Test: Windows 10 Creators Update / Redstone 2

Im April kommt das nächste große Update: 3D für jedermann heißt das Motto, mit dem 400 Millionen Windows-Geräte ein neues Betriebssystem erhalten.

Nein, es kommt vorerst kein Windows 11, sondern Microsoft aktualisiert sein Windows 10 mit jährlichen großen Updates, die neue Funktionen und manche Verbesserung bringen. Statt einer einmal zu erwerbenden Software erhält man ein Produkt, das fortwährend angepasst wird. Die Version 1511 von Windows 10 kam im November 2015, das Anniversary Update 1607 brachte im Juli vergangenen Jahres mehr als hundert weitere Funktionen und Fehlerbeseitigungen. Die Versionsnummer gibt Jahr und Monat des Updates an. Welche Version auf dem eigenen Rechner läuft, erfährt man in den Windows-Einstellungen.

Nicht jeder ist mit dieser Vorgehensweise von Microsoft einverstanden, zumal sich die automatischen Updates nicht komplett deaktivieren lassen. Bisweilen beginnt ein längerer Update-Prozess im ungünstigsten Moment, laufende Arbeit wird unterbrochen, der Rechner steht 30 Minuten und länger nicht zur Verfügung. Oft werden Einstellungen des Nutzers von Microsoft wieder zurückgesetzt, damit man zum Beispiel den hauseigenen Browser aus Redmond nutzt und nicht etwa die Alternativen Firefox oder Chrome. Ferner geht es ums Prinzip: Einen Rechner kaufen, mit Betriebssystem ausstatten und in Ruhe laufen lassen, das geht jetzt nicht mehr.

Der nächste große Sprung heißt Creators Update, wird intern auch Redstone 2 genannt und geht wahrscheinlich im April an den Start, trägt also die Kennziffer 1704. Im Oktober vergangenen Jahres gab Microsoft bereits einen ersten Einblick. Demnach soll die verjüngte Windows-Plattform das Rüstzeug für die dreidimensionale Realität bieten und sich problemlos mit der Hololens und Windows-VR-Brillen bedienen lassen. 3D für jedermann heißt die Maxime. Zum Erstellen eigener 3D-Objekte dient eine überarbeitete Version der Software Paint, und das Smartphone wird mit einer App zum 3D-Scanner. Auch hinsichtlich der Updates gibt es mit dem Update ein Update: Sie lassen sich bis zu 35 Tage lang aufschieben. Allerdings werden Sicherheits-Updates und die Datenbanken der Virenabwehr namens Windows Defender weiter installiert, die Pause funktioniert also nur für neue Funktionen und weniger wichtige Aktualisierungen.

Neu ist das Windows Defender Security Center. Es handelt sich um eine App-Version des Windows Defender, der bislang über das Startmenü zu erreichen ist. In diesem Sicherheitszentrum lassen sich Einstellungen zur Firewall und für den Netzwerkschutz vornehmen. Die neue Zentrale bietet mehr Übersicht. Mit der Schaltfläche Viren- und Bedrohungsschutz sieht man sofort, wie viele Dateien geprüft und welche Bedrohungen erfasst wurden. Nach wie vor gilt: Dank Windows Defender kann man getrost auf andere Virensoftware von McAfee oder Kaspersky verzichten.

Über das Untermenü Geräteleistung und -integrität kann man Programme löschen, die zugehörigen Einstellungen und Dateien bleiben indes erhalten. Mit dem Offline-Scan gibt es die Möglichkeit, den Rechner in einer Defender-Umgebung hochzufahren, ohne Windows zu starten. Das funktioniert im Prinzip bereits mit Windows 10 Version 1607, bietet hier aber nun eine deutlich einfachere Möglichkeit, den Rechner nach Schadsoftware zu scannen, die huckepack mit Windows gestartet wird. In der Sicherheitszentrale nimmt man sodann auch die Einstellungen für die Familienkonten vor.

Mehr Leistung und Laufzeit versprechen die neuen Energiespareinstellungen mit einem Power Slider genannten Tool. Dank Schieberegler soll sich einstellen lassen, wie viel Leistung für das Betriebssystem zur Verfügung steht. Voraussetzung für mehr Energieeffizienz ist freilich, dass die Hersteller der einzelnen Hardware-Komponenten ihre Treiber aktualisieren.

Im wiederbelebten Startmenü lassen sich künftig Ordner für die Kachel-Icons erstellen. Man zieht dafür eine Kachel-App im Startmenü auf eine andere, wie beim Smartphone. Die Größe der Kacheln ist anpassbar. Der bislang erfolglose Browser Edge soll besser bedienbar werden: Fährt man mit der Maus über einen Tab, zeigt sich eine Vorschau der Internetseite. Nicht mehr benötigte Tabs lassen sich beiseiteschieben und einfacher denn je wieder öffnen. Mit dem Kontextmenü von Edge in der Taskleiste gelingt das Öffnen neuer Fenster. Wie in anderen zeitgemäßen Browsern ist künftig das automatische Abspielen von Flash-Elementen blockiert, schon aus Gründen der Sicherheit. Nur nach ausdrücklicher Bestätigung startet die Wiedergabe. Im Zweitjob soll Edge künftig als E-Book-Reader dienen. Microsoft will eine neue Buchhandlung in Windows 10 einrichten, und der Browser soll als Lesegerät dienen.

