Test: Windows 10 Creators Update / Redstone 2

Im April kommt das nächste große Update: 3D für jedermann heißt das Motto, mit dem 400 Millionen Windows-Geräte ein neues Betriebssystem erhalten.

Nein, es kommt vorerst kein Windows 11, sondern Microsoft aktualisiert sein Windows 10 mit jährlichen großen Updates, die neue Funktionen und manche Verbesserung bringen. Statt einer einmal zu erwerbenden Software erhält man ein Produkt, das fortwährend angepasst wird. Die Version 1511 von Windows 10 kam im November 2015, das Anniversary Update 1607 brachte im Juli vergangenen Jahres mehr als hundert weitere Funktionen und Fehlerbeseitigungen. Die Versionsnummer gibt Jahr und Monat des Updates an. Welche Version auf dem eigenen Rechner läuft, erfährt man in den Windows-Einstellungen.

Nicht jeder ist mit dieser Vorgehensweise von Microsoft einverstanden, zumal sich die automatischen Updates nicht komplett deaktivieren lassen. Bisweilen beginnt ein längerer Update-Prozess im ungünstigsten Moment, laufende Arbeit wird unterbrochen, der Rechner steht 30 Minuten und länger nicht zur Verfügung. Oft werden Einstellungen des Nutzers von Microsoft wieder zurückgesetzt, damit man zum Beispiel den hauseigenen Browser aus Redmond nutzt und nicht etwa die Alternativen Firefox oder Chrome. Ferner geht es ums Prinzip: Einen Rechner kaufen, mit Betriebssystem ausstatten und in Ruhe laufen lassen, das geht jetzt nicht mehr.

Der nächste große Sprung heißt Creators Update, wird intern auch Redstone 2 genannt und geht wahrscheinlich im April an den Start, trägt also die Kennziffer 1704. Im Oktober vergangenen Jahres gab Microsoft bereits einen ersten Einblick. Demnach soll die verjüngte Windows-Plattform das Rüstzeug für die dreidimensionale Realität bieten und sich problemlos mit der Hololens und Windows-VR-Brillen bedienen lassen. 3D für jedermann heißt die Maxime. Zum Erstellen eigener 3D-Objekte dient eine überarbeitete Version der Software Paint, und das Smartphone wird mit einer App zum 3D-Scanner. Auch hinsichtlich der Updates gibt es mit dem Update ein Update: Sie lassen sich bis zu 35 Tage lang aufschieben. Allerdings werden Sicherheits-Updates und die Datenbanken der Virenabwehr namens Windows Defender weiter installiert, die Pause funktioniert also nur für neue Funktionen und weniger wichtige Aktualisierungen.

Neu ist das Windows Defender Security Center. Es handelt sich um eine App-Version des Windows Defender, der bislang über das Startmenü zu erreichen ist. In diesem Sicherheitszentrum lassen sich Einstellungen zur Firewall und für den Netzwerkschutz vornehmen. Die neue Zentrale bietet mehr Übersicht. Mit der Schaltfläche Viren- und Bedrohungsschutz sieht man sofort, wie viele Dateien geprüft und welche Bedrohungen erfasst wurden. Nach wie vor gilt: Dank Windows Defender kann man getrost auf andere Virensoftware von McAfee oder Kaspersky verzichten.

Über das Untermenü Geräteleistung und -integrität kann man Programme löschen, die zugehörigen Einstellungen und Dateien bleiben indes erhalten. Mit dem Offline-Scan gibt es die Möglichkeit, den Rechner in einer Defender-Umgebung hochzufahren, ohne Windows zu starten. Das funktioniert im Prinzip bereits mit Windows 10 Version 1607, bietet hier aber nun eine deutlich einfachere Möglichkeit, den Rechner nach Schadsoftware zu scannen, die huckepack mit Windows gestartet wird. In der Sicherheitszentrale nimmt man sodann auch die Einstellungen für die Familienkonten vor.

Mehr Leistung und Laufzeit versprechen die neuen Energiespareinstellungen mit einem Power Slider genannten Tool. Dank Schieberegler soll sich einstellen lassen, wie viel Leistung für das Betriebssystem zur Verfügung steht. Voraussetzung für mehr Energieeffizienz ist freilich, dass die Hersteller der einzelnen Hardware-Komponenten ihre Treiber aktualisieren.

