Test: R-Link 2 im Renault Espace

Angenehm hoch sitzend hat der Fahrer alles im Blick, wenn er in der Großraumlimousine über die Autobahn gleitet. Navigation und Unterhaltung bietet im Espace die neueste R-Link-Technik von Renault. Sie trägt die Versionsziffer Zwei und ist mittlerweile so ausgereift, dass sie man sie gern empfiehlt. Man muss sich nur ein wenig Zeit für die ersten Schritte nehmen und orientiert sich dazu am Smartphone: Es gibt verschiedene Bildschirme, zwischen denen man mit einem Fingerwisch nach links oder rechts wechselt. Die Inhalte lassen sich konfigurieren, man kann also ein Lieblingsdesign entwerfen und zudem Mini-Programme einsetzen, in der Handy-Welt heißen sie Widgets.

Für die Reise: Renault Espace und sein großer Bordmonitor. Fotos Hersteller

Die hochkant eingebaute Anzeige ist berührungsempfindlich, aber wer in der großen Limousine nicht den Arm nach vorn strecken will, nimmt die Spracherkennung zur Steuerung der wichtigsten Funktionen. Zudem gibt es zwischen Fahrer und Beifahrersitz einen Controller als weiteres Bedienelement. Die Einstellung der Audio-Lautstärke erschließt sich nicht auf Anhieb. Man muss dazu den Bediensatellit bemühen, welchen der Fahrer nicht sieht, weil er sich genau hinter der rechten Lenkradspeiche verbirgt. Alternativ kommen Schaltflächen auf der Anzeige zum Einsatz.

Die einzelnen Abteilungen lassen sich mit großen Schaltflächen auf der Anzeige erreichen. Die Bedienung der Anlage hat nur einen Nachteil: Bisweilen muss man lange Wege durch die Menüs gehen, bis das gewünschte erreicht ist. Wer jeden Tag vom vorab eingestellten Radio zur Bluetooth-Wiedergabe wechselt, wünscht sich Abkürzungen. Musik und Unterhaltung gibt R-Link 2 über alle nur denkbaren Zuspieler wieder. Zwei USB-Buchsen sind an Bord, ferner ein Leser für SD-Speicherkarten und eine Klinkenbuchse für die analoge Geräteanbindung. Das Navi profitiert immens von der Darstellung im Hochformat, entlang der Route sieht man mehr. Die Zeichnung von Straßen und der Umgebung auf dem Display könnte jedoch feiner und detailreicher sein. Auch die dreidimensional visualisierten Gebäude ändern daran nichts. Fahrspurassistenten und Hinweise aufs Tempolimit ergänzen den positiven Eindruck. Für letztere gibt es eine kameragestützte Verkehrszeichenerkennung, sie gehört zur Serienausstattung der gehobenen Modellreihen Intens und Initiale Paris.

Dank Spracherkennung ist das Navi-Ziel schnell erfasst, man kann in einem Rutsch Ort, Straße und Hausnummer vorsprechen. Echtzeit-Verkehrsinformationen von Tomtom lassen sich ein Jahr nach Auslieferung des Fahrzeugs unentgeltlich nutzen, anschießend ist ein Abonnement erforderlich. Die Qualität der Staudaten gefällt, man ist schnell überzeugt. Ohne Abo fällt die Anlage auf den Gratiskanal TMC zurück. Im Telefonmenü ist abermals die Sprachbedienung ein Pluspunkt, und es gibt eine sehr pfiffige Suchfunktion für die Einträge im Telefonbuch. Was indes nicht zum insgesamt positiven Bild passt, sind die Klänge der Kommunikationstechnik, das gesamte Sounddesign des Fahrzeugs müsste überarbeitet werden.

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Test: Renault Talisman mit R-Link 2

Tesla oder Tablet? Ist es das Riesendisplay aus dem Elektrofahrzeug oder ein hochkant eingebauter Flachrechner, der unübersehbar das Armaturenbrett des Fahrzeugs schmückt? Die Frage nach dem großen Bildschirm stellt sich jedoch in Renaults Mittelklasse, im Talisman. Die Überraschung ist geglückt. Jeder Passagier achtet als erstes auf dieses Detail. Die Größe allein macht es jedoch nicht. Die Anzeige misst 22 Zentimeter in der Diagonale, das können andere auch.

Hochkant eingebauter Bildschirm im Renault Talisman. Foto Hersteller
Hochkant eingebauter Bildschirm im Renault Talisman. Foto Hersteller

Der Trick von Renault besteht darin, seinem R-Link 2 genannten System eine nahezu vollständige Tablet-Bedienung mitzugeben, so dass sich die jüngere Generation gleich heimisch fühlt. Von einem Startbildschirm ausgehend wischt man zu weiteren Bildschirmseiten nach links und rechts. Die einzelnen Schaltflächen auf der Anzeige lassen sich anpassen und ändern, man kann individuell konfigurieren, verschieben, justieren, Widgets einsetzen, mit Mehrfinger-Gesten arbeiten und vieles andere mehr. In dieser Hinsicht erinnert R-Link 2 an das neue Intouch von Jaguar, das ähnlich leistungsfähig ist.

Mittelklasse: Renault Talisman. Foto Hersteller
Mittelklasse: Renault Talisman. Foto Hersteller

Schade nur, dass die Anmutung der wenigen Tasten und Drehsteller im Renault nicht besonders hochwertig ist und man oft rätselt, was sich wo in welchem Untermenü versteckt. Die Wege zum Ziel sind lang, wenngleich das gesamte Bediensystem mit seiner durchgängigen Logik fasziniert. Wer fingerfertige Übungen am Bildschirm nicht mag, nimmt den Controller zwischen Fahrer- und Beifahrersitz als alternatives Bediensystem.

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