Zu den kleineren Verbesserungen gehört die Option, dass sich Bereiche des Bildschirms mit der Tastenkombination Windows plus Shift plus S als Screenshot in der Zwischenablage speichern lassen. Programme und Icons werden besser dargestellt, insbesondere bei hohen Bildschirmauflösungen. Mit Storage Sense lässt sich automatisch Festplattenplatz freischaufeln. Ferner kann Windows temporäre Dateien und solche im Papierkorb automatisch löschen. Die Sprachassistentin Cortana wird tiefer ins Betriebssystem eingebunden, sie soll mehr Apps unterstützen. Wer Cortana einsetzt, muss viel von sich preisgeben. Aber vielleicht leistet das ebenfalls neu gestaltete Privacy-Dashboard mit besserer Übersicht und mehr Optionen die notwendige Überzeugungsarbeit.

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Test: Ford Focus 2016 mit Sync 3, Applink und Touchscreen

Die Preisliste umfasst üppige 44 Seiten in kleiner Schrift, und wir haben für den Ford Focus einen Weg durchs Dickicht der Kommunikationstechnik geschlagen. Im Grunde genommen muss man nur eine einzige Entscheidung fällen: Benötigt man ein eigenständiges Navigationssystem, das unabhängig vom Smartphone jederzeit zur Verfügung steht, keine Mobilfunk-Anbindung erfordert und einfach zu bedienen ist?

Ford Focus Modelljahr 2016. Foto Hersteller

Wer diese Frage bejaht, weil er oft in ihm unbekannte Regionen fährt und auf der sicheren Seite bleiben will, bestelle das Ford Navigationssystem mit Ford Sync, Applink und Touchscreen. Das ist die lange Bezeichnung für ein Extra, das je nach Modellvariante zwischen 350 und 1600 Euro kostet. Auf der großen berührungsempfindlichen Anzeige mit einer Diagonale von 20,5 Zentimeter zeigt sich die elektronische Landkarte in schöner Übersicht, die Menüführung des Systems lässt kaum Fragen offen. Die Sync-Spracherkennung, die früher Dreh- und Angelpunkt des Ford-Systems war, erfasst fast alle Kommandos auf Anhieb und in einem Rutsch.

Ein Michelin-Reiseführer mit Hotel- und Restaurantinformationen gehört dazu, Darstellung und Ansagen sind gelungen. Abzüge gibt es für die Qualität der Verkehrsinfos, denn TMC Pro ist zwar besser als der Basisdienst TMC, kann aber mit den Echtzeitdaten anderer Anbieter nicht mithalten. Ein weiterer Minuspunkt: Im Telefonmodul fehlt eine Namenssuche, indes umschifft abermals die Ford-Spracherkennung diese Klippe.

Für ordentlichen Klang sorgen sechs Lautsprecher, und wir waren überrascht: Die Stimme von Gwen Stefani stand präzise und klar im Raum, gute Laune ist garantiert. Neugierig geworden, ließen wir schwere Kost vorfahren, Wagners Parsifal in der Solti-Einspielung von 1972. Gar nicht mal so schlecht, lautete das Urteil, wenngleich ein bisschen mehr Transparenz und Klarheit insbesondere den Mitten guttun würde. HiFi-Freunde sollten die Premium-Ausstattung Probe hören, sie bringt neun Sony-Lautsprecher mit: vier Tieftöner in den Türen, vier Hochtöner und ein weiterer auf dem Armaturenbrett. Der Fünf-Kanal-Audioverstärker leistet dann 125 Watt. Für einen Aufpreis von 700 bis 1200 Euro könnte sich dieses Extra lohnen.

Ford Sync 3 im Ford Focus. Foto Spehr

Soll es nicht die große und etwas teurere Lösung sein, weil man ohnehin nur selten in die Ferne schweift, reicht vielleicht die Smartphone-Lösung für den Focus: Sync 3 mit Applink und Touchscreen gehört entweder zur Serienausstattung oder kostet, je nach Modellvariante, zwischen 350 und 1400 Euro. Ein iPhone oder ein neuerer Androide mit Google-Betriebssystem müssen dazu per Kabel angebunden werden. Anschließend laufen Carplay oder Android Auto. Die Besonderheit der beiden Auto-Systeme aus Amerika hatten wir bereits des Öfteren geschildert: Sie übernehmen mit ihren Smartphone-Daten das Bordsystem, man bedient sie in erster Linie mit der Google- oder Apple-Sprachsteuerung. Es gibt nur wenige Optionen auf dem Display, das mit seiner reduzierten Darstellung und Funktionalität den Fahrer möglichst wenig ablenken soll. Das Navi von Google und Apple erfüllt durchaus seinen Zweck, lässt aber an Übersicht vermissen, das ist der größte Nachteil.

Vom Sommer an zieht noch ein dritter Assistent der amerikanischen Internetkonzerne in den Ford ein: Amazons Alexa wird derzeit in Sync integriert und ermöglicht im Auto das Abspielen von Hörbüchern, Musik und Nachrichten sowie eine Ortssuche oder das Einkaufen bei Amazon. Die sprachgesteuerten Amazon-Geräte für zu Hause (Echo oder Echo Dot) bieten die Option, noch in der Küche nach dem Kraftstoffvorrat des Autos zu fragen oder die Türen zu entriegeln. Eine schöne Zukunft mit Google, Alexa, Siri und Snyc. Man muss nur aufpassen, dass man jedem der vier Spracherkenner die richtigen Kommandos gibt. Sonst unterhalten sie sich vielleicht noch untereinander.