Im wiederbelebten Startmenü lassen sich künftig Ordner für die Kachel-Icons erstellen. Man zieht dafür eine Kachel-App im Startmenü auf eine andere, wie beim Smartphone. Die Größe der Kacheln ist anpassbar. Der bislang erfolglose Browser Edge soll besser bedienbar werden: Fährt man mit der Maus über einen Tab, zeigt sich eine Vorschau der Internetseite. Nicht mehr benötigte Tabs lassen sich beiseiteschieben und einfacher denn je wieder öffnen. Mit dem Kontextmenü von Edge in der Taskleiste gelingt das Öffnen neuer Fenster. Wie in anderen zeitgemäßen Browsern ist künftig das automatische Abspielen von Flash-Elementen blockiert, schon aus Gründen der Sicherheit. Nur nach ausdrücklicher Bestätigung startet die Wiedergabe. Im Zweitjob soll Edge künftig als E-Book-Reader dienen. Microsoft will eine neue Buchhandlung in Windows 10 einrichten, und der Browser soll als Lesegerät dienen.

Zu den kleineren Verbesserungen gehört die Option, dass sich Bereiche des Bildschirms mit der Tastenkombination Windows plus Shift plus S als Screenshot in der Zwischenablage speichern lassen. Programme und Icons werden besser dargestellt, insbesondere bei hohen Bildschirmauflösungen. Mit Storage Sense lässt sich automatisch Festplattenplatz freischaufeln. Ferner kann Windows temporäre Dateien und solche im Papierkorb automatisch löschen. Die Sprachassistentin Cortana wird tiefer ins Betriebssystem eingebunden, sie soll mehr Apps unterstützen. Wer Cortana einsetzt, muss viel von sich preisgeben. Aber vielleicht leistet das ebenfalls neu gestaltete Privacy-Dashboard mit besserer Übersicht und mehr Optionen die notwendige Überzeugungsarbeit.

Weiterlesen auf FAZnet

Test: Lenovo Yoga 910 Notebook

Und schon ist es wieder passiert: Buchstabensalat. Der Cursor hat sich eine Reihe hochgeschoben, neu eingegebener Text landet an der falschen Stelle, ein heilloses Durcheinander. Wie konnte es so weit kommen? Hatte sich doch dieses Notebook zunächst als eine der interessantesten Neuheiten des jungen Jahres gezeigt. Technische Daten, Design, Funktionalität und weitere Finessen schienen für eine erfolgreiche Karriere wie geschaffen. Doch dann machten Details den hervorragenden Eindruck zunichte.

Lenovo Yoga 910. Fotos Hersteller

Die Rede ist vom Yoga 910 des chinesischen Herstellers Lenovo. Wie der Name bereits andeutet, bietet sein Display größtmögliche Flexibilität. Tastatur und Anzeige verbindet ein Gliederscharnier, das eine mechanische Meisterleistung ist, an ein Uhrenarmband erinnert und jeden Neigungswinkel erlaubt. Man kann den Bildschirm zum Dach drehen, etwa für das Ansehen von Videos und Präsentationen, oder komplett umklappen und in den Tablet-Modus von Windows 10 umschalten. Dann regiert der Finger, die Anzeige ist berührungsempfindlich.

Mit einem verwindungssteifen Unibody-Gehäuse aus Metall, einem Gewicht von 1,4 Kilogramm und Maßen von 32 × 22 ×1,4 Zentimeter wäre das Yoga 910 der ideale Partner für Menschen, die viel reisen und trotzdem auf einen leistungsfähigen PC nicht verzichten wollen. Dazu passen nämlich auch die technischen Daten mit Prozessoren vom Core i5 bis zum aktuellen Core-i7 7500U aus der Kaby-Lake-Familie, einer über PCIe angebundenen SSD von Samsung mit 512 Gigabyte oder ein Terabyte sowie 8 oder 16 Gigabyte Arbeitsspeicher. Als Grafikeinheit fungiert stets die Chipsatzgrafik Intel HD 620, die mangels eigenen Arbeitsspeichers auf den Systemarbeitsspeicher zugreift.

