichen Funktionstasten des Speechmike sind ab Werk mit sinnvollen und naheliegenden Kommandos belegt.

Wer noch mehr Raffinesse sucht, kann im DCC alle Tasten nach eigenem Gusto programmieren. Das funktioniert mit üblichen Windows-Tastenkombinationen einwandfrei. Etliche Dragon-Kommandos stehen ebenfalls zur Auswahl, aber leider nicht alle. Wir hätten uns zum Beispiel gewünscht, die Tasten so belegen zu können, dass das markierte Wort wahlweise groß oder klein geschrieben wird, denn Fehler in der Groß- und Kleinschreibung kommen bei Dragon Naturally Speaking mit am häufigsten vor. Das ist indes keine Schludrigkeit von Philips, sondern dem eingeschränkten Repertoire der Dragon-Schnittstelle geschuldet. Eine feine Neuerung ist der integrierte Bewegungssensor. Er lässt sich so programmieren, dass die Aufnahme automatisch stoppt, wenn das Gerät auf dem Tisch abgelegt wird. Die Akustik des neuen Speechmike ist überragend. Wer nicht gerade viel Musik am Computer hört, benötigt …

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Nuance, das iPhone und das neue Dragon 11.5

Kommt die Nuance-Spracherkennung zusammen mit dem neuen iOS 5 aufs iPhone? Dazu gab es vor der Entwicklerkonferenz WWDC etliche Gerüchte, aber gezeigt wurde nichts. Indes sieht man in der ersten Beta-Version des iOS 5 mehr als nur einen Hinweis auf eine Nuance-Software im Betriebssystem.

Zudem aktualisiert der amerikanische Marktführer bei der Spracherkennung in diesen Tagen seine PC-Software Dragon NaturallySpeaking auf die Version 11.5, und die bringt dann eine iPhone-Integration mit. Das iPhone (3G, 3GS, 4) und das iPad sowie der iPod Touch (4. Generation) mit iOS 4.2 und höher lassen sich als Drahtlos-Mikrofon für die Windows-Software einsetzen.

Wie funktioniert das? Beide Geräte müssen in ein- und dasselbe W-Lan eingebucht sein, anschließend kann man sein iOS-Gerät als Mikrofon konfigurieren. Auf dem Hauptbildschirm der zugehörigen App schaltet man mit einer virtuellen Taste das Mikro ein und aus, und das ist schon alles.

So sieht's aus: Drachen-Steuerung mit dem iPhone

Um es noch klarer auszudrücken: Das iOS-Gerät ersetzt das Mikrofon, es muss also der PC im W-Lan-Netz laufen, und es muss Dragon NaturallySpeaking ebenfalls laufen. Es handelt sich also nicht um eine Spracherkennung ohne PC. Vielmehr kann man sich ein Handmikrofon, ein Headset oder ein drahtloses Handmikrofon sparen. Geht es allerdings um besonders komfortable Handmikrofone wie das SpeechMike Air von Philips, wird man bei dieser iPhone-Lösung die Tasten für den Schnellzugriff auf oft benötigte Funktionen vermissen.

Für die Spezialisten: Das iPhone wird als eigenständige Audioquelle angeschlossen.  In der App gibt man den Namen des Dragon-Profils sowie die IP-Adresse des PCs ein.

Weitere Neuerungen in DNS 11.5:

  • Bessere Unterstützung von Internet Explorer 9, Windows Live Mail 2011, Open Office Writer 3.3
  • Sprachbefehle für Facebook und Twitter
  • Neue Sprachbefehle für Microsoft Office 2010.
  • Lokale Speicherung von Benutzerprofilen, wenn das Speichern im Netzwerk zu lange dauert
  • Neue Assistenten für Diktiergeräte-Nutzer und bei der Umsetzung von Dateien

Das Update von DNS 11 auf die 11.5 wird gratis bereitgestellt und online geladen.

Hier die amerikanische Pressemeldung zu Dragon Remote.

Englische Zusammenfassung bei Gear Diary: Dragon NaturallySpeaking 11.5 Brings Social Media Integration, iOS Remote Mic and More

Die deutsche Pressemitteilung dazu.

Hinweis von Dr. Stephan Küpper, wonach die Inkompatibilität von DNS mit dem Adobe Reader 10 (ein Adobe-Problem) weiterhin besteht.

 

Vom elektronischen Notizzettel bis zum iPad-Tonstudio

Das müsste man jetzt aufzeichnen können: Ein oft gehörter Stoßseufzer, wenn der Vortag in der Universität oder Volkshochschule plötzlich so spannend wird, dass man mit dem Mitschreiben nicht mehr nachkommt. Auch bei Präsentationen auf Konferenzen und Tagungen stellt sich das Problem, – von Journalisten oder Bloggern, die Interviews führen, gar nicht zu reden. Bei Aufzeichnungsgeräten hat man jedoch die Qual der Wahl: Einfache elektronische Notizbücher sind schon zu Preisen von 50 Euro im Handel, und nach oben hin gibt es scheinbar keine Grenze. Professionelle Diktiergeräte kosten um die 600 Euro, und manches Konferenzsystem ist noch teurer. Doch was eignet sich für wen? Wir haben einen Blick auf die diversen Produktgattungen geworfen.