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Gaming PC: Spiel am Limit

Leistung satt, laut wie ein Sportwagen und ein martialisches Design: Wenn aus braven Windows-Rechnern ein Gaming PC wird, fährt Hardware in den Grenzbereich.

Eine Höllenmaschine mit viel Dampf ist angesagt. Groß, laut, heiß und vor allem schnell. Power pur und Tempo sind das Gebot der Stunde; übertakten und im Grenzbereich fahren ist das Ziel. Also bitte keine Stromspar-Prozessoren und keine kastrierten Grafik-Chips. Wer im Geschwindigkeitsrausch von solchen Rechner-Boliden träumt, will nicht etwa als Forscher mit seinem PC die letzten Geheimnisse der Wissenschaft lüften, sondern ist jung oder jung geblieben und braucht das Adrenalin für einen Spielerechner, der neudeutsch Gaming PC heißt.

Man muss das Stichwort Gaming PC nur in den Raum werfen, um sofort Widerspruch zu ernten. Jugendliche kennen das Problem: Die neunmalklugen Eltern wiegeln ab, sie haben etliche Einwände: Eine Spielekonsole wie die Playstation 4 oder die Xbox One kostet weniger als 300 Euro, ist schnell in Betrieb genommen, muss nicht aufwendig konfiguriert werden, hat keine Treiber-Probleme, lässt sich dezent im Fernsehmöbel verstauen und hat alles, was das anspruchsvolle Spielerherz begehrt. Warum sollte man sich den Tort antun, einen eigenen Rechner für Spiele zu konfigurieren, der nicht nur teuer ist, sondern vermutlich auch laut, einen hohen Stromverbrauch hat und sich nicht ins Wohnzimmer einfügt?

Wer vom Gaming PC träumt, lässt sich von diesen Bedenken nicht aufhalten. Ein moderner, schneller PC ist deutlich leistungsfähiger als die Konsolen, beginnt die Gegenrede, und er biete einen riesigen Vorteil, auf den man in der Welt von Xbox und Playstation verzichten müsse: Multitasking mit der Möglichkeit, mitten im Spiel zu anderer Software zu wechseln, schnell etwas im Internet nachzusehen oder sich mit den Mitspielern auszutauschen. Mit einem Spielerechner unter Windows hätte man mehr Auswahl bei der Software, viele Programme wie etwa Simulationen, und die meisten Team-Rollenspiele liefen ohnehin nur auf dem Computer. Zudem seien die einzelnen Pakete deutlich günstiger als ihre Pendants in der Konsolenwelt.

Alte Abenteuer bekommen neuen Charme

Online-Spiele sind am Rechner ohne monatliches Abonnement von Premiumdiensten nutzbar, und nicht zuletzt gibt es für bewährte Computertechnik die Mods, also kostenlose Erweiterungen, die begeisterte Spielefreunde erstellt haben. Mit Mods entstehen neue Level oder Charaktere, andere Mods stellen das Spielekonzept komplett auf den Kopf und werden damit zu eigenständigen neuen Abenteuern. Aus dem Strategiespiel Warcraft 3 entstand so die Taktiktüftelei Defense of the Ancients, kurz Dota.

Viele Mods von Hobbyentwicklern werden meistgespielte Spiele, und viele alte Abenteuer erhalten durch die Auffrischung mit neuen Inhalten einen jungen Charme. Apropos alte Spiele: Wer auf den Windows-Rechner als Daddelmaschine schwört, mag als weiteren Vorteil dieser Plattform die Option sehen, selbst betagte Schätzchen noch weiterhin in Betrieb zu nehmen. Für Playstation und Xbox endet die Kompatibilität mit jeder neuen Generation. Auch in Richtung Zukunft fährt man mit dem PC besser, lautet ein letztes Argument, denn die neuen VR-Brillen passen eher zum Rechner denn zur Konsole, und überhaupt: Bei den Eingabegeräten erlaubt der PC nicht nur mit Maus und Tastatur deutlich mehr Flexibilität, sondern auch bei der Wahl des passenden Controllers oder sonstiger Gerätschaften, die für das jeweilige Spiel angesagt sind. Die Hardware des PC bietet per se mehr Freiraum, sie lässt sich zudem mit wenigen Handgriffen aufrüsten und nach eigenem Gusto erweitern.

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Tempolimit und Radarfalle: Sind Blitzer-Apps verboten?

Dutzende von Gratis-Programmen sollen vor mobilen Geschwindigkeitsmessanlagen warnen. Die Blitzer-Apps sind schnell aufs Smartphone geladen. Aber die Tücke liegt im Detail.

Tempolimit und Radarfalle: Immer öfter wird in Deutschland geblitzt. Wer unschöne Porträtfotos auf amtlichen Dokumenten vermeiden will, lädt eine Blitzer-App auf sein Smartphone. Sie warnt den Autofahrer vor der Falle. Man begibt sich jedoch in eine juristische Grauzone. Geräte, die dazu bestimmt sind, Anlagen zur Geschwindigkeitsmessung anzuzeigen, dürfen nicht im Auto mitgeführt werden. Das besagt jedenfalls Paragraph 23 der Straßenverkehrsordnung. Dennoch gibt es immer mehr dieser Programme fürs Smartphone. Manches Navigationsgerät im Auto hat die Warnung vor Starenkästen sogar gleich ab Werk eingebaut.

