Bloatware von Samsung plus Zwangsapps von Google

Der Teltarif-Kollege Alexander Kuch zum Samsung Galaxy Note:

„… war der interne Systemspeicher von 2 GB ab Herbst 2012, also ca. ein Jahr nach dem Kauf des Smartphones, ständig voll. Seit dieser Zeit waren wir also ständig damit beschäftigt, durch das Deinstallieren von Apps den Speicher zu optimieren. Verschärft wurde das Problem durch die stete Neueinführung weiterer Zwangsapps von Samsung und Google, die das Gerät spätestens zum Jahresbeginn 2014 für die Neuinstallation von Apps oder den Kurztest kleinerer Anwendungen unbrauchbar machte. Beispielsweise war der freie Speicherplatz so gering, dass die Synchronisation mit unserem Google-Adressbuch nicht mehr durchgeführt werden konnte und so das Smartphone-Adressbuch nicht mehr aktuell war.“

Was man zu Nuance, Samsung und Apple wissen muss – Spracherkennung

Spracherkennung ist ein kompliziertes und aufwendiges Geschäft. Alles, was derzeit gut, sicher und zuverlässig funktioniert, ist von Nuance. Dazu gehört die Windows-Spracherkennung Dragon Naturally Speaking, das Spracherkennungsmodul von Apples Siri, die Spracherkennung im Auto in so gut wie allen besseren Systemen (Audi, BMW, Mercedes-Benz).

Spracherkennung, die nicht funktioniert, ist nicht von Nuance. Das war zum Beispiel die erste Version von Samsungs S-Voice auf dem Galaxy S3 im Jahr 2012. Danach hat Nuance die Spracherkennung für Samsung zugeliefert.

Es gibt ein paar Programme, die bei Nuance nicht so gut laufen (etwa Dragon Dictate für den Mac), aber das hat nichts mit der Spracherkennung zu tun, sondern mit der Systemintegration.

Würde Samsung tatsächlich Nuance kaufen, hätte Apple ein riesiges Problem.

Überblicksartikel von mir zu Dragon 12 für Windows, Siri und der Apple-Spracherkennung

Kostenpflichtig: Mein Artikel „Jenseits von Siri. Spracherkennung und Diktieren am Mac“ aus „Mac & i“.

 

Low light Vergleichsfotos: Samsung Galaxy S4, Nokia Lumia 920 und iPhone 5

Bei schönstem Sonnenschein machen alle Smartphones sehr ordentliche Aufnahmen. Der Knackpunkt ist stets die Aufnahme mit schwachem Licht. Deshalb hier ein Vergleich bei wenig Licht. Es geht nicht um künstlerische Ansprüche, sondern allein um die Frage, wer in low-light-Situationen bessere Aufnahmen macht.

Die Fotos wurden an identischer Position zur gleichen Zeit ohne Blitz im Automatikmodus geschossen. Es wurden jeweils zwei Aufnahmen gemacht und die bessere ausgewählt. Die Fotos sind in Originalgröße hochgeladen und wurden nicht bearbeitet. Zum Download in Originalgröße auf das Bild klicken. Mit einer Tonwertkorrektur im Photoshop sieht man dann auch beim Galaxy S4 durchaus Interessantes.

Samsung Galaxy S4:

Samsung Galaxy S4
Samsung Galaxy S4

 

Nokia Lumia 920

Lumia 920 WP_20130427_020
Nokia Lumia 920

 

iPhone 5:

iPhone 5
iPhone 5

 

Nachtrag: Man vergleiche auch hier. Das Foto stammt von Kollege Christian Just der Redaktion „Computerbild“ (via Twitter).

https://www.dropbox.com/s/b5x6qcg0ek3558f/Dunkelheit_ohne_Blitz.jpg

 

 

Das neue Tempo der jungen SSD

Leicht, dünn, robust: Samsung bringt die schnelle SSD-Serie 840 (Foto Spehr)