Kopfstand: Lenovo Yoga 910

Die berührungsempfindliche Anzeige löst in den kleineren Ausbaustufen wie bei unserem Testgerät mit 1920 × 1080 Pixel auf, alternativ sind auch 4K mit 3840 × 2160 Pixel lieferbar, stets bleibt es jedoch bei einer Diagonale von 13,9 Zoll. Die Darstellung gefällt, sieht man von Spiegelungen ab. Während der Rand nach oben hin und zur Seite millimeterdünn ist, bleibt unten eine geradezu riesige schwarze Fläche ungenutzt, in ihr ist dann originellerweise die Webcam untergebracht.

Die Tastatur ist in mehreren Stufen hintergrundbeleuchtbar, hinterlässt einen guten Eindruck, hat aber jene oben beschriebene Macke, die das ganze Gerät für einen Zehnfingerschreiber unbrauchbar macht: Die rechte Shift-Taste liegt zu weit rechts, und vor ihr befindet sich die Cursor-Hoch-Taste so unglücklich, dass man beide immer wieder verwechselt, selbst nach mehrstündigem Schreiben mit dem Gerät, wie schade. Das große Touchpad bewährt sich als Mausersatz bestens, es arbeitet ungemein präzise, fast wie auf dem Mac. Im Tablet-Modus nimmt man den Finger zum Navigieren in Menüs, die physikalische Tastatur ist ausgeschaltet, man beachte allerdings, dass das Gerät für langes Halten – etwa zum Lesen eines E-Book – zu schwer ist.

Akkulaufzeit zwischen 8 und 12 Stunden

An Arbeitstempo ließ unser Testgerät mit den jüngsten Core-i7-Prozessoren erwartungsgemäß nichts zu wünschen übrig. Auch die Einrichtung verlief schneller denn je, weil sich Lenovo mittlerweile mit unerwünschten Werbe-Dreingaben (Crapware) zurückhält. So muss man nur noch jenen Murks deinstallieren, den Microsoft selbst mitliefert. Und man kann es nicht oft genug sagen: Man achte mit Windows 10 auf die Datenschutz- und Privatsphäreeinstellungen. Dass Windows nur in der Home-Version zum Einsatz kommt, erstaunt.

Geht es um Anschlüsse und Konnektivität, ist das Lenovo auf der Höhe der Zeit: Wie bei den jüngsten Macbook-Pro-Modellen fehlt nämlich so gut wie alles. Man muss Adapter und Hubs dazukaufen. Links liegen zwei USB-Typ-C-Ports, von denen der hintere nach USB 2.0 arbeitet und zum Laden des Akkus genutzt werden kann. Der vordere gehorcht USB 3.1 und lässt sich auch via Displayport zum Anschluss eines externen Monitors verwenden. An der rechten Seite gibt es neben der 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse zum Anschluss eines Headset immerhin noch einen herkömmlichen USB-3-Anschluss. HDMI, Kensington Lock und Kartenleser fehlen indes. Ein wenig entschädigt der Fingerabdruck-Scanner mit Biometrie, der klaglos seinen Dienst verrichtet. Die Akkulaufzeit des Yoga 910 lag bei uns im Praxiseinsatz zwischen 8 und 12 Stunden. Man kommt also gut über den Tag.

Neben dem Tastenlayout gibt es einen zweiten Minuspunkt: Mit jeder Lüfteraktivität geht ein hochfrequentes Pfeifen einher, das unter hoher Last eine störende Intensität entwickelt. Der Lüfter läuft leider ziemlich oft, Lenovo hat das Problem erkannt und reichte während unseres Tests ein Bios-Update nach, das ein wenig Abhilfe bringt. Insgesamt meinen wir: Hardware, Anmutung, Ausstattung und Arbeitstempo überzeugen, es ist ein tolles Notebook. Der Preis liegt zwischen 1500 und 2000 Euro und ist ebenfalls angemessen. Ein leiserer Lüfter und ein besseres Tastaturlayout sind für eine Kaufempfehlung allerdings unabdingbar. Wir warten jetzt gespannt auf das Thinkpad X1 Yoga und auf das Thinkpad X1 Carbon.