Generalist: Tascam DR-2d (Fotos Hersteller, Spehr)

Zunächst die Technik. Einige Spielregeln der aktuellen Rekorder gelten für alle Geräte: Entscheidend für die Güte der Aufzeichnung ist an erster Stelle das Mikrofon, das bei einfacheren Modellen fest eingebaut ist und im anspruchsvollen Studiobereich nicht hochwertig genug sein kann. Profis nutzen externe Mikrofone. Aufgezeichnet wird digital, und hier sind mehrere Parameter entscheidend. Zunächst die Abtastrate und die Auflösung. Wer Musik aufnehmen will, kann sich beispielsweise an den Vorgaben der Audio-CD orientieren: 44 100 Mal in der Sekunde wird das Signal mit einer Auflösung von 16 Bit abgetastet. Geht es allein um Sprache, sind geringere Abtastraten von 22 000 oder 11 000 Hertz allemal ausreichend, zumal damit kleinere Dateigrößen einhergehen. Schließlich das Aufzeichnungsformat: Musikliebhaber mit Qualitätsansprüchen verwenden das hochwertige PCM/Wav-Format, eine Stufe darunter folgt das weit verbreitete MP3. Mit höheren Datenraten (von 256 KBit/s an) erreicht es fast das Niveau einer Audio-CD — bei deutlich geringeren Dateiumfängen. Auch hier gilt: Geht es nur um das gesprochene Wort, kann man reduzieren, etwa auf 128 KBit/s oder weniger.

DSS dampft rigoros ein

Professionelle Diktiergeräte wiederum nutzen den DSS- oder DSS-Pro-Standard mit einer rigorosen Eindampfung des Signals. Eine einminütige Aufzeichnung kommt hier mit rund 100 Kilobyte aus, während ein schlichtes MP3-Format das zehnfache und die Audio-CD bei gleicher Länge das hundertfache Volumen beansprucht. DSS eignet sich also ungeachtet der bescheidenen Qualität gut für den elektronischen Versand mit Smartphones im Mobilfunk. Und wo wird wie viel gespeichert? Einfache elektronische Notizbücher nutzen ihren internen, fest eingebauten Speicher mit einigen Gigabyte. Zugegeben, das reicht in mittelmäßiger Qualität für Hunderte von Stunden. Wechselbare Speicherkarten bieten indes nicht nur eine deutlich höhere Kapazität, sondern auch mehr Komfort bei der Nachbearbeitung am PC, beim Kopieren auf andere Geräte oder dem elektronischen Versand.

Mit Mikro-Öhrchen: Zoom H4n

Die besonders günstigen „Voicetracer“ oder „Notetaker“, die man für Preise zwischen 50 und 150 Euro erhält, sind also oft ein Kompromiss. Sie haben eine Basisausstattung für den Gelegenheitsnutzer, aber die Tücke liegt im Detail. An das meist aus Plastik bestehende Gehäuse darf man keine hohen Ansprüche stellen, auch beim eingebauten Mikrofon wird oft gespart. Wenn die Speicherkarte fehlt, ist zum Übertragen der eigenen Sound-Dateien ein Kabel erforderlich. Man achte darauf, dass es wenigstens Standard-USB-Anschlüsse an beiden Enden enthält, und ein wechselbarer Akku sollte ebenfalls im Pflichtenheft stehen. Einen großen Bogen sollte man um jene Billig-Produkte machen, die nur in proprietären Dateiformaten aufzeichnen. Solche Aufnahmen lassen sich am PC entweder gar nicht oder nur nach der Installation zusätzlicher Software wiedergeben. Bei den gehobenen Ausstattungslinien (von 120 Euro an) bekommt man bessere Materialien und feine Extras wie etwa die Option, seine Aufnahmen in verschiedenen Ordnern ablegen zu können. Auch sind gegebenenfalls zwei Mikrofone für Stereoaufzeichnungen eingebaut, und die Wiedergabe von MP3-Musik ist ebenfalls mit dabei.

Mit den Generalisten macht man nichts verkehrt

Tolle Akustik: Olympus LS-5

Wer jedoch ohnehin ein bisschen mehr Geld für ein hochwertiges Gerät ausgeben will, sollte einen Blick auf die semiprofessionellen Musikrekorder werfen. Bei einem Olympus LS-5 oder LS-11 (190 bis 300 Euro), einem Zoom H4n (350 Euro) oder Tascam DR-2d (300 Euro) spielt die Audioqualität in einer ganz anderen Liga. Das Gebotene liegt auf hohem HiFi-Niveau, und beim Gehäuse einiger Modelle darf man robustes Aluminium erwarten. Diese Generalisten bieten sehr ordentliche Mitschnitte in feiner Qualität. Zumal sich für allerhöchste Ansprüche die Abtastrate einiger Modelle auf bis zu 96 kHz erhöhen lässt. Die Unterschiede zwischen solchen Wav-Aufnahmen und dem schlichteren MP3 sind durchaus hörbar. Dazu kommen viele Extras bei der Ausstattung. Man achte auf folgende Punkte: Lässt sich der Aufnahmepegel manuell einstellen, gibt es einen Begrenzer, der vor Übersteuerungen schützt? Ist die Richtcharakteristik der Stereomikrofone einstellbar, und bietet das Gerät einen Eingang für externe Mikrofone mitsamt der erforderlichen Speisespannung? Über den Kopfhörerausgang sollte man live mithören können, was gerade im Speicher landet, und ein Low-Cut-Filter zur Dämpfung von tieffrequenten Geräuschen, etwa durch Klimaanlagen sollte ebenfalls dabei sein. Wir empfehlen ein Probehören, man achte dann auf ein eventuell vorhandenes Grundrauschen in leiser Umgebung. Nicht zuletzt ist im Lieferumfang dieser Universaltalente häufig eine ordentliche Schnitt-Software für den PC. Wer mehr als 100 Stunden aufzeichnen will, achte darauf, dass die hochwertigen SD-Speicherkarten nach den Standards SDHC und SDXC einsetzbar sind.