Ein Blick auf die Technik zeigt die Hintergründe. Wird die Blitzer-App überhaupt vom Geltungsbereich der Straßenverkehrsordnung erfasst? Wenn das Navi oder Handy vor dem Blitzer warnt, sucht es nämlich keineswegs nach Radargeräten, mit denen die Geschwindigkeit eines herannahenden Autos ermittelt wird. Auch die Sensor- und Lasergeräte der Polizei kann die Software nicht erfassen. Sie sieht ebenfalls nicht die in der Fahrbahndecke zu Messzwecken eingelassenen Induktionsschleifen oder Piezo-Messstreifen.

Der Radarwarner per Software arbeitet allein mit den Standortdaten der rund 4300 stationären Blitzer in Deutschland, und gegebenenfalls kennt er auch Einsatzorte der mehr als 10.000 mobilen Messgeräte. Die Einnahmen aus solchen Anlagen zur Geschwindigkeitsüberwachung lagen im vergangenen Jahr übrigens bei rund 600 Millionen Euro.

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Test: Porsche Design Huawei Mate 9

Die Lederhülle riecht nach einem neuen Porsche. Vermutlich ein 911. Wer sich lieber an der Optik orientiert, sieht den Schriftzug „Porsche Design“ am oberen Gehäuserand und auf der Rückseite das Logo des Studios. Die Rede ist von der Porsche-Design-Modellvariante des Huawei Mate 9. Nachdem viele Jahre der Blackberry von Porsche Design veredelt wurde, ist nun der chinesische Hersteller mit seinem Flaggschiff an

Porsche Design Huawei Mate 9, Foto Hersteller

der Reihe. Ein Smartphone dieser Kollektion ist wie gehabt teuer. 1400 Euro sind hier aufgerufen, doppelt so viel wie für das Ausgangsprodukt.
Porsche Design hat etliche Änderungen am chinesischen Original vorgenommen: Die Anzeige mit einer Diagonale von 5,5 Zoll ist etwas kleiner als die 5,9 Zoll des Mate 9, aber die Auflösung wurde von Full HD auf 2560 × 1440 Pixel erhöht. Mit den leicht abgerundeten Seiten erinnert das Porsche-Mate an ein Samsung. Auch der unterhalb der Anzeige plazierte Home-Button trägt zu diesem Eindruck bei. In ihm befindet sich der biometrische Fingerabdruckscanner, der sonst auf der Rückseite liegt.

Weiterhin hat Porsche Design dem Neuen mehr Arbeitsspeicher spendiert, 6 statt 4 Gigabyte, und der Flash-Speicher wuchs von 64 auf spektakuläre 256 Gigabyte. Die zusätzliche Speicherkarte ist also selbst dann überflüssig, wenn man üppigste Foto- oder Musikbibliotheken auf dem Gerät hortet. Somit lassen sich die beiden Schächte des Kartenhalters für Nano-Sim-Karten nutzen, das Betriebssystem unterstützt dies. Schließlich wandert in der Porsche-Variante der Kopfhöreranschluss von der Ober- an die Unterseite.

Alle weiteren Details bleiben: die gute Leica-Kamera mit 20 Megapixel, die lange Akkulaufzeit und das Android-Betriebssystem 7. Es wird von Huawei mit dem hauseigenen Aufsatz Emui in der Version 5 verschönert. Wenn es etwas an diesem hochwertigen und bestens verarbeiteten Nischenprodukt zu kritisieren gibt, dann ist es dies: dass keiner der beiden Hersteller auf die Idee gekommen ist, ein Emui-Designschema des Bediensystems zu entwickeln, das zu der teuren Hardware passt. Diese Schemata lassen sich bei Huawei-Geräten leicht wechseln, es gibt ein eigenes Menü dafür. Die beiden aufgespielten Porsche-Themen sind mit heißer Nadel gestrickt und passen nicht zu diesem Schmuckstück.

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Test: Porsche Macan 2016 mit PCM 4 und Apple CarPlay

Seit dem Sommer vergangenen Jahres profitiert auch der Käufer eines neuen Porsche Macan von der verbesserten Kommunikationstechnik PCM, die zuerst im 911er ihre Premiere feierte. Die Version 4 bringt einen kleinen 18-Zentimeter-Monitor für das Bordsystem mit, er ist berührungsempfindlich und selbst bei hellem Sonnenschein bestens ablesbar. Dazu kommt ein digitales Rundinstrument rechts vom Drehzahlmesser, das unabhängig von der Hauptanzeige weitere Inhalte zeigt. Die mechanische Anmutung aller Bedienelemente gehorcht den Standards des Hauses und ist über alle Zweifel erhaben. PCM 4 erlaubt nun den Einsatz von Wisch- und Fingergesten auf dem Monitor, etwa zum Ändern des Kartenzooms.