Weiterlesen auf FAZnet

Spracherkennung Dragon NaturallySpeaking 13 für Windows

Im August kommt die Windows-Spracherkennung Dragon Naturally Speaking in der neuen Version 13 in den Handel, und zwar zunächst als „Premium“-Variante, mit der auch anspruchsvolle Nutzer gut arbeiten können. „Professional“ und „Legal“ bleiben vorerst bei der 12.5.

Dragon NaturallySpeaking 13 von Nuance (Foto Hersteller)
Dragon NaturallySpeaking 13 von Nuance (Foto Hersteller)

Was muss man wissen?

  • Erwartungsgemäß wird von Hersteller Nuance kommuniziert, die neue Version erkenne besser (plus 13 Prozent) und arbeite schneller.
  • Sie unterstützt eingebaute Laptop-Mikrofone und die Mikrofon-Einrichtung ist nun deutlich einfacher. Alle zur Verfügung stehenden Mikros werden mitsamt Pegel aufgeführt.
  • Der Einstieg mit dem anfänglichen Sprachtraining ist noch einfacher geworden, die Vorlesezeit für den Trainingstext wurde von 4 auf 2 Minuten halbiert.
  • Es gibt eine neue Menüleiste in einem minimalistischen Design, die bei Nichtgebrauch weniger Fläche auf dem Desktop einnimmt.
  • Nach wie vor kommt Bestmatch V zum Einsatz, die Hardwarevoraussetzungen bleiben gleich (2 GB Speicher beim 32-Bit-Betriebssystem, 4 GB beim 64er). Windows XP wird nicht mehr unterstützt.
  • Die Premium kostet 170 Euro.
  • Das Arbeiten auf Web-Seiten im Browser wurde deutlich verbessert, es wird nun der WAI-ARIA-Standard für die Bildschirmnavigation unterstützt. Die diesbezüglichen Fortschritte auf beliebigen Seiten sind sofort sichtbar.
  • Mein erstes Fazit: Das neue Design gefällt, und die Erkennungsleistung mit einem frisch angelegten Profil war spektakulär, obwohl das eingebaute Mikro eines Laptops verwendet wurde. Spaßeshalber wurde der Sprecher gewechselt, auch dann blieb die Erkennungsleistung erstklassig. Man fragt sich, wann das sprecherunabhängige Profil kommt. Die neuen Möglichkeiten beim Einsatz im Web-Browser überzeugten ebenfalls sofort. Ich freue mich auf mein Testmuster.

Probleme mit dem Internet Explorer 11 unter Windows 7 beheben

Einige Hinweise zur Fehlersuche in Kurzform:

— Zurücksetzen auf Standardeinstellungen über Zahnradsymbol, Internetoptionen, Erweitert, Internet-Explorer-Einstellungen zurücksetzen.

— Start ohne Add ons über Startmenü, Alle Programme, Zubehör, Systemprogramme.

— Microsoft-Tool Fix it: http://support.microsoft.com/fixit/de-de

— Zurücksetzen auf den IE 10 über Systemsteuerung, Programme, Installierte Updates anzeigen. (Kann länger als eine Stunde dauern).

 

Test: Dragon NaturallySpeaking 12 von Nuance

„Neuer Termin mit Martin nächste Woche Dienstag 12 Uhr“: Schon dieser eine Satz demonstriert beispielhaft die Leistungsfähigkeit einer modernen Spracherkennung. Er ist in weniger als fünf Sekunden diktiert und führt nahezu unmittelbar zu einem Eintrag im elektronischen Kalender. Ohne Spracherkennung dauert es immer länger: Das Starten des Terminkalenders, die Suche des passenden Datums und das Eintippen der Details ist viel mühseliger, als seinem Smartphone neun Wörter vorzusprechen.