Profi-Apparat: Diktiergerät Olympus DS 5000

Mit diesen Geräten macht man nichts falsch. Aber sie ersetzen kein Diktiergerät. Hier geht es nämlich um die Bewährung im hektischen Stopp & Go einer diskontinuierlichen Aufzeichnung. Man spricht einige Sätze, legt eine Pause ein, „spult“ noch einmal zurück, um das Gesagte zu kontrollieren oder will einen falsch begonnenen Halbsatz „überschreiben“. Diesen anspruchsvollen Job sollte man den Spezialisten überlassen, die in der Regel mit einem Schiebeschalter das Manövrieren in der Aufzeichnung leicht machen. Zwei Top-Produkte können wir uneingeschränkt empfehlen: Das Philips DPM 9600 und das Olympus DS 5000. Beide Maschinen in der 600-Euro-Preisklasse zeichnen nur im DSS- oder DSS-Pro-Format auf, sind exzellent verarbeitet und fügen sich perfekt in eine Systemumgebung mit Spracherkennung ein. Auch als Interview-Maschine sind sie gut geeignet, wenngleich die aufs Diktat hin optimierte Mikronempfindlichkeit bei Konferenzen an Grenzen stößt.

Für Vielsprecher: Diktiergerät Philips DPM 9600

Aber dann ist ohnehin eine Koffer-Lösung angesagt, nämlich ein Konferenzsystem mit mehreren Mikrofonen, die im Raum verteilt werden, um die Beiträge aller Anwesenden zu erfassen. Das Philips Conference Recording System 955 bringt beispielsweise zwei Grenzflächenmikrofone mit, die im Format einer Unterasse Rundum-Aufnahmen mit ordentlicher Empfindlichkeit liefern sollen. Die pfiffige Idee besteht darin, dass sich in sehr großen Räumen bis zu sechs dieser Mikros in Reihe schalten lassen. Das Signal wird von einem zum nächsten weitergereicht, erst am Ende gelangt es mit einem Y-Kabel in den Rekorder. Das Kabelwirrwarr hält sich somit in Grenzen. Ein ähnliches System hat auch Olympus im Angebot, als Aufzeichner dient das LS-5 oder LS-11.

 

Livescribe: Bei Journalisten sehr geschätzt

Eine ganz andere Idee verfolgt der Smartpen des amerikanischen Unternehmens Livescribe. Dieser überdimensionierte Kugelschreiber ist bei Journalisten und Studenten sehr beliebt. Während man mit ihm schreibt, kann er gleichzeitig aufnehmen: das Geschriebene als Grafik und den Ton. Auf den akustischen Mitschnitt kann direkt zugegriffen werden: Wenn eine Notiz auf dem Papier angetippt wird, spielt der Smartpen ab, was an dieser Stelle gesprochen wurde.

Kugelschreiber-Rekorder: Echo Smartpen von Livescribe mit Spezialpapier

So genügt es, sich während Vorträgen und Gesprächen einfach Stichwörter zu notieren, um im Nachhinein noch einmal den Wortlaut der vermerkten Passage zu hören. Ohne „Spulen“ und Suche lässt sich also in der Aufnahme manövrieren. Und zudem kann man seine Papieraufzeichnung an den PC übertragen, denn die Schrift wird mit einer kleinen Infrarotkamera hinter der Schreibmine optisch erfasst. Voraussetzung für den Handschrift-Scan ist spezielles Papier, das auch zur Steuerung des Smartpen verwendet wird. Zum Aufnehmen und Abspielen genügt ein Tipp mit der Stiftspitze auf die aufgedruckten Bedienelemente. In kleinen Varianten mit 2 Gigabyte Speicherplatz ist der Smartpen von 100 Euro an zu haben. Die Akustik ist gut, allerdings hörten wir ein starkes Grundrauschen und Kratzgeräusche beim Schreiben. Die wiederum lassen sich mit einem Headset-Mikrofon vermeiden.