Porsche Macan Modelljahr 2016. Fotos Hersteller

Auch das Malen von Buchstaben mit dem Finger auf der Anzeige inklusive Handschrifterkennung ist nun dabei, es gelingt prima. Wer mit dem Finger sein Ziel eingibt, wird zudem von cleveren Algorithmen unterstützt. Oft reichen bereits ein oder zwei Buchstaben, um eine Adresse aus den letzten Zielen zur Auswahl zu bringen. Dass Sensoren die Annäherung von Fingern oder der ganzen Hand an den Monitor erfassen und damit selbsttätig vom Übersichts- in den Bedienmodus umgeschaltet wird, sei ebenfalls erwähnt. Man kennt die Idee bereits von anderen Herstellern. Nicht zuletzt macht die Spracherkennung einen Sprung nach vorn: Mehr Variabilität bei allen Eingaben bedeutet für den Fahrer, dass er sich nicht mehr sklavisch an ein vorgegebenes Vokabular halten muss. Viele markante Sonderziele lassen sich so vorsprechen, wie man sie einem menschlichen Gegenüber ansagen würde.

Die wichtige Neuerung von PCM 4 ist jedoch die Online-Anbindung. Es gibt Apps, etwa zur Fernsteuerung bestimmter Fahrzeug-Funktionen sowie zur Fernabfrage von Fahrzeugdaten wie dem Tankfüll- und Kilometerstand. Der größte Vorteil sind die Premium-Verkehrsinformationen, die nun endlich auch dem Porsche-Fahrer bei der Routenwahl helfen. Dazu benötigt man Connect Plus für 1400 Euro, es bringt ein eigenes LTE-Telefonmodul inklusive Sim-Kartenleser mit und erlaubt dann auch die Visualisierung von Orten und Routen mit Google Earth und Streetview sowie die Online-Suche mit Google. Dank der eigenständigen Mobilfunkanbindung entfällt jedwede Fummelei mit Protokollen und Diensten, man kommt unmittelbar zurecht.

Porsche Macan mit PCM 4

Bindet man ein iPhone per USB-Kabel an, funktioniert Apple Carplay im Macan mit den wenigen Apps, die Cupertino für den Einsatz im Fahrzeug vorgesehen hat. Das rivalisierende Android Auto wird von Porsche wie gehabt nicht unterstützt. Angeblich, weil Google zu neugierig ist und Fahrer mitsamt Fahrzeug ausspioniert. Wer allein mit Apple Carplay navigieren will, kann statt Connect Plus das kleine Connect-Paket für 720 Euro wählen. Und dann spart man ein zweites Mal, nämlich am Navigationsmodul von PCM, es kostet 1550 Euro, außer im Macan Turbo, dort gehört es zur Serienausstattung.

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Test: Lenovo Yoga 910 Notebook

Und schon ist es wieder passiert: Buchstabensalat. Der Cursor hat sich eine Reihe hochgeschoben, neu eingegebener Text landet an der falschen Stelle, ein heilloses Durcheinander. Wie konnte es so weit kommen? Hatte sich doch dieses Notebook zunächst als eine der interessantesten Neuheiten des jungen Jahres gezeigt. Technische Daten, Design, Funktionalität und weitere Finessen schienen für eine erfolgreiche Karriere wie geschaffen. Doch dann machten Details den hervorragenden Eindruck zunichte.

Lenovo Yoga 910. Fotos Hersteller

Die Rede ist vom Yoga 910 des chinesischen Herstellers Lenovo. Wie der Name bereits andeutet, bietet sein Display größtmögliche Flexibilität. Tastatur und Anzeige verbindet ein Gliederscharnier, das eine mechanische Meisterleistung ist, an ein Uhrenarmband erinnert und jeden Neigungswinkel erlaubt. Man kann den Bildschirm zum Dach drehen, etwa für das Ansehen von Videos und Präsentationen, oder komplett umklappen und in den Tablet-Modus von Windows 10 umschalten. Dann regiert der Finger, die Anzeige ist berührungsempfindlich.

Mit einem verwindungssteifen Unibody-Gehäuse aus Metall, einem Gewicht von 1,4 Kilogramm und Maßen von 32 × 22 ×1,4 Zentimeter wäre das Yoga 910 der ideale Partner für Menschen, die viel reisen und trotzdem auf einen leistungsfähigen PC nicht verzichten wollen. Dazu passen nämlich auch die technischen Daten mit Prozessoren vom Core i5 bis zum aktuellen Core-i7 7500U aus der Kaby-Lake-Familie, einer über PCIe angebundenen SSD von Samsung mit 512 Gigabyte oder ein Terabyte sowie 8 oder 16 Gigabyte Arbeitsspeicher. Als Grafikeinheit fungiert stets die Chipsatzgrafik Intel HD 620, die mangels eigenen Arbeitsspeichers auf den Systemarbeitsspeicher zugreift.

Kopfstand: Lenovo Yoga 910

Die berührungsempfindliche Anzeige löst in den kleineren Ausbaustufen wie bei unserem Testgerät mit 1920 × 1080 Pixel auf, alternativ sind auch 4K mit 3840 × 2160 Pixel lieferbar, stets bleibt es jedoch bei einer Diagonale von 13,9 Zoll. Die Darstellung gefällt, sieht man von Spiegelungen ab. Während der Rand nach oben hin und zur Seite millimeterdünn ist, bleibt unten eine geradezu riesige schwarze Fläche ungenutzt, in ihr ist dann originellerweise die Webcam untergebracht.