Ihre frappierende Leichtigkeit hat Apples Sprachassistentin Siri so populär gemacht. Aber sie ist ja auch mehr als eine Spracherkennung, die Gesprochenes in Schriftliches überführt. Siri nimmt zusätzlich eine semantische Analyse des Inhalts vor, und anhand bestimmter Schlüsselbegriffe wie „Termin“ erfolgt automatisch die Umsetzung in Aktionen, wie der Eintrag im Terminkalender oder das Abrufen des Wetterberichts.

Siri läuft derzeit nur auf dem iPhone 4S. Wer jedoch das iPad 3 oder auf dem Mac-Rechner das aktuelle Apple-Betriebssystem Mountain Lion einsetzt, kann zumindest die Diktatfunktion, also die reine Spracherkennung, ebenfalls verwenden. Wo immer der Cursor gerade steht: Man diktiert, der Audio-Schnipsel wird via Internet auf Server von Apple übertragen, dort transkribiert, und der Text kommt retour. Apple verwendet für seine Spracherkennung die Technik des amerikanischen Herstellers Nuance, der hier seit mehr als zehn Jahren Marktführer ist. Der Charme dieser Lösung besteht darin, dass sie geradezu unmittelbar zur Verfügung steht. Man muss keine Software installieren, kein Benutzerprofil anlegen, nichts neu lernen, sondern kann einfach loslegen. Die Erkennungsrate ist sehr hoch, die Ergebnisse sind verblüffend gut.

Vergleicht man die drei Apple-Plattformen, ist die Performance nahezu identisch. Der Mac-Rechner mit flinken Prozessoren ist dem iPad 3 keineswegs überlegen. Auf allen drei Systemen sind auch ähnliche Fehler und Einschränkungen zu beobachten. Zum Beispiel die falsche Großschreibung, wenn man im Satz innegehalten hat. Und die Restriktionen sind ebenfalls nicht zu übersehen: Der Erkenner erlaubt nicht das Anlernen oder Training ihm unbekannter Begriffe, er versteht kein Fachvokabular, und man kann nur abschnittweise diktieren, weil ja jeder Satz oder Halbsatz nach Amerika geschickt wird, was nicht jeder goutiert.

Für professionelles Diktieren längerer Texte oder die Umsetzung von Diktaten, die zuvor aufgenommen wurden, ist das Apple-System ungeeignet. Es wird nur dann besser, wenn Apple die Algorithmen auf seinen Servern verbessert. In Amerika beklagen sich sogar viele Nutzer, dass Siri in den vergangenen Monaten schlechter geworden sei. Man wird also mit diesem semiprofessionellen System auf den Geschmack gebracht. Schnell gibt es Appetit auf mehr, und dann ist eine Software gefragt, die auf dem eigenen PC läuft, ein umfangreiches und ergänzbares Wörterbuch mitbringt, für bestimmte Berufsgruppen ein Fachvokabular und vieles andere mehr.

Wer Höchstleistungen sucht, benötigt einen aktuellen Rechner

Wer jedoch nach ein paar Runden im Porsche 911 die Leistung eines Formel-1-Boliden sucht, kommt um ein Fahrertraining nicht herum. Zum Glück hat Nuance bei seiner Windows-Software Dragon Naturally Speaking in den vergangenen Jahren viel getan, um die Hürden des Einstiegs zu senken. Dragon ist der Maßstab und die Referenz, es gibt keine andere Software mit vergleichbarer Leistungsfähigkeit, man mag diese Monopolstellung bedauern.

Mit der neuen Version 12, die seit Ende August im Handel ist, beschränkt sich die Inbetriebnahme nach der Installation auf ein fünfminütiges Diktat, mit dem der Erkenner den individuellen Sprachstil analysiert. Die viel größere Hürde im Alltagseinsatz ist die Fülle der Möglichkeiten und Optionen. Mit dem Drachen kann man ein Windows-System durchgängig mit Sprache steuern, eine Outlook-E-Mail verfassen oder Word-Kommandos aufrufen. Das alles will aber geübt sein – ungeachtet der zahlreichen Hilfestellungen.