Die bunte Welt der Audio-Apps

Mit Nebengeräuschunterdrückung: Pure Audio Live Recorder von Andrea Electronics

Der große Vorteil dieses Kugelschreiber-Rekorders besteht darin, dass man ihn schnell zur Hand und immer dabei hat. Das gilt auch fürs Smartphone, insbesondere das iPhone 4. Viele Journalisten nutzen es als Interview-Rekorder, und wir waren verblüfft, wie gut die Akustik schon mit der eingebauten App namens Sprachmemos ist. Allerdings ist in sehr leiser Umgebung ein gewisses Grundrauschen zu vernehmen. Vorteilhaft jedoch: man kann die akustischen Notizen flink per E-Mail verschicken. Allerdings müssen Apples M4A-Dateien unter Umständen am PC ins MP3-Format umgewandelt werden. Weitere kostenpflichtige Apps zur Sprachaufzeichnung gibt es für das iPhone zuhauf. Ein zweites empfehlenswertes Programm ist der Pure Audio Live Recorder von Andrea Electronics. Seine Pluspunkte: Aufzeichnung im Wav-Format mit Abtastraten bis 44 100 Hertz, eine sehr ordentliche Nebengeräuschunterdrückung und die Option, alle Aufnahmen im W-Lan-Netz mit dem PC zu synchronisieren. Als gutes und preiswertes Zusatzmikrofon empfiehlt sich das iRig Mic, das allerdings nur mit den Apple-Produkten zusammenarbeitet. Es kostet bei Amazon weniger als 50 Euro. Auch das iPad lässt sich übrigens als mobile Aufzeichnungsmaschine vortrefflich einsetzen. Unsere Lieblingsapp ist das WavePad, das in verschiedenen Formaten mit Abtastraten bis 44 100 Hertz aufzeichnet und zum Versand der Sound-Dateien neben der E-Mail das FTP-Datenprotokoll unterstützt. Das ultimative Extra dieser Gratis-Software ist jedoch der eingebaute Editor, der sogar das Bearbeiten und Schneiden der Aufnahmen am Tablet PC erlaubt.

 

Erste Eindrücke: Dragon Dictate für den Mac

Mal wieder ein Beitrag zum Thema Spracherkennung. Ich habe heute DragonDictate von Nuance auf dem MacBook Pro installiert, das anfängliche Training absolviert und diktiere hier nun meinen ersten Text. Die Erkennungsleistung ist ausgezeichnet, sie entspricht in etwa dem Referenzsystem Dragon NaturallySpeaking für Windows in der aktuellen Version 11. Allerdings ist der Umgang mit dem Mac-Programm ein ganz anderer, die Kompatibilität der zur Verfügung stehenden Befehle ist eingeschränkt, und wer sehr intensiv mit der Windows-Variante diktiert, muss sich hier gewaltig umstellen.

Aber im Unterschied zur ersten Version, die nach meiner Erinnerung Mac Speech Dictate hieß, lässt sich mit dieser Version 2 schon sehr ordentlich arbeiten. Allerdings gibt es einige Einschränkungen: die Korrektur falsch erkannte Begriffe ist deutlich umständlicher und komplizierter als unter Windows, und schon beim ersten Probediktat mit Microsoft Word 2011 zeigten sich gewaltige Inkompatibilitäten spätestens mit der ersten Korrektur. Zum Glück gibt es, wie beim Windows-System, auch die Möglichkeit, in ein unabhängiges Diktierfenster zu diktieren und später zu kopieren.

Ferner vermisse ich die Möglichkeit, Währungen und andere Einheiten (Stunde, Liter etc.) von Dragon ausschreiben zu lassen, diese Optionen habe ich jedenfalls noch nicht gefunden. Sehr ärgerlich ist die Tatsache, dass viele häufig benutzte Befehle auf dem Mac anders lauten als unter Windows. Schließlich ist es auch nicht möglich, eine Audiodatei (etwa vom Diktiergerät) transkribieren zu lassen, einmal ganz davon abgesehen, dass die Windows-Spracherkennung eine deutlich bessere Unterstützung von Eingabegeräten wie etwa Handmikrofonen bietet. Dieses Lob gebührt allerdings nicht Nuance, sondern den jeweiligen Hardware-Herstellern, die hier sehr pfiffige Software für die Integration bereitstellen.

Meine Erfahrungen nach einer Stunde: die erste Version der Nuance-Spracherkennung für den Mac konnte man „vergessen“, die jetzt aktuelle hingegen lohnt eine längere Erprobung. Aber: Wer richtig ordentlich und gut mit ausgereifter Software Spracherkennung einsetzen will, der kommt nicht um die Windows-Variante herum.

Und hier noch einmal der Hinweis: dieser Text wurde diktiert, und zwar mit einem jungfräulichen, frischen Profil. Die Herausforderung ist nicht die Spracherkennung, sondern das Diktieren selbst. Man muss vorab im Kopf formulieren …

P.S: Hier der Testbericht der Macwelt

 

Test: Device Control Center von Philips

Dumm gelaufen: Wer sich eines der teuren Handmikrofone für Diktate am PC kauft, stellt bei den beiden Marktführern Philips und Olympus fest, dass er zwar feinste Hardware erworben hat, aber zusammen mit der Spracherkennung Dragon Naturally Speaking genau das nicht funktioniert, was für den Vieldiktierer selbstverständlich ist: das Nutzen des Schiebeschalters für Aufnahmestopp und -pause. Warum ist das wichtig? Weil man damit arbeiten kann wie mit einem Diktiergerät. Nach oben geschoben startet die Aufnahme, nach unten hält sie an, und mit zwei weiteren Positionen lassen sich der schnelle Rücklauf sowie die Wiedergabe starten. Also eine perfekte Einhandbedienung, die bald in Fleisch und Blut übergeht. Nur mit dem Spracherkenner klappt das alles nicht, und wer auch immer die Schuld hat: Dragon-Hersteller Nuance oder die beiden Hardware-Lieferanten, es ist zum Verzweifeln.