Wer seinen Rechner schneller machen will, nimmt eine SSD-Festplatte. Diese „Festkörperlaufwerke“ (Solid State Drives) ersetzen immer öfter die gewohnten Magnetspeicher. Das wundert kaum, wenn man nur an den leidigen Vorgang des Hochfahrens von Windows denkt. Ein älterer Standard-PC, der viel Softwareballast mit sich herumschleppt, benötigt dafür mit konventioneller Festplatte länger als eine Minute. Mit der SSD und ihren sehr kurzen Zugriffszeiten kommt man typischerweise auf 17 Sekunden. Auch im laufenden Betrieb sind die Tempovorteile immens. Zudem hat die SSD viele weitere Pluspunkte: Sie trotzt mechanischen Beanspruchungen eher als die Festplatte mit Lese-Schreib-Mechanik über rotierenden Platten, und sie arbeitet lautlos. SSDs gibt es seit mehr als 30 Jahren, und nun legen sie richtig los. Denn nicht nur bei Neuanschaffungen lohnt sich eine SSD, auch die Umrüstung eines älteren Notebooks bringt viel.

Wer mit einer SSD liebäugelt, sollte auf ein Markenprodukt achten. Mittlerweile halten zwar die aktuellen Produkte so lange wie herkömmliche Festplatten. Aber einige Hersteller kämpfen mit Firmware-Problemen beim Controller, aus denen Datenverluste resultieren können. So wundert kaum, dass überwiegend die Modelle großer Anbieter wie Intel und Samsung von Experten empfohlen werden. Noch immer sind SSD teuer. Ein kleines 128-Gigabyte-Laufwerk (etwa zum Start von Windows) ist zwar schon für rund 100 Euro erhältlich. Aber für 512 Gigabyte bezahlt man bereits mehr als 400 Euro, und typische 1-Terabyte-Größen sind für Privatkunden kaum erschwinglich. Die durchschnittliche SSD-Größe betrug am Anfang des Jahres bescheidene 126 Gigabyte, wuchs aber bis Ende August auf 175. Die Preise hingegen fallen. Kostete im Januar ein Gigabyte rund 1,5 Dollar, waren es im August nur noch 85 Cent.

Jahresumsatz in aller Welt von 20 Milliarden Dollar

Samsung hat jetzt in Korea seine neue 840er-Modellreihe vorgestellt, die mit drei Pluspunkten aufwarten will: hohe Geschwindigkeit, geringe Leistungsaufnahme und die vollständige Fertigung aller Komponenten im eigenen Haus. Die Speichergruppe ist bei Samsung mehr als gut aufgestellt: Mit Speicherbausteinen wurde 2011 ein Jahresumsatz in aller Welt von 20 Milliarden Dollar erzielt, also gut ein Drittel des Gesamtumsatzes der Koreaner. In Deutschland hat Samsung bei den SSD-Platten einen Marktanteil von 38 Prozent.

Die jetzt vorgestellte Baureihe folgt der 830er-Serie und kommt im 2,5-Zoll-Format (6,35 Zentimeter) mit sieben Millimeter Bauhöhe und in zwei Modellvarianten als SSD 840 und SSD 840 Pro. Basierte der Controller der 830er-Serie auf einem mit 220 Megahertz getakteten ARM-9-Prozessor, kommt nun ein ARM Cortex R4 mit 300 Megahertz zum Einsatz. Der Cache-Speicher wurde auf 512 Megabyte verdoppelt, es handelt sich um LPDDR2-Bausteine, wie sie auch in Smartphones und Tablet PC zu finden sind. Die beiden jungen Geräte arbeiten wie gehabt mit einer Sata-III-Schnittstelle (6 GBit/s). Neu ist allerdings die 256-Bit-AES-Verschlüsselung des gesamten Mediums, die sich nicht auf die Leistung auswirken soll.