Die Tastatur ist in mehreren Stufen hintergrundbeleuchtbar, hinterlässt einen guten Eindruck, hat aber jene oben beschriebene Macke, die das ganze Gerät für einen Zehnfingerschreiber unbrauchbar macht: Die rechte Shift-Taste liegt zu weit rechts, und vor ihr befindet sich die Cursor-Hoch-Taste so unglücklich, dass man beide immer wieder verwechselt, selbst nach mehrstündigem Schreiben mit dem Gerät, wie schade. Das große Touchpad bewährt sich als Mausersatz bestens, es arbeitet ungemein präzise, fast wie auf dem Mac. Im Tablet-Modus nimmt man den Finger zum Navigieren in Menüs, die physikalische Tastatur ist ausgeschaltet, man beachte allerdings, dass das Gerät für langes Halten – etwa zum Lesen eines E-Book – zu schwer ist.

Akkulaufzeit zwischen 8 und 12 Stunden

An Arbeitstempo ließ unser Testgerät mit den jüngsten Core-i7-Prozessoren erwartungsgemäß nichts zu wünschen übrig. Auch die Einrichtung verlief schneller denn je, weil sich Lenovo mittlerweile mit unerwünschten Werbe-Dreingaben (Crapware) zurückhält. So muss man nur noch jenen Murks deinstallieren, den Microsoft selbst mitliefert. Und man kann es nicht oft genug sagen: Man achte mit Windows 10 auf die Datenschutz- und Privatsphäreeinstellungen. Dass Windows nur in der Home-Version zum Einsatz kommt, erstaunt.

Geht es um Anschlüsse und Konnektivität, ist das Lenovo auf der Höhe der Zeit: Wie bei den jüngsten Macbook-Pro-Modellen fehlt nämlich so gut wie alles. Man muss Adapter und Hubs dazukaufen. Links liegen zwei USB-Typ-C-Ports, von denen der hintere nach USB 2.0 arbeitet und zum Laden des Akkus genutzt werden kann. Der vordere gehorcht USB 3.1 und lässt sich auch via Displayport zum Anschluss eines externen Monitors verwenden. An der rechten Seite gibt es neben der 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse zum Anschluss eines Headset immerhin noch einen herkömmlichen USB-3-Anschluss. HDMI, Kensington Lock und Kartenleser fehlen indes. Ein wenig entschädigt der Fingerabdruck-Scanner mit Biometrie, der klaglos seinen Dienst verrichtet. Die Akkulaufzeit des Yoga 910 lag bei uns im Praxiseinsatz zwischen 8 und 12 Stunden. Man kommt also gut über den Tag.

Neben dem Tastenlayout gibt es einen zweiten Minuspunkt: Mit jeder Lüfteraktivität geht ein hochfrequentes Pfeifen einher, das unter hoher Last eine störende Intensität entwickelt. Der Lüfter läuft leider ziemlich oft, Lenovo hat das Problem erkannt und reichte während unseres Tests ein Bios-Update nach, das ein wenig Abhilfe bringt. Insgesamt meinen wir: Hardware, Anmutung, Ausstattung und Arbeitstempo überzeugen, es ist ein tolles Notebook. Der Preis liegt zwischen 1500 und 2000 Euro und ist ebenfalls angemessen. Ein leiserer Lüfter und ein besseres Tastaturlayout sind für eine Kaufempfehlung allerdings unabdingbar. Wir warten jetzt gespannt auf das Thinkpad X1 Yoga und auf das Thinkpad X1 Carbon.

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Test: Mykie Küchenroboter fürs Smart Kitchen von Bosch und Siemens

Und wie verbindet sich das System mit anderen Online-Diensten? Diese kurze Frage führte selbst bei bestens geschulten Messehostessen nur zum Kopfschütteln. Auf der Living Kitchen, die in der vergangenen Woche in den Kölner Messehallen Neues nicht allein für Küche und Köche zeigte, war zwar scheinbar jedes nur denkbare Utensil vernetzt und mit App und iPad steuerbar. Aber die Tücke steckt im Detail: Was nützt der ans Internet angebundene Kühlschrank, der seinen Inhalt und die Temperatur dem Besitzer meldet, wenn sich die Konnektivität auf die Produkte eines einzigen Herstellers beschränkt? Vielleicht möchte man im vernetzten Heim der nahen Zukunft mit dem Amazon-Dash-Button seine Lebensmittel nachbestellen oder zumindest eine Schnittstelle zur elektronischen Einkaufsliste haben, die vielleicht mit Todoist, Evernote oder Wunderlist geführt wird?

Küchenhilfe: Mykie. Foto Hersteller

Angesichts fehlender Schnittstellen nach außen kocht jeder auf der Living Kitchen sein eigenes Süppchen. Das kann es ja wohl nicht sein. Doch schon kommt Abhilfe, Mykie ist nicht nur ein kleiner Roboter mit Spracherkennung, sondern dahinter steckt ein Konzept für die vernetzte Küche wie sie Bosch und Siemens sehen. Mykie ist die Abkürzung für My kitchen elf, ein etwa 30 Zentimeter hoher Hausgeist, welcher auf der Arbeitsfläche steht und sich mit angedeutetem Gesicht dem menschlichen Personal zuwendet.

Mykie soll als persönlicher Assistent beim Kochen und Backen helfen, aber er ist auch ein Paradigma für die Home-Connect-Idee der beiden Hersteller. Der Elfe ist also das User-Interface, die Ideen dahinter sind entscheidend. Dem Benutzer widmet sich Mykie wie ein Siri auf dem iPhone oder ein Amazon Echo im Wohnzimmer. Mykie hört zu, er nutzt eine Spracherkennung, er spricht, und seine Mimik mit den angedeuteten Augen passt sich ebenfalls der Situation an. Das kleine Kerlchen erklärt die nächsten Schritte beim Kochen, kann Rezepte und Ideen aus dem Internet abrufen, weiß natürlich, was sich im Kühlschrank befindet und was nachbestellt werden muss.