Wir haben darüber schon öfter geklagt, und nun hat uns jemand erhört. Philips bietet seit kurzem für seine Speech Mike-Reihe unentgeltlich eine Windows-Software, die grundlegend Abhilfe schafft. Sie heißt „Speech Control“ und installiert sich kurioserweise als „Device Control Center“ am PC. Für das Laden der 300-Megabyte-Datei sollte ein schneller DSL-Anschluss vorhanden sein (www.philips.com/dictation). Nach dem Installieren wird das Programm im Autostart-Modus stets geladen, der Windows-PC fährt deshalb etwas langsamer hoch. Der Vorteil indes: Nach dem Start von Dragon ist das Diktiermikrofon sofort einsatzbereit.

Im Hauptmenü der Steuerungszentrale kann man nun das Speech Mike individuell konfigurieren, und zwar für verschiedene Anwendungen, nicht nur für Dragon Naturally Speaking. Es lässt sich das Verhalten des Schiebeschalters einstellen, aber auch die Belegung der Tasten am Gerät programmieren. Dabei gibt es verschiedene Befehlsarten: Tastenkombinationen, Mausaktionen, Text oder – im Fall Dragon – etwa ein Dutzend Kommandos für die Spracherkennung. Dass nicht das gesamte Befehlsrepertoire von Naturally Speaking aufrufbar ist, sei als kleine Kritik angemerkt. Aber schon mit der Voreinstellung des Herstellers kommt man prima zurecht: Eine Taste ruft etwa direkt den Korrekturmodus auf, wenn ein Wort oder eine Phrase falsch erkannt wurde. Und mit einer weiteren sendet man „Nimm 2“ und wählt damit den zweitbesten Treffer. Kurzum: Diese Software erlaubt ein nahezu optimales Zusammenspiel mit Dragon, man spart viele Kommandos und komplizierte Aktionen, ein großes Lob an die Entwickler.

Bei uns zeigte sich zudem im täglichen Einsatz ein weiterer Pluspunkt, nämlich die Entdeckung des Trackballs auf dem Speech Mike. Bislang hatten wir die Rollkugel stets vernachlässigt. Aber nun offenbarte sie beim Diktieren ins Dragon Pad ihre Vorzüge: Ohne zur Maus greifen zu müssen, lässt sich flink im Text manövrieren oder der Cursor verschieben, das klappt mit einer Hand bestens. Für konzentriertes Arbeiten reichen Bildschirm und Speech Mike vollkommen aus, ein Pluspunkt etwa für die Ärzte, die an einem PC-Terminal stehen.

Alles in allem arbeitet die Kombination aus Dragon Naturally Speaking und Philips Speech Mike wunderbar zusammen. Auf Dauer wird es sich kein Hardware-Hersteller leisten können, Produkte für Spracherkennung und -verarbeitung ohne Dragon-Anbindung auf den Markt zu bringen. Wer ein Olympus-Handmikro einsetzt, muss sich indes nicht grämen, sondern nur etwas Geld in die Hand nehmen. Die Software „Local“ von 4 Voice (www.4voice.de, F.A.Z. vom 16. Oktober 2007) leistet Ähnliches (und einiges mehr), kostet zwar ebenso viel wie ein gutes Handmikrofon, kann von uns aber nach wie vor empfohlen werden.

Test: SpeechMike Air von Philips

Beim digitalen Diktieren hat man die Qual der Wahl des passenden Eingabegeräts. Bewährt haben sich das Headset mit einem kleinen Mikrofonsteg, das kabelgebundene Handmikrofon und für den mobilen Einsatz das Diktiergerät. Jede Art hat ihre Vor- und Nachteile. Was zum eigenen Diktierstil passt, muss jeder selbst herausfinden. Beim Headset und beim Handmikrofon arbeitet man direkt am PC, sieht sofort das Diktierte auf dem Bildschirm und hat den Kontext im Blick. Andere Vieldiktierer arbeiten so konzentriert, dass die Anzeige nur stört. Sie nehmen deshalb ein Diktiergerät und übertragen später zum Computer. Philips bringt nun sein erstes schnurloses Handmikrofon auf den Markt, das Speechmike Air. Es vereint die Vorteile eines Diktiergeräts – man kann im Raum umhergehen und ist nicht an den Arbeitsplatz gefesselt – mit den Vorzügen des Direktdiktats in den Rechner: Beim Einsatz einer Spracherkennung ist alles sofort transkribiert, man muss nicht auf die Umsetzung warten.

Die Referenz: SpeechMike Air von Philips, hier mit Tastensteuerung (Foto: Hersteller)

Ein solches Schnurlosgerät kann jedoch auch Nachteile mitbringen: Wie sieht es bei der drahtlosen Übertragung mit der Akustik aus? Herkömmliche Bluetooth-Protokolle beschneiden das Frequenzspektrum und scheiden aus, wenn es um höchste Qualität geht. Und was passiert, wenn sich der in Gedanken vertiefte Professor versehentlich aus der Reichweite des Funkmoduls herausbewegt? Diktiert er dann ins Nichts?