Ohne „Over Provisioning“

Die Unterschiede zwischen Standard und Pro bestehen zunächst in einer besonderen Firmware für die Pro-Variante, die mehr Arbeitstempo bei hoher Last garantieren soll. Die Pro-Laufwerke werden zudem ohne „Over Provisioning“ ausgeliefert. Die Technik meldet beim Betriebssystem eine geringere Speicherkapazität an und bietet damit Redundanz für ausgefallene Speicherbereiche. Durch mehr freie Bereiche lässt sich die Leistung vor allem bei Schreibzyklen erhöhen. Ferner gewährt der Hersteller eine von drei auf fünf Jahre erweiterte Garantie für die Pro-Modelle. Die deutsche Fachpresse konnte bereits vor der Veranstaltung in Korea einige Testmuster auf Herz und Nieren prüfen. Im „Storage Bench“ von „Tom’s Hardware“ steht die Samsung Pro 840 nun an der Tabellenspitze und „schlägt jedes andere Laufwerk, das wir bislang getestet haben“, schreiben die Kollegen. Weitere Benchmarks wie etwa PC Mark 7 bestätigen diese Ergebnisse. Hier schafft die 840 Pro mit 128 Gigabyte einen Leistungsindex von 5523. Zum Vergleich: Eine herkömmliche Festplatte kommt auf 1576.

Auch hinsichtlich der Leistungsaufnahme ermittelten die Experten von Tom’s Hardware neue Rekordwerte. Die 840 Pro mit 512 Gigabyte kam im Leerlauf auf 0,32 Watt. Die beste Intel SSD genehmigte sich das Doppelte, andere Kandidaten kommen auf bis zu 1,3 Watt. Je geringer die Leistungsaufnahme, desto länger hält der Akku des Notebook im Mobilbetrieb durch, wenngleich natürlich Display und Prozessor die größten Verbraucher sind. Samsung spricht davon, dass sich gegenüber einer mechanischen Festplatte zusätzliche 56 Minuten Laufzeit erzielen lassen. Die Basis-Serie kommt mit Kapazitäten von 120 sowie 250 und 500 Gigabyte für 105, 200 und 450 Euro in den Handel, die Pro-Modelle sind teurer und kosten mit 128/256/ 512 Gigabyte 150/270/580 Euro ….

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Test: Huawei Ascend P1

Wer mit einem Android-Smartphone liebäugelt, hat die Qual der Wahl zwischen mehr als 1000 Modellen. In der Oberklasse wird die Luft schnell dünn, vor allem, wenn das Betriebssystem die aktuelle Version 4 „Ice Cream Sandwich, ICS“ sein soll. Um für künftige Erweiterungen gerüstet zu sein, ist bei einer Neuanschaffung ein Android mit Version 2.x nicht mehr empfehlenswert. Android 4, das es seit Herbst vergangenen Jahres gibt, läuft derzeit auf nur jedem zehnten Gerät, man spricht von einem fragmentierten Markt.

Flach, schnell, schön: Huawei Ascend P1 (Foto Hersteller)

Das interessanteste ICS-Smartphone ist derzeit das Samsung Galaxy Nexus, es wird in diesen Tagen als erstes und einziges Gerät die Version 4.1 erhalten; ohne jede „Verschönerung“ kommt „Android pur“ zum Einsatz. Schwachpunkte sind indes seine kurze Akkulaufzeit und die bestenfalls durchschnittliche Kamera. Das Samsung Galaxy S3 wiederum hat auf allen Bestenlisten den ersten Platz erklommen, überzeugt mit seiner Gesamtleistung, der langen Akkulaufzeit und der guten Kamera, muss aber wegen des Betriebssystem-Aufsatzes Touch Wiz vorerst auf Android 4.1 verzichten. Der Spitzenkandidat von HTC, das One X, bietet ein erstklassiges Gehäuse und eine ordentliche Kamera – leidet aber unter seiner aufdringlichen Sense-Oberfläche.