Mykie hat Zugriff auf alle vernetzten Haushaltsgeräte und regelt demnach die Temperatur des Backofens oder stellt die Dunstabzugshaube ein. Mit einem Monitor lassen sich Videos über Mykie aufrufen, man kann die Freunde oder andere zu einem Live-Chat dazu rufen und auf diese Weise quasi gemeinsam kochen. So sagte es zumindest die Messehostess, die routiniert mit dem Roboter plauderte. Allerdings ist Mykie zunächst eine Studie. „Er lernt noch“, hieß es in Köln. Deutlich weiter ist die dahinter stehende Plattform Home Connect, die seit 2014 ein offenes System für alle nur denkbaren Haushaltsgeräte und deren Vernetzung sein soll. Neben Bosch und Siemens sind eine ganze Reihe weiterer Partner an Bord, darunter Busch-Jaeger mit Schaltern, Sicherheitstechnik und Türkommunikation, aber auch das Nuimo-Bediensystem von Senic, der Küchenhersteller Tielsa sowie nicht zuletzt Amazon, IFTTT und Google.

Home Connect arbeitet mit W-Lan und Apps für Android und iOS; es erlaubt einen Zugriff auf die angeschlossenen Hausgeräte aus der Ferne. Die Entwickler wollen das Internet der Dinge ins Haus bringen. Vom Kaffeevollautomat über die Waschmaschine bis zum Kühlschrank werden bislang ein halbes Dutzend unterschiedlicher Gerätegattungen unterstützt. Wichtiger ist jedoch die Einbindung der Regelsysteme, wie sie etwa Amazons Alexa oder IFTTT bieten. Auf diese Weise lassen sich Befehlsketten mit der vorhandenen Hardware erstellen. If this than that, dafür steht das zweite Kürzel, erlaubt es zum Beispiel, dass das Licht mit Philips-Technik eingeschaltet wird, wenn der Bewegungsmelder von D-Link eine Person entdeckt hat. Das alles kann man nun für die Küche weiterdenken: Alexa von Amazon nimmt Befehle für den Backofen entgegen, und wenn die Milch alle ist, meldet das der Kühlschrank via IFTTT an die Einkaufsliste von Todoist, die wiederum automatisch mit allen Smartphones des vernetzten Haushalts synchronisiert wird.

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Test: Volvo XC 90 mit Sensus Navi, Internetanbindung, Apple CarPlay

Endlich auf der Höhe der Zeit: Jahrelang fuhr Volvo mit seinem Sensus genannten Kommunikationssystem der Konkurrenz hinterher. Nun gibt es für den XC 90, das große SUV, eine Anlage, die mit allem aufwartet, was derzeit Stand der Technik ist. Die riesige Anzeige in der Mittelkonsole ist hochkant eingebaut. Sie hat die Maße eines Tablet mit 23 Zentimeter in der Diagonale und wird ergänzt durch ein zweites volldigitales Cockpit-Display, das noch größer ist. Mit 31 Zentimeter zeigt es nicht nur Tachometer und Drehzahlmesser, sondern auch den Status der Assistenzsysteme sowie weitere Informationen. Diese Anzeige hinter dem Lenkrad nennt Volvo Fahrerdisplay, sie gehört von der Ausstattungsvariante Inscription an zur Serienausstattung. Und schließlich kommt drittens ein farbiges Head-up-Display dazu. Hier werden Hinweise zur Navigation, zur Geschwindigkeit und zum Tempolimit direkt auf die Windschutzscheibe projiziert.

Volvo XC 90. Fotos Hersteller

Gleich beim ersten Ausprobieren macht das neue Sensus viel Spaß: Die Anlage lässt sich wie ein übergroßes Smartphone bedienen. Es gibt eine Home-Taste unterhalb der Anzeige, und zwischen den drei Ausgangsbildschirmen wechselt man mit einer Wischbewegung des Fingers. Am oberen Bildschirmrand findet man Statusinformationen. Streicht man von oben nach unten, kommt man in die Einstellungen des Systems. Ist das Prinzip durchschaut, geht alles Weitere nahezu intuitiv von der Hand. Auch die wichtigsten Einstellungen der Klimaanlage sind am Display zu erledigen. Da jedoch die entsprechenden Menüs permanent eingeblendet sind, kommt man ohne langwierige Suchaktionen gut zurecht.

Telefon und die hauseigene Navigation spielen bereits ohne Internetzugang auf hohem Niveau. Dazu kommt die Spracherkennung als schneller Helfer. Eingaben am Bildschirm lassen sich nicht nur mit einem Fingertipp auf der virtuellen Tastatur vornehmen, sondern auch mit Fingermalerei und Buchstabenerkennung. Das funktioniert bestens. Weniger schön: Gelegentlich hat das GPS massive Ortungsprobleme, zeigt dann einen falschen Standort an und führt folglich mit aktivem Navi in die Irre. Wir konnten uns mit einem Werksreset behelfen, im vergangenen Jahr beklagte ein Kollege mit seinem Testwagen das gleiche Problem.