So waren wir auf das Speechmike Air sehr gespannt. Es ist in verschiedenen Varianten erhältlich, etwa mit einer reinen Tastensteuerung oder in der von uns ausprobierten Version mit internationaler Schiebeschalter-Belegung. Das Paket besteht aus mehreren Komponenten: An den PC wird eine Docking-Station mit einem USB-Kabel angeschlossen, sie dient zum Laden des Handgeräts und nimmt weiterhin einen Bluetooth-Empfänger namens Airbridge auf. Dieser lässt sich herausnehmen, so dass man beispielsweise für den mobilen Einsatz mit dem Notebook allein das streichholzschachtelgroße Airbridge und das Mikrofon braucht. Alle Komponenten sind hochwertig verarbeitet und wirken robust.

Das Speechmike Air liegt mit 16,5 × 4,5 × 2,5 Zentimeter und 130 Gramm Gewicht sehr gut in der Hand. Die Rückseite mit ihrer geschwungenen Form lässt genug Platz für Zeige- und Mittelfinger, der Daumen landet automatisch an der richtigen Stelle über dem Schiebeschalter. Dessen Mechanik ist ordentlich, er reagiert präzise und satt. Noch besser gefällt der Trackball mit seiner schmutzabweisenden Beschichtung und einer phantastischen Haptik. Die Rollkugel in Verbindung mit den neben ihr liegenden Tasten ist ein vollwertiger Maus-Ersatz. Ein schönes Extra, denn während des Diktats kann man schnell ein paar Windows-Befehle geben, ohne das Gerät in der Hand zu wechseln. Zwei Standardakkus versorgen das Air stundenlang mit Strom, der Hersteller gibt rund einen Arbeitstag Betriebszeit an. Die Inbetriebnahme des Speechmike ist einfach und schnell erledigt. Das bewährte „Device Control Center“ (DCC) fungiert als Treiber und Anlaufstelle für die Konfiguration. Wer das Air ohne Spracherkennung einsetzt, findet mit der aufpreispflichtigen Software „Speech Exec Pro Dictate“ alles für einen reibungslosen Workflow vom Diktat über die Weiterbearbeitung im Schreibpool bis hin zum E-Mail-Versand der transkribierten Dokumente.

Wir haben das Ganze mit der Spracherkennung Dragon Naturally Speaking ausprobiert. Hier ist „Speech Exec Pro Dictate“ im Einzelplatzbetrieb zwar bei manchen Gelegenheiten nützlich, aber nicht unbedingt erforderlich. Allein mit dem DCC kann man jedoch sehr glücklich werden. Was andere Hersteller jahrelang vergeblich versucht haben, ist hier perfekt umgesetzt. Das Speechmike Air arbeitet aus dem Stand heraus einwandfrei mit dem Drachen zusammen. Das heißt unter anderem: Der Schiebeschalter regelt Aufnahme und -pause, eine rote Leuchtdiode signalisiert den Aufnahmebetrieb, man kann im Diktat zurückspulen, und die zahlreichen Funktionstasten des Speechmike sind ab Werk mit sinnvollen und naheliegenden Dragon-Kommandos belegt. Mit der oberen rechten Funktionstaste lässt sich etwa sofort das Korrekturmenü aufrufen.

Wer noch mehr Raffinesse sucht, kann im DCC alle Tasten nach eigenem Gusto umprogrammieren. Das funktioniert mit üblichen Windows-Tastenkombinationen einwandfrei. Etliche Dragon-Kommandos stehen ebenfalls zur Auswahl, leider nicht alle. Wir hätten uns zum Beispiel gewünscht, die Tasten so belegen zu können, dass das markierte Wort wahlweise groß oder klein geschrieben wird, denn Fehler in der Groß- und Kleinschreibung kommen bei Dragon Naturally Speaking mit am häufigsten vor. Das ist indes keine Schludrigkeit von Philips, sondern dem eingeschränkten Repertoire der Dragon-Schnittstelle geschuldet. Von unseren Extrawünschen abgesehen, waren wir jedoch begeistert über die nahtlose drahtlose Integration von Hard- und Software. Da merkt man mal wieder: Philips ist in diesem Bereich der Innovationsführer.

Die Liebe zum raffinierten Detail zeigt sich auch bei der Akustik. Das Air verwendet zwar Bluetooth mit einer Reichweite von mehr als zehn Meter. Aber die Programmierer haben ein eigenes abhörsicheres Blauzahn-Profil mit Verschlüsselung entwickelt, das eine erstklassige Audioqualität bietet. Im praktischen Einsatz mit Dragon Naturally Speaking lag die Erkennungsgenauigkeit über der des kabelgebundenen alten Speechmike (vorsichtige Naturen legen eine neue „Diktierquelle“ für das Air an. So kann man sein altes Sprachprofil am einfachsten mit der neuen Hardware nutzen). Und schließlich die Funkreichweite: Philips macht es pfiffig, das Handgerät warnt mit einem dezenten Vibrieren. Nicht etwa, wenn man den Radius des Airbridge-Empfängers verlassen hat – dann wäre es zu spät -, sondern vorher, so dass kein Wort verlorengeht. Wer die Umstandskrämerei kennt, mit der andere Hersteller dieses Problem angegangen sind, kann angesichts der verblüffenden Philips-Lösung nur staunen.