Und nun gibt es eine Alternative: Das Ascend P1 ist das erste Premium-Smartphone des chinesischen Herstellers Huawei, der im ersten Quartal bei den Mobiltelefonverkäufen die Mitbewerber Rim, Motorola, Sony und HTC hinter sich gelassen hat, zumindest nach den Zahlen von Gartner. Das Ascend P1 geht mit ICS 4.03 an den Start und bietet ein Android-Erlebnis ohne jede Basteleien. Zugegeben, das Huawei bringt auch eine eigene Oberfläche mit, sie ist aber vollständig abschaltbar, und dann bleibt als Abweichung vom Standard nur der sinnvolle Huawei-Energiesparmodus. Alles andere ist durchgängig Android pur ohne Geschmacksverstärker und Chromfelgen, ein wunderbares Erlebnis.

Das Design des Ascend P1 orientiert sich unübersehbar am älteren Samsung Galaxy S2 und Motorola Razr. Das Huawei ist vor allem leicht (110 Gramm) und flach: 7,7 Millimeter bei einer Länge und Breite von 12,9 × 6,5 Zentimeter. Das Gehäuse besteht aus sehr robust wirkendem Kunststoff, der Akku ist vom Nutzer nicht wechselbar, die Sim-Karte in Normalgröße sowie eine Micro-SD-Speicherkarte lassen sich seitlich einstecken. Am oberen Gehäuserand befinden sich die Klinkenbuchse für den Ohrhörer und der (ungeschützte) Micro-USB-Zugang zum Anschluss an PC, Lade- und TV-Gerät (mit MHL HDMI). Das kontraststarke Super-Amoled-Display gefällt mit kräftigen Farben und wird von Gorilla-Glas geschützt. Es nimmt leider Fingerfett gern auf und ist draußen bei hellem Sonnenlicht nur schlecht ablesbar.

Die ungewöhnliche Bildschirmauflösung von 960 × 540 Pixel hält mit den aktuellen Oberklasse-Androiden nicht mit. Beim Galaxy S3 und Galaxy Nexus sind es 1280 × 720 Pixel, und im Android-Browser des Huawei sehen die Buchstaben etwas grobschlächtig aus. Wer die Google-Alternative Chrome verwendet, erhält eine deutlich bessere Darstellung, an der nichts auszusetzen ist. Alle weiteren Details der Ausstattung folgen den üblichen Standards. Der Zweikernprozessor von Texas Instruments legt mit 1,5 Gigahertz ein beachtliches Arbeitstempo vor, so dass Unterschiede zu einem Vierkernprozessor subjektiv nicht wahrnehmbar sind. Nur bei Spielen und Benchmarks tritt das Huawei in die zweite Reihe. Mit UMTS und HSDPA sind im Download maximal 21 MBit/s zu erreichen, der superschnelle Datenturbo LTE fehlt indes. Auch ist nicht das energiesparende Bluetooth 4.0 installiert, sondern die ältere Variante 3.0.

Das Extra ist die 8-Megapixel-Kamera, die nicht nur draußen, sondern auch in Innenräumen hervorragende Aufnahmen macht. Eine Gesichtserkennung, Auto- und Touch-Fokus sowie HDR-Aufnahmen sind serienmäßig, auch ein Serienbildmodus gehört dazu. Erst bei schlechten Lichtverhältnissen treten hinsichtlich der Bildqualität Unterschiede zum iPhone 4S oder Galaxy S3 zutage. Und leider lässt sich der nervige Auslöse-Ton nicht abschalten.