Der neue Drachen bringt ein abermals verbessertes akustisches Modell mit, das nun Best Match V heißt. Dieses verlangt einen Mehrkernprozessor und mindestens 4 Gigabyte Arbeitsspeicher. Wir probierten Dragon 12 mit einem älteren Core-2-Duo-PC und zwei Gigabyte Speicher. Hier wurde uns Best Match IV empfohlen, wir nahmen trotzdem das neue Akustikmodell – und die Arbeitsgeschwindigkeit brach deutlich ein. Wer Höchstleistungen sucht, benötigt also einen aktuellen Rechner. Mit dem Core-i5 und 8 Gigabyte Arbeitsspeicher hatten wir keine Probleme. Das neue Best-Match-Modell soll um bis zu 18 Prozent verbesserte Erkennungsleistung bieten, sagt das Marketing von Nuance, eine saloppe Formulierung, die man jedoch so nicht stehen lassen kann.

Genauigkeit bei bis zu 99 Prozent

Berücksichtigt man, dass eine Spracherkennung nur jene Begriffe fehlerfrei umsetzen kann, die in ihrem Vokabular gespeichert sind, hängt die Beurteilung von den Texten und den Inhalten ab. Eine prägnante Zusammenfassung der Art „98 Prozent Genauigkeit“ ist also unsinnig. Ein Arzt, Anwalt oder Gutachter, der für seine Diktate ein begrenztes Fachvokabular verwendet und dies sinnvollerweise gleich mit Dragon dazukauft, erreicht spielend 99 Prozent und mehr. Ein Dragon-Nutzer mit einem reichhaltigen und ungewohnten Vokabular, sagen wir ein Schriftsteller oder Journalist, wird darunter liegen. Er wird vermutlich eigene Ad-hoc-Begriffe (wie diesen hier) verwenden und vielleicht nur einmal und dann nie wieder. Kein Wörterbuch kann da mithalten.

Wie gut die Erkennungsleistung von Dragon 12 im Vergleich mit der Vorgängerversion ist, haben wir also mit unseren eigenen Diktaten ermittelt, das ist eine subjektive Komponente im Test. Aber wir suchten reproduzierbare Ergebnisse. Deshalb wurde aus Hunderten von Diktiergerät-Aufzeichnungen im DSS-Pro-Format eine repräsentative Auswahl erstellt. Neben kurzen, knappen E-Mails auch längere mit privatem Inhalt, Nachrichtenmeldungen, das Protokoll einer Testfahrt im Auto, und spaßeshalber ein „abdiktierter“ wissenschaftlicher Aufsatz aus der DDR-Geschichtsschreibung in einer aus heutiger Sicht inakzeptablen Sprache.

Dragon Naturally Speaking 12: Bis in die kleinsten Verästelungen hinein anpassbar (Foto Spehr)

Ein und dieselbe Diktatdatei ließen wir der Reihe nach erkennen, und zwar mit der alten und der neuen Version, so wie sie der Nutzer nach der Installation vorfindet (also ohne benutzerspezifische Anpassungen). Die Ergebnisse: Etwa jeder zehnte Fehler wurde ausgemerzt, die Genauigkeit liegt – je nach Text – bei bis zu 99 Prozent.

Die „Premium“-Variante sollte es mindestens sein

Vor zwei Jahren konnten wir bei der Vorstellung der Version 11 festhalten, dass die Fehlerrate halbiert wurde. Der Fortschritt schreitet also um so langsamer voran, je perfekter die Erkennung wird. Die typischen Probleme sind übrigens gleich geblieben: Groß- und Kleinschreibung, Getrennt- und Zusammenschreibung, Abkürzungen, Produkt- und Eigennamen bereiten noch immer Kopfzerbrechen. Aber mit der „richtigen“ Nutzung der Korrekturbefehle und zunehmender Adaption an das Nutzervokabular verschwindet mancher Fehler. Und mit ein bisschen Erfahrung kennt man im Laufe der Zeit die Stolpersteine und wird dann beispielsweise „ist vom Feinsten“ dahingehend diktieren, dass man dem „Feinsten“ das Kommando „groß“ voranstellt.