Alles in allem meinen wir nach mehrwöchiger Erprobung, dass es derzeit kein besseres schnurloses Handmikrofon für den professionellen Einsatz gibt. Die 475 Euro sind gut angelegt, das Speechmike macht Spaß und die Arbeit spürbar leichter. Diktieren mit Kabelanschluss kommt einem schon bald als Technik von gestern vor. Für uns bleiben neben dem erwähnten nur zwei weitere Wünsche: Wenn die Docking Station zusätzlich als Ladeschale für die Philips-Diktiergeräte dienen könnte, würde man Platz auf dem Schreibtisch und ein zweites Netzteil sparen. Und schließlich haben es die Ingenieure mit den Kontrolllämpchen zu gut gemeint: Da leuchtet und blinkt es, selbst dann, wenn alles funktioniert. Das lenkt ab, vor allem wenn beim Arzt oder Anwalt ein sehr persönliches oder vertrauliches Gespräch geführt wird.

Test: Dragon NaturallySpeaking 11

Dreimal schneller als Tippen: Dragon NaturallySpeaking 11 (Foto: Hersteller)
Dreimal schneller als Tippen: Dragon NaturallySpeaking 11 (Foto: Hersteller)

Nach ungefähr zwei Stunden stellen sich die ersten Aha-Effekte ein, und dann kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Dass man sich nicht nur oberflächlich mit dieser Software beschäftigen muss und eine gewisse Übung benötigt – das ist der größte Nachteil der Spracherkennung am Computer. Wir haben es in den vergangenen Jahren immer wieder erlebt: Wer mit der Technik allein herumexperimentiert, ungeduldig ist und elementare Regeln missachtet, gibt nach kurzer Zeit auf. Wer jedoch Spracherkennung bei einem erfahrenen Benutzer im praktischen Einsatz sieht, will sie haben, die Faszination ist groß.

Spracherkennung wird von Jahr zu Jahr besser, derzeit hat sie ihren Durchbruch auf den modernen Smartphones. Mit dem offenen Betriebssystem Android in der aktuellen Variante 2.2 und mit dem iPhone von Apple kann man SMS und andere Nachrichten diktieren, die passenden „Apps“ vorausgesetzt. Die beste und zuverlässigste Lösung mit hoher Erkennungsrate ist „Dragon Dictation“ für das iPhone. Das Mini-Programm steht gratis parat, der Hersteller Nuance will damit für seine PC-Spracherkennung Dragon Naturally Speaking werben. Dass dies gelingt, zeigt die Plazierung der App als eine der meistgeladenen in Apples Online-Geschäft.

Nun bringt Nuance seine Windows-Software in der Version 11 auf den Markt und zeigt, was sich in den vergangenen zwei Jahren getan hat: Das vielfach verbesserte Programm ist der Maßstab, es gibt keine andere Software mit vergleichbarer Leistungsfähigkeit, man mag diese Monopolstellung bedauern. Wir haben den neuen Drachen zunächst an seiner Erkennungsleistung gemessen: Wie viel Prozent der Worte werden richtig erkannt? Das hört sich trivial an, ist es aber nicht. Berücksichtigt man, dass eine Spracherkennung nur jene Begriffe fehlerfrei umsetzen kann, die in ihrem Vokabular gespeichert sind, hängt die Beurteilung von den Texten und Inhalten ab. Eine prägnante Zusammenfassung der Art „98 Prozent Genauigkeit“ ist also unsinnig. Ein Arzt, Anwalt oder Gutachter, der für seine Diktate ein begrenztes Fachvokabular verwendet und dies sinnvollerweise gleich mit Dragon dazukauft, erreicht spielend 99 Prozent und mehr. Ein Nutzer mit einem reichhaltigen Vokabular, sagen wir ein Schriftsteller oder Journalist, wird eher bei 97 Prozent liegen. Er wird vermutlich eigene Ad-hoc-Begriffe (wie diesen hier) verwenden und vielleicht nur einmal und dann nie wieder. Kein Wörterbuch kann da mithalten.