In der Ausdauer wiederum fährt das Huawei zur Bestform auf: Bis zu 30 Stunden im typischen Einsatz hat man mit Android selten erlebt. Wir hatten das Huawei einige Tage als Hauptgerät im Einsatz, haben alle Telefonate damit geführt, die E-Mail abgefragt, Twitter und Facebook bedient – und hatten spätabends noch genug Reserven. Dass die mitgelieferte Software manches Extra mitbringt, sei nur am Rande erwähnt. Mit DLNA lassen sich Musik, Fotos und Videos zum TV-Gerät „streamen“, und die Vollversion von Polaris Office erlaubt nicht nur das Betrachten, sondern …

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Test: Samsung Galaxy S3

Einfach ist die Entscheidung nicht. Wer sich für ein Smartphone der Spitzenklasse interessiert, mag mit dem iPhone 4S liebäugeln – oder wartet auf den Nachfolger, der vermutlich im Herbst kommt. Für die Android-Fraktion hingegen ist das neue Topgerät jetzt erhältlich. Das Galaxy S3 von Samsung ist der schärfste Rivale des iPhone. Schon der Vorgänger Galaxy S2 war in jeder Hinsicht ein Erfolg und wurde mehr als 20 Millionen Mal verkauft. Neun Millionen Kunden in aller Welt haben das jüngste Galaxy vorbestellt.

Neue Referenz bei Android: Das Samsung Galaxy S3 (Foto Hersteller)

Wir hatten das S3 einige Tage im Einsatz, und schon bei der ersten Begegnung beginnt die Diskussion über seine Größe. Mit 13,7 x 7,1 Zentimeter überragt es ein iPhone in der Höhe um 2,2 und in der Breite um mehr als einen Zentimeter. Opulent oder dick wirkt das S3 aber nicht, denn es ist einen Tick flacher (8,6 Millimeter) als das iPhone 4S und sieben Gramm leichter (133 Gramm). Die Größe ist an erster Stelle dem Display geschuldet, das bei einer Diagonale von 12,2 Zentimeter eine üppige Auflösung von 1280 x 720 Pixel bietet. Bei der Anzeige handelt es sich um ein Amoled-Display mit Pentile-Matrix, das mit zwei statt der üblichen drei Sub-Pixel auskommen muss. Eine gewisse Unschärfe soll der Nachteil dieses neuen Verfahrens sein, die längere Haltbarkeit ihr Vorteil. In der subjektiven Wahrnehmung ist das Display jedoch knackscharf, einzelne Pixel sind nicht zu unterscheiden. Wie bei jeder Amoled-Anzeige stört die schlechte Ablesbarkeit im Sonnenlicht. Zudem wünscht man sich eine bessere Beschichtung gegen Fingerfett.

Beim Lesen von Web-Seiten sowie Betrachten von Videos und Fotos sind Größe und Auflösung des Displays jedoch ein Pluspunkt. Doch die Maße des Smartphones werden nicht jedermann gefallen. Das Galaxy S3 ist nur schlecht mit einer Hand zu bedienen, und es passt nicht in jede Tasche. Letztlich ist es jedoch eine Frage des persönlichen Geschmacks; das noch größere Galaxy Note verkauft sich ebenfalls gut. Materialanmutung und Verarbeitungsqualität des Galaxy S3 sind überzeugend – mit Ausnahme der hauchdünnen Rückwand, die den Zugriff auf den Wechselakku, Micro-Sim- und Speicherkarte erlaubt.

Zu den technischen Daten: Das jüngste Samsung bringt nahezu Vollausstattung mit, wie beim iPhone 4S fehlt nur das superschnelle Datenprotokoll LTE. Sonst ist alles dabei, nicht nur Bluetooth 4.0 und NFC, sondern auch diverse Protokolle zum multimedialen Datenaustausch (WiFi Direct, DLNA, All Share Play) sowie ein üppiger zweijähriger Gratisspeicherplatz von 50 Gigabyte für Daten in der Dropbox-Cloud. In diesen Details ist das Samsung dem iPhone überlegen. Auch hinsichtlich der Rechenleistung wird aus dem Vollen geschöpft: Vier Kerne der hauseigenen Exynos-CPU legen in Benchmarks ein spektakuläres Tempo vor. Die einzelnen Kerne lassen sich separat zwischen 200 Megahertz und 1,4 Gigahertz takten, ein weiterer „Sparkern“ wie beim Tegra-3-System (etwa des HTC One X) ist nicht erforderlich. Von der hohen Rechenleistung profitieren vor allem die Spiele-Liebhaber. Und die Ausdauer leidet, deshalb hat Samsung einen kräftigen Akku mit 2100 Milliamperestunden verbaut. Mehr als 25 Stunden sind trotzdem kaum zu schaffen, da muss man sich schon sehr zurückhalten. An einigen Tagen kamen wir gerade mal auf zwölf Stunden. Zum Vergleich: Das iPhone 4S hält bei uns fast immer anderthalb Tage durch, wenig benutzt sogar zwei.