Eine häufige Fehlerklasse wurde indes ausgemerzt: Mit einer Option kann man Personalpronomen der 2. Person („Du“, „Dich“) immer groß schreiben lassen und mit einer weiteren kontextabhängig auch die der 3. Person („Sie“, „Ihnen“). Das ist ebenso ein Gewinn wie „Smart Format“, eine Funktion, die sich einmalige Korrekturen einer Schreibweise („Kilogramm“ statt „kg“) permanent merkt. Etliche kleinere Verbesserungen betreffen ferner die Steuerung eines E-Mail-Systems im Browserfenster, das zu diesem Zweck mit einer Erweiterung versehen sein muss.

Wie gehabt läuft Dragon 12 selbst mit Windows XP; zwei Gigabyte Arbeitsspeicher sind indes Pflicht. Weiterlesen auf FAZnet

Fünf Finger für Windows 8

Auf der CES in Las Vegas konnten wir sie bereits in die Hand nehmen und für kurze Zeit ausprobieren: Die ersten Tablet PC mit Windows 8. Da prickelt es schon, wenn aus dem Flachrechner mit einem Fingerwisch ein vollwertiges Arbeitsgerät wird, auf dem unter anderem Outlook läuft. Der Tablet wird erwachsen, könnte man sagen, er verspricht einen gewissen Mehrwert.

Vor einigen Wochen hat Microsoft die Richtlinien für diese neue Gerätegattung vorgestellt. Alle Hardwarehersteller und Entwickler müssen die bis ins Detail aufgeführten Bedingungen erfüllen. Demnach hat ein Windows-8-Tablet mindestens eine Bildschirmauflösung von 1366 × 768 Pixel. Die zwangsläufig sehr breiten Geräte sind damit für die Wiedergabe von HD-Filmen bestens gerüstet. Mindestens 10 Gigabyte freier Speicher stehen ferner im Pflichtenheft, Sensoren aller Art kommen dazu, und Bluetooth muss in der aktuellen Version 4.0 implementiert sein. Aber die Regulierungswut von Microsoft geht noch weiter. Es gibt Vorschriften zur Lage und Anordnung der einzelnen Tasten, und der berührungsempfindliche Bildschirm muss in der Lage sein, die Gesten von mindestens fünf Fingern zu erkennen, die sich gleichzeitig auf dem Display bewegen. Man kann sich darüber amüsieren, keine Frage.

Erfahrene Marktbeobachter sehen jedoch verblüffende Parallelen zu Windows Phone 7, dem jungen Microsoft-Betriebssystem für Smartphones. Auch hier haben die Amerikaner den „Basteleien“ der unterschiedlichen Hersteller einen Riegel vorgeschoben. Mit strengen Regeln will man dafür sorgen, dass der Nutzer einen stimmigen und konsistenten Eindruck erhält, der nicht durch weitere Zutaten verwässert oder verändert wird. Windows Phone 7 ist zwar nicht erfolgreich. Aber mit einem Blick auf die Fragmentierung in der Android-Welt kann man das enge Korsett von Microsoft nur begrüßen.

Vom Windows-7-PC auf das Laufwerk des XP-Rechners zugreifen

Wer einen neuen Laptop ohne CD/DVD-Laufwerk gekauft hat, kennt das Problem: Wie installiere ich Software von optischen Medien? Die Lösung: Man greift über das W-Lan auf das Laufwerk eines zweiten PC zu. Der arbeitet zum Beispiel noch mit Windows XP. Wie funktioniert das Ganze?

1. Am XP-Rechner: Im Windows Explorer mit links auf den Eintrag des optischen Laufwerks klicken und dann mit der rechten Maustaste „Freigabe und Sicherheit“ wählen. Dort im mittleren Dialogfeld „Netzwerkfreigabe und -sicherheit“ die erste Schaltfläche („Diesen Ordner im Netzwerk freigeben“) aktivieren und einen „Freigabename“ angeben, etwa „LWalt“.

2. Am XP-Rechner gucken, wie er heißt. Dazu Windows-Taste plus Pause-Taste drücken und auf „Computername“ gehen.

3. Am Windows-7-PC die Windows-Taste plus „R“ drücken und folgendes eingeben:

\\RechnernameXP\Freigabename des Laufwerks

Return drücken, und voilà, schon zeigt sich das Gastlaufwerk unter Windows 7.