Wie gut die Erkennungsleistung von Dragon 11 im Vergleich mit der Vorgängerversion 10 ist, haben wir mit unseren eigenen Diktaten ermittelt, das ist eine subjektive Komponente im Test. Aber wir suchten reproduzierbare Ergebnisse. Deshalb wurde aus Hunderten von Diktiergerät-Aufzeichnungen im DSS-Pro-Format eine Auswahl erstellt. Neben kurzen, knappen E-Mails auch längere mit privatem Inhalt, Nachrichtenmeldungen, ein Protokoll einer Testfahrt im Auto und spaßeshalber ein wissenschaftlicher Aufsatz aus der DDR-Geschichtsschreibung in einer aus heutiger Sicht merkwürdigen Sprache. Ein und dieselbe Diktat-Datei ließen wir der Reihe nach erkennen, und zwar mit der alten und der neuen Version, so wie sie der Nutzer nach der Installation vorfindet (also ohne benutzerspezifische Anpassungen). Die Ergebnisse: Die Fehlerrate ist in etwa halbiert, die Genauigkeit liegt – je nach Text – bei bis zu 99 Prozent, ein vorzügliches Ergebnis. Es fußt auf zwei Verbesserungen: Zum einen ist das Vokabular mehr als doppelt so groß. Rund 300 000 Einträge zählt das „Bestmatch IV“ der aktuellen Version, 135 000 waren es bei „Bastmatch III“ in Dragon 10. Zum anderen wurde die Abtastrate des Mikrofons von 11 auf 22 Kilohertz ebenfalls verdoppelt, und so verschwinden viele Probleme mit undeutlich gesprochenen Wortendungen quasi von allein.

Schon wegen des größeren Vokabulars empfiehlt es sich nicht, ein altes Dragon-Profil für die neue Version zu aktualisieren. Man fange von vorn an. Bei uns arbeitete das neue 11er-Profil besser als das zwei Jahre lang gepflegte und persönlich angepasste 10er-Profil. Gegebenenfalls exportiere man seine Wortliste und importiere sie in die neue Version. Das gilt aber nur für Anwender, die ein eigenes opulentes Fachvokabular aufgebaut haben. Die typischen Schwierigkeiten sind übrigens in beiden Versionen gleich: Groß- und Kleinschreibung, Getrennt- und Zusammenschreibung, Abkürzungen, Produkt- und Eigennamen bereiten noch immer Kopfzerbrechen. Mit ein bisschen Erfahrung kennt man im Laufe der Zeit die Stolpersteine und wird dann beispielsweise „ist vom Feinsten“ dahingehend diktieren, dass man dem „Feinsten“ das Kommando „groß“ voranstellt.

Die neue Version erfüllt zudem viele alte Wünsche, an erster Stelle der Import von DSS-Pro-Dateien professioneller Diktiergeräte: das ist für Ärzte und Anwälte ein Schritt nach vorn. Um Handmikrofone der Hersteller Philips und Olympus perfekt einzubinden, benötigt man wie gehabt Zusatzsoftware, hier hat vor allem Philips mit seinem „Device Control Center“ gute Arbeit geleistet, es funktioniert auch mit Dragon 11 prima.

Die „Verarbeitungsanzeige“ während der laufenden Erkennung wurde durch ein kleines, sich drehendes Nuance-Symbol ersetzt, man wird also weniger abgelenkt. Deutlich einfacher gerät nun die Verwaltung unterschiedlicher Benutzerprofile, und bei der Korrektur sind ebenfalls zahlreiche Verbesserungen zu beobachten. Richtiges Korrigieren bleibt entscheidend für die Lernfähigkeit von Dragon – und hier wird leider der Einsteiger mit der zwar erweiterten, aber noch immer dürren Online-Hilfe nicht besonders weit kommen. Wer den Drachen perfekt beherrschen will, muss einem Profi über die Schulter gucken.

Jenseits der Erkennung gesprochener Texte hat Dragon Naturally Speaking auch bei der PC-Bedienung zugelegt: „Durchsuche Wikipedia nach Frankfurter Allgemeine Zeitung“ versteht die Software auf Anhieb, aber auch „Durchsuche Facebook nach Max Müller“. Für uns der wichtigste neue Befehl: „Programme auflisten“ zeigt alle geöffneten Windows-Fenster. Wir probierten das Programm mit einem Core-2-Duo-Prozessor T5250 (1,5 Gigahertz) unter Windows 7 sowie einem T6300 (1,8 Gigahertz) unter Windows XP – das geht gerade noch ordentlich, etwas mehr Rechenleistung kann nicht schaden. Endlich werden mit Version 11 auch Mehrkern-Prozessoren optimal angesprochen.

Die amerikanische Software ist in mehreren Varianten erhältlich: Die teuren juristischen und medizinischen Versionen sollte man ebenso wie Professional (830 Euro) nur im Fachhandel nach entsprechender Beratung kaufen. Die von uns geprüfte Premium-Variante für 200 Euro ist das Paket der Wahl für die meisten Käufer. Sie unterstützt mehrere Audioquellen an einem Benutzerprofil, ferner das Diktat in so gut wie alle Anwendungsprogramme, auch in Microsoft Word, Excel und Outlook sowie in Open Office Writer. Mit Googlemail funktioniert es nach Angaben des Herstellers ebenfalls, bei uns aber nicht zufriedenstellend. Skeptisch sind wir bei der Einsteigerversion „Home“ für 100 Euro mit stark reduziertem Funktionsumfang. Auch „Premium Mobile“, die für 300 Euro ein billiges Diktiergerät mitbringt, würden wir nicht nehmen.

Mit Dragon Naturally Speaking 11 erfasst der Vielschreiber seine Texte dreimal schneller als mit der Tastatur. Die Ausrede, Spracherkennung sei noch unausgereift, gilt nicht mehr. Die größte Hürde ist das Diktieren selbst, also die im Textverarbeitungszeitalter verlernte Fähigkeit, im Kopf klar zu formulieren.