Über das Android-Betriebssystem 4.0.4 hat Samsung sein Touch-Wiz-System gelegt, das die feinen Linien des Originals nahezu vollständig überdeckt. Man kann mit Touch Wiz leben, zumal an allen Ecken und Enden gefällige Verbesserungen vorgenommen wurden. Etwa der optische Hinweis auf verpasste Anrufe mit einer LED und der vibrierende, wenn man das Gerät in die Hand nimmt. Oder die Einblendung des Ortsnamens bei Anrufern, die nicht in der Kontakteliste gespeichert sind. Und schließlich der intelligente Schlafmodus, der den aufs Gerät schauenden Nutzer erkennt – und die Display-Beleuchtung nicht deaktiviert. Viele dieser Funktionen sind so pfiffig, dass man sie nicht mehr missen möchte. Gelungen ist auch der Samsung-Kalender, der eine Übersichtsdarstellung mit einer Detailanzeige der Tagestermine verbindet. Anstehende Besprechungen kann man sich als „Widget“ permanent auf einem der Home-Bildschirme anzeigen lassen.

Viel Licht also, aber auch mancher Schatten: Das schon beim Vorgänger beklagte Kontakte-Chaos in der Adressverwaltung hat der Hersteller nicht in den Griff bekommen. Unabhängig von den gewählten Einstellungen werden alle Adressen des zuerst angelegten Google-Kontos im Gerät gespeichert. Man kann sie zwar mit „benutzerdefinierten Listen“ ausblenden lassen. Aber spätestens bei der Suche oder der Nutzung einer Bluetooth-Freisprecheinrichtung im Auto sind dann doch alle Einträge vermischt. Installiert man WhatsApp oder einen anderen Messenger, landen ärgerlicherweise auch die Kontakte aus einem privaten Konto im dienstlichen Bereich. Ferner die Spracherkennung: „S Voice“ soll das Pendant zu Apples Assistentin Siri sein. Das „look & feel“ von Siri hat Samsung in einer kaum zu übertreffenden Dreistigkeit kopiert. Aber „unter der Haube“ funktionieren nur wenige Demo-Kommandos („Wie wird das Wetter heute in Paris“) gut. Geht es um das sinnvolle Arbeiten mit Spracherkennung, das Diktat längerer Texte, sind die Resultate mangelhaft.

schließlich die Acht-Megapixel-Kamera. Auch hier gibt es eine sinnvolle Ausstattung und manche Innovation. Die Gesichtserkennung ist nach erstmaliger Identifizierung einer Person in der Lage, sie auch auf weiteren Fotos zu markieren. Und dann kann man den Schnappschuss mit einem Fingertipp sogleich an seine Freunde schicken. Bei Autofokus und Auslösung legt das Galaxy ein exzellentes Tempo vor, der Knüller ist jedoch der Serienbildmodus für maximal 20 Aufnahmen in sechs Sekunden, manche Kompaktkamera kommt da nicht mit. Unser Testgerät tendierte zu einer sehr kräftigen Zeichnung der Farben. Insgesamt ist die Fotoqualität sehr gut, bei Videos macht man Kompromisse. Aufnahmen mit schwachem Licht bewältigt das iPhone 4S geringfügig besser, ein Vergleichsfoto findet sich hier.