Sensus im Volvo XC 90

Mit Internetanbindung erhält man weitere Funktionen und Möglichkeiten. Darunter etwa die Online-Suche nach Sonderzielen, die mit dem Anbieter Here umgesetzt ist. Oder die Premium-Verkehrsdaten in Echtzeit, sie stammen von Inrix. Diese Daten sind besser als TMC und TMC Pro, reichen aber nicht an das Niveau von Tomtom heran. Wie bei Audi oder BMW gibt es die Option, den Verkehrsfluss für jede einzelne Straße in Ampelfarben anzeigen zu lassen. Leider baut sich die Anzeige nur sehr gemächlich auf. Für entbehrlich halten wir den Web-Browser.

Die Zugangswege ins Netz sind in einem eigenen Kommunikationsmenü aufgeführt. Neben Bluetooth steht das Tethering mit USB zur Verfügung, ferner kann man sein Telefon als Hotspot einrichten und den Volvo daran ankoppeln. Nicht zuletzt gibt es als vermutlich bequemste Lösung ein im Fahrzeug eingebautes Modem mitsamt Sim-Kartenslot im Kofferraum. Das alles ist in seiner Vielfalt Stand der Technik.

Neu bei Volvo ist Apples Carplay, also die Verwendung des Bordmonitors als übergroße Anzeige für das iPhone. Es muss dazu per USB-Kabel angeschlossen sein, anschließend baut sich das von Apple vorgegebene Menü am Bildschirm auf. Kleine Überraschung: Nicht das gesamte Display wird für Carplay genutzt, sondern nur der untere Bereich. So bleiben die Bedienfelder für die Klimaanlage stets sichtbar. Carplay setzt überwiegend auf die Sprachbedienung, im XC 90 lässt sich dazu die Spracherkennungstaste am Lenkrad nutzen. Besonders leistungsfähig ist das Apple-System nicht, aber es lenkt kaum ab. SMS lassen sich zum Beispiel nur vorlesen, und für die Zieleingabe der Navigation aus Cupertino werden wahrscheinliche Adressen geraten und vorgeschlagen.

Nur wenige Apps lassen sich mit Carplay auf dem Bordsystem nutzen, Whatsapp zum Beispiel funktioniert nicht. Wer mehr Dienste sucht, findet indes einige von Volvo bereits installiert. Darunter der unvermeidliche Wetterbericht und das empfehlenswerte Glympse, um anderen seinen Standort mitzuteilen.

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Test: Apple AirPods

Das weiße Pärchen fürs Ohr hat es uns angetan. Denn die Airpods-Stöpsel von Apple eignen sich nicht nur zum Musikhören. Sie sind intelligente Wearables.

Man kann es sich einfach machen und diese Bluetooth-Ohrenstöpsel als ein wie gehabt viel zu teures Apple-Produkt abtun. Andere Mitbewerber sind günstiger. 180 Euro verlangt Apple

Ohrcomputer: Apple AirPods neben iPhone-Modellen. Foto Hersteller

, und sie klingen nicht einmal herausragend. Doch das weiße Pärchen fürs Ohr hat es uns angetan. Die Funktionalität geht weit über die Musikwiedergabe und Telefonie hinaus. Eigentlich sind es Ohrcomputer. Sie warten brav in ihrem Häuschen auf den Einsatz, und wenn sie dann gefordert sind, verhalten sie sich so clever, als hätten sie eine eigene Intelligenz. Die Rede ist von den Airpods, die Apple Anfang September vorstellte und erst jetzt in kleinen Stückzahlen in den Handel kommen.

Die Airpods sind ein typisches Apple-Produkt, sie verzichten fast vollständig auf Bedienelemente, was den Umgang mit ihnen einfach macht. Muss man bei einem herkömmlichen Headset wissen, welche Taste fürs Bluetooth-Koppeln zu betätigen ist und welche die Wiedergabe startet, ist hier alles simpel: Man öffnet die mitgelieferte Ladebox (mit Lightning-Anschluss an der Unterseite) in der Nähe eines iPhones: Schon sind die Airpods für alle zum iCloud-Konto des Nutzers gehörenden Geräte angemeldet – und einsatzbereit.

 
Denn es gibt nicht einmal einen Ein- und Ausschalter. Man nimmt die beiden Stöpsel aus der Box, setzt sie ins Ohr, und sie werden automatisch aktiviert. Auch während laufender Musikwiedergabe oder eines Telefonats. Mit optischen Sensoren und Beschleunigungssensoren erkennen die Airpods, ob sie sich im Ohr befinden. Man kann sie im Monobetrieb einohrig betreiben, auch das wird selbsttätig detektiert, und wenn man den Stöpsel dann aus dem Ohr nimmt, pausiert die Musikwiedergabe.

Gut für Siri und Spracherkennung

Nach dem Koppeln werden die Airpods allein mit dem Finger bedient: Ein doppelter Fingertipp auf das Gerätchen aktiviert Siri, um beispielsweise mit Spracherkennung die Musik auszuwählen oder die Lautstärke zu regeln – oder jede andere Siri-Aufgabe zu starten. Die Lautstärke kann man natürlich auch mit den Seitentasten des iPhones steuern. Die Airpods eignen sich jedoch aus einem Grund besonders gut für Siri und Spracherkennung: Eine Nebengeräuscherkennung filtert Störendes heraus, und zwei Mikrofone sind bei solchen Rechentricks immer besser als eins. Wir konnten im fahrenden Auto (auf dem Beifahrersitz) nahezu fehlerfrei Whatsapp-Nachrichten diktieren.

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