In vielen Details liegt das Samsung Galaxy S3 vor seinem Konkurrenten. Es hat jedoch deutlich mehr Schwächen als das iPhone, das Pendel schlägt zwischen Plus und Minus weiter aus. Die Mängel der Kontaktverwaltung und des Spracherkenners wiegen schwer. Ob man lieber die große Bauform eines Galaxy oder die kompakte eines iPhone bevorzugt, bleibt ebenso wie die Beurteilung des Betriebssystems eine Frage des Geschmacks. Insgesamt meinen wir: Das neue Galaxy ist das beste Android-Smartphone auf dem Markt, es ist zu Preisen …

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Der ärgerlichste Fehler des Samsung Galaxy S3: Das Kontakte-Chaos von Android

Wie beim Samsung Galaxy S2 ist auch beim neuen Samsung Galaxy S3 mit Android 4 ein Wirrwarr bei der Adressverwaltung zu beobachten, das mehr als ärgerlich ist. Um das Problem einzukreisen sei Google-Konto A das Konto, das zuerst auf dem Gerät angelegt wird und üblicherweise die Verknüpfung mit dem Android Market „Play Store“ enthält. Die in diesem Konto hinterlegten Adressen werden in jedem Falle synchronisiert, auch wenn man unter “Einstellungen”, “Konten und Synchronisierung” die Synchronisierung der Kontakte verneint, also das grüne Häkchen nicht setzt. Auch wenn man direkt nach dem Anlegen des Kontos sofort in die “Einstellungen” geht, sofort das Häkchen löscht: Es wird synchronisiert, ob man das will oder nicht.

Samsung Galaxy S3 (Foto Hersteller)

Nun lege man ein Konto B an, etwa ein weiteres Google-Konto, oder ein Exchange-Konto oder ein Business-Konto aus Google Apps. Hier sollen die Adressen synchronisiert werden. So weit, so gut.

Geht man jetzt auf die Kontakte, sind alle Adressen aller Konten sichtbar. Man kann über das Kontext-Menü “Anzuzeigende Kontakte“ und “Benutzerdefinierte Liste“ abermals nachjustieren, Unerwünschtes abwählen: Es bleibt folgenlos. Spätestens beim Start einer Suche sind die Kontakte aus Konto A wieder da. Noch schlimmer wird das Ganze im Auto beim Einsatz einer Bluetooth-Freisprechanlage: Alle Einträge aller Konten sind auf dem Monitor sichtbar. Wer in Konto A beispielsweise seine privaten Adressen pflegt und in B seine beruflichen, darf sich über ein Chaos ohnegleichen freuen.

Noch ärgerlicher: Installiert man What’sApp oder einen anderen Messenger, der auf das Kontaktverzeichnis zugreift, haben nun die privaten Kontakte aus A auch Zugriff auf das Dienst-Smartphone.

 

Vergleichsfoto: Samsung Galaxy S3 versus iPhone 4S bei wenig Licht

Bei schönstem Sonnenschein machen alle neueren Smartphones sehr ordentliche Aufnahmen. Der Knackpunkt ist stets die Aufnahme mit schwachem Licht. Deshalb hier ein erster Vergleich.

Beide Fotos wurden an identischer Position zur gleichen Zeit im abgedunkelten Raum ohne Blitz geschossen. Beim iPhone 4S kamen die Standardeinstellungen zum Einsatz, beim Samsung Galaxy S3 dito mit höchster Auflösung und ISO-Automatik. Es wurden zwei Aufnahmen gemacht und die bessere ausgewählt. Beide Fotos sind in Originalgröße hochgeladen und wurden nicht bearbeitet. Zum Download in Originalgröße auf das Bild klicken.

Das Samsung Galaxy S3

Samsung Galaxy S3

 

Das iPhone 4S

iPhone 4S

 

MWC 2012: Googles Androiden machen alles gleich

Überall zeigen sich die kleinen grünen Android-Männchen. Sie sind das Markenzeichen eines Betriebssystems geworden. Barcelona war ihr Klassentreffen. Der Mobile World Congress ist die wichtigste und größte Fachmesse der Mobilfunkwelt. Aus der Liste der großen namhaften Unternehmen fehlte nur eines: Apple. Alle anderen zeigten Neuheiten für einen starken Smartphone-Sommer. Auch an Superlativen mangelte es nicht. Jedenfalls auf den ersten Blick und zunächst bei LTE, Long Term Evolution, dem Nachfolger von UMTS, der in vielen europäischen Ländern bereits an den Start gegangen ist.

Die neue Technik ist ein Paradigmenwechsel, es ist die vierte Mobilfunkgeneration, die alles besser machen soll: mehr Kapazität, höhere Bandbreiten, bessere Funkabdeckung – und das alles zu geringeren Kosten und mit einer sehr effizienten Systemarchitektur. LTE bietet eine sehr hohe Übertragungsgeschwindigkeit von 20 bis mehr als 100 MBit/s in Verbindung mit kurzen Antwortzeiten. Diese Ping- oder Latenzzeiten sind nicht nur bei Internet-Spielen wichtig, sondern auch für den Abruf aufwendiger Web-Seiten. Telefonica zeigte auf dem Messegelände LTE mit elf sogenannten Metro-Cells, wie sie auch in den deutschen Großstädten zum Einsatz kommen werden. In einer Zelle können gleichzeitig bis zu 30 Nutzer mit Geschwindigkeiten von maximal 30 MBit/s im Netz surfen.

Jenseits der Netzinfrastruktur, die in Deutschland die weißen Flecken fehlender DSL-Versorgung tilgen soll, kommt LTE jetzt in die Smartphones. Vodafone hatte schon vor dem Weltkongress sein HTC Velocity 4G vorgestellt. Im stationären Betrieb kann man unter guten Bedingungen um die 50 MBit/s im Download erreichen, ergaben erste Tests. Der koreanische Hersteller LG zeigte in Barcelona sein Optimus LTE, einen Androiden mit 11-Zentimeter-Display in hochaufgelöster Darstellung (1280 x 720 Pixel), es kommt im Sommer auf den Markt. Auch der chinesische Hersteller Huawei bringt LTE in sein neues Spitzenmodell Ascend D1, hier sticht der üppige HD-Bildschirm ebenfalls hervor.

Schnelles Smartphone: LG Optimus LTE (Foto Hersteller)

Aber schon gibt es Einwände: LTE auf dem Smartphone belaste den Akku über Gebühr, und den Zugang zu den neuen Hochgeschwindigkeitsnetzen werden sich die Mobilfunker gewiss gut bezahlen lassen. Nicht wenige Experten meinen: Mit dem Kauf eines LTE-Smartphones sollte man noch warten. Und man kann natürlich vortrefflich streiten, welchen Sinn hohe, aber nur punktuell erzielbare Download-Geschwindigkeiten auf einem Smartphone haben, mit dem man seine E-Mail abruft oder ein Youtube-Video guckt. Was ist der Fortschritt gegenüber einer guten und permanent verfügbaren 5 MBit/s-Anbindung?

Flaggschiff ohne LTE-Technik

So wundert kaum, dass Nokia sein neues Flaggschiff Lumia 900 in Europa ohne die LTE-Technik auf den Markt bringt. In den Vereinigten Staaten ist es hingegen mit dem Datenturbo erhältlich. Hierzulande bleibt also das Maximaltempo bei 21 MBit/s, und der wichtigste Unterschied zum Lumia 800 sind die größere Bauform, die verbesserte Kamera und vor allem die Zweitkamera an der Gerätevorderseite für Videotelefonie. Trotz größerer Displaydiagonale (10,6 Zentimeter) bleibt dieses Windows Phone bei einer Auflösung von 800 x 480 Pixel.

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